Ha! Jetzt haben wir ihn!

Sicher könnt ihr es jetzt schon kaum erwarten, endlich zu erfahren, was ich über Guttenbergs Dissertation denke. Tja, gute Nachrichten: Ich werd’s euch jetzt verraten.

  1. Als jemand, der gerade selbst eine Dissertation geschrieben hatschreibtgeschrieben hatschreibtgeschrieben hatschreibt was auch immer, wünsche ich ihm natürlich die Pest an den Hals, und die Pocken, und Mumps, und Krebs, und ein Leben lang schlechten Sex. Ich bin selbst unanständig faul, und sicher finden sich in meiner Arbeit auch haufenweise Fehler und schlechte Zitierungen, aber wer mehrere Seiten von anderen einfach kopiert, ohne sie als Zitate zu kennzeichnen, und dann trotzdem damit durchkommt und summa cum laude abschneidet, der gehört nicht nur bestraft, sondern sollte fürderhin gezwungen sein, irgendeinen schändlichen Titel zu seinem Namen zu führen wie „Möchtegerndoktor“ oder „Rrrrrraubkopierrrerr“, oder sowas. Ich habe Jahre darauf verwendet, dieses blöde Ding auf ehrliche Weise fertig zu stellen, und ich missgönne einfach jedem sein Glück, der das nicht nötig hatte.
    Irgendeine kleine Strafe verdient übrigens jeder, der summa cum laude abschneidet, ganz egal, wie er das angestellt hat.
  2. Als jemand, der Herrn Guttenberg einfach nicht besonders leiden kann, empfinde ich eine gewisse verhaltene Schadenfreude darüber, dass er beim Schummeln erwischt wurde. Alleine schon für die Mitgliedschaft in der CSU gehört er bestraft, und seine Äußerungen damals zu von der Leyens lustigem Netzsperrentheater machen den Sack zu. Guttenberg hätte es sogar dann verdient, als Plagiator dazustehen, wenn er keine wäre. Immer drauf!
  3. Als Staatsbürger ist mir die Sache piepegal. Hat er eben bei der Zitation geschlampt oder gemogelt. Hat er eben seine Fähigkeit zum vertieften wissenschaftlichen Arbeit nicht unter Beweis gestellt. Hat er es eben auf Nachfrage nicht sofort zugegeben.
    Was davon soll ihn als Minister oder Bundeskanzler disqualifizieren?
    Ich kann kaum sagen, wie es mir auf den Geist geht, dass die Leute immer völlig entsetzt reagieren, wenn sich herausstellt, dass Politiker Menschen sind wie wir alle.
    Den Ersten, der jetzt seinen Rücktritt fordert, bezeichne ich schon mal prophylaktisch unbekannterweise als bornierten Wichtigtuer, und für die, die ihm nachfolgen, lasse ich mir beizeiten auch noch was einfallen.
  4. Und als ganz Unbeteiligter finde ich die Sache einfach rundum unbegreiflich, zum Mitoffenemmunddastehenundstaunen. Was hat er sich denn dabei bloß gedacht? Ich meine, es sind ja nur ein paar Seiten von 475. Es ist nicht so, als hätte er es ohne die geklauten Textstellen nicht geschafft. Es ist mutmaßlich nicht mal so, dass seine Note gelitten hätte. Es ist garantiert nicht so, dass es einen nennenswerten Aufwand bedeutet hätte, die Sache regelkonform zu machen. Ein paar Stunden wären großzügig geschätzt. Was war da denn los?
    Man weiß es nicht.

Nachtrag, 21. Februar 2011: Nachdem wir wohl so allmählich anfangen können, es als Tatsache zu betrachten, dass mit der Dissertation erheblich mehr nicht stimmt, als ersten berichten zu entnehmen war, wird es Zeit, dass ich auch meine Meinung neu ordne: Rätselhaft ist jetzt natürlich gar nichts mehr, offenbar wurde da ganz hundsgewöhnlich geschummelt. Und Rücktrittsforderungen halte ich zwar auch angesichts der beharrlichen Weigerung von Herrn Guttenberg, zur Wahrheitsfindung beizutragen, nicht unbedingt für geboten, aber ich ziehe die These zurück, dass man dafür beschimpft gehört, sie zu erheben.

Wir dürfen gespannt sein, was noch kommt. Vielleicht sind seine Kinder ja auch nicht von ihm. Oder so.

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72 Responses to Ha! Jetzt haben wir ihn!

  1. Soundcheck sagt:

    Eine der größten Zeitverschwendungen in einem Leben ist eine Doktorarbeit. 5 Jahre Arbeit – in der Regel an einem sinnfreien Thema – sind nicht zu rechtfertigen.

    Natürlich muss ein intelligenter Mensch jeden Kniff anwenden um, falls er diesen Titel unbedingt haben möchte, dies mit minimalem Aufwand zu erreichen. Dies spart Steuern, sichert die Rente von denjenigen die welche bekommen werden und schadet niemanden. Im Gegenteil. Vielleicht trägt er dazu bei diesen Unfug ad absurdum zu führen und junge Menschen davon abzuhalten ihre Zeit zu verschwenden.

    Ich habe überigens in meinem Studium mein Praktikumsheft gefälscht. Einen eigenen Umschlag drumrum und den Stempel ageholt.

    Es könnte jetzt bei euch der Eindruck entstehen das dies ironisch gemeint ist. Nein. Manchmal muss man im Leben unsinnige Dinge machen. Ein Jurist braucht eben einen Titel. Nicht für seine Arbeit, sondern ausschließlich aus formalen Gründen um seine Aufstiegschanchen zu erhalten.

    Dummerweise hat er sich erwischen lassen.

    @TG: Kopf hoch. Ein ehemals Wehrpflichtiger steht hinter dir und lass das Gel weg.

  2. Günther sagt:

    Ich finde die Sache auch als Staatsbürger recht ärgerlich. Ich habe nichts gegen Politiker, die keine promovierten Juristen sind. Aber wenn sie einen Doktortitel haben, sollen sie ihn sich bitte auch verdient haben.

    Ansonsten würden mich auch echt mal interessieren, wie das passieren konnte. Sehr merkwürdig.

    Noch eine Frage als Laie: Wieso schreibt denn jemand 475 Seiten für seine Dissertation? Muss das? Mir kommt das total übertrieben vor. Der arme Regenwald!

  3. madove sagt:

    Volle Zustimmung zu allen Punkten, insbesondere zu 3.

    Zugegebenermaßen finde ich gerade sowas wie Nicht-sofort-Zugeben schon etwas vertrauensmindernd (das würde allerdings vorhandenes Vertrauen voraussetzen), aber alles in allem fällt das unter „Mensch“. Würd ich wahrscheinlich sogar auch so machen. Aber ich kriege auch nicht soviel Geld und Ruhm fürs Wichtigsein.

    Aber ich bin jedesmal tierisch enttäuscht, wenn man dem Volk (wersndas?) alle mögliche absurde Politik vorsetzen kann und es kaut friedlich weiter und hebt kaum den Kopf, aber wehe, wir erfahren, daß jemand irgendeinen kleinen menschlichen Fehler gemacht hat, oder Sex gehabt, oder die Krawatte schief getragen, dann ist die Hölle los.
    Wenn darüber dann jemand stolpert, den ich eh gerne loswäre, könnte ich mich ja freuen, aber es bleibt ein fieses Gschmäckle zurück.

    @Guinan: Regenwald: Genau das dacht ich auch 😉

  4. Guinan sagt:

    @Madove: Das mit dem Regenwald war ich zwar nicht, trotzdem volle Zustimmung.
    Zum Thema: Er hat sich als Politiker doch jetzt durchaus qualifiziert. Ist Lügen und Betrügen da nicht Berufsvoraussetzung? Na gut, erwischen lassen sollte man sich besser nicht.

  5. Frau.Meer sagt:

    Zu sämtlichen Punkten meine vollste Zustimmung! Hier in diesem Fall spricht mir der Hausherr aus der Seele!

    Aber es ist wahrscheinlich ‚einfacher‘ sich über so etwas aufzuregen und entrüstet zu tun, als sich mit tatsächlichen Problemen auseinanderzusetzen…

  6. Tim sagt:

    Ein Politiker kann jahrzehntelang Schwachsinnspolitik betreiben, ohne daß es wen juckt. Sobald er aber mal vergißt, vor Fahrtantritt den Gurt anzulegen, wird er öffentlich gelyncht. Denke, unsere politische Öffentlichkeit hat genau die Politiker verdient, die sie hat.

  7. madove sagt:

    @Guinan, Günther
    hups, sorry. (o:

  8. Westrup sagt:

    Die einzig angemessene Vokabel zu Guttenberg ist „dummdreist“. Und ich verstehe nicht, wieso allerorten wieder versucht wird zu relativieren, von wegen „ist doch nicht so schlimm, bei 475 Seiten.“ Jeder Erstsemester im Proseminar an seiner ersten Hausarbeit weiß, daß man so wissenschaftlich nicht arbeiten darf. Und wenn jemand sagt, ist doch OK, merkt keiner, hab eh keine Zeit, weil ich schnell Karriere machen muß, dann finde ich das zum Kotzen, aber richig. Wer wie Guttenberg so doof (oder dummdreist) selbst in der Einleitung ganze Sätze von anderen zu stehlen, der gehört bestraft, mindestens mit Entzug des Doktortitels und 475 Sozialstunden in der Bahnhofsmission von Hamburg Hauptbahnhof.

  9. bornabas sagt:

    Ich finde es schon berechtigt, dass es zu Guttenberg besonders hart trifft. Das ganze Image, das er sich mithilfe der Boulevardmedien und seiner Kinderschänder jagenden Gattin aufgebaut hat, war dermaßen überhöht, dass jeder kleine Riss, jeder Angriffspunkt unweigerlich von den Medien und politischen Gegnern ausgenutzt wird.

    Die Überheblichkeit wird dann noch durch seine Aussage unterstrichen, dass in einer 475 Seiten langen Doktorarbeit mit zig Fußnoten natürlich der ein oder andere Fehler sein könnte. Frei nach dem Motto: „Schreibt ihr erstmal so ne lange Arbeit, bevor ihr auf mir rumhackt“.

    Meiner Meinung nach, spielt sein mögliches Plagiat nur deshalb eine politische Rolle, weil zu Guttenberg seinen Charme, seine Perfektheit und die mediale Inszenierung eiskalt politisch ausgenutzt hat. Das musste früher oder später auf ihn zurückfallen. Das es so früh wäre, hätte ich nicht gedacht.

  10. Rudi sagt:

    Ja, ist es denn schon bewiesen, dass der Herr
    Von-Und-Zu-Tut-Nichts-Zur-Sache gemogelt hat?
    In meinem Studium war Wikipedia ein freundlicher Helfer und ich würde nicht von mir behaupten, dass besch…. habe. Einzig ein Kommentar eines Korrektors liess mich schmunzeln: “…zu wissenschaftlich… !“
    Man befasst sich doch schliesslich und endlich auch mit dem, was man da so ‚abschreibt‘, oder?
    Also; es ist Vorwahlzeit und ich würde eher die Zeitungen kritisch beäugen, als mich über so einen Scheiss auf zu regen!
    Herr Tut-Und-Kann-Nichts geht mir dabei am Allerwertesten vorbei!
    ER hat begriffen, wie man etwas wird (auch wenn er es vermeindlich nicht Not hätte, da adlig und reich). Und er hat verinnerlicht, dass es in unserer Gesellschaft offensichtlich einen Anti-Kot-Graffiti-Anstrich gibt, der allen Fäkalanschmiss von sich abprallen lässt.
    Wir werden sehen, ob also seine bisherige PR ihm entsprechend helfen wird.
    Für mich war er schon OHNE Plagiatsvorwurf unten durch, als er mit seiner Holden in fernen Kriegsgebieten weilte…..
    Hätte er doch bloss eine Waffe mit und in die Hand genommen, anstelle seiner Gattin; DAS hätte Eindruck auf mich gemacht…..
    Aber so???????

  11. Sehr geehrter Herr Dr. Muriel

    nur zu Punkt vier:
    Nur ein paar Seiten? In der Liste bei GuttenPlag stehen bisher gefundene Zitate von 35 Seiten, es werden ständig mehr. Man wird kaum jemals alles finden. Es sieht eher so aus, als sei kaum etwas an eigener Arbeit des Ghostwriters vorhanden. Geschweige denn, daß der Raubritter selber sich die Hände mit Arbeit befleckt hätte.
    Also bitte!

  12. Muriel sagt:

    @Dr. Rauskucker: In der Tat, es sind seit der Veröffentlichung des Artikels etwas mehr geworden. Aber da das nur meinen Punkt 4 marginal beeinflusst, wollte ich noch ein bisschen warten, bis der Staub sich etwas gelegt hat, um nicht alle paar Stunden den Artikel aktualisieren zu müssen. An der grundsätzlichen Bewertung ändert sich ja nichts.

  13. Oli sagt:

    Komischerweise finde ich das gar nicht so schlimm. Und ich bin kein Guttenberg-Fan!!
    Es ist schwer sich 475 Seiten aus den Fingern zu ziehen. Doch die Masse an Zitate zeugt – so das stimmen sollte – von einer gewissen Schlampigkeit.
    Vielleicht wollte er nur einen Doktor-Titel, weil sich das so in seiner Familie gehört?

    Aber mal noch zu etwas anderem: Was ist denn mit den Prüfern seiner Doktor-Arbeit. Sollten die SummaCumLaudae-Vergeber nicht auch zur Rechenschaft gezogen werden?

  14. whynotveroni sagt:

    Tsk. Haben wir denn schon Sommerloch…?

    Zunaechst mal zu Oli: Ich denke nicht, dass eine Menge Zitate von Schlampigkeit zeugt, sondern eher davon, gruendlich recherchiert zu haben und anderen ihren Credit fuer ihre Vorarbeit zu geben.

    Zudem ueberrascht es mich nicht, wenn jemand in einer Arbeit mit so vielen Zitaten eine Handvoll vergisst zu kennzeichnen. Ich erinnere mich noch gut an die zahlreichen Anmerkungen meiner Korrekturleser (wobei ich unter 120 Seiten war, aber in den Naturwissenschaften sind die Arbeiten ja auch eher kuerzer)… An tausend Stellen fehlten noch Referenzen. Ich bezweifele nicht, dass mir auch in der Endfassung noch drei bis fuenf durch die Lappen gegangen sein koennten.

    Da hat sich also jemand die Arbeit von Guttenberg genommen und mal ganz genau unter die Lupe genommen und fehlende Referenzen in einer Arbeit entdeckt, die offenbar ansonsten recht gruendlich zitiert.

    Ich bin jetzt kein Guttenberg-Fan und kenne seine Arbeit nicht einmal, aber ich verstehe die ganze Aufregung ueberhaupt nicht.

    Wenn ich Fehler in jemandes Dissertation finde oder finde, ich waere nicht ordentlich zitiert worden, dann schreibe ich dem ’ne Mail mit dem Hinweis auf die verpassten Referenzen oder sonstwiewelche Fehler. Normalerweise bekomme dann eine Mail mit „dankeschoen, hab’s korrigiert“ zurueck. Aber weil der Typ irgendwie politisch aktiv ist, geht man statt dessen zur Presse und diffamiert ihn als Plagiateur? Also bitte…

    *kopfschuettel*

  15. Muriel sagt:

    @whynotveroni: Naja. Ich teile ja dein Sentiment, aber wenn jemand mehrere Seiten Text einfach wörtlich in seine Arbeit kopiert, ohne kenntlich zu machen, dass sie nicht von ihm stammen dann liegt es schon nahe, darin nicht nur ein Versehen zu erkennen, das man schnell mal korrigieren kann. Finde ich.

  16. Soundcheck sagt:

    [Diesen Teil des Kommentars haben ich gestrichen, da er einen unbegründeten Vorwurf gegen Herrn Guttenberg enthielt, der meiner Meinung nach abmahnfähig sein könnte. Muriel]

    Auch dagegen ist nichts zu sagen. Man kann in der Juristerei eben ohne „Dr.“ nichts werden. Also kauft man sich das Zeugs zusammen.

    Jeder der schon mal eine Promotion oder eine Dissertation gelesen hat weiß:
    – Die Schriften sind aufgebläht, beispielsweise werden normale Sätze mit dem Thesaurus verkompliziert.
    – Es stehen keine neuen Erkenntnisse drin. Es mag Ausnahmen geben – aber nicht in Jura.
    – Haufenweise Fussnoten um sich wichtig zu machen. Am besten man zitiert den Papst, seinen Doktorvater und die Amerikanische Verfassung in einem Satz.

    Einsteins Dissertation hatte übrigens 17 Seiten.

  17. Sanníe sagt:

    Wenn es man so wortwörtlich wäre – und das vielleicht drei, viermal – aber es sind nicht nur deutlich mehr Stellen, er hat auch regelmäßig hier und da ein Wort eingefügt oder ersetzt. Als Zitate, deren Kennzeichnung er nur irgendwie „vergessen“ hat, sind diese Absätze gar nicht mehr zu verwenden gewesen.

    Gerade diese Ergänzungen und Ersetzungen entlarven ihn als schlimmen Besserwisser (aus „über 200 Jahre“ wird „über 215 Jahre“) und peinlichen Blender (aus „im Nachhinein“ wird „ex post“!

    Und – ich bitte Sie – lesen Sie das hier:
    http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/Seite_369f

  18. Sanníe sagt:

    @Soundcheck
    Der konnte in der Juristerei sowieso nichts werden, er hat nicht einmal das Zweite Staatsexamen.

  19. Muriel sagt:

    @Soundcheck: Ich habe einen Teil deines Kommentars gelöscht, weil er meiner Meinung nach justitiabel sein könnte und ich mein Geld lieber für meine eigenen Entgleisungen ausgebe als für die meiner Kommentatoren.
    Solltest du die Behauptung belegen können, bin ich natürlich bereit, ihn wiederherzustellen.

  20. Dietmar sagt:

    Axalotl Roadkill goes politics.

  21. Dietmar sagt:

    „[Auch hier habe ich das Zitat von Soundcheck entfernt. Muriel]“

    Ist durch „freie Meinungsäußerung“ nicht gedeckt.

  22. Muriel sagt:

    @Dietmar: Aber du glaubst doch sicher nicht, dass der coole Baron auf sowas so uncool reagieren würde, oder?

  23. Dietmar sagt:

    Ganz sicher nicht …

    („kann er auch Kanzler“ ist wie Bohren ohne Betäubung.)

  24. Muriel sagt:

    @Dietmar: Ein Schelm, wer sich daraufhin wie Frage stellt, was er den Kanzler können soll…

  25. Guinan sagt:

    Och. Ich finde, er könnte. Bringt alle Voraussetzungen mit. Bundespräsident ginge natürlich auch.

  26. whynotveroni sagt:

    Ok. Ich nehme alles zurueck und behaupte das Gegenteil 😉
    Ne, aber ernsthaft, ich war in meinem vorigen post davon ausgegangen, dass es sich um ein paar vergessene Referenzen in der Einleitung handele.

    Das hier http://images3.wikia.nocookie.net/__cb20110226230648/guttenplag/de/images/b/b8/Plagiat_graphic.png
    … ist aber mal krass…

    Und dass das keiner auch nur beim Ueberfliegen gemerkt hat, finde ich ziemlich arm.

    Wobei ich keine Ahnung habe, wie in der Jura ueberhaupt Doktorarbeiten entstehen und bewertet werden, muss ich zugeben. Kann mich da einer aufklaeren?

  27. Muriel sagt:

    @whynotveroni: Für mich auch völlig unvorstellbar.

  28. Frau.Meer sagt:

    Nach über 10 Tagen muss ich nun auch meine Einstellung revidieren – was da nun mittlerweile ans Tageslicht kam, ist gelinde gesagt erstaunlich. Ich hätte nur nie so ein Ausmaß an [zensiert] für möglich gehalten – da war ich wohl etwas naiv. Und über den Umgang des ehemaligen Pseudo-Doktors mit dieser Enthüllung schweige ich besser ganz…

  29. Dietmar sagt:

    Diese abgefeimte Rhetorik, ständig von „Fehlern“ zu reden, regt mich angesichts des Plagiat-Umfangs richtig auf.

  30. DasSan sagt:

    Ich kann wirklich nicht ganz nachvollziehen, warum immer wieder Leute meinen, das wäre doch alles nicht so schlimm mit Guttis Doktorarbeit.
    Jeder Student lernt bereits im Grundstudium, dass Plagiieren [zensiert] ist und man dafür auch exmatrikuliert werden kann. Außerdem ist eine Dissertation immernoch eine wichtige wissenschaftliche Arbeit, die man entsprechend ernst nehmen und für die man sich verdammt nochmal Mühe geben soll, egal in welchem Studiengang.
    Was der gute Herr von und zu gemacht hat, ist [zensiert] und für [zensiert] hat man keinen Doktortitel zu bekommen, schon gar nicht summa cum laude.

  31. Muriel sagt:

    Ja, ich hatte auch nicht damit gerechnet, dass das so viel wird, als ich diesen Beitrag schrieb. Man unterschätzt so leicht die Dummdreistigkeit anderer, und die eigene auch nicht selten…
    @Frau.Meer, DasSan: Ihr habt da in euren Kommentaren einen Begriff benutzt, der umgangssprachlich sehr gut auf diesen Fall passen mag, der aber daneben noch eine gesetzlich definierte Straftat beschreibt, die wir Herrn zu Guttenberg nicht nachweisen können. Meines Erachtens wäre die Verwendung dieses Begriffs aufgrund seiner Doppelbedeutung von der Meinungsfreiheit gedeckt, aber da ich die Rechtsprechung des OLG Hamburg kenne und sowieso keine Lust auf Rechtsstreit habe, habe ich ihn wegzensiert. Nicht, dass ich dächte, der Herr läse hier mit, aber man weiß ja nie.
    Ich hoffe auf euer Verständnis dafür und denke, dass der Sinn eurer Kommentare trotzdem noch gut rüberkommt. Wenn ihr wollt, setze ich auch gerne einen weniger verfänglichen Ersatzbegriff ein.

  32. Guinan sagt:

    Lt. dpa-Meldung scheint sich das Problem ja jetzt erledigt zu haben. Lang hat’s gedauert.

  33. Muriel sagt:

    @Guinan: Wow. Wenn ich eine satirische, möglichst unsympathisch Rücktrittserklärung zu verfassen versucht hätte, ich glaube, ich hätte es nicht besser hinbekommen als er.

  34. Guinan sagt:

    Verstehe ich seine Worte richtig? Er tritt zurück „wegen der öffentlichen und medialen Betrachtung“? Nicht wegen möglicher Fehler seinerseits?
    Nun ja, immerhin erwartet er kein Mitleid. Das ist doch schon mal was.

  35. DasSan sagt:

    Ich hätte nicht erwartet, dass er tatsächlich zurücktritt, von mir aus hätte er auch weiter den Bundeswehronkel geben können…

  36. Muriel sagt:

    Und immerhin steht er zu seinen Fehlern. Ist ja auch irgendwie ehrenwert…

  37. Dietmar sagt:

    Da legt man sich mal krank zu Bett und schon verpasst man die beste Meldung des Tages!

    Ich will mal versuchen, der Zensur zu entgehen 😉 :
    Es ist schwer vorstellbar, dass man in einer Dissertation versehentlich Zeitungsartikel wörtlich abschreibt, um sie als Vorwort zu verwenden. Es ist ebenso schwer vorstellbar, dass man im Haupttext versehentlich Texte seitenweise abschreibt, sogar die Quellennachweise anpasst. Das sieht nach planvollem Handeln aus. Und soetwas ist kein wissenschaftlicher oder sonstiger „Fehler“, soetwas müsste man als [zensiert] bezeichnen, wenn man den einen Begriff dafür finden wollte.

    *kopf-einzieh-und-daumen-drück*

  38. Guinan sagt:

    Wieauchimmer man es nennen möchte, seitenweise Ausarbeitungen des wissenschaftlichen Dienstes einzubauen und als eigenes Werk zu präsentieren, als juristischer Laie sehe ich da nicht so wirklich den Unterschied zu Diebstahl am Arbeitsplatz.

  39. Dietmar sagt:

    Hübsch auch: Prof. Andreas Fischer-Lescano erklärt, der Begriff „Plagiat“ sei juristisch unklar, hier gehe es um Täuschung, die gerade durch die kleinen Texteingriffe untermauert sei. Der ehemalige Dr. jur. KTzG erklärte Jürgen Trittin unheilschwanger, Plagiat bedeute, wie Fachleute wüssten, absichtsvolle Täuschung, und wer das behaupte, würde sich gegen diese Angriffe möglicherweise juristischer Angriffe aussetzen.

    Hat der Baron auch nur irgendetwas von den Vorlesungen mitbekommen, oder denkt er auch, lieber eine starke Behauptung als ein schwacher Beweis?

  40. Muriel sagt:

    @Dietmar: Määäp! You are fied one credit for violation of the verbal morality standard.
    Nee, so einfach ist das nicht. Der Zensur entgeht hier niemand, muahaha.
    Dass Guttenberg unehrlich war, drängt sich meiner Meinung nach aus den von dir genannten Gründen durchaus auf.
    Noch mal: Umgangssprach kann man das so nennen, wie du wolltest. Eingedenk der meines Erachtens nicht verfassungskonformen Rechtsprechung des OLG Hamburg zur Meinungsfreiheit insbesondere auch in Blogs sehe ich aber die Gefahr, dass jemand hier den Vorwurf der Straftat des § 263 StGB sieht, der nicht gerechtfertigt und daher möglicherweise abmahnfähig wäre.

  41. Dietmar sagt:

    Verdammt!

  42. Dietmar sagt:

    Andererseits muss ich sagen, dass ich *zensiert* durchaus nicht umgangssprachlich gemeint habe. Es ist derartig eindeutig, dass er versucht hat durch *zensiert* einen Doktor-Titel zu erlangen, dass man das, da bin ich wirklich überzeugt, auch juristisch als *zensiert* werten werden muss.

    Otto Graf Lambsdorff ahead?

  43. Muriel sagt:

    @Dietmar: Wo hat er denn irgendjemandes Vermögen geschädigt, um sich selbst einen Vermögensvorteil zu verschaffen?

  44. Frau.Meer sagt:

    Zensiere ruhig, ich will niemanden in Schwierigkeiten bringen 😉 Auch wenn sich nach meiner – scheinbar umgangssprachlichen – Auffassung des zensierten Begriffes das Wort sehr gut eignet.

  45. Muriel sagt:

    Falls jemand es gerne ein bisschen weniger vorsichtig mag, ist er übrigens beim Verfassungsblog gut aufgehoben.
    Herr Steinbeis schreibt dort sehr deutlich seine Meinung, die sich zu großen Teilen mit meiner deckt, auch wenn er vielleicht ein bisschen übers Ziel hinausschießt.

  46. whynotveroni sagt:

    Kriegt der jetzt eigentlich ’ne dicke Abfindung?

  47. Dietmar sagt:

    Stimmt, Muriel. Betrug ist deshalb der falsche Begriff. Ich habe mir selbst nicht richtig zugehört, denn weiter oben sagte ich „hier gehe es um Täuschung,“.

    Man gut, dass ich kein Jurist bin. Aber ich habe ja auch nie vorgegeben, einer zu sein; Dr. gar.

  48. Dietmar sagt:

    PS. Herr Steinbeis hat den Text wieder entfernt, weil er ihm selbst zu emotional schien.

  49. madove sagt:

    @Dietmar
    Wie bedauerlich!
    Natürlich war der Text zu emotional, und ich hätte ihn zB nicht unter meinem Namen veröffentlicht (feigling), aber schreiben hätt ich ihn genauso können. Und wollen.

  50. Rudi sagt:

    …was das alles noch so nach sich zieht…
    Jetzt verliert die CSU evtl. auch noch ein Überhangmandat 🙂
    Wer hätte das gedacht?! Einfach nur peinlich!
    Ansonsten ist dieser Guttenbergschen Politposse nichts hinzu zu fügen. Möge er den Rest seines Lebens auf seinem Schloss verweilen und uns nie wieder als Politiker begegnen.

  51. Frau.Meer sagt:

    Ein frommer Wunsch, dass er in seinem Schloss bleiben möge… aber Typen wie er fallen auf die Füße. Dessen bin ich mir leider sicher.

  52. Dietmar sagt:

    „“Was Guttenberg gemacht hat, ist Täuschung im Sinne dessen, was die Verwaltungsgerichte bislang geurteilt haben“, sagte ein Mitglied der Bayreuther Kommission zur Selbstkontrolle in der Wissenschaft dem „Stern“. Der Bayreuther Jurist Oliver Lepsius habe „völlig recht“. Lepsius – Nachfolger von Guttenbergs Doktorvater an der Uni Bayreuth – hatte gesagt, die Universität sei einem Betrüger aufgesessen.“ (Verdacht auf Straftat: Guttenberg droht juristisches Nachspiel
    03.03.2011, 12:47 Uhr, t-online.)

    Hier wird also von Betrug gesprochen, jedenfalls kündigt sich hiernach ein Strafverfahren an.

  53. Muriel sagt:

    @Dietmar: Du hast Recht, da wird von Betrug gesprochen. Zu Unrecht, wenn du mich fragst. Die Herren können aber wohl damit rechnen, dass Herr zu Guttenberg aus Sorge um sein Image (und vielleicht noch aus anderen Gründen) auf eine Verfolgung verzichten wird.

  54. Dietmar sagt:

    Ich denke einfach, „Betrüger“ ist griffiger als „Täuscher“. Zumal ja erklärt ist, was eigentlich gemeint war.

    Ich wollte nur ergänzen, in der Sache hast Du recht.

  55. whynotveroni sagt:

    … unbedingt zu Ende hoeren! 🙂

  56. Dietmar sagt:

    Lustig und gleichzeitig sehr, sehr traurig.

  57. Guinan sagt:

    Lustig? Zum Heulen! Ich befürchte, die Dame vertritt die Mehrheitsmeinung. Für einem Minister kommt es also auf gutes Aussehen und reichlich Charisma an. Rest ist egal. Warum suchen wir unsere Politiker nicht alle per Castingshow? Wie heißt noch die Sendung mit der Klum?

  58. Dietmar sagt:

    @Guinan: Das stimmt natürlich. Mich erinnert die „Argumentation“ an Gespräche mit Homöopathie-Fans und Astrologie-Gläubige. Dies verborte Nicht-Wissen/Nicht-Wissen-Wollen ist da ähnlich.

    Es macht auch ein wenig angst …

  59. oliver sagt:

    http://www.stern.de/politik/deutschland/plagiatsaffaere-guttenberg-falscher-doktor-harte-strafe-der-fall-kasper-1657950.html

    Hier ist übrigens ein Link. Es handelt von einem anderen Doktoranden, der plagiiert hat. Es zeigt, womit KTG noch eventuell rechnen kann. Bemerkenswert ist die unterschiedliche Handhabung seitens der Staatsanwaltschaft.

  60. Muriel sagt:

    @whynotveroni: Hach… Da ist schon wieder das böse Wort drin, aber ich lass es trotzdem stehen. Man kann es mit der Zensur auch übertreiben, habe ich gehört…

  61. whynotveroni sagt:

    @Muriel: Naja, ich denke, dann wuerde zu allererst Fritz-Radio Probleme bekommen…

  62. Muriel sagt:

    @whynotveroni: Nur, wenn nicht vorher mich jemand abmahnt.

  63. oliver sagt:

    wat habe ich denn falsch gemacht?

  64. Muriel sagt:

    @Oliver: Du hast nicht „Betrug“ gesagt.
    Oder was meinst du?

  65. Dietmar sagt:

    „Guttenbergs Vater, Enoch zu Guttenberg, kritisierte die „Häme und Selbstgerechtigkeit“, mit der über seinen Sohn hergezogen worden sei. Dies habe er seit 1945 so nicht mehr erlebt, betonte er.“ (
    (49) Schrift (85) druckenDemonstrationen für und gegen Guttenberg
    05.03.2011, 15:26 Uhr | Von Mey Dudin und Martin Roy, AP“

    Das sagt der nicht gedankenlos dahin, das betont er! Die Aufklärung eines Täuschungsversuches durch einen fachkompetenten Professor und die folgende Empörung ist wie die Verfolgung durch den damaligen Unrechtsstaat. Wenn man bis dato nicht gesehen hat, wes Geistes Kind TKKG, Verzeihung, KTzG ist …

  66. Muriel sagt:

    @Dietmar: Ich will dir eigentlich nicht dauernd widersprechen, aber der Schluss vom Vater auf den Sohn ist nicht zwangsläufig gerechtfertigt.
    Ich könnte dir ein paar deutlich unerfreulichere Zitate meines Vaters nennen, die für dich belegen könnten, wes Geistes Kind ich bin…
    Glücklicherweise haben wir auch so schon genug Gründe, Herrn zu Guttenberg nicht leiden zu können, und dass sein Vater offenbar auch ein bisschen strange ist, passt natürlich ins Bild.

  67. Dietmar sagt:

    @Muriel: Ich will Dir eigentlich nicht dauernd recht geben, aber Du hast natürlich recht. *grmbl*

    (Aber eigentlich war das der nicht geglückte leicht scherzhafte Versuch, seinen Vater mit dem „Geist“ des Sprichwortes gleichzusetzen.)

  68. Dietmar sagt:

    Entschuldigung, aber eieiei:

    „Allerdings übte er scharfe Kritik am politischen Gegner seines Sohnes und an den Medien. Die ganze Familie habe unter „Häme und Selbstgerechtigkeit“ gelitten, denen sein Sohn ausgesetzt gewesen sei. Er bleibe jedoch stolz auf seinen „Buben“, der sich im Kopf und im Herzen nicht habe „fertigmachen lassen“. Er hätte nicht gedacht, dass eine solche „Menschenjagd“ nach 1945 noch möglich sei. Die Berichterstattung empfand zu Guttenberg als „Schlachtefest“. (http://nachrichten.rp-online.de/politik/enoch-zu-guttenberg-stolz-auf-den-buben-1.443436 Enoch zu Guttenberg stolz auf den „Buben“
    VON GREGOR MAYNTZ)

  69. Muriel sagt:

    @Dietmar: So Recht habe ich vielleicht gar nicht. Ich habe dich eigentlich auch genauso verstanden und finde im Nachhinein, ich hätte den Scherz auch ruhig einfach mal stehen lassen können.
    Was dein zweites Zitat angeht: Ich bin ja selten auf Seiten von Opfern, die sich verspottet und beleidigt fühlen, aber hier wäre ich geneigt, eine Ausnahme zu machen.

  70. Dietmar sagt:

    Boah: Kannst Du mir nicht wenigstens Recht geben, wenn ich Dir Recht gebe? MURIEL! *faustschüttel* 😉

  71. Muriel sagt:

    Ich finde, man muss auch die Größe haben, einzugestehen, wenn andere Leute Fehler machen.

  72. […] zur causa Koch-Mehrin Stellung nehmen, obwohl eigentlich alles dazu gesagt ist: Erstens, weil ich damals bei der Guttenberg-Sache daneben lag und erst viel zu spät die Tragweite der Angelegenheit richtig erkannt habe. Und […]

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