Ich mag VW ja auch nicht, aber aus anderen Gründen. Und Greenpeace mag ich natürlich noch weniger. Ja, die Überschrift ist zu lang. Und? Verklagt mich!

Ich wüsste ein paar ganz gute Antworten, die ich aber an Volkswagens Stelle wahrscheinlich auch nicht den Mumm hätte zu schreiben. Zum Glück bin ich nicht an Volkswagens Stelle.

Meine spontane Reaktion ginge in die Richtung von: „Why don’t you all stop bitching and put your money where your mouth is? You can make us make „green“ cars. It’s easy, although maybe not quite as easy as trolling our new year’s message and trying to bully us into consenting to be forced to comply with your idea of morality: Fucking buy some.“

Wäre ich doch an Volkswagens Stelle, wäre ich natürlich vorsichtiger und würde was versuchen in der Richtung von: „Thank you! We really appreciate your feedback and will continue to try our best to further reduce the environmental impact of our cars, but since our first responsibility is to our customers, please understand that we will always put their needs above your petty and shortsighted ideas of morality and sustainability, and of course we put our bank accounts above your stupid „mother earth“, who do you think you’re talking to? So kindly fuck off and please take your stinking shallow cheap Greenpeace ideals with you, because we… Oh. Sorry. Is this thing already on? Whoops.“

Hm. Ich schätze, es ist echt gut, dass ich nicht an Volkswagens Stelle bin.

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38 Responses to Ich mag VW ja auch nicht, aber aus anderen Gründen. Und Greenpeace mag ich natürlich noch weniger. Ja, die Überschrift ist zu lang. Und? Verklagt mich!

  1. Tim sagt:

    Als ich noch jung und unerschrocken war und mich noch nicht systematisch mit Umweltschutz beschäftigt hatte, fand ich Greenpeace jahrelang wirklich toll und habe sogar im Team mitgearbeitet. Man möge mir verzeihen.

    Dieses Video ist ein wunderbares Beispiel für den unsäglichen Quatsch, den die Truppe zur spirituellen Erbauung ihrer Spender anrichtet.

    Mich empört immer wieder, daß NGOs einen derartigen Vertrauensvorschuß bei den Medien genießen. Greenpeace oder Foodwatch müssen nur den Mund aufmachen, schon druckt es eine Redaktion ab. Auch (bzw. vor allem), wenn es der größte Unsinn ist.

  2. Tim sagt:

    PS: VW mag ich auch nicht, ebenfalls aus ganz anderen Gründen.

  3. Muriel sagt:

    Ich habe Greenpeace schon immer verachtet. Glück gehabt. Aber auch dein Vergehen ist nicht so schlimm. Wir sind schließlich alle Sünder, was soll’s also?

  4. Ron sagt:

    Ich kenne das aus anderem Zusammenhang sehr gut. Mit Hilfe tendenziöser Berichte wird eine Empörungsmaschinerie in Gang gesetzt, auf die dann natürlich sehr viele sehr gerne aufspringen. Fakten sind dann eh egal. Leider sind diese Kreise aber mittlerweile auch so gut vernetzt, dass es ihnen möglich ist innerhalb kürzester Zeit eine entsprechende Welle zu machen.

    Davon abgesehen ist es natürlich trotzdem von VW schwach, überhaupt nicht zu reagieren. Da muss ich dem Kommentar recht geben, dass hier wohl die Spielregeln von Social Media nicht ganz verstanden oder aber zumindest für den Moment „vergessen“ wurden.

  5. Muriel sagt:

    @Ron: Stimmt.

  6. Tim sagt:

    @ Ron, Muriel

    Ich an VWs Stelle würde in Zusammenarbeit mit Greenpeace mal wieder ein Sondermodell rausbringen, das hinten auf dem Heck ein hübsches Zusatzlogo „Green Spirit“ oder so hat. Als Antwort auf den Facebook-Shitstorm könnte man die Zusammenarbeit mit Greenpeace eben dort schön ankündigen.

    Natürlich wird das Sondermodell kaum gekauft, aber Greenpeace freut sich über die Anerkennung, und alle sind glücklich. Bis auf die Umwelt, versteht sich.

  7. Muriel sagt:

    @Tim: Kurzfristig wäre das vielleicht die optimale Lösung, aber ich wäre dafür zu moralistisch, glaube ich. Die Cojones-Versorgungsschwäche von Unternehmen trägt m.E. wesentlich dazu bei, dass so Leute wie Greenpeace und Atac ihre Selbstherrlichkeiten so unwidersprochen in die Welt blasen können.
    Sogar Ayn Rand kann nicht immer daneben liegen.

  8. Joan sagt:

    Was haben sie auch gefragt? Da fängt die „Cojones-Unterversorgung“ doch schon an. Übrigens wärst du bestimmt ein super Pressesprecher, Muriel, nur halt nicht besonders lange…

  9. Muriel sagt:

    @Joan: Das nehme ich vollumfänglich als Lob an.
    Die Frage an sich fand ich allerdings gar nicht so schlecht.

  10. energist sagt:

    Da gibt es ja noch zweihundert andere peinliche Videos von Greenpeace auf youtube zu dem Thema. Okay, es ist eine rhetorische Frage, aber: haben die zuviel Geld? Oder hat VW einfach mal wieder zu spät seine Schutzgel… Förderbeiträge überwiesen?

  11. Muriel sagt:

    @energist: Ich weiß, ich könnte einfach selbst nachsehen, aber: Zweihundert zu genau dem Thema, also VWs Facebook-Versagen?
    Wow.

  12. Tim sagt:

    @ energist

    Greenpeace kann niemals zuviel Geld haben. Ablaßbriefe kann manhier kaufen.

  13. Ron sagt:

    Greenpeace, Attac …

    In dieser Reihe dürfen auch diverse Gewerkschaften nicht vergessen werden!

  14. Muriel sagt:

    @Ron: Mit denen will ich gar nicht erst anfangen. Ich habe schon öfter überlegt, Posts über die zu schreiben, aber es wurde immer ganz schnell so unlustig, dass ich das niemandem zumuten wollte.

  15. energist sagt:

    @Muriel: nope, nicht Facebook-Versagen sondern „VW = Lobby des Bösen™“ generell

  16. Muriel sagt:

    @energist: Ach so. Naja, aber trotzdem. Machen die das auch bei anderen Autobauern, oder nur bei VW?

  17. thehax sagt:

    Momentan schiessen die sich auf VW ein, weil deren Lobbyarmee sich so vehement gegen Emissionsbeschränkungen einsetzt.
    Aber hey, was willst Du denn sonst machen?
    Keine Kinder kriegen?
    Too fucking late.

  18. Muriel sagt:

    @thehax: Ich bin selbst nicht ganz sicher, wie ich zu Emissionsbeschränkungen stehe und blicke trotz Kinderlosigkeit und Volkswagens wohl auch in Zukunft gesicherter Fortexistenz eher optimistisch in die Zukunft.
    Meine in dem Beitrag nicht so besonders angemessen geäußerte Verärgerung gilt auch weniger dem einzelnen Kommentator oder dem Anliegen an sich, sondern eher Greenpeace und ihren Genossen mit ihren selbstgerechten, unaufrichtigen und auch sonst rundum unsympathischen Haudraufkampagnen.

  19. thehax sagt:

    Ich verstehe das schon, allerdings vertrete ich eher den Standpunkt, dass man besser irgendwo anfängt und das System dann im laufenden Betrieb stetig nachbessert, als dass man tatenlos zuschaut, bloß weil man sich noch nicht auf den einzig wahren Weg geeinigt hat.

  20. Muriel sagt:

    Ja. Man sollte aber vorher zumindest wissen, was man anfängt, und warum, und was genau das bewirken soll, und das scheint mir bei der Klimapolitik noch weitgehend zu fehlen.
    Einfach irgendwas zu machen, fühlt sich gut an, kann aber durchaus auch schädlich sein, so gut es auch gemeint ist.
    Ist aber nicht so sehr mein Thema, insofern kann ich mich da auch leicht täuschen.

  21. thehax sagt:

    Wenn sich Lobbyisten bekriegen, kann es eigentlich nur Sieger geben. Von daher kann man da meinetwegen noch ein paar Ladungen Öl hinterher kippen.

  22. 19Uhr30 sagt:

    Hmmm… Ich kann den Ärger über Greenpeace eigentlich nur begrenzt nachvollziehen. Klar… Viele ihrer Forderungen sind radikal und weltfremd. Aber Greenpeace ist nicht im Pragmatismus-Geschäfft. Greenpeace darf umweltschützerische Maximalforderungen stellen. Wahrscheinlich sollten sie es sogar. Sie sind eine Umweltschutzlobbyorganisation. Das ist ihr Job. Genauso wie Industrielobbyisten Forderungen für ihren Bereich stellen sollten. Das pragmatische Maß in der Mitte zu finden und zwischen unterschiedlichen Interessen abzuwägen ist nicht Aufgabe der Lobbyisten.

    Das Problem, dass Menschen ihr Geldbeutel wichtiger ist, als ihre Ideale, kann man wohl nicht leugnen. Deshalb ist ja Regulierung vom Gesetzgeber in Umweltschutzfragen nötig. Denn der Markt versagt, wenn er den Schaden, den er anrichtet nicht einpreisen muss.

  23. Tim sagt:

    @ 19Uhr30

    Auch Greenpeace ist aber ihr Geldbeutel wichtiger als Ideale. Greenpeace-Aktionen richten sich immer nach ein paar Prinzipien, bei denen ein Gewinn für die Umweltschutz sicher nicht zu den wichtigsten gehört. Ganz vorn liegt hingegen das Prinzip „Klein gegen groß“. Wenn der Gegner ein internationaler Konzern ist, ist Greenpeace gern dabei. Ich finde, dadurch wird der Umweltschutz insgesamt ziemlich diskreditiert. Daß Umweltschutz heutzutage eine extrem komplexe Sache ist und es längst keine einfachen Antworten mehr gibt, stört Greenpeace nicht. Hauptsache, man kann fein Rambazamba machen.

  24. Tim sagt:

    @ alle

    Vielleicht kennt jemand ja Greenpeace-Aktionen, bei denen man mal Stimmung gegen Autofahrer gemacht hat, deren Fahrzeuge unnötig viel Treibstoff verbrauchen. Ich setze einen Riesling darauf, daß es sowas noch nie gegeben hat.

  25. Guinan sagt:

    @Tim: Gilt das?

    (Trocken, bitte)

  26. madove sagt:

    Mist, Guinan war schneller. 🙂

  27. energist sagt:

    @ Tim: eine kleine Google-Suche nach „Greenpeace SUV“ ist ganz erhellend. Ich habe kein Auto, weil ich keins brauche, aber hätte ich ein großes, würde mich persönlich solcher Blödsinn: http://www.youtube.com/watch?v=aJLi9g_uBP4 oder auch http://www.greenpeace-berlin.de/index.php?id=271 inklusive der „psychologischen Erkenntnisse“ in den Verlinkungen doch stören …

  28. Muriel sagt:

    @19Uhr30:

    Ich kann den Ärger über Greenpeace eigentlich nur begrenzt nachvollziehen.

    Da kann ich helfen. Ein weise Mann sagte mal:

    Greenpeace ist nicht im Pragmatismus-Geschäfft

    Das nervt mich zum Beispiel, denn mir gehen Leute auf den Geist, die radikale, weltfremde Forderungen stellen.

    Das pragmatische Maß in der Mitte zu finden und zwischen unterschiedlichen Interessen abzuwägen ist nicht Aufgabe der Lobbyisten.

    Halte ich für eine furchtbare Einstellung. Wer weltfremde, pragmatisch unsinnige Forderungen stellt, den nimmt man als vernünftiger Mensch nicht ernst, denn er hat entweder kein Ahnung oder ist unehrlich. Der ist damit als Lobbyist ungeeignet.
    Greenpeace ist meiner Wahrnehmung nach eben auch nicht im Anstands- oder Aufrichtigkeitsgeschäft, und zusammen mit ihrem unerträglich selbstgerechten Auftreten und ihrer Neigung, jeden zum Schurken zu erklären, der nicht ihre Interessen verfolgt, stellt sie das für mich in einer rundum unsympathische Ecke.
    (Im Umweltschutzgeschäft sind sie meines Erachtens übrigens auch nicht, aber vielleicht fangen wir die Diskussion nicht auch noch an.)

  29. Tim sagt:

    @ Guinan

    Glückwunsch, der Riesling geht an Dich! (Zu Deiner Anmerkung … Gibt es überhaupt irgendwo Leute, die nicht-trockenen Riesling trinken? 🙂

    Ich persönlich finde ja, daß Anti-SUV-Werbung unsinnig ist (selbst wenn man CO2-Emissionen für ein Problem hält), aber die Stoßrichtung „Deines“ Greenpeace-Videos finde ich schon mal wesentlich ehrlicher und sympathischer als ihre übliche David-gegen-Goliath-Strategie. Wenn Greenpeace z.B. in meinem Biomarkt Aktionen macht, richten sie sich meistens gegen Atomkraft oder die fiese Gentechnik – und nicht dagegen, daß 95 % der Biomarkt-Kunden mit dem Auto zum Einkaufen fahren. Klar, die Biomarkt-Kunden sind ja auch Greenpeace-Spender – die darf man sich nicht vergraulen.

  30. Guinan sagt:

    @Tim: Spots aus UK finde ich oft besser. Ob das in Deutschland so funktionieren würde? Das ist doch ein sehr eigener Humor.
    Die vermarkten ihre Arbeit schon sehr geschickt, so als reines Wirtschaftsunternehmen betrachtet, mit dem Geschäftszweck Spenden zu sammeln.
    Mich schreckt hauptsächlich die teils fanatische „Gläubigkeit“ mancher Aktivisten ab. Das geht mir aber bei vielen Organisationen so. Sobald mir jemand ein schlechtes Gewissen einreden will schalte ich um auf Kontra.
    (Riesling: Die hiesigen Banausen trinken nur Kopfschmerzdröhnunglieblich, egal welche Rebe.)

  31. thehax sagt:

    Wer weltfremde, pragmatisch unsinnige Forderungen stellt, den nimmt man als vernünftiger Mensch nicht ernst[..]

    Moment, den nimmst Du nicht als vernünftigen Menschen ernst. Aneren Menschen muss da durchaus eine andere Meinung zugestanden werden. Denn auch wenn es sich nicht um die effizientesten oder sinnvollsten Maßnahmen handelt, es sind immerhin welche. Selbst wenn wir die Beweggründe dahinter als zweiffelhaft ansehen. Ich kann mich da nur nochmal wiederholen. Solange ich die Wahl habe zwischen: Lasst Exxon freie Hand oder schmeisst ihnen wenigstens Greenpeace vor die Füße, ist das immerhin noch etwas. Dass es nicht genügt ist ja vollkommen richtig, aber immerhin gibt es uns noch. Hätten Exxon und Konsorten freie Hand, wäre ich mir da nicht so sicher.

  32. Muriel sagt:

    @thehax: Ich habe noch gar nicht über den Inhalt der Forderungen gesprochen.
    19Uhr30 hat zugestanden, dass sie weltfremd und nicht pragmatisch sind. Auf diese Basis bezieht sich mein gesamter Beitrag. Du hast aber insofern Recht, dass ich hätte schreiben sollen:
    „Wer …, den sollte man meiner Meinung nach nicht ernst nehmen.“

    Und anders als du bin ich in der Tat der Meinung, dass diese Welt besser wäre, würde Greenpeace ersatzlos aus ihr gestrichen. Ich bin nicht der Meinung, dass Greenpeace nicht genug für die Umwelt tut, oder dass sie teilweise ein paar Dinge besser machen sollten.
    Ich halte Greenpeace ganz im Ernst für eine schädliche Kraft in dieser Welt.
    Ich weiß nicht, ob wir uns die Mühe machen wollen, die Gründe für unsere jeweilige Einschätzung auszutauschen.
    Ich wollte mit diesem Kommentar vor allem klarstellen, dass ich Greenpeace schon vom Ansatz her nicht zustimme und meine Kritik sich nicht auf Feinheiten in der genauen Umsetzung bezieht.

  33. Ich mag Greenpeace aber ehrlich gesagt auch nicht 🙂

  34. Muriel sagt:

    @Miss Overrated: Gesunde Einstellung.

  35. Hessenhenker sagt:

    Verklagen geht nicht, mir fehlt da die ladungsfähige Anschrift.

  36. Muriel sagt:

    @Hessenhenker: „Geht nicht“ wohnt in der „Will nicht“-Straße.

  37. Hessenhenker sagt:

    @ Muriel: Immer noch besser als gar keine Wohnung.

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