Bright Outlook (1)

Oh Jungejunge.

Vielleicht habe ich das schon mal gesagt, aber dann sag ich’s eben wieder: Ich glaube, ich war noch nie so unsicher mit einem Projekt hier im Blog. Das liegt gar nicht so sehr daran, dass dies mein erste interaktiver Fortsetzungsroman wird. Das macht mir keine Sorgen. Erstens, weil ich damit rechne, dass eure Anweisungen die Sache eher interessanter und unterhaltsamer machen als wirklich anstrengender und zweitens (Wir sind ja schließlich Skeptiker hier, deswegen versuche ich gar nicht, euch da was vorzumachen.), weil ich natürlich die Fragen so stellen kann und werde, dass mir keine zu unangenehmen Überraschungen ins Haus stehen. Ich denke, Letzteres ist in unser aller gemeinsamem Interesse, auch wenn es das Experiment vielleicht ein paar Avantgarde-Punkte kostet.

Nein, meine Nervosität liegt eher darin, dass ich bisher bei jedem Fortsetzungsroman wenigstens eine ungefähre Vorstellung vom Plot hatte, und davon, wohin er uns führen soll, und wie lang er wird. Die habe ich manchmal beim Schreiben über Bord geworfen, nicht immer mit besten Resultaten (*Räusper*Menschenähnlich*Hust*), aber ich hatte sie immerhin. Diesmal nicht. (Sollte ich das gleiche schon mal behauptet haben, war das wahrscheinlich gelogen. Oder ich lüge jetzt. Weiß ich selbst nicht mal so genau.) Und so führt der Pfad der Zweifel dann vielleicht doch wieder zurück zur Interaktivität, denn wenn die nicht wäre, würde es sich ja lohnen, eine solche ungefähre Vorstellung zu entwickeln. Ich habe mich aber dagegen entschieden, um uns allen ein bisschen mehr von der offensichtlichen Illusion von Freiheit zu lassen, ungefähr wie im richtigen Leben. Aber es nützt ja nichts, das Ergebnis der Leserbefragung ist diesmal wirklich eindeutig, und ich will auch nicht behaupten, ich würde die Geschichte bisher nicht gerne schreiben. Im Gegenteil.

Viel Spaß mit dem ersten Kapitel von „Bright Outlook“. Einige von euch kennen ja den Anfang schon, aber erstens haben sich, denke ich, einige Details geändert, außerdem ist dieses erste Kapitel länger als der Teaser. Es lohnt sich also für alle, es ganz zu lesen.

Los geht’s.

Was bisher geschah

Nichts.

Wer die weiteren Kapitel lesen will, wird auf der Geschichten-Seite fündig und kann sich auch gleich über eine Übersicht aller anderen hier erschienenen Fortsetzungsromane und Novellen freuen. Alternativ zeigt ein Klick auf den „Bright Outlook“-Tag alle bereits veröffentlichten Kapitel.

Was heute geschieht

Zuerst wunderte Claire sich nur, dass ihr Wecker nicht geklingelt hatte. Dann darüber, dass ihre Füße so sehr froren, und über das grelle Licht, und über… den… kalten Beton, auf dem sie lag?

Claire öffnete ihre Augen, strich ihre langen roten Haare aus ihrem Gesicht und setzte sich mühsam auf.

Ihr Kinn wäre bis auf Hüfthöhe herabgefallen, wenn ihre Ligamente das zugelassen hätten.

Was in…?

Sie lag – oder saß, jetzt saß sie ja, aber sie hatte gelegen – tatsächlich auf kaltem Betonboden, in einem kalten länglichen quaderförmigen Raum mit nackten Betonwänden, vollkommen leer abgesehen von den nackten Leuchtstoffröhren,  einer Überwachungskamera und einer stählernen Tür ohne Griff.

Und natürlich den vier anderen Menschen, die in dem Raum verstreut um sie herum lagen und noch zu schlafen schienen.

Claire rappelte sich mühsam auf und stand schwankend mit ausgestreckten Armen da, bis sie schließlich aufgab und sich schwer gegen die Wand fallen ließ, um sich abzustützen.

Ihre Gliedmaßen fühlte sich schwer an, ihr war schwindlig, und ihre Gedanken waren… träge.

Aber nicht so träge, dass ihr nicht klar war, dass ihre Entführer sie unter Drogen gesetzt haben musste. Wie sonst hätte man sie auch hier in diesen Keller verschleppen können, ohne dass sie es merkte?

Sie blickte an sich herab. Sie hatten sie umgezogen. Genau wie ihre vier Mitbewohner trug sie einen grauen Overall aus einem sehr rauen, steifen Material, den es anscheinend nur in einer Größe gab – viel zu groß. Immerhin war er dick genug, dass sie nicht fror. Dafür konnte sie ihre Füße kaum noch spüren, denn sie trug keine Schuhe.

Claire spürte, dass sie keine Unterwäsche trug, und der Gedanke ließ sie erschaudern. Weniger, weil der sackähnliche Stoff des Overalls unangenehm scheuerte, als weil sie sich fragte, wer sie ausgezogen hatte, und was er sonst noch mit ihr angestellt haben konnte.

Hatten sie sie nach Waffen durchsucht? Nach Drogen? Wo zur Hölle war sie überhaupt? War das hier ein Traum?

Oh, Himmel, hoffentlich war es ein Traum.

Und wenn sie länger hier bleiben musste, ohne ihre Tasche, wie würde sie… naja, darüber konnte sie auch später noch nachdenken.

Sie betrachtete die vier bewusstlosen Menschen, mit denen sie ihr Gefängnis teilte.

Einer von ihnen lag auf dem Bauch, ein riesiger Baum von einem Mann, dessen Schultern ungefähr so breit schienen wie Claire selbst hoch war. Ansonsten konnte sie von ihm nicht viel mehr erkennen, dass er seine dunkelblonden Haare in einem militärischen Bürstenschnitt trug.

Claire staunte, dass ihre Entführer sogar für ihn einen Overall gefunden hatten, der ihm zu groß war.

Auf seiner Seite, halb zusammengerollt, lag ein ungefähr sechsjähriger Junge mit einem Daumen im Mund.

Claire empfand für diese Angewohnheit einen nicht ganz rational begründbaren Ekel und war froh, dass ihre eigenen Kinder sie nie entwickelt hatten.

Nebeneinander wie ein altes Ehepaar saß ein bestimmt sechzigjähriger schlanker schwarzer Mann mit einem akkurat gestutzten Vollbart und ein zierliches, sehr blasses Mädchen, das Claire auf nicht viel älter als achtzehn schätzte. Es trug so viel Metall in seinem rechten Ohr, dass es aussah wie das Opfer eines Schrotflintenstreifschusses, und aus seinem natürlich viel zu großen Overall rankte sich eine Tätowierung den Hals hinauf bis zum linken Ohr. Es trug seine Haare in einem langen Pferdeschwanz, aber die Seiten waren mit der Maschine kurzgeschoren. Claire fand es scheußlich, aber es passte irgendwie zum Gesamtbild.

Claire vernahm ein leises Klicken und sah, dass die Tür langsam aufschwang, nur einen Spaltbreit.

Ein elektronisches Knacken erklang.

„Die Bright Outlook Laboratorien heißen Sie in dieser Versuchsanordnung willkommen und bedanken sich bei Ihnen für Ihre Bereitschaft, sich uns freiwillig als Versuchspersonen zur Verfügung zu stellen.“ Claire zuckte zusammen, als sie die helle mädchenhafte Stimme hörte, und sah sich reflexartig nach ihrer Quelle um. Natürlich war niemand im Raum, und dem Klang nach kamen die Worte aus einem Lautsprecher irgendwo in der Nähe der Kamera. „Die Bright Outlook Laboratorien weisen Sie darauf hin, dass es keinen Grund zur Besorgnis darstellt, wenn Sie sich nicht erinnern können, das Teilnahmeformular unterzeichnet zu haben. Es handelt sich dabei um eine regelmäßig auftretende Nebenwirkung der Psychopharmaka, die wir Ihnen verabreicht haben, damit Sie das Teilnahmeformular unterzeichnen. Die unterzeichneten Teilnahmeformulare liegen mir vor und können von Ihnen nach Abschluss der Tests eingesehen werden.“ Die Stimme klang ein wenig monoton, als würde die Sprecherin etwas vom Blatt ablesen. „Die Bright Outlook Laboratorien weisen Sie darauf hin, dass als weitere regelmäßig auftretende Nebenwirkungen… Oh.“ Die Stimme verstummte für einige Sekunden mit einem leisen Knacken, dann knackte es wieder und die Stimme kehrte zurück, diesmal deutlich weniger monoton: „Oh, Entschuldi- ich meine, tut mir Leid, bitte vergessen Sie das. Das… Das sollte ich ja erst sagen, wenn alle wach sind. Und… Könnten Sie bitte die Tür wieder schließen? Einfach vorsichtig zuziehen, bis der… na, dieses Ding da einrastet, Sie wissen schon, was ich meine. Das Schloss.“

Claire ging auf die Kamera zu und stellte sich direkt davor auf.

„Wo bin ich?“ fragte sie. „Und wer sind Sie? Sie haben kein Recht, uns hier festzuhalten! Lassen Sie uns gehen!“

Nach einem kurzen papierenen Knistern antwortete die Stimme in demselben Vorleseton wie am Anfang, nur etwas hastiger: „Ich weise Sie darauf hin, dass ich aufgrund der von den Bright Outlook Laboratorien vorgegebenen Versuchs…“ Sie stockte kurz „Versuchspama… Parametern, so, aufgrund der Versuchsparameter nicht hören kann, was Sie sagen. Die Versuchsparameter schließen eine Kommunikation von Ihnen zu der der… Ach!“ Ein entnervtes lautes Ausatmen. „Zu der den Versuch überwachenden Person, so, aus. Wir bitten um Ihr Verständnis.“

„Ich habe mich für gar nichts freiwillig bereit erklärt!“ rief Claire. „Lassen Sie mich gehen!“ Sie wedelte mit den Händen in einem Versuch, ihren Freiheitsdrang durch Gesten zum Ausdruck zu bringen. Sie fürchtete, dass es nicht besonders gut gelang, aber wie schwer konnte es sein, zu erraten, was sie wollte?

Sie hatte gerade beschlossen, es aufzugeben und einfach zu schauen, ob die Tür vielleicht nach draußen führte, als die mädchenhafte Stimme wieder sprach:

„Sie haben als Bestandteil des Teilnahmeformulars auch erklärt, dass Sie im Laufe des Versuchs allen Anweisungen der Mitarbeiter der Bright Outlook Laboratorien Folge leisten werden. Ich weise Sie darauf hin, dass bei wiederholtem Nichtbefolgen meiner Anweisungen der Versuch möglicherweise abgebrochen werden muss, was bedeutet, dass die Gutschrift Ihrer Versuchspersonenstunden entfällt.“ Nach einer Pause fügte die Stimme hastig und offenbar mit eigenen Worten hinzu: „Außerdem werden Sie wahrscheinlich getötet. Ich glaube, das steht auch irgendwo hier in dem Formular. Moment…“ Papier raschelte. Gemurmel: „Haftungsfreizeichnung, Erklärung zum Gesundheitszustand, Versicherung der Zurechnungs… Ah, hier! Ja, das steht hier, Sie willigen ein, getötet zu werden, wenn der Versuch aufgrund Ihres eigenen Verschuldens nicht entsprechend den von den Bright Outlook Laboratorien vorgegebenen Parametern durchgeführt werden kann. Machen Sie jetzt bitte die Tür wieder zu, bevor die anderen aufwachen? Und bitte erzählen Sie niemandem von dieser Sache, ja? Tut mir echt Leid. Es wäre total nett, wenn Sie das nachher auf dem Evaluationsbogen auch nicht erwähnen würden. Ich bin neu hier. Bin noch in der Probezeit.“

Nachdem sie damit fertig war, die Kamera fassungslos anzustarren, ging Claire zu der Tür, schob sie ein Stück weiter auf und spähte in den dahinterliegenden Raum.

Er sah ziemlich genauso aus wie der, in dem sie sich schon befand, mit der Ausnahme, dass sich neben der verschlossenen Tür am anderen Ende ein Zahlenfeld befand, wie um einen Code einzugeben.

Die Stimme hatte gesagt, sie würde getötet werden. Vielleicht wäre es doch besser… Nein, Unsinn! Sie würde sich nicht von einem dummen Streich ins Bockshorn jagen lassen.

Claire tat einen vorsichtigen Schritt in den Raum hinein, blieb stehen und betrachtete nachdenklich das Zahlenfeld.

Dummer Streich? Wie plausibel war es, dass jemand sich für einen dummen Streich solche Mühe machen würde?

Andererseits: Wie plausibel waren die denkbaren Alternativen?

Der versteckte Lautsprecher knackte wieder, und Claire hörte ein leises Räuspern von der jungen Frau am anderen Ende.

„Herzlichen Glückwunsch!“ sagte sie mit nicht ganz überzeugend aufgesetzter Fröhlichkeit. „Damit ist die erste Stufe des Versuchs abgeschlossen. Ich weise Sie darauf hin, dass meine Drohung, Sie zu töten, Bestandteil des Versuchs war. Selbstverständlich war das nicht… Ähm, nicht ernst gemeint. Den Bright Outlook Laboratorien liegt das Wohlergehen aller Versuchsteilnehmer sehr am Herzen. Bitte schließen Sie nun die Tür und warten Sie, bis die übrigen Teilnehmer aufwachen, damit wir den Versuch fortsetzen können. Ich weise Sie darauf hin, dass die Höhe Ihrer Teilnahmeentschädigung von Ihrer erzielten Punktzahl abhängt, und dass ich befugt bin, Ihnen für das Nichtbefolgen von Anweisungen Punkte abzuziehen.“

Claire blieb einfach stehen. Sie wollte keine verdammten Punkte, und sie wollte keine Entschädigung. Sie wollte aufwachen. Sie wollte raus hier. Sie wollte nach Hause. Sie wollte, dass dieser Wahnsinn aufhörte. Jetzt. Sofort. Bitte! Oh, Gott, bitte!

„Sie sehen doch, dass es keinen Sinn hat“, sagte die Stimme aus dem versteckten Lautsprecher. Ihr vernünftig beruhigender Tonfall verdeckte die darunter liegende Panik genauso schlecht wie die Fröhlichkeit vorhin. „Aus dem anderen Raum kommen Sie auch erst raus, wenn ich Ihnen sage, wie. Bitte machen Sie einfach die Tür wieder zu.“

Claire stand einfach nur da und versuchte, eine Entscheidung zu treffen. Nur… Wie?

„Bitte… schließen Sie die Tür, bevor die anderen aufwachen. Ich mach sie dann doch sowieso gleich wieder auf!“

Claire seufzte, trat zurück und zog die Tür ins Schloss. Wahrscheinlich hatte es wenig Sinn, die einzige Person, die zumindest ein bisschen Kontrolle über ihr Schicksal zu haben schien, gleich zu Anfang gegen sich aufzubringen.

Ein erleichtertes Ausatmen erklang aus dem Lautsprecher. „Danke!“ stieß die Stimme hervor, bevor ein erneutes leises Knacken davon zeugte, dass sie die Verbindung unterbrochen hatte.

***************************************

„Ohhh… Was… Wo…? Ahh…“

Mit Sorge sah Claire zu, wie der riesige Typ erwachte. Er schüttelte seinen Kopf und richtete sich soweit auf, dass er kniete, die Ellenbogen auf den Boden gestützt.

„Was zum…?“

Claire war eigentlich weder besonders misstrauisch gegenüber Fremden, noch war sie eine dieser Frauen, die nachts nicht alleine auf die Straße gingen.

Aber jetzt gerade war sie sich doch ziemlich bewusst, dass absolut niemand sie beschützen wurde, falls dieser Riese beschloss, dass er sie nicht leiden konnte. Oder dass er sie viel zu sehr leiden konnte.

Nicht, dass es besonders viel zu sehen gab, das ihn hätte in Versuchung führen können. Claire hielt sich selbst für ziemlich hübsch, ihr Körper hatte die zwei Schwangerschaften gut überstanden, aber unter dem Overall hätte sie genausogut Roseanne Barr sein können, ohne dass es von außen erkennbar gewesen wäre. Immerhin.

Sie wusste überhaupt nicht, wo der Gedanke herkam. Vielleicht lag es einfach an seiner beängstigenden Größe. Er sah aus, als könnte er mit einer Hand ihre Taille umfassen und dann wie King Kong mit ihr das Empire State Building raufklettern.

Überlebte die Blondine in dem Film eigentlich?

Claire mochte keine alten Filme, und Peter Jackson konnte sie nicht ausstehen, deswegen hatte sie King Kong nie ganz gesehen.

Vielleicht lag es auch an der Umgebung, in der sie sich befand. Die nackten Leuchtstoffröhren, die kalten rauen Betonwände: Das alles erinnerte sie an ein Gefängnis, an Verbrecher, an den Zusammenbruch von Zivilisation und Ordnung.

Auch die Kamera, die ihr vielleicht so etwas wie ein Gefühl von Sicherheit hätte vermitteln können, wirkte eher als ein weiteres schlechtes Zeichen. Ein voyeuristisches Werkzeug der Ungeheuer, die sie entführt, betäubt und hier eingesperrt hatten.

Von dem Mädchen, das sie überwachte, war gewiss keine Hilfe zu erwarten. Was hatte sie gesagt? Die Versuchsparameter sahen keine Kommunikation von den Testpersonen zum Versuchsleiter vor. Oder so ähnlich.

„Was… ist das hier?“

Der Riese hatte sich inzwischen in eine sitzende Haltung aufgerichtet und sah sich blinzelnd in dem kleinen Raum um, in dem er zusammen mit Claire und den drei anderen eingesperrt war.

Vielleicht grübelte sie sich einfach nur selbst in eine völlig sinnlose Angst auf der Basis dummer Vorurteile. Nur weil er groß und stark war, musste er nicht gefährlich sein, oder? John Coffey war ein echt guter Typ.

Claire ging zu ihm und kniete sich neben ihn.

„Geht es Ihnen gut?“ fragte sie.

Er blinzelte sie verwirrt an.

„Ja“, antwortete er. „Ja, alles in Ordnung.“

Er sprach mit einem leichten russischen Akzent. Noch etwas, was ihr ein schlechtes Gefühl gab. Noch ein dummes Vorurteil.

„Wo sind wir?“ fragte er. „Was ist das hier?“

„Ich weiß es auch nicht genau“, antwortete sie. „Ich-“

„Ephram?“ brüllte er plötzlich.

Claire zuckte erschrocken zurück, verlor das Gleichgewicht, ruderte mit den Armen und fiel in einer Zurschaustellung lächerlicher Ungeschicklichkeit auf ihren Hintern.

„Ephram, steckst du hinter der Scheiße hier?“ Er stand auf, breitete die Arme aus und drehte sich im Kreis. „Ich hab dir gesagt, dass ich Philippa nicht angerührt habe, du dämlicher Drecksack! Deine Scheißfreundin ist so hässlich, die würd ich nicht mal anrühren, wenn sie aus Lebkuchen wäre, also lass mich hier raus, du…“

Seine tiefe dröhnende Stimme war zum Ende hin immer leiser geworden und verstummte nun ganz. Er hatte auch aufgehört sich zu drehen und blickte in Richtung der Kamera.

Er schüttelte wieder den Kopf und stieß einen tiefen, grunzenden Laut aus, der wahrscheinlich Unzufriedenheit ausdrücken sollte.

Dann drehte er sich zur Tür um, nahm Anlauf und rannte dagegen, wie die Leute in den Filmen.

„Nein!“ rief Claire ihm zu, „Vorsicht, Sie-“

Zu spät. Seine Schulter prallte mit einem gewaltigen Rums gegen die Tür. Claire erinnerte sich noch gut daran, wie es sich angefühlt hatte, die Tür zu schließen. Sie war vielleicht nicht aus massivem Stahl, aber sie war jedenfalls sehr, sehr schwer und sehr, sehr hart.

Der Riese saß ungefähr zwei Sekunden lang vor der Tür, offenbar verwirrt davon, dass etwas ihn aufgehalten hatte. Wahrscheinlich war er das nicht gewohnt.

„Ich glaube, das hat keinen Sinn“, sagte Claire.

„Wenn ich deine Meinung hören will, frag ich danach.“

Er sagte das nicht in besonders grobem Ton, sondern ganz ruhig und sachlich, eine simple Feststellung.

Okay.

„Entschuldigung.“

Moment. Warum hatte sie sich entschuldigt? Wofür? Sie hatte es doch gut gemeint. Bloß weil er sie zwischen zwei Fingern zerquetschen konnte, musste sie nicht unterwürfig werden, oder? Solchen Leuten gegenüber durfte man keine Schwäche zeigen, sonst…

Naja. Sonst… glaubten sie wahrscheinlich erst recht, dass sie einfach ungestraft auf einem rumtrampeln konnten.

Er stand wieder auf und nahm noch einmal Anlauf.

„Dahinter ist sowieso nur noch so ein Raum und noch so eine Tür“, sagte Claire.

Er hielt inne.

„Was?“

Sie zögerte. Vielleicht hatte er sie wirklich nicht verstanden. Aber wenn sie jetzt noch einmal wiederholte, was sie gesagt hatte, und er das aber gar nicht so gemeint hatte, dann würde er das vielleicht als Beleidigung auffassen.

„Naja, ich…“

„Woher weißt du das?“

Oh nein.

Er betrachtete sie mit eng zusammengekniffenen Augen und kam auf sie zu. Er musste nichts weiter tun, um diese simple Bewegung äußerst bedrohlich aussehen zu lassen.

Sie sprang auf und wich zurück, bis sie mit dem Rücken gegen die Wand stieß. Sie konnte nicht anders. Sie wollte ganz ruhig sitzen bleiben und ihm zeigen, dass sie sich nicht einschüchtern ließ, aber es ging einfach nicht.

„Ich hab… Vorhin, als ich wach war, hat… Da war…“ stammelte sie, während ihre Gedanken rasten, aber leider nicht in eine bestimmte Richtung, sondern alle durcheinander. Es war doch eigentlich ganz einfach. Die Entführer hatten versehentlich ihre Zellentür geöffnet, und Claire hatte sie wieder geschlossen.

Hm. Vielleicht war es doch nicht so einfach zu erklären.

Sie warf einen flehentlichen Blick in Richtung der Kamera, obwohl sie natürlich keine Ahnung hatte, was sie von dem Mädchen erwartete, dessen Stimme sie vorhin gehört hatte.

Hatte sie sie überhaupt wirklich gehört? Oder war das vielleicht nur eine andere Nebenwirkung der Drogen gewesen? Claire kam alles hier so surreal vor, dass sie sich wirklich nicht sicher war.

Ob real oder nicht, das Mädchen unternahm nichts, um ihr zu helfen. Sie hatte sich offenbar vorgenommen, sich an ihre Anweisungen zu halten und erst wieder zu ihnen zu sprechen, wenn alle wach waren.

Zählten Tote wohl als wach?

Der Russe blieb kurz vor Claire stehen und blickte auf sie herab. Immerhin fasste er sie nicht an. Er starrte einfach nur.

„Ich hab dich gefragt, woher du das weißt.“

Sein Akzent wurde anscheinend ein bisschen deutlicher, wenn er wütend wurde.

Mach weiter, Claire, wenn du ihn dazu bringst, die Kontrolle zu verlieren, dann macht er vielleicht einen entscheidenden Fehler. So einen Fehler wie dir den Kopf abzubeißen, bevor du seine Frage beantworten konntest.

Claire beschloss, dass sie ganz sicher nicht so weiter machen sollte wie bisher.

„Ich… Ich war als Erste wach, und die Tür war auf, aber eine Stimme aus dem Lautsprecher hat gesagt, ich soll sie wieder schließen, sonst werden wir alle getötet, und dass sie die Tür wieder öffnen würde, wenn alle hier drin wach sind, und deswegen hab ich die Tür zugemacht, weil sowieso nur noch so ein Raum und noch so eine Tür dahinter waren“, sprudelte sie hervor, so schnell, dass er wahrscheinlich nur die Hälfte verstand. Nein. Weniger. Sie hatte selbst nur knapp die Hälfte verstanden. „Es tut mir Leid!“ fügte sie hinzu. Warum war sie so außer Atem? Sie hatte doch gar nichts Anstrengendes gemacht. Ihr Herz schlug buchstäblich in ihrem Hals. Sie hatte immer gedacht, das wäre nur so eine Redewendung. „Ich dachte… Es klang, als würde sie’s ernst meinen, und ich dachte… Ich…“

Er verdrehte die Augen, schüttelte den Kopf und drehte sich wieder um.

Er ließ sich schwer gegen eine der Wände fallen und daran herabgleiten.

„Wundervoll“, stöhnte er, während er sich die Schulter rieb. „Einfach wundervoll. Dumme Schlampe.“

Claire nahm aus den Augenwinkeln eine Bewegung war, und ihr Blick zuckte zu der jungen Frau mit den Piercings im Ohr. Sie schien noch zu schlafen. Oder hatte Claire gerade gesehen, wie sie schnell wieder ihre Augen geschlossen hatte?

Sie wollte gerade aufstehen und zu ihr gehen, als der bärtige ältere Mann sich plötzlich kerzengerade aufsetzte und einen lauten spitzen Schrei ausstieß.

[Mehr? Gibt’s hier und hier.]

Lesegruppenfragen

  1. Könnt ihr Claires Angst vor dem großen Russen nachempfinden?
  2. Habt ihr schon eine Vorstellung von den anderen Leuten, aufgrund der Beschreibung? Dumme Vorurteile, oder sonstige Ideen?
  3. Hättet ihr die Tür geschlossen? Warum oder warum nicht?
  4. Glaubt ihr, dass die Versuchsleiterin Claire wirklich nicht hören kann?
  5. Was meint ihr: Sollten die Kapitel wegen der Interaktivität (oder auch aus ganz anderen Gründen) kürzer sein als sonst, dafür aber öfter erscheinen, oder wollen wir es bei dieser gewohnten Länge belassen?

Interaktivitätsfragen

(Ein kurzer Hinweis zum Ablauf: Wenn ich Alternativfragen stelle, dürft ihr gerne versuchen, eine zusätzliche Möglichkeit vorzuschlagen. Ob ich das dann gelten lasse, ist aber meine Entscheidung. Bei offenen Fragen habt ihr freie Hand. Die werden aber selten vorkommen.)

  1. Wer soll dem gerade aufgewachten Mann helfen: Claire, der Russe, beide, oder keiner?
  2. Soll Claire der Sache mit der gepiercten jungen Frau nachgehen, oder erst einmal abwarten?
  3. Soll jemand versuchen, die Kamera zu zerstören? Wer?
  4. Ich habe nach einigem Hin und Her entschieden, die Interaktivitätsfragen frei zu stellen, statt in Form von Polldaddy-Umfragen. Das hat in meinen Augen den Vorteil, dass ihr bei den Antworten freier seid und diese auch begründen könnt, dass es weniger Platz wegnimmt, und dass nur Leute teilnehmen, denen die Sache wichtig genug für einen Kommentar ist. Es hat den Nachteil, dass die Sache weniger übersichtlich ist, und dass auf diese Weise Leute ausgeschlossen sind, die aus irgendwelchen Gründen keine Kommentare schreiben wollen. Wie seht ihr das?
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27 Responses to Bright Outlook (1)

  1. whynotveroni sagt:

    n. und das Textfeld fuer „Other“ ist viel zu klein. So.

    Btw, es ist ungeschickt, beide Fragebloecke mit 1. bis 4. zu numerieren. Auch wenn meist aus dem Kontext ersichtlich waere, auf welche man gerade antwortet, kann das vermutlich zu Verwirrung fuehren.

    1. Nicht ganz. Jedenfalls nicht, BEVOR er anfaengt, sich wie ein dummes Tier zu verhalten.

    2. Hm, nicht wirklich, ich lass mich lieber ueberraschen. Das Kind koennte nervig werden.

    3. Nein, ich denke nicht. Vielleicht ’ne Ohnmacht vorgetaeuscht und sie offengelassen, oder so. 🙂

    4. Natuerlich kann sie sie hoeren!

    5. Ich finde die Laenge gut.

    1. Enthaltung. Da wuerd ich mich gern ueberraschen lassen. Ich schaetze den Russen nicht so ein, dass er helfen wuerde, aber so gut kenne ich den jetzt ja noch nicht…

    2. Sie soll nachsehen.

    3. Wenn, dann der Russe, aber ich bin nicht sicher, ob das ’ne gute Idee waere. Vielleicht geht die Tuer wirklich wieder auf, wenn alle wach sind, und dann ist im naechsten Raum sowieso noch eine Kamera…

    4. Siehe oben.

  2. Vorab: Mein Vertrauen in die Demokratie wurde durch die Entscheidung für Bright-Outlook nachhaltig gefestigt. Danke dafür.

    Lesergruppenfragen:

    1. Ja. Ich kenne ein paar große Russen. Wenn man sie nicht kennt, wirken sie oft einschüchternd. Die, die ich kenne sind aber sehr umgänglich. Neandertaler, so wie dieser, wird es aber sicher auch genügend geben. Soviel zu den Vorurteilen…

    2. Nein, keine Ideen. Schließe mich whynotveroni an und lasse mich von dir überraschen. Ich bin ja schon froh, dass keine vermeintliche Leiche in der Mitte des Raumes in einer Blutlache liegt. 🙂

    3. Ich hätte die Tür geschlossen. Der andere Raum schien bis auf das Zahlenfeld identisch. Daher ist abwarten und auf weitere Informationen durch die ominöse Stimme, die

    4. hören kann, was Claire sagt, wohl die taktisch beste Variante gewesen. Hätten die Entführer die Testpersonen gleich töten wollen, wären sie sicher schon tot. Und da das ein Fortsetzungsroman ist… 🙂

    5. Siehe whynotveroni.

    Interaktivitätsfragen:

    1. Claire. Ich denke, sie ist empathischer als Ivan.

    2. Definitiv nachgehen. Ich wäre aber für etwas subtiles. Enttarnendes. Ich meine, wenn sie jetzt zu ihr geht und Vitalfunktionen überprüft hat sie ja immer noch nicht widerlegt, dass die Frau nicht einfach nur schläft. So etwas, wie ihr etwas zu werfen und abwarten, ob sie es fängt. Obwohl das gemein wäre, falls sie wirklich noch schläft. Und da sich im Raum nichts zum Werfen befindet, liefe es darauf hinaus, dass Ivan Claire wirft. Also vergiss die Idee… du machst das schon, oder eben nicht. 🙂

    3. Noch nicht. Dafür gibt es bisher zu wenig Informationen. Ansonsten schließe ich mich – wieder mal – whynotveroni an.

    4. Ich bevorzuge die Kommentarvariante, weil jeder doch frei entscheiden kann, ob er kurz mit nur einem Wort antwortet oder seine Gedanken auch begründet. Und ich finde, gerade das macht Interaktivitäts- und Lesergruppenfragen so spannend.

  3. Muriel sagt:

    Oh fein, schon zwei Kommentare. Danke!
    @whynotveroni:

    und das Textfeld fuer „Other“ ist viel zu klein.

    Ich gebe dir Recht.

    Btw, es ist ungeschickt, beide Fragebloecke mit 1. bis 4. zu numerieren.

    Joa. Mach ich nächstes Mal anders. Ich hatte mir das so vorgestellt, dass ihr ja schreiben könnt, bei welchem Block ihr seid und fand Durchnummerieren einfach falsch. Aber ich kann ja bei einem der Blöcke einfach mit einem anderen System arbeiten. Buchstaben zum Beispiel.

    Vielleicht ‘ne Ohnmacht vorgetaeuscht und sie offengelassen, oder so.

    Geschickt…

    Sie soll nachsehen.

    Meinst du wirklich einfach nur hingehen und sie angucken, oder hast du was Invasiveres vor Augen?

    @attentiveobserver:

    Mein Vertrauen in die Demokratie wurde durch die Entscheidung für Bright-Outlook nachhaltig gefestigt.

    Ich bin zwar um deinetwillen froh, muss aber sagen, dass ich mit erheblich mehr Stimmen für Angelic Duties gerechnet hatte. Vielleicht, weil Rüdiger nicht mehr da ist und mir das mit dem Steampunk (zu Recht) sowieso keiner abnimmt.

    Lesergruppenfragen:

    Genau. Du hast das System verstanden. +1

    Ich bin ja schon froh, dass keine vermeintliche Leiche
    in der Mitte des Raumes in einer Blutlache liegt.

    Das war ja wohl ein dermaßen armer Twist… Schlimmer Film eigentlich.

    Obwohl das gemein wäre, falls sie wirklich noch schläft. Und da sich im Raum nichts zum Werfen befindet, liefe es darauf hinaus, dass Ivan Claire wirft.

    Hm… Ich denke darüber nach. Wäre zu schade, das einfach zu vergessen.

    Noch nicht. Dafür gibt es bisher zu wenig Informationen. Ansonsten schließe ich mich – wieder mal – whynotveroni an.

    Ihr scheint beide nicht mal über die Möglichkeit nachzudenken, dass es dafür ein Achievement geben könnte.

  4. nomadenseele sagt:

    Da du gerne schreibst: Kennst du das Blog Dive into Shne? Es könnte dir gefallen, der Autor schreibt auch oft übers Schreiben. Ich habe das Blog sehr gerne.

    http://jamapi.de/

  5. Muriel sagt:

    @nomadenseele: Nein, kenne ich bisher nicht. Aber er ist ein Brony, wir werden also bestimmt Freunde. Danke für den Hinweis!

  6. nomadenseele sagt:

    Was ist ein Brony?

  7. Muriel sagt:

    Ein Fan von „My Little Pony“.

  8. Joan sagt:

    Dann will ich auch mal.

    Lesergruppe:
    1. Ja, durchaus. Als ich mit einem Haufen riesiger Männer alleine in einer Fabrikhalle stand, war mir auch erst mal anders. Hat sich dann aber schnell gelegt, aber das war ja auch unter zivilisierten Umständen… und die erwiesen sich alle als recht nett.
    2. Jede Menge dumme Vorurteile, anhand einer erwarteten Rollenverteilung („Die große Klappe“, „Der Bastler“, „Das unschuldige Kind“). Das gepiercte Mädchen ist bestimmt Schlosserin und wirft mit fäkalsprachlichen Ausdrücken um sich, obwohl sie schwer in Ordnung ist. (Ich sag ja, Vorurteile…)
    3. Vermutlich hätte ich gar nicht erst mit der Kamera geredet, sondern wäre gleich rausspatziert – wenn eine Fluchtmöglichkeit besteht, würde ich erst mal keine Zeit mit Reden zubringen.
    4. Da alle anderen „Doch!“ rufen, behaupte ich jetzt mal: kann sie wirklich nicht. Sie redet zu viel Stuss, eben wie jemand, der am Mikro steht um sich unbeobachtet fühlt und nicht mit Reaktionen rechnen muss… aber jemand anders hört Claire sicherlich.
    5. Würde ich völlig dir überlassen. Hat beides seine Reize.

    Interaktivität:
    1. Claire. Eine gute Gelegenheit, nicht mehr mit dem Russen reden zu müssen.
    2. Erst mal abwarten. Spannungsbogenhalber.
    3. Die Schlosserin^^.
    4. Öhm. Wenn ich in der Frage noch indifferent bin, kriege ich dann Lesergruppeninteraktivitätsstunden abgezogen?

  9. Muriel sagt:

    @Joan: Auch dir vielen Dank fürs Mitmachen!
    Lesegruppenfragen: 2. Ich hoffe, ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass sie keine Schlosserin ist.
    3. Ja, verständlich, auch wenn das mit der Fluchtmöglichkeit hier ja so eine Sache war.
    4. Schön, dass es noch den Glauben an Wahrheit und das Gute im Menschen gibt.

    Interaktivitätsfragen:
    3. Ich nehme die Antwort mal trotzdem an. Ich weiß ja, wen du meinst.
    4. Keineswegs. Ich bewerte hier doch niemanden. *macht verstohlen eine Notiz auf seinem Klemmbrett*

  10. Guinan sagt:

    Oh, du hast die Haarfarbe geändert *freu*
    1. Ja, kann ich nachvollziehen. Ich bin ja eher der Schisser.
    2. Vorurteile reichlich: Die gepiercte Zicke (hat bestimmt irgendwo auch ein Tattoo), der kleine Daumenlutscher (Bäh, da mangelt es sicher auch sonst an Erziehung), und eine Art Morgen Freeman in seinen diversen Rollen.
    3. Ich hätte die Tür auch geschlossen, weil siehe 1, besser wäre es natürlich gewesen, sie aufzulassen.
    4. Es wirkt schon so auf mich, als würde die Versuchsleiterin auf Claires Worte reagagieren.
    5. Lieber kurz und dafür öfter, dann muss ich nicht so lange warten, außerdem erhöht das die Mitbestimmungsmöglichkeiten.

    Interaktivität:
    1. Der Russe, da kann er seine „weiche Seite“ zeigen, und von Claire haben wir ja nun schon mehr Hintergrundwissen, jetzt ist mal jemand anderes dran.
    2. Abwarten. Wenn ich an Stelle des Mädels wäre, würde ich mich auch schlafend stellen und erstmal in Ruhe die Lage sondieren. Würde mir gar nicht gefallen, wenn mich dann sofort jemand enttarnt.
    3. Niemand, sinnlose Aktion.
    4. Das hast du gut entschieden.
    Und vor der Teilnahme an dieser Umfrage muss ich die unzulängliche Datenlage bemängeln. Für eine begründete Entscheidung fehlen mir entscheidende Informationen.

  11. Muriel sagt:

    @Guinan:

    Oh, du hast die Haarfarbe geändert *freu*

    Sicher doch.

    Lesegruppenfragen: 3. Natürlich? Warum?
    Interaktivität: 4. Wieso, was fehlt denn noch?

    Nebenbei: Du sagst Bescheid, wenn du deinen Joker einsetzen willst, ja?

  12. Guinan sagt:

    3. Man wäre schon einen Raum weiter. Wer weiß, wann die Tür wieder geöffnet wird.
    4. Größe, soweit erkennbar, akzeptabel
    Breite: Ausreichend
    Haare: Sofern nicht zum Dutt gebunden, bedenklicher Mangel
    Augen: Wichtigstes Kriterium, keine Informationen vorhanden

  13. Muriel sagt:

    @Guinan: 3. Hm…Im schlimmsten Fall könnte die Versuchsleiterin sich doch einfach weigern, die nächste Tür zu öffnen, bis man die erste wieder schließt. Die Entscheidung ist nicht so einfach, denke ich.
    4. Ich danke und muss bei den Haaren den bedenklichen Mangel eingestehen. Eher kurz.
    Voilà Augen:

  14. Guinan sagt:

    Na dann – kann ich mein Häkchen ja setzen.

    Achso, ja, der Joker. So ganz richtig wirklich steht der mir ja nicht zu, die echten Fehler hatte ich nicht gefunden.
    Wenn du mir den trotzdem zugestehst, hebe ich mir den für den Fall auf, dass du mal wieder jemanden umbringen willst.

  15. Muriel sagt:

    Ja, den hast du, du hast ja reichlich echte Fehler gefunden, auch wenn’s nicht die waren, an die ich gedacht hatte.
    Was das Umbringen angeht, legst du da den Finger in eine noch offene Wunde.
    Ich überlege schon seit Tagen. ob ich euch über bestimmte sehr kritische Sachen abstimmen lasse oder nicht. Einerseits wäre es cool und besonders interessant, andererseits nehme ich euch natürlich völlig die Überraschung, wenn ich sowas frage wie: „Soll der Russe Claire in der nächsten Szene erwürgen?“ oder „Soll die Frau mit den Piercings lieber eine Astronautin oder eine Archäologin sein?“

  16. Guinan sagt:

    Bei den wirklich richtungweisenden Dingen würde ich gern dir Entscheidung überlassen. Ich glaube, das ist besser für den Fortgang der Geschichte. Ich gehe davon aus, dass du schon einen zumindest allgemeinen Plot einschließlich Ende im Kopf hast. Interaktivität hin oder her, zu wirr soll es ja auch nicht werden.

  17. Muriel sagt:

    I find your lack of faith disturbing.

  18. Guinan sagt:

    Pfft. Das ist ja nun wirklich überhaupt nicht meine Baustelle.
    Aber sowas von daneben.
    Und selbstverständlich gilt all mein Glauben und Vertrauen dem Autor.

  19. madove sagt:

    Besser spät als nie.
    Auch wenn ich wirklich unter einem eklatanten Mangel erzählerischer Kreativität leide (deshalb lese ich gerne anderer Leute Geschichten) und deshalb an der Interaktivität nur schwer teilnehmen kann, werde ich doch tapfer jedes Mal antworten. Wahrscheinlich mit so Sachen wie „Oh, da laß ich mich gerne überraschen“ oder „Das klingt beides gut.“

    Lesergruppenfragen sind einfacher:
    1) Definitiv. Ich bin immer wieder überrascht, wie tief solche Sachen sitzen, gerade auch vorurteilsbehaftete. Dagegen spräche, daß ich in meiner Naivität spontan angenommen hätte, wir sind auf der gleichen Seite (die eingesperrten Opfer) und werden automatisch zusammenhalten, also ist seine Statur eher ein Vorteil.

    2) Wenig, ich überlese Beschreibungen oft und nehme Charaktere erst wahr, wenn sie agieren. ich hab Angst vor dem Kind.

    3) Ich fürchte, ja. Feigheit und so ein bißchen Mangel an kreativen Alternativvorschlägen (der von whynotveroni ist cool)

    4) Nein. ich bin sicher, sie kann sie hören.

    5) Mir ist immer alles zu kurz. und ich will ja eh nix ändern 😉 also: Nicht kürzer, wenns nach mir geht.

    Und die Interaktivität:
    1) Ich fände den Russen cooler, weil überraschender.
    2) Unentschlossen. Ich persönlich würde nicht mehr machen als sie beobachten.
    3) Nein, jetzt noch nicht. Vielleicht kann man noch ein bißchen mehr rauskriegen, wenn man noch ein bißchen kooperatiiv mitpsielt.
    4)Frei finde ich viel besser. Ich hör mich gerne reden.

  20. Muriel sagt:

    Wahrscheinlich mit so Sachen wie „Oh, da laß ich mich gerne überraschen“ oder „Das klingt beides gut.“

    Wenn du dich da mal nicht unterschätzt hast. Hat doch gut geklappt, diesmal.

    ich hab Angst vor dem Kind.

    Wirklich Angst im Sinne von Angst, oder weil Kinder in Filmen und Büchern so oft furchtbar lästig sind?

    Mir ist immer alles zu kurz. und ich will ja eh nix ändern also: Nicht kürzer, wenns nach mir geht.

    Als ich das fragte, hab ich sowieso einen nicht ganz unwesentlichen Aspekt vergessen: Es ist wahrscheinlich nicht besonders realistisch, wöchentlich eine neue Episode veröffentlichen zu wollen, weil ich die ja erst schreiben kann, wenn ein Abstimmungsergebnis vorliegt. Da ich nicht einfach davon ausgehen kann, dass jeder sofort am Veröffentlichungstag liest und kommentiert, ließe mir das doch arg wenig Zeit zum Schreiben. Insofern freue ich mich, dass das Interesse an kürzeren Kapiteln in schnellerer Folge nicht so übermäßig groß ist.

  21. madove sagt:

    Wenn du dich da mal nicht unterschätzt hast. Hat doch gut geklappt, diesmal.

    Ja, ich war auch stolz auf mich 😉

    Angst vor dem Kind schon eher, weil sie in Filmen und büchern lästig sind, aber auch wenn ich mich in Claire reinversetzen, würde mir das Kind die meisten Sorgen machen, weil man bei eventuellen Plänen damit rechnen muß, daß es sich nicht an Vernunft hält UND man es trotzdem extra beschützen muß.

  22. Günther sagt:

    1. Einerseits ja, andererseits hätte sie durchaus ein wenig mehr „Eier“ zeigen können. Ein Bisschen Stolz braucht man in so einer Situation schon. (Das sagt sich natürlich immer leicht vom Sessel aus… wenn der große Russe denn vor einem steht sieht das vielleicht schon wieder anders aus.)

    2. Ich hoffe, dass der Russe sich noch als weniger tumb herausstellt, als er auf den ersten Blick wirkt.

    3. Währe wohl ein Abwägen zwischen dem Auflassen aus purem Trotz oder dem Schließen als Beschwichtigung der scheinbar übermächtigen Testleiterin. Vielleicht hätte ich sie am Ende aufgelassen, weil es irgendwie dem Fluchttrieb wiederspricht, sich selbst einzusperren.

    4. Natürlich kann sie.

    5. Hat beides seine Vorteile. Wäre zwar ganz nett, aber nicht, dass wir dich mit dem vielen Feedback dann irgendwie aus der Spur bringen. Man könnte die optimale Länge natürlich experimentell bestimmen.

    Interaktion:
    1. Wenn jemand, dann Claire.

    2. Abwarten und sie im Auge behalten.

    3. Ich finde es würde mehr Sinn machen, erstmal abzuwarten. Erstmal müsste sich die Testleiterin eigentlich bei allen vorstellen und sagen, was sie überhaupt will. Danach kann man dann anfangen zu rebellieren.

  23. Muriel sagt:

    @madove: Okay, das ergibt Sinn.
    @Günther: Hey, noch ein Leser. Schön.
    Lesegruppenfragen:
    2. Vielleicht stelle ich das auch mal zur Abstimmung.
    5. Mach dir um mich keine Sorgen. Das Ganze war ja meine Idee, und solange ich die Fragen stelle, muss ich auch keine unangenehmen Überraschungen befürchten.

  24. Muriel sagt:

    So. Vorlaeufige Auswertung:
    1. 3 Stimmen fuer Claire, 2 fuer den Russen.
    2. 2 Stimmen fuer Nachsehen, 3 fuer Abwarten.
    3. 5 Stimmen dagegen, 1 dafuer.
    4. Siehe oben, es bleibt also wie bei diesem Post, allerdings werde ich beim naechsten Mal geschickter nummerieren.

    Sollte ich mir irgendwo verzaehlt oder anderweitig vertan haben, lasst mich das bitte bis Sonntag wissen, dann fange ich naemlich mit dem naechsten Kapitel an.

  25. madove sagt:

    @Muriel Hast Du eigentlich auch eine Stimme? (Außer dem Vetorecht, natürlich)

  26. Muriel sagt:

    Nicht direkt. Ich setze meinen Willen mittels subtiler Manipulation der Abstimmung durch.

  27. […] daran, dass er (oder sie) sowas mainstreamiges, rundum Gelungenes, einfach unbestreitbar Gutes wie Bright Outlook liest, sondern daran, dass sie (oder er) sich auch für so skurrile, amateurhafte kleine Fragmente […]

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