in welchem ich demonstriere, dass meine Rants nicht immer lang und mäandernd sein müssen

„Der Deutsche Ethikrat schlägt mit überwiegender Mehrheit vor, Menschen mit dem Geschlechtseintrag „anderes“ die eingetragene Lebenspartnerschaft zu ermöglichen. Ein Teil des Ethikrates schlägt vor, ihnen darüber hinaus auch die Möglichkeit der Eheschließung zu eröffnen.“ 

Ich schäme mich so sehr, in einer Gesellschaft zu leben, in der ein „Ethikrat“ eine solche Stellungnahme abgibt, dass es schon körperliches Unwohlsein verursacht. Wir gehören alle geohrfeigt dafür, dass dieses Thema überhaupt diskutiert werden muss, und dahin getreten, wo es am meisten weh tut.

Allein schon diese erbärmliche Unterscheidung zwischen „Ehe“ und „eingetragener Lebenspartnerschaft“ sagt doch alles über uns aus, was eine außerirdische Zivilisation wissen müsste, bevor sie entscheidet, ob sie die Oberfläche dieses Planeten verglasen will.

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24 Responses to in welchem ich demonstriere, dass meine Rants nicht immer lang und mäandernd sein müssen

  1. Florian sagt:

    I say we take off and nuke the entire site from orbit.

  2. madove sagt:

    Ich habe immer mal wieder versucht, das Gefühl in Worte zu fassen, und es sind blöde lange, unerquickliche Rants geworden, weil ich irgendwie nicht auf die Idee gekommen bin, daß es wirklich mit „Ich schäme mich so sehr…“ am besten beschrieben ist. Ich hab immer irgendwas über Wut erzählt, aber genuin triffts Dein Text echt viel besser.

  3. madove sagt:

    Oh, und danke für Roy Zimmerman *freu* *klick* *klick* *klick*

  4. Jenso sagt:

    Vielleicht hätte mir das Video ja einen anderen Gedanken eingegeben, aber ich gucke/höre dergleichen nicht… und so schreibe ich hier nur zum Scham-Text.

    Über Ehe und sonstige Gemeinschaftsformen will ich mich nicht auslassen, dazu fällt mir nichts mehr ein. Wie unsere Gesellschaft damit umgeht, mag ein jeder für sich selbst klären.

    Aber:
    ich „schäme“ mich nicht dafür, in dieser Gesellschaft zu leben (ich bin ja hineingeboren worden und hatte keine Wahl (Emigration wäre daher auch nur Flucht) – mich stört allerdings sehr oft, daß die Mehrheit unserer Mitmenschen offenbar ihre Zufriedenheit darin findet, ethische (und religiöse, moralische) Aspekte von externen Instanzen abhandeln zu lassen. Dies ist bedauerlich.

    Und nochmal aber:
    Die Fragen von Trans- oder Intersexualität sind bei Otto Normalverbraucher bisher überhaupt nicht angekommen und daher hoffe ich (ausnahmsweise?) darauf, daß die inkribierte Stellungnahme dazu führen könnte (jedenfalls ein paar „baby steps“ weit), daß sich die Nöte/Zwänge, die aus unserer herkömmlichen Denkweise (mit dem alten Gegensatzpaar m/w) auflösen könnten: es gibt eben mehr unter dem Himmel und auf Erden…
    Ich wäre im Interesse der Betroffenen (ich kenne persönlich immerhin drei „solcher“ Menschen und nehme daher an, daß es wirklich eine hohe Zahl gibt) schon froh, den „Geschlechtseintrag »anderes«“ verbreitet zu sehen.

    Wider die ewige Dichotomie!
    Jens

  5. Heiko sagt:

    Ich finde es auch mehr als schrecklich, diese ganzen Unterschiede, damit das eine, die Ehe, immer etwas besseres und alleiniges im Gegensatz zu dem der Lebenspartnerschaft. Gefühle, und Verantwortung für einander, sollte man nicht so unterscheiden.

  6. Muriel sagt:

    @Jenso:

    Vielleicht hätte mir das Video ja einen anderen Gedanken eingegeben, aber ich gucke/höre dergleichen nicht…

    Ähm. Darf ich fragen, warum nicht? Und wesgleichen eigentlich? Generell Videos? Oder nur die von YouTube? Oder nur die, die ich empfehle?
    Ich meine, nein, das Video gewinnt der Sache auch keinen völlig neuen Aspekt ab, es ist vor allem lustig, insofern ist dir außer dem Humor nichts entgangen, aber… Mich wundert halt dieser Einleitungssatz.

    ich „schäme“ mich nicht dafür, in dieser Gesellschaft zu leben

    Gut für dich. Weiter so.

    Die Fragen von Trans- oder Intersexualität sind bei Otto Normalverbraucher bisher überhaupt nicht angekommen und daher hoffe ich (ausnahmsweise?) darauf, daß die inkribierte Stellungnahme dazu führen könnte (jedenfalls ein paar „baby steps“ weit), daß sich die Nöte/Zwänge, die aus unserer herkömmlichen Denkweise (mit dem alten Gegensatzpaar m/w) auflösen könnten

    Ich bin da zwar weniger optimistisch, aber es kann natürlich sein. In Anbetracht der Empfehlung gegen Gleichbehandlung täte ich mich aber sogar dann schwer, diese Stellungnahme zu loben.

    Wider die ewige Dichotomie!

    Da setzen wir unsere Prioritäten vielleicht ein bisschen unterschiedlich, aber zumindest scheinen wir auch nicht entgegengesetzt zu denken.
    Ist doch schon mal was.

  7. Nils Odenwald sagt:

    Wie viel Prozent der Bevölkerung ist weder Mann noch Frau?

  8. Muriel sagt:

    @Nils Odenwald: Keine Ahnung.
    Wofür wäre das wichtig?

  9. Muriel sagt:

    @Heiko: Ich lasse den Kommentar mal durch, weil du ja was zur Sache geschrieben hast und es mich eigentlich gar nicht weiter stört, falls jemand von hier deine Immobilienangebote besucht.
    Generell finde ich es aber freundlich, wenn man mich fragt, bevor man Werbelinks bei mir veröffentlicht.

  10. DasSan sagt:

    Über diese Lebenspartnerschaftssache rege ich mich auch schon seit ihrer Einführung auf. Damit werden homosexuelle Paare doch auf deutsch gesagt einfach verarscht.
    Mir ist absolut unklar, warum die Leute nicht einfach ganz normal heiraten sollen, wenn sie das möchten. Wofür braucht die heterosexuelle Ehe irgendeine Art von Privileg? Wer heiraten will, soll heiraten können, fertig.
    Ach, das regt mich sinnlos auf, aber gut, dass wir mal drüber gesprochen haben.

  11. Nils Odenwald sagt:

    Warum werden Trauscheine bei heterosexuellen Paaren immer seltener, bei homosexuellen Paaren aber immer begehrter?

  12. Muriel sagt:

    @Nils Odenwald: Das ist ja alles sehr putzig, was du hier machst, aber sei doch bitte so gut, noch zu erklären, was diese Fragen mit dem Thema zu tun haben, sonst kommt noch jemand auf die Idee, du wärst gar nicht an einem konstruktiven Dialog interessiert.

  13. Jenso sagt:

    Muriel, „wundere“ Dich nicht: ich wies darauf hin, daß ich das Video nicht sah und mir daher dessen evtl. Informationsgehalt entgangen sein mußte.
    Ich gucke mir KEINErlei Videos im Netz an – weil ich keine Texte hören kann.

    „Scham“ empfinde ich nicht, weil mir ein bloßes Leben in diesem Lande keinen schimpf- und schändlichen Gedanken eingibt – ich ziehe mir Äußerungen des Ethikrates nicht als eigenen Schuh an.
    Deine Ironie nehme ich hin – ist ja Dein Blog, Dein Claim.
    – Mir bleibt mein Leben und meine Meinung,

    Fragen zu Ehe und/oder Partnerschaften bzw. deren Gleich- oder Ungleichbehandlungen interessieren mich nur höchstpersönlich, nicht die Haltung eines Rates dazu, auch nicht die Deine.
    Aber ich lobe weiterhin die erfreuliche Tatsache, daß Intersexualität überhaupt öffentlich wahrgenommen und die leidige Zweiteilung in nichts anderes als Männlein oder Weiblein entfällt. Die Natur kann so, sie kann aber auch anders…

    Die Abneigung gegen stete Dichotomieen stellt meinerseits keineswegs eine Priorität dar, sondern nur einen Aspekt meiner Innenwelt.

    Daß Du dies ebenfalls nicht als unüberbrückbare Gegenposition mißverstehen dürftest, freut mich dann naturgemäß auch – das „ist wirklich schon mal was“.

    Gruß
    Jens

  14. Muriel sagt:

    @Jenso:

    Ich gucke mir KEINErlei Videos im Netz an – weil ich keine Texte hören kann.

    Das ist natürlich ein überzeugender Grund. Danke für die Erklärung.

    ich ziehe mir Äußerungen des Ethikrates nicht als eigenen Schuh an.

    Ich auch nicht, keine Sorge.

    Fragen zu Ehe und/oder Partnerschaften bzw. deren Gleich- oder Ungleichbehandlungen interessieren mich nur höchstpersönlich, nicht die Haltung eines Rates dazu, auch nicht die Deine.

    Eine durchaus ehrenwerte Haltung, bei der du von mir aus gerne bleiben kannst. Ich finde es aber zumindest nicht ganz abwegig, sich auch für die Haltung des Rates zu interessieren, da diese Einfluss auf unsere Gesetzgebung ausübt, die sich wiederum unseligerweise ganz bestimmend auf Ehe und Partnerschaft sowie deren Gleich- oder Ungleichbehandlung auswirkt.

  15. Jenso sagt:

    Ist es denn wirklich so wesentlich, daß zwei Dinge (Ehe und/oder Partnerschaft), die ja offenbar zweierlei sind (sonst trügen sie nicht unterschiedliche Namen), gänzlich „gleich“ behandelt werden?

    Ein meiner Bekannten (Geschlecht: „andere“) hat eine gescheiterte Ehe hinter sich, welche zwei böse persönliche Scherbenhaufen hinterließ: da half die „Besserbehandlung“ von staats wegen offenbar gar nichts.
    Eine große Zahl unserer Mitbürger ist gar nicht mehr so legitimistisch eingestellt, daß eine amtliche Urkunde gewünscht würde: man lebt miteinander (höchstpersönlich, mit freier Entscheidung): das finde ich gut & richtig.

    Handelt es sich bei der Ehe-/Partner-Frage nicht um einen Streut um des Kaisers Bart?

  16. Muriel sagt:

    @Jenso:

    Ist es denn wirklich so wesentlich, daß zwei Dinge (Ehe und/oder Partnerschaft), die ja offenbar zweierlei sind (sonst trügen sie nicht unterschiedliche Namen), gänzlich „gleich“ behandelt werden?

    Um Himmels Willen. Schon in der Frage stimmt so vieles nicht, dass ich kaum weiß, wo ich anfangen soll.
    Ich erkläre dir gerne, wie ich das sehe, aber dafür müsstest du mir erst einmal sagen, ob es dich überhaupt interessiert. Du hattest geschrieben, dass dir meine Position sowieso egal ist. In diesem Fall wäre es mir wohl die erhebliche Mühe nicht wert, sie dir zu erläutern.

  17. DasSan sagt:

    @Jenso: Zu deiner Frage mit den zwei unterschiedlichen Dingen (Ehe/Partnerschaft) – es geht einfach darum (und ich glaube, das meint auch muriel), dass es gar nicht zwei unterschiedliche Einrichtungen für die rechtlich wirksame Partnerschaft zweier Menschen geben sollte. Diese Unterscheidung hat die Regierung ja nicht durch göttliche Fügung übernommen, sondern erst „erfunden“.
    Das Konstrukt heterosexuelle Ehe vs. homosexuelle Verpartnerung ist in sich diskriminierend. Wenn zwei Menschen ihre Partnerschaft durch Heirat rechtswirksam machen wollen, dann sollte es eine gleiche Regelung für alle geben, unabhängig von der Geschlechterkombination.
    Und auch wenn ein Großteil der Bevölkerung deiner Meinung nach nicht unbedingt heiraten will, so sollten doch die übrigen Leute es tun können, wenn sie wollen.

  18. Nils Odenwald sagt:

    In einen Dialog bin ich noch gar nicht eingetreten. Ich habe lediglich zwei einfache Fragen gestellt, weil ich mehr zu dem Thema wissen möchte, ehe ich mir eine Meinung bilde.
    Vielleicht kann mir ja hier jemand meine Fragen beantworten.

  19. Jenso sagt:

    Den Himmel lasse ich beiseite, Muriel – aber daß unterschiedliche Dinge verschiedenartige Folgen oder auch nur Anschauungen zeitigen, erscheint mir klar.
    Wenn Dein inneres Gleichgewicht danach verlangt, hierin angeblich vorhandene Unstimmigkeiten aufzuhellen, dann – meinethalben – gern!

    Dir, DasSan, stimme ich gern darin zu, daß Menschen heiraten können sollten, wenn sie es denn wollten.
    Die Form könnte dann eine Ehe oder eine Partnerschaft sein, wenn ich die Lage recht verstehe. „Ehe“ meint rechtlich: „heterosexuell“, eingertr. Partnerschaft: „nicht hetero“.
    „Verheiratet“ sind beide Gruppen, selbst das heilige Erbrecht akzeptiert beide Optionen gleichberechtigt.
    Ich erkenne hier kein Problem.

    Deine obige Frage, Nils Odenwald, hatte ich als rhetorisch wahrgenommen, mehr als ein bonmot.
    Die darin behaupteten Dinge müßten evtl. noch beegt werden, bevor man eine bloße Annahme ausschweifend diskutiert?
    Der Lärm in der Öffentlichkeit rührt wohl eher von den Propagandisten der neueren Beziehungsform her. Was aber nicht unbedingt auf tatsächliche statistische Überzahl hinweist.
    Gesetzt, die Annahme wäre korrekt: es ist doch ein alter Hut, daß Menschen eher nach etwas Neuem streben als eine bestehende Sache beizubehalten (letzteres ist nicht so chic und strengt an).

  20. DasSan sagt:

    Beide Optionen sind eben nicht gleichberechtigt, das ist ja das Problem. Nachzulesen etwa hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Lebenspartnerschaftsgesetz#Rechtliche_Unterscheidung_zur_Ehe oder hier: http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/527328/Rechte-und-Pflichten-der-Eingetragenen-Partnerschaft
    Die eingetragene Partnerschaft wurde eingeführt, um Homosexuelle Paare irgendwie zufriedenzustellen, gleichzeitig aber vom „Heiligen Sakrament der Ehe“ weiter auszuschließen.

  21. Jenso sagt:

    Ja, DasSan,
    lt. wikipedia gibt es ein paar Unterschiede, was aber war klar; diese sind aus meiner Sicht allerdings tatsächlich von sehr überschaubarer Relevanz – wenn ich einmal vom lieben Geld absehe: das ist allerdings das letzte, worüber ich in solch einem Zusammenhang mir den Kopf zerbrechen möchte…

    Der link zur österreichischen Presse hilft mir nicht so viel weiter, da dort einige austriakische Sondersachen angesprochen werden, ich mangels Spezialkenntnis also nicht entscheiden kann, inwieweit dort über deutsche Gegebenheiten berichtet wird… (Sachwalterschaft – Betreuung/Vormundschaft – Geschäftsfähigkeiten… lauter Unterschiede zischen A und D).

    Vielleicht verkürzt diese Aussage unser Hin und Her:
    Ich halte die Unterschiede für richtig und angebracht, da ich vorrangig die – potentielle – Kinder betreffenden Aspekte werte.

  22. DasSan sagt:

    Okay, ich habe jetzt verstanden, dass es dich nicht stört, wenn homosexuelle Paare offen diskriminiert werden. Damit ist die Diskussion sinnlos, ich geb’s auf.

  23. Jenso sagt:

    Es stört mich, wenn jemand diskriminiert wird.
    Offene Diskriminierung finde ich übrigens nicht so schlimm, wie verborgene.
    Aber ansonsten bin ich selbst noch viel schlimmer: ich finde es nämlich lächerlich, wenn homosexuelle Paare sich für diskriminiert erklären.

    Ich hatte hier nur mitgewirkt, weil mich das Thema des „Geschlechtseintrags: andere“ im Eröffnungsstatement interessierte – Homosexualität ist mir wurscht.

  24. Muriel sagt:

    Ich mag dazu nichts mehr sagen. Ich ziehe mich in stiller Trauer zurück in das neue Yours-to-keep-Kapitel.

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