Die Megahits der 80er und 90er und das Beste von heute

Vor langerlangerlanger Zeit habe ich schon mal ein Stöckchen von JuliaL49 genutzt, um meinen Unmut über unsere Radiosender auszudrücken.

Eigentlich ist das natürlich nicht genug, aber weil ich selten Radio höre (Für den GEZ-Fahnder, der hier sicherlich mitliest: Das ist eine freundliche Umschreibung für „nie“, denn natürlich habe ich gar kein Radio. Sie können jetzt aufhören, hier mitzulesen. Es sei denn, Sie interessieren sich vielleicht für meine Geschichten. Haben Sie die schon mal versucht? Die sind ziemlich gut. Lesen Sie ruhig mal eine. Yours to keep finde ich beispielsweise zum Einstieg ideal. Äh. Wo war ich? Ach ja: Weil ich selten Radio höre), ist mir das Thema normalerweise nicht so gegenwärtig. Dennoch kommt man manchmal nicht drumrum, ob im Auto (Sind Sie noch da? Natürlich nur, wenn ich bei anderen mitfahre.), im Supermarkt oder im Büro (Wenn jemand zu Besuch kommt, der ein tragbares Radio dabei hat. Nee, ich weiß schon, Entschuldigung, ich höre jetzt auf, mit dem GEZ-Fahnder zu sprechen, damit das hier nicht zu unübersichtlich wird. Tut mir Leid.) zum Beispiel. Und dann kann ich doch jedes Mal wieder darüber staunen, wie schlecht unser Radio eigentlich ist.

Sollte man nicht annehmen, dass Leute, die ihren Lebensunterhalt damit verdienen, andere zu unterhalten, mit der Zeit allein schon durch ihre Erfahrung unweigerlich ein bisschen… Ich weiß nicht, vielleicht: unterhaltsam werden? Sollte man nicht annehmen, dass jemand, der professionell für Geld eine Radiosendung moderiert, die hunderttausende Menschen hören (oder zehntausende, was weiß ich?) im Durchschnitt nicht wesentlich schlechter ist als jeder beliebige gottverdammte Gratis-Podcast, den man irgendwo im Internet runterladen kann?

Exkurs: Und sollte man nicht annehmen, dass es den Radiosendern irgendwann peinlich wird, über Jahre hinweg immer wieder und wieder und wieder und wieder dieselben dummen Männer-gegen-Frauen-Witzchen, -Wettkämpfe, -Meldungen und -Sprüche zu machen? Okay, amerikanische Forscher haben herausgefunden, dass Männer besser hören können, und ja, da drängt sich geradezu eine humoristische Gegenüberstellung mit dem alten Klischee auf, dass Männer nicht zuhören. Okay, irgendwer hat mal wieder herausgefunden, dass Frauen im räumlichen Denken gegenüber Männern Nachteile haben, und ja, das erklärt, warum sie alle nicht einparken können. Dafür sind Frauen aber klüger und gewinnen immer bei den komischen Quiz-Spielen, die ihr mit euren Zuhörern veranstaltet, zur Not, indem ihr sie durch dreiste Regelbeugung gewinnen lasst, was nicht nur dumm, sondern auch noch herablassend und chauvinistisch ist. Wir haben es verstanden. Ihr könnt euch ein neues Thema suchen, und ihr müsst auch nicht unbedingt um jedem Preis immer jeder Sendung von einem Mann und einer Frau gemeinsam moderieren lassen. Und den Hund könnt ihr auch weglassen, weil der ja sowieso nur die Projektionsfläche für noch mehr dumme Witze der beiden menschlichen Moderatoren ist, was ich schade finde, weil er bestimmt besser moderieren könnte als die beiden. Aber das ist schon wieder ein ganz anderes Thema. Exkurs Ende

Und wäre es nicht schlecht, wenn es zumindest einen einzigen gottverdammten Radiosender gäbe, der ein paar Songs spielt, die nicht sowieso schon jeder auf seinem MP3-Player hat und die auf jeder gottverdammten Party mindestens dreimal laufen? Einen Sender, bei dem man tatsächlich mal was hören kann, was man noch nicht kennt, und was von Leuten ausgewählt wurde, die sich echt mit Musik auskennen und vielleicht auch was von Bands mitkriegen, von denen ich noch nie gehört habe? Wäre das nicht eine echt sinnvolle Sache? Wäre das nicht eigentlich die USP, die ein Radiosender in Zeiten von YouTube und iTunes und Amazon MP3 überhaupt noch haben könnte?

Und wer freut sich eigentlich darüber, dass ihr kostbare Sendezeit damit verschwendet, irgendwelche Vollhonks live auf Sendung zu bringen, die mir dann drei Minuten lang in ihrem unerträglichen Dialekt erzählen, dass an der Ortsausfahrt von Spellahn in Richtung Thunin auf der rechten Seite hinter einer Mülltonne ein Blitzer steht? Könntet ihr diese Zeit nicht stattdessen mal für einen Song benutzen, der nicht von Lady Gaga, James Blunt oder Nickelback ist? Oder, wenn ihr das nicht wollt, für Nachrichten, in denen man tatsächlich was erfährt, und die nicht nur darin bestehen, dass ihr 48mal am Tag dieselben nichtssagenden Schlagzeilen vorlest und dann vielleicht noch mal einen Korrespondenten zuschaltet, der sagt, dass er leider auch nichts Genaues weiß, weil sein CNN-Empfang gerade gestört ist?

Oder, ganz verrückte Idee, sendet doch sogar mal was ganz anderes als Musik, sinnlose Nachrichten, dumme Witze und bescheuerte Gewinnspiele. Sendet doch mal ein Hörbuch, es kann ja ein kurzes sein, oder sogar ein Gedicht, es kann ja auch ein längeres sein, sogar mit Musik (Ist das dann ein Beat-Poem? Egal.).

Ich weiß, meine Meinung ist für euch nicht so wichtig, weil ich ja eben sowieso nie Radio höre. Aber andererseits könnte sich das ja ändern, wenn es eines Tages einen Sender geben sollte, dem zuzuhören sich tatsächlich lohnt. (Ich müsste mir dann natürlich erst ein Radio kaufen, das ich selbstverständlich sofort anmelden würde. Aber vor 2013 wird das wohl eh nichts mehr, deswegen ist es auch egal. Sie können jetzt also wirklich aufhören, hier mitzulesen.) Und vielleicht geht das ja sogar ein paar anderen Leuten auch so. Zum Beispiel all den anderen Leuten, die ich kenne, und die auch alle ausnahmslos sämtliche Radiosender hassen. Bis auf einen, aber der ist auch komisch. Und ihr würdet eben mir persönlich auch eine echt große Freunde machen. Außerdem haben wir doch in Deutschland sogar Radiosender, die gar nicht auf Profit aus sind, sondern auf Bildung und Kultur und so tolle Sachen. Wären die nicht prädestiniert für so ein Experiment? Denkt doch mal drüber nach.

Ach ja, und eins noch: Beseitigt bitte sofort Paul Panzer und den kleinen Nils. Bevor ich es tue.

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32 Responses to Die Megahits der 80er und 90er und das Beste von heute

  1. Guinan sagt:

    Du bist doch in der privilegierten Lage, Radio 21 sogar im Auto hören zu können. Also jammer nicht. 😉
    Übrigens dürfen die Radiosender, zumindest die freien, nicht in
    der Weise selbst bestimmen, was sie senden, wie du dir das vielleicht vorstellst. Da pfuscht die Landesmedienanstalt ziemlich rein.
    Ein Spartenkanal muss zunächst einmal genehmigt werden. Dabei sind schon bestimmte Richtlinien einzuhalten. So darf ein Sender z.B. nicht plötzlich seine Musikauswahl drastisch ändern, wer also mal als Rocksender zugelassen war, der muss einen bestimmten Anteil Rockmusik weiterhin spielen (oder zumindest auf der genehmigten Playlist haben).
    Dann müssen alle einzelnen Frequenzen gekauft werden, und die sind nicht billig. Wenn dann tatsächlich mal eine Frequenz frei ist, was auch nicht gerade häufig vorkommt, dann wird bei der auch noch die Sendeleistung in bestimmte Richtungen beschränkt, damit es nicht zu Überlagerungen kommt. Und das schränkt natürlich wieder die Vermarktbarkeit ein. Alles nicht so einfach.

  2. Muriel sagt:

    @Guinan: Ja, die spielen, was sie wollen. Womit der Rest deines Kommentars ja auch schon ad absurdum geführt und die Durchführbarkeit meiner Forderung bestätigt wäre.
    Im Ernst: Danke für die Erläuterung. Ich hatte mir schon gedacht, dass es da Regeln und Einschränkungen gibt. Aber erstens finde ich die natürlich auch doof, und zweitens kann ich mir nicht vorstellen, dass eine Landesmedienanstalt darauf besteht, dass ein Sender fortwährend sexistische Witze macht und dumme Telefonstreiche veranstaltet. Außerdem darf man doch als Rocksender sicher auch originelle Rockmusik spielen, oder gibt es auch eine Chartsklausel in den einschlägigen Verträgen?

  3. Guinan sagt:

    Die sagen, dass sie spielen, was sie wollen. Das ist auch nur ein Slogan, der anderswo abgekupfert war.
    So eine Playlist umfasst so um die 1000 Titel (und das ist im Vergleich schon viel), und jede Änderung muss neu genehmigt werten. (Ist mit Arbeit verbunden, zu verrichten durch unbezahlte und überarbeitete Praktikanten).
    Die Witze sind genau passend zur Zuhörerschaft, der Schrott kommt immer noch an, wie die aktuellen Zahlen bestätigen. Wir sind eben nicht Zielgruppe. Von ffn habe ich mich schon zu den Na-denn-Zeiten verabschiedet (Oder dauern die etwa noch an, ich glaube, ich habe mich vor so ca. 20 Jahren ausgeklinkt?)

  4. Muriel sagt:

    @Guinan: Ich bin ja auch durchaus dankbar für deine Erläuterung, und dass man sich tatsächlich als Radiosender eine Änderung der Playlist genehmigen lassen muss, ist zwar keine große Überraschung in diesem Land, aber doch neu für mich, und… Ach, was soll man sagen?
    Ansonsten hast du sicherlich Recht, dass es wirtschaftlich nicht sinnvoll wäre, meinem Rat zu folgen, und dass auch die ÖR-Sender kein Interesse haben, was Besonderes zu bieten.
    Aber man wird doch noch träumen dürfen. Man wird doch noch träumen dürfen…

  5. Sanníe sagt:

    Hmm, seit ich abwechselnd NDR Info und DLF höre, bin ich eigentlich ganz zufrieden. Das Nervigste daran sind die gehäuften Verkehrsmeldungen, die sich ein bißchen lächerlich anfühlen, wenn man gemütlich in der Küche sitzt.

    Aber neben der Information mag ich gerade die Jazz-Abende, durch die ich schon Musik kennengelernt habe, die mich sonst nicht erreicht hätte.

  6. Muriel sagt:

    @Sanníe: Okay, wenn man diese Art Jazz mag, dann sind das gute Sender. Für mich ist das leider meistens nur unerträgliches Geplärr und Geleier, deswegen fällt das bei mir auch aus.
    Aber du hast schon Recht, die beiden Sender sind auch für mich oft das geringere Übel, wenn ich gerade keine Musik will.

  7. Guinan sagt:

    @Muriel: „Ich bin ja auch durchaus dankbar für deine Erläuterung“ Puh…
    Sonst holst du Träumer doch auch gern zurück auf den Boden der Tatsachen.
    Selbstgemixte Sachen sind eh das Beste. Es wäre z.B. absolut unmöglich, ein Programm zusammenzustellen, dass auch nur uns Beiden gefällt, von weiteren Leuten gar nicht erst reden.

  8. Muriel sagt:

    Sonst holst du Träumer doch auch gern zurück auf den Boden der Tatsachen.

    Nur wenn sie den Unterschied nicht mehr sehen.

    Selbstgemixte Sachen sind eh das Beste.

    Da ist was dran, aber der Einwand dazu steht auch schon im Text: Ich will ja durchaus auch gerne mal was Neues kennen lernen. Ich erwarte ja auch gar kein Programm, das ich von Morgen bis Mitternacht durchhören will, aber es sollte doch machbar sein, zumindest ein paar der Probleme abzustellen, die ich da oben kritisiere. Auf zumindest einem Sender.

  9. Tim sagt:

    Gute Musik gibt’s im Deutschlandfunk (vor allem spätabends und nachts) sowieso bei BBC 6 Music.

    Der Deutschlandfunk sollte sich ohnehin auf Musik konzentrieren, darin sind sie richtig gut. Leider finden sie selbst ja vor allem ihr grottiges Nachrichtenprogramm gut.

  10. malefue sagt:

    ich dachte du wärst hier unten ganz in meiner nähe, aber jetzt zweifle ich dran, sonst würdest du fm4 hören und nichts zu jammern haben. bis münchen ist das zu empfangen. und natürlich hier:
    http://fm4.orf.at/v2static/html/streaming/index.html?width=320&height=260

    der einzige vorteil den ich medienmäßig genieße hier. und der grund warum ich noch gebühren bezahle.

  11. Muriel sagt:

    @Guinan: Noch mal was ganz anderes, aus Neugier: Kann ich das irgendwo nachschlagen, was du mir beigebracht hast über die enge Beziehung zwischen Sendern und LMA? Ich würde mich da gerne näher drüber informieren.
    @malefue: Nein, ich bin eher so in Niedersachsen. Aber fm4 probier ich natürlich trotzdem gerne mal aus.

  12. bornabas sagt:

    Ich teile Deine Radio-Abscheu fast uneingeschränkt. Radio macht mich meistens einfach nur wütend. Ich finde es erschreckend, dass es Menschen gibt, die sich fast den ganzen Tag mit sowas volldudeln lassen.

    Ich kenne eigentlich nur eine Ausnahme, und das ist Bayern2. Da kommt ne gute Mischung aus Kultur, Hörbüchern und Nicht-Pop-Musik. Online kann man sich ja das Programm ansehen und auch anhören.

  13. Guinan sagt:

    @Muriel: Die Erklärungen habe ich aus internen Anweisungen, die ich nicht verlinken kann. Mein Herr und Gebieter war bis vor einiger Zeit in der Branche. Das nackte Gesetz findest du z.B. hier: http://www.vprt.de/thema/medienordnung/rechtsgrundlagen/l%C3%A4nder/landesmediengesetze/landesmediengesetz-niedersachsen/con?c=0, sofern du Lust hast, dich durch die 34 Seiten zu kämpfen.

  14. Hecke sagt:

    „Und wäre es nicht schlecht, wenn es zumindest einen einzigen gottverdammten Radiosender gäbe, der ein paar Songs spielt, die nicht sowieso schon jeder auf seinem MP3-Player hat und die auf jeder gottverdammten Party mindestens dreimal laufen?“
    nein, wäre es nicht.
    kleiner insidertipp: es gibt mittlerweile die möglichkeit, radio zu hören, ohne sich ein radio zu kaufen.
    durchaus zu empfehlen sind zB die etwas kleineren uniradios: http://www.campuscrew-passau.de/
    gute musik, die man aber natürlich möglicherweise auch auf seiner eigenen playlist hat, gemischt mit jungen, progressiven (deutschen) songs (meist unbekannt) + keine nervenden verkehrsmeldungen oder sonstiges zwischendrin.
    für gute nachrichten ist das radio als medium glaube ich auch einfach nicht geeignet bzw. darauf wird von den hörern kein so großer wert gelegt (nebenbei-medium).

  15. madove sagt:

    Volle Zustimmung.
    Ich habe drei Jahre lang an einem Arbeitsplatz mit konstanter Radioberieselung (Popsender) gearbeitet, das ist imho Folter. Die schlechte Musik! Die schlechten Witze! Waaaaaah! Komm über mich, himmlische Ruhe des Feierabends!

    Von Kindheit an bin ich Kultursender und DLF gewöhnt, als Weck- und Einschlafgeräusch, deshalb gibt es mir ein herrlich vertraut-geborgenes Gefühl, aber so richtig genießen kann ich es auch erst, seit ich den Jazz und die repetitiven Nachrichten weglassen und mir die für mich interessanten Beiträge gezielt anhören kann. Da finde ich, wie schon mehrfach erwähnt, die Qualität oft hervorragend.

  16. madove sagt:

    A propos: Wann gibts mal wieder einen podcast? (o:

  17. Muriel sagt:

    @Guinan: Danke, das schaue ich mir mal an.
    @Hecke: Auch dir vielen Dank. Das mit den deutschen Songs klingt jetzt eher abschreckend, aber einen Versuch ist es sicher mal wert.
    @madove: Das scheitert zurzeit an Elmo, aber ich arbeite dran. Mach dich lieber trotzdem noch auf etwas längere Wartezeit gefasst.

  18. Ron sagt:

    Ich muss sagen, dass für mich Radio gestorben ist, seitdem auch die ÖR Sender zunehmend „privat“ ausgerichtet sind (immer laut! immer fröhlich! immer lustig! immer irgendwas!!).

    Auch wenn ich musikalisch meist gaaanz weit weg bin, höre ich da z.B. lieber SWR2 o.ä., weil man da noch Zeit hat, die Inhalte auch entsprechend zu präsentieren. Aber auch das nur selten.

    Mir fällt gerade auf, dass ich dann eigentlich auch nichts Erhellendes zum Thema beitragen kann. 😉

    Ansonsten habe ich im Auto auf meinem iPod sämtliche Musik drauf, die ich besitze. Das langt mir, da brauche ich kein Radio … (und wenn es mal gar nicht anders geht, dann kommt über das Smartphone der Internet-Radio-Sender meiner Wahl).

  19. So, das ssit Deine Chance: ich bekenne – bis vor exakt 4 Monaten war ich einer derjenigen, die genau diese Art von Radiosendern mitgestaltet haben und ja, damit ihren Lebensunterhalt verdient haben. Jetzt nicht den von dir angesprochenen Sender, aber Sender von vergleichbarer Größe in anderen Bundesländern. Wenn Du eine klare und plakative Antwort auf alle Deine Fragen haben willst: die Sender sind so, weil sich so am meisten Geld verdienen lässt. Radiomachen ist verdammt te teuer und nur, wenn man fett auf den „tumben Mainstream“ setzt, gibt es große Kohle, alles andere trägt sich nicht. Und Radio 21, das hier angesprochen wurde, da hatte ich ein Jobangebot von, das sich dann aber abgelehnt habe. Warum? Weil der Sender immer knapp am Existenzniveau vorbeischaukelt und Mitarbeiter quasi nichts verdienen.
    Um so platter, um so erfolgreicher, die bittere Wahrheit. Mit den Liedern ist es genauso, natürlich läuft immer das Gleiche, das aber liegt daran, dass hier der größte gemeinsame Nenner gesucht wird. Es geht schon lange nicht mehr darum, das Radio einzuschalten, sondern darum, es nur nicht abzuschlaten. Also gibt es für den Mainstream die Art von Weichspülmusik, die sie nett nebenbei dudeln lassen kann. So auf die Kürze erklärt, aus Machersicht ist das alles wesentlich komplexer, als man glaubt, Dummfunk ist – das sage ich offen – als Hörer unterstes Niveau, als Macher aber extrem anspruchsvoll. Ich war Musikchef bei mehreren dieser Sender – und finde in einem Volk voller Ego-Shooter mal Lieder, wo nicht immer mindestens 50 Prozent entnervt wegschalten. Das ist definitv eine Herausforderung gewesen. Über die ich aber auch froh bin, das sich sie nicht mehr im Auge haben muss, diese Herausforderung.

  20. Sorry, ich kann hier mein eigenes Geschriebenes nicht sehen, während ich schreibe, bin an einem Fremd-PC und da hängt immer dieser Facebook- und Twitter Balken drüber…hoffe aber es ist trotz meiner schnellen Schreibe noch nachvollziehbar…

  21. Muriel sagt:

    @David von Schewski: Danke, ich kann es gut lesen, und während ich der geringschätzigen Verwendung des Begriffs Ego-Shooter vehement widerspreche, klingt der Rest ungefähr so, wie ich es mir auch vorgestellt hätte.

  22. DasSan sagt:

    Kann ich gut nachvollziehen, durchschnittliche Radiosender machen mich depressiv.
    Was mich richtig aufgeregt hat, ist, dass der in unserer Gegend verbreitete Radiosender Sputnik jetzt in seiner Geschichte bereits zum zweiten (2.!) Mal in die Belanglosigkeit abgestürzt ist, nachdem er zwischenzeitlich ein wirklich annehmbares Programm hatte. Es ist zum Haareraufen. Könnte man jetzt auch wieder eine Diskussion über die Quotenabhängigkeit öffentlich-rechtlicher Sender aufmachen, Sputnik gehört ja zum MDR…
    Jetzt höre ich morgens MDR Figaro und ansonsten Internetradio, da ist zum Bsp. detektor.fm sehr angenehm (Empfehlung).

  23. Ich selbst höre DeutschlandradioKultur oder manchmal MotorFM und Ende. Wenn es nicht zu weit vom Thema wegführt: wie definierst Du Ego Shooter denn? Was ich sagen wollte war lediglich, dass Radio- wie auch Fernsehkonsumenten für sich sehr „egoistisch“ unterwegs sind, wobei das in dem Fall ja ihr gutes Recht ist, warum sollte sich jemand etwas anhören, was ihn nervt oder anödet. Es ging mir auch mehr darum, dass sie, wenn sie Radiohören, zu kaum einer Form von Kompromiss bereit sind, wen sie etwas blöd finden, zack, ist der Finger am Knopf. Ein programm zu finden, dass einer potentiellen Mehrheit gefallen könnte ist daher quasi unmöglich, es sei denn man setzt eben das Niveau ganz runter.

  24. Muriel sagt:

    @DasSan: Ich werd mal schauen, ob das was für mich ist. Danke!
    @David von Schewski: Das mit den Ego-Shootern war nicht so ganz ernst gemeint. Ich verstehe schon, was du beschreibst. Wegschaltimpulse vermeiden. Leuchtet ein. Mehr oder weniger.

  25. whynotveroni sagt:

    Also auf BFBS (zumindest im Bielefelder Raum) kommen spaet abends oefters DJ-nonstop-Mixes (also wo echt einer was gemischt hat), ohne dass irgendwer dazwischen redet. Meist ambient.

    Dann gibt’s auf WDR3 (ist das bei NDR3 auch so?) manchmal echt nette Jazz-Abende.

    Ansonsten empfehle ich fuer Musik, die du noch nicht kennst, die aber in die Richtung von etwas gehen, das du kennst, lastfm.de. Dort habe ich schon so manchen neuen Song „gefunden“, den ich dann tatsaechlich auch fuer meine gekauft gekauft habe.

    Klar, das entschaedigt nicht dafuer, dass man GEZ zahlt, ohne dafuer einen entsprechenden Gegenwert zu erhalten, ist also eher die Pragmatiker-Loesung. 🙂

  26. Dietmar sagt:

    @Sanníe: „Das Nervigste daran sind die gehäuften Verkehrsmeldungen, die sich ein bißchen lächerlich anfühlen, wenn man gemütlich in der Küche sitzt.“ Was meinst Du, wie lächerlich es ist, wenn man an der Stelle vorbeifährt und sich sagt, ach hier war das? 😉 Mir hat der Verkehrsfunk auch noch nie geholfen.

  27. Dietmar sagt:

    „Nein, ich bin eher so in Niedersachsen.“

    Ha! Kultur im Norden. 🙂

  28. Dietmar sagt:

    Äh … Bin ich so eine Art Gesprächskiller? 😯

  29. Joan sagt:

    Beim Fernsehen ist es doch dasselbe in Grün: selbst bei einem kleinen, lokalen, nicht allzu krassem Kostendruck unterworfenem Sender, bei dem ich mal war, bekommt man von Anfang an beigebracht, ja keine anspruchsvollen Witze zu machen, kurze Sätze zu verwenden, keine Fremdwörter, überhaupt darf die Moderation nur einen bestimmten Wortschatz enthalten, keine kritischen Themen aufgreifen, und natürlich sollen das möglichst ein Mann und eine Frau machen, denen man dann die oben erwähnten Geschlechterklischee-Witze als Textvorlage schreiben muss… seufz. Und leider kommen nur die in leitende Positionen, die sich da vollständig anpassen, und das wiederum den Praktikanten beibringen. Das Elend wird also auch noch sozial vererbt.

  30. whynotveroni sagt:

    So aus aktuellem Anlass: Also vorhin war auf Weser.TV (ein lokaler Radiosender in Bremen) super chillige Jazz-Musik, dazwischen gemischtes (Inner Circle – jaaa, ganz alt, Melotron, …). Und ca ’ne Stunde spaeter hatten die ’ne Frau da, die ueber die Geschichte und aktuelle Geschehnisse im Ueberseehafen erzaehlt hat (frueher mal Hafen, dann Gewerbegebiet, inzwischen darf man da auch wohnen…).

    Finde den Sender eigentlich meistens sehr ok. Ueberhaupt finde ich, dass es in Bremen eine gute Mischung von Radiosendern gibt: Zwar auch der uebliche Charts- und Mainstream-Kram, aber eben auch einige Sparten- und Buergersender.

    Aber an manchen Tagen kommt echt ueberall nur Mist, da muss ich dir schon Recht geben, Muriel…

    @Dietmar: Fuer Verkehrsfunk hat man inzwischen ja eh ’nen Navi, das einem zeigt, wo’s staut, und zwar nur fuer die Strecke, die einen interessiert. Aber frueher hat uns der Verkehrsfunk schon geholfen. Immerhin wusste man dann, dass man bald im Stau steht… 😉

  31. […] Natürlich sind Telefonscherze im Radio in aller Regel nicht lustig, und von mir aus können sie noch heute ersatzlos gestrichen werden, gerne gleich zusammen mit den dämlichen Dudelsendern, die sie veranstalten. […]

  32. […] Natürlich sind Telefonscherze im Radio in aller Regel nicht lustig, und von mir aus können sie noch heute ersatzlos gestrichen werden, gerne gleich zusammen mit den dämlichen Dudelsendern, die sie veranstalten. […]

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