Einen hab‘ ich noch, einen hab‘ ich noch!

Thema Fortsetzungsroman. Ja. Schwierig. Für mich jetzt, für euch vielleicht nicht so. Ich habe ja einerseits total Lust, einen neuen anzufangen, komme mir aber andererseits schon ein bisschen… wie soll ich sagen? unaufrichtig vor, wenn ich einerseits meiner Lektorin erzähle, dass ich leider nur ganz wenig Zeit habe, Nimmermehr zu überarbeiten, und mir selbst einrede, dass ich ja eigentlich auch mehr Zeit für meine Haupterwerbsarbeit aufbrigen müsste, die aber einfach nicht über habe, und dann aber gleichzeitig nebenbei einfach mal noch einen Roman anfange.

Und dann habe ich da noch so eine Geschichte, die völlig fertig in meiner Schublade liegt und die ich einfach so stückchenweise hier veröffentlichen könnte, ohne dass es mich nennenswert Zeit kosten würde. Die wollte ich aber eigentlich aufheben, für den Fall, dass ein Verlag mich mal fragt, ob ich nicht auch was habe, das man nicht schon kostenlos im Internet lesen kann. Die kommt also auch nicht in Frage.

Andererseits braucht man ja auch seine Freizeit, so zum Ausgleich und so, und arbeitet dann ansonsten sicher auch effektiver, wenn man sich zwischendurch mal erholen kann, (Ist das die Mutter aller Ausreden für jeden dummen Quatsch, der einem Zeit stiehelt, die man eigentlich dringend für was anderes brauchen würde, oder was?) deshalb sehe ich mehr oder weniger kommen, dass der nächste Fortsetzungsroman früher oder später beginnen wird. Wenn auch vielleicht nicht mehr diesen Monat. Wenn auch vielleicht nicht mehr dieses Jahr.

Aber welcher? Ich habe erst überlegt, diesmal keine Abstimmung zu machen, sondern einfach selbst zu entscheiden, welcher sich für mich am angenehmsten schreibt. Aber dann dachte ich andererseits: Warum? Und wie? Letzten Endes ist es sowieso ein Glücksspiel, und was sich beschwingt anlässt, kann schon nach wenigen Seiten in ein Desaster münden. Die Entscheidung bleibt also doch bei euch. Transparenz, liquid democracy, Basisbeteiligung, ihr wisst schon.

Also los.

Zur Wahl stehen:

  1. Angelic Duties (Englisch, ohne Untertitel) – Profound Distress, a newly Beatified Cleric of the Hermitage II Lacrimosa with a not quite perfect past, is sent out on a boring border guard job that soon turns out to be a lot less boring than she would have liked. You can get a taste of this story by reading the trailer.
  2. Bright Outlook (Deutsch, trotz englischen Titels. Alle anderen auch.) – Claire erwacht. Zuerst wundert sie sich nur, weil ihr Wecker nicht geklingelt hat, doch bevor sie sich darüber ärgern kann, bemerkt sie, dass sie zusammen mit vier anderen Leuten auf einem Betonfußboden in einem fensterlosen Raum liegt, grell erleuchtet von nackten Leuchtstoffröhren und überwacht von einer Kamera. Noch bevor die anderen aufgewacht sind, beginnt eine freundliche junge Frau, über einen Lautsprecher ihre Situation zu erklären und dankt ihr dafür, dass sie sich freiwillig als Versuchsperson gemeldet hat. Auch zu Bright Outlook ist bereits ein Trailer erschienen, den lesen kann, wer herausfinden will, ob die Geschichte was für ihn ist.
  3. Die Hand zur Faust geballt – Sotheg Helander ist ein Krämer in dem kleinen Bezirk Orfstein am Rand der Kerpee-Wüste, mit nicht mehr als einer vagen Vorstellung davon, dass seine Familie vor der Revolution einmal die Barone stellte, die über den Ort herrschten. Er ist deshalb mehr als ein bisschen verwirrt, als eine völlig dehydrierte und erschöpfte Wanderin aus der Wüste stolpert, die behauptet, eine Gesandte der Wissenden von Rhuk zu sein, die sein Ururururururgroßvater um Hilfe bat, kurz bevor die wütende Meute sein Schloss stürmte und ihn durch einen ordinären Bürgermeister ersetzte. Zunächst fällt es ihm schwer, angesichts der sonderbaren Kapriolen der offenkundig Verrückten ernst zu bleiben, doch es dauert nicht lange, bis ihm das Lachen vergeht.
  4. Auferstanden (Das zweite Buch über die Gefallenen) – Hier gibt es keine Beschreibung. Die erste Geschichte geht eben weiter. Wer sie gelesen hat, kann sich mutmaßlich was drunter vorstellen, und wer nicht, der wird den zweiten Teil wohl erst recht nicht lesen wollen.
  5. Yanis – Yanis ist der Stolz und der Neid des Ordens der Amazonen. Im Zweikampf kann keine ihrer Kameradinnen gegen sie bestehen, die Tochter der Königin hat sie zu ihrer Gefährtin gewählt, und eine Zukunft als strahlende Heldin scheint ihr sicher. Doch der Humor der Götter ist für Sterbliche oft schwer verständlich, und Yanis ist jedenfalls nicht nach Lachen zu Mute, als sie sich nach einer Reihung unglücklicher Ereignisse aufs Widerwärtigste entstellt, drogenabhängig und verstoßen am Pranger und unter der Peitsche des Scharfrichters wiederfindet.
    Was ihr als das Ende aller Hoffnung erscheint, ist für den jaskanischen Hellsichtsmagier Aki und die Diebin Ikara ein unfassbarer Glücksfall, denn sie stehen vor dem Auftrag ihres Lebens, für den ihnen noch ein starker Schwertarm fehlt, und jeder weiß, dass es in ganz Tunok keine besseren Kämpfer gibt als die Kriegerinnen des Amazonenordens. Zwar erweist sich Yanis’ unflexibler Ehrenkodex als ein sehr ärgerliches Hindernis, doch ihre verzweifelte Lage und Akis Magie lassen auch dieses Problem lösbar erscheinen, zumal Aki und Ikara keine verstaubten Moralvorstellungen dabei im Weg stehen, die Tatsache auszunutzen, dass Yanis sich auf den ersten Blick in die schöne Diebin verguckt hat.
  6. Wolf – Nachdem ein Brand in der Schmiede ihres Vaters die junge Ilka ihre langen blonden Haare und ihre Schönheit gekostet hat, versucht sie, vor den mitleidigen Blicken ihrer Familie und dem Ekel ihres Verlobten zu fliehen, indem sie Arbeit und eine neue Heimat auf der Burg Wergs Kuppe sucht, wo sie sich als Magd verdingen möchte. Dass Walter von den Schatten, der Berater des Königs selbst, Gefallen an ihr findet und sie als seine persönliche Gehilfin annimmt, ist eine große Ehre für sie, auch wenn man ihm nachsagt, ein finsterer Hexer zu sein, der mit dem Teufel im Bunde steht. Ilka gegenüber erweist er sich als freundlich genug, doch als sie sich schon nach wenigen Tagen zusammen mit ihm und einem wortkargen barbarischen Krieger, der am Hof mit einer Mischung aus Furcht und Abscheu „der Wolf“ genannt wird, in einer mörderischen Intrige zwischen einem Fürstentum und dem Königshaus wiederfindet, wünscht sie sich doch bald, ihre Flucht wäre ihr ein bisschen weniger gründlich gelungen.

Edit: Die Umfrage ist beendet am 10. Dezember 2011.

Zu den Regeln: Ihr habt mehrere Stimmen, und es gibt bis auf Weiteres keinen festen Zeitpunkt, zu dem die Umfrage endet. Wie ich schon schieb, dauert es sicher noch etwas, bis der nächste Roman beginnt. Ihr könnt euch also Zeit lassen.

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29 Responses to Einen hab‘ ich noch, einen hab‘ ich noch!

  1. Guinan sagt:

    7. Weil: Ist eigentlich egal, Hauptsache du schreibst was. Nimm das, was dir am Leichtesten fällt.
    Um mal so von mir auf andere zu schließen: Je mehr ich mich mit Arbeit zupacke, desto besser kann ich mich organisieren und desto mehr sinnvolle Ergebnisse kann ich produzieren. Funktioniert das bei dir vielleicht auch?

  2. Muriel sagt:

    @Guinan:

    Nimm das, was dir am Leichtesten fällt.

    Jessas, da hab ich schon explizit geschrieben, dass ich das eh kaum abschätzen kann, und dann trotzdem… Na gut, ich weiß ja, dass du es nett meinst. Danke!

    Funktioniert das bei dir vielleicht auch?

    Kann ich bisher nicht bestätigen.

  3. whynotveroni sagt:

    Juhuuuu, ein neuer Roman! *Muriel knuddel*

    Ich bin schon ein bisschen ungeduldig, da ich ja Gefallen nicht mochte, und daher der woechentliche Fortsetzungsroman schon so ein bisschen fehlte. Deshalb bin ich – richtig vermutet – auch gegen Auferstanden.

    Den Angelic Duties-Trailer fand ich sehr gelungen. Und ich mag’s, wenn du auf Englisch schreibst.

    Beim Bright Outlook-Trailer bin ich gespannt, wie das weitergeht, wo die Protagonistin eigentlich ist, und warum. Erinnert mich ein bisschen an das Portal-Setting.

    Yanis klingt nach interessanten Dialogen, aber ansonsten bin ich nicht sicher, ob der Plot selbst soviel Entwicklungs-Potential hat. Trotzdem ein Kreuzchen, dann finde ich es ja vielleicht heraus.

  4. Muriel sagt:

    @whynotveroni: Ja, ich würd mich freuen, wenn du beim neuen wieder dabei bist. Je mehr, desto lustiger.
    Bright Outlook ist auch (steht ja dabei) schamlos von Portal geklaut. Ich bin gespannt, ob ich trotzdem ohne ASHPD auskomme. Noch sieht es gut aus. (Und außerdem glaube ich sowieso, dass diese Portal-Rätsel sich in Romanform fürchterlich uninteressant lesen würden.)

  5. Ron sagt:

    Also kann ich davon ausgehen, dass auch Dein Tag bisher nur 24 Stunden hat. Mir geht es nämlich sehr ähnlich: eigentlich will ich schreiben (und sollte es auch), andererseits mache ich gerade wahnsinnig gerne Musik, arbeite nebenher auch noch (fast) täglich und dann will das gesamte Umfeld auch noch ab und zu mit einem sprechen. Ein böse Zwickmühle!

    Umso toller finde ich es, dass Du Dir dann noch eine Geschichte zutraust. Ich habe mal für „Wolf“ gestimmt, könnte mir aber auch „Die Hand zur Faust geballt“ gut vorstellen.

  6. Muriel sagt:

    @Ron: Ja, das Problem hab ich auch. Und dabei mache ich nicht mal Musik. Na gut, dafür will mit mir kaum jemand reden.
    Danke für deine Stimme!

  7. malefue sagt:

    zusätzlich muss muriel auch noch einen text über „spiritualität“ schreiben.
    hab ich grad beschlossen.

  8. Muriel sagt:

    @Malefue: Wird gemacht. Liest du dann wenigstens aktiv beim nächsten Fortsetzungsroman mit, oder bist du nur hier, weil du keinen besseren Wünsch-dir-was-Thread gefunden hast?

  9. malefue sagt:

    beides.
    ich bin für 3. einen genauen grund kann ich allerdings nicht nennen, die scheinen alle potenzial für gute geschichten haben. ich vertrau dir da.

  10. Wenn Bright Outlook nicht gewinnt, wird mein Vertrauen in die Demokratie für immer erschüttert sein. Naja. Also wenigstens ne volle Stunde… Also… Bright Outlook!

  11. Muriel sagt:

    @attentive observer: Jetzt will ich aber auch wissen, warum.
    Überhaupt könnte hier kontroverser diskutiert werden. Demokratie lebt schließlich vom Wettstreit der Ideen.

  12. Robroy sagt:

    Ich fände einen neuen Fortsetzungsroman super, ich mag deinen Schreibstil. Ich bin für „Angelic Duties“ oder „Bright Outlook“, die klingen beide sehr gut. „Auferstanden“ wäre nichts für mich, da ich bei „Gefallen“ recht früh ausgestiegen bin (war aus irgendeinem Grund sehr schwer für mich, der Geschichte zu folgen).

  13. Muriel sagt:

    @Robroy: Das ging ja anscheinend allen so. Lag also wohl nicht an dir.

  14. Guinan sagt:

    @Muriel: „Jessas, da hab ich schon explizit geschrieben, dass ich das eh kaum abschätzen kann, und dann trotzdem… “
    Upps, da hätte ich mir wohl doch die Zeit nehmen sollen, den Text komplett zu lesen 😀
    Jetzt aber.
    Wolf klingt vom Plot her irgendwie so nach Liebe, Lust und Leidenschaft, eine Frau zwischen zwei Männern. Wäre mal interessant, ob du das kannst und wie du das löst.

  15. Muriel sagt:

    @Guinan: Ich enttäusche dich nur ungerne, aber wenn du sowas willst, bist du bei Yanis wohl besser aufgehoben.
    Der Wolf ist… nicht so der Typ für Liebe, Lust und Leidenschaft.

  16. Guinan sagt:

    @Muriel: Nicht der Typ? Die Beschreibung klingt so ganz nach den genretypische Klappentexten.

  17. Muriel sagt:

    @Guinan: Ich weiß, was du meinst, aber Walter ist nicht Ilkas Typ, und der Wolf ist ungefähr so romantisch und leidenschaftlich wie ein Schlachterbeil.
    Nicht, dass ich dir die Geschichte ausreden will. Es täte mir nur Leid, falsche Erwartungen geweckt zu haben.

  18. Guinan sagt:

    Ich nehme eh was kommt, ganz egal. Notfalls kann man die Geschichte ja sanft in die richtige Richtung drücken.
    Obwohl, das funktioniert ja nur bedingt. Ich erinnere mal vorsichtig an eine noch ausstehende Duschszene…

  19. Muriel sagt:

    Vielleicht in Auferstanden.
    Und irgendwie stimmt es mich gerade ein bisschen wehmütig, dass du Unter Umständen nie erfahren wirst, warum ich das mit einem breiten Grinsen getippt habe.

  20. Guinan sagt:

    Hey, unfair!

  21. madove sagt:

    Ich will alles und zwar sofort.
    Weil ich nicht wollte, daß Gefallen aufhört, hat Auferstanden natürlich was, aber ich hätte auch nichts gegen Liebe&L&L, dann aber aufgrund persönlicher Präferenzen auch mit Männern drin, das spricht wohl nicht so für Yanis.
    Angelic Duties klingt auch toll, aber wenn die nicht so viel reden… ich schätze doch insbesondere Deine Dialoge…? Wobei es Selbstgespräche auch tun 😉
    Hm.
    Ich geb mich da vertrauensvoll in Deine Hände.

    P.S. Dusch-Sze-Ne! Dusch-Sze-Ne!

  22. Muriel sagt:

    Ein weiterer Vorteil ausführlicherer Auswahlbegründungen ist natürlich auch, dass ich dazu dann Stellung nehmen kann.
    Wer gerne Liebe mit Männerbeteiligung hätte, ist bei dieser Auswahl schon ein bisschen gekniffen. Yanis hat das ein bisschen, und bei Angelic Duties rechne ich auch damit.
    Dass die Engel normalerweise schweigsam sind, lässt keine Rückschlüsse auf generelle Dialogarmut zu. II Lacrimosa ist kein Schweigeorden.

  23. madove sagt:

    Okay, dann bin ich für Angelic Duties. Und alles andere.

  24. Andi sagt:

    Ich weiß nicht, ob meine Meinung noch von Belang ist, aber das ist mir grad egal. Da du mir von Yanis schon viel erzählt hast, bin ich natürlich eindeutig für Yanis. Da ich mehrere Stimmen habe und die nicht verschenken möchte, würde ich mich noch zu einem „Jaaaaa“ für dieses Outlook (ich kann mir Titel so schlecht merken) hinreißen lassen.

  25. Muriel sagt:

    @Andi: Deine Meinung ist immer von Belang. Na gut. Jede Meinung ist hier von Belang. Außer… Na gut, ich will das nicht überdifferenzieren.
    Was ich eigentlich sagen will: Schön, mal wieder von dir zu hören. Zurzeit geht die Tendenz übrigens gefühlt dahin, dass Bright Outlook nicht besonders lang wird. Dauert also wahrscheinlich nicht lange bis zur nächsten Chance, abzustimmen.

  26. Andi sagt:

    Es kommt nicht auf die Länge an. Nur auf die Qualität. 🙂

  27. Muriel sagt:

    Ich sag ja nur.

  28. […] malefue mich bat anwies, einen Artikel über Spiritualität zu schreiben, war ich zunächst sehr einverstanden. Dann wurde mir klar, wie wenig es eigentlich dazu zu […]

  29. […] wie im richtigen Leben. Aber es nützt ja nichts, das Ergebnis der Leserbefragung ist diesmal wirklich eindeutig, und ich will auch nicht behaupten, ich würde die Geschichte bisher nicht gerne schreiben. Im […]

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