Esst vielleicht lieber doch nicht mehr Delphine (1)

Keoni und ich haben ein bisschen Angst. Naja. Angst ist wohl nicht ganz das richtige Wort. Sagen wir, wir sind besorgt. Besorgt, dass wir eines Tages mal diese Art Urlauber werden, die jedes Jahr denselben Ort besuchen. Vielleicht erinnert ihr euch noch, dass wir letztes Jahr auf Gran Canaria waren. Dieses Jahr haben wir das wiederholt, auch wieder mit Surfkurs, und es hat uns tatsächlich sogar noch besser gefallen.

Vorläufig wollen wir das Problem lösen, indem wir generell einen Gran-Canaria-Urlaub pro Jahr machen, aber außerdem auch noch mindestens einen woandershin. Außerdem zählt das mit demselben Ziel nicht richtig, wenn man wegen eines bestimmten Sports dorthin fährt, finde ich. Wer widersprechen will, darf das gerne woanders tun; hier ist diese abweichende Meinung nicht gefragt.

Auch diesmal will ich in dem Reisebericht nach dem Prinzip verfahren, dass ich nicht viel vom Surfen erzähle. Es war wieder toll, wir werden langsam und mühselig ein bisschen sicher auf dem Brett, und unsere beiden Surflehrer sind immer noch die wundervollsten Menschen auf der Welt.

Da wir diesmal zehn Tage auf der Insel geblieben sind, bleibt trotzdem genug Stoff für zwei Reiseberichte, zumal ich ja den ersten mit so viel einleitenden Bemerkungen versehen habe, dass man ihn beinahe auch noch mal… Naja, schon gut. Los geht’s:

Als ersten Tagesausflug haben wir uns aus nicht mehr ganz wiederherstellbaren Gründen für den Caldera de Bandama entschieden, was ziemlich wörtlich übersetzt Van Dams Krater bedeutet.

Die Insel, auf der sich Norris‘ Krater eigentlich befinden sollte, existiert nicht mehr.

Und nun zu etwas völlig anderem: Wer den ersten Canaria-Reisebericht gelesen hat, erinnert sich vielleicht noch, dass wir das Samsara lieben, ein fabelhaftes asiatisch-mediterranes Fusion-Restaurant mit dem coolsten Kellner der Welt und teilweise vom Eigner selbst gezimmerten Kunstwerken in der Deko. Natürlich wollten wir das auch diesmal besuchen, doch oh weh, es war ausgebucht, und von Ostern an für den Rest unseres Urlaubs geschlossen. Wir verfielen in kopflose Panik, und um weiteren Schaden von seiner Kunst abzuwenden, bot der Chef uns schließlich an, einen Tisch doppelzubuchen. Wenn wir um sieben kämen, hätten wir bis halb zehn Zeit zu essen. Das klang gut, also sagten wir zu.

Und nun wieder zu etwas nicht anderem: Weil wir, wie das unsere Art ist, erst relativ spät aufgestanden und deshalb auch relativ spät losgefahren sind, kamen wir erst relativ spät beim Krater an. Die Physik ist da unerbittlich. Deswegen haben durchaus ernsthaft überlegt, ob wir da noch runtersteigen sollen oder lieber sichergehen, dass wir den Termin im Samsara einhalten können. Bloß gut, dass wir uns für die Wanderung entschieden haben, der Krater ist nämlich wirklich toll.

Da unten wohnte eine Zeitlang ein Bauer, der keineswegs irgendwann beschlossen hat, dass es ihm zu doof war, so alleine zu wohnen und immer den Abhang hoch und runter zu klettern, wenn er mal woanders hinwollte, sondern dort bis zu seinem Tod ausgehalten hat.

Auch heute läuft da unten ein alter Mann mit Baseballmütze rum, der Besuchern mahnend zuruft, wenn sie in Richtung der noch bepflanzten Beete laufen. Vielleicht ist er ein Nachfahre des Bauern, ein von ihm unabhängiger Hobbygärtner oder einfach nur jemand mit viel Zeit und einem sonderbaren Sinn für Humor. Wer weiß? Es gibt aber auch abseits der Beete genug Krater für alle.

Das Essen im Samsara war natürlich wieder eine Offenbarung.

Zum Dessert gab es einen Pfannkuchen, den sie mit Quarkcreme und Meringue und Frucht gefüllt hatten und… Hach.

Der zweite Ausflug führte uns wieder in die Berge im Inselmittleren, diesmal aber richtig.

Unsere Surfcoaches hatten uns von einem wunderschönen Wanderweg berichtet, der von Artenara nach Cruz de Tejeda führt, oder andersherum, das ist bei Wanderwegen ja oft nicht so ganz eindeutig erkennbar, bis es dann zu spät ist. Den wollten wir nun auch ausprobieren, und zwar andersherum, crazy wie wir sind, und von diesem unfassbaren Abenteuer stammen die Bilder, die ich euch kürzlich für Schottland verkaufen wollte.

Außer dem Nebel haben wir noch eine Zwerggottesanbeterin gesehen:

und noch ein paar andere Naturschönheiten:

Wir hatten uns das so vorgestellt, dass wir an diesem Abend noch in Maspalomas essen. Ja. Naja. Der Mensch denkt, und Gott lacht. Auf der Karte sah der Weg aus, als wäre er in einer Stunde geschafft, aber es war dann doch wieder eine dieser engen Serpentinenstraßen, auf denen man nie schneller als 30 fahren kann, und meistens eher langsamer. Als wir wieder zu Hause waren, war es fast Mitternacht, und das ist sogar für spanische Restaurants zu spät. Dafür war der Weg sehr schön.

[wird fortgesetzt]

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3 Responses to Esst vielleicht lieber doch nicht mehr Delphine (1)

  1. Guinan sagt:

    Tolle Bilder, toller Urlaub *neidischguckwirwarenwiedernurinholland* und ich würde dir natürlich NIEMALS widersprechen.
    Der Surfhut ist ja wirklich todschick! Gar kein Vergleich mit so einem uncoolen Normal-Sturzhelm.

  2. […] dem Weg nach Hause trat ich zum zweiten Mal in dieselbe Harke wie nach unserem Spaziergang im letzten Urlaub: Der Weg im Westen der Insel nach Maspalomas sah so schön kurz aus, und das Navigationssystem […]

  3. […] das Wetter war ein bisschen anders, als wir uns vorgestellt hatten. Treue Leser erinnern sich, dass unsere letzte Bergwanderung ziemlich kalt und nieselig verlief, und so ungefähr hatten wir uns das auch diesmal vorgestellt. […]

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