Gefallen (4)

Obwohl ich bisher nicht ganz euren Geschmack getroffen zu haben scheine, kämpfe ich tapfer weiter und präsentiere euch unverdrossen das vierte Kapitel unseres Fortsetzungsromans „Gefallen“. Und in einem leicht durchschaubaren Versuch, um eure Sympathie zu buhlen, gibt es sogar noch ein Gratis-Gimmick dazu:

Das versprochene Dramatis Personae!

Was sagt ihr jetzt?

Was bisher geschah
Im ersten Kapitel wurde Prinzipal Janan von einer Eisernen Jungfrau entführt und durch die Höhlen des Hüters in das Unheiligtum gebracht.
Im zweiten Kapitel kehrte er mit der Eisernen Jungfrau zurück und beriet sich mit seinen… Ja, mit seinen Beraten, wem sonst? über die Bedrohung durch den Hüter.
Im dritten Kapitel lernen wir Mischa kennen, der Prinzipal entscheidet, dass er die Hilfe des Magistrats braucht, und seine Schwester Jasmi reist nach Nomren, um diese anzufordern.

Was heute geschieht

Jasmi stand mit halb offenem Mund vor den beiden Männern und blickte vom Magistrat zu seinem Magier und zurück.

Skreineech hatte sie sich ganz anders vorgestellt. Der Erste Magier des Reiches sah aus wie ein Buchhalter mit seinem braunen Anzug, dem schwarzen Binder, der Lesebrille mit den schmalen Gläsern und der kleinen Ledermappe, die er unter seinen linken Arm geklemmt hatte. Nur sein haarloser Kopf mit dem mattsilbernen Stirnreif seines Amtes zeugte davon, dass ihr der mächtigste Zaubermeister gegenüber stand, den der Kontinent seit Generationen gesehen hatte.

Neben dem bürokratenhaften Skreineech wirkte der Magistrat beinahe wie ein alternder Müßiggänger, in seiner weiten dunkelblauen Robe, mit den schulterlangen, leicht lockigen Haaren und dem freundlichen Funkeln in seinen Augen.

Wie man sich seinen Großvater wünscht, dachte Jasmi, und fragte sich zugleich, was sich wohl hinter dieser herzensguten Fassade verbergen mochte. Man herrschte nicht über Zwölf Provinzen mit nichts als einem gütigen Lächeln und einem leutseligen Zwinkern.

„Auch?“ fragte sie schließlich, „Heißt das, die anderen Provinzen…?“

Der Magistrat nickte. „Fünf haben bisher um Hilfe gerufen. Es scheint sich um eine Epidemie von Hütern zu handeln. Oder um einen sehr mächtigen. Der Prinzipal von Hessia hat bereits seine Hauptstadt aufgegeben, und Gerowan von Ostlank hat mir mitteilen lassen, dass sein Heer zur Hälfte aufgerieben ist. Der Erste Magier versucht soeben, mich davon zu überzeugen, dass die Lösung für dieses Problem im Monument von Yon-Gequl zu finden ist, wie er das seit Anbeginn seiner Amtszeit bei allen Problemen versucht.“

Skreineech lächelte leidend und hob seinen linken Zeigefinger, während er antwortete: „Der Messias hat uns in seinem Testament einen Weg hinterlassen, sie zu befreien und uns dienstbar zu machen, Magistrat. Er hat uns damit ein Werkzeug von unschätzbarer Macht in die Hand gegeben, und wir handeln sträflich nachlässig, wenn wir es nicht nutzen. Insbesondere in so großer Not, wie sie das Reich soeben erleidet.“

„Insbesondere in so großer Not braucht das Reich nicht auch noch sieben entfesselte Schwarzmagier aus düsteren Legenden“, erwiderte der Magistrat, und Jasmi konnte sich nicht des Gefühls erwehren, dass diese Diskussion hier nicht zum ersten Mal stattfand. „Haben wir nicht mit den Hütern genug zu tun?“

Der Erste Magier kniff die Lippen zusammen und hob beide Augenbrauen, während er seinen Zeigefinger langsam sinken ließ. „Magistrat“, erklärte er, in demselben leicht resignierten Ton, in dem auch sein Herr gesprochen hatte, „Sie wären nicht entfesselt. Sie wären gezwungen, uns zu dienen.“

„Glaubt Ihr, Skreineech, und die Himmel mögen uns gnädig sein, falls Ihr Euch irrt. Die Gefallenen werden es nämlich ganz bestimmt nicht.“

Jasmi bemerkte erst jetzt, dass der Plan des Reiches auf dem riesigen Tisch nicht nur Städte und Provinzen zeigte, sondern auch die Position von Armeen, symbolisiert durch einzelne kleine Figuren, die offenbar Fußtruppen, Kavallerie und andere Truppengattungen symbolisierten.

Am Rand standen einige Ersatzfiguren, die sich offensichtlich zurzeit nicht im Einsatz befanden.

Fünf Provinzen enthielten kleine dämonenhafte Spielfiguren mit gewundenen Hörnern und Dreizacken. Die symbolisierten offenbar die- Oh.

Mit einer Art halb belustigtem Grusel sah sie, wie eine weitere Dämonenfigur vom Rand des Tisches in Richtung Madurien zog, wie von einer unsichtbaren Hand geführt. Unwillkürlich trat sie einen kleinen Schritt zurück vom Tisch.

Sie räusperte sich so leise und damenhaft, wie sie es konnte, und die Blicke der beiden Männer sprangen mit einer Spur von Schuldbewusstsein zu ihr.

„Verzeiht, Madame Jasmi“, sagte der Magistrat, „Ihr seid sicher nicht hergekommen, um uns beim Streiten zuzuhören. Bitte berichtet von der Lage in Mandurien.“

Sie nickte ihm dankbar zu und begann, das Wenige zu berichten, das sie wusste.

„Ich habe nicht viel zu sagen, Magistrat. Ich bin zu Euch aufgebrochen, sobald wir von der Bedrohung durch den Hüter erfuhren, und ich weiß nicht, was seit meiner Abreise geschehen ist. Aber er hat unseren Hofmagier ermordet, und abgesehen von zwei einfachen Sappeurzauberern aus unserem Heer sind wir derzeit ohne magische Unterstützung. Mein Bruder erbittet deshalb die Hilfe des Kaders des Ersten Magiers, um der Lage Herr zu werden.“

Skreineech schüttelte mit einem schmallippigen Lächeln den Kopf. Als er sprach, sah er nicht Jasmi an, sondern den Magistrat. „Seht Ihr?“ fragte er, „Es kann nicht funktionieren. Ich habe acht Vollzauberer neben mir selbst, und wenn ich einen Hüter in offener Schlacht überwinden helfen soll, brauche ich jeden einzelnen von ihnen. Ich kann nicht noch Magier für die übrigen Provinzen entbehren, und auch, wenn wir alle unsere Kräfte vereinen können, besteht die Gefahr, dass wir besiegt werden. Sogar falls einigen von uns die Flucht gelingt, wird mein Kader danach so geschwächt sein, dass es zu riskant wird, das Monument zu öffnen. Wir müssen jetzt handeln, oder die Gelegenheit wird verstreichen, und wir sind auf uns selbst gestellt.“

Das Lächeln im Gesicht des Magistrats war während der Rede des Ersten Magiers beinahe spurlos verschwunden.

„Wenn Ihr sie befreien würdet, Skreineech, könntet Ihr gegen einen der Sieben bestehen, wenn er sich gegen Euch auflehnen würde? Gegen auch nur einen von ihnen?“ fragte er, und seine Stimme enthielt plötzlich so viel Strenge, das Jasmi ihn kaum wieder erkannte.

Der Erste Magier ertrug den Blick des Magistrats mit stoischer Gleichmut. „Ich weiß es nicht“, antwortete er. „Wahrscheinlich nicht. Aber die Magie des Messias-“

„Wie viele Menschen haben die Gefallenen damals getötet, Skreineech? Wie viele Millionen Unschuldige sind in ihren Kriegen gefallen? Nein.“ Der Magistrat schüttelte seinen Kopf. „Ich stand in diesem scheußlichen schwarzen Klotz, und ich werde ganz sicher nicht herauslassen, was auch immer darin gefangen ist, solange ich noch andere Möglichkeiten sehe.“

Skreineech presste seine Lippen so fest zusammen, dass sie sich ein wenig vorstülpten, enthielt sich aber einer Antwort.

„Man kann ihn betreten?“ fragte Jasmi, und erst danach fragte sie sich, ob es nicht unverschämt war, die beiden schon wieder zu unterbrechen.

Aber der Magistrat schien wirklich keinen großen Wert auf protokollarische Fragen zu legen.

„Ein Stück weit, ja“, antwortete er, „Und falls Ihr neugierig seid, zeige ich es Euch gerne, während mein Erster Magier gemeinsam mit der Krahlianischen Armee versucht, die Kreaturen des Hüters aufzuhalten.“

„Oh, bitte Magistrat, macht Euch meinetwegen keine Umstände.“

Er wedelte beschwichtigend mit der Hand. „Es ist kein Umstand für mich. Im Gegenteil, ich bin für die Ablenkung dankbar. Manchmal wünsche ich mir, ich könnte wie die Könige früherer Zeiten tapfer an der Spitze meiner Kavallerie in die Schlacht reiten. War bestimmt eine famose Methode, die Anspannung und Sorge um die Zukunft des Reiches zu vergessen. Aber ich könnte mich auf einem galoppierenden Streitross nicht halten, und mit einer Plattenrüstung danach auch nicht wieder aufstehen, deswegen lasst mich Euch bitte das Monument zeigen, damit Ihr Eurem Bruder erklären könnt, warum ich nicht einfach die Gefallenen entfesseln werde, um seine Provinz zu retten.“

**********************************************

„Was braucht Euer Prinzipal denn? Ich habe gar nicht gehört, dass ihm etwas fehlt…“ Gennard Kankoi wickelte ein Ende seines gezwirbelten Oberlippenbartes um seine Fingerspitze. Er hatte früher schon für Provinzherrscher gearbeitet, und bisher hatte er damit nur gute Erfahrungen gemacht. Weil auch sie mit seiner Arbeit nur gute Erfahrungen machten.

„Der Prinzipal erbittet keine… Ware von Euch. Er erbittet Eure Dienste.“

Gennard blickte an seiner langen knochigen Nase entlang durch die winzigen Gläser seiner Lesebrille auf den Kurier hinab, so gut er das konnte, obwohl der Mann beinahe einen Kopf größer war als er selbst.

„Ware, Dienste, was auch immer. Was wünscht der Prinzipal?“

„Er bittet Euch, ihm bei der Bekämpfung einer Bedrohung für Mandurien behilflich zu sein.“

„Für einen Bittsteller tretet Ihr sehr anmaßend auf, junger Mann.“

„Ich überbringe nur die Botschaft“, brummte der Soldat.

Hatte der Kerl es etwa gerade gewagt, seine Augen zu verdrehen?

„Euer Prinzipal weiß sicher, dass meine Dienste teuer sind…?“

„Das nehme ich an.“

„Nun, dann, brechen wir auf. Lasst mir eine Stunde zum Packen. Oder besser zwei, ich werde mein Werkzeug brauchen und… Hm, das könnte eine Weile dauern. Ich habe lange nicht mehr…“

Der Bote unterbrach ihn mit einem höflichen Räuspern.

„Das wird kein Problem sein, Herr Kankoi. Ich habe in dieser Stadt noch mehr zu tun. Ihr werdet Euren Weg nach Callein sicher alleine finden…“

„Oh. Ja, das geht natürlich auch…“

Gennard hatte nicht übel Lust, dem überheblichen Kerl vor seine glänzenden Stiefel zu spucken und ihn zu den Sieben zu schicken, aber er tat es nicht. Prinzipale waren gute Kunden.

„Dann einen schönen Tag noch, Herr Kankoi.“

Der Bote wandte sich um und ging, und Gennard begann, sein Werkzeug und sein Arbeitsmaterial einzupacken. Als er eben einen seiner Assistenten schicken wollte, seinen Wagen anzuspannen, öffnete sich die Tür zu seinem Laden.

Gennard wandte sich irritiert von dem Koffer mit den feinmechanischen Schraubendrehern ab, fest überzeugt, dass Schild mit der Aufschrift ‚Geschlossen‘ aufgehängt zu haben.

„Verzeiht bitte, wir haben…“

„Leck mich Mann, ich kann lesen“, antwortete eine unangenehm knarzig-raue Frauenstimme.

„Ach, Mischa… Du bist es.“ Er zwang ein möglichst freundliches Lächeln auf sein Gesicht.

Sie stand in der offenen Tür, in ihren fleckigen staubigen Lederkleidern, an ihrem Gürtel mehr Schwerter, Säbel, Messer und Beile als Gennard Werkzeuge besaß. Sie hatte die Arme vor ihrer Brust verschränkt und sah sich in der halb ausgeräumten Werkstatt um. In ihren Augen lag Mordlust, nicht einmal ein bisschen unterdrückt.

„Allerdings bin ich es. Du musst mich in den letzten zwei Tagen gründlich vergessen haben, Gennard. Oder ist meine Hand schon fertig?“

Gennard nahm einen tiefen Atemzug und begann wieder, mit seinem Bart zu spielen.

„Mischa, ich muss dir leider sagen, dass ich einen wichtigeren Auftrag…“

„Nein! Gennard, verarsch mich nicht!“ Sie kam auf ihn zu und packte den Kragen seines Anzugs mit ihrer verbliebenen Hand. „Ich brauche meine zwei Hände, Gennard, und du bist der einzige, der mir die linke wiedergeben kann.“

Gennard blickte auf ihre schmutzigen, sehnigen Finger hinab, die seinen Kragen verschmierten. Er spannte einen Muskel in seinem Handgelenk an, und ein kleiner Dolch sprang in seine Hand. Die Klinge des Dolches war innen hohl und mit einem potenten Schlafmittel gefüllt. Doch noch bevor er die Klinge ansetzen konnte, hatte sie seinen Kragen losgelassen und sein Handgelenk umfasst.

Nun erst blickte sie nach unten, auf den winzigen Dolch. Dann sah sie Gennard an, und sie fletschte dabei ihre Zähne. Für einen kurzen Moment dachte Gennard, sie würde ihn nun töten. Oder sein Handgelenk brechen. Aber sie tat es vorerst nicht.

„Da siehst du, warum ich zwei Hände brauche. Damit ich so selbstgefällige Wichser wie dich erwürgen und ihnen gleichzeitig ihre beschissenen kleinen Giftnadeln wegnehmen kann.“

„Du weißt, dass es sehr unvernünftig wäre, meine Hand zu verletzen. Ich brauche sie schließlich, um…“

„Und wahrscheinlich glaubst du Armleuchter, dass dein blödes Geblubber deinem widerlichen kleinen Geschöpf, das da gerade an meinem Arsch hochkrabbelt, Zeit gibt meinen Hals zu erreichen, was?“

Sie hob die rechte Hälfte ihrer Oberlippe in so einer Art Grinsen.

„Nun, ich hatte das tatsächlich als letzten Ausweg ins Auge gefasst…“

Gennard trug immer ein knappes Dutzend der kleinen, spinnenähnlichen Maschinen bei sich. Sie waren für fast jeden Zweck verwendbar, unter anderem auch, um scheinbar überlegenen Angreifern unangenehme Überraschungen zu bereiten. Natürlich war Mischa nicht einfach irgendein Schlagetot.

„Aber vor allem habe ich auf deine Einsicht darin vertraut, dass du mich heil und gesund brauchst.“

„Kann es durch meine Jacke stechen?“

„Ich denke, schon.“

Sie ließ seine Hand los, und ihr Grinsen entblößte noch ein paar mehr nicht besonders gepflegter Zähne, während sie die kleine Maschine mit einem nur scheinbar groben Griff packte und vor ihr Gesicht hielt, um es genauer zu betrachten. Gennard erkannte allerdings, dass sie das Geschöpf gerade so hielt, dass keiner der zahlreichen Dornen ihre Finger erreichen konnte.

„Drecksack! Vertraust in meine Einsicht, hä? Was passiert, wenn ich drauftrete?“

„Es explodiert und du verlierst noch ein Körperteil. Mit Glück nur den…“

Fuß, hatte er sagen wollen, aber da hatte sie es schon auf den Boden geworfen und unter ihrem Stiefelabsatz zermalmt.

„Wie, glaubst du wohl, ist Mischa die teuerste Söldnerin in ganz Endurain geworden, wenn sie nicht mal einen beschissenen kleinen Bluff durchschauen kann? Ich sag dir was, du gehst, wo du hinwillst, und ich geh mit. Bestimmt brauchst du in Mandurien jemand wie mich. Hab gehört, dass es da heiß geworden ist.“

Jetzt war er wirklich verblüfft.

„Du weißt von Mandurien?“

Sie schenkte ihm ein bemerkenswert charmantes Lächeln, das gar nicht zu ihr passen wollte, und zwinkerte ihm zu.

„Mischa weiß alles.“

**********************************************

Janan wärmte seine Hände am Lagerfeuer und wunderte sich, wie kalt es nachts hier draußen wurde, obwohl der Sommer noch nicht einmal ganz vorbei war.

„Was geschieht hier, wenn es losgeht?“ fragte er den Feldmarschall. „Was genau tun wir während einer Schlacht? Wie und wann beginnt die Schlacht überhaupt? Und wo?“

Seine Unwissenheit kam ihm selbst durchaus lächerlich vor, aber er sah keinen Sinn darin, sie verbergen zu wollen.

Feldmarschall Hoggden seufzte und legte den Stock zur Seite, mit dem er im Feuer herumgestochert hatte.

„Morgen oder übermorgen werden wir Karmont erreichen. Der Feind wird wahrscheinlich innerhalb der Verteidigungsanlagen auf uns warten, und während die Truppen sich aufstellen, suchen wir uns einen Platz, von dem aus wir das Schlachtfeld gut überblicken können. Hügel gibt es ja genug um Karmont.“

„Und von dem Hügel aus geben wir dann die Befehle?“

Hoggden lächelte. „Ja, aber versprecht Euch nicht zu viel davon. Während der Schlacht hat der Feldherr nicht viel mehr Einfluss auf die Ereignisse als der durchschnittliche Gefreite. Unsere Aufgabe besteht hauptsächlich darin, den Adjutanten und Feldboten den Eindruck zu vermitteln, dass alles genau nach Plan läuft, und nicht von verirrten Pfeilen getroffen zu werden.“

„Was ist mit Zauberei?“

Der Feldmarschall seufzte noch einmal, tiefer und länger als zuvor. „Die beiden Magier aus den Hilfstruppen werden ihr Möglichstes tun, um uns zu schützen, aber auch von denen solltet Ihr nicht zu viel erwarten. Wenn ich aufrichtig sein darf, Prinzipal, denke ich immer noch, dass wir auf Antwort aus Nomren hätten warten sollen, statt uns ohne nennenswerte magische Unterstützung einer solchen Gefahr auszusetzen. Wir wissen, dass der Hüter Magier in seinen Truppen hat.“

„Und einfach abwarten, während diese Monster meine Provinz verwüsten und meine Untertanen ermorden? Ich habe nicht mein Leben in den Höhlen des Hüters auf’s Spiel gesetzt, um mich dann in meinem Palast zu verkriechen!“

Etwas melodramatisch vielleicht, aber er hatte sich doch immerhin wirklich dem Hüter widersetzt, da durfte er doch wohl ein bisschen prahlen.

„Verzeiht, Prinzipal. Ihr habt natürlich- Was…?“

Zuerst war Janan sich nicht sicher, ob er überhaupt etwas gespürt hatte. Aber dann kam die zweite Erschütterung und beseitigte jeden Zweifel.

Mit der dritten ging ein hörbares Grollen einher, dicht gefolgte von einem kräftigen Beben und einem lauten Krachen, mit dem ein Teil des Erdbodens unter dem Lager einbrach.

Janan sprang auf, wollte zurückweichen und fiel über die Bank, auf der er gesessen hatte, während er sah, wie mehrere der großen Zelte seines Heeres buchstäblich von der sich auftuenden Erde verschluckt wurden.

Aus den Augenwinkeln sah er auch Hoggden aufspringen.

„Zu den Waffen!“ „Sammeln!“ „Zu mir!“

Nur halb bewusst registrierte der Prinzipal, wie seine Offiziere ihre Männer zu disziplinieren und aus der blinden Panik zu reißen zu versuchten, die die gesamte Armee zu ergreifen drohte.

Die Rufe der Offiziere wie auch die Schreie der Verwundeten und Verängstigten gingen unhörbar unter in einem lauten, trompetenden Brüllen aus dem Krater, und Janan sah mit weit aufgerissenen Augen und bebenden Lippen eine Flammenfontäne in den Nachthimmel aufsteigen.

Kräftige Hände packten ihn an den Oberarmen und zogen ihn mit sich davon. Zuerst versuchte er noch vergeblich, sich zu wehren, bis ihm klar wurde, dass es die Ritter seiner Leibwache waren.

„Was ist das?“ rief er, ohne eine Vorstellung, ob und von wem er eine Antwort erwartete.

Das Ding in der Grube stieß einen weiteren Schrei aus – und begann, daraus hervorzuklettern.

Die Krallen einer riesigen grauschwarzen schuppigen Klaue gruben sich in den Rand des Kraters, und für einen Moment sah es so aus, als würde der Boden nachgeben und das Ding den Halt verlieren, aber kurz davor schlug eine zweite Klaue ihre Krallen in den Boden daneben, und ein schuppiger, reptilienhafter Kopf, der vor allem aus einem riesigen Maul mit unterarmlangen spitzen Zähnen zu bestehen schien, hievte sich aus dem Abgrund, gefolgt von einem länglichen krokodilähnlichen Körper und einem langen peitschenden Schwanz mit einer Dornenkrone am Ende.

„Schützt den Prinzipal!“ brüllte eine tiefe Stimme unnötigerweise, während sich ein Ring aus Eisen um ihn zu schließen begann.

Er sah noch, wie einzelne mutige Soldaten begannen, Pfeile und Bolzen auf das Ungeheuer zu schießen, die wirkungslos von seinem Panzer abprallten, während das Monstrum einen tiefen Atemzug nahm und einen Feuersturm in Richtung der Kämpfer spie, der sie komplett zu verschlingen schien.

„Rückzug!“ hörte Janan den Feldmarschall rufen, „Rückzug!“

Er konnte sich nicht vorstellen, dass irgendjemand auf diesen Befehl gewartet hatte.

Lesegruppenfragen

  1. Nützt euch das Dramatis Personae irgendwas, oder ist das so nutzlos und enttäuschend wie alle Gratis-Gimmicks?
  2. War euch die Diskussion zwischen dem Magistrat und dem Magier zu langweilig?
  3. Wie wirkt Gennard so auf euch?
  4. Und wie hat euch das Kapitel so insgesamt gefallen, verglichen mit den anderen?
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18 Responses to Gefallen (4)

  1. S. A. Mahr sagt:

    Sind Kommentare auch erlaubt, wenn sie nicht explizit auf die Punkte eingehen?

    Der vierte Teil hat mich wieder ein wenig in die Geschichte zurückgeholt, nach dem dritten hatte ich schon Schlimmeres (für mich) befürchtet. Mir ist’s aber immer noch zu hektisch. Anstatt eine Szene vollständig aufzubauen, stellst du mir einen Stuhl mit drei Beinen hin und hoffst, dass ich das Gleichgewicht halten kann. Ich muss gestehen, ich bin da leider nicht so gut darin.

    Bereits in den ersten vier Teilen erlebe ich die Geschichte aus sechs verschiedenen POVs. Das kann grundsätzlich schon funktionieren, aber gerade bei den sog. Helden des Reiches ist’s immer bloß ein stakkato-ähnliches Intermezzo: Morgan wird erwähnt, Schwenk zu ihm, eine Goreszene und weg. Mischa wird erwähnt, Schwenk zu ihr, eine Goreszene und weg. (Bei Lenionn war’s ähnlich, aber der ist ja bereits Geschichte.) Da liegt, fürchte ich, die größte Gefahr, gerade bei einem Fortsetzungsroman, in dem du als Autor das Tempo des Lesens bestimmst und nicht ich als Leser. Hätte ich eine Identifikationsfigur (oder auch mehrere), dann würden mich die Pausen zwischen den einzelnen Teilen nicht aus der Geschichte werfen, weil es jemanden gäbe, den ich kannte, und ich mich mit der Frage beschäftigte, wie es mit dem und der weiterginge. So aber ist es nicht homogen, und die skizzenhaften Figuren bleiben für mich in der Wartezeit auf den nächsten Teil nicht lebendig, erzeugen keine Kontinuität. Das ist es aber, was ich als Leser brauche. Was du mir geben musst, um mich bei der Stange zu halten.

    Aber es gibt auch Gutes. Ich glaube, Jasmi hätte das Zeug für eine stimmige Identifikationsfigur, und vielleicht sogar Mischa (wobei die schon fast ein bisschen zu derb ist, aber das liegt wahrscheinlich an mir). Gerade Jasmis Einführungsszene (im dritten Teil) fand ich recht gelungen, vielleicht noch ein bisschen ausbaufähig. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich als Bild vor mir nun eine beinahe erwachsene Göre sehen soll oder doch schon eine junge Frau. Das Verhältnis zur Mutter ist interessant, aber noch nicht ganz klar: Ist Jasmi grundsätzlich so bockig, oder ist es verwurzelt in der Gesellschaftsform, dass Thronerben in der Hackordnung selbst über den eigenen Eltern stehen? Ach ja. Du siehst, für mich sind solche Fragen Moment noch viel interessanter als diejenigen nach dem Hüter und seinen Monstern.

    Gennard könnte auch noch interessant werden. Mit ihm hab ich allerdings noch ein Problem, meiner Ansicht nach passt das Gesagte noch nicht zum Gedachten. Für mich wäre es stimmiger, wenn er den Boten nicht vor die Füße spucken wollte, sondern ihm stattdessen eine seiner, hm, Erfindungen an den Hals wünschte. Ich kenne den Bastler ja noch nicht wirklich, aber für mich erweckt er den Eindruck, als wären seine Kreationen sein Leben, und dementsprechend würde er auch denken. Wenn er sagt: „Oh, ja, das geht natürlich auch …“, dann klingt er für mich wie ein (Klischeebild ON) zerstreuter Professor, der nicht gleichzeitig jemanden vor die Füße spucken will. Unterwürfigkeit und Verschlagenheit passten in der Figur schon gut zusammen, aber Derbheit? Ich weiß nicht. Dafür hast du doch eh schon Mischa.

    Aber zurück zu Jasmi. Die Einstiegsszene im vierten Teil hat für mich nicht ganz funktioniert. Der Magistrat offenbart ihr, dass Mandurien nicht die einzige Provinz ist, die vom Hüter gepiesackt wird, sie steht da mit offenem Mund – und dann sinniert sie erst zwei Absätze lang über den Magier und den Magistrat und wünscht sich letzteren im dritten Absatz sogar als Großvater, ehe sie ganz verwundert und verwirrt fragt: „Auch?“ Der Infodump ist hier an der falschen Stelle – der kann dann dort einfließen, wo die zwei Männer zu diskutieren beginnen und Jasmi ohnehin nur tatenlos danebensteht. Da hat sie die Zeit zu beobachten. Das nur so als Tipp.

    Die Idee mit den verschiedenen Bezeichnungen der sieben Gefallenen hat mich übrigens an George R. R. Martin erinnert, an die sieben neuen Götter (?); dort gab’s ja auch den Schmied und die Alte undwasweißichnochwen und den Fremden. Beabsichtigt?

    Was mir in den letzten beiden Teilen aufgefallen ist: Die Albernheit ist nun komplett verschwunden. Ich hatte gerade versucht, mich daran zu gewöhnen, und ich glaube, dass Albernheit auch zu deinem Stil passt. Du gibt deinen Figuren in der Art, wie du sie beschreibst, einen schlaksigen Touch, der kann sich auch ruhig im Geschehen wiederfinden.

    So, ich denke, ich lass es mal gut sein, war ja ohnehin mehr als beabsichtigt. Doch, eine Frage hab ich noch: Verwendest du eigentlich eine Karte? Du hast uns ja mittlerweile mit geografischen Namen ziemlich eingedeckt, und so als Gimmick …

  2. foster sagt:

    1. Danke. Ich finde es, besonders nach Kapitel #3, sehr hilfreich, um die Komplexität der Gesamthandlung abzuschätzen. (was den Aspekt der Zahl der handelnden Personen betrifft)

    2. Nein. Ist gut für die Vorstellung/Charakterisierung der beiden. (Ist das nur situationsbedingt, oder haben die zwei grundsätzlich ein ein wenig gespanntes Verhältnis zueinander?)

    3. Leicht reizbar. Sozusagen sympathisch unsympathisch. Passt also gut zu Mischa. 😀

    4. Das Erste ist bisher mein Lieblingskapitel, danach kommt aber schon dieses hier. Wie die #1 macht es extrem neugierig, wie es weitergeht, hier vor allem mit Mischa und Gennard. Deren Handlung dominierte das Kapitel deutlich. Mischa gefiel mir nach dem krassen Auftritt in #3 hier schon besser.

    Sehr schön fand ich die Art der Ausweitung des Hüter-Problems auf 5 Provinzen (Jasmis lapidares „Auch?“ und die resigniert, irgendwie fast schon gelangweilt klingende Antwort darauf)

    Nur das Monster im letzten Abschnitt war – in seiner Mischung aus Käfer, Echse und Drache – für mich etwas „Over the top“, .

  3. foster sagt:

    Nachtrag zum Monster: nochmal drüber gelesen. Skorpionartig ist es also auch noch. Eindeutig zu viel.
    Aber wie gesagt: das wäre mein einziger Kritikpunkt an diesem Kapitel.

  4. Guinan sagt:

    1. Ganz nett, aber bisher eigentlich nicht erforderlich. Noch kann ich mir die Namen merken. Waren das denn jetzt alle handelnden Personen?
    Eine wirklich gut geschriebene Geschichte braucht so eine Liste übrigens auch als 1000-Seiten-Epos nicht ;).
    2. Das fand ich überhaupt nicht langweilig, die Szene hat mir gut gefallen.
    3. Ich bin erstaunt über Gennards Fähigkeiten. Bisher hatte ich eine archaischere Welt vor Augen. Diese kleinen Krabbelviecher passen für mich nicht ins Bild.
    4. Momentan entwickelt sich das in meinem Sinne. Ich hatte schon befürchtet, wir hätten total konträre Vorstellungen von Fantasy.

  5. Muriel sagt:

    @S.A. Mahr: Vielen Dank für die ausführliche Antwort! Ich bin begeistert. Dass ich ein bisschen flüchtig bin, weiß ich. Ich arbeite aber dran, und ich bin auch schon dabei, die Geschichte ein bisschen mehr auf bestimmte Charaktere zu konzentrieren.
    Vielleicht noch kurz was zur Albernheit: Ich glaube, die kommt ganz von selbst wieder, wenn die Gefallenen auftreten. Ich selbst nehme andererseits den Wechsel gar nicht so deutlich wahr, deswegen wage ich keine zu zuversichtliche Prognose darüber, wie es weitergeht.
    Eine Karte benutze ich nicht, und ich bin auch nicht gut darin, welche zu zeichnen. Aber ich nehme deinen Vorschlag an und werde mal schauen, was sich machen lässt.
    @foster: Auch dir natürlich vielen Dank. Bei dem Monster bin ich mir aber gar nicht so sicher, ob ich das mit dem Mischwesen auch so sehe. Ich sehe da gar nichts Insektenhaftes (und für die Nerds unter uns, es sind ja durchaus einige zugegen: auch nichts Arachnoides) und finde, man kann das ganze Ding auch einfach Drache nennen.

  6. Muriel sagt:

    @Guinan: 1. Ich selbst benutze sowas auch nie, aber Steven Erikson liefert auch immer eins mit. Und George R.R. Martin hat sogar richtige Stammbäume. So.
    3. Uhrwerk geht immer, finde ich.

    4. und auch allgemein: Ich bin erleichtert, dass wir uns anscheinend allmählich wieder annähern. Und neugierig, was ihr dann von den Großen Sieben denkt.

  7. Guinan sagt:

    @Muriel: Stimmt, mitgeliefert wird oft eins, auch bei den ganz Großen. Aber gelegentlich sind welche dabei, die man nicht braucht, da läuft die Geschichte so flüssig, dass man gar nicht auf die Idee kommt, reinzuschauen. Das ‚rumblättern im Glossar passiert mir eigentlich nur, wenn’s langweilig wird.

  8. S. A. Mahr sagt:

    @Muriel:
    Nichts zu danken. Ich muss sagen, ich honoriere deinen Mut, Geschriebenes unmittelbar nach Fertigstellung zu veröffentlichen. Bei eigenen Texten hat man (habe ich) immer irgendwie ein Brett vorm Kopf, und bei dir sehe ich all das, was ich versuche zu vermeiden; hätte ich einen Rotstift zur Hand, ich setzte ihn großzügig und radikal ein. Das soll jetzt aber keine niederschmetternde Kritik sein, im Gegenteil. Ich sehe schon das Potential in der Geschichte zu unterhalten, und allein schon deswegen bleibe ich dran.

    Kartenzeichnen ist auch nicht meins, trägt aber eventuell zum besseren Verständnis bei – ebenso wie das Personenverzeichnis.

    @Muriel (& Guinan):
    Ich halte mich da eher an Muriel. Es mag sein, dass ein gut geschriebenes und fesselndes Epos ohne Anhang auskommt, aber gerade bei GRRM ist das kaum möglich, finde ich (allein Haus Tyrell und Haus Martell verwechsle ich immer wieder). Darauf bezog sich letztlich auch meine Kritik an dieser Stelle: Wenn die Charaktere sorgsam eingeführt würden, wäre eine Aufstellung der Namen auch (noch) nicht notwendig.

    @Muriel (& foster):
    Drache – ja, das kommt hin. Immerhin sind Drachen Reptilien. Den Käfer sehe ich nicht (vielleicht, weil er aus der Erde kriecht?), und auch nichts Arachnophobes. Skorpionartig – wegen des Schwanzes? Vielleicht ist er ja ein Ungarischer Hornschwanz? 🙂

    Aber gerade bei der Beschreibung des Monsters, die ich im ersten Anlauf überflogen hatte, zeigt sich so manche Schwäche, die auch an anderer Stelle gerne wieder auftaucht. Vier kurze Beispiele:
    1. „eine riesige grauschwarze schuppige Klaue“ – drei Adjektive für eine Sache?
    2. „schuppig“ verwendest du gleich darauf noch einmal.
    3. „ein schuppiger, reptilienhafter Kopf“ – Reptilien sind schuppig. Diese Assoziation ist in unserer Vorstellung da, ist meiner Meinung nach also redundant. Wenn du „reptilienhaft“ sagst, interessiert mich bestenfalls, ob der Kopf glatt ist wie der einer Schlange oder ob er Hörner oder Buckel hat etc. Das wäre zumindest eine zusätzliche, neue Information.
    4. der eben angesprochene Kopf, „der vor allem aus […] zu bestehen schien“ – warum scheint er nur so zu sein, warum ist er es nicht? Du könntest den Satzteil ebenso gut mit „bestand“ schließen. Gerade „scheinen“ sollte extrem spärlich und vorsichtig verwendet werden, bei dir fällt mir dessen Verwendung relativ oft auf.

    Wieder mal ganz schön lang. Ich hoffe, du nimmst es mir nicht übel; ich wollte weder dich noch deine Geschichte damit kompromittieren. Wie gesagt – ich wiederhole mich: Ich honoriere, dass du die einzelnen Teile quasi unbearbeitet ins Netz stellst. Ich traute mich das gar nicht erst. Meiner Meinung nach wirst du aber an dem gemessen, was du von dir zeigst – und wenn das unfertig ist, schert sich nachher auch keine Sau mehr drum, wenn du’s dann doch mal überarbeitest. Aber das hängt natürlich immer davon ab, was du damit vorhast.

  9. Muriel sagt:

    @S.A. Mahr: Danke nochmal. Die Fortsetzungsromane hier leiden natürlich in gewisser Weise auch darunter, dass sie live on tape geschrieben werden, und unter einem gewissen Zeitdruck. Andererseits ist das ja gerade unterhaltsam (zumindest für mich), und sicher auch eine nicht ganz unnütze Übung.
    Du musst auch nicht befürchten, dass ich dir deine Kritik übelnehme. Im Gegenteil ich finde es toll, dass du dir damit so viel Mühe gibst.
    @S.A. Mahr, Guinan: Bevor sich hier der Eindruck festsetzt, ich hielte solche Beilagen für irgendwie wichtig: Ich werfe da nie auch nur einen Blick drauf, wenn ich ein Buch lese. Auch und gerade bei George R.R. Martin.

  10. Muriel sagt:

    @S. A. Mahr: Völlig vergessen, Entschuldigung:
    Die Sieben Gefallenen sind überhaupt nicht von Martins Göttern inspiriert, sondern ausschließlich von Glen Cooks „Ten Who Were Taken“, die mit Ausnahme von Soulcatcher (und mit Einschränkungen the Limper) ziemlich traurig wegkommen in seiner Black-Company-Serie.

  11. Guinan sagt:

    Nur mal so nebenbei bemerkt: Ich finde es faszinierend, den Geschichten beim Wachsen zuzusehen. Und dann noch manchmal das Gefühl vermittelt zu bekommen, wir könnten die Richtung beeinflussen (ob das nun stimmt oder nicht, egal), das ist einfach toll. Wenn alles sofort perfekt und druckreif wäre, da würde mir die Hälfte des Vergnügens fehlen.

  12. Muriel sagt:

    @Guinan:

    ob das nun stimmt oder nicht, egal

    Dazu kann ich natürlich nicht schweigen.
    Ich hatte hier irgendwo schon geschrieben, dass ich schon beim dritten Kapitel so weit von meinem ursprünglichen vagen Plan entfernt war, dass ich ihn kaum noch sehen konnte.
    Nun würde ich nicht behaupten, dass das nur an eurer Rückmeldung liegt, es passiert mir nämlich auch oft genug, wenn ich nur so für mich was schreibe, aber die Kommentare hier beeinflussen durchaus auch den Verlauf der Geschichten, gar keine Frage.
    Bei Menschenähnlich habe ich sogar rückwirkend mal was geändert, wenn ich daran mal erinnern darf. Es ist also kein Zweifel mehr möglich.

  13. Guinan sagt:

    … als wenn ich das vergessen könnte…
    Ich wollte nur den Eindruck vermeiden, ich würde nach noch mehr Einfluss drängeln:-)

  14. S. A. Mahr sagt:

    @Muriel:
    Cook kenne ich nicht, also glaube ich dir das einfach mal.

    @Guinan:
    Bestimmt kann man eine Geschichte aus verschiedenen Perspektiven lesen; ich fürchte, ich bin da eher kritischer, weil vorbelastet. Allerdings gibt es – gerade was das Schreiben betrifft – die unterschiedlichsten Arten von Perfektionismus: die Sprache, den Stil, die Grammatik, die Geschichte betreffend etc. Ich finde es ebenso spannend wie du, Muriels Geschichte beim Wachsen zuzusehen, nur sehe ich darin gewisse Gefahren. Wie gesagt hängt das aber vor allem davon ab, was Muriel damit vorhat, aber das ist ja zum Glück nicht unser Problem. 😉

  15. Muriel sagt:

    @S.A. Mahr: Cook lohnt sich. Seine älteren Geschichten sind teilweise ein bisschen naiv geraten, aber ich mag seinen Stil sehr, und die aktuelle „Instrumentalities of the Night“-Reihe lässt meiner Meinung nach kaum was zu wünschen übrig.

  16. madove sagt:

    Oh, ich hab sie schon vor ein paar Tagen gelesen und mich dann bei den Kommentaren festgelesen, bis die Mittagspause um war.
    Jetzt also noch meine:

    1. Sehr nützlich. Auch wenn ich wahrscheinlich nie draufgucken werde, nimmt es mir die Angst, irgendwann nicht mehr durchzublicken.

    2. Mir ist eigentlich alles immer eher zu kurz als zu lang. Ich finde auch die Frage seltsam… durch alles, was Du schreibst, bekommt man doch mehr mit von den Personen und dem Hintergrund, und gerade ein solches Gepräch fand ich hilfreich.

    3. Ich liebe alle Daniel Düsentriebs. Ich glaube auch, Gennard wird ein guter Charakter. Für mich steht er aber im Schatten von Mischa, die mir noch besser gefällt.

    4. Gut. Also so wie irgendwelche nette, angenehm zu lesende Fantasy. Ich mag immer noch das zweite Kapitel am liebsten, weil da der Humor in Deinem Stil am besten zur Geltung gekommen ist. Jetzt bin ich gespannt auf die Sieben.

    5. Ich bin total fasziniert von den Anmerkungen von S.A. Mahr, die ich größerenteils sogar zutreffend finde, die mir aber nie aufgefallen wären und mich überhaupt nicht beim Lesen gestört haben. Ich fürchte, ich bin als Kritikerin ziemlich unnütz.
    Ich mach dann einfach den doofen Fan, ok?

  17. Muriel sagt:

    @madove: 4. Ich rechne derzeit fest damit, dass die im nächsten Kapitel ihren ersten Auftritt haben. Voraussichtlich geht es mit dem Gekreuzigten los.
    5. Für mich 1A-Okay.

  18. […] Hilfe des Magistrats braucht, und seine Schwester Jasmi reist nach Nomren, um diese anzufordern. Im vierten Kapitel spricht Jasmi mit dem Magistrat und seinem Ersten Magier, Mischa will von Gennard eine neue Hand, […]

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