Yours to keep (5)

Jaaaaaaa meine lieben Freunde, so geht das hier bei überschaubare Relevanz, Leser bestellen, wir liefern, ratz fatz, da kennen wir nix, Pardon wird nicht gegeben, Gefangen nicht gemacht, da sind wir eiskalt, gnadenlos, sozusagen, so läuft das bei uns, da haben wir…

Äh, was? Die Geschichte? Ach ja. Na gut.

Kurzer Hinweis vorab: Falls ihr neu hier seid, mag es ratsam sein, zuerst die ersten vier Teile von Yours to keep zu lesen. Ihr findet sie bei Bedarf natürlich auf der Geschichten-Seite.

So. Jetzt aber los, zur Sache, auf, ran an die Buletten, in medias res, ohne weitere Vorrede, wie Hektor an… Ja, schon gut:

318 Jahre vor Beginn unserer Zeitrechnung, am 27. Mai, in der Nähe des heutigen Nemuro, Japan

Ein schmaler Pfad schlängelt sich durch einen Wald aus schlanken Fichten und Lärchen, deren saftig grüne Nadeln im Hauch einer warmen Brise tanzen. Zu Füßen der Bäume verläuft ein Bach, und sein Wasser erwidert das freundliche Flüstern der Zweige und Nadeln mit fröhlichem Gurgeln. Die Schuppen goldener und silberner Karpfen blitzen im Licht der Nachmittagssonne, beobachtet nur von den wachsamen Augen eines einzelnen Seidenreihers, der zu dieser Zeit noch nicht vom Aussterben bedroht ist.

Am Ufer des Baches, nicht weit von dem Pfad, steht eine hölzerne Hütte mit Fenstern aus Reispapier. Das Papier ist in roter Tinte mit fremdartigen Symbolen bemalt, die im Sonnenlicht aus sich selbst heraus zu glühen scheinen.

Die Szene lüde zum Träumen ein, wäre der hellgraue Sand des schmalen Pfades nicht hier und da dunkelbraun eingefärbt von Blut, das er aufgesogen hat, und wüssten wir nicht, dass in dieser kleinen Hütte soeben ein unschuldiges gequältes Kind im Begriff ist, seine Freiheit und sein ganzes Leben zu verkaufen.

Voyeuristische Aasgeier, die wir sind, lassen wir die Idylle hinter uns und schleichen in die Hütte, um das Ende eines Menschen zu beobachten.

Beachtet einfach nicht den leblosen Körper, der inmitten zertrümmerter Krüge, Phiolen, und Stühle, verschütteter Flüssigkeiten und zerbrochener Pinsel am Boden liegt, und folgt mir in die kleine Kammer dort hinten, in der eine zerbrochene, blutende junge Frau in einem Schutzzeichen kniet und in ihrer Angst und Verzweiflung um Rache fleht, weil sie sich nicht anders zu helfen weiß.

„Was bist du bereit, dafür zu geben?“ fragt die Stimme.

Haru schweigt, enttäuscht und verwirrt. Sie hat nichts zu geben, oder zumindest denkt sie das. Aber die Stimme weiß es besser, und sie versteht die Antwort, auch wenn Haru sie nicht ausspricht.

Alles.

„Es sei“, sagt die Stimme.

Und also ist es.

Auf den ersten Blick denken wir vielleicht, dass wir uns nicht vorstellen können, wie Haru ihre Verwandlung empfindet.

Aber wenn wir ein bisschen länger darüber nachdenken, haben wir immerhin eine Vergleichsmöglichkeit: Jeder von uns war einmal ein Kind, und manche von uns sind seitdem erwachsen geworden. Wir erinnern uns vielleicht noch verschwommen daran, wie wir als Kinder dachten, man könnte einen Aufzugabsturz überleben, indem man im richtigen Moment springt, oder dass Michael Knight wirklich ein sprechendes unzerstörbares Auto hat.

Wir erinnern uns an die Person, die das glaubte, und wir haben durchaus auch ein Gefühl von Identität mit ihr, aber gleichzeitig fühlen wir uns ihr fremd. Wir können ihre Gedankengänge nicht mehr nachvollziehen, und manchmal staunen wir über diese Person, oder schämen uns für sie.

Und wenn wir daran denken, können wir uns ungefähr vorstellen, wie Haru sich fühlt, als sie von einem geistig und körperlich eingeschränkten Menschen zu… etwas anderem wird. Wir wollen sie keinen Dämon nennen.

Noch nicht.

*************** 

19. Mai 2011, Hotel Petit Hermitage, Los Angeles

„Das hast du doch mit Absicht gemacht!“

„Ich… Aber… Nein, ich…“

Daniel schweigt, starrt Sheila an und tippt mit dem Fuß auf dem tiefen dichten Teppichboden der Masters‘ Quarters, während er auf eine Antwort von ihr wartet.

Vergeblich.

„Was? Du hast gedacht, es würde ihr Spaß machen, dir dabei zuzusehen, wie du jemanden verschlingst? Du hast gedacht, das wäre toll für eine Zwölfjährige?“

„Nein“, haucht sie.

„Was hast du gedacht?“

„Ich habe sie gerettet!“ sagt sie trotzig. „Das war doch gut, oder nicht?“

Er stöhnt, lehnt sich zurück in seinen Ledersessel und massiert seine Nasenwurzel mit Daumen und Zeigefinger.

„Ich habe ihr nicht wehgetan, ich habe sie nicht verschlungen, ich habe sie zu ihren Eltern zurückgebracht, und ich habe ihre Entführer bestraft. So wolltest du das doch.“

„Ich hatte mir das eben so vorgestellt, dass du sie dabei nicht für den Rest ihres Lebens traumatisierst!“

Ihre Unterlippe beginnt schon wieder zu zittern. Es macht ihn verrückt, dass sie immer gleich zu flennen anfängt, wenn er sie für einen Fehler tadelt. Er kann mit so etwas nicht umgehen!

Er wirft einen Blick durch das Panoramafenster auf die Gärten des Rooftop Club und beobachtet einen vor einer Blüte schwebenden Kolibri, von der untergehenden Sonne getaucht in furchtbar kitschiges Licht.

Wie schnell er sich an den Luxus gewöhnt hat. Es ist nicht lange her, dass er den ganzen Tag staunend vor diesem Fenster hätte stehen wollen, grinsend wie ein kleiner Junge.

Wie schnell er erwachsen geworden ist, seit er einen massenmordenden Dämon zu bändigen versucht.

„Beim nächsten Mal komme ich mit“, sagt er.

Sie schüttelt ihren Kopf so heftig, dass die Fliehkraft ihr Haar beinahe in die Waagerechte zwingt.

„Das geht nicht“, antwortet sie. „Das ist zu gefährlich.“

„Zu gefährlich? Für wen?“ fragt er. „Für mich? Ist das nicht meine Sache?“

„Für uns beide“, antwortet sie. Sie spricht sehr schnell, mit weit aufgerissenen Augen. Die Tränen, die vorhin darin schwammen, sind anscheinend schon wieder vergessen. Jetzt hat sie Angst; oder sie will, dass er das glaubt. Er weiß immer noch nicht, was er ihr glauben kann. „Es ist riskant genug, dass du mich diese Dinge tun lässt, vor anderen Menschen, aber-“

Er unterbricht sie: „Sheila, verdammt noch mal, es ist nicht meine Schuld, dass du vor Melissa deine Macht enthüllt hast! Du hättest diesen Kerl nicht vor ihren Augen verschlingen müssen, und wenn du dir richtig Mühe gegeben hättest, hättest du das alles bestimmt auch irgendwie erledigen können, ohne dass er vor ihren Augen auf dich schießt! Vergiss es, Sheila, beim nächsten Mal komme ich mit, und beim nächsten Mal wirst du dich nicht mal an der Nase kratzen, ohne mich vorher um Erlaubnis zu fragen!“

Sorgenfalten erscheinen in ihrer perfekten Stirn, als sie ihre Augenbrauen hoch und zusammen zieht. Ihre Lippen beginnen wieder zu beben.

„Es tut mir Leid, Daniel, wirklich! Bitte, es tut mir Leid, ich werde dir gehorchen, du musst nicht mitkommen, wirklich, ich verspreche es dir! Du solltest nicht mitkommen. Wenn es dir nichts ausmacht, sollten wir vielleicht sowieso wieder damit aufhören, Leute zu retten. Kannst du mich nicht einfach nur benutzen, um dein eigenes Leben schöner zu machen? Reicht das nicht?“

„Sheila, was soll das hier alles? Wovor hast du Angst? Warum willst du nicht, dass ich mitkomme und dass Leute von dir erfahren? Erklär’s mir, oder halt den Mund, aber hör auf mit diesem sinnlosen Gejammer! Wer darf nicht von dir erfahren? Wer ist überhaupt eine Bedrohung für dich?“

Sie schluckte und sah ihn mit ihren großen blauen Augen an, in denen schon wieder Tränen schwammen.

Eine lange Zeit verging. Er wartete.

„Ich…“ begann sie schließlich, stockte, und schwieg wieder für eine lange Zeit.

Daniel wartete. Bis es ihm schließlich zu dumm wurde.

„Antworte“, befahl er mit einem Blick auf seinen Ring.

Kira öffnete ihren Mund, aber sie sprach nicht.

Jetzt“, befahl Daniel.

Sie schluckte. „Wenn ich von ihm rede, kann er mich hören“, antwortete sie. „Wenn ich von ihm rede, kann er mich finden.“

„Wer?“ fragte Daniel.

Kira sah ihn an, als hätte er gerade angefangen, „Can you feel the love tonight“ zu singen.

„Daniel, verstehst du es nicht? Willst du wirklich, dass ich dir jetzt ausführlich von ihm erzähle? Er kann mich hören!

Er schüttelte langsam seinen Kopf. „Ich verstehe es, Sheila, aber ich hab die Nase voll. Ich habe genug von vagen Andeutungen, ich habe genug von deinen Ausflüchten, und ich habe genug davon, dir jedes Wort, das tatsächlich etwas bedeutet, einzeln aus der Nase zu ziehen. Antworte! Jetzt! Und ich schwöre, wenn ich mit deiner Antwort nicht zufrieden bin, rufe ich jetzt sofort die Daily News an und lade einen Reporter hier ein und lasse ihn einen Artikel über die größte Entdeckung dieses Jahrhunderts schreiben. Hast du das verstanden?“

Sie senkt ihren Kopf und antwortet so leise, dass es sie beinahe nicht versteht: „Ja.“

Und dann beginnt sie, zu erzählen.

***************

314 Jahre vor Beginn unserer Zeitrechnung, am 14. August, in der Nähe des heutigen Nemuro, Japan in der Nähe des heutigen Nagano, Japan

Isamu ließ sich lautlos von dem Ast herunterfallen, schmiegte sich eng an den Baumstamm und sah zu, wie der Wachmann mit seinem Licht sich immer weiter entfernte. Gut, er hatte ihn nicht gehört.

Isamu hätte ihn nur ungerne getötet. Zu gut wusste er, dass es nicht immer eine Frage des Charakters war, auf welcher Seite man kämpfte.

Er konnte es sich nicht verwehren, kurz nach dem Schutzzeichen zu greifen, das er um seinen Hals trug. Susumu hatte versprochen, dass es Isamu vor dem Dämon beschützen würde, der dem Magier Yuudai diente. Alle anderen Gegner würde Isamu selbst überwinden müssen, aber das bereitete ihm keine Sorge.

Es war sein Beruf, Menschen zu töten. Aber der Dämon war etwas völlig anderes. Er hatte mit eigenen Augen gesehen, als das Unwesen ganze Reihen von Kriegern niedergemäht hatte wie reifes Korn. Es waren mutige Männer gewesen, die gewagt hatten, sich dem Eroberungsfeldzug Yuudais entgegenzustellen, obwohl auch sie das Flüstern der Bauern und der Deserteure über den Dämon vernommen hatten.

Sie hatten für ihren Mut mit dem Leben bezahlt. Isamu war dieser letzte Preis schon immer zu hoch gewesen.

Er huschte über das Anwesen, das das Herrenhaus umgab, vorbei an den Zelten und Hütten der Soldaten und Dienstboten, vorbei an einem großen Brunnen und durch die makellos angelegten Gärten, ein Schatten unter Schatten.

Er hatte eine mondlose wolkenverhangene Nacht gewählt, in der die einzigen Lichtquellen die wenigen Laternen waren, die die Bewohner des Anwesens aufgehängt hatten.

Unbemerkt erreichte er das Herrenhaus Yuudais und schlich an der Wand entlang, bis er das Fenster entdeckte, aus dem das schwache Licht einer Laterne schien. Der Magier schien niemals zu schlafen, was Isamus Auftrag einerseits erschwerte, es aber andererseits erleichterte, sein Opfer zu finden.

Nach einem weiteren Griff an das Schutzzeichen kletterte er lautlos auf den Fenstersims, schloss seine Augen und konzentrierte sich auf seinen Herzschlag und seine Atmung. Zu viel Angst vernebelte das Urteilsvermögen, zu wenig Angst machte träge.

Er griff noch einmal nach dem Schutzzeichen und schalt sich selbst einen Narren. Es würde wirken, oder nicht. Wenn es nicht wirkte, würde er alles daran setzen, diesen Narren Susumu bis ans Ende seiner Tage als Seishin heimzusuchen, und seine Kinder nach ihm. Natürlich konnte er das nur, falls der Dämon genug von seiner Seele übrig ließ, um jemanden heimzusuchen. Er versuche, nicht darüber nachzudenken, zog zwei Shuriken und warf sich durch das Reispapier des Fensters hinein zu dem Magier.

Yuudai war ein überraschend junger Mann mit einem überraschend langen Kinnbart. Er stand vor einem Lesepult und sah mit fassungslos aufstehendem Mund von dem Papierstapel auf, den er studiert hatte.

Noch im Sprung schleuerte Isamu seine beiden Shuriken, und sofort nach der Landung setzte er an zum Sprung auf den Magier, um seinen Ring zu nehmen.

Doch was war geschehen?

Yuudai war unverletzt, und neben ihm stand nun eine nackte, junge Frau mit milchweißer Haut und glänzend schwarzem Haar, das ihr bis zu den Hüften herabfiel, beinahe wie ein Umhang aus schwarzer Seide. In ihren schmalen Händen hielt sie die beiden Shuriken, während sie mit zusammengekniffenen Augen in Isamus Richtung blinzelte, als hätte sie Mühe, ihn zu erkennen.

Natürlich. Isamu wollte sich am liebsten ohrfeigen. Er hatte nicht nachgedacht. Sein Zeichen schützte ihn vor dem Dämon, aber es verhinderte nicht, dass der Dämon seine Dolche fing. Hätte er sich direkt auf Yuudai gestürzt, wäre der Magier vielleicht schon tot.

Susumu hätte ihn warnen sollen, aber auch er selbst hatte versagt.

Ebenso verwirrt und überrascht wie sein Angreifer, trat Yuudai einen Schritt zurück und warf einen fragenden Blick zu der jungen Frau.

„Wer ist das?“ bellte er, „Und warum hast du-“

Noch bevor der Satz zu Ende gesprochen war, hatte Isamu zwei Sai gezogen und war auf Yuudai zu gesprungen.

Die junge Frau taumelte mit einem unterdrückten Aufschrei zurück und ließ die Shuriken fallen, um schützend die Hände vor sich auszustrecken.

Isamu stieß die Sai tief in Yuudais-

Nein. Unmöglich! Wie konnte-

Mit einem explosiven Schrei hob Yuudai seine Hände, und eine unsichtbare Kraft packte Isamu und schleuderte ihn zu Boden. Sein Hinterkopf schlug hart auf, kaum gedämpft von dem Tatami unter ihm, und als er wieder ganz bei sich war, kniete Yuudai bereits über ihm, eine Hand auf seiner Schulter.

Isamu spürte so etwas wie Kälte aus der Hand des Magiers in seinen eigenen Körper hineinfließen, wie Eiswasser in seinen Adern, das ihn unbeweglich machte und ihn schwächte. Er versuchte, Yuudai von sich zu werfen, brachte aber nur ein klägliches Aufbäumen zustande, das Yuudai nicht vom Fleck bewegte.

Sollte er Susumu jemals wieder sehen, würde der alte Narr sterben. Das Zeichen bot also auch keinen Schutz vor Yuudais Magie. Hätte er Isamu nicht davon erzählen können, statt endlos von seinen Enkeln, von den Kräften des Chi und der Invasion des Chaos zu faseln?

„Du hast also gedacht, du könntest mich töten, ja?“ fragte Yuudai ihn. „Hast gedacht, du könntest den größten Magier Nippons mit deinen albernen kleinen Spielzeugen überwinden.“

Isamu öffnete seinen Mund, brachte aber nur ein langgezogenes Stöhnen hervor.

„Und du warst sogar dicht genug dran“, fuhr der Magier fort. „Anscheinend habe ich mich zu sehr darauf verlassen, beschützt zu werden. Aber ‚dicht dran‘ zählt genauso wenig wie ‚weit daneben‘, und wir alle müssen für unser Versagen bezahlen. Wir alle.“ Die letzten beiden Worte sprach Yuudai mit einem vielsagenden Blick in Richtung der nackten Schönheit, die unentschlossen hinter ihm von einem Fuß auf den anderen trat, offensichtlich gefangen zwischen dem Wunsch, ihren Meister zu schützen, und der Furcht vor dem Schutzzeichen. Oder war es sogar die Furcht vor ihrem Meister?

„Ich kenne euch Shinobi gut genug“, sagte Yuudai. Er war einer dieser Männer, die sich gerne reden hören. Warum gerade diese Männer so oft zu Führern aufstiegen, würde Isamu nie verstehen. „Ich weiß, dass du deinen Auftraggeber nicht verraten wirst.“ Wenn du wüsstest, dachte Isamu. „Aber wenn ich schon nicht erfahre, wer dich geschickt hat, will ich zumindest wissen, wer du bist.“

Er streckte seine Hand nach Isamus Maske aus.

„Du irrst dich, Magier“, stieß Isamu hervor. Ihm fehlte beinahe schon die Kraft für diese Worte, aber sie musste, musste einfach noch reichen. Yuudai hielt in der Bewegung inne, während Isamu nach seinem Kwaiken tastete.

„Was?“

„Ich werde meinen Auftraggeber verraten.“

Was? Aber-“

Isamu zog das Kwaiken, nahm einen tiefen Atemzug und betete zu seinen Ahnen um die Kraft für seinen letzten verzweifelten Versuch.

Mit einer gedankenschnellen Bewegung fuhr seine Hand zu Yuudais und trennte den Finger mit dem viel zu großen Ring von der Hand des Magiers.

Yuudai schrie, packte die verletzte Hand mit seiner gesunden und sprang auf.

Plötzlich galt seine ganze Aufmerksamkeit dem Mädchen mit den langen schwarzen Haaren, dessen unentschlossen-furchtsame Haltung spurlos verschwunden war. Sie stand ein wenig vorgebeugt, ihre großen Augen fixiert auf ihren ehemaligen Meister, ihre Lippen zurückgezogen von leuchtend weißen scharfen Zähnen.

Während Yuudai zur Tür sprang, sie aufstieß und davonlief, so schnell seine Beine ihn trugen, öffnete sich ihr Mund, und öffnete sich, und… Isamu wandte seinen Blick ab.

Er hörte den Lärm der Wachen, die der Schrei des Magiers aufgeschreckt hatte. Die Schritte ihrer Stiefel kamen schnell näher, und Isamu hatte noch immer nicht die Kraft, sich aufzusetzen, geschweige denn, sich auf seine Beine zu erheben.

Die junge Frau ging in Richtung der Tür, durch die Yuudai geflohen war. Langsam. Sie hatte Zeit.

„Lauf nur!“ rief sie ihm lachend nach, „Lauf nur, dann macht es mehr Spaß!“

Er betrachtete den abgeschnittenen Finger in seiner Hand. Er hatte Susumu versprochen, ihn nicht zu tragen. Aber Susumu konnte froh sein, wenn er Isamu nie wieder sah, ob mit oder ohne Ring.

Er zog den Ring von Yuudais Finger – der riesige goldene Reif saß auf einem zweiten hölzernen Ring, damit er überhaupt auf einem menschlichen Finger hielt – und steckte ihn sich selbst an.

Von irgendwo außerhalb des Raumes erklang der frustrierte Schrei einer Frau.

„Dämon!“ rief er. „Gehorche mir!“

Die Wachen waren jetzt bereits im Haus und riefen einander aufgeregt Fragen und Kommandos zu.

Isamu sah sich bereits beschämt erkennen, dass er den falschen Ring gestohlen hatte, als die schwarzhaarige Schönheit plötzlich über ihm erschien, ihr Mund jetzt wieder geschlossen. Sie kniete neben ihm nieder und nickte heftig.

„Für immer.“

Er nickte.

„Gut. Und jetzt bring mich fort von hier.“

***************

318 Jahre vor Beginn unserer Zeitrechnung, am 28. Mai, in der Nähe des heutigen Nemuro, Japan

Vier große Lagerfeuer züngeln und prasseln, als sie kleine Zweige mit daran hängenden Nadeln verschlingen. Flammen greifen nach den Sternen des wolkenlosen Nachthimmels, beobachtet von den um sie sitzenden Männern und Frauen und den kleinen Greifvögeln und einem Zobel in den Lärchen, die den Lagerplatz der Söldner umringen.

Einige der Männer grillen Fisch am Stock über den Feuern, während sie mit ihren Kameraden scherzen, und der Duft lässt uns das Wasser im Mund zusammenlaufen. Wir mögen die Vorzüge auktorialer Allmacht genießen, aber wir hatten noch kein Abendessen.

Ein dicker Mann in einem mit filigranen Drachen und Raubkatzen bemalten Lederpanzer spielt auf einer Flöte ein Kinderlied. Er spielt mit mehr guter Laune als Talent, aber seine Kameraden verzeihen ihm; sie sind ebenso unmusikalisch wie er.

Die Szene lüde zum Träumen ein, hörten wir nicht über das Flötenspiel und die fröhlichen Stimmen der scherzenden Söldner die Schreie einer Frau. Die Söldner ignorieren sie, aber wir sind das Ergebnis von Jahrhunderten der Aufklärung und moralischen und wissenschaftlichen Fortschritts. Das Leid eines Artgenossen macht uns neugierig, und wir folgen den Schreien unseres Mitmenschen zu einer der Lärchen, um ihre Pein zu beobachten.

Gewiss, wir würden ihr gerne helfen, aber können nicht, und so bleibt uns nur, als stumme Zeugen der Untat der fünf Halunken beizuwohnen. Fünf, denkt ihr? Weckt die Zahl der Übeltäter eine Erinnerung in euch? Mustert ihr eingehend ihre Gesichter, kommen sie euch bekannt vor?

In der Tat, es sind dieselben fünf, die die arme Haru geschändet haben, während wir ihr unseren Rücken zuwandten.

Diesmal ist ihr Opfer eine ältere Frau, eine aufreizend gekleidete Frau, eine Frau von zweifelhafter Moral, um die Wahrheit zu sagen. Doch wir sind das Ergebnis von Jahrhunderten der Aufklärung, und all das, deshalb wissen wir, dass auch eine Dirne das Recht hat, einen Mann abzuweisen, erst recht fünf, erst recht in einer Zeit, in der der einzige Unterschied zwischen Prostitution und Vergewaltigung darin besteht, ob der Mann nach dem Akt zahlt, oder nicht.

Die fünf Männer sind so sehr damit beschäftigt, die Menschheit durch ihr Verhalten zu beschämen, dass sie die Gestalt nicht bemerken, die sich ihnen aus der Dunkelheit jenseits der idyllischen Lagerfeuer, oder eigentlich sogar aus der Dunkelheit jenseits dieser Welt, nähert. Die Gestalt ist weiblich, sie ist wunderschön, und sie ist geistig kein bisschen zurückgeblieben. Haru ist buchstäblich nicht wiederzuerkennen.

Wir sind in eine Zeit gereist, in der es noch lange keine Kimonos gibt – sie werden erst gegen Ende des achten Jahrhunderts nach Beginn unserer Zeitrechnung eingeführt -, aber was sie trägt, sieht einem Kimono von allen heute bekannten Kleidungsstücken immer noch am ähnlichsten.

Wir sollten sie auch nicht mehr Haru nennen. Sie ist nun jemand anders. Kein Dämon, vielleicht, noch nicht, aber auch kein Mensch mehr, und gewiss nicht mehr Haru. Nennen wir sie Chiyo; es ist so gut, wie jeder andere Name. Außer Haru.

Die Halunken bemerken Chiyo erst, als sie denjenigen von ihnen packt, der die Dirne gerade mit seinen schwieligen schmutzigen Händen gefangen hält. Sie schleudert ihn gegen den Stamm des Baumes, als wäre er nur eine Strohpuppe, nicht schwerer als ein Medizinball.

Die anderen vier starren sie mit weit aufgerissenen Augen und Mündern an und greifen mit zitternden Händen nach ihren Waffen.

Chiyo ist nur eine wunderschöne junge Frau, aber die Männer könnten spüren, dass etwas mit ihr nicht stimmt, sogar wenn sie nicht gerade gesehen hätten, was sie getan hat.

„Geh“, sagt sie zu der Dirne, die sich ebenso vor ihr fürchtet wie die Männer, wenn nicht mehr. „Geh und komm nicht zurück.“

Sie hebt die Dirne auf, als wöge sie nicht mehr als ein Kleinkind, und bringt sie mit einem freundlichen Klaps auf die Schulter in Bewegung fort von dem Baum und den fünf Männern.

Einer von ihnen versucht aufzustehen, aber Chiyos Gestalt… Wir stocken, während wir das richtige Wort suchen, und wählen schließlich eines, das nur unzureichend ausdrückt, was wir sehen: flackert, und der mutigste der fünf Feiglinge schlägt hart auf den Boden auf, während sein Messer, seiner Hand entwunden, in der Dunkelheit verschwindet.

Die Münder und Augen der fünf weiten sich noch ein Stück mehr, während sie zusehen, wie Chiyo – einfach nur da steht und sie betrachtet.

Sie sind zu sehr beherrscht von ihrer eigenen Furcht und den sich in ihren erbärmlichen Gehirnen überschlagenden Gedanken, um zu sehen, was in ihrem Gesicht geschieht, aber wir sind… Ihr wisst, was ich meine.

Wir sehen, wie ihre Gesichtszüge sich entspannen, wie etwas aus ihrer Miene weicht. Entschlossenheit?

Wir sehen, wie ihre Augen über die Männer schweifen, ihre Lippen sich ein wenig teilen, ihre Brauen sich zusammenziehen und etwas fasst wie ein Lächeln um ihren Mund spielt, aber doch nicht ganz ein Lächeln. Verachtung?

Wir sehen, wie ihre Lippen sich wieder schließen und ihre Stirn sich glättet. Eine Erkenntnis?

„Ich überlege“, sagt sie.

„Was ich tun soll“, sagt sie nach einer kurzen Pause.

Eine längere Zeit vergeht, in der die fünf Männer vergeblich versuchen, den Mut zu finden, sie noch einmal anzugreifen.

Warum?“ fragt Chiyo.

Sie schüttelt ihren Kopf und lässt ihn sinken, ihre Stirn in Falten gelegt. Ihre rechte Hand erhebt sich zu ihrer Schläfe und beginnt, sie langsam zu massieren.

„Nein“, sagt sie. „Nein, das… Wozu? Sie wird davon nicht wieder…“

Die Blicke zweier der Halunken finden einander, die beiden nicken einander zu. Einer wirft etwas auf Chiyo, und der zweite springt auf sie zu.

Sie hebt ihre linke Hand, ohne auch nur aufzusehen, und fängt das Messer. Sie wirft es achtlos über ihre Schulter und versetzt dem angreifenden Söldner einen Stoß, der ihn zu Boden wirft, mit einem Aufschlag, der hörbar die Luft aus seiner Lunge presst.

„Ich weiß“, sagt Chiyo. „Und?“

„Was… bist du?“ krächzt einer der Männer mit zitternder Stimme.

Ihre Schultern fallen, und sie sinkt ein wenig in sich zusammen.

„Dann habe ich sie wohl verschenkt“, sagt sie.

Sie zuckt mit den Schultern, wendet sich ab, und verschwindet wieder in der Dunkelheit.

***************

27. Juni 2011, Los Angeles

Isabelle hakte die Sicherheitskette ein und öffnete langsam die Tür.

„Mrs. Baker, ähm, hallo!“

Ein Paar hellblauer Augen schob sich in ihr Blickfeld. Ihr Besucher trat einen Schritt zurück, als ihm klar wurde, dass er viel zu dicht vor ihr stand.

„Mein Name ist Chuck Namarra, Ma’am, LAPD. Ich stör Sie nicht gerne, aber ich muss Ihnen ein paar Fragen stellen. Passt es gerade, oder soll ich noch mal wiederkommen?“

Chuck Namarra trug ein offensichtlich nur flüchtig gebügeltes, aber sauberes Hawaii-Hemd, eine weite Leinenhose in demselben Zustand und ausgetretene Mokassins aus braunem Wildleder. Seine schwarzen grau melierten Haare hingen bis knapp über die Schultern, sein breites Lächeln zeigte einen Satz leuchtend weißer Zähne, von denen zwei goldene Kronen trugen, und sein Kinn und seine Wangen waren bedeckt von einem mindestens Neun-Tage-Bart. Alles in allem machte er einen sehr sympathisch zerknitterten Eindruck, ohne dabei ungepflegt zu wirken. Hätte er bei einem Junior-League-Spiel eines ihrer Söhne neben ihr gesessen, hätte sie sich mit Freuden mit ihm unterhalten und vielleicht sogar ein bisschen geflirtet, aber den Cop nahm sie ihm nicht so ganz ab. Für Privatdetektive und Reporter war es ja auch gelegentlich vorteilhaft, sich als Polizisten auszugeben, und zu beiden Berufen schien er viel besser zu passen als zum LAPD.

„Darf ich einen Ausweis sehen?“ fragte sie.

Isabelle kam sich ein bisschen unhöflich dabei vor, aber aus der Entführung ihrer Tochter hatte sie gelernt, dass man manchmal lieber ein bisschen unhöflich war als zu vertrauensselig.

Er lachte auf.

„Klar doch, entschuldigen Sie bitte. Manchmal bin ich echt einfach ein Trottel. Moment…“

Er klopfte auf seiner Hose herum und zog schließlich aus seiner linken Gesäßtasche die glänzende Messingmarke in ihrer kleinen Ledermappe. Isabelle konnte zwar den Namen auf dem Fotoausweis in der Tasche gegenüber der Marke aus dieser Entfernung nicht lesen, aber es war sein Foto, und es stand LAPD drüber, das reichte ihr.

Sie entfernte die Sicherheitskette. „Kommen Sie herein, Officer.“

Er lachte wieder. Er hatte ein nettes Lachen.

„Ma’am, Sie dürfen mich gerne Chuck nennen, wie Sie wollen, aber wenn Sie’s lieber formell mögen, dann wär’s Detective.“

Sie schloss die Tür hinter ihm und führte ihn ins Wohnzimmer.

„Setzen Sie sich doch schon mal, während ich eine Tasse Kaffee für Sie mache.“

„Bitte machen Sie sich keine Umstände“, widersprach er, „Ich bleibe nicht lange, und außerdem“, er lachte noch einmal leise, „Wenn ich für jede Tasse Kaffee einen Cent kriegen würde, dann hätte ich dieses Jahr bestimmt schon… acht Dollar zusammen, oder sowas. Lassen Sie uns ruhig gleich mit den Fragen anfangen, umso früher sind Sie mich wieder los.“

„Neinnein“, sagte Isabelle, „Es macht mir keine Umstände, ich trink auch gern selbst eine Tasse mit.“

Ihr Lächeln gefror, als er unter sein Hemd griff und eine schwarze Pistole hervorzog. Isabelle bemerkte, dass an seiner Hand ein Finger fehlte. Er betrachtete die Waffe kurz und legte sie auf den gläsernen Couchtisch vor sich.

„Muss echt nicht sein“, sagte er, und zeigte auf den Sessel ihm gegenüber.

Isabelle hörte das Blut in ihren Ohren rauschen und ihr eigenes Herz schlagen, als die Wahrheit über sie hereinbrach. Der nette Kerl mit dem Hawaiihemd war kein Polizist. Was auch immer er sonst war, er war bewaffnet, und er bedrohte sie. Nicht schon wieder. Sie hatte ihre Tochter gerade erst wieder bekommen, und Melissa war jetzt gerade im Haus, genau wie ihre beiden Brüder. In ein paar Minuten würde Pete wahrscheinlich runterkommen, um sich My Little Pony anzusehen. Er kümmerte sich nicht darum, dass Harry ihn permanent dafür aufzog, und Isabelle war dafür unsäglich stolz auf ihn.

‚Nicht schon wieder‘ war ihr einziger Gedanke. Sie würde es nicht wieder zulassen. Seit Melissa zurück war, hatte sie Schießstunden genommen, und die Waffe auf dem Tisch war kaum weiter von ihr entfernt als von ihm. Chuck saß entspannt zurückgelehnt auf der Couch, die Arme verschränkt, und grinste sie an, als würde er immer noch den etwas trotteligen, aber wahnsinnig netten Freund und Helfer spielen.

Nicht schon wieder.

Sie sprang auf die Waffe zu und griff danach. Chucks Hand zuckte mit beinahe übermenschlicher Geschwindigkeit zu der Pistole und richtete sie auf Isabelle. Sie griff ins Leere, fiel auf den Couchtisch und fühlte ihn unter sich zerbrechen. Sie fühlte zunächst keinen Schmerz von den Scherben, und dann war es ohnehin zu spät. Chuck schoss ihr aus nicht ganz zwanzig Zentimenter Abstand in den Kopf.

Er machte ein nachdenklich langgezogenes prustendes und schüttelte missmutig den Kopf.

„Naja“, murmelte er, während er aufstand und sich nach der Treppe ins erste Stockwerk umsah. „Wahrscheinlich wusste sie eh nichts.“

Es war das Mädchen, das er finden musste. Es war das Mädchen, das Chiyo möglicherweise berührt hatte.

Lesegruppenfragen

  1. Irritieren euch eigentlich die Stilwechsel? Bemerkt ihr sie überhaupt?
  2. Kamen euch die erste und die dritte Szene mangels plottragender Ereignisse sinnlos vor, oder ging das?
  3. War überhaupt verständlich, was hier passiert? Es ist immer so eine Sache, dem Leser nicht alles vorzubuchstabieren, ihn aber auch gleichzeitig nicht mit Rätseln und Unerklärtem zuzuballern, bis er gar nicht mehr weiß, was Sache ist.
  4. Fandet ihr die letzte Szene auch ein bisschen… unterdurchschnittlich?
  5. Wie immer darf natürlich jeder (und jede) gerne auch alles andere erwähnen, was ihm (oder ihr) gerade so einfällt. Muss nicht mal unbedingt mit der Geschichte zu tun haben.
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17 Responses to Yours to keep (5)

  1. Guinan sagt:

    Es geht weiter *freu*
    1. Ich mag solche Brüche, nicht nur hier, sondern überhaupt, in Geschichten genauso wie bei Musik, das baut eine besondere Art von Spannung auf.
    2. Zuerst schließt du ja an die vorherige Folge an, das ist schon mal gut, um wieder ins Thema zu kommen. Der Part um Isamu/Yuudai war anfangs unverständlich, also dass da jetzt noch eine Ebene dazukommt. Ich musste die ersten Teile noch einmal überfliegen, ob wir die schon mal hatten.
    3. Naja, man muss die vorherigen Geschichten schon kennen, ohne geht’s jetzt wirklich nicht mehr. Zu viele Wiederholungen würden mich aber nerven.
    4. Der Tod kam jetzt sehr überraschend. Gerade die netten, harmlosen Leute sterben bei dir manchmal etwas schnell, praktisch gleich nach dem Auftauchen. Da ist so rothemdenmäßig.
    5. Dieser Genderkram muss aber nicht unbedingt sein. Schreib einfach unter Darum gehts einen Disclaimer, dass deine Aussagen immer für alle möglichen Geschlechter gelten, und gut is…

  2. Muriel sagt:

    @Guinan: 4. Ich werde da in Zukunft mehr drauf achten. Immerhin sind sie bei mir nicht sofort an der Kleidung erkennbar…
    5. Keine Sorge, ich mach das nur hin und wieder mal zum Spaß. Das wird kein Trend. Aber gerade in Zeiten von Elevatorgate will ich mit gutem Beispiel für andere Skeptiker vorangehen. Ich bin zwar nicht ganz sicher, dass Dawkins hier mitliest, aber man kann nicht vorsichtig genug sein.

  3. Günther sagt:

    1. Mir gefällt der Erzähler im antiken Japan. Aber es würde wahrscheinlich nicht so gut passen, wenn er auch in der Gegenwart so sprechen würde, von daher ist der Stilwechsel ganz angenehm. Auch der Abwechslung halber.

    2. Die erste nicht so, aber was die dritte sollte, hat sich mir nicht so ganz erschlossen. Ich vermute da kommt später noch Aufklärung?

    3. Ich denke schon. Wenn ich etwas nicht verstanden haben sollte, ist es mir zumindest nicht aufgefallen 😉

    4. Vom Aufbau der Geschichte her hat sie da ziemlich gut hingepasst, so weiß man, dass es den Magier immer noch gibt und er hinter dem Dämon her ist. Guter Cliffhanger. Auch sonst hab ich nichts an der Szene auszusetzen. Naja, der Mord hätte vielleicht nicht unbedngt sein müssen, aber sonst…

    5. Es gab einen Herr der Ringe-Moment 😉 Den hab ich vorhergesehen. Aber passt!

    6. Wenn ich Kinder hätte, dürften die ganz bestimmt nicht My Little Pony gucken. Jungen wie Mädchen.

  4. Muriel sagt:

    @Günther: Danke für den Kommentar!
    2. Mehr oder weniger vielleicht, ja.
    4. Was ihr immer gegen meine Morde habt…
    5. Ein schlimmes Buch. Das wird auch noch aufgearbeitet.
    6. Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Kinder, die regelmäßig My Little Pony sehen, ca. 20% cooler sind als eine Vergleichsgruppe, die nur ein Placebo erhält. True story.

  5. Guinan sagt:

    6. Die Serie gibt es wirklich? Und sogar als Onlinespiel? Ich bin erschüttert. Ja, denkt denn niemand an die Kinder? Amokläufe wundern mich jetzt jedenfalls nicht mehr.

  6. Muriel sagt:

    Pffff. Haters gonna hate.

  7. madove sagt:

    1. Ja, explizit bemerkt und für gut befunden.
    2. Ich hatte schon mehrfach angedeutet: Alles was illustriert, ergänzt, Ambiente schafft, Personen näherbringt, lustig oder berührend ist, macht für mich den Reiz von Geschichten im
    Allgemeinen (sonst könnte ich auch Zeitung lesen) und von Deinen im Besonderen (weil finde, das ist Deine Stärke, vielleicht sogar mehr als Plots, auch wenn der hier sehr spannend ist)
    3. Mit gelegentlichem Rückblättern in die anderen Teile geht es gut und ist gerade dünn genug, um mich konzentriert bei der Sache zu halten.
    4.Eigentlich nicht. Auch nicht herausragend. Der überraschende Mord war halt ein bißchen … überraschend.
    5. @Guinan welcher Genderkram? Den Ponyguckenden Sohn fand ich gut.
    6. Ich will eine Software, mit der ich mit einer One-Click-Markierung kundtun kann, welche Stellen mir besonders gefallen, weil ich schon jetzt, am Ende angekommen, nicht mehr alle weiß. Ich liebe den allmächtigen Autor, auch wenn er etwas klamaukig ist (ohne Abendessen…).

  8. Es ist einfach so praktisch,…

    wenn andere Leute das schon geschrieben haben, was ich schon lange mal sagen wollte. Mehr oder weniger wörtlich. Erstens spart es Arbeit, und zweitens gibt es mir das wunderbare und zugleich irritierende Gefühl, von zumindest einer Person ver…

  9. Guinan sagt:

    @madove: Das bezog sich auf „…darf natürlich jeder (und jede) gerne auch alles andere erwähnen, was ihm (oder ihr) …“ . Sowas ist mir ein Graus.
    Die Serie kannte ich übrigens wirklich nicht. Und die gegoogelten Bilder haben bei mir einen Kulturschock verursacht.

  10. madove sagt:

    @Guinan Ah, ok, danke. Das war mir nicht aufgefallen. Ich finde es nicht so wichtig (und natürlich nicht elegant), würde es aber eher leicht positiv bewerten.

  11. Guinan sagt:

    @madove: Mein kleiner persönlicher Feldzug gegen die m/w-Schreibvorschriften. Die Sinnlosigkeit ist mir selbst auch klar, aber ich mache so manches Sinnlose, dann kommt es da auch nicht mehr drauf an 😉

  12. Muriel sagt:

    @madove: Danke!
    6. Mmmm… Direkt hier im Blog? Ich glaube, das geht nicht. Aber wenn du es als PDF herunterlädst (das ich diesmal vergessen habe, wie ich gerade bemerke) oder einfach in Word kopierst, dann geht das, einfach mit dem Marker-Werkzeug.
    Weiß natürlich nicht, ob dir das hilft.

  13. madove sagt:

    @Muriel Ich dachte eher an etwas, wo ich draufklicke, und dann leuchtet bei Dir ein Herzchen oder ein Blümchen oder so irgendetwas maskulin Sachliches an dieser Textstelle auf und Du siehst das positive Feedback direkt. Noch praktischer wäre das natürlich direkt in Kombination mit einer Software mit Gesichtserkennung, der Mann sagt jedenfalls, man sieht mir immer deutlich an, wenn ich was lese, was mir Spaß macht.

  14. Muriel sagt:

    @madove: Ich wäre begeistert, wenn wir eines Tages so etwas entdecken sollten.
    Bis dahin freue ich mich über jedes herkömmliche Feedback. Was immer dir nach dem Lesen eben noch einfällt.
    Übrigens: Hattest du eigentlich die beiden ersten Fortsetzungsromane gelesen? Nimmermehr und Menschenähnlich?
    Nicht, dass ich mich aufdrängen wollte. Fiel mir nur gerade so ein.

  15. madove sagt:

    Ne, stimmt, das wollte ich immer mal!

  16. medizynicus sagt:

    ad 1.) Ja, die Stilwechsel irritieren mich. Natürlich bemerke ich sie
    ad 2.) Beide Szenen sind durchaus plottragend.Die dritte Szene ist stilistisch die beste aus dieser Episode. Die erste ist stilistisch unterirdisch.
    ad 3.) Natürlich ist verständlich, was passiert und inzwischen auch vorhersehbar. Sheilas (irgendwann hast Du sie mal Kira genannt) Vergangenheit ist damit hinreichend erklärt.
    ad 4.) Nein, stilistisch ist die letzte Szene durchaus OK.Allerdings erinnert der Dialog ein weing zu sehr an billige amerikanische Fernsehserien.
    ad 5.) Die Hinweise auf die auktoriale Erzählperspektive nerven. Für maximal einmal war der Gag gut, jetzt reichts. Überhaupt sollten diese auktorialen Einschübe annähernd komplett entrümpelt werden.
    An vielen Stellen ist der Plot zu klischeehaft (ohne übertrieben genug zu sein um das auf die Schippe zu nehmen), die Bilder sind filmhaft – aber nicht lebendig genug beschrieben. Der Plot hat allerdings durchaus Potential. So, und jetzt lese ich noch Teil 6

  17. Muriel sagt:

    @medizynicus: Willkommen bei überschaubare Relevanz, und vielen Dank für die offenen Antworten. Schön, wenn jemand klar sagt, was er denkt.
    2.) Da sieht man schön, wie unterschiedlich Menschen sowas wahrnehmen können. Ich bin mit der ersten überglücklich und finde die dritte ein bisschen belanglos.
    5.) Und da auch. Ich finde dieses Einschübe ganz fantastisch. Die gute Nachricht für dich könnte sein (unter gewissen Voraussetzungen, die ich hier nicht alle aufzählen will, um dich nicht zu sehr mit unnötigen Einschüben zu nerven), dass mein Erzähler normalerweise viel weiter im Hintergrund bleibt. So aufdringlich wird er nur bei Yours to keep.

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