Gefallen (13)

Das ist jetzt ein bisschen merkwürdig. Erinnert ihr euch noch, an diese unverständlichen Dialogschnipsel, die in den ersten Kapiteln von „Gefallen“ vorkamen? Irgendwann habe ich mal gefragt, ob ihr die überhaupt interessant findet, und die Antwort war eher so durchwachsen, und danach habe ich keine mehr geschrieben.

Ihr dachtet wahrscheinlich, das hinge kausal zusammen. Aber in Wahrheit wollte ich sie in jedem einzelnen Kapitel seitdem einfügen. Ich habe sie bloß vergessen. Aber diesmal habe ich wieder dran gedacht. Nicht, dass ich sie für eine besonders gute Idee hielte. Aber wenn man einmal mit was angefangen hat, ihr wisst schon.

Wetten darüber, ob ich sie beim nächsten Mal wieder vergesse, nehme ich bis auf Weiteres noch entgegen.

Was bisher geschah
Im ersten Kapitel wurde Prinzipal Janan von einer Eisernen Jungfrau entführt und durch die Höhlen des Hüters in das Unheiligtum gebracht.
Im zweiten Kapitel kehrte er mit der Eisernen Jungfrau zurück und beriet sich mit seinen… Ja, mit seinen Beraten, wem sonst? über die Bedrohung durch den Hüter.
Im dritten Kapitel lernen wir Mischa kennen, der Prinzipal entscheidet, dass er die Hilfe des Magistrats braucht, und seine Schwester Jasmi reist nach Nomren, um diese anzufordern.
Im vierten Kapitel spricht Jasmi mit dem Magistrat und seinem Ersten Magier, Mischa will von Gennard eine neue Hand, und die Mandurische Armee erleidet eine Niederlage.
Im fünften Kapitel besucht Jasmi das Monument von Yon-Gequl, Kara und Morgan werden von einem Boten aufgesucht, und Jasmi teilt sich eine Kutsche mit dem Gekreuzigten. Er ist ein bisschen schwierig.
Im sechsten Kapitel erwehren sich Kara und Morgan eines aufdringlichen Duellanten und lernen Sturm kennen.
Im siebten Kapitel begegnen Mischa und Gennard einem Monster auf der Straße – oder zweien?, Hauptmann Bendow durchquert einen Sump, und Prinzipal Janan lernt den Gekreuzigten kennen.
Im achten Kapitel bringt Sturm Kara das Fliegen bei, und Doppelgänger führt Selbstgespräche.
Im neunten Kapitel findet Hauptmann Bendow ein süßes und ehrenvolles Ende, Schattentänzer und der Fremde stellen sich Mischa und Gennard vor, und der Gekreuzigte sagt, was Sache ist. Like a boss.
Im zehnten Kapitel machen Morgan, Kara und Sturm eine Zwischenlandung, und der Erste Magier und der Magistrat werden befreit.
Im elften Kapitel erreichen unsere reisenden Helden ihr Ziel, und Kara bricht Sturms Handgelenk.
Im zwölften Kapitel übernehmen der Gekreuzigte, der Tote Mann und Sturm das Kommando über ihre jeweiligen Legionen

Was heute geschieht

Vor langer Zeit

„Diese Scharade ist doch degoutant. Soll er aufschreiben, was er sagen will!“

„Schreiben soll er, doch Werkzeug, Feder und Tinte, Papier und Sand, um zu schreiben, was er denkt, doch ihr nicht sehen könnt.“

„Lass Papier und Feder bringen.“

„Bringen lassen, müssten sie. Sie sind fort, das weißt du wohl. Alle fort, gegangen, mussten sie fortschicken vor dem Palaver, fort, weg, zu beruhigen die Blinden, die die Gefahr nicht ertragen, wenn sie sie sehen, und sie nicht sehen, wenn sie“

„Dann muss einer von uns Schreibzeug holen.“

„Niemand verlässt alleine diesen Raum.“

„Wir sitzen doch nicht hier und warten, während du da draußen unsere Vernichtung vorbereitest.“

„Wahrscheinlich war das von Anfang an sein Plan. Er war von Anfang an der einzige, der sich darüber beklagt hat, dass der Fremde nicht spricht.“

„Hier sitzen die sieben mächtigsten Magier in der Geschichte unserer Welt, und es gelingt uns nicht, Papier und Feder zu beschaffen?“

„Du sagst es.“

*************************************

Heute

„Ach Scheiße, Gennard, können wir den Kram nicht einfach auf dem Wagen lassen? Ich bleib hier und pass auf, wenn‘s sein muss.“

Mischa trug eine kleine stählerne Kiste mit einem großen stählernen Vorhängeschloss daran durch den Staub der Ebene zu dem Tor, das der Fremde vor ihnen geöffnet hatte. Mit der rechten Hand hielt sie einen der Griffe, und ihr linker Arm stützte die Kiste von unten. Gennard folgte ihr und beobachtete jede ihrer Bewegungen.

„Ich fürchte… Nun, wie soll ich es dir erklären, Mischa, ohne dass du mich dafür aufschlitzt wie einen Fisch? Ich traue dir nicht.“

Mischas Aufmerksamkeit galt dem beinahe kniehohen Staub und den darin liegenden zerteilten Pferdekadavern.

Was, wenn noch mehr Kreaturen wie die vorhin sich hier versteckten? Was, wenn das Blut und der Gestank der anderen auslaufenden Körperflüssigkeiten sie anlockten?

Nicht, dass sie Angst gehabt hätte. Sie hatte sich nur immer einen anderen Tod gewünscht als in irgendeiner staubigen Bram oder wie die Dinger hießen als Wurmfutter zu dienen.

Und wo waren eigentlich die beiden Komiker, die sie hierher gebracht hatten? Es machte Mischa wahnsinnig, dass sie keine Ahnung hatte, wo die beiden sich aufhielten und ob Schattentänzer vielleicht gerade direkt hinter ihr stand. Oder vor ihr.

Außerdem ließ das verdammte Portal die Härchen auf ihren Armen senkrecht stehen. Mischa war froh, wenn sie sich wieder darauf verlassen konnte, dass Realität Realität war, und dass es nur eine Sorte davon gab. Und natürlich war sie froh, wenn sie endlich diese staubbedeckte Einöde hinter sich gelassen hatte und wieder Luft atmen konnte, die sich nicht anfühlte und roch wie der Atem von etwas, das schon sehr lange tot war.

„Was muss ich tun, damit du mir zu wenig traust, um mich den Klumpatsch schleppen zu lassen?“

„Ich bin ja dabei um aufzupassen. Und du weißt, dass ich ein alter Mann bin. Wenn ich versuche, solche Lasten zu transportieren, könnten meine Gelenke Schaden nehmen. Meine Werkzeuge sind von unschätzbarem Wert. Du würdest mich doch auch nicht deine… Nun…“ Gennard schnitt eine Grimasse. „Was besitzt du, was wertvoll wäre?“

Mischa antwortete mit einem breiten Grinsen: „Nichts. Naja.“ Sie blickte versonnen auf ihren Armstumpf hinab. „Meine Hand war mir irgendwie wichtig. Was mich daran erinnert, dass sie schon lange fertig sein sollte.“

„Morgen, denke ich. Wenn ich jetzt endlich zum Arbeiten komme. Du musst verstehen, dass es gar nicht so einfach ist, während der Fahrt auf einem schaukelnden, ratternden – Mischa, bist du des Wahnsinns?“

Sie hatte die Kiste einfach mit einem lauten Scheppern fallen lassen. Gennard fiel vor der Kiste auf die Knie, zog hastig den Schlüssel hervor und öffnete sie, um den empfindlichen Inhalt auf Schäden zu untersuchen.

„Pfff!“ machte sie. „Du musst verstehen, dass es mir irgendwie gerade nicht mehr passt, deinen Dreckskram zu schleppen. Du Arsch“, fügte sie sicherheitshalber noch hinzu.

Gennard seufzte, während er Schraubendreher für Schraubendreher und Feinmechanikerzange für Sonde sein Werkzeug kontrollierte.

„Mischa“, sagte er, so geduldig er konnte, „Ich arbeite schon an deiner Hand. Ich bin dabei. Aber du musst dir bewusst machen, was für eine diffizile Arbeit das ist, und dass auch dir nicht geholfen wäre, wenn ich in Hast und Eile etwas zusammenstümperte, das nicht meinen üblichen Ansprüchen genügt.“

„Ja Gennard. Wie sehr ist dir eigentlich geholfen, wenn wir feststellen, dass der Ballerino und sein stummer Kumpel in Wahrheit gar nicht unsere Freunde sind und ich dann versuchen muss, einen von ihnen zu Tode zu kauen, weil ich nur eine verhurte Hand habe, hä? Gennard, mach dich an die Arbeit. Glaub mir, um dir die Därme rauszuprügeln, reicht mir eine Hand, und das ist nicht nur so‘n Spruch. Weißt du, was für ein Scheißgefühl das ist, ein Krüppel zu sein? Ich meine, wenn man vorher gesund war? Dieser ganze Dreck macht mir Angst, und wenn irgendeines von den Monstern hier Hunger bekommt, will ich nicht wie Futter aussehen!“

Als sie eine Hand auf ihrer Schulter spürte, wirbelte sie reflexartig herum und schlug zu. Sie traf den Solarplexus des Fremden, falls er bei ihm an der gleichen Stelle saß wie bei einem Menschen. Das Ding unter der Ledermaske jaulte wie ein getretener Hund, taumelte einige Schritte zurück und landete mit einem dumpfen Aufprall auf dem Boden neben der Kutsche. Staub spritzte zu seinen Seite auf wie Wasser und setzte sich langsam wieder. Gennard sah mit weit aufgerissenen Augen zu.

„Oh verdammt!“ rief Mischa. Sie sprang hinüber zu dem Gefallenen, konnte es aber nicht über sich bringen, ihm ihre Hand zur Hilfe zu reichen.

„War keine Absicht“, knurrte sie. Sie konnte sich nicht erinnern, wann sie das letzte Mal so dicht an einer Entschuldigung gewesen war. Und das ausgerechnet für so einen.

Der Fremde erhob sich und fuhr fort, als wäre nichts geschehen. Er ergriff Mischas linken Unterarm und hob ihn empor, als wollte er ihn sich genauer ansehen. Dabei zog er sie fort von Gennards Wagen.

„Was wird das?“ fragte sie.

Er legte den Zeigefinger seiner freien Hand auf die Stelle, wo seine Lippen zu sein schienen und legte dann die Hand auf ihre Schulter, mit einer vorsichtig streichelnden Bewegung.

„Ich glaube, er meint…“

„Ich weiß, was er meint, Gennard!“

Sie wusste nur nicht, ob er es ehrlich meinte. Er musste fast alles gehört haben, was sie gesagt hatte, und vielleicht wollte er auf diese Art ein Risiko beseitigen.

„Fürchtet Euch nicht, junge Dame“, hörte sie Schattentänzers Stimme aus der Dunkelheit. Es irritierte Mischa sehr, dass sie die beiden nie kommen hörte. „Wir wissen, dass Ihr uns nicht traut, und wir hatten auch nichts anderes erwartet. Wir wollen Euch helfen, damit Ihr uns helfen könnt. Ist gar nichts Verdächtiges dabei. Reiner Eigennutz.“

„Nenn mich noch einmal junge Dame“, knurrte sie. „Und vor allem erklär mir, wie er mir helfen will, sonst könnt ihr das vergessen. Was weiß ich denn, was ihr Spinner mit mir anstellen wollt.“

„Na, was meint Ihr denn, was er tun könnte? Er will Euch eine neue Hand geben. Junge Dame.“ Ein leises Kichern aus keiner bestimmten Richtung.

„Das kann er?“ fragte sie. „Na dann los! Wenn ich darauf warte, dass er mir hilft“ Sie nickte in Richtung Gennards, „Dann sterbe ich als Krüppel.“

Mischa atmete tief durch und entspannte sich, so gut sie konnte, während sich eine verrückte, bestenfalls teilweise menschliche Kreatur an ihrer Anatomie zu schaffen machte.

Der Fremde ließ ihren Unterarm los, fuhr mit seiner lederumwickelten Hand sanft über ihren Stumpf und fuhr dann mit den Fingern die Kontur der abgeschlagenen Hand nach. Dabei stieß er zischelnde Laute aus, wie eine durchstoßene Lunge.

„Das tut weh“, bemerkte Mischa mit mühsam beherrschter Stimme. „Und es ist kalt.“

Der Fremde ignorierte sie und fuhr fort. Gennard sah zu, die Kiste vor seinen Füßen vorerst vergessen.

„Haltet durch“, wisperte Schattentänzer ihr direkt in beide Ohren. „Was habt Ihr erwartet? Natürlich ist es schmerzhaft, eine Hand zu ersetzen.“

Die Kälte an Mischas Armstumpf wurde schneidend. Sie biss die Zähne zusammen, bis ihre Kiefer schmerzten. Sie zitterte, und kalter Schweiß stand ihr auf der Stirn.

„Verdammt, was machst du da?“ rief sie, „Du tust mir weh!“

Wieder legte er einen Zeigefinger auf seine Lippen.

„Nein verdammt, ich…“

Mischa verstummte, als sie sah, was passierte. Ein silbriges Schimmern begann um ihren Stumpf herum. Bei Tageslicht wäre es unsichtbar gewesen, aber in der ewigen Dämmerung dieser Ebene konnte sie es gerade eben so erkennen. Es wurde zunehmend deutlicher, und sie spürte  neben dem Schmerz und der Kälte, die nun fast unerträglich waren, wie etwas anderes als der Fremde sie berührte. Tränen standen ihr in den Augen und liefen ihre Wangen hinab.

Und dann war es vorbei. Wo vorher nichts und früher einmal ihre Hand gewesen war, sah sie nun eine grünschuppige Klaue mit drei Zehen, von denen eine den anderen gegenüberlag und wohl als Daumen fungieren sollte.

„Ih!“ stieß sie hervor, „Das… Und… In der nächsten Stadt werde ich damit doch auf den Scheiterhaufen geworfen!“ Sie war sogar zu verblüfft und erschrocken, um die Tränen aus ihrem Gesicht zu wischen, bevor Gennard sie sehen konnte.

Der Fremde hatte sich schon wieder abgewandt und kehrte zu seinem Riss in der Welt zurück.

„Hm… Wie bewege ich das Ding?“ Mischa konnte spüren, dass es da war, aber es fühlte sich nicht an, als wäre es ein Teil von ihr. „Hallo? Irgendjemand?“

„Lass mich mal sehen.“

Gennard.

Mischa seufzte. Sie hatte gehofft, dass die Gefallenen ihr mit dem neuen Körperteil helfen würden. Aber vielleicht war er gar nicht der schlechteste Ratgeber. Er war kein Magier, aber er wusste alles, was man über den menschlichen Körper und Prothesen wissen konnte. Und im Gegensatz zu den beiden Gefallenen war er weder stumm noch irre. Sie hielt ihm ihre Klaue entgegen und hoffte, dass sie den beiden Missgeburten zu Recht vertraut hatte.

*************************************

Der Magistrat reiste nicht gerne in Skreineechs fliegender Kutsche. Es war gar nicht so sehr die Angst, herunterzufallen. Es war mehr das Gefühl, sich überhaupt nicht zu bewegen, weil alle denkbaren Orientierungspunkte viel zu weit entfernt waren.

Weil er aber verstand, dass sie unter den gegebenen Umständen das mit weitem Abstand beste denkbare Fluchtfahrzeug darstellte, hatten sie als Kompromiss die Vorhänge zugezogen. Dieser Teil war einfach gewesen.

Schwieriger war, sich darüber zu einigen, wohin die Reise gehen sollte.

„Nein“, sagte der Magistrat. „Das ist absurd. Das ist idiotisch. Das ist genau die Denkweise, der wir das ganze Problem überhaupt zu verdanken haben!“

„Nicht das ganze“, widersprach der Erste Magier. „Der Hüter war ganz ohne meine absurd idiotische Denkweise ein Problem.“

„Und dass soll ein Grund dafür sein, sich mit ihm gegen die Gefallenen zu verbünden?“

„Nein, das war… Einfach nur ein Hinweis auf einen Fehler in Eurer Argumentation, Magistrat.“

„Seht Ihr, Skreineech, genau deshalb mag Euch niemand!“

Leslegum nickte enthusiastisch.

„Das… Das… Bleiben wir bei der Sache“, sagte Skreineech.

„Genau. Bleiben wir dabei. Was versprecht Ihr Euch von einem Bündnis mit dem Hüter? Wie kommt Ihr auf die Idee, dass so etwas auch nur möglich wäre?“

„Es ist doch offensichtlich!“ Skreineech unterdrückte ein genervtes Stöhnen. Er hatte eine Gabe dafür, seine Verärgerung über andere Menschen auf eine Weise zu unterdrücken, die noch erheblich beleidigender war als die eigentliche Emotion. „Jetzt haben wir acht Feinde, die das Reich zu zerstören trachten. Wenn wir dem Hüter helfen, die Gefallenen zu besiegen, haben wir nur noch einen.“

„Das setzt natürlich eine sehr kreative Zählung voraus. Der Hüter hat eine Armee aus Monstern, Zauberern und… Ich weiß gar nicht, was für Kreaturen noch. Und wir wissen nicht einmal, was er überhaupt ist. Die Gefallenen sind sieben Magier. Wir kennen ihre Ziele, wir kennen ihre Macht. Warum warten wir nicht, bis sie den Hüter besiegt haben, und kämpfen dann gegen sie? Und falls sie unterliegen, haben wir genau die gleiche Situation wie Euer Plan sie herbeiführen würde.“

„Nur dass der Hüter uns dann als Feinde ansähe.“

„Ihr glaubt nicht im Ernst, dass er nach dem Sieg über die Gefallenen unser Verbündeter bliebe? Bitte sagt, dass Ihr das nicht glaubt. Ich finde die Aussicht beängstigend, dass mein Erster Magier in solch schweren Zeiten seinen Verstand verloren hat.“

„Natürlich glaube ich das nicht!“ schnaufte Skreineech, „Aber… Es wäre zumindest eine andere Ausgangsposition, und… Magistrat, was glaubt Ihr, warum ich die Gefallenen wecken wollte? Weil ich sicher war, dass sie den Hüter besiegen können. Weil sie gefährlicher sind als der Hüter!“

„Und Ihr dachtet, wir könnten sie benutzen, um ihn zu beseitigen, und danach würden wir dann schon irgendwie mit ihnen fertig werden. Erkennt Ihr die Parallelen?“

„Ich habe einen Fehler gemacht, ja! Einen schrecklichen Fehler. Ich hätte sie niemals wecken dürfen. Ich dachte, der Messias hätte sie unter Kontrolle und habe ihre Täuschung nicht durchschaut. Ich war in der Tat ein Idiot. Aber jetzt sind sie nun einmal da, und wir werden nicht mit ihnen fertig, wenn wir nicht die Unterstützung des Hüters haben.“

„Ihr schient keine großen Probleme mit Doppelgänger zu haben.“

„Damit hatte ich übrigens auch ein bisschen zu tun“, warf Leslegum ein.

Der Magistrat nickte ihm zu und bedeutete mit einer Handbewegung, dass er das zu schätzen wusste, es aber gerade nicht für entscheidend hielt.

Skreineech seufzte und öffnete seinen Mund, um zu antworten.

Alle drei zuckten zusammen, als etwas mit einem lauten Schlag von außen die Kutsche traf.

Für einen Moment herrschte Stille, als sie gemeinsam reglos darauf warteten, dass ihr Gefährt zerstört und sie von einem der Monster des Hüters oder einem der Gefallenen in Stücke gerissen wurden. Aber nichts geschah.

„Werden wir… angegriffen?“ fragte der Magistrat.

„Ich glaube nicht“, antwortete Skreineech. „Ich habe keine Magie gespürt, und- wartet kurz.

Er schloss seine Augen, während seine Lippen stumm Worte formten.

Der Magistrat lehnte sich zu einem der Fenster hinüber und schob den Vorhang zur Seite, obwohl er sich nichts davon versprach. Er spähte hinaus, während er mit einer Hand nervös an den Fransen eines der Sitzkissen herumspielte.

Wolken über ihnen, eine grüne Flusslandschaft darunter. Kein Drache, keine Feuerbälle, kein Dämon.

„Alles in Ordnung“, sagte der Erste Magier, und öffnete seine Augen wieder. „Es war nur ein Vogel.“

„Ein… Vogel?“ fragte der Magistrat.

Skreineech nickte. „Ein sehr großer. Vielleicht ein Adler, wahrscheinlich eher eine Gans, oder ein Krafur. Ich konnte es nicht so genau erkennen.“

„Hattet Ihr nicht gesagt, dass die Kutsche Hindernissen ausweicht?“

Der Erste Magier räusperte sich. „Tut sie auch. Natürlich nur solchen, die eine Gefahr für die Insassen darstellen.“

Leslegum schnaubte, winkte aber ab, als Skreineech ihm einen fragend-herausfordernden Blick zuwarf.

Der Magistrat schüttelte seinen Kopf. „Ihr wart dabei zu erklären, warum Ihr Doppelgänger besiegen konntet, aber die anderen sechs für unüberwindlich haltet.“

„In der Tat. Das war auf Boden, den ich vorbereitet hatte. Und ich habe sie nicht besiegt. Ich habe sie nur kurz gelähmt. Es war einfacher, weil sie nicht ihre gesamte Macht in einem Körper konzentriert hat. Ich habe einfach nicht die Kraft, es auch nur mit einem der Sieben aufzunehmen. Niemand hat die. Außer…“

„Lasst mich raten. Und wie sieht Euer Plan dafür aus, ihn danach zu besiegen? Soweit ich mich erinnere, hieltet Ihr das ohne die Gefallenen für völlig unmöglich.“

„Ich will ganz offen sein: Ich weiß auch heute noch nicht, wie wir es schaffen könnten. Aber ich bin sicher, dass es nicht unmöglich ist, und ich hoffe, dass wir während des Bündnisses etwas über ihn herausfinden.“

„Soso. Das ist Euer Plan?“

„Magistrat, Ihr könnt jederzeit einen besseren vorschlagen.“

„Wir wüssten nicht einmal, wie wir Gespräche mit dem Hüter beginnen sollten!“

„Doch, wissen wir. Das ist kein Problem.“

„Wissen wir? Woher wissen wir das denn?“

„Weil der Prinzipal von Mandurien bereits mit ihm gesprochen hat. Ich kann von seinem Palast aus mühelos den Spuren folgen und Kontakt zu dem Hüter aufnehmen.“

„Womit wir wieder bei der Frage wären, was wir uns davon versprechen, außer einem schnelleren und weniger anstrengenden Ende!“

Leslegum stöhnte und verdrehte die Augen.

„Magistrat, ich sage das nicht gerne, bitte glaubt mir das, aber der Erste Magier hat Recht.“

Skreineech und der Magistrat starrten ihn an, als hätte gerade die Tür angefangen zu sprechen.

„Wirklich?“ fragte der Magistrat. „Warum?“

„Die Gefallenen sind eine völlig andere Bedrohung als der Hüter. Er ist im Grunde ein einziger Feind. Morgan wäre mit ihm fertig geworden. Deswegen war es auch dumm, die Sieben überhaupt zu wecken.“

„Pffft!“ machte der Erste Magier.

„Den Gefallenen haben wir nichts entgegenzusetzen, wenn sie vereint sind.“

„Wenn sie wirklich so eine unüberwindliche Gefahr darstellen, wie Ihr meint“, fragte der Magistrat, „Warum sind wir uns dann so sicher, dass wir sie mit dem Hüter zusammen überhaupt besiegen können?“

Skreineech antwortete: „Sind wir nicht. Aber ich sagte ja schon: Wenn er es nicht schafft, haben wir nichts verloren. Aber es könnte funktionieren. Ich habe das Wissen, und er hat die schiere Macht, es zu nutzen.“

Der Magistrat seufzte. „Dann auf nach Mandurien. Ich bin überredet. Aber eins sage ich Euch, Skreineech, wenn sich herausstellt, dass dieser Rat wieder ins Verderben führt, dann höre ich das nächste Mal ganz bestimmt nicht mehr auf Euch.“

*************************************

Prinzipal Jarrira hatte ihre Privatgemächer mit jedem denkbaren Luxus ausgestattet: Von maroischem Marmor über die edelsten Teppiche, die prächtigsten Leuchter und lebensechte Gemälde fehlte es an nichts. Aber sie hatte die Räume klein und behaglich gehalten. Jarrira schätzte keine großen Empfänge und zog vertrauliche Gespräche unter vier oder sechs Augen vor.

Feldmarschall Gosrig hoffte, dass sie in ihrem eigenen Verlies nicht zu sehr litt. Er hatte sich sehr schäbig gefühlt, als Sturm sie hatte in Ketten legen lassen, aber er wusste, dass dies seine einzige Chance war, ihr zu helfen.

Und so saß er nun der Gefallenen gegenüber, die langgestreckt tief in ihren Divan eingesunken war und mit zunehmend undeutlicher Stimme über ihre Jugend plauderte.

Zwischen ihnen stand ein Tisch aus schwarzem Basalt.

„Mein Vater hat mir immer aus diesem Buch vorgelesen…. Ich… Ich weiß nicht mehr, wie das hieß, aber es war… Es war so ein komisches Märchenbuch, und… Es kam mir damals so riesig vor, ich konnte es kaum heben, aber wahrscheinlich war es gar nicht so groß, wie ich es in Erinnerung habe, es ist ja lange her… Ich war jedenfalls damals schon immer für die böse Hexe.“ Kichernd fügte sie hinzu: „Dabei wusste ich noch gar nicht, dass ich selbst mal eine werde.“ Sie verschüttete beinahe so viel Wein, wie sie in ihren Becher füllte. „Wir haben in so einer Mühle gewohnt. Nicht eine von diesen großen mit den Flügeln. Eine Wassermühle. Ich konnte in meinem Bett den Fluss hören, und ich habe das verdammte Geplätscher und Gerausche gehasst, ich konnte immer nicht einschlafen…“ Sie grinste, während sie vorsichtig die Phiole aus ihrem Ärmel zog, langsam und bedächtig den Korken abnahm, ihn neben den Becher auf den Tisch legte und vorsichtig einen Tropfen der goldglühenden Flüssigkeit aus der Phiole in den Wein fallen ließ. Sie hielt die Hand mit der Phiole dabei mit ihrer anderen Hand fest. „Ich wollte nie glauben, dass aus diesem weißen Pulver irgendwie Brot werden kann, und ich fand es furchtbar gemein, dass ich nicht sehen konnte, was im Backofen passierte.“

Sie schüttelte schmunzelnd ihren Kopf, hob den Weinbecher in seine Richtung und schüttete den Inhalt herunter.

Gosrig erwiderte die Geste, nahm aber nur einen kleinen Schluck.

„Was ist in der Phiole?“ fragte er.

Sie lachte, während sie versuchte, den Becher auf dem Tisch abzustellen, ihn aber knapp verfehlte. Umständlich fing sie die Bewegung mit der anderen Hand ab – sie die Verletzung schien schon verheilt zu sein – und setzte das Gefäß beim zweiten Versuch sicher ab.

Sie lehnte sich wieder zurück und seufzte zufrieden.

„Schalischin-Essenz“, lallte sie. „Es ist schwer, uns zu vergiften. Wir sind… Es heißt, wir wären unsterblich, aber das stimmt nicht so ganz.“

Gosrig hörte sehr aufmerksam zu.

„Wir sind nur sehr, sehr zäh.“ Sie gluckste wieder ein Lachen. „Und das ist für mich sehr, sehr schade. Aber ich habe eine Droge gefunden, die auch auf mich wirkt… Du solltest sie nicht probieren. Dein Gesicht würde wahrscheinlich schmelzen, oder irgendsowas“, kicherte sie. „Schenk mir noch mal nach, ja?“

Er tat wie geheißen und reichte ihr den Becher. Sie griff wieder nach der Phiole, doch diesmal fiel sie ihr aus den Fingern.

„Oh ver…“ murmelte Sturm, während das kleine Glasgefäß über den schwarzen Basaltboden rollte und schließlich drei Stufen herunterfiel, allerdings ohne zu zerbrechen.

Sie versuchte aufzustehen, aber sie kam nicht weit.

Zwar stützte sie sich mit beiden Armen auf ihren Sessel, doch ihre Beine trugen sie nicht mehr, und sie sank langsam neben dem Tisch zu Boden. Sie rollte einmal herum und streckte mit einem langgezogenen Stöhnen ihre Arme in Richtung der Phiole aus, aber sie hatte keine Chance, sie zu erreichen.

„Ach, eigentlich…“ lallte sie, „Ist ja auch egal.“

Sie versuchte, sich halb aufzusetzen, um ihn über den Tisch hinweg sehen zu können, und schaffte es schließlich beim dritten Versuch.

„Ich mag dich…“ Sie stockte, runzelte ihre Stirn, schüttelte langsam ihren Kopf, und sah wieder zu ihm auf. „Wie heißt du eigentlich?“

„Feldmarschall Hatan Gosrig“, antwortete er. Zum ungefähr siebten Mal an diesem Abend.

„Ah. Gefalle ich dir, Hatan?“ fragte sie, und sie klang dabei so rührend unsicher und ängstlich, dass er beinahe doch so etwas wie Sympathie für sie empfand.

„Ja“, antwortete er.

Sie bewegte sich. Er vermutete, dass es ein laszives Räkeln sein sollte, aber stattdessen fiel sie einfach wieder um.

Mit denkbar unerotischem hilflosem Gefummele zog sie ihren ohnehin schon nicht besonders anständigen Rock weiter nach oben und nuschelte: „Liebe mich. Bitte liebe mich. Du. Wie auch immer du heißt. Egal wer. Bitte. Bitte…“

Gosrig stand auf und legte eine Hand an den Griff seines Säbels.

Es war ein Prunksäbel, mit Edelsteinen im Griff und einem Korb, der in jedem wirklichen Kampf wahrscheinlich eine größere Bedrohung gewesen wäre als jede denkbare gegnerische Waffe, aber er würde ausreichen, um eine besinnungslos betrunken am Boden liegende Frau zu töten.

Was gleichzeitig sein Problem war.

Feldmarschall Hatan Gosrig hatte in seinem ganzen Leben noch keinen einzigen Menschen getötet. Er war sicher, dass er dazu in der Lage gewesen wäre, um sein Leben zu retten, aber dies war etwas anderes. Dies war ein kaltblütiger Mord an einer hilflosen Frau, der zu gehorchen ihm der Magistrat selbst befohlen hatte.

Er blickte auf sie herab und sah zu, wie sie mit geschlossenen Augen in fahrigen Bewegungen mit zitternden Händen über ihre Schenkel strich, und kämpfte gegen den Impuls an, sie zuzudecken, in den Arm zu nehmen, und ihr zu sagen, dass alles gut werden würde.

Er erinnerte sich daran, wie sie einen ganzen Zug seiner Männer getötet hatte, und was sie war. Er hob seinen Säbel – und erstarrte, als sie genau in diesem Moment ihre Augen aufschlug und ihn zuerst verwirrt, dann enttäuscht musterte.

Einige sehr lange Sekunden vergingen, in denen er einfach nur dastand, mit dem Säbel in beiden Händen, und nicht wusste, ob er versuchen sollte, davonzulaufen, oder es zu Ende zu bringen. Beides erschien ihm sinnlos, gefangen in dem überraschend festen Blick ihrer verschiedenfarbigen Augen.

„Schon in Ordnung“, murmelte sie nach einer Zeit, die ihm endlos erschien. „Du kannst ihn einfach wieder einstecken, und dann tun wir so, als hätte ich es nicht mitbekommen, ja? Kannst du… Kannst du einfach trotzdem so tun? Bitte?“

Er war nicht sicher, warum, aber diese Worte, die eigentlich sein Mitleid noch mehr hätten erregen sollen, gaben den Ausschlag. Vielleicht, weil sie zeigten, wie wahnsinnig die Frau war, die das uneingeschränkte Kommando über seine Legion übernehmen würde.

Er fasste den Säbel fester, biss seine Zähne zusammen und holte tief Luft.

Das hoffnungsvoll-bittende Lächeln verschwand aus ihrem Gesicht. Sie schob ihr Kinn vor und ihre Augen verengten sich.

Er bemerkte erst, dass etwas nicht stimmte, als er sich am Boden wiederfand, unfähig, sich zu rühren. Die Magierin lag auf ihm. Ihr Gesicht war das einzige, was er sah, so nah war sie ihm, ihr gelbes und ihr schwarzes Augen direkt vor seinen.

„Glaubt ihr eigentlich, das wäre leicht für mich?“ zischte sie ihn an. „Glaubt ihr eigentlich, es würde mir Spaß machen, mich vor euch erbärmlichen Würmern zu erniedrigen, um für ein paar Minuten noch einmal so tun zu können, als wäre ich ein Mensch? Glaubt ihr tatsächlich, irgendjemand hätte etwas von euren sinnlosen kleinen Opfern für euren Stolz oder eure Ehre oder eure Pflicht, oder was immer euch gerade dazu treibt, die Avancen einer Göttin zurückzuweisen?“

Er wollte seinen Mund öffnen und etwas antworten, sie um Vergebung bitten, aber sein Körper gehorchte ihm nicht.

„Weißt du was?“ flüsterte sie. „Ich habe euch so dermaßen satt.“

Lesegruppenfragen

  1. Ich werde nicht fragen, was ihr von den „Vor langer Zeit“ Dingern haltet, und davon, dass sie so lange weg waren, um jetzt plötzlich wieder aufzutauchen, nur um wahrscheinlich beim nächsten Mal schon wieder in der Versenkung zu verschwinden. Vergesst es. Will ich gar nicht wissen.
  2. In der zweiten Szene wollte ich zunächst was verbessern, weil sie mir in ihrer übertrieben Dialoghaftigkeit übertrieben dialoghaft vorkam. So entstand der Zusammenstoß mit dem Vogel, der mir jetzt eigentlich gar nicht mehr gefällt, aber nun steht er da. Was meint ihr so dazu?
  3. Hättet ihr auf Skreineech gehört?
  4. Fandet ihr das Ende der letzten Szene zu abrupt?
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19 Responses to Gefallen (13)

  1. Muriel sagt:

    Falls es jemand gemerkt hat: Ja, hier stand zuerst nur der erste Absatz dieses Beitrags. Keine Ahnung, warum, aber WordPress hat den Rest geschluckt. Das war vielleicht ein Mist.
    Und diese Pingbacks regen mich auch auf.
    Aber vielleicht bin ich auch nur schlecht gelaunt, weil mein Porridge von heute Morgen heute Abend schon schlecht war. Nicht mal zehn Stunden! Unverschämtheit.

  2. Guinan sagt:

    0. Das war jetzt aber schnell *freu*
    1. Willst du wohl wissen.
    Ich suche immer noch den Sinn. Du könntest die vergessenen Passagen ja nachtragen, vielleicht finde ich ihn dann.
    2. Du hattest Anfangs Albernheit angekündigt. Hier ist sie also nun mal wieder. Mag ich, das lockert auf.
    3. Ich höre normalerweise auf gute Argumente, und dies ist eins.
    4. Cliffhanger sind immer abrupt, sonst wären es ja keine.
    5. Doppelgänger ist eine Frau? Habe ich da was verpasst?
    6. Haferbrei? Gute Besserung.
    7. Heute habe ich endlich Dance with Dragons bekommen. Und was mache ich? Lese Gefallen. Das sagt eigentlich alles.

  3. Muriel sagt:

    @Guinan: 7. Wow. Dazu fällt mir nichts ein. Danke.
    0. Das geht jetzt aber leider nicht immer so.
    1. Da fehlen keine. Das ist einfach sehr konfus. Ich hoffe, dass sich das noch ergibt, aber es ist immer schwer einzuschätzen. Für mich ist es ja leicht. Mal sehen, ob jemand weiß, was ich damit wollte, wenns zu Ende ist.
    2. Ich bin ja nicht sicher, ob du nur zu höflich bist, den dümmsten Witz, den ich seit langem gemacht habe, direkt anzusprechen, oder ob er dir vielleicht einfach nicht aufgefallen ist. Wahrscheinlich Letzteres. Gut.
    5. Zumindest sieht Skreineech das so. Bei Gestaltwandlern stellt sich ja ohnehin die Frage nach dem Sinn einer solchen Kategorie.
    6. Das hatten wir schon mal. Und ich sage dir, du hast keine Ahnung.

  4. Guinan sagt:

    2. Da war ein Witz? Oh. Darfst du mir dann gerne bei Gelegenheit erklären.
    6. Das hatten wir schon mal? Wirklich? Muss ich verdrängt haben.
    8. Achso, gestern vergessen: Mischa, yeah!

  5. Muriel sagt:

    @Guinan: 2. Dann ist er natürlich garantiert nicht mehr lustig… Ich tue dir trotzdem den Gefallen, aber ich will vorher noch mal schauen, ob ihn vielleicht jemand anders entdeckt.
    Also madove.
    6.Hm. Ich finde den entsprechenden Kommentar auch gerade nicht. Jetzt bin ich nicht sicher, ob die WordPress-Suchfunktion weniger zuverlässig ist, oder mein Gedächtnis. Sie sind leider beide ziemlich löchrig.
    8. Sogar Keoni scheint langsam anzufangen, sie zu mögen. Mir ist Sturm ja immer noch lieber…

  6. Guinan sagt:

    8. Na gut, einen dummen Witz habe ich auch: Warum ist es besser, wenn Frauen schön statt klug sind?

  7. Muriel sagt:

    @Guinan: Keine Ahnung. Warum?
    (Ich nehme an, dass es zum Witz gehört, dass ich so tue, als hätte ich keine Antwort.)

  8. Guinan sagt:

    @Muriel: Klar, das Schema ist doch immer das Gleiche.

    — Weil Männer besser gucken als denken können.

  9. Muriel sagt:

    Ich würde übrigens durchaus anzweifeln, dass Mischa klüger wäre als Sturm, falls du das andeuten wolltest…

  10. Guinan sagt:

    Beide sind genau so, wie du sie dir vorstellst.

  11. Muriel sagt:

    @Guinan: Und für dich sind sie so, wie du sie dir vorstellst.

  12. Guinan sagt:

    Nicht nur. Du kannst das schon sehr stark beeinflussen, wie die Charaktere auf mich wirken. Und du spielst ja auch gerne damit, diese Wirkung immer mal wieder zu verändern. Wie z.B. bei Kara, die Sache mit dem Handgelenkbruch. Das kam schon sehr überraschend und hat sich auf meine Vorstellung von ihr ausgewirkt.

  13. Muriel sagt:

    Ja, klar. Aber wenn ich das nicht geschrieben und mir stattdessen nur vorgestellt hätte, dass Kara nicht immer nur die nette Gehilfin ist, dann hätte ich damit eher wenig bewirkt. Das meinte ich nur. Es kommt eben darauf an, wie es ankommt, und wenn du mir jetzt sagen würdest, dass du Mischa für klüger hältst, würde ich nicht behaupten, diese Auffassung wäre gegenüber meiner nachrangig.

  14. Guinan sagt:

    Ich würde da differenzieren. Sturm ist sicherlich hochintelligent, muss sie als eine der weltbesten Magierinnen ja wohl sein. Mehr die Sorte von berechnender Intelligenz. Für klüger in Sinne von verlässlicher, anwendbarer Klugheit halte ich Mischa. Ergibt das für dich irgendeinen Sinn?

  15. Muriel sagt:

    Doch, absolut. Sturm hat natürlich auch den zusätzlichen Nachteil, wahnsinnig zu sein.

  16. Guinan sagt:

    Btw, hattest du Sturm eigentlich von Anfang an genau so geplant? Oder hat es dich beeinflusst, dass ich sie anfangs als komplett irre bezeichnet habe?
    Vorhin habe ich noch einmal etwas zurückgeblättert. Was ist eigentlich aus Rowenia geworden?

  17. madove sagt:

    1. Ich finde sie verwirrend und bin deshlab beleidigt, halte sie aber aus dem selben Grund für cool („Wenn ich es nicht verstehe, muß es Kunst sein“). Und sie machen neugierig.
    2. Ah, ich hatte mich über den Vogel gewundert.
    3. Ich halte die Situation sowieso für aussichtslos, also isses egal. Die Übermacht der Gegner legt für mich den einzigen Hoffnungsschimmer in die auktoriale Allmacht. Ich würde also versuchen, den Autor gnädig zu stimmen (das scheint ja auch sonst mein Hobby zu sein). Im Ernst, ich finde Skreineechs Argument überzeugend, also ja. auch wenn ich nicht, wie Guinan, von mir behaupten kann, „normalerweise“ auf gute Argumente zu hören.
    4. Nein, gut so. Ich fand den Schluß überhaupt gut, wahrscheinlich, weil ich erleichtert war, daß Sturm sich dann doch nicht endgültig zum Affen macht, bzw daß die Arroganz und Idiotie der Leute ihre noch übersteigt. Und ihre interpretation der Lage find ich sehr überzeugend und nachvollziehbar.
    6. Ich find ihn auch nicht…?! Den schlechten Witz, meine ich. Erklääären!
    7. Wow! Hier wird ja echt was geboten zur Zeit!
    8. Mischa: yeah indeed.

  18. foster sagt:

    1) Schade fände ich nur, wenn die Dinger verschwänden, ohne dass jemals der Kontext klar wird (und was das mit dem Nullstein soll).

    2a) Ich hatte geargwöhnt, dass Besuch kommt, zum Beispiel in Gestalt des sich in Zwischenzeit befreit habenden Doppelgängers. Aber wenn es tatsächlich nur ein Vogel war, tja.

    2b) Wenn der Witz sooo schlecht ist, kann er durchs Erklären auch nicht (weiter) verdorben werden. *g* Also los!

    4) Abrupt schon, aber es wurde ja gerade ein weiterer Charakterzug Sturms klar, da passt das.

    Die 5-8 sind schon vergeben, wenn ich nichts überlesen hab, also:
    9) Ich hatte ja gehofft, dass die noch fehlende Witwe endlich auftritt, nachdem sie in Kapitel 12 vom Gekreuzigten kurz angeteasert wurde.

  19. Muriel sagt:

    @Guinan: Ich denke, Sturm war von Anfang an als wahnsinnig geplant. Details haben sich im Verlauf geändert, aber das Prinzip eigentlich nicht.
    Und Rowenia habe ich keineswegs vergessen. Sie kommt auch noch mal vor.
    @madove: 1. Genau die Reaktion wollte ich natürlich.
    7. Man tut, was man kann.
    @foster: 1. Ich glaube, das schaff ich noch. Der Nullstein kam übrigens schon mal in der Hauptgeschichte vor.
    2b. Nee, nicht weiter verdorben, aber ich fühle mich eigentlich gar nicht unwohl damit, dass es keiner gemerkt hat… Ach, was soll’s. Aber beschwert euch hinterher nicht.
    9. Mal sehen.

    So. Und hier ist jetzt die Auflösung für den dummen Witz. Wie gesagt: Dass mir keine Klagen kommen. Ich hatte euch gewarnt.
    Ich vergesse immer, ob das in den Kommentaren überhaupt geht. Mal sehen:

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