Gefallen (2)

Das zweite Kapitel, und bisher gelingt es ziemlich gut, den Wochenrhythmus einzuhalten. Ich habe mich ja nun schon dran gewöhnt, und Gefallen schreibt sich eigentlich auch sehr angenehm. Ich hoffe, dass euch das beim Lesen auch so geht.

Viel Vergnügen, und schönes Wochenende!

Was bisher geschah
Im ersten Kapitel wurde Prinzipal Janan von einer Eisernen Jungfrau entführt und durch die Höhlen des Hüters in das Unheiligtum gebracht.

Was heute geschieht

Vor langer Zeit

„Ich will nicht neben ihr sitzen!“

„Oh, bitte, geht es noch ein bisschen kindischer?“

„Ich sitze sehr gerne neben ihm…“

„Nimm deine Hand da weg!“

„Narren.“

„Schade um den Tisch.“

Heute

„Kapitulation?“

Die Frau, die gar nicht mehr wirklich die Frau zu sein schien, die ihn hierher gebracht hatte, nickte, und etwas knirschte dabei in ihrem Genick. Sie hielt in der Bewegung inne, wiegte ihren Kopf von links nach rechts und ließ ihn einmal vor und zurück rollen.

„Squexplerch“, murmelte sie, während sie nachdenklich ihren rechten Daumen betrachtete. „Was ist mit diesem Körper los?“

Als sie den sonderbaren Fluch aussprach, brodelte die opake Flüssigkeit in dem Graben kurz auf, und aus der Ferne erklang so etwas wie ein Schrei.

„Normalerweise halten die länger.“

Sie zog vorsichtig an Ihrem perfekt manikürten Daumennagel, und er löste sich mühelos, gefolgt von einem dünnen Rinnsal Blut.

Mit einer sonderbar unpassenden Bewegung zuckte sie ihre Schultern und wandte den bohrenden Blick ihrer grünlich glühenden Augen wieder Janan zu.

„Ich werde deine Provinz nehmen, Prinzipal. Morgen fange ich an. Es wird keine Herausforderung sein, aber das ist gut so. Ich mag keine Herausforderungen. Deswegen würde ich es begrüßen, wenn…“ Sie kippte stirnrunzelnd ihren Kopf zweimal weit auf die rechte Schulter. Jedesmal erklang ein lautes Knacken. Sie ballte unter deutlich vernehmbarem Knirschen ihre Hände zu Fäusten und öffnete sie wieder. Sie wischte mit der rechten Hand über ihr Gesicht, durch den stetigen Strom von Blut, das inzwischen nicht mehr nur aus Augen, Nase und Ohren floss, sondern direkt durch die Poren ihrer Haut zu schwitzen schien. Sie zog mit einem langgezogenen lauten grunzenden Geräusch Schleim durch ihre Nase hoch.

„Pneuma, Soma, Sarx“, murmelte sie, um etwas lauter hinzuzufügen: „Sie vertragen es nicht gut, wenn ich von ihnen Besitz ergreife. Aber das hier… Das ist lächerlich.“

Sie schniefte noch einmal, wischte sich über den Mund und betrachtete mit einem erneuten resignierten Schulterzucken die Fetzen ihrer Lippen auf ihrem Handrücken. Kopfschüttelnd fuhr sie fort: „Wenn du darauf verzichten würdest, den Magistrat zu informieren und Unterstützung des Reiches anzufordern, bevor ich meine Position hier etwas mehr ausbauen konnte, würde ich dich und…“ Sie dachte kurz nach und würgte, diesmal ohne etwas auszuspucken. „Deine nähere Familie entkommen lassen. Was hältst du davon?“

„Ich…“

Janan stockte und blinzelte. Sein erster Impuls war, entrüstet abzulehnen. Natürlich würde er alles tun, um seine Provinz zu retten, und er würde sie niemals opfern, nur um sich selbst zu schonen. So gut hatte sein Vater ihn doch gelehrt.

Aber gleich darauf folgte ein Gedanke, der schwer von der Hand zu weisen war: Diese sonderbare Kreatur hatte Recht. Mandurien war aufgrund seiner Lage die militärisch schwächste Provinz des Reiches. Im Osten schützten die Berge vor Bedrohungen, im Norden lag das trügerische Fennmeer, in dessen untiefen-, riff- und seeungeheuerschwangere Gewässer nur ein Wahnsinniger eine Flotte entsandt hätte, und im Süden und Westen befand sich für tausende von Kilometern nichts als die übrigen Provinzen des Reiches. Die mandurischen Soldaten, die jemals wirklich Kampfhandlungen erlebt hatten, ließen sich an wenigen Händen abzählen, und viele große Städte waren nicht einmal befestigt.

Mandurien war verloren, und Janan hatte im Grunde nur zu entscheiden, ob er, seine Schwester, ihre beiden Söhne und seine Mutter den Untergang der Provinz überlegen würden oder nicht.

Er erinnerte sich an das schwarze Portal in seinem Schlafzimmer.

Offenkundig war es für diese Wesen kein Problem, jeden Ort des Palastes zu erreichen. Seine gesamte Familie konnte in wenigen Minuten tot sein, wenn er jetzt die falsche Entscheidung traf. Und er wollte gar nicht darüber nachdenken, was mit ihm passieren würde, wenn er sich dem Unwesen widersetzte, das vor ihm stand.

Sie tat einen Schritt auf ihn zu, und etwas knackte. Verwirrt blickte Janan nach unten und sah, dass ihr rechter Fuß umgeknickt war, und sie nun schief stand, die Arme leicht ausgebreitet, um die Balance zu halten. Sie knurrte missmutig.

„Nun?“ fragte sie.

Janan wusste nicht, woran es lag, aber in diesem Moment stand seine Entscheidung fest. Er streckte sein Kreuz durch, hob seinen Kopf und blickte direkt in die grünlich glühenden Augen, ohne sich um die sofort einsetzenden, eklig ziehenden Kopfschmerzen zu kümmern.

„Niemals!“ erwiderte er.

Sie verdrehte ihre Augen und stieß etwas zwischen einem Husten und einem Niesen aus, das einige Spritzer von Körperflüssigkeiten bis in Janans Gesicht beförderte.

Er sprang erschrocken zurück und wischte hektisch mit Ärmeln und Händen in seinem Gesicht herum, gleichzeitig bemüht, nicht zu sehen, was genau ihn da berührt hatte.

Als er wieder aufblickte, lag die blonde Frau bäuchlings auf dem Boden, ihr rechter Fuß noch immer furchtbar abgewinkelt, ihr Gesicht noch immer blutüberströmt, aber ihre Augen wieder stahlgrau, auch wenn der Blick jetzt viel von seiner Klarheit und Schärfe verloren hatte.

„Hätte ich nicht gedacht“, nuschelte sie, und er meinte so etwas wie Respekt in ihrem Ton zu hören.

Er sah sich unschlüssig in dem Unheiligtum um.

„Was… Was passiert jetzt mit mir?“ fragte er, unsicher, ob er es wirklich wissen wollte.

Sie setzte zu einem Lachen an, überlegte es sich aber rechtzeitig noch anders. Was blieb, war ein schmerzerfülltes Schmunzeln.

„Ich bringe dich zurück nach Hause“, antwortete sie, während sie sich mühsam auf ihre Ellenbogen stützte und ihre Knie anzuwinkeln versuchte.

„Einfach so?“ fragte er ungläubig.

Sie drückte ihre Arme durch, stellte den gesunden Fuß auf den Boden, rutschte aus und fiel mit einem… nassen Klatschen auf ihr Gesicht. Einige Sekunden blieb sie liegen, bevor sie wieder zu ihm aufblickte und von vorne begann.

In der Blutlache auf dem felsigen Untergrund waren einige kleine Stücke zu erkennen, die Zähne sein konnten.

„Du hast gut Reden“, keuchte sie, bevor sie wieder ausrutschte.

Mit deutlich hervorgetretenen Wangenknochen und angewidert hochgezogener Oberlippe streckte sie eine Hand in Janans Richtung aus.

Er trat vorsichtig näher an sie heran.

„Warum lässt er mich einfach gehen?“ fragte er misstrauisch. „Es wäre doch ganz leicht für ihn, mich umzubringen. Wer könnte ihn aufhalten?“

Sie stieß ein schwaches Husten aus, das ihr offensichtlich starke Schmerzen bereitete. „Du verstehst es wirklich nicht, oder?“ fragte sie. „Warum sollte er dich umbringen? Du bist keine Bedrohung für ihn. Du bist nicht einmal lästig. Du bist eigentlich sogar ein Vorteil, denn wenn du stirbst, würde dich vielleicht jemand ersetzen, der es ihm schwerer machen könnte.“

Janan atmete tief durch und ergriff ihre ausgestreckte Hand, um ihr aufzuhelfen.

„Muss ich den Weg alleine finden? Bleibst du hier?“ fragte er, obwohl es ihm selbst ein bisschen sonderbar vorkam, dass er sich Sorgen um sie machte.

Sie lächelte und schüttelte ihren Kopf. „Natürlich nicht“, antwortete sie. „Was will der Hüter denn jetzt noch mit mir?“

 

Die rote Wüstensonne ließ das geölte Kettenhemd und die beiden riesigen Zweihandschwerter blitzen, als wären sie aus poliertem Silber. Der hünenhafte Krieger mit dem langen glatten blonden Haar stand breitbeinig im Wüstensand, schaukelte von links nach rechts und suchte mit zusammengekniffenen Augen nach Zeichen seines Gegners. Rücken an Rücken mit ihm stand eine junge Frau, der ihre leuchtend rote Mähne bis zur Hüfte herabfiel. Sie war nicht ganz so kräftig gebaut wie der Krieger, stand ihm aber an Höhe in nichts nach. Sie hielt eine Streitaxt mit beiden Händen umfasst und wartete auf den Wurm, ebenso wie ihr Lehrer.

„Vielleicht ist es weg?“ fragte sie.

„Ja, vielleicht…“

„Was ist das für ein Ding?“

„Die Herani nennen es Ham Al-Sheki, das heißt sowas wie tiefer Sandkönig. Angeblich sind sie…“

Sie schrie auf, als sich ein ledriger Tentakel um ihren Stiefel wickelte und sie davonzerren wollte. Schneller, als man sehen konnte, wirbelte der Krieger herum und packte ihren Arm mit seiner linken Hand. Den einen Zweihänder hatte er fallen lassen. Mit dem anderen zerschnitt er in der gleichen Bewegung das Tentakel, als wäre es aus Papier.

Aus dem Sand erscholl ein zorniges Kreischen, dann wurde es wieder ruhig.

„Du musst besser aufpassen, Kara.“

„Dazu hatte ich ja gar keine Chance! Es war schon alles vorbei, bevor ich überhaupt wusste, dass es angefangen hatte.“

Sie grinste, aber an der Röte, die in ihr Gesicht stieg, konnte er erkennen, dass der Tadel saß. Er verzichtete auf den Hinweis, dass genau das der Grund war, aus dem sie ohne ihn gestorben wäre und beschränkte sich auf einen nachdenklichen Blick in ihre violetten Augen.

„Bitte lass mich los. Du hast einen Griff wie ein Schraubstock, Morgan. Und… Warum schwitzt du eigentlich nicht? Das ist nicht gerecht! Ich kann diese blöde Axt kaum halten, so schmierig sind meine Finger, und du bist wie in Mehl gewälzt.“

Er hob seine Waffe wieder auf und wandte ihr den Rücken zu, sodass sie wieder in der Ausgangsposition standen.

„Du musst lauschen, Kara. Man kann es hören, bevor es zuschlägt.“

„Ich habe gar nichts gehört, und“

„Psss!“

Ihre Lippen formten einen stummen Fluch.

Lange Zeit standen die beiden Gestalten in der roten Wüstensonne, während Karas Axt langsam immer tiefer sank und sie immer öfter den Griff ihrer Hände wechselte. Als sie gerade kurz davor war, die Waffe abzusetzen, spürte sie, dass Morgan sich bewegte. Wieder ertönte das Kreischen des Wurms. Der Boden unter ihr bewegte sich, und sie sprang, um nicht noch einmal gefangen zu werden. Im Sprung wandte sie sich um.

Morgan hatte eines seiner Schwerter bis zum Knauf vor sich in den Sand getrieben, offenbar tief in den Wurm hinein, denn das Tier kreischte ohne Unterlass und mit jeder Bewegung unter dem Sand zuckte auch die blitzende Waffe.

Der erste Tentakel zuckte aus dem brodelnden Boden heraus, doch Morgan durchtrennte ihn, noch bevor er ihn auch nur berühren konnte. Weitere folgten. Morgans Schwert schien überall zugleich zu sein, das Kreischen des Wurms wurde lauter und lauter.

Plötzlich schnellte das Untier aus dem Boden hervor. Was sein Kopf zu sein schien, landete direkt vor Kara. Einen Augenblick lang war sie paralysiert. Der Wurm war riesig. Sein Ende war noch immer im Sand verborgen. Sein Durchmesser betrug mindestens eineinhalb Meter, und er war übersäht mit meterlangen Tentakeln. Das Ende, das Kara zugewandt war, war offenbar das Maul. Es bestand im Wesentlichen aus einem riesigen Loch, gefüllt mit dreieckigen Haifischzähnen.

Kara holte mit ihrer Axt aus, soweit sie konnte, ohne zu viel Zeit damit zu verlieren und schlug so kräftig zu, wie sie konnte. Es fühlte sich an, als hätte sie in einen schweren Turniersattel geschlagen. Die Axt drang ein wenig in das Ding ein, schien aber keinen nennenswerten Schaden anzurichten. Immerhin zuckte es ein wenig zurück und verzichtete vorerst darauf, sie weiter zu belästigen.

„Morgan!“ Sie hatte ihn aus den Augen verloren. Wo konnte er hin sein? Sie waren in einer flachen Sandwüste. „Morgan, ich brauche…“

Der Wurm hatte eingesehen, dass es so nicht weiterging und schleuderte ihr die wirre Masse seiner Fangarme entgegen. Einen konnte sie mit der Breitseite ihrer Axt abwehren, einem weiteren wich sie aus. Die anderen dreizehn wickelten sich um ihren Körper und zogen sie in Richtung des Schlundes.

„Hiiillfeeee!“

Sie spürte, wie ihre Hose von den ersten Zahnreihen aufgerissen wurde.

„Mooorgaaaan!“

Und der Wurm schrie, zuckte, und die Tentakel erschlafften.

„Was…?“

Kara sah ungläubig den reglosen Wurm an, dann sich, dann den Wüstensand um sie herum, und begann, sich zu befreien.

„Morgan? Wie hast du das gemacht? Wo steckst du? Morgan?“

Sie stand auf, versuchte in einer sinnlosen reflexartigen Geste, sich den Schmutz von ihren Kleidern zu klopfen und sah sich nach ihrem Lehrer um.

„Morgan?“

Zum ersten Mal kam ihr die Idee, dass er tot sein könnte. Sie konnte es nicht glauben, aber der Gedanke war da. Es war möglich. Der legendäre Held könnte gestorben sein, zerquetscht unter einem gigantischen Wüstenwurm. Kaum vorstellbar, aber…

„Morgan!“

„Was?“

Sie war nicht erleichtert, weil sie es ja von Anfang an nicht geglaubt hatte.

Ein grässliches Geräusch erklang aus der Wunde, an der sein Schwert in dem Wurm gesteckt hatte, dann erschien ein Arm, ein zweiter, dann sein Kopf. Sein blondes Haar war beschmiert mit dem bräunlichen Schleim, der das Ungeheuer offenbar erfüllte, ebenso wie der gesamte Rest seines Körpers.

„Das war das absolut Schlimmste, was ich je für einen Sieg tun musste“, sagte er, als er neben dem riesigen Kadaver im Sand lag. Die leichte Brise trieb den Sand zu ihm, und der Schleim ließ ihn haften. Bald würde er wirklich aussehen wie in Mehl gewälzt.

„Du hättest es trotzdem ein bisschen schneller tun können.“

„Ich dachte, du wolltest es erst noch einmal selbst versuchen.“

Er zeigte sein boshaftestes Grinsen.

„Morgan?“

„Ja?“

„Du stinkst.“

 

Als Janan in sein Schlafgemach zurückkehrte, klingelte er umgehend nach einer Bediensteten, die angesichts der Eisernen Jungfrau zunächst ratlos und verwirrt mit offenem Mund in der offenen Tür stehen blieb, dann aber sehr zackig und pflichtbewusst nickte und davonlief, als er ihr auftrug, den Rat zu einer Notfallsitzung in den Goffree-Salon zusammenzurufen. Er tauschte hastig sein Nachthemd gegen eine Hose, ein Hemd und eine Jacke ein, während sie sich sichtbar mühsam an einer Säule seines Bettes festhielt und das einzige Geräusch von ihren Blutstropfen auf dem dunklen Parkett stammte.

„Wie heißt du eigentlich?“ fragte er sie.

Sie schüttelte grinsend ihren Kopf. „Wenn du glaubst, dass wir jetzt…“ Sie stockte und stieß ein leises Husten aus, dem ein weiteres folgte, das schnell in ein lauteres überging, bis sie sich schließlich zusammenkrümmte, in eine hockende Position niedersank und etwas auf das Parkett spie, das er lieber nicht näher betrachtete.

„Wenn du…“ setzte sie neu an, nachdem sie sich wieder einigermaßen gefasst hatte, „Wenn du glaubst, dass wir jetzt Freunde werden, denk lieber noch mal nach, Prinzipal.“

„Ich kann einen Arzt für dich rufen.“

Auf ihr Lachen folgte ein neuer krampfhafter Hustenanfall, nach dessen Ende sie seitlich auf dem Boden lag, noch immer mit diesem bitteren Grinsen. Sie machte sich nicht mehr die Mühe, das Blut aus ihrem Gesicht zu wischen, das nun auch wieder aus ihren Augen zu laufen begann.

Sie antwortete ihm nicht.

Kopfschüttelnd öffnete er die Tür, lehnte sich hinaus und wies die Ritter seiner Leibwache an, einzutreten.

„Dies ist… eine Gefangene“, sagte er nach kurzer Suche nach dem richtigen Ausdruck.

„Wie ist sie hierhergekommen?“ fragte einer der drei völlig perplex – Janan wusste nicht einmal, seinen Rang an den Abzeichen auf seiner Schulter abzulesen. „Wer ist sie, und-“

„Ich weiß es nicht“, unterbrach er seinen Ritter. Das schwarze Portal war verschwunden, kurz nachdem es sie hierher entlassen hatte. „Aber ich will es so schnell wie möglich herausfinden.  Ihr beide werdet sie bewachen, während Ihr“, Er zeigte auf den dritten Ritter, „einen Arzt für sie holen geht. Schickt auch nach einem Heilmagier, wir werden sie um jeden Preis am Leben erhalten. Sie könnte wertvolle Informationen für uns haben.

Noch bevor er den Satz ganz zu Ende gesprochen hatte, begann sie wieder mit einem lauten, gackernden Lachen.

„Du glaubst wirklich, dass ihr Informationen aus mir herauspressen könnt?“ keuchte sie, als der Husten nachgelassen hatte. „Sogar wenn ich noch lebe, wenn dein Arzt hier eintrifft, Prinzipal, werden deine Folterwichte mir bestenfalls ein bisschen Mitleid abgewinnen können.“

Mit einem erneuten ungläubigen Kopfschütteln wandte er sich ab und verließ sein Schlafgemach.

„Prinzipal!“ rief ihm der dritte Ritter nach, den er nach einem Arzt geschickt hatte. „Ihr solltet nicht alleine sein, wenn Feinde in den Palast eingedrungen sind. Bitte wartet, bis ich-“

Wieder unterbrach Janan ihn. So unerfreulich die Situation war, er genoss das Gefühl, zum ersten Mal besser zu wissen, was zu geschehen hatte, als alle um ihn herum.

„Ich werde es wohl irgendwie die Treppe hinunter schaffen, ohne einem Attentat zum Opfer zu fallen. Lauft und erledigt Euren Auftrag!“

Der Ritter zögerte nur einen Augenblick, bevor er salutierte und unter dem Geklirr seiner Waffen und Rüstung davon lief.

Als Janan die Tür des Goffree-Salons öffnete, fiel ihm zuerst auf, dass es dunkel war. Natürlich. Es war ja Nacht. Die Erkenntnis, dass ihm nie wirklich bewusst geworden war, dass jemand bei Nacht die Kerzen in jedem Raum entzündete, bevor er ihn betrat, und dass das natürlich nur dann möglich war, wenn die Dienstboten vorher wussten, wohin er gehen wollte, amüsierte ihn ein wenig, stimmte ihn aber auch nachdenklich. Jeden Tag lernte er so viel dazu, und doch hatte er jeden Tag das Gefühl, weniger zu wissen.

Er öffnete den Mund, um nach jemandem zu rufen, entschied sich dann aber dagegen. Er war selbst in der Lage, ein paar Kerzen zu entzünden. Entschlossen zog er eine aus dem nächstgelegenen Leuchter an der Wand des Flures und machte sich daran, den bernsteingetäfelten Salon zu erleuchten, in dessen Mitte der große ovale Konferenztisch mit den scheußlichen grünen Sesseln drumherum stand. Wie fast jede Sitzgelegenheit in diesem Palast sahen sie prunkvoll und pompös aus, aber es gab keine denkbare Sitzposition darauf, die nicht nach kürzester Zeit unerträglich wurde.

Zu seiner Überraschung war Rowenia die erste, die im Goffree-Salon eintraf. Sie hatte sich lediglich eine Art Hausmantel übergeworfen und trug keinerlei Kosmetik. Sie trug ihre zerzausten Haare offen und wischte an ihren Augen herum, als sie den Saal betrat.

„Prinzipal“, grüßte sie ihn mit einer Verbeugung.

Sie trug nicht einmal Schuhe.

Janan musste sich eingestehen, dass er ihre Aufmachung nicht nur ein wenig ablenkend empfand und wünschte sich, dass sie wenigstens den seidenen Mantel etwas achtsamer verschlossen hätte.

„Madame Rowenia“, erwiderte er. Er wusste nicht einmal, wie er sie ansprechen sollte. Hatte sie irgendeine Funktion, außer…

„Darf ich erfahren, warum Ihr nach mir geschickt habt, Prinzipal?“ fragte sie mit einem verunsicherten Blick in den leeren Raum. Ob sie wohl dachte… Nein, sicher nicht.

„Ich… würde gerne warten, bis alle anderen auch hier sind, damit ich… nicht alles wiederholen muss.“

„Alle anderen?“ fragte sie.

„Ja, ich habe… Hat der Bote das nicht gesagt? Ich habe den gesamten Rat einberufen.“

„Oh.“ Sie nickte.

Was hatte sie denn gedacht?

Er überlegte, ob er den Zustand ihrer Bekleidung ansprechen sollte, fand aber nicht die richtigen Worte dafür und entschied stattdessen, aus dem Fenster zu schauen, was natürlich bei Nacht ein offensichtlich albernes Vorhaben war.

Er war maßlos erleichtert, als Feldmarschall Hoggden den Raum betrat. Er trug eine graue Felduniform mit schwarzen Reiterstiefeln. Prinzipal Janan glaubte nicht, ihn zuvor schon einmal ohne seine lächerliche Rüstung gesehen zu haben.

Kurz nach Hoggden folgte der Handelswesir Kregg Bohlsen, in denselben ungepflegten Leinenkleidern wie sonst. Wahrscheinlich schlief er auch darin. Zerknittert genug waren sie jedenfalls.

Auf den Hofmagier mussten sie beinahe ein ganzes Glas lang warten, und Janan überlegte gerade, ob er ihn dafür tadeln sollte, als er schließlich eintraf, aber Hoggden kam ihm zuvor:

„Sicher konntet Ihr es nicht schneller einrichten, Sekar. So ein Bart zwirbelt sich schließlich nicht von selbst, was?“

Der Magier schenkte dem Feldmarschall ein mitleidiges Lächeln und würdigte ihn keiner Antwort. Er war in der Tat der einzige unter den versammelten Beratern, dessen Äußeres makellos war und der keine Anzeichen des Schlafes mehr zeigte, aus dem die Dienstboten ihn geweckt hatten.

„Ich bin heute Nacht entführt worden“, brach Janan das feindselige Schweigen, und hatte sofort die ungeteilte Aufmerksamkeit des Rates. „Von einer Kreatur, die sich selbst als Eiserne Jungfrau bezeichnet und tatsächlich den Körper einer menschlichen Frau hat, aber…“ Er zuckte die Schultern. „Ich weiß es eigentlich nicht“, unterbrach er sich selbst. „Vielleicht ist sie sogar eine. Ich weiß eigentlich gar nichts. Sie hat mich durch Höhlen voller anderer sonderbarer Kreaturen geführt, in ein so genanntes Unheiligtum, in dem… etwas von ihr Besitz zu ergreifen schien, das sie einen Hüter nannte, und das ankündigte, diese Provinz erobern zu wollen…“

Er verstummte und ließ seinen Blick schweifen. Rowenia betrachtete ihn mit einer Mischung aus Fassungslosigkeit, Sorge und Neugier. Es war allerdings keine Sorge um die Provinz, das konnte er deutlich erkennen, es war Sorge um seinen Geisteszustand. Auch der Feldmarschall und der Handelswesir schienen davon überzeugt, dass er entweder den Verstand verloren hatte oder gleich lachen und ihnen den Witz erklären würde.

Nur der Hofmagier blickte mit gerunzelter Stirn und zusammengezogenen Augenbrauen auf den Walnussholztisch hinab. Sogar das überhebliche Lächeln war verschwunden, ohne das Janan die Lippen des Zauberers kaum wieder erkannte.

„Ein Hüter?“ fragte er nach einer langen Pause.

Erst jetzt schienen die anderen drei seine Reaktion zu bemerken, und langsam änderten sich auch ihre Mienen, wie Janan mit einer gewissen Genugtuung beobachtete.

„So sagte sie mir“, antwortete er. „Es schien, als wäre er in sie gefahren und spräche durch sie zu mir, während ihr Körper… sehr schnell zu zerfallen begann.“

„Ein Hüter..:“ murmelte der Magier wieder. „Wie hat er Euch entführt, Prinzipal?“

Janan erzählte seine ganze Geschichte, so gut er sich eben erinnern konnte, und sah erleichtert, dass niemand mehr ihn für verrückt zu halten schien.

„Ich kann nicht genau sagen, mit welcher Bedrohung wir rechnen müssen“, schloss er seine Erzählung. „Ich habe nur das gesehen, was er mir zeigen wollte. Das sah zwar schon furchtbar genug aus, aber ich weiß nicht, was er außerdem noch hat. Wir müssen es auf jeden Fall ernst nehmen.“

„Mit Eurer Erlaubnis würde ich gerne sofort Euer Schlafgemach begutachten“, sagte der Magier. „Vielleicht finde ich noch Spuren oder kann anderweitig etwas über die Gefahr herausfinden.“

Janan nickte ihm zu. „Geht, und kommt wieder, sobald ihr mehr wisst. Wie schnell können wir eine Armee bei Karmont zusammenziehen?“ fragte er, an den Feldmarschall gewandt.

Hoggden fuhr mit einer Hand über seine Glatze: „Die Siebte Kohorte steht bei Gugnung und ist in drei bis vier Tagen Marschbereit. Dann ist sie in… spätestens zehn Tagen bei Karmont. Die Vierte Kohorte können wir aus Fortzeit abrufen, bei ungefähr zwei Wochen Marsch und drei Tagen Aktivierungszeit…“

„Die Vierte steht nicht mehr in Fortzeit“, unterbrach ihn Rowenia. Janan hob eine Augenbraue und betrachtete sie verwirrt. „Sie ist zurzeit für eine Übung in den Junamer Marschen, keine drei Tage von Karmont entfernt. Wenn wir sofort einen Boten schicken, können sie bis Joniustag dort sein.“

Hoggden warf ihr seitlich einen Blick aus zusammengekniffenen Augenlidern zu, bevor er mit seinen Erklärungen fortfuhr. Sie korrigierte ihn noch drei Mal und musste nur einmal ihren Einwand zurückziehen, nachdem er sie darauf hingewiesen hatte, dass die Katapulte der Vierten Legion für die Verteidigung Karmonts nicht benötigt wurden und die Marschzeit sich deshalb verkürzen würde.

Janan musste sich eingestehen, dass er die Situation als sehr belebend empfand. Gefahr für das Reich hin oder her, endlich gab es einmal etwas zu entscheiden, endlich gab es etwas zu tun. Und auch wenn er wie immer nicht alles verstand, was seine Berater ihm sagten, so begriff er doch gut genug, worum es grundsätzlich ging, und das war ein großer Fortschritt gegenüber allen anderen bisherigen Sitzungen.

„Wir sollten auch die Helden des Reiches rufen“, sagte er, nachdem die militärischen Fragen beantwortet waren. „Morgan, Gennard, und… Bonrad, nicht wahr?“ fuhr er fort, redlich darum bemüht, Hoggdens Zahnschmerzgesicht zu ignorieren. „Die drei werden nicht billig sein, aber ich könnte mir vorstellen…“

„Morgan wird so einen Auftrag nicht für unter hundert Minen übernehmen“, warf der Handelswesir ein. „Gennard ist schwer abzuschätzen, aber viel billiger als Morgan wird er auch nicht sein, und Bonrad…“ Er ließ langsam Luft zwischen seinen Lippen entweichen und zuckte die Schultern. „Niemand weiß genau, wo er ist und ob er überhaupt für Gold arbeitet, aber ein Hüter könnte sein Interesse wecken.“

„Prinzipal“, widersprach Hoggden, „Ich denke, diese Summen sollten wir für militärische Zwecke einsetzen, da nützen sie uns mehr. Für hundert Minen können wir eine ganze Kompanie mehrere Monate bezahlen, und Morgan ist nur ein einzelner Mann…“

„Er ist ein Held des Reiches“, unterbrach ihn Rowenia, „Er ist eigentlich der Held des Reiches, und Ihr wisst das genau, Feldmarschall. Morgan hat den Vampirfürsten von Unor besiegt. Das galt als unmöglich. Er hat das Heilende Kettenhemd von Anatulien gefunden. Danach hat er…“

„Ich weiß, ja. Und den Wurm von Baburien, die Chimäre in den Gorginen, die Harpyen von Bengolon…“

„Eine schlagkräftige Gruppe von Heroen kann gerade gegen einen Hüter ein unschätzbarer Vorteil sein, den zehn Kompanien nicht aufzuwiegen vermögen“, fuhr sie ungerührt fort. „Und Mischa sollten wir auch noch rufen. Sie und Gennard leben ohnehin in derselben Stadt, und wird viel weniger verlangen als die anderen. Sie wird unterschätzt, denke ich.“

Janan betrachtete sie schmunzelnd mit zusammengezogenen Augenbrauen. Anscheinend hatte sein Vater sie doch nicht nur aus den offensichtlichen Gründen in den Rat berufen, der alte Fuchs.

„Mischa“, murmelte Feldmarschall Hoggden, während er mit leicht vorgestülpten Lippen und in Falten gelegter Stirn auf den Tisch starrte.

„Wer ist denn überhaupt Mischa?“ fragte Janan.


Lesegruppenfragen

  1. Kauft ihr mir ab, dass der Hüter ihn einfach gehen lässt, oder überfordere ich da eure Unglaubenssuspendierung?
  2. Fandet ihr die Actionszene mit Morgan und Kara unpassend? Hätte die eurer Meinung nach woanders hingehört? Oder sollte ich sie ganz weglassen? Ich fand es irgendwie nett, sie bewusst dort einzufügen, bevor er zum ersten Mal erwähnt wird. Aber vielleicht funktioniert das auch nur für mich, weil ich ihn ja sowieso schon kenne.
  3. Übrigens ist die Morgan-Szene aus der Konserve, und nur leicht verändert. Merkt man das?
  4. War vor dem Treffen des Rates zu viel Detail? Eigentlich wollte ich nur ganz kurz schreiben, dass er ankommt und sich dann mit den anderen trifft, aber irgendwie kamen dann immer mehr Einzelheiten dazu… Das mit den Kerzen ist mir übrigens als Letztes erst eingefallen.
  5. Erkennen diejenigen, die sich über zu wenig Einführung in die Welt beschwert haben, schon eine Verbesserung, oder wünscht ihr euch mehr Exposition? Ich mach sowas lieber on the go, aber falls es nicht ankommt, kann ich versuchen, mich zu bessern.
  6. Wer ist wohl Mischa?
Advertisements

18 Responses to Gefallen (2)

  1. iolanthe sagt:

    Schönes Kapitel, gefällt mir besser als das erste!

    1. Ja, warum nicht?

    2. Fand ich an sich okay so.

    3. Ich auf jeden Fall nicht.

    4. Nein, war genau richtig dosiert für meinen Geschmack.

    6. Mischa ist eine junge, hübsche, vorlaute, leicht eingebildete aber eigentlich sehr nette Heldin. Janan wird sie erst etwas seltsam finden, vielleicht sogar sehr unsympathisch und auf jeden Fall unsicher im Umgang mit ihr sein. Mischa wird ihn anfangs für einen Deppen halten. Am Ende stirbt entweder einer der beiden für den anderen oder sie heiraten.

    7. Wenn ich ein bisschen pingelig rumkritisieren darf:
    – Vor allem bei Personeneinführungen und zu Beginn der Handlungen sind mir zu viele Adjektivhäufungen, das liest sich sehr bemüht, finde ich. Die nüchterneren Schilderungen gegen Ende gefallen mir viel besser.
    – Du hast die Namen bestimmt schon fertig im Kopf und man hängt da als Autor ja wahrscheinlich auch dran. Mir ganz persönlich gefallen aber Normalo-Namen (Kara) in Fantasy-Büchern nicht soooo gut. Vor allem keine englischen Namen (Morgan) in „deutschen“ Geschichten.
    – Was machen die Ritter(rüstungen) in der Geschichte?

  2. Ron sagt:

    1. Passt so denke ich. Es wurde alles gesagt und der Hüter empfindet ihn ja nicht als Bedrohung.

    2.+3. Prinzipiell kann man das so machen. Allerdings fand ich schon beim Lesen, dass das stilistisch irgendwie nicht so ganz reinpasst (ich kann es derzeit aber noch nicht konkreter benennen). Beim ersten Lesen finde ich Morgan zu „superheldig“ und Kara ist zu sehr unerfahrene Schülerin.

    4. Überhaupt nicht, weil es mehr Facetten von Janan zeigt.

    5. Definitiv ein Schritt in die richtige Richtung. Da es so viele Zonen gibt (Wüste, Berge, Moor etc.) und die Kohorten doch einige Tage marschieren müssen würde mich interessieren, wie groß eigentlich die Provinz ist. Und ich bin auf das Meer gespannt (es muss eines geben, sonst könnte Kara die Zähne des Wurms nicht als „Haifischzähne“ beschreiben … 😉 )

    6. Mischa ist eine Hexe – oder zumindest eine magiebegabte Person …

    Allgemein:
    Uff, schon der zweite Teil macht es mir irgendwie schwer. Um mal auf eine Frage zum ersten Teil zurückzukommen: mir wird es zu albern. Besonders die zombieartige Beschreibung der „Marionette“ in der Hüterszene ist für meinen Geschmack über das Ziel hinausgeschossen … Mal schauen wie der nächste Teil wird.

  3. Pate sagt:

    1. Das zeigt ja nur die grenzenlose Selbstsicherheit des Hüters. er kündigt den Angriff nicht nur , sondern gubt Janan sogar die möglichkeit seine Provinz darauf vorzubereiten.
    Starkes Zeichen..

    2. Ja, fand ich persönlich etwas deplaziert. Aber katastrophal auch nicht, da ja kurz danach zumindest eine der Personen (Morgan) nochmal auftaucht. Schlimmer hätte ich gefunden, wenn jetzt zwei Parallelgeschichten aufgebaut würden, die erst in 3-4 Wochen zusammenlaufen. Meine Meinung..

    3. Hm.. Wenn mans weiß merkt mans wohl. Aber ansonsten… nö.

    4. Nein keineswegs. Da Janan offensichtlich die Hauptperson der Geschichte ist, ist es meiner Meinung nach sehr wichtig viel über ihn und seinen Charakter zu erfahren. Ich würde übrigens gern auch noch ein wenig mehr über den Rest des Rates erfahren.

    5. Ja, man kann sich auf jeden fall ein besseres Bild machen. Auch schon von den Abmessungen. Find ich gut.

    6. Eine eher junge Heldin. Ohne wirklich viel Erfahrung und reputation (unterschätzt). Wahrscheinlich wird sie zu einem Hauptcharaktär der ganzen Geschichte werden und den Kampf am Ende Entscheiden. Oder aber der Rat lehnt ihre Verpflichtung im nächsten Teil ab und sie taucht nie wieder in der Geschichte auf…

    Nochwas:
    In einem Teil ziemlich am Anfang ist ein Wort zu viel.
    …wiegte ihren Kopf von links nach rechts und ließ ihn einmal einmal vor und zurück rollen…

  4. Guinan sagt:

    Das war jetzt albern genug. Und eklig genug. Bäh.
    1. Der Wirt war schon ziemlich aufgebraucht, das schränkt die Möglichkeiten des Hüters vorübergehend ein. Und dir wird schon noch ein sinnvoller Grund einfallen, aus dem er Janan noch braucht.
    2. Die Szene war ok, aber ich glaube, ich mag Morgan nicht.
    3. Ist mir beim Lesen nicht aufgefallen.
    4. Zuviel Detail geht in dieser Phase gar nicht. Ich möchte Janan gern näher kennenlernen. Rowenia übrigens auch.
    5. Bleib lieber bei deinem eigenen Stil, das wirkte auf mich jetzt eingeschoben.
    6. Kämpfer sind schon genug da, eine Magierin wird noch gebraucht. Etwas älter, mit Vergangenheit.

  5. whynotveroni sagt:

    1. Naja, schon unglaubwuerdig irgendwie. Andererseits kenn ich den Hueter ja nicht… der ist bisher ja nur so’n Buzzword, wer weiss, was sich dahinter versteckt…

    2. Hm, find’s schon gut, _dass_ die Szene vorkommt, aber fand den Dialog bisschen seltsam… Irgendwie sind die beiden bisschen comichaft, oder wie Actionhelden, denen eh nichts passieren kann.

    3. Hm, noe.

    4. Ne, die Szene mit dem Rat fand ich mit am besten. Man erfaehrt etwas mehr ueber die Personen und ueber ihre Beziehungen zu einander, wobei du das noch vertiefen koenntest. Ich meine, du schreibst, Rowenia Hoggden mehrfach korrigiert, und alles was man erfaehrt, ist dass er ihr einen Blick aus zusammengekniffenen Augen zuwirft… Aber du bist auf dem richtigen Weg, finde ich. 🙂

    5. Wird besser.

    6. Mischa ist eine Kampfkroetenzaehmerin.

    7. Wieso Karmont? Woher weiss Janan denn, wohin er entfuehrt wurde, wenn das alles unterirdisch war?

    8. Von wegen albern: Ich finde das ganze wirkt schon recht parodiert. Vor allem die Szene mit den Helden, aber auch andere Dinge. Z.B. ist die Gefahr, die vom „Hueter“ ausgeht ziemlich abstrakt und so richtig ernst zu nehmen, scheint die auch keiner. Zumindest wirkt der Rat auf mich nicht so wirklich betroffen. Und bei „die Helden des Reiches“ z.T. in Referenz auf dieses komische Comic-Helden-Paar aus der Zwischenszene musste ich irgendwie an Terry Pratchet denken.

  6. whynotveroni sagt:

    Entschuldige die etwas schludrige Sprache, ich komm‘ gerade von unserer Betriebs-Kohlfahrt… ^.^

  7. Muriel sagt:

    @iolanthe: 6. Sehr schön ausgedacht. Jetzt bin ich im Vergleich fast ein bisschen unzufrieden mit meiner Variante…
    7. Du darfst nicht nur, ich bitte sogar darum.
    – Adjektivhäufungen werde ich zu meiden versuchen.
    – Die Namen sind mir nicht sooo wichtig, aber eigentlich gefallen sie mir bisher alle. Morgan spricht sich übrigens total unenglisch, falls dir das wenigstens ein kleiner Trost ist. Eher so Morgànn.
    – Was hast du denn gegen die Ritter(rüstungen)?
    Vielen Dank!

    @Pate: 2. Parallelgeschichte… Hier wird noch so einiges parallel laufen, fürchte ich, aber ich hoffe, dass ich das so hinbekomme, dass der Gesamtzusammenhang erkennbar bleibt.
    4. Auch da ist das mit Hauptpersonen so eine Sache. Gefallen ist ziemlich voll mit Charakteren, aber ich werde mich bemühen, es nicht zu sehr ausfasern zu lassen.
    Danke für den Hinweis, ich korrigiere das gleich!

    @Guinan: 5. Eigentlich floss mir das so ganz natürlich aus der Tastatur. Bewusst eingeschoben war jedenfalls nichts. Aber ich werde mal drauf achten.

    @whynotveroni: 4. Danke.
    7. Janan zieht hier eine Verbindung zwischen den sonderbaren Ereignissen in dem Berg, über die in der ersten Szene gesprochen wurde, und den Höhlen, in die er nun entführt wurde. Aber du hast Recht, das hätte ich besser begründen müssen.

    @alle: Die Comichaftigkeit der Geschichte ist eigentlich beabsichtigt, insbesondere in der Kara-und-Morgan-Szene, aber wenn sie euch stört, kann ich versuchen, mich ein bisschen mehr zurückzuhalten.
    Vor allem bei der Hüterszene im Unheiligtum und der mangelhaften Ausgestaltung der Bedrohung durch den Hüter ist mir aber nach der Veröffentlichung auch schon selbst aufgegangen, dass ich da als Erzähler versagt habe. Das wird also hoffentlich besser.

  8. Muriel sagt:

    @whynotveroni: Leuten, die eine Kohlfahrt hinter sich haben, verzeihe ich so ziemlich alles.

  9. iolanthe sagt:

    Ich finde Mittelalter-Ritter passen nicht so gut in die übrige Gesellschaft/Zeit, die bis jetzt so zwischen den Zeilen durchscheint. Aber vielleicht deute ich das Durchscheinen auch nur falsch 😉

  10. Andi sagt:

    1. Natürlich. Das Argument von dieser Eisernen Lederjungfrau war ja gut. Janan scheint ja nicht weiter gefährlich zu sein. Fürs Erste.

    2. Passt schon. Aber auch nur, weil du ihn quasi sofort wieder erwähnst, im nächsten Abschnitt. So kann man ihn zuordnen.
    Ich hatte ihn mir übrigens dunkelhaarig vorgestellt und nicht blond. Just sayin´.

    3. Ähm. Nö. Wär mir so nicht aufgefallen. Aber ich war schn etwas irritiert, als plötzlich ein neuer Abschnitt anfing (und endete). Ich bin schon älter. Vielleicht könntest du da demnächst Trennlinien hinmachen oder so. Es ist kompliziert, OKAY?

    4. Nein, nein, das war großartig. Ich liebe solche Szenen.

    5. Es ist für mich ja generell etwas schwierig, weil ich Romane aus Fantasie-Welten so selten lese. Eigentlich erst, seit ich dich kenne, ja? So eine Landkarte wäre schon hübsch, aber vermutlich zu viel verlangt, hm?
    Nein, es passt selbst für mich schon auch so. Mach mal ruhig so weiter. Ich schrei, wenn ich nicht mehr mitkomme.

    6. Wow. Ja. Die Frage wollte ich eigentlich jetzt am Ende stellen. Ich hab keine Ahnung. Ich kannte mal einen, der Mischa heißt, aber der wirds hoffentlich nicht sein. Ansonsten lass ich mich überraschen.

    7. Wer ist eigentlich Mischa? (Entschuldigung, ich konnte nicht anders. Ich hatte es mir doch so fest vorgenommen.)

  11. Andi sagt:

    Jetzt, wo ich hier kurz die anderen Kommentare las:

    Ich hätte auch gerne, dass Mischa eine Magierin ist. Ja. Und so, wie ich dich kenne, ist die zutiefst sympatisch und wird spätestens im 5. Teil grausam ermordet.

  12. Muriel sagt:

    @Andi: 3. Ja, warum sagt denn auch sonst keiner was? WordPress hat meine Formatierung kaputtgemacht. Das passiert manchmal. So ein Mist. Ich setze da jetzt mal die Trennung, auch wenn es jetzt schon alle so gelesen haben. Verdammt.

  13. Muriel sagt:

    @Andi: Ach so, noch was zu den Landkarten: Ich habe nie verstanden, wofür man die braucht. Die sind bei vielen Fantasybüchern dabei, und ich finde sie immer völlig nutzlos. Ausnahmslos immer. Ich bin leider auch nicht gut darin, welche zu zeichnen.
    Was Mischa angeht, fürchte ich, dass ich hier viele Kommentatoren enttäuschen muss, wenn es soweit ist.
    Aber das sind wir ja gewohnt.

  14. whynotveroni sagt:

    @Muriel: zu den Landkarten: Ich finde die total hilfreich, ich bin ein sehr visuell orientierter Mensch. 🙂 Wenn eine in ’nem Buch drin ist, guck ich da vorher drueber. Wenn ich beim Lesen ueber geographische Beschreibungen stolpere, dann gucke ich da auch rein und mach mir ein Bild davon, wo die Geschichte gerade spielt. Das wird besonders dann nuetzlich, wenn es zu so vielen Verzweigungen der Geschichte kommt, dass unterschiedliche Protagonisten in unterschiedlichen Teilen der Welt unterwegs sind… (Ich lese gerade teil Zwoelf der Wheel-of-Time-Serie… nach (gezwungenermassen) etwas laengerer Pause. Ich find’s schon gut, da ’ne Karte zu haben.)

    Bei deiner Geschichte wuerde das mir helfen, zu verstehen, wie weit die Armee da ueberhaupt marschieren muss, und wie „sicher“ Janan in seinem Palast ist, und wo die Helden gerade stecken…

  15. whynotveroni sagt:

    @Muriel: Das ist gerade erst gesackt…. WAAAAAAAAS? Also wenn Mischa keine Kampfkroetenzaehmerin ist, dann bin ich aber furchtbar enttaeuscht von dir.

  16. madove sagt:

    1. Ja, sehr angegnehm.
    Ich finde es normalerweise eher unglaubwürdig, wenn der übermächtige Böse eine Riesenhinrichtung für irgendeinen unwichtigen Wurm inszeniert, nur weil der zufällig unsere Hauptperson ist.

    2. Nett, sehr nett.

    3. Ich nicht. Aber ich bin ja bekanntlich naiv.

    4. Zuviel Detail geht nicht (bahupte ich, bis du mich vom Gegenteil überzeugst). Die Kerzensache mochte ich besonders.

    5. Alles prima.

    6. Als jemand, die noch nie (freiwillig) einen einzigen Satz einer erfundenen Geschichte geschrieben hat, und die schon bei den Gutenachtgeschichten für ihre kleine Schwester völlig ratlos war, habe ich mich schon immer gefragt, woher DU das alles weißt. Also wo alle diese Leute und Ereignisse herkommen. Für mich ist Mischa noch dort, und ich warte geduldig und planlos auf sie.

    7. Dieses Kapitel war eine klare Steigerung zu dem ersten. Ich mag diese Art Humor total , fand es nicht zu albern und sehr spannend. Macht Lust auf mehr.

  17. Muriel sagt:

    @madove: Du hast mir gerade die Motivation verschafft, endlich mit dem dritten Teil anzufangen; vielen Dank!
    Wird aber voraussichtlich trotzdem nicht vor dem Wochenende fertig.

    abe ich mich schon immer gefragt, woher DU das alles weißt. Also wo alle diese Leute und Ereignisse herkommen.

    Das ist in der Tat eine ganz interessante Sache. Von dem Schema, das ich mir anfangs zurechtgelegt hatte, bin ich jetzt schon wieder völlig weg. Beim zweiten Teil.

  18. […] Eisernen Jungfrau entführt und durch die Höhlen des Hüters in das Unheiligtum gebracht. Im zweiten Kapitel kehrte er mit der Eisernen Jungfrau zurück und beriet sich mit seinen… Ja, mit seinen Beraten, […]

Gib's mir!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: