Anatomie eines Missgeschicks

Ich hatte vor langerlangerlangerlanger Zeit mal über den menschlichen mentalen Würgereflex gesprochen, der bei bestimmten Menschen dazu führt, dass der Kontakt mit bestimmten Themen nicht nur geistiges Erbrechen hervorruft, sondern auch das Versagen sämtlicher geistiger Schließmuskeln. Eine schöne Illustration fand ich heute unter meinem Beitrag „Wer ist hier paranoid?„, der offenbar bei templarii genau diesen Effekt hervorgerufen hat. Ich will nicht sagen, dass es der dümmste Kommentar ist, der je hier erschien, aber er ist auf jeden Fall gut im Rennen.

Weil das Thema ja schon eine gewisse aktuelle Bedeutung hat und mir heute eh nichts Besseres einfällt, habe ich entschieden, diesen Kommentar einmal komplett zu beantworten, und dafür ist das Kommentarfeld nicht genug, deshalb gibt es einen eigen Post. Bitteschön:

Ich finde das lustig wie hier Türken verteidigt werden.

Wie Dietmar in seiner Antwort schon ganz richtig bemerkt hat, wird templarii uns gleich demonstrieren, dass er in Wahrheit kein bisschen belustigt ist. Darüberhinaus würde ich ergänzen, dass mir gar nicht aufgefallen ist, dass in dem fraglichen Thread irgendwelche Türken verteidigt wurden.

Die Türken sind kein friedliches Volk.

Ich weiß, muss man eigentlich nichts zu sagen, aber eigentlich muss man zu dem ganzen Kommentar nichts sagen. Ich möchte aber gerne, und ich möchte es gründlich tun, deshalb will ich auch hier nicht schweigen: Wer bitte ist denn ein friedliches Volk? Was ist überhaupt ein friedliches Volk? Und was bedeutet es, wenn ein Volk nicht friedlich ist? Welche Konsequenzen müssen wir daraus im Umgang mit den Angehörigen dieses Volkes ziehen?

Ihre Religion ist gefährlich kriegerisch und sie sind schwer bewaffnet.

Die Religion der Türken? Alle Türken habe eine Religion? Und die ist kriegerisch. Sagt jemand, dessen Heiliges Buch beschreibt, wie sein Gott sein auserwähltes Volk anweist, alle Angehörigen eines bestimmten Volkes auszurotten und nur die Jungfrauen für sich zu behalten. Und die Türken gehören nicht nur alle dieser Religion an, sie sind auch noch schwer bewaffnet. Jo. Also, die Türken, die ich kenne, verstecken ihre Artillerie ziemlich gut…

Sie haben 1977 Zypern erobert und zerstörten dort die uralte Kultur.

Jungejunge. Bloß gut, dass wir einem Volk angehören, dass niemals irgendwelche Eroberungskriege geführt hat oder sogar versucht, eine Kultur zu zerstören, sonst müssten wir es auch lustig finden, wenn uns jemand verteidigt. Oder eben gerade nicht. Was weiß ich?

Der Umgang der Türken mit den Kurden, Griechen und Armeniern spricht ebensowenig von einer Friedlichkeit und Freundlichkeit.

So langsam gehen mir die Ideen aus, wie ich mich über immer wieder denselben Fehler noch lustig machen soll. Deswegen einmal ganz unlustig: Der Rückschluss vom Verhalten eines Staates und seiner Armee auf die Charakterzüge seiner Staatsangehörigen oder sogar deren Verwandten ist nicht zulässig.

Wie man auf die Idee kommt Moscheen hier bauen zu lassen ist absurd.

Wenn man unser Grundgesetzt sowie die allgemeinen Menschenrechte und überhaupt die Grundidee eines freiheitlichen Rechtsstaates absurd findet, dann sicher. Schon das Konzept, dass man „auf die Idee“ kommen müsste, einen anderen Menschen etwas tun zu lassen, zeigt, dass templariie hier einiges nicht verstanden hat.

Für Moslems ist das schlicht eine Landnahme, ein Eroberungsfeldzug

Ja, wenn man Land kauft, und was darauf baut, mag es eine Landnahme sein. Wer diesen Vorgang, rechtmäßig und anständig abgewickelt, als Eroberungsfeldzug bezeichnet, hat wahrscheinlich keine besonders gute Vorstellung davon, was ein Feldzug bedeutet.

– darum haben die Moscheen auch immer Namen von berühmten Moslemischen Eroberern.

Immer. So wie die Imam Ahmad bin Hanbal Moschee in Frankfurt (Main) zum Beispiel, oder die Masjid Al-Umma in Hannover.

Das wäre so als würde man eine Kirche mit dem Namen „Richard Löwenherz“ in Saudi-arabien oder Konstantinopel bauen.

Und wie wäre das?

Das loslösen der „Wir“ gegen „Die“ Denkweise wird nie möglich sein.

Belege? Natürlich nicht…

Dies ist nämlich ein natürlicher Reflex und etwas völlig normales.

Und man weiß ja, dass der Mensch sich niemals von etwas lösen kann, das „völlig normal“ ist. Wir haben eben keinen freien Willen, oder die Möglichkeit, etwas zu lernen.

Man nennt es „Revierverhalten“. Jedes Tier hat das, selbst Insekten, Fische und Affen.

Und – so meint templarii das wahrscheinlich – was für Insekten, Fische und Affen gut ist, kann ja für Menschen nicht schlecht sein, und überhaupt kann doch etwas, was Insekten tun, unmöglich falsch sein, oder überwindbar. Klarer Fall. Und, nicht dass es jemanden überraschen würde: Natürlich kennt nicht jedes Tier ein Revierverhalten. Landschildkröten und Igeln zum Beispiel ist das anscheinend völlig fremd.

Ich überlege gerade, ob ich einen Preis für den auslobe, der einen Satz ohne grobe Fehler in templariis Kommentar findet.

Die meisten Menschen die immer von „warum wollt ihr nicht friedlich sein“ reden, spielen sich nur auf und wollen die Meinungshoheit über andere erlangen.

Da außer templarii niemand diese Frage gestellt hat, gehe ich nicht weiter darauf ein, außer vielleicht, um darauf hinzuweisen, dass man unter Umständen auf die Idee kommen könnte, er selbst hätte auch ein gewisses Interesse daran, eine Meinungshoheit zu erlangen und müsste daher wissen, dass das per se nichts Schlechtes ist.

Europa ist der am dichtesten bevölkerte Kontinent der Welt.

Nach Asien, Mittelamerika und Afrika.

Wir haben extrem viele Kulturen auf einem kleinen Flecken Erde.

Okay, das ist jetzt beinahe gar nicht ganz falsch. Ich lasse das mit dem Preis also lieber bleiben.

Die Türkei und andere Länder des nahen Ostens und Nordafrikas sind doppelt und dreimal so gross wie einzelne Länder in Europa – WARUM ZUM TEUFEL müssen wir alle mit „offenen Armen“ empfangen?

Genau. So lange manche Länder auf anderen Kontinenten bis zu dreimal so groß sind wie manche Länder in Europa (Ähm…), gibt es doch nun wirklich keinen Grund, Zuwanderung zu erlauben, schließlich ist die Fläche eines Landes das einzige Kriterium für… Tschuldigung. Ich weiß nicht mehr, was ich sagen wollte.

Wir haben schon für uns nicht mehr genug, es fehlt überall an Geld, die Steuern sind gigantisch hoch, die Bildung bricht zusammen, Pöbel herrscht in der Politik, im Fernsehen und auf den Strassen.

Und dabei wären wir so prima mit allem durchgekommen, wenn nur diese naseweisen Türken mit ihrem verdammten Köter nicht gewesen wären! Ach nee, pardon, falsche Show. Aber dass die Steuern viel niedriger wären, wenn es weniger Türken in Deutschland gäbe, ist offensichtlich, oder? Oder?

Der Islam ist nicht friedlich, er ist eine gefährliche unterdrückerische Sekte

„Sekte“ ist so ein lustiger Begriff, wenn religiöse Menschen ihn benutzen. Pot, meet kettle.

der seinen „Mitgliedern“ nicht erlaubt auszutreten,

Ich kenne ehemalige Muslime. Komisch…

Andersgläubige weltweit ermorden lässt und zwangskonvertiert, Sklaverei unterdrückt, das hängen von Homosexuellen und das steinigen von Frauen legitimiert.

Wir alle wissen natürlich, dass das Christentum das Töten von Homosexuellen niemals gutheißen würde. „Niemals“ hier im Sinne von „selbstverständlich„, und dass Jahwe Elohim das Unterdrücken der Sklaverei abgelehnt hätte, ist natürlich auch klar.

Im Ernst: Ja, der Islam wird in einigen Ländern immer noch benutzt, um solche Verbrechen zu begehen, so wie früher das Christentum auch oft dafür benutzt wurde und heute noch immer manchmal, wenn auch seltener, benutzt wird. Das ist inakzeptabel, tut aber hier nichts zur Sache.

Dagegen ist Scientology und die Zeugen Jehovas ein Witz.

Die sind in der Tat ein Witz. Wir haben also noch einen Satz gefunden, der nicht ganz falsch ist. Zwei. Nicht übel.

Und dennoch schwingen sich „Verteidiger der Menschenrechte“ auf um andere zu belehren.

Genau. Wie kann man andere belehren wollen? Unmöglich, das.

Wie kann man nur?

Sag ich doch.

Wie kann man nur mit Menschenrechten argumentieren und damit Menschen unterstützen die gegen Menschenrechte sind?

Richtig. Wo doch jeder weiß, dass Menschenrechte nur auf Menschen anwendbar sind, die für Menschenrechte sind. Das ist ja quasi konstitutiv für Menschenrechte, dass man sie einfach aussetzen kann, wenn einem jemandes Meinung nicht genehm ist.

Und dieser letzte Satz von templarii ist auch eine ganz gute Überleitung zu dem, was ich vielleicht statt dieser vielen Worte hier gleich von Anfang an mit Dietmar hätte sagen sollen:

Du widerst mich an.

Word, Dietmar.

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15 Responses to Anatomie eines Missgeschicks

  1. madove sagt:

    Spätestens nachdem ich den Fehler gemacht hate, templarii kurz zu sich zu folgen und nicht schnell genug wegzuklicken, bevor ich ein paar Sätze gelesen hatte, dachte ich, das wäre ein klarer Fall von „Don’t feed the troll“.
    Ich möchte templarii diesen Titel auch nicht aberkennen, finde es aber im Nachhinein doch schön, diese Art unsäglicher Sprüche mal auseinandergenommen und Stück für Stück beantwortet irgendwo stehen zu haben. Das ist eigentlich noch besser als nur kopfschüttelnd weiterzugehen.

  2. Daniel sagt:

    So gut, wie fundiert, wie lustig! Nicely done!

  3. Dietmar sagt:

    („DANIEL!“ *faustschüttel/Kind-durch´s-Haus-jag*)

  4. Thunderone sagt:

    Naja damit wäre alles gesagt^^

  5. DimitriT sagt:

    Flawless Victory. Selten gesehen wie jemand so elegant (und verdient) geschreddert wurde. Allein das mit den Insekten, ich habe laut gelacht.

    Ich möchte noch anmerken dass ich:
    1. Gern die zuständigen eines gewissen Verlags kastrieren würde, die dich kein Buch haben schreiben lassen.

    2. Nie verstehen werde, wie jemand derartig vehement und konsequent gegen Rassismus, Homophobie etc. sein, zugleich aber die sie mMn hervorbringenden Bedingungen und Mechanismen ebenso vehement und konsequent verteidigen kann.

    Aber schön zu wissen dass es auch so etwas gibt. Und ansonsten, gut gemacht.

  6. madove sagt:

    @DimitriTs zweiter Punkt ist natürlich einer, der mich auch umtreibt. Ich hoffe allerdings immer noch, es irgendwann zu verstehen; unter anderem (aber nicht nur :D) deshalb lese ich hier mit…..

  7. Muriel sagt:

    @madove: Ich habe auch eine Weile überlegt, aber am Ende dachte ich, es ist einfach ein zu schönes Beispiel.
    @Dietmar: So langsam frage ich mich, ob du das nur machst, um uns zu belustigen. Bei mir klappt es noch.
    @DimitriT: Danke, das hast du alles sehr nett gesagt.
    1. Auch hier weiß ich natürlich das Sentiment zu schätzen, aber ich kann die schon verstehen. Die hatten sich halt was wie Sheldon gedacht, und ich schreibe nun mal nicht wie Sheldon. (Und bezweifle auch, ob man ein Sachbuch wie Sheldon überhaupt schreiben kann. Er lebt ja schon irgendwie vom Dialog. Aber vielleicht will ich mich damit auch nur rausreden.)
    2. Du wirst dir das schon gedacht haben, aber trotzdem: Es liegt natürlich daran, dass ich nicht glaube, dass sie sowas hervorbringen. Oder anders: Ich bin eigentlich der Meinung, dass ich fast gar keine besonderen Mechanismen verteidige, sondern nur den Grundsatz, dem Einzelnen möglichst viel Entscheidungsfreiheit zu lassen und der Gruppe möglichst wenig Spielraum, ihm Vorschriften zu machen. Dazu gehört natürlich auch die Freiheit, sich für Rassismus und Homophobie zu entscheiden und rundum ein monströses Riesenarschloch zu sein. Insofern kann ich nicht behaupten, das Problem gar nicht zu erkennen…

  8. DimitriT sagt:

    Muriel, ich meine mitnichten die Freiheit sich für Rassismus etc. zu entscheiden. Das ist eine Freiheit die auch ich uneingeschränkt befürworte, da ich es grundsätzlich ablehne, irgendeine Meinung zu verbieten, auch wenn mich die Widerwärtigkeit der sie äußernden manchmal zu gegenteiligen Aussagen hinreißt.

    Vielmehr gemeint ist die Konkurrenz als Grundlage des gesellschaftlichen, insbesondere wirtschaftlichen Handelns (Was, da ich davon ausgehe, dass die Ökonomie die Gesellschaft weitestgehend bestimmt, für mich keinen großen Unterschied macht).

    Vermutlich ist das aber nicht der richtige Artikel für diese Diskussion, zumal ich mir schlicht nicht Vorstellen kann dass wir uns in irgendeinem Punkt der nicht mit Philosophie oder Religion zu tun hat, einig werden. Was überhaupt nicht schlimm ist.

    gute nacht

  9. Muriel sagt:

    @DimitriT: Ob richtiger Artikel oder nicht, ich wüsste jedenfalls zu gerne, wie du Konkurrenz abschaffen möchtest. Wäre das nicht auch das Ende der Demokratie und überhaupt jeder freien Entscheidung, wenn man es konsequent machen wollte?
    Aber vielleicht denke ich ja auch in die völlig falsche Richtung.
    Wie stellst du dir denn die konkurrenzlose Gesellschaft vor? Vielleicht stellen wir ja sogar fest, dass ich die auch schön fände.

  10. DimitriT sagt:

    Würde ich kein Problem damit haben oberlehrerhaft zu wirken, würde ich jetzt schreiben „Genau lesen“. Da ich aber durchaus ein Problem demait habe, tue ich das nicht und beginne direkt mit dem eigentlichen Text (Bitte ignoriere den Widerspruch, es handelt sich um Dialektik):

    Konkurrenz abschaffen ist etwas, das ich aus der heutigen Perspektive für unmöglich halten würde (auch wenn ich als alter SF-Fan die Hoffnung nicht ganz aufgeben will).

    In erster Linie denke ich, dass Konkurrenz als Grundlage wirtschaftlichen Handelns abgelöst werden müsste durch das Streben nach Allgemeinwohl (Ich weiß, manche sehen das eine als besten Weg zum anderen. Ich nicht.).
    Möglich wäre dies, in aller Kürze, durch Selbstverwaltung und demokratischer Kontrolle der Produktion durch die Produzierenden (zumindest hoffe ich das). Dieses Kollektiv der Selbstverwaltung könnte an Altruismus leisten, woran das Individuum, zumal ein unter den Gegenwärtigen Bedingungen großgewordenes, scheitern müsste.
    Inwieweit Konkurrenz um was auch immer in einem solchen Gesellschaftsmodell noch eine Rolle spielen würde, bliebe dann abzuwarten und ist aus unserer Situation noch nicht abzusehen. Ich gehe davon aus dass sie, etwa als Triebfeder für gewisse Innovationen, eine Rolle spielen würde.

    Doch die Konkurrenz würde vom Maßgebenden, mithin Existenzbedingenden Aspekt wirtschaftlichen Handelns abgelöst, sowohl im Unternehmerischen als auch im persönlichen Rahmen.
    Ebenso wie ein Unternehmen seine Existenz nur durch den permanenten Kampf gegen Andere sichern kann, so ist auch meine materielle Existenz (mit gewissen Abstrichen, denn zumindest in Deutschland verhungern die wenigsten, die im Konkurrenzkampf zurückbleiben) gebunden an mein daurndes Verdrängen und Bekämpfen anderer, eben den Konkurrenzkampf. Und genau hier kommen wir zu Rassismus und anderem, denn in diesem dauernden Kampf ist prinzipiell jeder mein Feind. Wird die Konkurrenz überwunden, wird die Spaltung der Gesellschaft und die Einordnung nach „Rassen“, Sexualität etc. überflüssig, denn diese sind aus meiner Sicht in allererster Linie Waffen und Hilfsmittel im Kampf der Menschen um „Erfolg“ (wozu ich das erringen materiellen Wohlstands ebenso zähle wie das Erringen intellektueller Dominanz)

    Erst dann, wenn der Existenzkampf der Menschen beendet ist und auf der Basis des gleichen Zugriffs aller auf die Instrumente der Ideenverbreitung (Zeitungen, Fernsehn, Radio usw.) kann es zu einer wahrhaftigen Konkurrenz der Ideen und Gedanken kommen, die wir als Demokratie kennen. Auch die uns beiden so sehr am Herzen liegende Freiheit des einzelnen gegen die Gesellschaft könnte erst dann wirklich als Freiheit bezeichnet werden.
    Denn insofern hast du natürlich Recht, das endgültige Ende der Konkurrenz wäre zugleich das Ende von Demokratie und Freiheit wie wir sie kennen (darüber, dass das unter bestimmten, utopischen Voraussetzungen nicht einmal Schlecht wäre, schreibe ich vielleicht mal, wenn ich einen eigenen Blog habe 🙂 ).

    Ich hoffe jedenfalls ich konnte dir deine Nachfragen beantworten. Ich habe mich bemüht mich kurz zu halten, auch wenn mir das nicht besonders gut gelungen zu sein scheint.

    grüße

    PS.: Wo wir gerade dabei sind: Wie stellst du dir eigentlich (d)eine Gesellschaft mit Konkurrenz vor? Oder anders gefragt: Bist du der Meinung das die real existierende Gesellschaftsordnung grundsätzlich so bleiben sollte und kann, wie sie ist? Wenn nein, warum? Und was würdest du ändern?

  11. Muriel sagt:

    @DimitriT: Danke für die Erklärung. Ich glaube, ich verstehe jetzt, worauf du hinauswillst.

    Wie stellst du dir eigentlich (d)eine Gesellschaft mit Konkurrenz vor?

    Ungefähr so wie unsere, nur mit weniger staatlichem Zwang. Ich schreibe ja hier öfter mal drüber, was mich alles so stört. Generell denke ich, dass nur Dinge verboten sein sollten, die unmittelbar die Rechte anderer verletzen. Kündigungsschutz, Kartellrecht, Mitbestimmungsnormen gehören nach meiner Vorstellung abgeschafft, neben vielen anderen Dingen. Vielleicht nicht alles auf einmal, aber so in der Tendenz. Auf die Gefahr hin, mich jetzt viel zu kurz gefasst zu haben.

  12. DimitriT sagt:

    Individuell hast du vollkommen recht. Hinsichtlich der Wirtschaft (und wirtschaftlicher Themen, die Individuen betreffen) würde ich mir sehr viel mehr staatlichen, sagen wir besser gesellschaftlichen Zwang wünschen. Unser kleinster (und in dieser Hinsicht wohl einziger) gemeinsamer Nenner scheint wohl weniger staatlicher Zwang gegenüber Individuen zu sein.

    Immerhin.

    Ps.: Und nun, da du verstehst worauf ich hinauswill? Keine Widerworte? Das finde ich ja nun fast ein bisschen schade.

  13. Muriel sagt:

    @DimitriT: Mir fällt hier nicht viel ein, das ich nicht schon in zahlreichen Blogartikeln geschrieben hätte. Ich ging davon aus, dass du dir meine Position auf dieser Basis denken kannst. Und außerdem (oder vielleicht vor allem) habe ich gerade nicht so viel Zeit.
    Kurz gesagt denke ich nicht, dass man ein System auf dem Streben des Menschen nach Allgemeinwohl aufbauen sollte, und ich denke auch nicht, dass das Handeln von Individuen einer demokratischen Kontrolle ausgesetzt sein sollte, und ich halte es für eine weit verbreitete, aber dennoch weit von der Realität entfernte Fehleinschätzung, dass in einem Wettbewerb „prinzipiell jeder mein Feind“ ist, und ich halte es für eine geradezu absurde Idee, dass Rassismus, Sexismus und andere blödsinnige Ismen Mittel sind, um in diesem Wettbewerb zu bestehen, denn sie schaden offensichtlich dem, der ihnen anhängt, weil er sich Möglichkeiten nimmt, Vorteile zu gewinnen, die er ohne sie hätte.
    Aber falls du noch Fragen hast, beantworte ich sie natürlich gerne, und bestimmt werden wir beizeiten noch eine sehr ausführliche Diskussion über das Thema führen können. Spätestens, wenn ich mein nächstes neoliberales Gewäsch veröffentliche.

  14. Robroy sagt:

    Das war wohl der Versuch, einen Troll bis zum zerbersten zu füttern. 😉

  15. templarii sagt:

    Ach… Gewäsch… Trollen tut Ihr.

    http://vimeo.com/1371841# 🙂 🙂

    Templarii

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