Zivilcouragekulturstiftungseuropadingsgedöhns

Diejenigen unter euch, die der Meinung waren, dass Margot Käßmann mit Spekulationen über ihre Eignung für das Bundespräsidentenamt und allgemeiner öffentlicher Hochachtung noch nicht ausreichend belohnt war für die grob fahrlässige Gefährdung der Leben anderer Menschen, können jetzt aufatmen: Ihr wird für’s Autofahren unter Alkoholeinfluss der Europäische Kulturpreis für Zivilcourage verliehen. (Ja, ich habe natürlich gesehen, dass der Preis sich offiziell darauf bezieht, dass sie deshalb ihr Amt aufgegeben hat, was angeblich Mut erfordert. Das ist aber Blödsinn.)

Der Preis klingt zwar erheblich bedeutender, als er meines Wissens ist, und wenn man sich nur die Homepage der Europäischen Kulturstifung mal anschaut, drängt sich schon durchaus die Frage auf, ob dieses Ereignis überhaupt einen Blogeintrag verdient, aber es geht mir hier wie so oft ums Prinzip. Und weil ich Frau Käßmann sowieso noch nie leiden konnte, halte ich es trotz allem für angebracht, ein paar Minuten meiner Zeit zu opfern, um hier mehr oder weniger öffentlich festzustellen:

Courage ist was anderes.

Nachtrag, 15. Februar: Frau Käßmann hat mitgeteilt, dass sie den Preis zwar absolut verdient hätte, ihn aber jetzt aufgrund der Berichterstattung einiger Medien (Ich glaube, ich bin nicht gemeint.) nicht mehr annehmen kann. Naja.

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7 Responses to Zivilcouragekulturstiftungseuropadingsgedöhns

  1. Niels sagt:

    „Courage ist was anderes.“

    Yep. Endlich sind wir uns mal komplett einig, obwohl das Thema einen marinalen Religionsbezug hat. 😀

  2. Ron sagt:

    Grundsätzlich gesagt, habe ich damals den medialen Aufschrei beim Vergehen von Frau Käßmann als Kampagne empfunden. Den Rücktritt habe ich dann aber eher als Schwäche (mann könnte auch sagen „Feigheit“) gesehen.

    Courage ist – wie man in den letzten Wochen zum Beispiel sehr schön in einigen Ländern Nordafrikas sehen kann – tatsächlich was anderes.

  3. Cassandra sagt:

    Mensch, mensch, mensch, bei der Homepage der Kulturstiftung kriegt man ja richtig nostalgische Gefühle. Schönstes 90er Jahre Layout. 🙂

    Wobei, wenn ich mir das Impressum und die weiteren Inhalte so angucke, werde ich den Verdacht nicht los, das die ganze Chose u.U. gar nicht so richtig echt ist.

    Sind wir uns sicher, dass das keine Europa-fanfiction ist?

    Zu M. „Zivilcourage“ Käßmann: Der erste Satz aus der Spiegelmitteilung könnte genauso in der Titanic stehen und keiner würde es merken.

    Ich glaube jetzt einfach ganz hilflos-naiv an einen verfrühten Aprilscherz. … Vielleicht? … Bitte?

  4. theomix sagt:

    Och, natürlich war es gerade dein beitrag, der das fass zum überlaufen brachte. Nu sei mal nicht so selbstkritisch.

    Es ist eigenartig, dass „die medien“ wohl nie die begründung der preisvereleihenden stiftung gelesen haben.
    Noch eigenartiger finde ich, dass die stiftung sich zu den medienberichten allem anschein nach nie geäußert hat.

  5. Lieber Muriel, da du den Medien ja immer gerne unsaubere Arbeit vorwirfst, wäre es vielleicht schön, wenn du es sichbar gemacht hättest, wieso Frau Käßmann den Preis für gerechtfertigt hält. Sie hätte den nämlich nicht nur für ihren Rücktritt bekommen, sondern auch (bzw. vor allem) wegen Ihrer Arbeit als Bischöfin in der Sie unter anderen auf die Missstände in Afghanistan aufmerksam gemacht hat. Und dafür hätte Sie den Preis ja gerne (und aus meiner persönlichen Sicht auch nicht unverdient) angenommen. Das sie keine Lust hat jetzt einen Preis anzunehmen den Sie laut Spiegel Online ja angeblich nur für Ihren Rücktritt aufgrund ihrer Alkoholfahrt bekommt, für die sie sich ja eh ihr Leben lang rechtfertig muss, finde ich durchaus verständlich.

  6. […] wollt’s euch eigentlich ersparen, aber nachdem Bioschokolade mich nun sogar explizit dazu aufgefordert hat, mich ausführlicher mit Frau Käßmann und ihrem europäischen Preiskulturstiftungsdings […]

  7. […] PR-Berater wird es einem bestätigen, und die Medien sind buchstäblich voll von negativen und positiven Beispielen: Man gesteht den Fehler ein, man bittet um Verzeihung, man bedauert ihn, und man zieht […]

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