Gastbeitrag: Teure Sanitätshäuser und andere Märchen vom Hilfsmittelmarkt

Tja, was sagt man dazu? Ich hatte Rudi einen Gastbeitrag angeboten, weil er mit dieser bestechenden Analyse (man kann wohl sagen: nicht nur meines Blogs, sondern) meiner Persönlichkeit zu begeistern wusste:

@Haukules
geb’ Dir keine weitere Mühe! So Du denn nicht auch eine der sog.Sockenpuppen bist, dann lass’ Dich nicht weiter auf eine Unterhaltung mit Muriel ein! Ausser, wenn Du nicht schon vorher in der Lage warst, eine rektale Tonsillektomie durch führen zu können!
SO weit muss man nämlich hier in aller Allerwertesten kriechen, um mit reden zu dürfen!
Muriel ist ein Provokateur!
Er unterhält sich mit Dir gerade so lange, wie Du NICHT in der Lage bist, ihn davon überzeugen zu können, dass er Unrecht hat, oder mindestens klein beigeben müsste.
Glauben?
ICH glaube, dass Muriel z.B. zu Weihnachten ein äusserst unbeliebter Gast ist, oder zu Ostern… Da frage ich mich nämlich auch, warum er es hin nimmt, dass er per Gesetz ‘frei’ hat!
Abgesehen davon, wie er solche Tage verbringt…..
Nein, der freie Wille (mit, oder ohne Gott) ist ihm irgendwie fremd.
Sein Auto fährt, oder es fährt nicht – so einfach ist das!
Es regnet, oder er wird in der Sonne braun, so einfach ist das!
Schöpfung gibt es, oder sie gibt es nicht, denn er ist ja da!
ER benötigt keine Erklärung dafür, er ‘nimmt hin’ und er treibt seine Spielchen, denn ansonsten würde er sagen:
Hier wird nicht über Gott geredet – hier wird über Gott gelästert. Gott ist tot und 1+1 sind 2 basta!
Muriel war noch NIEMALS da draussen!
Dort, wo man bei seinen moslemischen Mitbürgern zu Weihnachten Tannenbäume im Wohnzimmer sieht und er war auch noch nicht dort, wo man nach einer Antwort sucht, wenn man Elend einigermassen alltagstauglich zu erklären sucht.
NEIN, er hat sich seine Welt im Atheismus eingerichtet.
Lächerlich eigentlich, denn wenn man schon ein Wort für das NICHTGLAUBEN benötigt, ist es nicht weit her mit der für sich adäquaten Äusserung, dass Glauben in seinen Augen irgendwie nicht diskutabel, oder geradezu dumm ist.

Nebenbei: Ich habe verstanden, dass Du über die Wissenschaftsbrücke den Glauben erklären wolltest….. nun ja, es ist Dir nicht gänzlich gelungen.

GLÜCK, welches man empfindet, ohne dass man damit rechnet – SO würde ich Glauben definieren wollen. Nebenbei zähle ich mich zu den Menschen, die an ‘igendetwas’ glauben und habe den Namen Gott hierfür auch für mich adaptiert.

Muriel hingegen hat sein Glück und seinen Glauben gänzlich in diesen Blogg investiert.

Er ergänzte das später noch um:

@Muriel
Gerade SOLCHE Antworten schieben Dich ins Abseits!
Hast Du eben noch Zeit zwischen dem Duschen und dem Abendessen gefunden, um hier weiter zu polesimieren?
…ist mir schon überreichlich klar, dass Du Spass dabei hast, (SELBSTVERSTÄNDLICH) ungestraft jemandens Glauben, sagen wir ‘mal, ad absurdum zu führen……

Weisst Du, vor geschätzt hundert Jahren (so Du da gelebt hättest) hätte man Dich wohl ins Irrenheim geschickt, wenn Du von einer Armbanduhr gesprochen hättest, welche Dir mit Worten die Zeit ansagt…

Existiert also zwischen dem Glauben und dem, was wir sehen und anfassen können ein Unterschied?

Wahrscheinlich existieren wir (heute) nur so, weil sich Menschen etwas vorstellen konnten und der Kerker für Hexen ist (tschuldigung) ‘Gott sei Dank’ auch nicht mehr alltäglich, aber auch die aufgeklärteste Welt wird nicht ‘verhindern’, dass es etwas wie ‘Träumerei’ und Phantasie gibt. Übrigens sind DEINE Fortsetzungsromane GENAU aus dieser ‘Spinnerei’ entstanden.

ICH für meinen Teil glaube an eine ‘Institution’, bei der ich mich mit freiem Willen für etwas bedanken kann, was eben nicht so selbstverständlich ist, wie z.B. Fahrradfahren und einen Freund treffen (hallo Tim)
In diesem Sinne übrigens empfinde ich es als Glück, einen Freund zu haben.

Ich bin nicht so stringent, was mich bewegen würde, zur Beichte zu gehen (wo sollte ich als nicht Kirchenmmitglied auch aufrichtigen Herzens hin?).

Ich habe als Kind schon lange in den Spiegel geschaut
und ich habe dabei geschmunzelt, weil ich mir nicht erklären konnte, wer das da ist, den ich sehe. (Schmunzeln gehört bei mir zur Abwehr dazu, im Moment nicht erklären zu können, was mir durch den Kopf geht.)
Und für mich ist es noch heute unerklärbar, dass AUSGERECHNET ICH es bin, der sich da sieht.

NEIN, kein Wunder und ich sehe bereits DEIN Schmunzeln, welches DIR erklärt:
Was für ein Irrer, aber es gibt eben in meinem Leben Dinge, die ich für mich nicht als selbstverständlich abhake. Und dabei ist eine gewisse Dankbarkeit übrig geblieben, für die ein menschlicher Empfänger NICHT ausreicht.
Trotzdem
liebe Grüsse

Ich war also auf einiges vorbereitet, als sein Gastbeitrag mich erreichte. Zuerst konnte ich gar nicht richtig entscheiden, ob ich angenehm oder unangenehm überrascht war, dass er sich für ein erheblich weniger kontroverses Thema entschieden hatte als meine Charakterfehler, aber am Ende entschied ich mich dann für Freude, betrifft sein Gastbeitrag doch meinen eigenen Tätigkeitsbereich: Den Hilfsmittelmarkt. Ob das nur ein glücklicher Zufall ist, oder ob er sich tatsächlich die Mühe gemacht hat, das durch eingehende Lektüre dieses Blogs zu ermitteln, weiß ich bisher auch nicht. Rudi, vielleicht magst du es in den Kommentaren verraten. Darüberhinaus handelt es sich, soweit ich das beurteilen kann, auch noch um eine durchaus berechtigte Kritik an unseren öffentlich-rechtlichen Medien. Ich bin begeistert.

In diesem Sinne komme ich nun zum Ende meiner langen Vorrede und präsentiere euch ohne weiteres Drumherum voller Stolz Rudis Gastbeitrag:

Aus gegebenen Anlass möchte ich mich über eine Sendung des 1. Deutschen Fernsehens zum Thema ‚teure‘ Hilfsmittel äussern wollen. Besagte Sendung lief am 05.04.2011 um 22.15 Uhr. Hier wurde anhand eines Beispiels einer Rollifahrerin aufgezeigt, dass Sanitätshäuser doch so teuer seien und dass bei einer Selbsthilfeaktion einer Reparatur ihres Rollis doch tatsächlich so um
zwanzig Euro gegenüber einer imaginären Rechnungsaufstellung eines Sanitätshauses eingespart wurden. Ihr Pech nur, dass ihre Krankenkasse diese, sogar günstigere, Rechnung NICHT übernahm.

Wie kann das sein? Fragt sich nun jeder Mensch, der noch nicht von jeder Vernunft verlassen scheint.

Des weiteren klagt die gleiche Protagonistin darüber, dass sie (Dunja F.); Zitat aus der
Filmnachlese:
….wollte im Internet einen Rollstuhl kaufen, der dort günstiger angeboten wurde als im Sanitätshaus. Ihr war wichtig, dass der Rollstuhl nicht zu schwer ist, denn sie muss ihn jedes Mal, wenn sie mit dem Auto zur Arbeit fährt, umständlich auf den Rücksitz wuchten. Das Kassenmodell wiegt zehn Kilo. Sie wollte ein drei Kilo leichteres Modell. Das kostete allerdings über 3000 Euro
gekostet. Davon musste sie fast die Hälfte selbst zahlen. Den gleichen Rollstuhl hatte sie bei einem Sanitätshandel im Internet für 1000 Euro weniger gefunden; so hätten Kasse und Patientin Geld sparen können. Doch die Hoffnung zerschlug sich, die Kasse lehnte das Angebot ab….

WIEDER so eine Sache, bei der man sich tüchtig aufregen könnte, wenn – ja wenn da nicht einige Dinge so dermassen durcheinander gebracht worden wären, dass man glauben könnte, die Sanitätshausbetreiber laufen alle mit einer vergoldeten Nase durch die Gegend.

Dann noch ein Schwenk auf einen Gesundheitsökonomen, der von unser aller Steuergeld bezahlt wird und es sind plötzlich Milliardeneinsparungen möglich…..

Noch einen Abstecher zu einem Internetanbieter von Hilfsmitteln gemacht und der Skandal ist perfekt! Für mich allerdings klar als Dauerwerbesendung der Fa. K. erkannt.

Fazit:
Sanitätshäuser sind zu teuer und deren Inhaber gehören an die Wand gestellt, mindestens aber müssten sie an billige Rollstühle gefesselt den Rest ihres gierigen Lebens verbringen.

Meine stille Hoffnung ist, dass die meisten Menschen bestimmt wissen, dass im Internet immer etwas geht (mit den Preisen) und dass speziell die Betroffenen darüber informiert sind, wer sie dort zu welchen Konditionen, wie schnell versorgt.

Ich glaube nämlich, dass eine Reparatur von einem im Internet besorgten Rollstuhl dann bestimmt drei Monate dauern würde………
Dann noch eines:
seit dem 01.01.2010 hat der Gesetzgeber festgelegt, dass JEDES Sanitätshaus mit JEDER einzelnen Krankenkasse einen Vertrag über die Belieferung ihrer Mitglieder mit Hilfsmitteln ab zu schliessen hat. Es stimmt ergo nicht, dass hier Aufträge ‚unter der Hand‘ vergeben werden und beinahe ist man geneigt, eine Verleumdungsklage ein zu reichen. Aber dass können die Zuschauer ja alles nicht
wissen. In diesem Sinne darf man sich gerne vom öffentlich rechtlichen Fernsehen verdummt vorkommen. Einmal ganz davon abgesehen, dass hier (wieder) nur eine besonders attraktive, junge Frau gezeigt wird, die ihr Leben im Rollstuhl fristet. Meine Meinung hierzu:
Wohlwissend der Preise für Hilfsmittel hätte sie besser geschwiegen.
Sie hat nämlich bis heute wohl kaum eine Ahnung davon, was ihre Krankheit bis heute kostet…..

Um noch etwas provokativer zu werden:

Kann es sein, dass jeder von euch nicht adhoc damit zufrieden wäre, wenn er schnellsten mit einem Hilfsmittel versorgt wäre, ohne auf einen Preis zu schauen, oder wer ihn bezahlt?
Ist doch so bequem, zum Arzt zu gehen, sich etwas aufschreiben zu lassen und (ich kann es nicht lassen) ‚den Lieben Gott später hin einen guten Mann sein zu lassen‘.

Aber zurück zu den Beteiligten, denn da bleiben für mich nur (Achtung Satire):

eine kleine arme ‚Maus‘, die sich über ihre Körperlichkeit hinaus Grösse verschaffen möchte,

ein Professor, der der Schnittmengenrechnung trotzt

und ein Anbieter, der begriffen hat, wie günstig Werbung zu haben ist.

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9 Responses to Gastbeitrag: Teure Sanitätshäuser und andere Märchen vom Hilfsmittelmarkt

  1. Tim sagt:

    Ich glaube, Rudi ist in Wirklichkeit Max Goldt. Großartig!

  2. Martin sagt:

    Habe mich selten so köstlich gelangweilt.

  3. Rudi sagt:

    @Martin
    Dann nehme ich ‚mal an, dass Du ein ‚Nichtbetroffener‘ bist 😉

    @Tim
    Das fasse ich dann einmal als Kompliment auf; danke!

  4. Westrup sagt:

    Der Artikel ist schlecht geschrieben. Erstens gibt es viele Rechtschreib- und Flüchtigkeitsfehler, zweitens ist das Argument schlecht und schwer nachvollziehbar vorgetragen. Bitte löschen und noch einmal probieren.

  5. Muriel sagt:

    @Westrup: Wenn wir dich nicht hätten, was würden wir nur tun?

  6. Rudi sagt:

    @Westrup
    Erst wollte ich ja nur ‚JAWOHL‘ schreiben, aber das wäre wenig zielführend.
    Vielleicht fragst Du einfach nach und meine Wenigkeit erklärt Dir, was gemeint ist. In diesem Sinne kann ich beinahe nur sagen: besser ein schlechtes Argument, als gar keines:-) Nur wenn Du schon ein Argument ‚entdeckt‘ hast, verrate doch bitte, was Dir daran nicht gefällt.

    Ach ja, Flüchtigkeitsfehler haben den Charakter, nicht beleidigen zu wollen und Rechtschreibfehler sind auch nur menschlich 😉

  7. Westrup sagt:

    @Muriel
    Ich kann ja nicht alles dem Dietmar überlassen. Der braucht auch Zeit, um sein Kirchentrauma auszuleben.

    @Rudi
    Ich bitte Sie! Wenn einer in der Schule einen Aufsatz schreibt, den der Lehrer unverständlich findet, soll der Lehrer dann den Schüler so lange nach seiner Intention fragen, bis er ‚Eins mit Sternchen‘ drunter schreiben kann?

    Und, wer flüchtig schreibt, argumentiert meiner Meinung nach auch flüchtig.

    Ach, gut, daß ich so viel Freizeit habe.

  8. Rudi sagt:

    @Westrup
    Ach, gut, dass ich nicht mehr in der Schule bin.

  9. […] es unter Umständen sogar noch viel einfacher sein kann, ist für jeden Stammleser offensichtlich, aber ich halte es nicht für opportun, darauf noch plakativ hinzuweisen. Kommen wir also ohne […]

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