Don’t be a Dick

Jemand sagte mir kürzlich, ich sollte mal was von Philip K. Dick lesen. Und dann las ich noch eine Kritik seines Gesamtwerks, die ihm bescheinigte,  „dass Philip K. Dick ein Visionär war, seiner Zeit weit voraus. Lesen aber kann man ihn heute nicht mehr.“ Außerdem meinte der Verfasser, mein Friend Martin Spieß (Namedropping. Mach ich auch viel zu selten.), “ dass die Filme stets um Klassen besser sind als die literarische Vorlage.

Und da wusste ich, dass ich das mal für mich selbst erkunden muss. Ich besorgte mir also eine Sammlung seiner Kurzgeschichten und hörte sie mir an. AutofacProgenyThe Exit Door Leads In. Bis zur dritten bin ich gekommen, dann hab ich’s nicht mehr ausgehalten. Nicht, weil Martin Recht hatte. Zumindest für mich trifft seine Beschreibung völlig daneben, obwohl sowas natürlich eher Ansichtssache ist. Und ebenfalls selbstverständlich maße ich mir mir nicht an, nach drei Kurzgeschichten Dicks Werk umfassend analysieren zu können.

Wenn ich aber mal vorsichtig unterstelle, dass diese drei Geschichten zumindest grundsätzlich seinen anderen Arbeiten ähneln, dann traue ich mir auf dieser Basis doch mal zu, den folgenden vorläufigen Eindruck zu formulieren, in dem Bewusstsein, dass ich möglicherweise vorschnell urteile:

Philipp K. Dick mag ein Visionär gewesen sein. Den Titel will ich niemandem streitig machen. Warum auch? Visionen hat jeder mal, vom Präsidenten bis zu dem älteren ungepflegten Herren, der mit einem Pappschild vor sich und einer Bierflasche in der Hand neben der Fußgängerzone liegt (und ich will damit nicht andeuten, dass es da eine Hierarchie im Wert gäbe, oder falls doch, wer dabei oben stünde). Ich finde den Titel aber doch ein bisschen irreführend, denn dass ich Dick nicht lesen kann, liegt nicht an seinen fehlenden schriftstellerischen Fähigkeiten. Oder doch, wie man’s nimmt, denn am Ende liegt es daran natürlich immer irgendwie, wenn jemand eine miese Geschichte schreibt.

Sagen wir es anders: Es liegt weniger am Handwerk als an der Vision. Ich mag eigentlich die Art, wie er geschreibt. ich finde, er drückt sich sehr eloquent aus, und seine Dialoge sind durchaus geistreich. Seine Geschichten scheitern daran, dass ihre Prämissen uninteressant sind und dass er sich außerdem nach meinem Gefühl an Aspekten seines Szenarios abarbeitet, die weit, weit, weitweitweit, weit, weeeeeiiiiit, weit neben der eigentlichen Frage liegen, die er stellt.

Ich sollte dazu vielleicht ein Beispiel aus den Geschichten wählen, die ich tatsächlich kenne, aber ich liebe das Risiko, und in den dreien findet sich einfach kein so schön griffiges Beispiel wie in dem Film Minority Report. Sollte Dicks Geschichte mit dem Thema völlig anders umgehen, mag das manch einem unfair vorkommen, aber das Beispiel hilft trotzdem, das Problem zu verdeutlichen:

Da sind also die Precogs, die Morde voraussehen. Und da ist diese Polizeieinheit, die ihre Wahrsagungen auswertet und dann aufbricht, um den Täter wegen Mordes zu verhaften. Der Film gefällt sich in scheintiefsinnigen Diskussionen darüber, ob man das so machen kann und über freien Willen, Schicksal und prädeterminiertes Handeln. Und damit verfehlt er den Punkt. Ob wir jemanden für eine Tat bestrafen können, die er nicht begangen hat, aber begangen hätte, ist keine spannende Frage, und es ist keine neue Frage. Es gibt schon eine Vorschrift dafür im Strafgesetzbuch. Wir nennen so etwas einen „Versuch“. Wer einen Mord begangen hätte, aber aufgehalten wurde, ist kein Mörder. Er hat – na sowas! – keinen Mord begangen, sondern er ist wegen versuchten Mordes zu bestrafen. (Ich weiß, dass ich hier gerade ein Feld für Diskussionen eröffne, die mit meiner Meinung zu Dicks Literatur wenig zu tun hätten, aber so bin ich: Living on the edge.) Das Problem ist also weder die Wahrsagerei noch die strafrechtliche Bewertung, sondern der Verlust an Rechtsstaatlichkeit. Die Precogs sind nur ein völlig überflüssiges Gimmick, wie eigentlich auch so ziemlich alles andere in dieser traurigen Ruine eines versuchten Films, und das ist auch das Problem in Dicks Geschichten: Die Roboter, die Computer, die Raumschiffe sind nur Gimmicks, und man merkt es. Der Autor weiß nichts mit ihnen anzufangen. Das Ganze liest sich wie schlechte Beispiele in schulischen Ethikbüchern. Man merkt, dass es dem Autor um irgendwas ging, und dass er sich bemüht, hipp zu sein, damit es einen interessiert, aber er scheitert auf ganzer Linie.

Und insofern sehe ich nicht, wo Dicks Vision ihre Aktualität verloren hätte, wie Martin andeutet. Erstens ist eine Geschichte, die ihre Aktualität verliert, von vornherein niemals gut gewesen. Und zweitens sehe ich keinen grundsätzlichen Unterschied zwischen Dicks dystopischer Zukunft und dem, was mir an jeder alten und jungen dystopischen Zukunftsvision auf den Geist geht: Diese moralistische Schuldzuweisung an den Fortschritt und die kalte Vernunft und die gottverdammten Roboter, die unserer Gesellschaft ihre Menschlichkeit nehmen. Oder so.

Ich habe nichts dagegen, wenn eine gute Geschichte auch ein paar Fragen stellt. Das dürfen auch ethische und kritische Fragen sein. Aber ein entrüstet furchtsames „Wo kämen wir denn da hin?“, wie ich es in diesen drei Geschichten von Philipp K. Dick vorgefunden habe, hat nichts mit Vision in irgendeinem positiven Sinne zu tun, und es ist eigentlich nicht mal eine Frage. Es ist ein Fanal der Hilf- und Ideenlosigkeit. Genau wie Dicks Geschichten.

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15 Responses to Don’t be a Dick

  1. malefue sagt:

    hm
    nachdem ich dir einmal in einem kommentar gesagt habe du solltest dick lieber lesen als sehen, fürhle ich mich jetzt schuldig dirunangenehme lesemomente beschert zu haben (wahrscheinlch war ich aber gar nicht der auslöser). und gleichzeitig muss ich zugeben, dass es schon so lange her ist dass ich eins seiner bücher in der hand hatte, dass ich dir vielleicht sogar zustimmen würde, läse ich ihn jetzt noch einmal.
    aber so ist das halt mit literatur die sich mit themen beschäftigt die den leser an einem bestimmten in seinem leben interessieren, sie nutzt sich ab. ich muss also wohl oder übel philip k dick nachholen. hab eh grade eine scifi-phase.
    was die sache mit dem zukunftsmorden angeht: ich bin ein absoluter rechtslaie, aber besteht der unterschied zwischen versuchtem mord und zukunftsmord nicht darin, dass der versuchte mord nicht erfolgreich sein muss oder der täter vor seiner durchführung noch einmal umdenken kann, während beim zukunftsmord (eine belastbare methode der vorhersage vorausgesetzt) die durchführung und der erfolg erwiesen sind?

  2. Muriel sagt:

    @malefue: Ach hör bloß auf, wegen sowas muss man sich doch nicht schuldig fühlen! Wenn ich mich wegen jeder Empfehlung schuldig fühlen würde, die irgendjemandem nicht gefällt, wäre dieses Blog hier schon längst die Ursache für meinen Suizid gewesen.
    Kennst du eigentlich Alastair Reynolds? Den mag ich zum Beispiel, meistens.
    Dein Einwand in Bezug auf Morde ist nicht ganz abwegig, aber ändert am Ende doch nicht viel. Es kann bei einem versuchten Mord über jeden vernünftigen Zweifel hinaus nachgewiesen sein, dass der Täter die Sache zu Ende gebracht hätte, wenn ihn nicht etwas davon abgehalten hätte, und trotzdem wird er nicht wegen Mordes verurteilt, sogar, wenn er schriftlich und notariell beglaubigt erklärt, dass er es getan hätte, es weiter versuchen wird, und auch nicht einsieht, was daran falsch sein sollte. Es gibt eben keinen Mord, wenn niemand stirbt.

  3. Blues Lee sagt:

    Ich lese ja gerade „Ubik“ und habe noch zwei, drei andere Romane von ihm gelesen. Und obwohl ich mit meinem Urteil etwas milder wäre, komme ich doch in etwa zum gleichen Schluss. Eindeutig überschätzt der gute Mann.

  4. foster sagt:

    Sowas wie das Mord-vs.-Versuchter-Mord-Ding, an dem du dich (wohl auch aus beruflichen Gründen) so sehr reibst, hake ich nach einem kurzen Lachen ab. In der Welt, in der die Geschichte spielt, gibt es also ein merkwürdiges Rechtsverständnis. So what? Viel irritierender an der Sache finde ich, dass die Bestrafung für etwas, was man noch gar nicht getan hat (mal vorausgesetzt die Vorhersage wäre nicht nur wahrscheinlich sondern wirklich totsicher), das Prinzip der Kausalität verletzt. Also dasselbe Problem wie bei so ziemlich allen Zeitreisegeschichten. Wenn ich mich an sowas ernsthaft stören würde und nicht sage: „Ok, unsinnige Prämisse, aber lassen wir das mal als Gedankenexperiment zu und gucken, was auf dieser Basis passiert“, dann müsste ich von SF ganz die Finger lassen.

    Dein allgemeinerer Kritikpunkt, das dick aufgetragene Moralisieren („Wo kämen wir denn da hin?“), trifft schon öfters bei Dick zu, leider, und besonders bei den älteren Geschichten aus den 50ern, aber keineswegs immer. Und gerade bei „Minority Report“ sticht das Argument finde ich nur bei der Verfilmung. Dicks Geschichte habe ich – und nicht nur in diesem Punkt – vollkommen anders in Erinnerung. Da geht es doch etwas rationaler zu, und der Ausgang… kein Spoiler hier, aber ich kann doch sagen: ich war damals vom Film eher gelangweilt, ein gelackter Tom Cruise halt, habe die Geschichte erst später gelesen und war von dieser ganz im Gegenteil ziemlich begeistert. (Aber das juristische Problem besteht natürlich auch dort.)

    Ansonsten: dass Roboter etc. nur Vehikel (oder meinetwegen Gimmicks) sind: da verstehe ich die Kritik nicht ganz. Wieso „nur“? Natürlich sind sie das, was denn sonst?

  5. malefue sagt:

    @Muriel: da bin ich beruhigt. alastair reynolds kenn ich nur vom hörensagen, aber ich werd ihn mal in meine (momentan eh relativ kurze) leseliste eintragen.
    ja, deine erklärung leuchtet ein, aber ich stimme auch @foster zu, unsinnige prämissen und schiefe aphorismen sind quasi integraler bestandteil der scifi-literatur. da sind absurde rechtsauffassungen nur ein kleiner schritt.
    ich bin z.b. gerade mit daniel suarez‘ „daemon“ fertiggeworden, und das fängt ja auch noch halbwegs nahvollziehbar an und steigert sich dann in eine solche spirale der absurdheit, dass man oft mal zwischen zwei kapiteln den kopf schüttelt. aber nudelmonsterseidank besitzt unser gehirn die selektive kraft des doublethink. die sollte man wenn man scifi liest zu schätzen wissen.

  6. Guinan sagt:

    Wenn Spielberg irgendwo die Finger drin hatte, dann bezweifle ich, dass der Film noch Rückschlüsse auf die Qualität des Buches geben kann. Er setzt doch meist sehr auf Massentauglichkeit.
    Minority Report fand ich unterhaltsam, und mehr habe ich von dem Film auch nicht erwartet. Wenn ich mich berieseln lasse, kann ich das logische Denken auch mal vorübergehend abschalten. Ich hab mich ja auch nicht ersthaft gefragt, ob ET denn nun wirklich nach Hause telefonieren kann.

  7. TakeFive sagt:

    Ich kenne die von dir beschriebenen Kurzgeschichten Dicks nicht, aber ich habe andere Sachen von ihm gelesen (Time out of Joint, Ubik, Valis – ok das war dann wirklich teils Durchhaltelesen.., und noch irgendwas).
    Als Fan würde ich mich nicht bezeichnen; dass für jeden der ihn mag zwei da sein werden die ihn nicht mögen finde ich sehr nachvollziehbar.
    Aber deine Kritik geht an ihm vorbei: Ich hatte nicht das Gefühl dass es ihm um echte Zukunftskritik geht. Seine Geschichten spielen zwar in der Zukunft, aber es läuft (mit wechselnden Ursachen) doch meistens auf einen fortschreitenden Realitätsverlust der Hauptperson hinaus, bis meistens am Ende überhaupt nicht mehr klar ist ob sich gerade die Welt auflöst, nur das Gehirn der Hauptperson oder vielleicht alles in Wirklichkeit doch ganz anders ist. Darum geht es ihm; vielleicht weil er selber auch gewisse (praktische als auch philisophische!) Probleme mit dem Realitätsbegriff hatte.
    Alles andere ist eher Nebensache: die Charaktere sind schief drauf, kommen mir aber eher so vor als würde er den Menschen bzw dessen Gesellschaft im Allgemeinen kritisieren wollen: meist in der eigenen Welt gefangen, von Nichtigkeiten abgelenkt oder durch die Willkür anderer geschädigt und eingeschränkt — ja dazu braucht man kein Sci-Fi Szenario, aber wenn man lieber Sci-Fi schreibt als Viktorianischen Historikroman dann ist das doch ok. Und ich interpretiere seine darin liegende Aussage lieber so: „Guck mal die wohnen in der Zukunft und haben Roboter etc, aber sie machen sich gegenseitig genauso fertig wie wir ohne Roboter.“ D.h. ich glaube er will zeigen dass viele Probleme im Menschen liegen und nicht durch Technik gelöst werden können, da der Mensch die Technik immer nur gemäß dem eigenen Entwicklungsstand anwenden kann.
    Ah ja stimmt „The Three Stigmata of Palmer Eldritch“ und „Do Androids Dream of Electric Sheep“ habe ich auch gelesen.

    Nachtrag: Danke für die Kritik. Ich glaube ich habe durch deine Kritik
    – gemerkt mehr Bücher von Dick gelesen hatte als ich dachte
    – erkannt dass ich wohl doch ein Fan bin
    – neue Bedeutungen in seinem Werk gefunden.

  8. Muriel sagt:

    Einmal was Allgemeines, weil ich nicht sicher bin, ob ich richtig erklärt habe, was ich sagen wollte: Es stört mich nicht, wenn eine Geschichte in einer anderen Welt spielt als unserer. Natürlich darf jede Geschichte gerne mit absurden Prämissen arbeiten. Für einen Fehler halte ich es nur, wenn eine Welt nicht in sich konsistent ist, also wenn der Autor sich nicht an seine eigenen Regeln hält.
    Das ist aber nicht meine Kritik an Philip K. Dick. Was mich an ihm stört, ist, dass er mich langweilt und seine Fragen nur scheinbar interessant sind.
    So stört mich auch in Minority Report nicht, dass in den USA dort ein anderes Rechtssystem herrscht als in unseren USA. Das ist in Ordnung, das darf ein Autor natürlich. Mich stört, dass eben gerade das eigentlich nicht der Fall ist. Der Film stellt es so dar, als würden die Precogs durch ihre Gabe völlig neue Probleme aufwerfen, und Precrime ist ein Experiment, wie man diese Probleme eventuell lösen könnte. Der Film tut so, als wäre das eine unheimlich spannende Frage, und sie ist auch kein Nebenaspekt, den man einfach übersehen könnte, sondern sie steht im Mittelpunkt des Films, soweit man überhaupt sagen kann, dass dieses Zugunglück von einem Film einen Mittelpunkt hätte. Da sich in Wahrheit aber gar keine neue Frage stellt, interessiert mich dieser wesentliche Teil von „Minority Report“ schon mal nicht. Sicher hätte ich sogar darüber hinwegsehen können, wenn da sonst irgendwas gut gewesen wäre. Aber dafür kann ich Dick natürlich nur teilweise verantwortlich machen. Da waren noch mehr Versager am Werk.
    @malefue: Reynolds ist auf jeden Fall einen Versuch wert. Und falls du Glen Cook magst oder noch nicht kennst, solltest du unbedingt auch mal „The Dragon Never Sleeps“ ausprobieren. Das hat auch hier und da seine Plotlöcher, ist im Großen und Ganzen aber wirklich SF genau wie sie meiner Meinung nach sein sollte.
    @TakeFive: Es kann sein, dass ich einfach die falschen Geschichten gelesen habe, aber:
    In „Autofac“ geht es um Leute, die versuchen, sich von der wohlwollenden Herrschaft der Maschinen zu befreien, die sie mit allem versorgen, was sie brauchen, ihnen aber gleichzeitig die Freiheit nehmen, ihre eigene Welt zu gestalten.
    In „Progeny“ geht es um einen Mann, der die meiste Zeit als Händler weit weg von der Erde verbringt und dann bei seiner Rückkehr völlig überrascht ist, dass er seinen Sohn nur einmal kurz sehen darf, bevor er in das Robotererziehungscamp geschickt wird, weil die Maschinen genau wissen, was er braucht und wo seine Talente liegen, und weil es für Menschen am besten ist, wenn sie bis zu ihrem achtzehnten Lebensjahr keinen Kontakt zu anderen Menschen haben. (Ist klar, ne?)
    Und in „The Exit Door Leads In“ geht es um einen jungen Mann, dem ein Roboter die Teilnahme an einer Lotterie aufschwatzt. Er gewinnt ein College-Studium, das er nicht will, aber er wird gezwungen, hinzufliegen. Dort fällt ihm dann scheinbar versehentlich ein streng geheimes Dokument in die Hände, dessen Veröffentlichung eine billige Energieversorgung für alle Menschen ermöglichen könnte. Er ringt mit sich und wendet sich aber schließlich an seinen Vorgesetzten, der ihn daraufhin rauswirft, weil in diesem College Rebellen gesucht werden und keine Leute, die tumb nur Befehle ausführen.
    Die ersten beiden Geschichten sind für mich genau das, was ich kritisiert habe. Die dritte bestätigt, dass Dick nicht immer so schreibt. Sie ist dadurch in meinen Augen aber nicht besser, sondern einfach nur völlig dämlich.
    Oder etwas kompakter formuliert: Meine Kritik bezieht sich natürlich nur auf den Eindruck, den ich aus diesen drei Geschichten gewonnen habe. Sollte Fortschrittsfeindlichkeit bei Dick nicht die Regel sein, sondern nur hin und wieder anklingen, muss ich diesen Vorwurf einschränken. Es bleiben aber genug andere Gründe übrig, aus denen ich voraussichtlich dauerhaft genug von ihm habe.
    Aber das ist natürlich nur mein persönlicher Geschmack.

  9. TakeFive sagt:

    @Muriel: Da die Untermengen der Werke aus denen wir unser Urteil ziehen vollständig disjunkt ist könnten wir genauso gut über verschiedene Autoren diskutieren.
    Aber die dritte Geschichte von der du erzählst passt ganz gut: Das extreme Springen von einem Fokus zum anderen, bzw irgendwann in der Story einen scheinbar völlig unnötigen Knick einzubauen.. jaa das kommt mir bekannt vor. Das könnte man durchaus als handwerklich-dramaturgischen Mangel sehen.
    Und ja: ich glaube ich habe noch nie 2 Dick-Bücher nacheinander gelesen, das wäre mir zu viel. Geht mir aber mit so einigen Autoren so, Lovecraft ist ein gutes Beispiel.
    Naja belassen wir es dabei.

    Kennst du Orson Scott Card? Würde mich interessieren was du von Ender’s Game bzw Speaker for the Dead usw. hältst.

  10. Muriel sagt:

    @TakeFive: Ender’s Game fand ich umwerfend, trotz der Probleme, und von da an ging es meinem Gefühl nach in der Reihe langsam, aber stetig bergab. Lost Boys war auch fantastisch, aber ein paar andere Geschichten von ihm haben mir danach wiederum so wenig gefallen, dass ich auch von Card bis auf Weiteres ab bin.

  11. malefue sagt:

    danke für die tipps muriel. cook ist schon geordert, reynolds gibts sogar in der stadtbibliothek, die erstaunlicherweise scifi-mäßig erstklassig sortiert ist.

  12. TakeFive sagt:

    @Muriel: Oha da scheine ich wohl die Bloglektüre etwas vernachlässigt zu haben. Mein Interesse bezog sich eher auf deine Meinung über „Speaker…“ und „Xenocide“. Letzeres lese ich zur Zeit und musste bei den Beschreibungen von Path und den Diskussionen über die Götter (Qing-Jao usw) öfter mal an dich denken. Ich finde bisher interessant wie sehr Card es schafft, religiöse und humanistische / bzw materialistische Interpretationen der gleichen Ereignisse aufeinanderprallen zu lassen, ohne dass sich (bisher) dadurch viel ändern würde. Oder, noch spannender: Er selbst scheint auch nicht unbedingt zu werten oder Stellung zu beziehen.
    Oft schieben Autoren ja schnell (mehr oder weniger subtil) die Sympathie auf Seiten der Charaktere welche tendenziell eher die Meinungen des Autors vertreten.

  13. Muriel sagt:

    @malefue: Mich würde dann auch durchaus interessieren, was du so davon hältst. The Dragon Never Sleeps hat bei mir ja „Angelic Duties“ inspiriert. Falls du den Trailer gelesen hast, dürften die Anlehnungen auch offensichtlich sein.
    @TakeFice: Ja, ich fand Cards Schilderung da auch immer sehr gelungen, insbesondere, wenn man bedenkt, dass er selbst Mormone ist. Er hat’s schon ziemlich drauf, aber manches, was er schreibt, ist eben nicht mein Ding, und insbesondere die Ender-Serie wurde für mich eben kontinuierlich langweiliger, wenn auch von einem sehr hohen Niveau aus.

  14. malefue sagt:

    ich bemühe mich um schnelligkeit und reportiere dann kurz.

  15. Muriel sagt:

    @malefue: Bin begeistert!

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