Restebloggen (73)

  1. Das nächsten „Gefallen“-Kapitel ist in Arbeit. Vielleicht schon morgen.
  2. Du weißt, dass du zuviel Zeit im Internet verbringst, wenn du dir eines dieser billigen Sonntag-Mittag-Märchen nach der Sendung mit der Maus ansiehst und in lautes Gelächter ausbrichst, wenn der Prinz die Prinzessin fragt, was sie denn mit dem vielen Stroh hier vorhat.
  3. Via Wortvogel:
  4. Manchmal möchte man an an seinen Mitmenschen verzweifeln, zum Beispiel, wenn man sowas liest:
    bin total geschockt, nach einigen Monaten Ehe habe ich zufaellig rausbekommen, dass
    mein Mann des oefteren Pornofilme im Internet anschaut und es macht mich einfach
    unglaublich traurig. Wir sind beide wiederbekehrt .
    Ich bin total durcheinander, und habe in den letzten 3 Tagen viel geweint, weil es so demuetigend ist und ich mich auf einmal so wertlos fuehle und ich auch nicht weiss

    Aber dann liest man sowas:
    Ich habe meine Frau dabei ertappt, wie sie Kochsendungen schaut.
    Jetzt fühle ich mich sehr gedemütigt.
    Ich mache ihr nämlich manchmal Rührei zum Frühstück. […]
    Wenn sie einen Mann zu Hause hat, der ihr jederzeit ein Ei brät, warum muss sie dann anderen Leuten beim kochen zusehen?
    Ist da nicht schon der Schritt zum heimlichen Restaurantbesuch der nächste?

    Und dann ist nicht nur alles wieder gut, sondern man weiß auch, dass die Zeit, die man in diesem komischen Forum verbringt, nicht umsonst ist. Schön.
  5. Anatol Stefanowitsch schreibt gerade viel über Pippi Langstrumpf, und ich verstehe, dass nicht jeder Zeit hat, so viel Text über ein uninteressantes rassistisches Kinderbuch zu lesen, aber ich find’s empfehlenswert, ob man ihm nun zustimmt oder nicht.
    Und wenn man zu der Einsicht gelangt ist, dass nur eine Umdichtung noch helfen kann, sollte man auch noch über eine vierte Möglichkeit nachdenken, mit diskriminierenden Kinderbüchern umzugehen: Verlage könnten aufhören, sie nachzudrucken und sie könnten stattdessen neuen Autor/innen und neuen Geschichten eine Chance geben, bessere Geschichten zu schreiben. Und Konsument/innen könnten aufhören, sie ihren Kindern vorzulesen. Es ist ja nicht so, als ob eine Welt ohne Pippi Langstrumpf unvorstellbar oder eine literarische Dystopie wäre. Pippis fünfzehn Minuten Ruhm dauern jetzt schon sechzig Jahre.
  6. Ich habe ein sympathisches Blog entdeckt, und ich verlinke es hier, und jetzt fühle ich mich schlecht, weil ich nicht jedes sympathisch Blog, das ich entdecke, hier verlinke, aber ich tu’s trotztdem, und hoffe eben einfach, dass die Autoren der anderen sympathischen Blogs, die ich entdeckt, aber nicht verlinkt habe, mir das nicht übel nehmen, sondern sich vielleicht sogar über die Chance freuen, ein sympathisches Blog zu entdecken. Und zu verlinken.
    Natürlich kann sich auch [beim Thema Wetter] politischer Zündstoff einschleichen, zeichnet doch für die häufigen Unwetter und den täglichen Regen in diesen Breitengraden bestimmt auch wieder der vielzitierte Klimawandel verantwortlich. Zu dem habe ich übrigens keine ausgegorene Meinung, außer dass die Forderung, den Planeten zu retten, in diesem Zusammenhang eine ziemlich unsinnige ist, will man doch nur den Planeten für die Menschheit möglichst lebensfreundlich erhalten. Ein bisschen globale Erwärmung juckt ja den Globus selber nicht. Wohl aber gefährdet sie Tiere, und die aktuelle Artenvielfalt zu bewahren stellt interessanterweise trotz der Tatsache, dass deren Wandel und das damit einhergehende Aussterben von auch sehr charismatischer Fauna bisher selbstverständlich zur Erdgeschichte gehört hat, ein völlig fragloses Ziel menschlichen und politischen Handelns dar. – Nicht dass ich dafür wäre, Eisbären, Tiger, Leoparden, Pandas und anderes flauschige Getier auszurotten, keineswegs. (Was gewisses stechendes bzw. unappetitliches Ungeziefer anbelangt, ist meine Haltung zugegeben eine andere, aber auch da gehören ja irgendwelche Ökosysteme erhalten – womit wir eben wieder beim Thema wären:
  7. Nur falls jemand davon genauso überrascht ist, wie ich es war, als ich es erfuhr: Ja, in Deutschland ist es zurzeit noch verboten, überregionalen Linienbusverkehr anzubieten. Und mindestens ein SPD-Politiker will anscheinend tendenziell, dass das so bleibt.
    Die Öffnung des Marktes unterstütze bestehende Tendenzen der Deutschen Bahn, Randlagen im Fernverkehr nicht mehr zu bedienen, kritisierte Beckmeyer. Er forderte, dass Fernbusse Maut zahlen müssen.
  8. Das ist eigentlich ein echt ungünstiger xkcd-Cartoon, um ihn im Restebloggen zu präsentieren, aber er ist zu gut, um es nicht zu versuchen. Wenn ihr es nicht lesen könnt, klickt, dann wird er groß. Es lohnt sich. Kommt schon. Ihr klickt doch auch sonst auf jeden Mist, seid ehrlich.
    You're a turtle.
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15 Responses to Restebloggen (73)

  1. Guinan sagt:

    1. *freu*
    2. Ich bin zu wenig im Internet, jedenfalls nicht genug, um den Witz zu verstehen.
    Kennst du ja schon bei mir.
    5. In alten Kinder- und Jugendbüchern ist so viel Bedenkliches, da kommst du mit dem Ändern gar nicht mehr nach, wenn du erst anfängst. Trotzdem gehört es zur Allgemeinbildung, die zu kennen, auch Pipi Langstrumpf. Das ist dann eben Diskussionsgrundlage.

  2. Dietmar sagt:

    Ich habe letztens meinem Jungen „Tom Sawyer“ vorgelesen und musste daran denken, dass dort in Neuauflagen das Wort „Nigger“ und ähnliches verschwinden soll. Mir kommt das so vor, als würde man auf alten James-Dean- oder Bogart-Bildern die Zigarette wegretuschieren. (Zumal die Geschichte von Twain ja den Reiz hat, dass die Kinder zwar so reden, sich aber mit dem flüchtenden Sklaven anfreunden.)

  3. Joan sagt:

    4.: Eine wahre Perle.
    7.: Was ein bezahlbarer, überregionaler Busverkehr „anrichten“ kann, sieht man in eigentlich sämtlichen Nachbarländern. Ich ärger mich schon länger über dieses dämliche Monopol, aber vielleicht tut die EU-Kommission ja bald mal was.

  4. whynotveroni sagt:

    Was hast du gegen PIpi Langstrumpf?

  5. Muriel sagt:

    Ich konnte sie als Person nie leiden, und auch die Geschichten fand ich als Kind schon doof. Nur den Vater mochte ich, glaub ich.

  6. DasSan sagt:

    2. Auf die Gefahr des sinkenden Niveaus hin – hat der Prinz dann auch eine Maske auf?
    5. Ich kann mich noch an ein wages Gefühl des Fremdschämens erinnern, wegens Pippis seltsam aufgedrehten Verhaltens, fand aber die Vorstellung des starken, selbstbewussten Mädchens trotzdem nicht so schlecht.

  7. Muriel sagt:

    @Guinan: 2. Kuckst du hier.
    5. Aber darum geht es ja gerade. Warum zum Kuckuck ist Pippi Langstrumpf Allgemeinbildung, und wird es nicht Zeit, dass sie aufhört, das zu sein?
    @Dietmar: Genau dieses Beispiel wird in dem verlinkten Beitrag sehr schön erläutert. Ich kann mich in dieser Beziehung Anatol durchaus anschließen, ohne ihm in allem zuzustimmen.
    DasSan: 2. Naja… Das nicht, aber er war verkleidet… Zu Weiterungen kam es trotzdem nicht, lief ja im Kinderprogramm.
    5. Das ist auch in Ordnung, aber das Problem hat Anatol meiner Meinung nach sehr schön formuliert:
    „böse gesagt geht es um ein hyperaktives Kind, das unfähig ist, sich zu konzentrieren oder produktiv in soziale Zusammenhänge einzubringen und dessen Vater sich vor seiner Verantwortung für das Kind mit Koffern voller Gold freikauft“

  8. foster sagt:

    1. Gut.
    2. Wartest du jetzt, ob dich jemand fragt, ob in dem Märchen auch ein Maskierter vorkam?
    8. Ich befürchte fast, wenn diese Technik (oder die mit den Anfangsbuchstaben der Wörter eines leicht zu merkenden Satzes) in „Computer Bild“, „PC Welt“ o.ä. an einem Beispiel präsentiert würde, dann würden etliche Leute exakt dieses Beispiel verwenden und „passwort“ wäre nicht mehr lange das häufigste Passwort.

  9. foster sagt:

    Oh, zu spät, DasSan ist mir zuvorgekommen.

  10. DasSan sagt:

    @muriel: Ich gestehe, dass ich den Beitrag von Anatol noch nicht gelesen habe, aber ich halte das jetzt für notwendig, denn ehrlich gesagt scheint an diesem Satz doch was dran zu sein.
    @foster: Haha! 😉

  11. Guinan sagt:

    @Muriel: 2. Äh, ja, danke. Bildungslücke 😉
    5. Die Lindgren-Bücher sind ein Abbild ihrer Zeit. Der Gedanke, die auf „heute“ umzuschreiben, gefällt mir nicht. Das stört mich auch oft an sozusagen kindgerecht umgeschriebenen und abgemildeter Märchen, in denen dann plötzlich irgendwelche Passagen ganz anders sind als bei Grimm.
    Die Figuren sind inzwischen dermaßen vermarktet worden, fernhalten davon kann man Kinder eh nicht. Und dann sollen sie bitte auch das Original kennen, nicht nur Filme und Serien frei nach…. Klar sind manche Ausdrücke oder Gedanken darin nicht ok, aber dafür bieten sie dann einen passenden Einstieg in Gespräche über Rassismus oder was auch immer. Diese Ideen verschwinden ja nicht durch totschweigen.
    Ich habe Pipi als Kind übrigens geliebt. So viele erträgliche Identifikationsfiguren für brave, angepasste Mädchen mit Ausbruchsträumen gab es nicht, nebenbei konnte man sich noch über Annika mokieren, die ja noch viel schlimmer war als man selbst.

  12. Guinan sagt:

    Schicke ein p hinterher *schäm*

  13. Dietmar sagt:

    („Genau dieses Beispiel wird in dem verlinkten Beitrag sehr schön erläutert.“ Hab´ ich nicht gelesen *schäm*)

  14. madove sagt:

    Pippi Langstrumpf mochte ich nie, zu überdreht (Fremdscham ist ein guter Begriff, @DasSan). Ich bin mehr der Ronja-Räubertochter-Typ 😉

  15. Muriel sagt:

    @Guinan: Ich bin auch eher gegen das Umschreiben, deswegen gefiel mir Anatols Beitrag ja auch so.

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