Nicht ganz billige Ausrede

Einige von euch haben sich vielleicht gewundert, dass es hier in letzter Zeit so ruhig war. Das hat nicht etwa damit zu tun, dass ich jetzt mein Zen gefunden habe und mich nicht mehr über Theisten, Sozialisten, Buddhisten oder Audifahrer ärgere, sondern damit, dass keoni und ich am letzten Wochenende meine Lektorin in der Eifel besucht und mit ihr an Nimmermehr gearbeitet haben. Um besagter Lektorin ihre Privatheit zu lassen, weil es für uns zwar toll war, für euch aber wohl nicht so spannend, und weil wir dort eh kaum Gelegenheit hatten, groß was zu unternehmen, berichte ich hier nicht von den Arbeitstagen, sondern nur von dem darauf folgenden sehr kurzen Urlaub und Ahrweiler. Oder fast. Eine Ausnahme gibt es, aber nur, weil ich Eiskristalle so toll finde:

So, aber jetzt schnell weiter nach Ahrweiler. Da haben wir uns ein Restaurant empfehlen lassen, das angeblich gut sein soll, aber irgendwie…

Die Portionen waren mickrig.

Die Wurst war viel zu dünn geschnitten. Wir haben hier einen Fleischer im Ort, der macht die daumendick. DAUMENDICK! Ich hab denen seine Nummer da gelassen; hatte aber nicht das Gefühl, dass sie sich da wirklich mal beraten lassen.

Der Koch hat’s nicht mal geschafft, das Essen mit der Sauce zu treffen.

Die rote Grütze war völlig eingetrocknet. Und dann hatten die nicht mal vernünftige Salz- und Pfefferstreuer auf dem Tisch. Manche Leute wollen’s einfach nicht begreifen.

Aber was ich ganz gut fand, war das Rotweingelée. Das ist mal ein trockener Wein.

Egal.

Am nächsten Tag suchten wir das Dokumentationszentrum Regierungsbunker auf, obwohl wir wussten, dass es bis März Winterpause hat.

Zumindest von außen wollten wir mal gesehen haben, wo unsere politischen Entscheidungsträger im V-Fall untergekommen wären. Sah nicht so besonders gemütlich aus, aber die haben auch nichts Besseres verdient. Dafür haben wir auf dem Parkplatz noch eine Kostbarkeit entdeckt.

An Ahrweiler selbst fiel uns zunächst von ferne das Kloster auf, das wir im Gegensatz zum Ausweichsitz der Verfassungsorgane des Bundes nicht nur von außen,

sondern auch von innen besichtigen durften.

Weiter unten konnten wir uns davon überzeugen, dass die Verteidigungsanlagen Ahrweilers noch hervorragend erhalten sind.

Ich schätze, das ergibt auch Sinn: Falls die Verfassungsorgane des Bundes es nicht mehr ganz bis zum Bunker schaffen, haben sie so noch eine Alternative.

Ahrweiler selbst erwies sich als eine rundum urige kleine Stadt mit einer sehr fröhlich bemalten Kirche, einem romantischen Burghotel und allem, was man sich in so einem mittelalterlichen Ort wünschen kann,

aber es wurde uns trotzdem zügig zu kalt (Verstehen Sie? Zügig? Kalt? Verstehen Sie?), und wir zogen uns in die Ahr-Thermen zurück.

Ein bisschen haben wir dort ein Sportbecken vermisst, aber da wir weniger mit sportlichen Ambitionen als vielmehr wegen des warmen Wassers gekommen waren, blieb insgesamt ein sehr angenehmer Eindruck.

Hier kommen wir bestimmt mal wieder her. Allein schon wegen des Bunkers.

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15 Responses to Nicht ganz billige Ausrede

  1. Tim sagt:

    Sehr schöne Gasto-Kritik. Wahrscheinlich hatten die in dem Schuppen nicht mal ein vernünftiges Dartboard?

  2. Guinan sagt:

    Hmm, sieht lecker aus. Drei Sterne?
    Letzten Herbst haben wir auch die Eifel unsicher gemacht. Die ganze Gegend ist toll, aber Ahrweiler fand ich ganz besonders schön. So toll essen waren wir aber nicht.
    Zum vorletzten Foto: Danke, reicht.

  3. Muriel sagt:

    @Tim: Und der Bullensimulator war auch kaputt.
    @Guinan:

    Drei Sterne?

    Nach einer oberflächlichen Google-Recherche haben die dort einen (Brogsitters Restaurant). Es war zwar wirklich sehr lecker, aber wenn du mich fragst, ist der (jetzt ganz im Ernst) schon ein bisschen geschmeichelt.

    Zum vorletzten Foto: Danke, reicht.

    Mach nur weiter so.

  4. nomadenseele sagt:

    Die Wurst war viel zu dünn geschnitten. Wir haben hier einen Fleischer im Ort, der macht die daumendick. DAUMENDICK! Ich hab denen seine Nummer da gelassen; hatte aber nicht das Gefühl, dass sie sich da wirklich mal beraten lassen.

    Ein Feinschmecker bist du auch nicht gerade, oder? 🙄

    Und dann hatten die nicht mal vernünftige Salz- und Pfefferstreuer auf dem Tisch. Manche Leute wollen’s einfach nicht begreifen.

    Ich empfehle McDonalds, da bekommt man Ketchup in Tüten zum aufreißen, dass dürfte dem von dir geforderten Eßniveau eher entgegenkommen. Alternativ die Touristen-Lokale auf Malta, da bekommt man viel Fraß und überall auf den Tischen steht Pfeffer und diverse Soßen.

  5. malefue sagt:

    wieso, guinan? scheint doch gut in form, der gute.

    was ist das eigentlich für ein bunker wo die tür offensteht; damit die katze rauskann?

    und sieht die eifel immer so vernebelt romantisch nach avalon aus? ich war zwar schon im deutschen norden aber nie so weit im westen.

  6. malefue sagt:

    siehste, nomadenseele hats kapiert. warum da mal nicht einer nen gastroführer drüber schreibt.

  7. Dietmar sagt:

    Die Bilder von Ahrweiler sind wunderschön! Das Eiskristall-Foto hätte von meiner Frau sein können. Wir haben Kisten voll mit solchen Impressionen von Tautropfen, Spinnennetzen, Eiskristallen etc.

    Lass mich raten: Christian Bale ist Dein Body-Double? Passt vom Allgemeinzustand her. 😉

    „Der Koch hat’s nicht mal geschafft, das Essen mit der Sauce zu treffen.“

    Das ist für mich der Lacher, der mich fröhlich in´s Bett gehen lässt! Vielen Dank!

  8. madove sagt:

    Nicht viel hinzuzufügen: Schön!
    Die Eiskristalle, die Restaurantkritik (DAUMENDICK! *lol*), Ahrweiler überhaupt, und schön, daß Du wieder da-er bist. Was mich jetzt vor allem noch beschäftigt, ist, wie und womit Ihr das Unterwasserfoto gemacht habt… (Laß mich raten, mit einer Kamera?… schonklar, nein, aber hä?)

  9. Guinan sagt:

    @malefue: ’n bisschen wenig dran. Geht in die falschen Restaurants, der Gute.
    (Erklären wir’s Nomadenseele? Nö, oder?)

  10. Tim sagt:

    Könnte man unsere Entscheidungsträger nicht eigentlich schon jetzt im Regierungsbunker unterbringen? Als Dauerlösung, meine ich?

  11. malefue sagt:

    @Guinan: spaghettimonster, bist du streng!
    und ich genieße die aufrichtige erregung der nomadenseele.

  12. Dietmar sagt:

    „Lass mich raten: Christian Bale ist Dein Body-Double? Passt vom Allgemeinzustand her.“

    Ups, mir wird jetzt erst klar, nachdem ich gestern „The Fighter“ gesehen habe, dass es bei Bale schon darauf ankommt, in welcher Rolle er sich präsentiert …

    Hab´s nur positiv gemeint!

  13. madove sagt:

    @Dietmar Ah, das erklärt einiges. Christian Bale nicht kennend mußte ich googlen, und die ersten angezeigten Ganzkörperbilder haben mich, gelinde gesagt, überrascht ob Deines Kommentars zurückgelassen 🙂

  14. malefue sagt:

    ist eh alles hinfällig, weil er das natürlich geshoppt hat. profi wie er ist.

  15. Muriel sagt:

    @nomadenseele:

    Ich empfehle McDonalds

    Na, deine Empfehlungen… Weil da ja auch immer Salz- und Pfefferstreuer auf den Tischen stehen.

    @malefue:

    was ist das eigentlich für ein bunker wo die tür offensteht; damit die katze rauskann?

    Das ist ja nur die Gartenpforte. Der eigentliche Bunker hat eine robust verschlossene Tür aus… äh… Glas. Naja.

    und sieht die eifel immer so vernebelt romantisch nach avalon aus?

    Nur über 30°C warmem Thermalwasser.

    @Dietmar:

    Christian Bale ist Dein Body-Double?

    I’m the God-damn Batman.

    @madove: Wir haben für unsere Canon G9 ein wasserdichtes Gehäuse, aber ich weiß selbst nicht genau, warum ich das erwähne, denn diese Fotos hier haben wir mit der ohnehin schon wasserdichten Sony DSC-TX10 gemacht, die keoni mir zu Weihnachten geschenkt hat.

    @Guinan:

    ‘n bisschen wenig dran

    Ich wiege 92kg! Was soll ich denn noch machen?

    Erklären wir’s Nomadenseele? Nö, oder?

    Ich bin nicht sicher, ob sie es nicht vielleicht doch verstanden hat. Aber vielleicht bin ich da auch nur wieder zu naiv.

    @Tim: Ich sekundiere.

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