Mene, mene tekel

Vor ein paar Tagen mailte mich ein sehr netter Mann von einem (nach erster oberflächlicher Prüfung real existierenden, legitimen) Verlag an. Er schrieb, dass ihm mein Blog gefiel, und dass er sich freuen würde, wenn ich ihm mal eine Arbeitsprobe für ein Sachbuch schicken würde. Er schilderte mir grob, wie er sich das Buch vorstellte: Ein ganz genaues Konzept hatte er nicht, aber es sollte sich grob mit den Worten „Ein Nerd erklärt die Welt“ beschreiben lassen und irgendwie lustig sein.

Ich war zwar nicht sicher, ob ich dafür der Richtige wäre, aber dafür war ich mir umso sicherer, dass ich mir so eine Chance nicht entgehen lassen sollte, deshalb schrieb ich mit sehr freundlicher Unterstützung meiner Freundin keoni und meiner Lieblingskommunistin madove – vielen Dank noch mal! – ein erstes Kapitel über das Thema „Liebe“.

Ungefähr eine Woche später bekam ich die Antwortmail von dem netten Mann. Er hatte meine Arbeitsprobe an sein Lektorat weitergeleitet, und die dort ansässigen Experten haben den Beitrag, den ihr nun gleich lesen werdet, sozusagen offiziell für nicht lustig befunden. Wer also bisher noch Zweifel hatte, ob es an mir liegt, oder an axeage, der kann sich entspannt zurücklehnen, denn es ist jetzt amtlich. Aber weil – wie der nette Mann mir natürlich auch versicherte, ich will ihm hier keinen Vorwurf machen und auch nicht weinerlich klingen, zumal er mir einen zweiten Versuch gestattet hat, an dem ich gerade arbeite, weshalb es auch ganz und gar nicht opportun wäre, hier schlecht über ihn zu reden, was ich aber ohnehin nicht will, denn er war ja sehr nett zu mir – Humor ja auch Geschmackssache ist und sowieso immer schwierig, könnte es ja sein, dass dem einen oder anderen von euch dieser Beitrag trotzdem gefällt.

Außerdem will ich ihn auch nicht ganz umsonst geschrieben haben, das war nämlich Arbeit. Bitte schön:

Liebe – Abschnitt 1: Auswahl und Akquise

 

Die Liebe ist… Um Himmels Willen, wie kann man so einen Artikel anfangen, ohne ein dummes Klischee aufzureißen? Bringen wir sie schnell hinter uns, damit wir umso zügiger zur Sache kommen können:

  • Ein seltsames Spiel
  • die stärkste Macht der Welt
  • macht blind
  • Ein Thema voller Missverständnisse
  • Religiöses Gedöhns
  • Exciting and new
  • Baby don’t hurt me
  • wenn es Landliebe ist
  • kein Zufall
  • Sanella

So, jetzt ist mir schlecht, und das sind doch ideale Voraussetzungen. Nachdem wir die dummen Sprüche alle raus haben, kann es also losgehen.

Liebe ist entgegen verbreiteter Vorurteile keine besonders komplizierte Sache. Ein Mensch, der einen anderen mag. Oder sagen wir: Ein Mensch, der einen Menschen mag. Es muss nicht unbedingt ein anderer sein. Idealerweise hat man für die Angelegenheit zwar zwei verschiedene Menschen, man kann dieses seltsame Spiel auch alleine spielen… Verzeihung. Ihr wusstet aber, dass die dummen Klischees jetzt nicht wirklich ein für alle Mal erledigt sind, oder? Ihr könnt unmöglich so naiv sein. Wo war ich?

Genau.

Liebe. Ihr wollt also die Person finden, mit der ihr euch den Rest eures Lebens wohlfühlen könnt, oder auch nur die nächsten paar Wochen, oder sogar nur diesen Abend, je nachdem, wie ambitioniert ihr an die Sache herangehen wollt. Es ist auf jeden Fall eine große Aufgabe.

Abbildung 1 [Hinweis, ich sag’s nur einmal, gilt aber für alle Abbildungen: Die sahen bei mir schöner aus, und im Entwurf auch. Aber im fertigen Post hat WordPress sie ein bisschen verunstaltet. Falls jemand eine Idee hat, wie ich das mit wenig Arbeit repariere, biete ich als Gegenleistung ewige Dankbarkeit. Bis dahin könnt ihr drauf klicken, dann seht ihr sie besser.]

Aber lasst euch davon nicht einschüchtern. In Wahrheit gibt es nämlich erstens eine etwas größere Auswahl, als das Diagramm da oben anzeigt – schon der große australische Philosoph Tim Michin sagte einst „If I didn’t have you, I’d probably have somebody else“, und zweitens habt ihr ja mich, um euch den Weg zu zeigen. Was? Ihr würdet es begrüßen, wenn ich jetzt langsam auch damit anfangen würde? Ergibt Sinn.

Nur eine kurze Sache noch vorab: Ihr habt es vielleicht in Abbildung 1 schon bemerkt: Ich werde hier beispielhaft die Akquise eines weiblichen durch einen männlichen Probanden erläutern. Das hat im Wesentlichen zwei Gründe. Der erst ist, dass ich keine Lust habe, permanent mit Schrägstrichen/innen, Klammerzusätz(inn)en oder plötzlich auftretenden GroßbuchstabInnen zu arbeiten, und der zweite ist, dass ich selbst mich in diesem Szenario am heimischsten fühle. Ich bin aber ziemlich sicher, dass meine Erkenntnisse auch auf Varianten davon gut übertragbar sind, wenn man vorher ein bisschen nachdenkt. Jetzt aber los:

Das Erste, was man von einem anderen Menschen sieht, ist das, was man… naja, eben von ihm sieht, vulgo: sein Aussehen. Das stimmt zwar heute gar nicht mehr unbedingt, wie mir gerade auffällt, denn es gibt ja Chats und Google Plus und Facebook, aber  auch da spielen Fotos irgendwann eine Rolle, deswegen fangen wir damit mal an. Eine erste wichtige Regel wäre: Hör auf deinen Geschmack, nicht auf irgendwelche schwindligen Ratgeber. Ich habe hier zum Beispiel so ein Buch liegen, in dem steht, dass Frauen mit großzügigeren Lippen auch charakterlich großzügiger sind. Diejenigen, die sich jetzt fragen, warum ich solche blödsinnigen Bücher lese, haben in dieser Hinsicht das Wesentliche schon verstanden und mögen als Antwort bitte einfach annehmen, dass ich bei der Recherche für dieses mein Magnum Opus weder Kosten noch Mühen gescheut habe und deshalb auf ein wahres Gebirge des Wissens und Unwissens zum Thema Liebe zurückgreifen kann.

Die anderen informieren sich nun bitte anhand der folgenden Grafik über die wahre Korrelation zwischen der Breite der Lippen einer Frau und ihrer Großzügigkeit:

Abbildung 2

Keine Angst, wir müssen das jetzt nicht für jeden einzelnen phrenologischen Aberglauben durchexerzieren. Ich glaube, das Prinzip ist rübergekommen. Schlussfolgerungen vom Aussehen auf den Charakter: Nicht okay.

Völlig okay hingegen sind Schlussfolgerungen vom Aussehen auf die Attraktivität. Das ist völlig richtig so und ist reine Geschmackssache. Jeder Mensch ist da anders und muss für sich selbst wissen, was ihm gefällt.

Abbildung 3: Subjektiv wahrgenommene Attraktivität aus der Perspektive dreier willkürlich ausgewählter Personen nach Körbchengröße

Auch das spielen wir natürlich nicht für jedes einzelne Merkmal durch, aber das Prinzip ist wichtig: Lasst euch nichts einreden. Wenn ihr auf dicke, dünne, alte, junge… Naja. Beim Aspekt Jugend gibt es eine Untergrenze, aber ansonsten: Lasst euch nichts einreden, ignoriert gängige Schönheitsideale und hört nicht auf eure Freunde. Ihr wisst, was euch gefällt. So. Wer glaubt, dass ich mit solchen Beteuerungen nur von meiner eigenen hoffnungslosen Unterworfenheit unter gesellschaftliche Zwänge und Konventionen ablenken will, der sehe sich bitte mal diese Grafik zu einem völlig anderen Thema an:

Abbildung 4

Was ich damit sagen will: Vielleicht gehört ihr ja tatsächlich zu den geschätzt 0,5% der Bevölkerung, die in der Lage sind, eine Frau gleich mit dem ersten Spruch völlig zu verzaubern, aber die Chancen stehen schlecht, und wenn ihr euch nicht völlig sicher seid, versucht es mit einem schlichten „Hallo, ich bin…“ (Und nicht zum ersten Mal fragte sich der Autor, woher er eigentlich die Autorität nimmt, Rat über ein Thema zu verfassen, von dem er selbst keine Ahnung hatte, bis ihm einfiel, dass sie aus seiner maßlosen Arroganz und Selbstüberschätzung stammte. Zufrieden nickte er und tippte weiter.) Das wird zwar niemanden begeistern, aber es kommt immerhin ehrlich rüber, und ihr könnt ziemlich sicher sein, nur als schüchterner, ein bisschen ungeschickter Anfänger dazustehen, was immer noch besser ist als wie ein erbärmlicher geltungssüchtiger Aufreißer zu wirken. Und die Macht von Mitleid sollte man auch nicht unterschätzen…

Damit seid ihr jetzt also an dem Punkt, an dem entweder so etwas Ähnliches wie ein Gespräch beginnt, oder der ganze Prozess von vorne. Ich gehe davon aus, dass das Opfer Objekt eurer Aufmerksamkeit zumindest sowas geantwortet hat wie „Hallo“. Falls nicht, könnt ihr ja selbst zurückblättern und noch mal anfangen. Wir kommen also nun zur ersten Unterhaltung und versuchen, ein geeignetes Thema zu finden. Es ist eigentlich, wie so oft, ganz einfach:

Abbildung 5

Wollt ihr ein Gespräch führen, das für euch interessant ist, oder für sie? (Hinweis: Für sie, wenn ihr nicht auch zu denen wollt, die gerade zurückblättern mussten.) Gut. Dann solltet ihr weniger über Dinge reden, die euch interessieren, und mehr über Dinge, die sie interessieren. Klingt selbstverständlich? Ich weiß.

Viele Ratgeber werden euch sagen, dass ihr zuhören und den Mund halten sollt, und oft ist das wohl auch manchmal ein guter Rat, aber ich sehe das differenzierter. Es kommt darauf an.

In einem guten Gespräch (von dem ich mal annehme, dass wir es hier anstreben wollen) stimmen sowohl der quantitative als auch der inhaltliche Aspekt. Quantitativ gilt:

Bi = ƩB-Bs

mit

Bi := Anzahl meiner Gesprächsbeiträge

ƩB := die für meine Gesprächspartnerin ideale Gesamtzahl an Beiträgen Bs := Anzahl ihrer eigenen Beiträge.

(Oder in Worten: Mein Beitrag zum Gespräch sollte der für meine Gesprächspartnerin idealen Gesamtzahl an Beiträgen zum Gespräch abzüglich ihrer eigenen entsprechen.)

Und – das mag für den einen oder anderen von euch erschreckend sein, deshalb bereitet euch bitte auf einen moderaten emotionalen Impact vor und geratet nicht in Panik – jetzt kommt der schwierige Teil. Hier gilt jetzt auch gewiss nicht mehr mein Rat vom Anfang, es schlicht und langweilig zu halten. Während ein bescheidener Einstieg in ein Gespräch meistens noch sympathisch rüberkommt, ist ein insgesamt bescheidener Abend nicht unser Ziel. Nachdem wir die Dame unserer Träume davon überzeugen konnten, dass wir kein psychotischer Vergewaltiger sind und auch kein chauvinistischer Schürzenjäger (Sagt das heute noch jemand?), haben wir eine neue, ungleich schwierigere Aufgabe: Wir wollen sie nun davon überzeugen, dass wir interessant sind, lustig, ehrlich, rücksichtsvoll, charmant, romantisch, zärtlich, maskulin, stark, zuverlässig, sexy, und was für nutzlose Charakterzüge Frauen sonst noch bei ihren Partnern schätzen, was weiß ich. Wo wir vorher also einfach nur kein Armleuchter sein mussten, müssen wir jetzt – in Ermangelung eines treffenderen Begriffes – schauspielern. Denn wir sind all das natürlich nicht. Oder zumindest nicht ausreichend. Denn wir sind Nerds.

Aber das ist nicht nur ein Nachteil. Wir können da was draus machen. Die meisten Frauen finden das nämlich irgendwie interessant. Und weil wir nichts anderes haben, arbeiten wir damit jetzt. Was nun folgt, ist also die langsame Annäherung an die Seltsamkeitsschwelle unserer Gesprächspartnerin. Wir beginnen mit einer harmlosen, interessanten kleinen Eigenheit („Ich schreibe ein Blog.“), arbeiten uns von da aus stufenweise zu mittlerer Exzentrizität („Ich nehme regelmäßig an Live-Rollenspielen teil.“) hoch, und wenn wir an dieser Stelle immer noch keinerlei Widerstand spüren, stehen die Chancen gut, dass wir das volle Ausmaß unserer Sonderbarkeit („In meiner Freizeit lerne ich gerne weitere Dezimalstellen von Pi, während ich mir die Original-Batman-Serie ansehe!“) enthüllen können, ohne dass sie schreiend davonläuft.

Oh Mann, was diese Serie toll. Biff! Bang! Troutch! Ka-pow! Und diese Kostüme! Wenn ihr mich fragt, ist der Batman aus der Originalserie mindestens jedem der ersten vier Filme weit überlegen, und ich persönlich glaube, ich mag ihn auch lieber als Christopher Nolans Batman, obwohl das vielleicht nur die nostalgische Erinnerung an meine… Ähm. Entschuldigung. Ich weiß schon. Das Thema. Approximation der Seltsamkeitsschwelle. Geht jetzt weiter:

Wie genau ihr Initialwert und Inkrement in dieser Reihe wählt, hängt von eurer Risikobereitschaft und eurer Einschätzung der Toleranz eurer Gesprächspartnerin ab. Wie so oft im Leben korrespondiert auch hier das Risiko mit dem möglichen Ertrag. Wer gleich mit dem höchsten Level einsteigt, riskiert natürlich völlige Befremdung und peinliches Schweigen, hat aber auch die Chance, als abgefahrener Draufgänger dazustehen, dem die Meinung anderer und gesellschaftliche Konventionen völlig egal sind.

Um eine realistische Einschätzung zu erhalten, bietet es sich an, das Zielobjekt gelegentlich anzuschauen und ihren Gesichtsausdruck auf Langeweile, völliges Unverständnis oder Angewidertsein zu überprüfen. Beim Auftreten eines dieser Signale könnte es zielführend sein, den in diesem Moment beschriebenen Aspekt eures Interessenspektrums in eurer Selbstdarstellung ein wenig zu relativieren.

Wenn ihr Zeit braucht, um eure Strategie zu überarbeiten, hat es sich auch bewährt, die Gesprächspartnerin nach ihren Interessen zu fragen und, falls sie welche nennt, daran durch Rückfragen Interesse zu zeigen. Dazu ist keinerlei Sachkenntnis auf dem jeweiligen Gebiet nötig; die kann im Gegenteil vor Ort durch Zuhören ansatzweise erworben werden

Und jetzt mal ehrlich: War Batman und Robin einer der peinlichsten Filme aller Zeiten? Ich meine… Himmel, sogar die Effekte sahen aus, als hätte ich die selbst in meinem Keller gebastelt, die Handlung war… wirr, die Schurken waren lächerlich – wer hat Hollywoods Regisseuren eigentlich eingeredet, Uma Thurman wäre sexy? – und über die Bat-Kreditkarte müssen wir nun wirklich nicht reden, oder?

Ihr wollt wieder zum Thema zurück. Na gut.

Wir hatten lange kein Diagramm mehr, findet ihr nicht auch?

Abbildung 6

Die Ergebnisse dieser Erhebung sind auf einige andere Dinge übertragbar, wie zum Beispiel Transformers, MMORPGs oder die Original-Batman-Serie (Ich stehe ja so über alle Maßen auf diesen dramatischen Jingle bei Szenenwechseln, wenn das Batman-Logo auf einen zu wirbelt. Düdlüdlüdlüüü.). Oder falls ihr Frauen seid: Kosmetik, Körpergewicht, Dawson’s Creek. Oder noch allgemeiner: Es gibt Themen, über die wir in dieser Situation nicht reden. Unter keinen Umständen. Ich verweise in diesem Zusammenhang noch einmal auf Abbildung 5. Es ist gleichgültig, wie sehr diese Themen uns begeistern, uns beschäftigen, oder wie viel Spaß wir daran haben, sie mit unseren Freunden oder uns selbst zu diskutieren. Ja, wir diskutieren mit uns selbst, und das ist vielleicht auch so ein Thema, über das wir in dieser Situation nicht reden. Wir reden einfach nicht darüber, sondern über was anderes.

Und wenn wir uns an all diese Regeln halten und außerdem noch interessant, lustig, ehrlich, rücksichtsvoll, charmant, romantisch, zärtlich, maskulin, stark, zuverlässig, und sexy rüberkommen, dann haben wir gute Chancen, die Beziehung bei Zeiten (was heißt: Irgendwann mal, aber nicht mehr an diesem Abend. Vergesst das an diesem Abend. Das kann mal klappen, aber wenn man versucht, darauf hin zu arbeiten, wirkt man bestenfalls bemitleidenswert und im schlimmsten Fall gruselig.) auf die nächste Ebene zu bringen. Und wahrscheinlich erwartet ihr, dass ich euch dazu auch noch Diagramme zeichne. Soweit kommt’s noch. Im nächsten Kapitel.

[das es nun niemals geben wird. Tja. Nicht meine Entscheidung.]

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18 Responses to Mene, mene tekel

  1. DimitriT sagt:

    Eigentlich ein bisschen Schade, denn lustig finde ich den Text allemal. Was mir beim lesen (ich setze an dieser Stelle voraus dass dich meine Meinung hierzu interessiert, wenn nicht – mehr kommt hier nicht, weitergehen) allerdings aufgefallen ist: Du schreibst diesen Text wie die meisten deiner Blogeinträge, nämlich in recht kurzen Absätzen. Die werden oft von abschweifenden Gedankengängen unterbrochen (Vgl. Batman) und die Pointen sind meist recht punkt-artig, sie flechten sich nicht so recht in den Text ein (verstehst du was ich meine? So pointe-Tusch-applaus-weiterimtext-artig).

    All das zusammen macht den Text dann trotz des recht kurzweiligen Sprachstils ein wenig unflüssig (also dickflüssig? Nicht ganz… Halt das-gegenteil-von-flüssig-mäßig) zu lesen. Das ist sicher kein Problem bei einem durchschnittlichen Blogeintrag von grob geschätzt einer halben und 2 mäßig dicht bedruckten A4-Seite länge. Bei einem ganzen Buch von eher hundert A4-Seiten aufwärts, stelle ich mir das lesen nach einigen Seiten reichlich anstrengend vor, eben weil der „fluß“ immer wieder unterbrochen wird und die Leserin immer wieder gedanklich und sprachlich neu ansetzen muss.

    Ich hoffe das was ich sagen wollte kam einigermaßen rüber, ich sollte wohl noch anmerken dass meine Meinung hierzu von keinerlei tiefgehnderer Sachkenntnis getragen wird sondern lediglich meinen Eindruck beim lesen wiederspiegelt. Vielleicht hilft dir das was ich sagte ja trotzdem ein wenig bei deinem zweiten Versuch. Ein ganzes Buch von dir zu lesen wäre nämlich wirklich ziemlich toll (vorausgesetzt du lässt das Thema Wirtschaft außen vor :P).

    gruß

  2. Dietmar sagt:

    Ich habe gelacht und nicht nur ein mal. DimitriT hat Recht, der Stil ist Deinem Blog entsprechend. Allerdings denke ich auch an die eine oder andere Kishon-Satire, in der er seinen Erzählfluss stets durch Einschübe unterbricht. Ich finde es sehr lustig. Wissenschaftliche Diagramme kommen auch immer gut. 🙂

  3. madove sagt:

    Ich mag den Text immer noch… 😀

    Was ich interessanter finde, ist die Frage, ob irgendeine verwertbare Rückmeldung (außer „nicht lustig“, was in dieser Allgemeinheit schlicht unzutreffend ist) kam, die einen Anhaltspunkt liefern kann, in welche Richtung sie es gerne lustiger hätten.
    Aber das fällt vermutlich unter WorkInProgress…

  4. madove sagt:

    (Faszinierend. Wir drei haben drei leicht verschiedene lachende Smiley-Grafiken erzeugt. Habe ich schonmal erwähnt, wie ich es hasse, wenn Programme Textsmileys in Grafiken umwandeln?)

  5. Guinan sagt:

    Der nette Mann braucht ein neues Lektorat. Seins taugt nix.

  6. foster sagt:

    Sehr, sehr schön. 😀 Und wo da was Unlustiges stehen soll, weiß auch ich nicht.

    Beim Die-eine/Nicht-die-eine und den anderen Diagrammen kommts wahrscheinlich einfach nur darauf an, der Grafik von vornherein eine derart geringe Breite zu geben, dass WordPress sie nicht mehr verunstalten kann durch seine Ins-Layout-Presserei.

  7. DasSan sagt:

    Also, mir gefällt’s eigentlich auch ganz gut.
    Ich habe gerade festgestellt, dass ich sehr gut geeignet wäre, um mich von Nerds nach deiner Anleitung ansprechen zu lassen, meine Nerd-Seltsamkeitsschwelle liegt offensichtlich sehr hoch (Bäätmään!)

  8. Muriel sagt:

    Ich beginne mal mit pauschalem Dank an alle für die freundlichen Worte. Schön, dass es euch gefällt. Natürlich seid ihr auch eine leicht verzerrte Testgruppe, denn wer meinen Stil nicht mag, liest hier wahrscheinlich eher selten. Trotzdem freue ich mich natürlich.
    Für die, die es wissen wollten: Der Verlag hatte vor allem das Problem, dass er sich das wohl nerdiger vorgestellt hatte, mehr wie Sheldon und weniger wie ich.
    @DimitriT: Ich vermute, du wolltest sagen, dass die Viskosität dieses Stils bei höheren Volumina kritisch wird. Oder so. Vielen Dank, und du könntest Recht haben.
    @madove: Da bin ich ganz bei dir, das hasse ich auch. Rückmeldung habe nicht viel bekommen, außer dem, was da oben steht. Kann ich aber verstehen. Verlage sind ja nun mal keine Autorenschulen.
    @foster: So ungefähr vermute ich auch.
    @DasSan: Ja? Hm. Lass uns darüber mal im Privatchat reden… Oh. Ich erfahre gerade, dass ich hier keinen Privatchat habe, und außerdem nicht mehr zu haben bin. Na gut.

  9. DasSan sagt:

    @muriel: Ich habe gerade nochmal nachgesehen und festgestellt, dass ich auch nicht mehr zu haben bin. Nun denn.

  10. malefue sagt:

    hübsch, muriel.
    und dummer verlagsmensch, dass er den nerd als zielgruppe noch nicht erkannt hat. stellt die early adopter (i.e. nerds) zufrieden und der erfolg wird euer sein. das muss man im deutschsprachigen raum noch kapieren.

  11. Muriel sagt:

    @malefue: Ich glaube, da haben wir uns missverstanden. Ihn störte ja gerade, dass mein Text noch nicht nerdig genug ist.

  12. malefue sagt:

    achso.
    nja, so als nerd hab ich dich eigentlich auch nie eingeschätzt, vielleicht lieg ich ja richtig damit. willst du nicht lieber das zweite „god delusion“ schreiben?

  13. Muriel sagt:

    @malefue: Würde ich wohl auch, aber es wäre wahrscheinlich eher das vierhundertsiebzehnte, und deshalb würde ich mich wundern, wenn ein Verlag das Spiel mitmachen würde.

  14. malefue sagt:

    ein kompromiss: ein buch über die große schnittmenge zwischen nerds und skeptikern?

  15. madove sagt:

    Ich hab ihn mir nochmal unter dem Aspekt dieser Rückmeldung, durchgelesen – er ist tatsächlich nicht 100% sheldony, sondern lockerer und durchaus so, als hätte der Autor auch die Absicht, lustig zu sein. Sheldon verkompliziert erklärt Sachen ja eigentlich eher trocken und unironisch in dieser hyperwissenschaftlichen Weise.
    Das ist natürlich nochmal deutlich schwieriger schriftlich umzusetzen, weil es man den Humor (der in TBBT durch die Person und den wundervollen Jim Parsons UND die Reaktionen der Anderen kommt) ja irgendwie ganz allein, und schriftlich, und ohne offensichtliche Pointen machen muß.

    Kurz: Ich glaube, ein Buch, das wirklich Sheldon geschrieben hat, würde ich nicht lesen wollen… man müßte also irgendeine Art von Kompromiß finden.

  16. Muriel sagt:

    @madove: So ungefähr waren auch meine Gedankengänge, mit der Ergänzung, dass ich mir einfach nicht zugetraut habe, innerhalb von ein paar Tagen den Humor einer SitCom zu übernehmen und stilgetreu in ein völlig anderes Format zu adaptieren.

  17. […] erwähnte ja in meinem letzten Post dazu, dass der nette Mann von dem Verlag mir noch einen zweiten Versuch zugestanden hatte, ihn zu […]

  18. […] natürlich. Ich durfte zum Beispiel ein Radiointerview geben, ein Buchkonzept pitchen, und dann noch eins, ich wurde von meiner Nachbarin getrollt, ich habe ein paar echt nette Leute […]

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