Esst vielleicht lieber doch nicht mehr Delphine (2)

Da ist er, der versprochene zweite Teil des Gran-Canaria-Reiseberichts. Diesmal geht es um Höhlenmenschen, eine geteilte Hauptstadt, und El Roque. Ich hoffe, er gefällt euch ein bisschen, und ich wünsche viel Spaß.

Unser dritter Ausflug war eine Expedition in ein sagenhaftes Tal, von dem uns ein betrunkener und ausgesprochen übelriechender Seemann in einer schäbigen Hafenspelunke erzählt hatte. Angeblich sollte es im abgelegenen Inselinneren Gran Canarias ein Gebiet geben, dessen Bewohner in Höhlen hausen und von der Jagd auf Säbelzahntiger und Diplodoci leben. Wie das bei solchen Geschichten oft so ist, stellte sich aber heraus, dass nur die Hälfte davon stimmte. Die Bewohner des Barranco de Guayadeque sind technisch viel fortgeschrittener, als unser Informant uns glauben machen wollte, auch wenn sie einige Traditionen ihrer Vorgänger noch beibehalten haben.

Wenn man tiefer in das Tal vordringt, wird es mit der Zeit natürlich beschaulicher, die Schlachten mit den Ruloniern finden größtenteils in den Außenbezirken statt.

Sogar Buddy Jesus fühlt sich hier wohl, und auch die Tiere haben sich der Lebensweise ihrer Eigentümer angepasst:

Da es unser letzter Tag war, haben wir uns nur bis in den frühen Nachmittag hinein mit dem Barranco de Guayadece befasst (Guayadeque ist übrigens nicht spanisch, sondern eines der wenigen Worte der Sprache der Canarischen Ureinwohner, von denen man heute noch weiß, was es bedeutet: Ort mit fließendem Wasser. An überschäumender Kreativität lag es jedenfalls nicht, dass die ausgestorben sind.) und fuhren zügig weiter in die Hauptstadt der Insel, die wir bei unserem ersten Besuch nicht einmal von Weitem gesehen hatten.

Es hat sich durchaus gelohnt. Las Palmas de Gran Canaria (Die spanischen Conquistadores konnten an mangelnder Kreativität mit den Guanche offenbar mühelos mithalten.) hat eine sehr ansprechende Altstadt, die sich unter anderem durch sehr ansprechende Balkone auszeichnet:

Das ist aber natürlich nicht alles. Auch insgesammt weiß die canarische Städteplanung zu gefallen:

Außerdem bietet Las Palmas neben einem äußerst lebhaften Hafen noch die halbe Provinzregierung, die man nach langen und für alle Beteiligten persönlich sehr verletzenden Streitigkeiten beschlossen hat, sich mit Santa Cruz de Tenerife zu teilen:

Und sogar die Außenbezirke wirken zumindest aus der Ferne irgendwie reizvoll.

But wait, there’s more! Las Palmas de Gran Canaria verfügt außerdem noch nicht nur über ein architektonisch rundum gelungenes Columbus-Museum:

sondern auch die eindrucksvolle Santa-Ana-Kathedrale:

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Zum Abschluss unseres Urlaubs hatten wir uns noch eine besondere Empfehlung unserer Surf-Coaches aufgehoben. Die beiden hatten uns von ihrem Lieblingsrestaurant erzählt, das sich an der Nordküste der Insel am Ende eines wundervoll urigen Gewirrs aus kleinen Gassen befinden, hervorragendes Essen nebst einem einmaligen Blick auf das Meer bieten und El Roque heißen sollte, und da wollten wir nun zu Abend essen. Die Beschreibung erwies sich als rundum zutreffend.

Es regnete und stürmte an diesem Abend ganz fürchterlich, deswegen konnten wir nicht draußen auf der Terrasse sitzen und den Meerblick genießen, aber die Gemütlichkeit drinnen hat das unserer Meinung nach mehr als aufgewogen. Unser Fisch war eher schlicht zubereitet, aber sehr schmackhaft, und zum Nachtisch gab es noch einen Käsekuchen, für den ich jederzeit mein erstgeborenes Kind opfern würde, wenn ich wirklich davon überzeugt wäre, dass man dafür so einen Käsekuchen bekäme, was aber bisher nicht der Fall ist, und außerdem habe ich derzeit kein Kind, ihr könnt also das Telefon wieder weglegen.


Finis

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3 Responses to Esst vielleicht lieber doch nicht mehr Delphine (2)

  1. Katja sagt:

    Ich mag deine Reiseberichte.

  2. Muriel sagt:

    @Katja: Vielen Dank, das freut mich!

  3. […] bisschen gruselig, aber wenigstens stehen wir dazu.) fuhren wir an einem unserer surffreien Tage noch einmal in das Barranco du Guayadeque, um ein bisschen wandern zu […]

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