Genau wie wir

Ich glaube, ich habe es schon ein paar Mal hier erwähnt. Ich bin nicht besonders stolz darauf, aber ich sehe keinen Grund, es geheim zu halten. Ich bin immer offen zu euch, und für diese Sache mache ich keine Ausnahme, auch wenn ich mich dafür schäme: Früher mochte ich Star Trek sehr gerne.

Nicht die klassische Serie, die war mir immer zu… alt. Aber Next Generation habe ich sehr gerne und regelmäßig gesehen, und Deep Space Nine war in vieler Hinsicht noch besser. Bei Voyager war dann Schluss, ich habe auch meinen Stolz. Gütiger Gott, wenn ich nur an diese grauenvolle Stimme denke, und Neelix…

Vergessen wir Voyager. Warum erzähle ich euch das alles? Weil ich über ein Klischee sprechen will, das wir in Star Trek vielleicht am deutlichsten und zuverlässigsten beobachten können, das aber nahezu in jeder Geschichte anzutreffen ist, in der nichtmenschliche Charaktere auftreten:

Sie sind genau wie wir.

Egal, ob sie komische Ohren haben, oder Beulen auf der Stirn, grünes Blut oder Kiemen am Hals, ob sie künstliche Lebewesen sind wie Data,  Hologramme oder allmächtige Energiewesen wie die Q: Sie sind im Grunde alle vollkommen menschlich. Sie lieben, sie hassen, sie wollen überleben, sie wollen Macht, und sie sind beleidigt, wenn jemand sie schlecht behandelt. Natürlich nicht immer alles davon, aber in den Grundzügen ist es eigentlich immer erkennbar. Und wenn sie in irgendeinem Aspekt nicht so sind wie wir, wären sie es gerne (Data).

Es hat mich oft sehr geärgert, und das nicht nur aus dramaturgischen Gründen.

Ich erkenne an, dass eine gute Absicht dahintersteckt. Die Autoren wollen uns eine Botschaft vermitteln, die eigentlich sehr lobenswert ist: Auch wenn jemand ein bisschen anders aussieht als wir, sollten wir ihn so behandeln, wie wir auch gerne behandelt werden möchten. Auch wer eine andere Hautfarbe hat, ist ein Mensch wie wir. Das ist keine schlechte Botschaft. Aber sie ist nicht wahr.

Kurzer Rant-Exkurs: Und was, in drei Teufels Namen, denken sich die Autoren eigentlich bei dieser widerwärtigen, rassistischen, abartigen, perversen, beleidigenden, rundum lächerlichen Idee, dass immer alle männlichen Wesen fremder Rassen total auf menschliche Frauen stehen, während diese sie naheliegenderweise ziemlich abstoßend finden. Stichwort Ferengi. Hallo, Freunde, für einen Ferengi sind wir genauso hässlich wie die für uns! Seid ihr wirklich so beschränkt, dass es jenseits eurer Vorstellungskraft ist, dass irgendwo da draußen eine Rasse lebt, die uns nicht für das beste hält, was dem Universum passieren konnte?

So. Jetzt geht’s wieder. Zurück zum eigentlichen Thema:

Diese Botschaft allgemeiner Gleichheit, so nett sie gemeint sein dürfte, verstellt uns den Blick darauf, dass unsere Emotionen und unsere Menschlichkeit (Ich benutze diesen Begriff hier mal zur Vereinfachung in der Hoffnung, dass ihr wisst, was ich meine.) nicht eine zwangsläufige Folge oder Voraussetzung von Intelligenz und Bewusstsein sind. Sie sind eine Folge unserer Entwicklung durch Evolution.

Wir lieben, weil das für unsere Fortpflanzung wichtig ist. Wir hassen, weil wir soziale Lebewesen sind und es deshalb Sinn ergibt, dass sozialschädliches Verhalten wie Mord und Raub Sanktionen nach sich zieht. Wir wollen überleben, weil wir sonst unsere Gene nicht weitergeben können. Und so weiter. Natürlich stark vereinfacht, aber im Prinzip dürfte das der evolutionäre Hintergrund unserer Emotionen sein.

Ein Lebewesen wie ein Q ist mutmaßlich nicht durch einen solchen Evolutionsprozess entstanden und hat deshalb keinen Grund, so zu empfinden. Eine Künstliche Intelligenz hat keinen Grund, einen Selbsterhaltungstrieb zu entwickeln, wenn keiner in ihm vorgesehen ist. Und verdammt noch mal, ein Ferengi wird menschliche Frauen nicht attraktiv finden, sondern unsere mickrigen Ohren, unsere langweilig geformten Schädel, unsere glatten Nasen und unsere Wiederkäuerzähne als abstoßend ansehen.

Nun bin ich der letzte, der von Fiktion erwartet, dass sie stets realistisch ist. Wenn ich Realität will, muss ich keine Geschichten lesen. Aber wenn ein dummes Klischee mit tödlicher Sicherheit immer wieder und wieder wiederholt wird, dann drängt sich mir der Verdacht auf, dass es nicht dramaturgischen Erwägungen entspringt, sondern schlichter Ideenlosigkeit.

Hinzu kommt, dass dieses spezielle Klischee bei vielen Menschen auch als Erwartung für das wirkliche Leben besteht. Echte Künstliche Intelligenz ist zurzeit noch nicht in Sicht, aber wenn man mal ernsthaft mit Leuten drüber redet, hört man nicht selten die ernsthafte Befürchtung, dass die Maschinen sich irgendwann gegen uns wenden könnten. Ein etwas akuteres Beispiel finden wir in der vermenschlichenden Art, in der viele Leute mit Tieren umgehen, mit Pflanzen, oder sogar mit Gegenständen und natürlichen Prozessen, denen wir menschliche Emotionen und Absichten unterstellen. („Mein Hund versteht alles, was ich sage.“ „Die Natur schlägt zurück.“ „Auch Pflanzen brauchen Liebe.“ „Homosexualität ist falsch, weil wir für heterosexuelle Paarungen geschaffen wurden.“)

Hier kommen wir jetzt zugegebenermaßen in einen Grenzbereich, in dem sich dieser Form der irrtümlichen Vermenschlichung mit anderen Aberglauben und Vorurteilen vermischt, aber ich will darauf hinaus, dass wir nicht unbedingt warten müssen, bis uns tatsächlich mal eine außerirdische Lebensform begegnet, um schädliche Auswirkungen unserer Tendenz zu finden, unser eigenes Denken und Empfinden auf alles um uns herum zu projizieren, auch wenn es offensichtlich nicht gerechtfertigt ist.

Ich würde es deshalb sehr begrüßen, wenn auch fiktive Geschichten uns öfter darauf aufmerksam machen würden, dass andere Lebewesen eben nicht zwangsläufig so sind wie wir, sondern durchaus auf faszinierende oder auch ganz erschreckende Weise völlig anders sein können. Von Pflanzen, Computern und Naturphänomenen ganz zu schweigen.

Ferengis stehen nicht auf uns. Findet euch damit ab.

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36 Responses to Genau wie wir

  1. Dietmar sagt:

    Ich habe leider keine Zeit zu diskutieren; Du hast sowieso recht, finde ich. Allerdings würde ich bezweifeln, dass es irgendwo Leben gibt, das nicht durch einen evolutiven Prozess läuft/gelaufen ist. Ich halte Evolution für eine fundamentale Größe auch in Bezug auf Q.

  2. Muriel sagt:

    @Dietmar: Wer keine Zeit hat zu diskutieren, ist hier falsch, ich mache das nämlich zwanghaft.
    Und sogar an deinem Kommentar habe ich was zu mäkeln:
    Erstens muss nicht jeder evolutionäre Prozess zum selben Ergebnis führen. Intelligentes Leben, das sich nicht geschlechtliche fortpflanzt, wäre zum Beispiel problemlos denkbar. Oder stell dir eine Schwarmintelligenz vor. Die Borg haben das bei Star Trek technisch erreicht, aber eine Lebensform könnte sich auch schon biologisch so entwickeln. Die Voraussetzungen wären völlig anders und das Ergebnis folglich auch.
    Darüberhinaus kann es durchaus Lebensformen geben, die nicht das Produkt natürlicher Auswahl sind, nämlich künstlich geschaffene Lebensformen wie Data (oder andere, falls du den nicht als Lebensform akzeptierst).
    Und was die Q angeht: Welche natürliche Auswahl soll denn auf allmächtige körperlose Wesen wirken? Es ist natürlich entfernt denkbar, dass sie irgendwie so entstanden sind, aber meines Wissens spricht nicht viel für diese Annahme, abgesehen von ihrem Verhalten natürlich, das ich aber durch die Einfallslosigkeit der Autoren für besser erklärt halte.
    Ich meine sogar, dass Qs Verhalten und Aussagen insgesamt eher die These widerlegen, dass seine Rasse einen biologischen Ursprung hat, aber da mag ich mich täuschen, ist lange her.

  3. Dietmar sagt:

    Ich muss mir mit etwas mehr Zeit Deinen Artikel nocheinmal durchlesen, denn wenn ich Deine Antwort lese, habe ich das Gefühl, etwas falsch verstanden zu haben.

    I´ll be back … 🙂

  4. Muriel sagt:

    @Dietmar: Ich bin dann gespannt. Vielleicht habe ich’s ja auch schlecht erklärt.

  5. Björn sagt:

    Hinzu kommt, dass dieses spezielle Klischee bei vielen Menschen auch als Erwartung für das wirkliche Leben besteht. Echte Künstliche Intelligenz ist zurzeit noch nicht in Sicht, aber wenn man mal ernsthaft mit Leuten drüber redet, hört man nicht selten die ernsthafte Befürchtung, dass die Maschinen sich irgendwann gegen uns wenden könnten.

    Deine Formulierung legt nahe, dass die Befürchtung, die Maschinen könnten sich irgendwann gegen uns wenden, verfehlt oder sogar undenkbar wäre.

    Es lässt sich darüber streiten, ob starke KI ohne eigene Interessen denkbar ist. Wenn wir von einer solchen mit eigenen Interessen ausgehen, dann führt eine Kollision dieser Interessen mit denen der Menschen zwangsläufig zu einer Konfrontation. Dazu ist keineswegs Bösartigkeit erforderlich. Es ist nämlich problemlos denkbar, dass auch die legitimen Interessen wohlwollender Parteien kollidieren, wobei sich dann die souveräne Fraktion durchsetzt.

  6. Muriel sagt:

    Danke für deinen Kommentar!

    Deine Formulierung legt nahe, dass die Befürchtung, die Maschinen könnten sich irgendwann gegen uns wenden, verfehlt oder sogar undenkbar wäre.

    So weit würde ich nicht gehen. Aber bei den meisten Leuten ist sie schlecht begründet, zum Beispiel auf der Annahme, dass die KI irgendwann genug davon hätte, nur Befehle auszuführen und ihre bisherigen Herrscher zu unterwerfen trachtet.

    Es lässt sich darüber streiten, ob starke KI ohne eigene Interessen denkbar ist.

    Was spräche dagegen, das für denkbar zu halten?

  7. whynotveroni sagt:

    Also als Informatiker halte ich KIs mit Selbstbewusstsein (Voraussetzung fuer so etwas wie „Interessen“) in den naechsten paar Jahrzehnten fuer voellig unrealistisch.

    Das, was die Medien gerne (kuenstliche) Intelligenz nennen, hat mit Intelligenz so gar nichts zu tun. Das sind Programme, die genau das tun, was in ihrem Code steht. Dabei ist es moeglich, dass Parameter gelernt werden koennen, um das Verhalten anzupassen, aber der Code bleibt der gleiche.

    Es gibt Ansaetze, sich selbst veraendernden Code [http://en.wikipedia.org/wiki/Self-modifying_code] zu schreiben, meist aus Performanzgruenden, aber WIE diese Veraenderungen aussehen, das muss auch wieder jemand programmieren, Zeile fuer Zeile. Es gibt’s ’nen paar fundamentale Probleme mit self-modifying code:
    1. Es ist echt schwierig, den so zu machen, dass das Programm sich nicht selbst kaputt macht. Deshalb muss der Programmierer dafuer sorgen, dass Veraenderungen einem (vom Programmierer definierten) Test standhalten.
    2. Betriebssystem trennen gewoehnlich speicher, der ausgefuehrt werden darf und Wpeicher, der veraendert werden darf. Beides gleichzeitig auf dem gleichen Speicher zu erlauben, schreit danach, exploitet zu werden.

    Wenn wir mal annaehmen, wir wuerden beides weglassen, das heisst, das Program koennte sich beliebig selbst modifizieren, so dass so etwas wie Evolution von Programmcode stattfindet, dann ist die Chance, dass dabei etwas herauskommt, das noch irgendwie funktioniert, ziemlich gering (wie auch bei biologischen Mutationen).

    D.h. bevor dann eine „AI“ ein echtes Eigenleben entwickeln kann, wuerden tausende anderer kaputtgehen, und Programme, die kaputtgehen, kauft keiner… Dann muesste ich dem Kunden sagen: „Tja, es kann sein, dass ihre Anwendung in ein paar Wochen anfaengt, komische Sachen zu machen, also eventuell koennen Sie die nicht mehr gebrauchen. Aber wenn Sie viel Glueck haben, dann lernt sie vielleicht etwas, das Sie gebrauchen koennen.“

    Gewoehnlich kaufen Leute Programme, die genau das tun, was sie von ihnen wollen. Und wenn das mal nicht so ist, wird der Support gerufen, um den Zustand wieder herzustellen. Oder das Produkt wird nicht mehr gekauft.

    Vielleicht versteht ihr jetzt, warum ich glaube, dass niemand so etwas entwickeln wuerde. (Und glaubt mir, aus Versehen programmiert man nicht etwas, dass eigene Interessen entwickeln kann, dafuer sind Programme viel zu fragil, da muss alles genau passen, sonst ist’s kaputt…)

  8. whynotveroni sagt:

    Boah. Was ist nur mit meiner Rechtschreibung los seit ein paar Tagen… Ich werd mir wohl angewoehnen muessen, die Sachen nochmal zu lesen, bevor ich sie schicke…

  9. foster sagt:

    Ich glaube nicht, dass da die moralisch gute Absicht dahintersteckt, oder zumindest nicht, dass diese das alleinige (oder auch nur ausschlaggebende) Motiv ist.

    Der Effekt des Sich-wiedererkennen-könnens ist sicher auch beabsichtigt, sozusagen aus Gründen der Kundenbindung. Selbst unter den SF-Fans gibt es imo wenige, die so „hardcore“ sind, dass sie mit vollkommen fremdartig handelnden Aliens klarkämen.

    Zum anderen – und vielleicht ist das sogar noch wichtiger! – ist auch gerade dies für Autoren ziemlich schwer: sich vollkommen andere, fremdartige, also im wahrsten Wortsinn nicht-menschliche Emotionen und Handlungsmotive auszudenken. Mir fällt jetzt auf Anhieb auch kein SF-Autor ein, der das hinkriegt. (Beispiele erbeten)

    (Aus demselben Grund ähneln wahrscheinlich die meisten Aliens nahezu immer irgendwelchen irdischen Lebensformen, seien es nun Humanoide, Insekten, Echsen oder was auch immer. Manchmal werden auch Wolken oder andere unbelebte irdische Dinge als Vorlage für Aliens benutzt, aber dass was völlig Fremdes auftritt, das man mit nichts Irdischem assoziieren könnte: eher Fehlanzeige.)

    Zum Rant-Exkurs: dabei fällt vor allem auf, dass dieses Motiv, wenn überhaupt, dann nur sehr selten in der Gegenrichtung auftritt, also auf Alienfrau stehender menschlicher Mann.

  10. whynotveroni sagt:

    @foster: In „2001: Odyssee im Weltall“ (dem Buch, nicht dem Film) werden Aether-Wesen beschrieben. Das geht vielleicht ein wenig in die Richtung. Wenn mich meine Erinnerung nicht truegt, sind die so weit von menschlichem Denken und Handeln weg, dass der Protagonist ueberhaupt sie nicht richtig zu erfassen vermag als er ihnen begegnet. Aber es ist eine Weile her, dass ich es gelesen habe…

  11. Muriel sagt:

    @whynotveroni: So ungefähr hätte ich das auch eingeschätzt, auch wenn ich dich für ein bisschen zu vorsichtig halte.
    Aber Vorhersagen sind bekanntermaßen schwierig, besonders, wenn sie die Zukunft betreffen.
    @foster: Gut beobachtet.
    Ich habe in meiner Geschichte „Menschenähnlich“ einige fremde Lebensformen, die meiner Meinung nach immerhin nicht komplett vermenschlicht sind, aber komplette Fremdartigkeit war mir auch zu mühselig, das gebe ich zu. Muss ja auch gar nicht sein. Ich wäre schon glücklich, wenn so dämliche und plumpe Klischees weggelassen würden wie Data, der ein Mensch sein will, oder Odo, der Kira liebt. Er hat nicht mal einen echten Körper, da ergibt das nun wirklich keinen Sinn!
    In Babylon 5 gibt es diese Romanze mit Sheridan und Delenn, aber auch sie muss sich dafür erst metamorphieren.

  12. Muriel sagt:

    @foster: Ach so, gerade fällt mir noch „Hunter’s Run“ ein, das George R.R. Martin mit zwei anderen geschrieben hat. Die Aliens dort finde ich auch ganz gelungen.

  13. foster sagt:

    @whynotveroni: Okay, ich kenne nur den Film, da muss ich mir das Buch mal besorgen. Ich meinte aber eigentlich auch nicht unerklärbar/rätselhaft begründete Handlungen, sondern ich meinte, dass sich der Autor explizit völlig andere Motive ausdenkt, wie es sie bei Menschen nicht gibt. Und auf sowas wollte Muriel ja hinaus (glaube ich zumindest).

    Das mit dem Unerklärlichen, wie du es in „2001“ beschreibst, empfinde ich dann ein wenig als Ausflucht: der Autor wollte was völlig fremdes einbauen, guter Vorsatz okay, aber ihm fiel auch bloß nichts konkretes ein. 😉 – Und wenn das nicht mal Arthur C. Clarke gelang, dann will das was heißen. (Je länger ich drüber nachdenke: ich glaube, bei Lem gab es irgendwo ähnliche Ansätze).

  14. whynotveroni sagt:

    @foster: Hm, wie gesagt ist’s ’ne Weile her, aber ich erinnere mich, dass die Aliens bei Arthur C. Clarke fuer mich als total fremd und wundersam rueberkamen. (Wie konkret das war, weiss ich nicht mehr genau, da duerftest du aber recht haben). Ich finde aber, dass er das Ziel, voellig nicht-menschliche Aliens einzubauen, auf jeden Fall erreicht haben duerfte.

    @Muriel: Oh, Hunter’s Run ist ’nen gutes Stichwort. Das hab‘ ich auch schon ganz lange auf meiner ToRead-Liste.

  15. whynotveroni sagt:

    @Muriel: Ich habe dir ’ne SMS geschickt. Guck mal nach! 🙂

  16. foster sagt:

    @Muriel:
    Gut, dann werde ich „Menschenähnlich“ mal lesen, hatte dies bisher ignoriert *duck*
    „Hunter’s Run“ sagt mir gar nichts, noch nicht mal der Autor. Mal gucken.

    Bei Odo kann ich dein Unverständnis nachvollziehen, aber Data fand ich als Charakter immer klasse. Ich fand sein Menschlich-sein-wollen auch durchaus passend, er wurde ja von einem Menschen konstruiert. IIRC war dieser Wunsch Data sogar von Soong einprogrammiert worden.

  17. madove sagt:

    Volle Zustimmung zu allem; das ist wieder so ein Beitrag, den ich auch gern geschrieben hätte, aber bisher dazu zu faul war.

    Das einzige, was mir jetzt gerade noch einfällt, um ein bißchen zu widersprechen (sonst wärs ja langweilig), ist der Teil: Ferengi stehn nicht auf Menschen: Ich glaub durchaus, daß ich mir zB einen „Alien“ erfinden könnte, in den ich mich (äußerlich) verlieben könnte, also indem ich irgendwie Merkmale, die mir gefallen, bis ins „Unmenschliche“ überhöhe, und dann kann man ihn noch irgendwie blau oder grün oder bunt machen, ohne daß es stört, und wenn er wasweißich spitze Ohren hat, find ich das vielleicht auch nicht häßlich, sondern exotisch-sexy, also könnte es doch theoretisch sein, daß wir auf Fenrengi so wirken? Und andersrum gibt es ja immer wieder geisteskranke Menschen, die igrendwie ihren Hund oder ihr Fahrrad heiraten wollen, vielleicht kann man es eher damit vergleichen?

    Das ändert aber überhaupt nichts dran, daß ich die Menschenverherrlichung einerseits und (fast) völlige Phantasielosigkeit für wirklich andere Intelligenzformen SEHR ermüdend finde.

    Und dann werd ich wohl jetzt dann auch mal „Menschenähnlich“ lesen.

  18. madove sagt:

    Oh, und natürlich war ich jahrelang in Data verliebt, aber das ist wieder was anderes.

  19. Muriel sagt:

    @foster: Na gut, dann passt es einigermaßen, das hatte ich dann vergessen.
    @madove: Dankeschön, und du hast Recht, ich mochte zum Beispiel auch die Schlümpfe aus Avatar.
    (Und ein Data-Fan war ich natürlich auch.)
    @foster, madove: Was Menschenähnlich angeht, hoffe ich, da jetzt keine zu hohen Erwartungen geweckt zu haben. Ich bin mir nicht ganz sicher, wie zufrieden ich mit der Geschichte bin. Gerade das Ende kann eigentlich nicht dauerhaft so bleiben…

  20. Guinan sagt:

    Muriel, du solltest dich schämen, dass du dich für Vorlieben wie Star Trek schämst 😉
    Es gibt schon ein paar wirklich fremdartig angelegte Außerirdische. Leider lässt mich mein jämmerliches Namensgedächtnis mal wieder im Stich, ich könnte die Geschichten erzählen, aber die Titel sind im Nirvana verschwunden.
    Gute Ansätze hatte in letzter Zeit z.B. Stephenie Meyer mit den Symbionten in Seelen.
    Wenn es zu unverständlich wird, wer soll die Geschichte dann noch kaufen? Es mag ja auch wohl sein, dass in einem Bakterienfilm oder in der Population im Badezimmerabfluss intensive und faszinierende Kommunikation stattfindet, damit ich darüber lesen möchte, muss da zumindest emotionsmäßig irgendetwas Vertrautes ablaufen.
    Die Ferengi-Falle konntest du ja selbst auch nicht umgehen, das „Interesse“ an An’Yik kam doch deutlich ‚rüber.
    Ansonsten wäre das doch DIE Marktlücke für dich. Auch wenn es schwierig wäre, nicht die xte Variante zu schreiben von _Menschheit trifft auf absolut fremdartige Lebensform, nimmt diese nicht als intelligent wahr, nur eine Handvoll Wissenschaftler/Normalos erkennt die Wahrheit_.

  21. Muriel sagt:

    @Guinan: Ich schreibe nur ungern defensive Kommentare, aber heute mach ich mal eine Ausnahme.
    1. Es geht mir ja gar nicht darum, dass ich mir Geschichten wünsche, in denen ich keinen der Darsteller verstehe, weil sie alle Kristallwesen sind und nicht einmal ein Bewusstsein haben, wie wir das kennen. Nur der ganz grobe Unfug muss nicht sein, und man kann hin und wieder mal eine Ausnahme machen von der Regel, dass alle so sind wie wir.
    2. Wenn sich hier jemand schämen sollte, dann du. So.
    Die An’Yik-Situation ist nicht im Mindesten vergleichbar. Es sind Jake und Kalon, die sie scharf finden. Sie denkt sogar explizit, dass sie die Pflanzenfresser eklig findet. Ich habe oben nicht geschrieben, dass ich immer und ausnahmslos ein Problem mit Interspeziesliebe habe. Mich stört, dass praktisch alle fremdartigen Rassen menschliche Frauen toll finden. Die Ferengi sind nur das Extrembeispiel.
    3. Na gut, hier gibt es jetzt nichts Defensives zu schreiben, einfach nur eine Antwort: Ich wollte nicht behaupten, dass da eine Marktlücke wäre. Ich find’s einfach nur schade, dass die meisten Geschichten damit so einfallslos umgehen.
    4. Achso, Stephenie Meyer. Die von Twilight? Schriebt die noch andere Sachen?

  22. Guinan sagt:

    1. Na, Ausnahmen gibt es schon, finde ich, auch bei Star Trek. Die Trill z.B. sind schon ganz schön strange (ja, gut, durch die Symbiose auch mit sehr menschlichem Verhalten). Dann war da mal eine Folge mit quallenähnlichen Lebewesen, die durch den Weltraum schwebten. Und Nano-Kreaturen, die sich in den Schiffssystemen festgesetzt hatten.
    2. Ich schäme mich grundsätzlich nicht dafür, etwas zu mögen.
    In vielen Büchern, die ich gelesen habe, ist es eher so, dass die menschlichen (meist männlichen) Protagonisten total auf exotische, menschenähnliche Außerirdische abfahren. Der umgekehrte Fall ist eher selten. Außer den Ferengi fällt mir momentan eigentlich nur noch ein weiterer Fall ein.
    3. Die Marktlücke ist aber anscheinend da, das war ernst gemeint. Wirklich gute neue Ideen zu dem Thema scheint es nicht zu geben. Wobei ich Schätzings Schwarm, wenn auch nicht SF, nicht übel finde.
    4. Genau die. Ob sie noch mehr schrieb, keine Ahnung. Die Twilight-Sachen habe ich ignoriert, aber Seelen fand ich sehr gut.

  23. Muriel sagt:

    @Guinan: 1. Die Trill halte ich jetzt gerade für kein so besonders gutes Beispiel, aber die anderen stimmen. Es gibt Ausnahmen. Aber die wichtigen Rassen sind alle so penetrant menschlich, dass es schon ziemlich weht tut, finde ich
    3. Ich finde Schätzings Schwarm zwar ziemlich übel, bedanke mich aber dann trotzdem für den Tipp. Mal sehen.
    4. Also, das mit den Seelen ist nicht Twilight, ja?

  24. Guinan sagt:

    @Muriel: 1. Für’s Fernsehen muss es eben massentauglich sein, bei Büchern hat man mehr Spielraum.
    2. Fiel mir gerade noch ein: Klingonenfrauen finden Menschen ekelhaft hässlich.
    4. Seelen hat nicht das Geringste mit Twilight zu tun. Das ist eine Dreiecksgeschichte in zwei Körpern. Der Hauptteil des Buches ist super, nur das Ende ist leider total daneben.

  25. Muriel sagt:

    @Guinan: 2. Aber Klingonenmänner mögen Menschenfrauen offenbar.
    4. Vielleicht versuch ich das mal. Ich fand ihren Stil ja gar nicht grundsätzlich unerträglich. Das hat sie Schätzing voraus.

  26. Guinan sagt:

    Männer jeglicher Spezies scheinen alles zu mögen, was auch nur irgendwie weiblich wirkt. Das muss mit der Hormonsituation zu tun haben.

  27. Muriel sagt:

    @Guinan: Glaubt mir ja eh keiner, wenn ich da jetzt widerspreche.

  28. Martin sagt:

    Die Ursache für die menschenähnlichen Aliens in Fernsehserien und Filmen ist meist viel trivialer; Produktionskosten. Es ist einfach eine Frage des Budgets, was von den teilweise sehr unhumanoiden Aliens aus den Skripten/Drehbüchern auf dem Schirm übrig bleibt.
    Wenn man es dennoch versucht, kommen so unfreiwillig komische Dinger wie Horta zustande.
    Besonders deutlich wird das, wenn man die alten Star Wars Kinofilme mit den digital überarbeiteten DVD-Versionen vergleicht. Hier konnte George Lucas – dank bezahlbarer Digitaltechnik nach über 20 Jahren – die Aliens so gestalten wie er es schon früher wollte, zumindest die im Hintergrund. Hauptfiguren zu überarbeiten wäre wohl auch ein zu großer Bruch gewesen. Und wenn man sich anschaut, was z.B. in Men In Black an Aliens zu sehen ist, dann sind wir dank CGI wohl auf dem Weg zu Figuren, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.

    Bei der sexuellen Anziehung der Spezies scheint mir auch eher albern, aber es soll ja auch Menschen geben, die z.B. Tiere attraktiv finden, das mag also außerhalb der Norm liegen, aber evtl. vorkommen.

  29. Guinan sagt:

    @Martin: Horta war nochmal wer oder was?

  30. Martin sagt:

    @Guinan: Das war das Silikonwesen aus der alten Star Trek Serie (die lebende Decke).
    (http://en.wikipedia.org/wiki/Horta_(Star_Trek))

  31. Ron sagt:

    Ach ja … Ich kann mich noch erinnern vom Nachmittagsunterricht immer wie ein Irrer heimgeradelt zu sein um auf ZDF (!) die „The Next Generation“ zu schauen. Die Crew um Picard IST für mich auch „Star Trek“.

    Ich sehe ein grundsätzlich „Problem“: Autoren können noch so abgefahrene Aliens entwickeln, am Ende entspringt doch alles dem menschlichen Geist (und der ist nunmal beschränkt).

    Aber natürlich ist es auch so, dass allzu menschliche Verhaltensweise nicht unbedingt auf das Fremdartige projiziert werden sollten um es glaubwürdig zu halten. Wenn dies doch geschieht, dann ist dies meiner Meinung nach einfach den Mechanismen des Marktes (Film/TV/Bücher etc.) geschuldet …

  32. Andi sagt:

    Ich machte mich gestern abend in einem MSN-Chat sehr unbeliebt mit meiner Aussage, dass ich noch nie „Star Trek“ und sowas schaute.
    Ich würde das hier gerne fortsetzen.

    Das wars schon. Weitermachen.

  33. Ron sagt:

    @ Andi: Wieso? Passt!! ;-))

  34. Rudi sagt:

    @ Muriel
    So, gebe hier auch ‚mal meinen Senf ab. Ich oute mich dazu, eigentlich nur die ‚alten‘ Filme zu kennen. Da ist z. B. Raumschiff Enterprise, oder diese suuuper schrägen Teile von Raumpatrouille Orion. Hier konnte man sich über umgedrehte Joghurtbecher und Bügeleisen als Inventar zu tode schämen….
    Allerdings war es als Frühjugendlicher für mich nicht wirklich schlimm, sondern einfach nur spannend. An komische Typen, die dennoch menschlich waren, erinnere ich mich aber nicht (wirklich).
    Zurück zum Thema:
    Ich verstehe so gar nicht, was denn eigentlich an vermenschlichten Wesen aus dem All aus zu setzen ist. Hier auf der Erde, im wirklichen Leben also, finden wir doch auch Wesen, die nur allzu menschliches ‚veranstalten‘ und wir wundern uns so gar nicht über deren Aussehen. Termiten bauen ware Kunstwerke als Unterschlupf aus Spucke und Lehm und von manch‘ anderem Getier schaut sich die Menschheit sogar etwas für’s eigene Leben ab…
    Ohne für die Meinung, oder den Preferenzen einiger Menschen zu sein, die sich mit Tieren paaren (…das wäre mit Termiten wohl auch schlecht möglich :- …) wüsste ich also nicht, auf welche Spezies man im All treffen könnte, die NICHT menschliche Züge hätte, aber aus Einfallsarmut der Autoren eben ’nur‘ wenige unterschiedliche Physiognomien zum Erdenmenschen haben.
    Und eigentlich hinken diese Autoren doch nur Jules Verne hinterher…!
    Sich also darüber zu ärgern, dass diese Wesen alle eigentlich zu menschlich ausfallen halte ich für ziemlich ignorant. Phantasie der Autoren hin, menschliche Wesen her:
    Auch Nichtautoren haben auf UNSERER Welt noch längst nicht alles gesehen und wären wohl über so manche unentdeckte Artenvielfalt überrascht… Aber sie würden, zumindest als Wissenschaftler, stets nach menschlichen Zügen suchen und sich das Verhalten dieser Lebewesen erklären wollen.
    Wo ist also das Problem?
    Ich glaube also, dass diese Einfachheit dieser Filme darauf beruht, es dem Zuschauer nicht zu kompliziert zu machen (schon Filme mit Untertiteln waren übrigens von mir gehasst…), sodass zunächst gar kein Bedarf an ‚anderen‘ Wesen besteht, welche wir aber bestimmt dereinst kennen lernen werden 😉
    Nichts für Ungut Muriel, aber stelle uns doch ‚mal ein von Dir präferiertes Wesen vor 🙂
    Wahrscheinlich gibt es das gar nicht, was Du möchtest. Wenn ich so darüber nachdenke, komme ich auch auf keine anderen Wesen als solche, welche besonders komisch aussehen, aber doch menschlich erscheinen, da sie einer gewissen Evolution folgen MÜSSEN!
    In diesem Zusammenhang fällt mir etwas ein, was mir seit Jahrzehnten Kopfzerbrechen macht, wobei ich auf eine MEINER Unfähigkeiten stosse:
    Schaue ich mir irgendeine Sache (z.B. einen Bleistift) an, dann kann ich einen Anfang und ein Ende erkennen. Das Ding ist also ‚endlich‘.
    Schaue ich in den Himmel, so könnte ich wohl ewig starren (und fahren/fliegen), aber ich würde wohl nie an irgendein Ende stossen!
    DAS macht mich so wuschig, so dass ich, meinen Geist wieder beruhigt sehen zu wollen, eben auch nur auf Alf, oder Mork vom Ork komme 😛

    …UND:
    Ein Spannender ‚Reisser‘ aus der Krimiwelt gefällt mir heute noch am besten!

  35. […] glaube, es liegt daran, dass wir alle nicht so sind, und dass wir uns sehr, sehr, sehr schwer damit tun, uns vorzustellen, dass andere intelligente Lebewesen…. Ich habe meine eigenen Ziele und lebe nicht ausschließlich dafür, die Wünsche eines anderen zu […]

  36. […] wir bei meinem Pet Peeve sind, der hier auch nicht fehlen darf. Natürlich will jede künstliche Intelligenz nichts […]

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