Und was ist mit Batman?

Nul ne peut, dans l’espace public, porter une tenue destinée à dissimuler son visage.
[Niemand darf im öffentlichen Raum Kleidung tragen, die dazu bestimmt ist, sein Gesicht zu verbergen.]

Einen Tag zu spät bin ich dran, aber ich möchte die Gelegenheit diesmal dennoch nicht ungenutzt verstreichen lassen, darauf hinzuweisen, dass seit gestern in einem weiteren mehr oder weniger aufgeklärten fortschrittlichen Rechtsstaat mitten in Europa das Tragen von Burkas und Nikabs strafbar ist. Frankreich konnte im Oktober 2010 nicht mehr an sich halten und meinte, seinen Bürgern vorschreiben zu müssen, wie sie sich zu kleiden haben. Das Gesetz ist am 11. April 2011, anscheinend unter moderaten Protesten muslimischer Frauen, in Kraft getreten. Ich finde das beschämend, und ich hoffe inständig, dass der EGMR diese Farce nicht mitspielt.

(Für die, die es interessiert: Das Gesetz enthält eine Ausnahme für rechtlich vorgeschriebene oder zumindest gestattete Kleidungsstücke (wie Motorradhelme), gesundheitlich oder zur Ausübung eines Berufs erforderliche (wie Schutzmasken bei Ärzten) und noch ein paar andere Sonderfälle wie Sportbekleidung oder traditionelle künstlerische Darbietungen. Batmans Maske wäre also wohl ein Grenzfall, denn soweit ich weiß, entfaltet zumindest sein aktueller Batsuit eine gewisse Schutz- und Panzerwirkung.)

Anlässlich dieser neuen Selbstentblößung Frankreichs möchte ich kurz auf die üblicherweise vorgebrachten Argumente für dieses Verbot eingehen und erklären, warum ich nichts davon halte. Die Reihenfolge ist willkürlich und hat nichts zu sagen.

1. Die Frauen tragen das ja nur, weil sie dazu gezwungen werden.

Ein wunderbares Beispiel für die Denkweise von Leuten, die anderen ihre Kleidung vorschreiben wollen. Frauenfeindlich, islamophob, evident unwahr, und sogar unabhängig von diesen drei Punkten trotzdem noch dumm.

Frauenfeindlich nicht nur wegen der Unterstellung, dass muslimische Frauen den Befehlen ihrer Männer gegenüber stets willenlos gehorsam sind, wenn der Gesetzgeber es ihnen nicht verbietet, sondern auch, weil es wahrhaftig genug muslimische Frauen gibt, die explizit und öffentlich sagen, dass sie gerne und freiwillig eine Burka tragen wollen.

Islamophob wegen der dumpfen Vorurteile gegen Muslime, die selbstverständlich ihren Frauen misshandeln bzw. (wenn sie Frauen sind) ihren Männern völlig devot und hilflos gegenüberstehen.

Evident unwahr weil, wie gesagt, genug Frauen sich freiwillig verhüllen. Ich glaube ihnen das jedenfalls, wenn sie es sagen.

Und schließlich noch sogar dann dumm, wenn die Prämisse stimmen würde (Was sie möglicherweise oft tut. Ich will nicht leugnen, dass die Beziehung zwischen Mann und Frau in vielen traditionell islamischen Haushalten auch in meinen Augen problematisch ist. In vielen christlichen und urdeutschen übrigens auch.), weil ich dann die Zielsetzung des Gesetzes immer noch nicht verstehe. Wenn eine Frau gezwungen wird, nur vollverschleiert in die Öffentlichkeit zu gehen, dann bestrafen wir sie dafür, wenn wir sie erwischen, denn damit zwingen wir ihren Mann natürlich, sich umgehend in einen liebe- und respektvollen Partner zu verwandeln? Klarer Fall. Genauso wie man Kindesmisshandlung unterbindet, indem man Kinder bestraft, wenn man sie öffentlich mit blauen Flecken rumlaufen sieht.

Das heißt nicht, dass wir untätig zusehen sollten, wenn Eltern ihre Kinder misshandeln oder Frauen von ihren Männern zu Dingen genötigt werden, die sie nicht tun wollen. Aber wenn wir handeln, sollten wir das auf wirksame und sinnvolle Weise tun. Jemanden gegen seinen Willen zu etwas zu zwingen, ist sowieso schon strafbar, und mir leuchtet auch beim besten Willen nicht ein, warum ein Mann härter bestraft werden muss, wenn er seine Frau zum Tragen einer Burka zwingt, als wenn er sie zwingt, mit ihm zu einem Formel-1-Rennen zu gehen, oder ein Puhdys-Shirt anzuziehen.

2. Das Tragen der Burka ist eine unsinnige religiöse Vorschrift.

Well, duh, wie der Amerikaner sagt. Natürlich ist sie das. Und natürlich weiß jeder, dass der allmächtige Schöpfer des Universums gerne möchte, dass wir in einer regelmäßigen Zeremonie Oblaten essen, damit die sich in seinen Körper verwandeln können, und außerdem fuchsteufelswild wird, wenn wir auf die falsche Weise Sex haben. Dass er hingegen ein Interesse daran haben könnte, wie wir uns anziehen, ist einfach nur albern.

Im Ernst: Ich finde viele Kleidungsstücke lächerlich und peinlich. Die Burka gehört dazu. Aber warum sollten wir sie deshalb verbieten?

3. Es gibt doch sowieso schon ein Vermummungsverbot.

Ja, bei Demonstrationen, aus gutem Grund. Denn bei Demonstrationen kommt es erfahrungsgemäß mit einer gewissen Regelmäßigkeit zu rechtswidrigen Übergriffen, und die Täter sollen identifizierbar sein. Da ist ein Vermummungsverbot in meinen Augen leider eine sinnvolle Prophylaxemaßnahme. Es dauerhaft auf die gesamte Bevölkerung auszudehnen, ist in meinen Augen aber durch nichts gerechtfertigt. Davon abgesehen zielt das französische Gesetz seiner Begründung nach eben nicht auf Sicherheitsaspekte ab, sondern soll muslimische Frauen vom Tragen der Burka abhalten, weil der Gesetzgeber in seiner maßlosen Weisheit erkannt hat, dass das nicht gut für sie ist.

4. In islamischen Ländern darf ich doch auch nicht nackt baden / eine Kirche bauen / einen Koran verbrennen / „Mohamed stinkt!“ rufen

Ja, und? Wollen wir Menschenrechte jetzt nur noch für Leute gelten lassen, die keiner Religion angehören, die in Ländern vorkommt, in denen Menschenrechte nicht für alle gelten?

5. Das Kreuz in den Schulen ist doch auch verboten!

Ich muss zugeben, dass ich das genau so noch nicht oft gehört habe, aber ich habe trotzdem den Eindruck, dass viele den Unterschied nicht verstehen:

Behörden und andere staatliche Organe müssen weltanschaulich neutral sein. Deswegen dürfen Schulen in Klassenzimmern keine religiösen Symbole aufhängen, und keine CDU-Plakate, und keine Giordano-Bruno-Stifungs-Werbeschilder.

Leute, die einfach nur privat auf der Straße rumlaufen, dürfen Kreuze tragen, Halbmonde, Yin-Yang-Kreise, Rondraschwerter, Thorhämmer und Atheisten-As, und wenn sie wollen, alles gleichzeitig.

So, ich glaube, das waren die wichtigsten, die mir auf die Schnelle einfallen. Wisst ihr noch mehr? Seid ihr nicht einverstanden? Findet ihr es mal wieder typisch, dass ich dauernd auf Christen einschlage, den Islam aber mit Samthandschuhen anfasse?

Lasst es mich wissen!

Advertisements

41 Responses to Und was ist mit Batman?

  1. Tim sagt:

    Ja, sehr peinlich. Wie überhaupt der ganze Westen seit Jahren ein schlechtes Bild abgibt. Wie wollen wir gegenüber der Bevölkerung in irgendwelchen Bananenrepubliken mit Freiheit und Bürgerrechten punkten, wenn wir sie nicht einmal bei uns verteidigen oder überhaupt erst mal ordentlich umsetzen können?

  2. Dietmar sagt:

    Ich finde es aber schwierig, Frauenverhüllung als Freiheit zu bezeichnen.

  3. Muriel sagt:

    @Dietmar: Wenn wir annehmen, dass die Frau es will, begreife ich nicht, was dagegen spräche.
    Wenn die Frau es nicht will, ist die Antwort natürlich genauso selbstverständlich, und zwar unabhängig davon, ob sie ver- oder enthüllt wird.
    Ich sehe da beim besten Willen kein Problem.

  4. Guinan sagt:

    Es gibt so Tage, da wünsche ich mir, ich dürfte mir Burka zur Arbeit gehen.

  5. Muriel sagt:

    Hm. Es gibt so Leute, da wünschte ich mir, sie würden das jeden Tag tun…

  6. Guinan sagt:

    Wie, legst du etwa solchen Wert auf Äußerlichkeiten? Pfui.

  7. Muriel sagt:

    @Guinan: Aber… Ich liebe- ich liebe doch alle – alle Menschen!

  8. Guinan sagt:

    An die 10 Gebote hältst du dich offensichtlich nicht. Wird da nicht eines mit umgangssprachlich „Du sollst nicht lügen“ ausgelegt?

  9. Muriel sagt:

    @Guinan: Diese Auslegung ist falsch. Da steht ja aus gutem Grund „falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten“.
    Lügen für jemanden oder etwas sind also völlig in Ordnung (wie viele historische Apologeten auch ausdrücklich betont haben, wenn es z.B. um die Verbreitung des Evangeliums ging).

  10. Guinan sagt:

    Hm. Und da gibt es doch tatsächlich Leute, die meinen, man sollte sich bei moralischen Fragen von der Bibel leiten lassen.

  11. Muriel sagt:

    @Guinan: Wo sonst erfährt man, wie glücklich es macht, Kinder an Steinen zu zerschmettern?
    Die Bibel ist als moralischer Leitfaden unverzichtbar.

  12. Guinan sagt:

    Wir wollen ja nun nicht immer gleich die allerschlimmsten Beispiele heraussuchen, nich?
    Das hast du doch schon mit sehr fähigen Leuten ausdiskutiert.

  13. Muriel sagt:

    @Guinan: Die waren in der Tat zu einigem fähig, ja…

  14. Rudi sagt:

    Gibt es in Frankreich nicht auch das Verbot, zuviel englisch zu sprechen ‹ 🙂 › oder in englischer Sprache zu werben?
    …na, DIE sollen mich nochmal einen Boche nennen…

  15. Tim sagt:

    @ Rudi

    Dafür ist in Frankreich aber Atomkrieg erlaubt.

  16. hk sagt:

    Argument eins, fuenfter Absatz:
    Natuerlich wird damit nicht der Mann zum besseren Menschen, sehr wohl aber muss er in einem solchen Fall die Gesetzeslage zur Kenntnis nehmen.
    Spaetestens wenn das gemeinschaftliche Ehepaar zur Anhoerung gebeten wird, sollte dann klar werden, dass er zwar sehr wohl seine Frau zwingen kann, sich ueber das Gesetz hinwegzusetzen (so wie er sie zuvor vermeintlich gezwungen hat, die Burka zu tragen, was wir in diesem Fall annehmen muessen), sich damit aber (in diesem Fall durchaus zum Schutz der Frau) grundsaetzlich zunaechst in den Fokus der Ermittlungsbehoerden begibt und darueber hinaus die aus der Isolation wachsenden Ueberlegenheit seiner Frau gegenueber entsteigen muss, um seinen Anspruch zu unterstreichen. Beides koennte (sigh!) vielleicht keine Verbesserung der Situation der Frau erzeugen, aber es greift immerhin die Machtposition des Mannes an.
    Dass sowas im wahren Leben dann eher reflektiert und nicht zur Besserung sondern eher zum Gegenteil beitraegt – nunja, Schwamm drueber.

    Ich find’s aber so als Sozialstudie ganz spannend zu beobachten, inwiefern die Dominanz des Muslimen und die Subdominanz der Muslimin mit Hilfe von halbgaren Gesetzen zur durchbrechen versucht wird. Bin gespannt, wie weit es fuehrt.
    Puhdys sind ja noch annehmbar – Vera Bunsegeht noch einen Schritt weiter und tadelt die Socken-in-den-Sandalen-Sommer. Das ist wesentliche konsequenter und angemessener.

  17. hk sagt:

    hmpf. Link is richtig, „vera bunse“ sollte der Titel sein. Sei’s drum 😉

  18. Rudi sagt:

    @Tim
    …dafür haben wir hier unsere (neurdings) kaputten Meiler…

  19. puregold sagt:

    Ich bin eine Frau und es gab schon Zeiten in meinem Leben in denen ich mir sowas wie eine Burka gewünscht hätte. Ich hätte mich gerne auf einem Weg von A nach B den ich nunmal gehen musste, vor den Blicken anderer geschützt. Nicht, weil ich befürchtet hätte erkannt zu werden oder etwas zu verbergen gehabt hätte, sondern einfach, weil ich mich danach sehnte, in Ruhe gelassen zu werden… Allerdings hätte ich mit eienr Burka wohl mehr Aufmerksamkeit auf mich gezogen als ohne.
    Kurz gesagt, ich kann es verstehen, wenn Frauen freiwillig ein solches Kleidungsstück tragen, zumindets manchmal. Bei heißem Sommerwetter stelle ich es mir als ziemlich unangenehm vor und ich frage mich, ob das Sichtfeld darin nicht etwas eingeschränkt ist, so dass man in Gefahr läuft z.B. ein herankommendes Auto zu spät zu sehen oder was auch immer. Aber da müsste man mal erfahrene Burka-Trägerinnen fragen, wie sie das sehen.

    Wenn es dem so wäre, dass Burkaträgerinnen im Straßenverkehr durch ihre Kleidung gefährdeter sind, dann wäre das vielleicht ein sinnvolles Argument für ein Burkaverbot im öffentlichen Raum. Die anderen, da hast Du recht, sind irgendwie nicht wirklich nachvollziehbar.

    Wie siehst Du es denn, wenn z.B. eine Lehrerin, eine Polizistin oder einer Verkäuferin im Supermarkt während der Arbeit eine Burka tragen will. Wäre es für Dich am Arbeitsplatz etwas anderes, als im privaten öffentlichen Leben?

    pure

  20. Muriel sagt:

    @hk: Habs repariert. Fast. Danke für den Beitrag!
    @puregold: Wenn es nach mir geht, und es vertraglich so festgelegt ist, darf der Arbeitgeber frei entscheiden, wie seine Arbeitnehmer sich anziehen. Tatsächlich gibt es dafür Grenzen, die aber bei einer Burka wohl bei fast allen Berufen überschritten wären. Ich weiß von keiner Gerichtsentscheidung dazu.
    Öffentliche Arbeitgeber sind wieder eine andere Sache. Da sehe ich die Burka aber schon als klares religiöses Statement, und deshalb als inakzeptabel. (Abgesehen davon, dass sie bei Polizistinnen natürlich nicht mit der Uniformpflicht vereinbar wäre.)

  21. Rudi sagt:

    @Muriel
    Ich überlege gerade, wie das eigentlich in Afghanistan ist. Dürfen DORT Frauen im Berufsleben Burkas tragen?
    Ich habe eben gegooglet und nichts gefunden.
    Wäre doch einmal sinnvoll, heraus zu finden, OB und WO da die Frauen überhaupt arbeiten (dürfen) und wenn, ob dann auch im sog. öffentlichen Dienst…
    Nur ‚mal so, um eine Unterscheidung der stringenten Haltung Frankreichs und der auch von mir geschätzten Freizügigkeit der Bekleidungswahl treffen zu können.
    Und wenn dann aber in Afghanistan Unterscheidungen getroffen werden, wie z.B. das Tragen bestimmter Kleidungen zu bestimmten Anlässen, dann; ja dann kann ich einer Vorschrift, wie der in Frankreich sogar noch etwas abgewinnen, denn dann geht eine Beeinflussung auf die Kleidung,und zwar nur die der Frauen, darüber hinaus, dass der Staat in seinen Institutionen Einfluss auf eine Kleiderordnung hat.
    Und NUR um einmal auf den Stand der Frauen in solchen Ländern eingehen zu wollen:
    Wird nicht gerade in Afghanistan und anderen moslemischen Ländern immens viel (Spenden-)Geld investiert, damit die Frauen dort überhaupt zur Schule gehen können?
    AUSSCHLIESSLICH aus diesem Blickwinkel würde ich es geradezu als Armutszeugnis verstehen, wenn die sog. freie Welt sich nicht hinter diese Frauen stellt und, sagen wir ‚mal ‚Akzente‘ setzt.
    Wie die Umsetzung solcher Rettungsversuche aussehen mag, bleibt zunächst auch für mich unbeantwortet, aber den Versuch ist es wert.
    Und ‚mal ehrlich: Wie würdest Du Dich fühlen, wenn Du stets unter einer Sturmhaube bekleidet das Haus verlassen müsstest, weil Deine Frau so darauf steht?
    Ja klar, Du würdest Deinem Schatz natürlich nichts ausschlagen, oder… 🙂

  22. Dietmar sagt:

    Frauen tragen freiwillig Kleidung, die sie komplett verhüllt und die Umwelt nur durch einen verschleierten Sehschlitz wahrnehmen lässt. Das muss eine ganz tolle Sache sein, sonst würden das nicht so viele Frauen machen. Und das schützt sie dann auch vor lüsternen Blicken und macht sie zu vollwertigen Mitgliedern der Gesellschaft.

    Nein, doch nicht. Ich denke nicht, dass das eine freiwillige Modeform ist.

    Zur direkten Kommunikation gehören Augenkontakt, Körpersprache und Mimik. Ich empfinde es tatsächlich als Unverschämtheit, wenn sich mein Gegenüber im Gespräch nicht zu erkennen gibt. Aber ich halte das nicht für gesetzlich fassbar.

  23. DasSan sagt:

    Abgesehen davon, dass ich ein gesetzliches Verbot auch nicht unbedingt zielführend finde, kann ich mir auch nicht wirklich vorstellen, dass eine Frau ein derart einschränkendes Gewand wie die Burka absolut freiwillig und aus eigener Überzeugung trägt.
    Wenn Frauen zum Beispiel meinen, sich nur so vor lüsternen oder allzu neugierigen Blicken schützen zu können, ist das dann wirklich freiwillig?

  24. Muriel sagt:

    @Dietmar: Du bist davon überzeugt, dass es keine Frau gibt, die freiwillig eine Burka trägt? Die werden alle gezwungen? Spannend. Woher weißt du das?
    @DasSan: Naja, ich kann mir auch nicht vorstellen, dass jemand sich freiwillig und aus eigener Überzeugung den Musikantenstadl ansieht. Aber ich muss mich damit abfinden.

  25. Gut zusammengefasst. Ich finde deine Argumentation schlüssig und stimme dir da auch in komplett allen Punkten zu.

    Ich glaube schon dass es Frauen gibt die den Burka auf Druck von Seiten des Mannes oder der Familie tragen und ich denke auch das man diesem Zwang etwas entgegenen sollte, aber ein generelles Verbot von Burkas ist da meiner Meinung nach nicht Zielführend und verschärft Problematiken vielleicht auch eher.

    Und es gibt bestimmt Frauen die aus kultureller oder religiöser Überzeugung sich für den Burka entscheiden. Und das ist für mich eigentlich kein Zwang und das Verbieten unterdrückt nur die Religionsfreiheit.
    Wenn ich meine Wohnung mit Kruzifixen zuhänge dann kann ich das ja aus meiner religiösen Überzeugung heraus auch freiwillig tun, um Gott zu gefallen oder weils irgendwo geschrieben steht.

  26. Muriel sagt:

    @Rudi:

    Wie würdest Du Dich fühlen, wenn Du stets unter einer Sturmhaube bekleidet das Haus verlassen müsstest, weil Deine Frau so darauf steht?

    Lass es mich so formulieren: Ich ziehe mich lieber so an, dass es Keoni gefällt, als mich nach den Vorgaben der Regierung einzukleiden.

  27. Dietmar sagt:

    „@Dietmar: Du bist davon überzeugt, dass es keine Frau gibt, die freiwillig eine Burka trägt?“

    Gegenfrage: Wo habe ich das gesagt? Ich kenne Menschen, die laufen jeden Sonntag in ein großes Gebäude um das zu sich zu nehmen, was sie zu Blut und Fleisch eines Menschen umdeuten. Freiwillig. Vieles, was wir als freien Willen bezeichnen, tun wir aus einem gesellschaftlichen Druck heraus. Das Burka-Tragen folgt einem starken gesellschaftlichen Druck. Oder noch eine Gegenfrage: Woher weißt Du, dass Frauen diese Burka freiwillig tragen? Machen 14jährige freiwillig ihre Beschneidung mit? Oder männliche Babys jüdischen Glaubens?

    Im Mittelalter gab es Kleidungsvorschriften für die jeweiligen Stände. Ich vermute mal blind, dass jeder damaliger Bauer es für hochanständig, auch im Wortsinn, richtig und freiwillig ansah, keine bunten Farben zu tragen. Dahinter stand aber ein Machtmittel. Die Burka ist ein solches.

  28. Dietmar sagt:

    Nachtrag: Freiwillig kann nur etwas sein, das die Möglichkeit zur freien Auswahl lässt. Ohne Repressalien. Dies ist bei der Burka so?

  29. Rudi sagt:

    Was aber schon ‚komisch‘ ist, ist die offensichtliche Tatsache, dass es die restliche Welt bisher kaum gestört hat, wie die Frauen in anderen Ländern ‚rumlaufen‘. Erst nach etlichen Kriegen dort und die damit einhergehende Völkerwanderung, bzw. der sog. Globalisierung interessieren wir uns nicht mehr nur aus dem touristischen Entdeckersinn heraus auch dafür, was unter der Burka versteckt ist und wie es diesem Wesen wohl ergeht…
    Und ich vermute auch bei tausenden Menschen in der westlichen Welt ebenso viele Fotos, (u.a. von verhüllten Frauen) welche im ‚Traumurlaub‘ geschossen wurden.

    Keinesfalls bin ich aus diesem Grund aber dafür, Menschen mit irgendetwas und sei es nur der Kleidung zu unterdrücken.
    Nur ist das ja auch nur eine Vermutung…….

  30. Muriel sagt:

    @Dietmar:

    Freiwillig kann nur etwas sein, das die Möglichkeit zur freien Auswahl lässt. Ohne Repressalien. Dies ist bei der Burka so?

    Die Frage klingt für mich, als könne es nur immer das eine oder immer das andere geben. Ich habe den Eindruck, dass beides vorkommt.
    Aber da wir uns ja einig sind, dass das Gesetz nicht der richtige Weg ist, bin ich auch gar nicht sicher, worüber wir eigentlich streiten.

  31. Muriel sagt:

    @Bioschokolade: Vielen Dank übrigens, und schön, dass du noch da bist. Ich hatte mir schon Sorgen gemacht.

  32. Dietmar sagt:

    @Muriel: Ich wollte eigentlich nur einen Punkt, den Du abgehandelt hast, betonen. Widersprechen würde ich nur insoweit, als dass ich dies

    „Ein wunderbares Beispiel für die Denkweise von Leuten, die anderen ihre Kleidung vorschreiben wollen. Frauenfeindlich, islamophob, evident unwahr, und sogar unabhängig von diesen drei Punkten trotzdem noch dumm.“

    nicht für richtig halte. Denn die Burka zu tragen, ist eher eine Kleidungsvorschrift, als sie nicht zu tragen. Es ist ja nicht so, dass alle Frauen, die die nicht tragen wollen, sie einfach ablegen könnten. Ich wollte also nicht vorschreiben, was zu tragen sei, sondern bin gegen die Burka als Machtmittel.

    Sieht außerdem scheiße aus; darf man ja auch mal sagen 🙂

  33. Muriel sagt:

    @Dietmar: Inwiefern widersprichst du mir damit? Ich meinte, dass der Zwang (wo er besteht, was nicht bei jeder Frau der Fall ist) als Argument für ein Verbot nicht trägt, dass wir ihn aber ansonsten bekämpfen sollten. Mir scheint, dass das auch dein Standpunkt ist. Und um doch noch einen Streitpunkt anzubieten: Teilweise scheint mir bei dir ein wenig praktikabler Begriff von Zwang und freiwillig anzuklingen. Trage ich freiwillig Anzug und Krawatte? Tragen Frauen freiwillig Ohrringe oder Push-up-BHs?

  34. Dietmar sagt:

    @Muriel: Ah, verstanden. Besser spät als nie …

    Der folgende „Streitpunkt“ entsteht aus Überspitzung. Die Burka ist m. M. n. mehr als ein „Modediktat“ o. ä.

  35. Rudi sagt:

    Mir fällt gerade ein, dass es doch möglich wäre, dass die Frauen unter den Burkas Push-ups tragen könnten… 😀 , oder vielleicht ist darunter auch der eine oder andere Mann versteckt. Wer weiss….
    Allerdings wäre so ein Klempner-BH noch zu erklären. Wie blöd wäre es aber, wenn Mann darunter Schlips und Kragen zu verbergen sucht!

    Ich muss nochmal über die eigentliche Frage nachdenken.

    Und @Dietmar:
    willst Du nun eigentlich bis die Sonne untergeht mit mir schmollen, oder darf ich doch noch damit rechnen, von Dir verbal an die Backen zu bekommen?
    Komm‘ schon; Du solltest doch mittlerweile gemerkt haben, dass hier jeder sein Fett weg bekommt, oder 😉

  36. Rudi sagt:

    Hallo Muriel
    Ich stehe gerade wieder in der Küche und ich kann meinen Ohren beinahe nicht trauen, denn es wurde über den Mord an den beiden Kindern in Bodenfeld berichtet.

    Also, ich würde Dir vorschlagen wollen, einen Wunschbriefkasten zu eröffnen, in dem jeder geneigte Leser Deines brillanten Bloggs seine Wünsche für Themen äussern darf.

    Ich nehme dieses Thread (heisst das so?), weil ich möchte, dass jeder geneigte Leser von meinem Wunsch weiss.

    Also für den ersten Beitrag könnte ich schon eine Antwort schreiben:

    Gib‘ mir ca. einen Euro (so teuer ist Jagdschrot/Schuss) und ich würde weiter vergeudetes Steuergeld einsparen können!

    Also, was hältst Du von meinem Vorschlag? Nein, nicht das mit dem Erschiessen..

  37. Muriel sagt:

    @Rudi: Für Themenvorschläge empfehle ich Kontaktaufnahme per Mail oder Formspring. Ansonsten hast du das aber auch nicht verkehrt gemacht, auch wenn ich dir sagen muss: Ich sehe derzeit nicht, was ich darüber schreiben sollte.

  38. Rudi sagt:

    @Muriel
    Tja, so ist das mit der Notwendigkeit……

    Aus Wiki dafür das:

    In der Alltagssprache bezeichnet man etwas als notwendig, wenn man glaubt („für notwendig halten“), dass es benötigt wird bzw. vorhanden sein muss, um einen bestimmten Zustand oder ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen. Manchmal wird auch die Steigerung „am notwendigsten“, dringend notwendig usw. verwendet, um die Priorität einer Maßnahme anzudeuten.

    …nicht mehr als DAS wollte ich hier ‚zwischendurch‘ zum Ausdruck bringen.

    Gruss Rudi

  39. […] Anlass noch mal auf die Startseite gerutscht ist. Es geht um das Burkaverbot, und weil sich das thematisch gerade so schön einfügt, will ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, indem ich einerseits dieses symbolisch sehr […]

  40. […] Anlass noch mal auf die Startseite gerutscht ist. Es geht um das Burkaverbot, und weil sich das thematisch gerade so schön einfügt, will ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, indem ich einerseits dieses symbolisch sehr […]

  41. […] die Europäische Menschenrechtskonvention. Das ist jetzt eher so mittelüberraschend, klar, und ihr kennt meine Position in der Sache ja ohnehin schon, aber ich finde trotzdem, dass man über die Begründung mal ein bisschen nachdenken darf, und sich […]

Gib's mir!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: