Gemischter Umgangsformenpost mit Selbstzweifeln

Wie das manchmal so geht, habe ich in den letzten Tagen viel über Umgangsformen und Höflichkeit und Anstand und Respekt und den ganzen Klumpatsch nachgedacht. Das hat viele Gründe.

Zuerst mal war Weihnachten. Da ist man viel mit Verwandten zusammen, und solchen, die es gerne wären, und überhaupt verbringt man unerquicklich viel Zeit mit anderen Menschen. Mir fällt dabei immer wieder auf, was für eine erstickende Wirkung die gängige Vorstellung von Höflichkeit entfalten kann, zumindest meiner Meinung nach. Der eine fühlt sich verpflichtet, zu fragen, ob der andere noch Kaffee will, und der andere fühlt sich verpflichtet, es anzunehmen, und schon muss der eine in die Küche gehen und Kaffee kochen, obwohl er gar nicht will, und obwohl auch eigentlich niemand Kaffee trinken will, das Gespräch ist unterbrochen, und hinterher müssen alle Kaffee trinken, sogar die, die nicht mal wahrheitswidrig behauptet haben, sie wollten welchen, denn nun ist er da und muss ja getrunken werden, und es wäre ja unhöflich, den Gastgeber darauf sitzen zu lassen.

Oder so.

(Wer hier öfter mitliest, wird sich denken können, dass das für mich weniger ein selbst erfahrenes Problem ist, als eher eines, bei dem ich andere Menschen beobachte. Es tut trotzdem weh.)

Und weil ich sowieso schon dabei war, fiel mir in modernismas eigentlich rundum interessanten Anmachen-Post vor Allem dieser Teil auf:

[…] hat mich in vielleicht ungebührlichem Maße die Aussage pikiert, dass doch in solchen Situationen nicht zu viel verlangt wäre, dem Hoffnungsvollen zu erklären, man sei vergeben […]

Und verdammt noch mal, da kann einem doch nun wirklich der Kraken platzen (Ich werde das nie wieder richtig schreiben.). Nicht nur, wie Pardette selbst viel besser formuliert, als ich es könnte:

Diese Erwartungshaltung, dass nur die Präsenz oder der Besitzanspruch eines anderen Mannes (bei Frauen mag es das, wie gesagt, auch geben) Eroberungsversuchen ein Ende setzen dürfen, die stößt mir auf.

Es ist auch das Prinzip: Warum zur Hecke können wir denn anderen Menschen nicht einfach sagen, was wir denken und was wir wollen und was wir mögen, und was nicht? Wie schwer kann das denn sein, damit klar zu kommen, dass jemand anders empfindet als ich, irgendwas nicht will, das ich gerne will, oder mit irgendwas nicht einverstanden ist, was ich denke?

Deal. With. It.

Ehrlich, mich regt das auf. Ich finde das anstrengend, und sinnlos, und erbärmlich, und ganz ganz ganz schlimm. Und ich glaube, es ginge auch anders. Ich glaube, das ist so eine Sache, an die man sich gewöhnen kann. Ich jedenfalls weiß, dass ich es sehr schnell könnte. Oder wie ich drüben schon schrieb:

Ich träume von einer Welt, in der Leute mir sagen: „Ich finde dich hässlich, und ich mag dich nicht“, wenn Sie das nun einmal so sehen.

Und – der eine oder andere mag das kommen gesehen haben – das ist auch gleich eine ganz brauchbare Überleitung zum letzten Aspekt des Themas, das sich mir gerade aufdrängt. In den letzten zwei Tagen wurde mir zweimal völlig unabhängig voneinander gesagt, meine Ausführungen zu Religion im Allgemeinen und zum Christentum im Speziellen seien persönlich beleidigend. Einmal hier im Blog, einmal woanders. In beiden Fällen hatte ich nichts Persönliches über irgendwen gesagt. Ich hatte nur den geäußerten Ideen gesprochen, das allerdings in durchaus harten Worten.

Und das ist noch so eine Sache, die ich nicht verstehen kann. (Ganz abgesehen davon, dass es ohnehin ziemlich schwer ist, mich zu beleidigen, sogar wenn man direkt etwas Persönliches über mich sagt.) Wie kommt es, dass Menschen sich so mit ihrer Meinung identifizieren, dass sie eine Kritik an dieser als persönlichen Angriff empfinden?

Wenn ich lese, wie jemand sich über die Evolutionstheorie lustig macht und darüber schreibt, wie offensichtlich diese Welt vor rund 6000 Jahren von Jahwe Elohim in die Existenz gepufft wurde, dann ärgert mich das, dann belustigt mich das, dann macht mich das vielleicht sogar traurig, aber es beleidigt mich doch nicht. Und wenn jemand schreibt, dass er es unbegreiflich dumm findet, keinen Gott anzubeten, weil man sich damit ja die Chance auf ewiges Glück verbaut und außerdem jeder, der ehrlich nach einem sucht, auch einen Gott findet und ihm persönlich begegnen kann und alles, dann ist das doch kein persönlicher Angriff gegen mich.

Andererseits lässt es sich ja nun mal nicht leugnen, dass Kritik an Religion offenbar diese Wirkung auf religiöse Menschen hat, und oft genug sogar auf angeblich nicht religiöse. Einerseits glaube ich, dass das in Ordnung so ist, denn ich bin kein Anhänger der Don’t be a Dick-Fraktion. Andererseits will ich nicht einer von diesen Atheisten sein, die ihren Anspruch auf Skeptizismus und Rationalität aufgegeben haben, den ganzen Tag kindische Beleidigungen gegen Gläubige in die Welt blasen und zu Recht von allen Seiten als eher degoutante Dummköpfe betrachtet werden. Und man weiß ja nie so richtig, wie gut Selbst- und Fremdbild noch übereinstimmen.

Das geht keineswegs nur beim Thema Religion so. Auch politisch werde ich ja hin und wieder sehr deutlich. Ich formuliere hier desöfteren auch erheblich härter, als ich es in einem persönlichen Dialog täte. Das hat natürlich einerseits den Grund, dass der Zweck eines Blogposts ein anderer ist als der eines persönlichen Gesprächs. Es wird aber natürlich auch dadurch erleichtert, dass ich mir gar keine großen Gedanken um die Wirkung meiner Worte machen muss, wenn ich anonym schreibe und davon ausgehen kann, dass Frau von der Leyen meine Meinung erstens niemals lesen wird und zweitens, sogar wenn, nicht darauf reagieren wird.

Insofern biete ich diesen Post hier sozusagen als Open Thread an für eine Diskussion über Umgangsformen allgemein, über meine im speziellen, und vielleicht auch über mein Auftreten gegenüber Religionen im ganz besonderen. Vielleicht hat mir dazu ja jemand was zu sagen. Und falls nicht: Kommt gut ins Neue Jahr, und vergesst nicht, eure Stimmen zu Bright Outlook abzugeben. Vergesst nicht: Jede nicht abgegebene Stimme ist eine Stimme für den französischen Jungen. Die Zeit drängt.

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25 Responses to Gemischter Umgangsformenpost mit Selbstzweifeln

  1. Daniel sagt:

    Die meisten Mensch können eine Aussage über sich nicht objektiv bewerten. Negative Aussagen über die eigene Person verlieren zum Beispiel an Gewicht, je länger sie her sind. Wenn mir jemand sagt „du bist hässlich“, dann versaut mir das emotional unter Umständen den Tag, vielleicht bin ich ja wirklich hässlich, das habe ich ohnehin schon lange vermutet. Nach einer Woche sehe ich die Aussage aber ganz anders, kann sie leicht ignorieren. Rational ist das nicht, aber so ist es :p. Menschen brauchen Bestätigung, deshalb unterlassen wir potentiell kränkende Aussagen. Das nennt sich dann Höflichkeit. Und ich sehe auch keine Chance, den Leuten emotionale Reaktionen abzugewöhnen, das ist im Menschen zu hartverdrahtet.

  2. Pardette sagt:

    Daniel: Die Aussage „Du bist hässlich“ in „objektiven“ Kategorien bewerten zu wollen, scheint mir auch nicht ganz in der Natur der Sache zu liegen, sie ist ja ihrerseits subjektiv. Je nach Kontext ist es eh nur eine Beziehungsaussage, weniger eine Tatsachenbehauptung (cf. You momma so fat etc.)

    Ich muss zugeben, aufgrund meiner Einstellung zu den philosophischen Werten „Wahrheit“ (bzw. in Nietzsches Sklavenmoral überhöht „Wahrhaftigkeit“ und der ganze Unsinn) und, sagen wir mal, „Menschenfreundlichkeit“ sehe ich das sogar anders als Muriel.
    Gelegentlich tendiere ich zwar zu einer Einstellung, die sich schön in den tränenreichen Worten von der als bitch beschimpften Santana (Glee) zusammenfassen lässt: „I just try to be really honest with people .. but most of them just … suck!“
    Aber insgesamt finde ich Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit als Werte an sich weniger wichtig als den Anspruch, einen für alle bereichernden Umgang miteinander zu pflegen.
    Deswegen bin ich im Prinzip für Höflichkeit und Rücksicht, aber, siehe Beginn des Artikels, natürlich auch gegen Kaffeebigotterie. Höflichkeit abzuschaffen, scheint mir halt keine Lösung.

  3. Pardette sagt:

    Das hätte „yo momma“ heißen sollen. So viel Zeit muss sein.

  4. Daniel sagt:

    Du hast natürlich recht, mit „objektiv“ meinte auch eher „in einen Gesamtzusammenhang rücken“, also erkennen, wie subjektiv solche Aussagen sind.

  5. […] das ist das „woanders“, von dem ich hier sprach. Ich wollte das dort bewusst nicht verlinken, weil es mir komisch vorkam, eine noch laufende […]

  6. Dietmar sagt:

    Das ist ein echt interessantes, mich auch gerade persönlich aktuell beschäftigt habendes (boah, wa!) Problem.

    Ich denke, dass man sowohl bewusst als auch unbewusst dies als rhetorische Taktik nutzt. Bei Thatcher ist mir das früher zuerst irgendwie aufgefallen, dass sie bei Kritik zurückfragte, warum man sie denn angreife. Das ist sehr effektiv. In persönlichen Debatten wird das gerne genutzt, bei Frauen auch gerne mit Tränen unterstützt, um dem Gegner den Schwung zu nehmen; da hatte ich im letzten Jahr aufgrund dieser Taktik einige sehr unergiebige „Diskussionen“, bei denen ich Gefahr lief, als emotionales Monster dazustehen, wenn die Tränen erst einmal flossen.

    Also: das kann ich gesprächstaktisch schon verstehen, finde das aber alles andere als gut.

    Verstehen kann ich nicht, wenn sich Dritte einschalten und persönliche Angriffe vorwerfen, wo keine waren. Das hatte ich auch gerade auf einem anderen Blog, wo ich gelegentlich und teilweise auch etwas deftig/pointiert diskutiere: Dort hat mich der Hausherr angemailt, weil er in meinen Beiträgen (ich hatte die Behauptung einer Buchautorin, man sei für beispielsweise Krebs selbst verantwortlich und könne ihn aus sich selbst heraus heilen; wer das nicht kann, sei selber schuld (so schreibt sie nicht wörtlich aber sinngemäß) unter anderem als lebensgefährlich bezeichnet) die Gefahr sah, die Autorin könne strafrechtlich gegen ihn vorgehen. Das hat er mir sehr schnörkellos mitgeteilt. Ist in Ordnung. Ich entschuldigte mich per Mail und in den Kommentaren, machte einen Scherz, meinen Stil zu überdenken. Daraufhin warf mir der Hausherr eine grundsätzliche Unhöflichkeit meinen Diskussions-Gegnern gegenüber vor, derer ich mich enthalten solle. Ich reagierte kurz angebunden, woraufhin er mir wiederrum erklärte, wenn ich mich nur unhöflich äußern könne oder gar nicht, könne er mir auch nicht helfen. Und so wurde aus seiner Übertreibung, ich sei oft unhöflich, die Aussage, ich sei nur unhöflich, und wenn ich das nicht sein dürfe, würde ich schmollen. Und da schmolle ich jetzt! Wie zum Teufel (kann man ja gut sagen, denn den gibt es ja auch nicht) soll man das jetzt entkräften?

    Und warum dürfen Astrologen, Homöopathen, Gläubige aller Art ihren oft menschenverachtenden und lebensgefährlichen Unsinn verbreiten, sich immer als Opfer sehen und angegriffen fühlen? Warum darf man da nicht genauso antworten, wie sie sich äußern? Und dann kriegt man noch von Leuten auf den Deckel, die doch auf der gleichen Seite stehen? Warum darf ich nicht sagen, dass ich Quacksalberei für Quacksalberei und diese für lebensgefährlich halte? Wo ist das unhöflich?

    Ne, das macht keinen Spaß …

  7. madove sagt:

    Volle, volle, volle Zustimmung.

    Da hab ich nach ein paar Tagen Internetabstinenz mal die Selbstdisziplin, ERST selber was zu schreiben, eh ich mich anderswo festlese, und fühle mich dann sofort von Deinem Artikel dermaßen ertappt…

    Ich bin selber ein Opfer dieser Höflichkeit – vertrage es weder, wenn man „nicht lieb zu mir ist“, noch wage ich auch nur die geringste harmoniezerstörende Äußerung anderen gegenüber und finde mich deshalb gefühlt seit 30 Jahren in einem fast ununterbrochenen ungewollten Kaffeklatsch wie in Deinem ersten Absatz wieder. Bei vollem Bewußtsein…
    Ich denke, das ist sowas wie eine Vorhölle.
    (Warum ich das, trotz inzwischen mehrjähriger Erkenntnis, noch nicht ändere / ändern kann, weiß ich noch nicht, täte hier auch nichts zur Sache, aber es kann nicht mehr lange dauern. Und wer dann die Krakenteile zusammenkehren muß, tut mir jetzt schon leid 😉 )

  8. Muriel sagt:

    Dank an alle Kommtentatoren.
    Ich sollte vielleicht noch mal klarstellen, dass ich Höflichkeit nicht in dem Sinne abschaffen will, dass wir uns in Zukunft alle zur Begrüßung anspucken und es immer gleich Kopfnüsse hagelt, wenn mal einer was macht, was einem anderen nicht gefällt.
    Nur auf die unnötigen Unehrlichkeiten würde ich gern verzichten. Ja, die Grenze ist fließend, aber welche nicht?

  9. Joan sagt:

    Juhu, ein Plauderthread! Mir ist schon aufgefallen, dass solche Diskussionen (Christ vs. Atheist) dazu neigen (Achtung, pauschalisierte subjektive Betrachtung, derzeit ohne Belege), dergestalt auszuufern, dass der Christ/“militante Agnostiker“/etc sich über den Umgangston des Atheisten beschwert, dieser dann darauf beharrt, ganz streng zwischen Idee und Person zu trennen und man sich nach einigen Wortklaubereien verschnupft voneinander verabschiedet. Ich muss mir ja nicht jeden Schuh anziehen, der im Internet rumliegt, kann aber durchaus nachvollziehen, dass jemand sich persönlich angegriffen fühlt, wenn immer wieder sowas fällt wie „psychotisch“, „widerwärtig“, ergänze beliebiges pejoratives Vokabular. Wenn christ schon anderswo einige dieser Diskussionen hinter sich hat, wird er sicher grundsätzlich empfindlicher und achtet nicht mehr so sehr darauf, ob das nun im Rahmen einer Bedingung steht („Wenn jemand das glaubt…“) oder als direkter Angriff formuliert ist. Dann aber auf den Baum zu steigen und dem Christen/religionsfreundlichen Menschen/etc. vorzuwerfen, er habe ja gar nicht kapiert, wie Debattenkultur funktioniert – das macht es meiner Ansicht nach nicht besser, ebenso wie der Hinweis, man diskutiere ja nur pointiert, und das Gegenüber sei einfach zu empfindlich. Wobei mir da jetzt auch keine Patentlösung einfällt, außer vielleicht „Mehr Geduld!“. Schwierig.

    Im Übrigen bin ich zwar für eine Welt, in der man jemandem einfach mal sagen kann, dass man ihn doof findet, aber vor allem dann, wenn sämtliche Gespräche sonst in Stellvertreterkriege auszuarten drohen, nicht bei jeder Gelegenheit.

    Was war gleich nochmal das Thema?

  10. Dietmar sagt:

    @Joan: „Wenn christ schon anderswo einige dieser Diskussionen hinter sich hat, wird er sicher grundsätzlich empfindlicher …“

    Da widerspreche ich als ehemaliger Christ: Mir haben die Debatten geholfen, die Dinge klarer zu sehen. Wer Argumente persönlich nimmt, wehrt sich mit unsachlichen Mitteln.

  11. Dietmar sagt:

    Übrigens: „Wenn christ …“ ist in meinen Augen eine pseudointellektuelle Formulierung. Fühle Dich beleidigt…

  12. DasSan sagt:

    Wenn man leicht misanthropisch veranlagt ist, ist Höflichkeit nicht immer ganz einfach. Zum Beispiel im Büro, wenn alle stets höflich „Gesundheit“ sagen, sobald jemand niest – wenn ich ganz ehrlich wäre, würde ich deutlich sagen, dass mich das nervt.
    Ebenso verkneife ich mir volle Ehrlichkeit, wenn die lieben Kolleginnen sich nach und nach in den Feierabend verabschieden und ich nach dem 5. „Tschüss!“ einfach nur noch meine Ruhe haben will. Da muss man halt sehen, inwieweit man sich den gesellschaftlichen Konventionen anpasst.
    (Religionsbezogene Diskussionen mit Christen führe ich nicht, ist mir zu anstrengend 😉

  13. Muriel sagt:

    @Joan:

    man sich nach einigen Wortklaubereien verschnupft voneinander verabschiedet.

    Einerseits ja, und ich will auch nicht so tun, als wäre es für mich völlig unbegreiflich, dass jemand sich angegriffen fühlt, wenn man eine Idee, die er seit Langem für die Grundlage seiner Weltsicht hält, als idiotisch bezeichnet.
    Mich wundert, dass nach meiner Erfahrung (wiederum natürlich nicht repräsentativ) solche Diskussionen mit Christen meistens noch einigermaßen gehen (Ausnahmen gibt es natürlich), wohingegen manche Agnostiker, die eigentlich keinen Grund haben, sich selbst beleidigt zu fühlen, so eklig werden können, dass ich mich frage, ob die überhaupt noch mit mir reden oder auf einer anderen Ebene verschwunden sind.

    kann aber durchaus nachvollziehen, dass jemand sich persönlich angegriffen fühlt, wenn immer wieder sowas fällt wie „psychotisch“, „widerwärtig“, ergänze beliebiges pejoratives Vokabular.

    Da hast du Recht. Vielleicht klang es oben auch zu sehr danach, als wäre mir das völlig unbegreiflich. Ist es natürlich nicht. Ist oft sogar beabsichtigt, denn widerwärtig ist meiner Meinung nach eben genau der richtige Begriff für viele Inhalte des christlichen Glaubens, und es stört mich, dass viele sich immer noch verpflichtet fühlen, da besonders vorsichtig und freundlich zu sein. Es erwartet doch auch niemand, dass man Rassisten immer nur ganz freundlich und sachlich sagt, dass ihre Ansichten einem zwar nicht gefallen, dass man sie aber natürlich respektiert und es komplett ihre Entscheidung ist, ob sie für die DVU stimmen und Ausländer aus Deutschland raus haben wollen. (Ja, jetzt habe ich Christen mit Rassisten verglichen, aber da wir ja inzwischen unter uns sind, genügt hoffentlich der beiläufige Hinweis, dass ein Vergleich was anderes ist als eine Gleichsetzung.)

    Wobei mir da jetzt auch keine Patentlösung einfällt, außer vielleicht „Mehr Geduld!“

    Es gibt sicherlich auch keine. Ich glaube – Dietmar hat es ja so ähnlich auch schon geschrieben -, dass es manchmal sogar hilfreich sein kann, das Gegenüber zu provozieren und eine starke Abwehrreaktion hervorzurufen.
    Sogar nomadenseeles schwer verständliche Wütereien haben ja bei mir einen Denkprozess ausgelöst, womit ich nicht sagen will, dass in diesem Fall ein sachlicher Ansatz nicht vielleicht doch besser funktioniert hätte.

    @Dietmar:

    Übrigens: „Wenn christ …“ ist in meinen Augen eine pseudointellektuelle Formulierung. Fühle Dich beleidigt…

    Du erwartest doch wohl nicht ernsthaft, dass jemand, der nicht deiner Meinung, nach diesen beleidigenden Worten noch antwortet oder bereit ist, darüber zu diskutieren? Wahrscheinlich wird sich dieser Jemand mit Grausen von deinem Kommentar abwenden, was wiederrum den sehr praktischen Effekt hat, dass nur noch Leute kommentieren, die dir deine Meinung bestätigen, weil sich Leute mit anderen Meinungen wegen deiner Radikalität deinen Kommentar nicht antun können.
    Du bist für mich der Prototyp eines typischen Atheisten, dem jeglicher Wertekanon abhanden gekommen ist – komischweise trifft das bei meinen Begegnungen immer nur auf Atheisten zu, dass sie andere verächtlich machen und glauben, sie würden über allen stehen.

    @DasSan:

    Ebenso verkneife ich mir volle Ehrlichkeit, wenn die lieben Kolleginnen sich nach und nach in den Feierabend verabschieden und ich nach dem 5. „Tschüss!“ einfach nur noch meine Ruhe haben will.

    Das geht bei mir noch. Ich muss immer zu so Anlässen wie Neujahr oder Geburtstagen meine Aggressionen unterdrücken, weil ich mir einfach nicht vorstellen kann, dass irgendjemand es schön findet, z.B. auf seiner Geburtstagsparty alle fünf Minuten mit seinem Telefon den Raum verlassen zu müssen, damit ihm die nächste Person, mit der er zweimal im Jahr spricht, einfallslos alles Gute wünschen, um dann nach einigen peinlichen Pausen das Gespräch zu beenden. Oder diese nervigen Rund-SMS „Ich wünsche allen meinen Freunden…“
    Am besten noch, wenn derjenige dann beleidigt ist, wenn er keine Antwort erhält…
    Aber das ist vielleicht auch schon wieder ein anderes Thema.

    Religionsbezogene Diskussionen mit Christen führe ich nicht, ist mir zu anstrengend

    Du erwartest doch wohl nicht ernsthaft, dass jemand, der nicht deiner Meinung, nach diesen beleidigenden Worten noch antwortet oder bereit ist, darüber zu diskutieren? Wahrscheinlich wird sich dieser Jemand mit Grausen von deinem Kommentar abwenden, was wiederum den sehr praktischen Effekt hat, dass nur noch Leute kommentieren, die dir deine Meinung bestätigen, weil sich Leute mit anderen Meinungen wegen deiner Radikalität deinen Kommentar nicht antun können.
    Du bist für mich der Prototyp eines typischen Atheisten, dem jeglicher Wertekanon abhanden gekommen ist – komischweise trifft das bei meinen Begegnungen immer nur auf Atheisten zu, dass sie andere verächtlich machen und glauben, sie würden über allen stehen.
    (Ich beginne dieses Zitat zu lieben)

  14. DasSan sagt:

    @muriel: Ich bin ja nicht mal Atheist! Ich fühle mich hiermit beleidigt und wende mich mit Grausen ab, jawohl.

  15. Muriel sagt:

    Ha! Und wieder eine weniger, die aufmüpfig wird.
    Mein Plan, eine Armee gefügiger Murielklone für den Kommentarbereich heranzuzüchten, entwickelt sich prächtig.
    *Händereiben und fieses Lachen*

  16. Joan sagt:

    @Muriel: Nix da gefügig! Ich wende mich mit Grausen von einem prototypischen, wertekanonlosen Atheisten ab, der meine Antworten an seine anderen Sockenpuppen vorweg nimmt. Unter diesen Umständen bin ich nicht mehr bereit, weiter zu diskutieren, was den praktischen Effekt hat, dass du den Kommentarbereich bald in Ruhe ganz allein bestreiten können wirst.

  17. Dietmar sagt:

    @Joan: „wertekanonlosen Atheisten“

    Ja, ja: Wir haltlos durch die Gegend marodierenden, wertelosen Atheisten … Was haben wir dem Christentum nicht alles zu verdanken! Abkehr von der Todesstrafe. Gleichberechtigung. Freizügigkeit. Fortschritt, Wissenschaft, Medizin. ad infinitum.

    „anderen Sockenpuppen“

    Genau das ist der Trick: Ich, Muriel, madove, Dietmar, malefue, Tim etc. sitze hier und führe Selbstgespräche. Ist ein intellektuelles Vergnügen, immer wieder die unterschiedlichen Standpunkte einzunehmen. Und wenn meine Sockenpuppen antworten, muss ich das ja nicht tun. Äh … naja, ich tu´ das zwar, aber als Sockenpuppe, was ja ganz etwas anderes ist …

    „bin ich nicht mehr bereit, weiter zu diskutieren,“

    Bist Du Dir sicher, das Konzept „Diskussion“ verstanden zu haben? „Ich komme mal vorbei und plärre ein wenig herum und bin beleidigt, wenn mir jemand widerspricht“ ist nämlich keine Diskussion.

    „den Kommentarbereich bald in Ruhe ganz allein bestreiten“

    Mache ich doch sowieso schon: Du bist nur eine meiner vielen Sockenpuppen, die ich zu meiner Unterhaltung erfunden habe …

  18. Muriel sagt:

    @Dietmar: Ich sag’s nicht gerne, aber ich fürchte, da wäre eine Entschuldigung angebracht. Du scheinst gerade Joan und nomadenseele zu verwechseln. Joan ist die mit Humor.

  19. Muriel sagt:

    Oder du meinst das gar nicht ernst, und ich bin der, der nicht mitkommt.
    Kann natürlich auch sein.

  20. Joan sagt:

    Ähm, Dietmar? Mein Kommentar von 15:10 Uhr war parodistisch gemeint, Vorlage siehe Muriel um 13:11 Uhr. Da versuche ich endlich mal, mir die ^^ abzugewöhnen, und dann beginnt das neue Jahr mit Missverständnissen… oder ich kann dir, wie Muriel, auf die Meta-Meta-Ebene nicht ganz folgen.

  21. Muriel sagt:

    Das ist aber auch schwer hier. Bei nomadenseele glaubt man kaum, dass sie das alles ernst meint, was sie schreibt, und bei Dietmar verkennt man dafür dann den feinsinnigen Witz.
    Ich schlage ein Ironie- und Sarkasmusverbot für 2012 vor.

  22. DasSan sagt:

    Ich hab’s immer geahnt, Smileys sind unverzichtbar – ich bin für mehr Smileys in der Kommentarspalte, dann klappt’s auch mit der Ironie! 😉 🙂

  23. Dietmar sagt:

    Entschuldige bitte, Joan! Ich habe mich zwischen Spaß und Ernst verirrt.

  24. Joan sagt:

    Ist enschuldigt, kein Problem.

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