Offensichtlicher Blödsinn

Bei dem Unternehmen Bayer Healthcare AG werden auch in Zukunft Außendienstmitarbeiter, die auf blonde Frauen mit Sommersprossen stehen, grundsätzlich nicht mit ihren Partnerinnen gemeinsam ihren Dienstwagen nutzen dürfen.

Widernatürlich und schöpfungswidrig: Sommersprossen

Alle vier Gesprächskreise des Pharmakonzerns kündigten am Dienstag in Leverkusen an, diesen Grundsatz nicht anzutasten und lediglich in Einzelfällen blonden, sommersprossigen Paaren das gemeinsame Fahren im Firmenfahrzeug zu eröffnen.

Am kritischsten zur gegenwärtigen Regelung äußerte sich der liberale Gesprächskreis «Offene Bayer AG». Dessen Voristzende Sabine Kreisker sprach sich für die Gleichbehandlung solcher Paare und die grundsätzliche Öffnung der Dienstwagen für diese Personengruppe aus. «Schweren Herzens» sei man aber bereit, im Interesse der betroffenen Außendienstmitarbeiter an der bisherigen Einzelfallregelung festzuhalten, sofern sie rechtssicher als Betriebsvereinbarung oder in einem Tarifvertrag festgeschrieben werde.

Hans Winter vom konservativen Gesprächskreis «Lebendige Bayer AG» wies darauf hin, dass er mal ein altes Buch gelesen habe, das die Zuneigung zu blonden Frauen mit Sommersprossen durchgängig negativ bewerte. Derartige Paare im Dienstwagen könnten keine betrieblich legitimierte Praxis sein. Winter warb dafür, dass die Bayer AG auch arbeitsmedizinische Initiativen für Menschen unterstützt, die ihre Neigung zu blonden, sommersprossigen Frauen nicht ausleben wollten.

Abteilungsleiter Heinz Gosen von der als gemäßigt geltenden Gruppierung «CSR und Bayer» sagte: «Es geht, wenn es im Betrieb geht.» Man stehe voll und ganz hinter dem Leitbild Familie im Dienstwagen, das werde auch auf Dauer so bleiben. Deshalb könne nur wie bisher im Einzelfall ausgelotet werden, welcher Handlungsspielraum für Mitarbeiter mit vorliebe für blonde Haare und Sommersprossen bestehe.

Karl Franz von der sich als Reformbewegung verstehenden «Bayer AG für morgen» sprach sich ebenfalls für die Einzelfallregelung aus. Diese sei «kein betriebswirtschaftlicher, sondern ein politischer Kompromiss». Da gelebte Liebe zu blonden Frauen mit Sommersprossen von den Kunden der Bayer AG unterschiedlich beurteilt werde, setze man sich für eine Regelung ein, die bei möglichst vielen Menschen Akzeptanz finde.

(Quelle: epd)

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10 Responses to Offensichtlicher Blödsinn

  1. Frau.Meer sagt:

    Danke für das erste Lächeln des Tages! Wegen solcher Beiträge komme ich immer wieder gern her.

  2. Muriel sagt:

    Das muss aber ein doofer Tag gewesen sein.
    Oder lebst du in einer anderen Zeitzone?

  3. Daniel sagt:

    Grundsätzlich bin ich natürlich auf der Seite von Bayer, normale Menschen müssen vor der Propaganda der Blondperversen geschützt werden!

    Vor allem Kinder müssen außerdem vor der öffentlichen Zurschaustellung der Blondperversen geschützt werden, durch die sie verwirrt und ihre DNA in Richtung unnormaler Haarfarben verdreht wird. Deshalb fordere ich: Kopftücher für die Blondperversen!

  4. Thomas sagt:

    Das bringt den Irrsinn sehr schön auf den Punkt!
    Ich frage mich allerdings bei solchen Dingen immer, ob man sich als glücklicher Heide über innerkirchliche Diskriminierungen empören muß oder nicht? Letztlich erscheint es mir immer wieder wie eine Diskussion über den Eierbecher, in dem das faule Ei serviert werden soll…

  5. TakeFive sagt:

    Früher! Jaa da war das Verboten, das mit den Sommersprossen! Igittigitt. Wenn das immernoch verboten wäre, dann wären die Verbrecher!
    Und denkt eigentlich mal irgendwer an die Kiiinder?!

  6. TakeFive sagt:

    Holla da hat tatsächlich schon wer an die Kinder gedacht.

  7. whynotveroni sagt:

    Naja, so albern und ungerecht das sein mag, so verstehe ich den Beweggrund dahinter schon. Bayer Healthcare ist ja eine Firma, die einen grossen Teil ihres Umsatzes aus Kosmetika und insbesondere im asiatischen Raum Hautbleichungs- und Verschoenerungsmitteln bezieht. Wenn also jemand jetzt ein Foto von einem sommersprossigen Paar in einem Auto mit Bayer-Logo darauf macht und auf google+, facebook, na-lach-schon oder so stellt, dann ist das insbesondere fuer die aeltere, „vornehme“ Generation von Firmenvorstand ein Skandal.

    Ich glaube echt, dass das eine Generationsfrage ist. Ich selbst wuerde sowas eher als Werbung und gute Publicity fuer die Firma auffassen, denn der Name wird ja abgebildet, und man muss darueber schmunzeln, es bleibt also in Erinnerung. Aber es gibt auch Leute, die sind der Meinung, so etwas sei nicht serioes und kratzt daher am ernsthaften, serioesen Image einer Firma.

    Firmenpolitik ist halt „serious business“.

    (Es wird ja auch nicht gern gesehen, wenn ich in unserer Kantine meine Schluesselanhaenger-Ente aus der Hose haengen lasse, oder wenn manche Kollegen im Sommer mit Birkenstock-Sandalen essen gehen, denn da laufen ja auch Kunden herum… Und die koennten dann ja meinen, wenn die Software-Entwickler nicht im Anzug Mittag essen gehen, taugen die Produkte der Firma nichts. Oder so. … Ich versteh die Argumentationslinie auch nicht richtig…)

  8. whynotveroni sagt:

    Hast du zu dem Artikel noch mal ’nen Link als Referenz? Ich kann die Originalmeldung nirgends finden, und dein epd-Link verweist nur auf deren Hauptseite…

  9. Muriel sagt:

    @whynotveroni: Merkwürdig. Wenn ich drauf klicke, komme ich zu der Meldung „Württemberg: Pfarrhäuser bleiben für Homo-Paare zu“.
    Ich kann den Link aber gerne noch mal hier anbieten:
    http://www.evangelisch.de/themen/religion/w%C3%BCrttemberg-pfarrh%C3%A4user-bleiben-f%C3%BCr-homo-paare-zu52275

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