Let’s Read: Philoso1: Rund siebeneinhalb Zwölftel Stunden mit: Jesus

Ich weiß nicht mehr genau, wie lange es her ist, dass Rayson mir dieses Buch empfahl und ich es bestellte. Ist ja aber auch egal. Jedenfalls fand ich die Idee sehr ansprechend, ein Hörbuch mit Anmerkungen zu machen, und obwohl ich – schon aus rechtlichen Gründen – ernsthaft bezweifle, dass ich Jesus mit euch komplett durcharbeiten werde, habe ich mich spontan entschieden, damit mal einen ersten Versuch zu unternehmen. Und wer es schade findet, dass ich mir als Hörbuch nun gerade so ein doofes ausgesucht habe, der kann sich vielleicht mit dem Gedanken trösten, dass es ja auch so eine Art Philoso1 ist. Vielleicht auch nicht.

Na dann mal los.

Hier direkt hören:

Oder hier herunterladen und immer dabeihaben.

Klaus Berger und sein Verlag folgen mir bitte hier entlang.

Und a propos lästiges Urheberrecht: Die Musik am Anfang ist übrigens „Plastic Jesus“ von David Maloney, und die am Ende ist „Praise the Lord and Send Me the Money“ von Hugh Moffatt, und die machen doch einen sehr netten Eindruck und haben bestimmt nichts dagegen, dass ich ihr Werk hier auszugsweise mal benutzt habe. Ähem.

Ich glaube, beim nächsten Mal lese ich wieder was Eigenes und singe selbst.

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32 Responses to Let’s Read: Philoso1: Rund siebeneinhalb Zwölftel Stunden mit: Jesus

  1. Dietmar sagt:

    „Mystische Erkenntnisorgane“! Bruahahaha!

  2. Dietmar sagt:

    Oh Hilfe, was für ein Geschwurbel!

  3. Dietmar sagt:

    Interessant: Da bemühen sich Religionswissenschaftler, historische Kerne zu isolieren und klassifizieren, haben dafür gute Argumente, aber Klaus Berger beharrt darauf, dass man beantwortete Fragen trotzdem stellen darf. Dieses beharrliche Stellen der Fragen bedeutet dann gleich, dass es eine Alternative zu den Forschungsergebnissen gibt, denn sonst dürfte man diese Fragen ja nicht stellen. Und wenn jemand sagt, diese Fragen seien nicht zielführend, ist diese Ablehnung Beweis für die Berechtigung der Fragen und ein Zeichen von Unterdrückung.

    Das erinnert fatal an diese Cranks, die meinen Einstein widerlegt zu haben. Oder an Verschwörungs-„Theoretiker“.

    Danke, Muriel! Das war sowohl erhellend als auch unterhaltsam (ich habe minutenlang mitgelacht, ohne akustisch verstanden zu haben, dass Du über Gott als (Bernd, das) Brot gelacht hast; als ich das dann erkannte, hat´s mich zerissen).

  4. Muriel sagt:

    @Dietmar: Mir ist inzwischen klar geworden, dass das auch die Lösung für das Theodizee-Problem bietet: Das Böse ist in der Welt, weil Gott zu kurze Arme hat, um es aufzuhalten.

  5. Muriel sagt:

    Ich sehe ihn richtig vor mir, wie er missmutig, frustriert und nicht mal besonders überrascht Adam und Eva vom Baum der Erkenntnis essen sieht.
    „Mist!“

  6. Lenski sagt:

    Das war lustig. Bitte weitermachen!

    Ich finde übrigens du hast eine sehr gute Erzählstimme, ist schon bei PhilosoX aufgefallen.

    Jetzt werde ich ganz mutig, wie wäre es denn mit einem vorgelesenen Fortsetzungsroman… das wäre grandios!

    Gruß

  7. madove sagt:

    Oh, ich glaube, in diesem Format werden verschiedene meiner Träume wahr – also die Kombination aus Hörbuch und Philoso*dings* ist super!
    Ich bin ja prinzipiell nicht so eine Freundin von beißendem Spott, (zu oft auf der falschen Seite gesessen), aber ich sehe ein, daß der hier unvermeidlich ist. Aua.
    Und ich habe einen halben Mundvoll Kräutertee auf meiner Arbeit verteilt, was mich fast eine Stunde Sachen-neu-machen gekostet hat. Aber das wars wert. Ich muß immer noch lachen, und die vielen Kopfkino-Bilder von Bernd diesem Zusammenhang werde ich nie wieder loswerden.
    „Schneewittchen *prust* Schnewittchen“

  8. Hecke sagt:

    „…und so wird dann reichtum ein schlüsselwort nicht nur in der textauslegung sondern auch in der strafjustiz, äh physik, was weiß ich wo…“
    Was soll das sein? Eine Buchkritik, Religionskritik oder Comedy? Jedenfalls ziemlich schwach insgesamt. Wie auch der Vergleich zwischen Religion und Strafjustiz oder Physik. Dieses Buch ist offenbar nicht gut. Aber es halb lachend vorzutragen, und dann gleichzeitig mit dem Verriss diese Abneigung gegen Religion insgesamt zu verbinden…wozu, warum?
    „Dass der heilige Herr Brot wird…“ War diese Aussage komplett neu für Sie oder was genau ist daran jetzt so lustig? Schonmal etwas von der Kommunion gehört? Es ist ja kein Problem, wenn Sie mit dem Gebiet des Christentums nicht vertraut sind, aber diese Ignoranz so zu zelebrieren ist ungewöhnlich.
    Ich weiß, ich hätte es mir ja nicht anhören müssen, wenn es mir nicht gefällt. Kann man jetzt nichts mehr machen.

  9. Dietmar sagt:

    @Hecke: „„Dass der heilige Herr Brot wird…“ War diese Aussage komplett neu für Sie oder was genau ist daran jetzt so lustig?“

    Neu ist das nicht. Das ist eine furchtbar alte Lächerlichkeit.

  10. Dietmar sagt:

    @Hecke: „Was soll das sein? Eine Buchkritik, Religionskritik oder Comedy?“

    Weil es nicht geben darf, wofür Dir keine Kategorie einfällt?

    Weil nicht gut sein kann, was Du nicht klassifizieren kannst?

  11. Dietmar sagt:

    @Hecke: „Dieses Buch ist offenbar nicht gut. Aber es halb lachend vorzutragen, und dann gleichzeitig mit dem Verriss diese Abneigung gegen Religion insgesamt zu verbinden…wozu, warum?“

    Vielleicht, damit jemand zu der Erkenntnis gelangt, dass dieses Buch offenbar nicht gut ist.

  12. Muriel sagt:

    @Hecke: Vielen Dank für deine Kritik. Ich fürchte, dass mir nicht ganz klar ist, worauf genau du im Einzelnen hinaus willst. Okay, zuerst mal findest du mich nicht lustig. Das ist in Ordnung, ist ja jeder Jeck anders.

    Aber es halb lachend vorzutragen, und dann gleichzeitig mit dem Verriss diese Abneigung gegen Religion insgesamt zu verbinden…wozu, warum?

    Kurz gesagt: Um mich über das Buch und Religion insgesamt lustig zu machen. Erstens wird das meiner Meinung nach immer noch nicht genug gemacht, zweitens fand ich das Projekt eben auch ausgesprochen lustig. Ursprünglich war es nur als Test von fichtensteins Idee gedacht, und ich hatte mir sowieso schon lange vorgenommen, Raysons Empfehlung für „Jesus“ auch mal wirklich zu folgen. Aber ich muss sagen, dass ich angenehm überrascht war, wie blödsinnig der Text von Klaus Berger ist und wie gut er sich für dieses Format hergibt.

    „Dass der heilige Herr Brot wird…“ War diese Aussage komplett neu für Sie oder was genau ist daran jetzt so lustig?

    Natürlich ist die Transsubstantiation mir schon lange bekannt, und ich fand sie schon immer lustig, aber ich hatte sie noch nie von einem Gläubigen in so satiregerechter Form gehört. Den Satz hätte ich schreiben können.
    Lustig finde ich daran erstens die Dummheit der Idee selbst, und zweitens in dieser Form die Formulierung. Ein Widerspruch zwischen Erwartung und Tatsächlichem ist ja ein klassisches Element von Humor, und eine noch größere Fallhöhe als die vom „Heiligen, fernen Gott“ zum „Brot werden“ ist für mich kaum noch denkbar.
    Hinzu kam schließlich noch die spontane Assoziation zu dem bekannten KiKa-Charakter „Bernd, das Brot“, die mir an dieser Stelle zum ersten Mal aufgefallen ist, und mich immer noch nicht wieder losgelassen hat.

    Es ist ja kein Problem, wenn Sie mit dem Gebiet des Christentums nicht vertraut sind, aber diese Ignoranz so zu zelebrieren ist ungewöhnlich.

    Oh, da haben wir uns missverstanden. Ich kenne mich mit den gängigen christlichen Varianten sogar ziemlich gut aus und habe mich recht eingehend damit beschäftigt, weil das ganze System Religion und Glaube in seiner Unsinnigkeit eine starke Faszination auf mich ausübt und hierzulande nun einmal vom Christentum ganz dominant repräsentiert wird.
    Ich zelebriere also keineswegs meine Ignoranz, sondern versuche lediglich, mit meinen Lesern die Freude an Jesus zu teilen. Wenn man so will.
    Und wenn dabei vielleicht der eine oder andere einen besseren Einblick in die schiere Dummheit der Konzepte dahinter bekommt, als er bisher hatte, und es mir gelingt, das Mem ein bisschen weiterzuverbreiten, dass es nicht nur okay ist, sich über Religion lustig zu machen, sondern manchmal sogar dringend geboten, dann umso besser.

    Ich hoffe, dass ich beim Verständnis ein bisschen helfen konnte.

  13. Muriel sagt:

    Wow. Transsubstantiation hatte ich hier im ersten Versuch wirklich spektakulär falsch geschrieben. Ich habe das jetzt der besseren Lesbarkeit halber einfach ersetzt, aber um diesen sensationellen Tippfehler der Nachwelt zu erhalten: Da stand ursprünglich Transsubstationation.
    Na, wenn ich damit nicht meine Vertrautheit mit dem Konzept demonstriert habe, dann weiß ich auch nicht…

  14. madove sagt:

    sondern versuche lediglich, mit meinen Lesern die Freude an Jesus zu teilen.

    Das ist doch eigentlich ein toller Erfolg.
    Obwohl ich zu Grundschulzeiten mehrfach Freundinnen zu igrnedwelchen Bibel- und Kolpingdingens begleitet habe und es dort Süßigkeiten gab, bist Du der erste, dem das bei mir gelungen ist.

  15. Muriel sagt:

    @madove: Danke!
    Ich überlege jetzt übrigens schon die ganze Zeit, wie ich wohl die Überschrift „Gott kann schimmeln; was kannst du?“ mal sinnvoll unterbringen kann.
    Ich hoffe, es ergibt sich bald was.

  16. Dietmar sagt:

    Das bringt inhaltlich nicht weiter, muss jetzt aber sein:

    „Gott kann schimmeln; was kannst du?“

    BRUAHAHAHAHAHA!!!!!

  17. Hecke sagt:

    @Muriel: Dass ich dich nicht lustig finde trifft es nicht ganz. Ich bin der Meinung, dass die meisten Blogeinträge recht gut geschrieben sind, was auch der Grund ist, aus dem ich hier ab und zu reinschaue.
    Ich glaube im Grunde auch nicht, dass wir uns missverstanden haben. Was mich insgesamt verwundert, ist, dass in spätestens jedem dritten Blogeintrag die Sinnlosigkeit von Religion thematisiert werden muss. Es ist nicht besonders schwer, sich darüber lustig zu machen, woran Leute so glauben. Das soll andererseits natürlich nicht heißen, dass es verboten ist, nur eben ein bisschen überflüssig.

  18. Dietmar sagt:

    „Was mich insgesamt verwundert, ist, dass in spätestens jedem dritten Blogeintrag die Sinnlosigkeit von Religion thematisiert werden muss.“

    Das ist ja wohl Muriels Sache allein. Lies es nicht, wenn es Dich nicht interessiert.

    Im Übrigen war das nicht „Verwunderung“, die Du ausgedrückt hast. Eher Polemik.

  19. Muriel sagt:

    @Hecke: Danke für die Erläuterung.

    Ich glaube im Grunde auch nicht, dass wir uns missverstanden haben.

    Das glaube ich allerdings nach wie vor. Du nahmst an, ich hätte keine Ahnung vom Christentum und fände die Idee mit dem Brot so lustig, weil ich nie davon gehört hätte. Da hast du mich missverstanden.

    Was mich insgesamt verwundert, ist, dass in spätestens jedem dritten Blogeintrag die Sinnlosigkeit von Religion thematisiert werden muss.

    Was verwundert dich daran? Und um ein bisschen spitzfindig zu sein: Ich glaube nicht, dass ich je geschrieben habe, Religion sei sinnlos. Ich halte sie eigentlich auch nicht für sinnlos.

    Es ist nicht besonders schwer, sich darüber lustig zu machen, woran Leute so glauben.

    Stimmt. Besonders, wenn sie so unsinniges Zeug glauben wie das aus der Bibel. Dann ist es ganz, ganz einfach.

    Das soll andererseits natürlich nicht heißen, dass es verboten ist, nur eben ein bisschen überflüssig.

    Wo ist der Zusammenhang? Was nicht besonders schwer ist, ist überflüssig?
    Solange es noch Leute lustig finden, wenn ich mich über Religion lustig mache, kann ich nichts Überflüssiges daran erkennen.
    Darüber hinaus ist dir sicher aufgefallen, dass meine Beiträge zum Thema Religion sich nicht auf Spott beschränken.

    Oder anders, auch wenn ich es nicht ganz so drastisch wie Dietmar formulieren möchte: Ich bin offen für Kritik, und wenn du der Meinung bist, dass ich irgendwo was Falsches sage, freue ich mich, wenn du es mich wissen lässt. Ich korrigiere mich dann auch gerne.
    Solange du mir aber nur mitteilst, dass du einen Teil meiner Beiträge einfach aufgrund deines persönlichen Geschmacks nicht interessant findest, dann kann ich nicht viel mehr tun, als das mit Bedauern zur Kenntnis zu nehmen.

  20. Hecke sagt:

    @Dietmar: „Im Übrigen war das nicht „Verwunderung“, die Du ausgedrückt hast. Eher Polemik.“
    Wenn Du das so festlegst. Wir sollten aber die Möglichkeit nicht ganz außer Acht lassen, dass ich meine Verwunderung durch Polemik ausgedrückt habe, auch wenn das keineswegs meine Absicht war. Jetzt wirklich nur interessehalber: Findest Du die Kritik in meinen Beiträgen polemischer als die Kritik in dem Audiobeitrag oben? Dann tut es mit tatsächlich leid, andernfalls sehe ich erstmal keinen Grund zur Besorgnis.

    @Muriel: Richtig, in diesem Punkt habe ich dich nicht verstanden. Ich habe nicht in Betracht gezogen, dass man den symbolischen Leib Christi so lustig finden kann, obwohl man mit der Thematik offenbar sehr gut vertraut ist und das schon öfter gehört hat. Insgesamt, und das meinte ich, sind unsere Standpunkte denke ich trotzdem einigermaßen deutlich geworden.
    Ich verstehe das Problem, dass dir meine Kritik zu unkonkret und meinungslastig ist, möchte aber darauf hinweisen, dass bei dieser Thematik nichts „Falsches“ in dem Sinne nachweisbar ist. Religion und Glaube sind – da dürften wir uns trotz allem einig sein – weder falsifizierbar noch verifizierbar. Ich habe zum Beispiel immer noch keinen Beweis dafür entdeckt, dass es Gott nicht geben kann. Manche Leute glauben daran, andere nicht, manche glauben an gar nichts. Aus genau diesem Grund finde ich es ja so erstaunlich, dass du offenbar so genau weißt, was für ein großer Quatsch das Christentum ist. Wer entscheidet das? Wenn es Menschen gibt, die aus ihrem Glauben Kraft ziehen, was ist dagegen auszusetzen?

  21. Muriel sagt:

    @Hecke:

    Religion und Glaube sind – da dürften wir uns trotz allem einig sein – weder falsifizierbar noch verifizierbar.

    Man kann über all diese Begriffe natürlich lange diskutieren, aber für praktische Zwecke kann ich darauf kurz antworten: Nein, da sind wir uns überhaupt nicht einig.

    Ich habe zum Beispiel immer noch keinen Beweis dafür entdeckt, dass es Gott nicht geben kann.

    Auch hierauf könnte ich wieder so viel antworten, aber weil es spät ist, fasse ich mich kurz: Es gibt auch keinen Beweis dafür, dass es Mickey Mouse nicht geben kann, und es gibt keinen Beweis, dass die Juden keine minderwertige, niederträchtige Rasse von Untermenschen sein können, die die Unterdrückung und Ausrottung der Arier plant.
    Trotzdem würde ich nicht zögern, sowohl einen Glauben an die Existenz von Mickey Mouse als auch Hitlers schwachsinnigen Rassenstuss als einen schweren Irrtum zu bezeichnen, der sich eigentlich nur durch annähernd pathologische Realitätsverleugnung erklären lässt.
    Oder ohne Godwin: Dass etwas nicht widerlegt ist, rechtfertigt nicht den Glauben daran, und Beweise im strengen Sinne gibt es sowieso nur in der Formallogik.

    Wer entscheidet das?

    Wer entscheidet, dass die Erde nicht mit Schokolade gefüllt ist, und dass Aspirin gegen Kopfschmerzen hilft, Arsen hingegen in zu hoher Dosis tödlich ist?
    Findest du es auch erstaunlich, dass jemand sich zutraut, genau zu wissen, was für ein großer Quatsch Harry Potter ist?

    Wenn es Menschen gibt, die aus ihrem Glauben Kraft ziehen, was ist dagegen auszusetzen?

    Zum Beispiel das hier.
    Es mag Leute geben, die Kraft daraus ziehen, Quatsch zu glauben. Dadurch wird der Quatsch nicht wahr, und die Fehler, die sie machen, weil sie ihn glauben, bleiben Fehler.
    Was wir glauben, bestimmt, wie wir handeln. Wie wir handeln, bestimmt nicht nur unser Leben, sondern betrifft mehr oder weniger alle anderen, mit denen wir diesen Planeten teilen. Deswegen ist es mir nicht egal, was andere Menschen glauben.

  22. Dietmar sagt:

    „Findest Du die Kritik in meinen Beiträgen polemischer als die Kritik in dem Audiobeitrag oben?“

    Ich finde keine Kritik in Deiner Polemik.

  23. Hecke sagt:

    @Muriel: Du bist also der Meinung, Glaube sei falsifizierbar, habe ich dich da richtig verstanden? Da würde mich jetzt natürlich eine Erläuterung interessieren.
    Dass du Religion mit nationalsozialistischem Rassismus vergleichst ist einigermaßen unangebracht, aber ich erspare uns mal die angebrachte Empörungsrhetorik.
    „Dass etwas nicht widerlegt ist, rechtfertig nicht den Glauben daran“
    Wenn man glauben will muss man sich dafür rechtfertigen? Das ist mir vollkommen neu. Vor wem?
    Und weil das Thema so interessant ist habe ich mir sogar deinen verlinkten Beitrag durchgelesen, auch in der Hoffnung, er könnte vielleicht einen Hinweis darauf geben, was dagegen einzuwenden ist, wenn Leute Kraft aus ihrem Glauben ziehen. Das kann er natürlich nicht, was dir aber auch nicht vorzuwerfen ist, denn es ist absolut gar nichts dagegen einzuwenden.

    Du suchst dir da Sachen raus wie Genitalverstümmelung und „Menschen, die für sich selbst oder für ihre Kinder auf medizinische Behandlung verzichten, weil sie zu wissen glauben, dass ihr Gott sie heilen wird Religion aus einem solchen Grund abzulehnen“. Religion aus diesen Gründen abzulehnen ist, als hetze man gegen Ausländer, weil man kriminelle Ausländer kennt.
    „die Fehler, die sie machen, weil sie ihn glauben, bleiben Fehler.“ Selbstverständlich. Menschen machen Fehler, auch religiöse Menschen. Wenn sich aber jemand dazu entschließt, sein krankes Kind nicht behandeln zu lassen, ist das einzig allein ihm selbst vorzuwerfen und nicht der Religion, der er angehört.

    Du kritisierst die religiöse Moral und stellst die These auf, dass Glaube zu weniger gut funktionierenden Gesellschaften führt.
    Zu diesem Ergebnis musst du auch kommen, weil du zuvor ausschließlich negative Aspekte von religiösen Fanatikern oder gewöhnlichen Kriminellen beleuchtet hast. Ich kann nichts schlechtes an einer Moralvorstellung erkennen, bei der man für das, was man tut, vor einer Autorität Rechenschaft ablegt. Die 10 Gebote waren ein Vorläufer für heutige Verfassungen, ich kann nicht erkennen, inwieweit Gesellschaften ihre Rechtsstaatlichkeit geschadet haben oder sie in ihrer Funktionalität beeinträchtigt haben soll. Das Prinzip der Nächstenliebe fördert ebenfalls ein gutes und respektvolles Zusammenleben.

  24. Muriel sagt:

    @Hecke:

    Dass du Religion mit nationalsozialistischem Rassismus vergleichst ist einigermaßen unangebracht

    Ich bin dir zwar dankbar, dass du das nicht vertiefen möchtest, aber andererseits würde mich doch interessieren, warum. Was war an meinem vergleich unangebracht?

    Wenn man glauben will muss man sich dafür rechtfertigen? Das ist mir vollkommen neu. Vor wem?

    Man muss nicht. Jeder kann glauben, was er will, und niemand kann ihn zu etwas anderem zwingen. Aber wenn man ein Interesse daran hat, möglichst viel Wahres zu glauben, und möglichst wenig Falsches, dann sollte man nur Dinge glauben, wenn man gute Belege dafür hat. Das meinte ich mit Rechtfertigung.

    Religion aus diesen Gründen abzulehnen ist, als hetze man gegen Ausländer, weil man kriminelle Ausländer kennt.

    Ich lehne Religion nicht aus diesen Gründen ab. Diese Dinge sind Beispiele für Fehler, die Menschen machen, weil sie etwas glauben, was nicht wahr ist.

    Selbstverständlich. Menschen machen Fehler, auch religiöse Menschen. Wenn sich aber jemand dazu entschließt, sein krankes Kind nicht behandeln zu lassen, ist das einzig allein ihm selbst vorzuwerfen und nicht der Religion, der er angehört.

    Die Religion ist nur ein Konzept, insofern kann man ihr natürlich nichts vorwerfen. Aber darum geht es mir auch gar nicht. Es geht mir um die schlichte Tatsache, dass man bessere Entscheidungen trifft, wenn man die Wahrheit kennt, als wenn man irgendeinen Blödsinn glaubt.
    Um eines meiner Beispiele aufzuwärmen: Wenn jemand glaubt, dass sein Gott sein Kind heilen wird, es aber für eine Sünde hält, sein Kind von einem Arzt behandeln zu lassen, dann trifft er die Entscheidung gegen ärztliche Behandlung aufgrund seines Glaubens. Wenn er diesen Glauben nicht gehabt hätte, sondern die Realität anerkannt hätte, hätte sein Kind nicht sterben müssen.
    Und darum geht es: Natürlich ist nichts dagegen einzuwenden, dass jemand Kraft aus irgendeinem Glauben zieht. Aber Glaube gibt uns eben nicht nur Kraft, er bestimmt auch unser Handeln. Und falscher Glaube führt (nicht zwangsläufig immer, aber mit erhöhter Wahrscheinlichkeit) zu falschem Handeln.

    Ich kann nichts schlechtes an einer Moralvorstellung erkennen, bei der man für das, was man tut, vor einer Autorität Rechenschaft ablegt.

    Und?

    Das Prinzip der Nächstenliebe fördert ebenfalls ein gutes und respektvolles Zusammenleben.

    Sogar wenn das wahr wäre: Was hat es mit meiner Argumentation zu tun?
    Meinetwegen darf jeder lieben, wen er will. Ich kann mich nicht erinnern, jemals was gegen Liebe für irgendwen geschrieben zu haben.

  25. Muriel sagt:

    @Hecke: Oder um es vielleicht noch mal deutlicher zu machen:

    Ich habe nie behauptet, dass alles, was jemals eine Religionsgemeinschaft getan oder gefordert hat, falsch ist. Insofern verfehlt deiner Argumentation meine größtenteils.
    Ich kritisiere die Teile der Religionen, die nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmen, wie den Glauben an Götter, oder die Vorstellung, Homosexuelle sollten gesteinigt werden, oder die Idee, wir würden nach diesem Leben reinkarniert.
    Ich wünsche mir, dass Menschen auf rationaler Basis Entscheidungen treffen, und ein irrationaler Glaube ist nun einmal keine rationale Basis für Entscheidungen.
    Wenn eine Religion eine Regel aufstellt oder eine bestimmte Lebensweise anbietet, die Menschen gefällt, habe ich nicht etwas dagegen, bloß weil die Idee von einer Religion kommt.

  26. templarii sagt:

    Ich würde eher sagen es ist eine Art „Religionsablehnungs-Wahnsinn“. Das Christentum ist so absurd, so überholt, so lächerlich, so kindisch, so unreif, so hirnverbrannt – das man sich damit ständig beschäftigen muss. Ich würde sagen Muriel ist in dieser Hinsicht neurotisch und hat eine starke Sehnsucht nach Gott. Das sind diese Art Mensch die jeden Buchstaben, jede Theorie, jeden Disput kennen – aber kein bischen von der Religion verstehen. (Es ist ja bekannt das der Teufel ein guter Theologe ist..)

    Gott ist Liebe, das ist der Kern.
    „Denke dir das Schönste, das Erhabenste, das Reichste, das Beste im schönsten, erhabensten, reichsten und besten Grade – und du hast noch lange, lange das nicht, was Gott ist. Und wenn du auch dein ganzes Leben hindurhc im Stande der Gnade, unter Gebet, Seuftzen und Thränen darüber nachsinnen wolltest was Gott ist, du würdest es nicht ergründen, und wenn du auf jeden Tag, ja jede Stunde von Gott selbst eine neue Erkenntniss empfingest, so würdest du doch in alle Ewigkeit nimmer auf den Grund oder zum Ende kommen, denn Gott ist unergründlich.“ (Aus: Das grosse illustrierte Leben und Leiden unseres Erlösers Jesus Christi und der jungfräulichen Gottesmutter Maria – Ulm um ca 1859)

    Es geht um die Hinwendung des Menschen zu höheren geistigen Rängen – die Skalierung dessen was es gibt zu etwas besseren. Selbst gedachte Gedanken. Die höchste Stufe des positiven ist „unendlich positiv“ und „unendlich gut“ oder „der Grund für das Gute“.

    Ich empfehle Augustinus als Beginn der Suche nach dem Verständnis von Gott.

    Und etwas ganz spezielles ist noch zu sagen: Das Christentum funktioniert ganz anders als man sich denkt. Es läuft so, das in jeder Generation die stärksten Gegner sich zum Christentum bekennen – weil sie mit ihrem starken Geist angefangen haben damit ehrlich und ernsthaft auseinanderzusetzen. Das war nicht nur bei Saulus so, sondern auch bei Augustinus selbst oder auch C. S. Lewis, der sich selbst der „widerwilligste zum Christentum konvertierte“ sah (http://cslewis.drzeus.net/papers/reluctant.html).

    Gott widerlegt jeden Menschen – der einzige Grund warum viele das Christentum nicht annehmen ist, weil sie es nicht genau genug untersucht haben.

    Templarii

  27. Muriel sagt:

    @templarii: Wie ich deinem wirren Geschreibsel entnehmen kann, hast du es dafür anscheinend schon mehr als genug für uns beide untersucht.
    Gute Besserung.

  28. templarii sagt:

    Hast Du schon Augustinus gelesen und die anderen Kirchenväter? Hast Du dich bereits bekehrt und erkannt das Gott die Wahrheit, Gerechtigkeit und Liebe ist?

    Tue es, es ist sehr wertvoll und spendet der Seele Nahrung. Es ist das „Brot“ für den hungrigen Geist der verzweifelt nach Sinn und Richtung sucht – so wie Du.

    Templarii – recognoscere.wordpress.com

  29. Muriel sagt:

    @templarii: Ja, bin bekehrt und alles, keine Sorge. Deine Arbeit hier ist getan.
    Wegen meiner Neurose suche ich mir schnellstmöglich professionelle Hilfe.

  30. DasSan sagt:

    @muriel Ich möchte auch schwer hoffen, dass du endlich mal in dich gehst und die Heilige Schrift studierst, ‚cause it is good and it’s a book 😉

  31. Guinan sagt:

    Die einzige erträgliche Art, sich mit diesem Buch auseinanderzusetzen. Das ist eins von denen, die ich mit Sicherheit niemals gelesen hätte. Danke.

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