Restebloggen zum Wochenende (75)

  1. Ich bin ja immer ganz hin und her gerissen, wenn ich lese, dass jemand in seinem Blog Kommentare einer bestimmten Art und Richtung generell nicht mehr akzeptiert. Ich kann das einerseits durchaus verstehen, aber… Ja, was aber eigentlich? Wer ein Blog schreibt, um Spaß dran zu haben, der hat keinerlei Verpflichtung, das auf eine bestimmte Art zu tun, schon gar nicht mir gegenüber. Aber ich finde es andererseits… merkwürdig, wenn jemand einfach eine bestimmte Meinung aussperrt. Klar, Beleidigungen und völligen Unfug, der die Diskussion nur stört, muss man nicht stehen lassen. Aber sachlichen Widerspruch blocken? Ich kann nicht anders, als vor so jemandem ein bisschen Respekt zu verlieren.
  2. Daniel Drungels schreibt kurz aber eindrucksvoll seine eigene Aufforderung an die FDP, endlich einzugehen: „Wie es auch kommen mag. Die FDP wäre in beiden Fällen erledigt, wenn Brüderles Aussage zutrifft. Endlich.
  3. Alle, die sich dafür interessieren, kennen es schon, aber das hat mich ja noch nie aufgehalten:
  4. Jan Filter zur dänischen Steuer auf gesättigte Fettsäuren: „Auch in Deutschland kennen wir bereits jede Menge anderer Steuern, deren Sinn schlicht und ergreifend die Erziehung (und damit einhergehend zwangsläufig die Entmündigung) der Bürger ist: Steuern gibts nämlich auf alles böse, also auf Zigaretten, Alkohol, Glücksspiel, Autos+Benzin+KFZ-Versicherungen usw.usf. Alles kein Zufall, sondern das Ergebnis der Bereitschaft weiter Teile der Bevölkerung, eigenständiges Denken in Raten immer weiter zu verstaatlichen.
  5. Ich weiß, es spricht nicht unbedingt für mich, dass mein Anspruch an Humor schon gedeckt ist, wenn man Leuten große Glubschaugen ins Gesicht photoshoppt, aber ich kann doch auch nichts dafür, ich falle jedes Mal fast vom Stuhl, wenn ich mir Ainulindale21s Videos ansehe:
  6. faz.net ist auch wirklich nichts zu doof, um den Kindle zu dissen: „Möglicherweise hat die hohe Verkaufsrate aber auch etwas mit der Anfälligkeit des Geräts zu tun. Einmal vom Nachttisch gefallen: Bildschirm hinüber. Einmal in der Handtasche eingeklemmt: nichts geht mehr. Es in fünf Monaten auf drei Kindles zu bringen, ist nicht schwer. An diesem ärgerlichen Umstand ändert auch der exzellente Kundenservice nichts, der umgehend kostenlosen Ersatz schickt.
    Also zunächst mal: Ich habe einen Kindle, ich gehe wirklich nicht besonders vorsichtig damit um, er hat mich auch schon mehrfach in den Urlaub und an Strände begleitet, und es war nie irgendwas damit. Und zweitens: Wenn ich ein technisches Gerät innerhalb eines halben Jahres zweimal durch eigene Dummheit zerstört hätte, und es zweimal kostenlos ersetzt bekommen hätte, hätte ich ganz bestimmt nicht die Frechheit, dem Hersteller daraus einen Vorwurf machen zu wollen.
  7. So. Das war’s. Es reicht. Ich hab die Nase voll. Jetzt habe ich einmal zu oft einen Rückgriff auf Ayn Rands Quatschphilosophie im Zusammenhang mit ernsthaften liberalen Inhalten gelesen. Jetzt habe ich genug davon, immer nur sagen zu können, dass ich ihren Bockmist zwar nicht gelesen habe, aber trotzdem beurteilen kann, dass ihr Objektivismus Unfug ist. Jetzt lese ich Atlas Shrugged von Ayn Rand. Und Fuck Me, ist das Ding lang. Boah. Das wird mir noch so Leid tun. Und je nachdem, wie es läuft, werde ich euch über meinen Fortschritt auf dem Laufenden halten. Möglicherweise unter einem Titel wie diesen: „Ayn-Rand-Wochen bei überschaubare Relevanz“; „Am Rand des Wahnsinns“; „Ayn bisschen dumm“; „Rand-Rant“; „Halt den Rand“; „Atlas Sucked“. Mal sehen. Für weitere Vorschläge in den Kommentaren bin ich jedenfalls außerordentlich dankbar.
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14 Responses to Restebloggen zum Wochenende (75)

  1. juliaL49 sagt:

    Oja, bitte über Atlas und sein Schulterzucken auf dem Laufenden halten! Ich habe mich da nämlich auch nie rangetraut und so kompetent komme ich nie wieder an eine Meta-Lektüre 🙂

  2. Muriel sagt:

    @JuliaL49: Erwarte nicht zu viel. Wenn mich meine fundierten Vorurteile nicht täuschen, schaffe ich es nicht mal bis zur Hälfte, bevor ich das Ding in den Kamin werfe und mich aufmache, um Rands Grab zu schänden. Es gibt das verdammte Teil nicht mal bei Audible (Also, auf Spanisch, aber das ist mir dann auch wieder zu ambitioniert.), aber immerhin ist beim Kindle Text-to-Speech freigeschaltet.

  3. Joan sagt:

    Soll es nicht sogar ne Atlas-Neuauflage im Deutschen geben? Wir könnten uns reinteilen, ich wollte das Ding auch immer mal lesen… die Anziehungskraft des Bizarren oder so.

  4. Muriel sagt:

    @Joan: Keine Ahnung, ich hab’s auf Englisch. Einer Kooperation wäre ich zwar nicht abgeneigt, aber auf Anhieb habe ich keine Idee, wie.

  5. Ist der Kindle nicht angeblich so besonders robust? Darf ich jetzt auch kein Handy mehr haben, weil das auch irgendwann kaputt gehen könnte und die Telefone in der Telefonzelle dafür viel belastbarer sind? Naja, was die FAZ auch scheinbar Angst vom Kindle haben muss …

    Also ich finde auch dass man auf einem Blog ja auch eher alle Kommentare die jetzt nicht zu sehr ausarten zulassen sollte. Aber ich kann dann auch verstehen dass wenn ich z.B. über Frauenfußball schreibe und ständig würden Leute kommentieren dass sie Frauenfußball für doof und unprofessionell und unschön und überhaupt unsinnig halten, dann würde ich auch darüber nachdenken einfach für mich persönlich destruktive Kommentare nicht mehr zuzulassen. Denn diese Grundsatzdiskussion ist ja gar nicht mein Thema. Okay, hatte bisher noch nie das Problem, aber so generell. Das heißt auch nicht das ich das nun vorhabe zu tun, aber verstehen kann ich das ab einem gewissen Punkt schon. Nicht jeder der etwas in der öffentlichkeit sagen möchte, möchte auch darüber diskutieren.
    Wenn du deine atheistische Weltanschauung gerne von dir geben möchtest, aber nicht jedes mal 5 Leute haben willst die sofort schreiben „Gott gibt es doch“ und „Christen sind die besseren Menschen“ ist das vielleicht Schade für die netten Diskussionen, aber ich fände das vollkommen nachvollziehbar. Als christlicher Mensch muss man deinen Blog ja auch nicht lesen wenns einen stört, zwingt einen ja keiner.

  6. Viel Glück mit der Lektüre. Ich hab leider nie mehr als den ersten Drittel des Buches geschafft.

  7. Muriel sagt:

    @Bioschokolade: Verstehen kann ich’s auch. Hatte ich ja auch geschrieben.
    @ars libertatis: Ich kann sehr nartnäckig sein. Bin aber noch nicht sicher, ob ich das in diesem Fall will. Der Anfang verläuft schon mal… eher zäh.

  8. @ Muriel:

    Hm, bei mir war der Anfang noch ziemlich leicht und locker. Aber irgendwann erreichte ich dann einen Punkt, ab dem ich einfach nicht mehr weiter konnte, weil die Angelegenheit so langwierig und so repetitiv wurde.

  9. malefue sagt:

    ein herrlicher masochist bist du.

  10. rant sagt:

    Zur „Fett-Steuer“: Filter steigert sich da meiner Meinung nach zu sehr in dieses Entmündigungsdenken rein. Dabei gibt es doch einen anderen Blickwinkel: Durch Steuern auf Ungesundes (Alkohol, Tabak, Glücksspiel und in DK jetzt halt auch gesättigte Fettsäuren) deckt ein Staat die Kosten, die Menschen, die solche Produkte im Übermaß konsumieren, der Volkswirtschaft verursachen. Wenn mein Nachbar sich fett frisst, steigen dadurch meine Krankenkassenbeiträge.
    Wenn der Staat damit die Bürger zu gesünderer Ernährung motiviert – ist das denn so schlimm? Aus der Lebensmittelindustrie wird in die Gegenrichtung manipuliert (wenn zum Beispiel Zuckerbomben als gesund beworben werden), aber deswegen würde ich Werbung nicht als Entmündigung bezeichnen.
    Gesetzliche Entmündigung des Bürgers gibt es ja durchaus. Das Verkaufsverbot von Alkohol nach 22 Uhr in Baden-Württemberg fällt z.B. darunter. Eine Steuer, die höhere Kosten für die Allgemeinheit nach unten zum Verursacher weiterreicht, nicht.
    Einer der Kommentatoren auf Filters Blog schlägt als Alternative radikal gestaffelte Krankenkassenbeiträge (Grundbeitrag + individuelle Risikozuschläge) vor. Das wäre natürlich die elegantere Lösung.

  11. Muriel sagt:

    @rant:

    Durch Steuern auf Ungesundes (Alkohol, Tabak, Glücksspiel und in DK jetzt halt auch gesättigte Fettsäuren) deckt ein Staat die Kosten, die Menschen, die solche Produkte im Übermaß konsumieren, der Volkswirtschaft verursachen.

    Das behauptest du. Soweit ich weiß, gibt es keinen Zusammenhang zwischen der Höhe dieser Steuern und den Kosten. Weißt du es besser? Ich lerne gern dazu.

    Wenn der Staat damit die Bürger zu gesünderer Ernährung motiviert – ist das denn so schlimm?

    Jan hat das meiner Meinung nach schon sehr schön erklärt. Auch in meinen Augen ist es in der Tat schlimm, wenn der Staat sich anmaßt, seine Bürger erziehen zu wollen.

    Einer der Kommentatoren auf Filters Blog schlägt als Alternative radikal gestaffelte Krankenkassenbeiträge (Grundbeitrag + individuelle Risikozuschläge) vor. Das wäre natürlich die elegantere Lösung.

    Du sagst es.

  12. Augenfarbe sagt:

    7. Ich bin voll freudiger Erwartung.
    Wie wär’s mit „Ayn Rant kommt selten allein“?

  13. Muriel sagt:

    @Augenfarbe: Brillant. Ich glaube, den nehm ich. Danke!

  14. […] für den Titel an Augenfarbe) Bewerten: Teilen Sie dies mit:TwitterGefällt mir:LikeSei der Erste, dem dieser post […]

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