Yours to keep (8)

Auf vielfachen Wunsch habe ich mich einfach mal gleich an die nächste Episode von Yours to keep gesetzt und kann euch deshalb bereits heute die wahrscheinlich nicht letzte Folge dieser besonderen Serie präsentieren. Sicher ist euch klar, dass es keinen Zugewinn ohne Opfer geben kann, und so hat auch diese frohe Botschaft einen Preis: Die Zeit für die Arbeit an diesem neuen Kapitel steht mir jetzt natürlich nicht zur Verfügung für eine ausführliche Stellungnahme zu den Kapriolen um Germany’s next Bundespräsident. Das habt ihr jetzt davon.

Viel Vergnügen.

Die vorherigen 7 Episoden sind wie immer über die Geschichten-Seite auffindbar.

Yours to keep (8)

„Daniel… Daniel, bist du da drin? Daniel… Ich weiß, dass du da drin bist. Ich kann dich atmen hören… Ich kann dich riechen…  Ich kann deinen Angstschweiß schmecken. Du kannst rauskommen, Daniel, du musst keine Angst vor mir haben. Du kannst einfach die Klappe öffnen. Die Gefahr ist vorüber, es ist jetzt alles in Ordnung hier draußen. Komm einfach raus. Ich tu dir nichts, Daniel. Auch wenn du den Ring nicht mehr trägst, liebe ich dich immer noch. Er wirkt noch nach. Aber nicht für immer. Je schneller du rauskommst und ihn wieder aufsetzt, umso besser. Komm raus, und alles wird wieder so, wie vorher, nur besser. Daniel? Bist du da drin, Daniel? Kannst du mich hören?“

Er weiß nicht, was sie im Schilde führt.

Kann sie wirklich nicht in den Bunker, oder will sie nur mit ihm spielen? Weiß sie, dass er hier drinnen ist, oder vermutet sie es nur? Lügt sie? Mit allem, oder nur mit manchem, was sie sagt? Spricht sie überhaupt aus freiem Willen, oder hat der Zauberer gewonnen und benutzt sie nur, um Daniel aus seinem Versteck zu locken?

Nur eins weiß er sicher: Sie kann ihn nicht atmen hören. Er hat zu viel Angst, um zu atmen.

Daniel weiß nicht genau, was mit Ralf passiert ist, aber er will es auch nicht herausfinden.

„Daaaa-niel?“ singt sie, „Du hörst mich doch, oder? Früher oder später musst du sowieso da rauskommen. Du kannst dich nicht ewig von Erbsensuppe und Dauerwurst ernähren, und das meiste von den Konserven da drin ist sowieso nicht mehr gut.“

Just als sie das sagt, erklingt ein nass platzendes Geräusch aus der Finsternis, die ihn umgibt, und er muss sich auf die Finger beißen, um nicht zu schreien.

Trotzdem kann er ein hörbares Keuchen nicht unterdrücken. Er hätte sowieso nicht viel länger die Luft anhalten können.

„Siehst du?“ sagt sie, in einem ganz vernünftigen, freundlichen Tonfall, wie eine Mutter, die ihrem Sohn gezeigt hat, warum man seine Finger nicht in eine Mausefalle stecken darf. „Sowas willst du doch nicht essen, oder? Weißt du noch, wie wir zusammen im Providence waren? Du hast gesagt, das war der beste Lobster, den du je hattest. Wir können da gleich noch mal hin, wenn du willst.“

Daniel hat das Gefühl, zu nah an der Klappe zu sein. Aber er wagt auch nicht, sich zu bewegen, aus Angst, dann könnte sie ihn wirklich hören. Aber weiß sie nicht sowieso schon, dass er hier ist? Warum sollte sie ihn anlügen? Warum kommt sie nicht einfach und holt ihn?

„Weißt du… Du fehlst mir, Daniel. Du warst der beste Meister, den ich je hatte. Der freundlichste, und  der… menschlichste. Der einzige, den ich auch ohne den Ring geliebt hätte.

(„Hasst du mich?“

„Weil der Ring mich zwingt, dich zu lieben.“)

Ich fand es immer sehr schade, dass wir nie… wirklich zusammen waren, Daniel. Ich war noch nie mit einem Mann zusammen, den ich wirklich mochte. Ich vermisse dich, Daniel. Willst du nicht zu mir raus kommen und mein Freund sein?“

Für einen Moment tritt Daniels Angst zurück vor Fassungslosigkeit und Scham, als ihm bewusst wird, dass er beinahe wirklich nach der Kurbel an der Klappe gegriffen hatte.

Zu Daniels Überraschung findet er die Vorstellung gar nicht so unangenehm, dass alles wieder so wird wie vorher. Er hat sich das alles anders vorgestellt. Er dachte, er könnte sie loswerden und dann nie wieder an sie denken. Er dachte, er könnte dann wieder ein ganz normaler Jugendlicher sein, der nicht die Schuld am Tod anderer Menschen trägt und der nicht verantwortlich ist für einen menschenfressenden Dämon und gejagt wird von einem uralten Magier. Und wenn er sich entscheiden muss, ob er lieber der Herr eines menschenfressenden Dämons sein will, oder sein Opfer, dann ist er ganz bestimmt kein so guter Mensch, dass er darüber lange nachdenken müsste.

Aber er glaubt ihr nicht. Daniel ist kein Idiot. Soll sie reden, er wird ihr nicht antworten. Er fällt nicht auf ihre Tricks rein. So dämlich ist er nicht.

„Ich hatte noch nie einen Freund.“

Manipuliert sie ihn?

Er muss beinahe lachen bei dem Gedanken. Natürlich manipuliert sie ihn. Hat sie schon immer. Aber tut sie es direkt? Ist sie in seinem Kopf? Oder sind es nur ihre Worte? Ist es nur seine eigene Schwäche, die ihn darüber nachdenken lässt, die Klappe zu öffnen, oder lenkt sie seine Gedanken?

„Daniel?“ fragt sie leise nach einer langen Pause, und in ihrer Stimme schwingt so viel Einsamkeit und Traurigkeit, und gleichzeitig die Hoffnung, dass er ihr antworten wird, dass er schon den Mund geöffnet hat, bevor er sich entscheiden kann, weiter zu schweigen.

Sie schien ihm nie wirklich gefährlich für ihn selbst. Sie war immer sehr freundlich zu ihm.

Natürlich war sie das, denkt er. Du hattest den Ring, du blöder Hammel. Überleg mal wie sie immer zu denen war, die ihn nicht hatten. So einer bist du jetzt für sie. Du bist jetzt Futter für sie.

„Daniel?“ fragt sie noch einmal, in dieser kläglichen, leisen Mädchenstimme.

Aber wenn er nur Futter ist, warum gibt sie sich dann solche Mühe? Warum holt sie sich nicht einfach einen von den Milliarden Menschen, die sich nicht gerade in Atombunkern vor ihr verstecken?

Du bist Futter, vor dem sie kriechen musste. Du bist nicht einfach nur irgendein Lamm. Du bist das Lamm, das sie gedemütigt hat. Du bist das Lamm, vor dem sie sich selbst erniedrigt hat. Deswegen will sie dich zuerst schlachten, vor all den anderen Lämmern.

„Spricht doch wenigstens mit mir. Bitte, Daniel. Lass mich doch wenigstens wissen, ob es dir gut geht. Bist du da? Kannst du mich hören?“

Aber sie klingt wirklich nicht, als wäre sie ihm böse. Sie klingt, als würde sie sich Sorgen um ihn machen.

Was würde es schon schaden, wenn er ihr nur antworten würde? Wenn sie die Klappe des Bunkers nicht öffnen kann, dann ändert es doch nichts, wenn sie weiß, dass er hier drin ist. Und wenn sie sie öffnen kann, warum hat sie es dann noch nicht getan? Außerdem weiß sie doch sowieso schon, dass er hier ist; sie würde sonst wohl kaum minutenlang mit einem Loch im Boden reden.

Und sie klingt auch wirklich nicht gefährlich.

„Daniel, antworte mir doch bitte.“ Er kann hören, dass sie weint. „Ich… Ich habe Angst, Daniel. Ich habe Angst, dass ich dich verletzt habe. Wenn du nicht da drin bist, dann liegst du vielleicht irgendwo hier draußen, und dann bin ich Schuld daran. Das könnte ich mir nie verzeihen. Du warst der einzige Mann, der mich jemals wie eine Freundin behandelt hat, nicht wie eine Sklavin. Du warst der einzige Mensch, den ich je zum Freund haben wollte. Bitte, sag was, Daniel. Bitte!“

„Ich bin hier, Sheila“, antwortet er.

Er weiß eigentlich in diesem Moment schon, dass es ein Fehler ist, aber wenn ihn diese Erkenntnis aufhalten könnte, wäre er nie in eine solche Situation geraten.

„Daniel!“ hört er sie draußen rufen. In ihrer Stimme schwingt so viel freudige Überraschung mit, so viel Erleichterung und so viel ehrliches Glück, dass es ihn beinahe auch zu Tränen rührt. „Es tut so gut, wieder deine Stimme zu hören. Geht es dir gut?“

„Ja“, antwortet er. „Es geht mir gut, Sheila.“

„Oh, das ist so schön! Ich hätte mir das niemals verziehen, wenn ich dir etwas angetan hätte. Aber jetzt ist alles wieder gut, Daniel. Wirklich, hier draußen ist jetzt alles wieder in Ordnung, und er ist auch nicht mehr hier. Du kannst die Klappe aufmachen und zu mir raus kommen.“

Ja, sicher. Für wie dämlich hält sie ihn? Klar, sie hat ihn mit ihrer Show dazu bekommen, mit ihr zu reden, aber er glaubt ihr nicht. Daniel ist kein Idiot. Da kann sie noch so tief in ihre Trickkiste greifen und noch so viel weinen. Er wird diese Klappe nicht für sie öffnen. So dämlich ist er nicht.

*******************************

„Wer ist der Junge?“ fragt Amit, während er unablässig den Kochlöffel in der Achterfigur durch seinen größten Topf führt, wie sie es ihm gezeigt hat.

Sie hat ihm sehr nachdrücklich erklärt, wie wichtig es ist, dass er keinen Fehler macht. Sie haben nur diese eine Chance, und wenn es anbrennt, dann ist alles verloren.

Sie dreht sich um und schaut, als hätte sie keine Ahnung, wovon er redet.

„Oh“, sagte sie. „Das ist nur Daniel. Mach dir keine Gedanken um ihn. Wir brauchen ihn zwar noch, aber erst einmal spielt er keine Rolle. Vergiss ihn einfach. Er wird uns nicht stören. Früher war er manchmal ziemlich eigensinnig, aber das habe ich ihm abgewöhnt. Stimmt’s Daniel?“

Der zitternde Junge zuckt zusammen, als hätte sie ihn mit einem spitzen Stock angestoßen.

„Natürlich!“ antwortet er. „Was immer du willst, Sheila!“

Amit zieht seine Augenbrauen zusammen.

„Sheila?“

Sie seufzt und dreht sich noch einmal zu dem zitternden Jungen um.

Er kauert sich in seiner Ecke zusammen, als hoffte er, sich so weit in sich selbst zurückziehen zu können, dass er ganz verschwand.

Sie stemmt eine Hand in die Hüfte und tippt mit dem Fuß auf das Parkett.

„Daniel…“ raunt sie.

„Es… Es tut mir leid!“ presst der Junge zwischen klappernden Zähnen hervor.

„Wie heiße ich, Daniel?“

„Chiyo! Du heißt Chiyo!“

Sie nickt und wendet sich lächelnd wieder zu Amit um.

„Er ist noch ein bisschen verwirrt. Er hatte einen harten Tag, aber bestimmt beruhigt er sich bald wieder. Wie gesagt, vergiss ihn am besten einfach.“

Er zuckt die Schultern und rührt weiter. „In Ordnung.“

Sie sieht sich aufgesetzt leichtmütig um, offensichtlich auf der Suche nach einem anderen Gesprächsthema, um von dem verängstigten Jungen in seiner Küche abzulenken. Amit hofft, dass sie bald eines findet. Er will gerne abgelenkt werden.

Der hässliche Ring an dem Lederband um ihren Hals zieht immer noch seine Aufmerksamkeit auf sich. Fast fühlt es sich an, als versuchte das klobige Ding, ihm etwas zu sagen.

„Was denkst du, was ein guter Ort für das Treffen wäre?“ fragt sie. „Möchtest du lieber etwas hier in der Nähe, wo du dich auskennst, oder etwas Abgelegenes, wo dich niemand wiedererkennt?“

„Kommt das nicht drauf an, wo das Ziel sich befindet?“

Sie lacht. Er liebt es, wenn sie lacht.

„Keine Sorge. Er wird da sein. Wo immer wir ihn haben wollen. Nicht wahr, Daniel?“`

„Ja“, quiekt der Junge in der Ecke, noch bevor sie ganz zu Ende gesprochen hat. „Ja, natürlich. Alles, was du willst!“

„Gut.“ Sie nickt zufrieden.

„Nicht direkt hier in Israel“, sagt Amit. Er versucht, nicht weiter darüber nachzudenken, was sie mit dem Jungen macht. „Ansonsten ist es mir egal. Und in Teheran muss es auch nicht sein. Wir wollen nicht als Kollateralschaden enden.“

Sie schnaubt.

„Keine Sorge. Ihr droht vielleicht, aber ihr greift nicht wirklich an.“

Er blick überrascht zu ihr auf. „Wie meinst du das?“

„Israel hat nicht die Reichweite. Ihr bräuchtet mehr Tankflugzeuge, um die nuklearen Einrichtungen des Irans zu zerstören. Bis die USA euch vier oder fünf verkaufen, ist Teheran sicher. Und ein paar Hundert GBU-31-Bomben wären wohl auch nötig. Aber ich würde trotzdem lieber nicht hingehen.“ Sie grinst, und er schaut schnell auf den Topf, in dem er rührt. „Ich falle dort auf.“

„Wenn du nicht auffallen willst, müsste es dort doch ideal sein. Kein Mensch wundert sich, wenn du dich völlig vermummst.“

Sie schüttelt den Kopf. „Lieber nicht. Ich suche mir gerne selbst aus, wie ich mich kleide. Wie siehst du das, Daniel? Lässt du dir gerne vorschreiben, was du anzuziehen hast?“

Der Junge öffnet den Mund – und zögert.

„Daniel?“ wiederholt sie in honigsüßem Ton.

„Ich… ziehe natürlich alles an, was dir gefällt“, antwortet er unsicher.

„M-hm…“ Sie nickt. „Er hat so viel gelernt in so kurzer Zeit.“

„Was hat er dir getan, Chiyo?“

„Nichts“; antwortet sie schnell. „Wieso? Wie kommst du denn darauf, er könnte… Ich hab doch gesagt: Vergiss ihn einfach!“

Ich soll ihn vergessen? denkt er. Du fängst doch immer wieder mit ihm an.

Aber er spricht es nicht aus. Er will sie nicht verärgern. Er hört so gern ihr Lachen und badet sich ihrer Gunst.

Er versucht, den Ring zu ignorieren.

„Ich glaube, das hier ist fertig. Wie geht es jetzt weiter?“

„Wir brauchen nur das Fett“, antwortet sie. „Du kannst den Rest essen, wenn du willst, aber ich glaube, das ist nicht empfehlenswert. Es riecht auch schon ein bisschen komisch. Vielleicht sollten wir’s einfach wegschütten.  Oder…“ Sie legt Zeige- und Mittelfinger ihrer rechten Hand an ihren Mundwinkel und blickt von dem Topf zu dem zitternden Jungen und wieder zurück, als würde sie nachdenken. Schließlich hebt sie beide Augenbrauen und die Hand, als hätte sie eine Idee gehabt.

Amit seufzt leise.

Er hätte auf seine Mutter hören sollen.

*******************************

Daniel zwingt sich, sich nicht umzudrehen, als er über das Klappern und Klirren von Besteck und Geschirr und über das stete Brummen vieler Konversationen an den anderen Tischen die Schritte näherkommen hört. Er ist sich nicht sicher, ob er wirklich an irgendetwas hören kann, dass es seine Schritte sind, oder ob seine Angst und Anspannung ihm das nur einredet.

Er hat jedenfalls Recht.

Der Mann aus dem Wald lässt sich auf die Bank gegenüber an Daniels Tisch fallen. Er trägt jetzt keinen Pelzmantel mehr, sondern ein buntes Hawaii-Hemd, aber seine schulterlangen Haare und seine freundlichen hellblauen Augen waren noch dieselben.

Er breitet seine Arme aus und sieht sich um, ein Mundwinkel zu einem schiefen Lächeln verzogen.

„Ein Restaurant?“ fragt er. „Wirklich?“

Daniel zuckt die Schultern.

„Ich bin hungrig.“

Der alte Zauberer schnaubt ein Lachen.

„Zeig ihn mir“, sagt er.

Daniel zieht den Ring aus seiner Tasche und hebt ihn kurz auf Höhe seiner Schulter, sorgsam darauf bedacht, ihn nicht in Reichweite des Zauberers zu halten. Dann steckt er ihn wieder ein.

„Wie bist du daran gekommen?“

„Ich hatte mich in einem alten Bunker versteckt“, antwortet Daniel. „Und als ich rauskam, lag er da.“

Ein Kellner erscheint neben ihrem Tisch und sieht sie fragend an.

„Ich hätte gerne ein Bitter Lemon“, sagt Daniel.

„Espresso“, bestellt der Zauberer.

Der Kellner nickt und verschwindet.

„Er lag da“, sagt der Zauberer. „Einfach so, einsam im Wald.“

„Sie lag daneben“, sagt Daniel. Er spricht ein bisschen zu schnell und versucht, ruhiger zu atmen. „Sie war… bewusstlos, oder so. Ich schätze, ich habe Glück gehabt.“

Der Zauberer hebt seine rechte Augenbraue.

„Wieso haben Sie überlebt?“ fragt Daniel. „Wieso haben Sie keine Angst vor ihr?“

„Wieso hast du Angst?“ fragt der Magier. „Du hast doch den Ring. Und warum trägst du ihn nicht?“

„Er ist mir zu groß, und… Er gibt mir das Gefühl, gefangen zu sein. Wie ein Halsband, oder Handschellen.“

„Hm.“

„Wenn ich Ihnen den Ring geben soll, muss ich wissen, warum Sie keine Angst vor ihr haben. Wie schützen Sie sich vor ihr?“

Der Zauberer legt seinen Kopf schief und schweigt eine lange Zeit.

Der Kellner bringt Daniels Bitter Lemon, und den Espresso des Zauberers, in einer dieser lächerlichen winzigen Tässchen, deren Sinn Daniel nie begriffen hat.

„Der eine Tropfen von dem Zeug, der da drin ist, muss doch sofort Zimmertemperatur annehmen, sobald es das Porzellan berührt, oder?“

„Die Tasse wird vorgewärmt“, sagt der Zauberer.

Er greift unter den Kragen seines Hawaii-Hemds und zieht eine silberne Kette daraus hervor, an der ein ungefähr daumengroßes glänzend poliertes Symbol aus einem dunklen Tropenholz hängt.

„Ein Schutzzeichen“, sagt er. „Sie kann es nicht überwinden. Es schützt seinen Träger vollständig vor ihrem Einfluss. Sie kann dich nicht einmal richtig sehen, wenn du es trägst. Der große Genosse Stalin hat nach dem Vorfall von Stalingrad jeden Panzer, jeden Bunker und jedes U-Boot mit diesem Zeichen versehen lassen. Ironie der Geschichte, dass jeder ihn für seinen dummen Aberglauben auslacht, aber seine Politik heute noch ernst genommen wird, was?“

Daniel schweigt. Und der Zauberer nimmt einen Schluck von seinem Espresso.

„Wenn du das Schutzzeichen trägst, kann sie dir nichts mehr anhaben. Es sei denn, du fällst trotzdem noch auf ihre großen Augen und ihre dicken Titten rein. Aber für so dumm halte ich dich dann auch wieder nicht.“

Daniel spürt, dass er ein bisschen rot wird.

„Ich will dieses Zeichen. Dann bekommen Sie den Ring.“

Der Zauberer lacht. Erst ist es nur ein lautloses Beben seiner Schultern, dann ein leises Glucksen, dann ein lautes Lachen, nach dem sich einige der anderen Gäste mit einer Mischung aus Überraschung, Neugier und empörter Missachtung umsehen.

„Und wenn ich noch meine Gans dazu gebe, die goldene Eier legt, schenkst du mir einen Satz Steakmesser, ja?“

„Wie soll ich sonst …“

„Sie hat sich ja sicher Mühe gegeben“, unterbricht der Zauberer Daniel, „Aber hat sie im Ernst gedacht, ich würde die Fälschung nicht erkennen?“ Er sieht nicht unbedingt verärgert aus. Eher verwirrt. „Hat sie wirklich gedacht, ich würde das nicht merken? Was ist ihr echter Plan, hm?“

Er hebt eine Hand, und der Ring aus Daniels Tasche springt hinein. Der Zauberer hebt ihn auf Augenhöhe und dreht ihn, um ihn von allen Seiten zu betrachten.

„Ist der Ring die Falle? Was wäre passiert, wenn ich ihn aufgesetzt hätte? Sie glaubt immer, sie wäre so clever.“

Der Kellner erscheint wieder neben ihrem Tisch.

„Ist alles zu Ihrer Zufriedenheit?“

„Ja, bestens. Wir melden uns schon, sobald …“

Der Kellner bewegt sich, als wäre auch er nicht nur Fleisch und Blut. Gerade hing seine Hand noch ruhig an seiner Seite, und plötzlich – als wäre sie einfach am Hals des Zauberers erschienen, ohne die Strecke dazwischen zurücklegen zu müssen – packt sie die Kette um seinen Hals und reißt sie ab.

Der Zauberer dreht sich mit leicht erhobenen Brauen um und sieht den Kellner an, als hätte der lediglich eine unpassende Bemerkung gemacht.

Der Kellner und Daniel stehen einige Sekunden reglos da, während sie auf etwas warten, das nicht geschieht.

Einige der anderen Gäste spähen verstohlen hinüber und murmeln einander Fragen zu.

„Sie sind es also“, sagt er.

„Wo ist sie?“ fragt Daniel.

Sie müsste doch jetzt erscheinen. Der Magier ist wehrlos! Worauf wartete sie?

Der Kellner beachtete ihn überhaupt nicht. Er zog ein schwarzes Kampfmesser aus seinem Gürtel, das der Magier ihm mit einer beiläufigen Geste aus der Hand schlug.

„Sie hat euch natürlich nicht gezeigt, wie ein echtes Schutzzeichen aussieht“, sagte er grinsend. „Wie könnte sie auch? Wahrscheinlich weiß sie es nicht mal selbst. Aber sie weiß, dass ich es noch trage. Deswegen wird sie nicht kommen. Sie wird euch einfach hier verrecken lassen und keinen Finger rühren, um euch vor mir zu schützen. Denkt mal drüber nach.“

Sämtliche Gespräche in dem Restaurant sind verstummt. Ein Mann an einem Nachbartisch sieht sich im Raum um, als würde er eine Kamera suchen.

Der Zauberer blickt zufrieden von Daniel zu Amit. Offenbar hofft er wirklich, Zweifel in ihnen geweckt zu haben, ob sie auf der richtigen Seite stehen. Aber Daniel muss über nichts nachdenken. Er hat sie in ihrer wahren Gestalt gesehen, und er wird nie wieder riskieren, sie zu verärgern.

Mit einem spitzen Schrei, der ihm schrecklich peinlich wäre, wenn er daran jetzt Gedanken verschwenden würde, packt er das Glas, das vor ihm auf dem Tisch steht, und schüttet es dem Zauberer ins Gesicht.

Der Magier schreit auf und schlägt die Hände vors Gesicht. Daniel weiß nicht genau, welchen Stoff Amit in das Glas gegossen hat, aber es scheint sehr weh zu tun.

Der alte Zauberer muss nicht lange leiden. Mit derselben völlig unglaubwürdigen Geschwindigkeit wie vorhin zieht Amit ein weiteres Messer hervor und stößt es ihm in den Hals. Einmal, zweimal, ein drittes Mal.

Der Schrei des Magiers weicht einem gurgelnden Röcheln, das schnell im Kreischen der anderen Gäste untergeht.

Der Mann, der vorhin nach der Kamera gesucht hat, springt als einziger nicht auf, um aus dem Restaurant zu fliehen, als Amit den Zauberer zu Boden zerrt und ächzend durch seinen Hals sägt, als würde er einen hartnäckigen Truthahn tranchieren.

Erst als er den Kopf des alten Mannes vollständig abgetrennt hat, erklingt das Klacken von Stiefelabsätzen aus der Küche, und Sheila – Chiyo, verbessert Daniel sich hastig; ihr Name ist Chiyo – stolziert in den Raum. Sie trägt noch denselben engen weißen Pullover und die grünen Jeans mit den wadenhohen Stiefeln, aber Daniel nimmt ihre weiblichen Reize kaum wahr. Er wird nie wieder die Maske, die sie für diese Welt aufsetzt, mit denselben Augen sehen können, oder zumindest glaubt er das in diesem Moment.

Zu gut erinnert er sich noch an den Moment, als er die Klappe zu dem alten Bunker öffnete, verführt von ihrer sanften, flehenden Stimme, und sich ihre schlanke Hand um seinen Arm schloss, mit einem Griff wie eine Schrottpresse, und er sich aus seinem Versteck gezogen fühlte wie ein altes Spielzeug, nach dem man viel zu lange suchen musste. Er begreift jetzt nicht mehr, wie er jemals so dumm sein konnte.

Der Mann am Nachbartisch öffnet den Mund, als wollte er eine Frage stellen, und schließt ihn wieder, als ihm klar wird, dass er damit wahrscheinlich die Dreharbeiten stören würde.

Amit steht auf und wischt seine blutigen Hände und das Messer an einer Serviette ab.

„Mission Accomplished“, sagt er lächelnd.

Chiyo nickt ihm anerkennend zu und blinzelt angestrengt auf die Leiche vor dem Tisch hinab.

„Ist er das?“ fragt sie.

„Ja, natürlich!“

„Er trägt noch das Zeichen.“

„Wir… Er hat uns getäuscht. Die Kette, die ich ihm abgenommen habe, war die falsche. Wir mussten ihn töten.“

Sie schiebt schmollend ihre Unterlippe vor. Daniel erinnert sich noch, dass diese simple Bewegung früher einmal sein Herz zum Rasen gebracht hätte.

„Schaaade“, seufzt sie. „Ich hätte mich gerne… ausführlicher mit ihm auseinandergesetzt.“

Mit einem viel zu breiten Grinsen wendet sie sich Daniel zu. Wenn er jetzt auf der Stelle sterben könnte, würde er es tun. Er kann nicht einmal atmen und wagt weder, sie anzusehen, noch, seinen Blick von ihr abzuwenden.

„Aber ich habe ja immer noch dich“, sagt sie, und zwinkert ihm zu. „Wir beide werden viel Spaß miteinander haben.“

Daniel unterdrückt ein Schluchzen.

„Such das echte Schutzzeichen, und schaff es weg“, sagt sie. „Ich will sicher sein, dass er es auch wirklich ist.“

Amit verdreht die Augen, als er sich neben die Leiche kniet und den alten Mann abtastet. Sie kann es nicht sehen, aber Daniel kann. Dem Mörder gefällt ihr Tonfall nicht. Schnell findet er ein hölzernes Symbol, sehr ähnlich dem falschen Schutzzeichen, abgesehen von den angesengten Kanten.

„Ist es das?“ fragt er.

Sie saugt Luft durch die Zähne und tritt einen Schritt zurück.

„Ja“, antwortet sie. „Steck es ein und bring es weg, bitte.“

Amit nickt mit sichtlich angespannten Kiefermuskeln. Es gefällt ihm nicht, wenn sie ihm Befehle gibt. Daniel wittert eine Chance, aber er kommt gar nicht mehr dazu, sie zu nutzen.

Amit steht auf und macht einen Schritt in Richtung des Ausgangs. Und wirbelt plötzlich herum.

Daniel wird nie erfahren, was er sich gedacht hat. Vielleicht wollte er einfach nur nicht länger warten. Vielleicht dachte er auch, sie könne ihn wegen des Schutzzeichens jetzt nicht aufhalten, und die Gelegenheit wäre günstig. Vielleicht hat er auch gar nichts gedacht und sich einfach der sonderbaren Anziehungskraft des scheußlichen Schmuckstücks ergeben.

Gedankenschnell fährt Amits Hand zu dem Ring um Chiyos Hals – und die Welt um Daniel versinkt in einem gleißenden Lichtblitz. Es ertönt kein Geräusch, aber doch klingeln Daniels Ohren. Er ist sich nicht sicher, aber er glaubt, dass er für eine kurze Zeit bewusstlos war.

Er blinzelt, um das Nachbild von seinen Netzhäuten zu vertreiben. Zunächst sieht er nur schemenhaft, dann allmählich deutlicher, was geschehen ist.

Amit ist verschwunden. Weder von ihm, noch von dem Schutzzeichen , das er in der Hand hielt, ist eine Spur zu sehen. Der Mann, der die Kamera gesucht hat, ist über seinem Tisch zusammengebrochen.

Auf dem Fußboden liegt… eine junge Frau mit einem Lederband um den Hals, mit einem klobigen goldenen Ring. Aber der Ring, auch wenn er genauso aussieht wie vorher, ist offensichtlich ein anderer. Die Aura von ekelerregender Faszination ist verschwunden. Weder zieht er Daniels Aufmerksamkeit auf sich, noch verursacht er ihm eine Gänsehaut. Es ist einfach nur ein geschmackloser Ring.

Und die junge Frau.. ist nicht Chiyo. Sie trägt Chiyos Kleider, aber sie passen ihr nicht. Der Pullover wird über ihrer linken Schulter von einem großen Buckel verzerrt und gibt deshalb einen Teil ihres Bauches frei. Die Hose ist zu eng für einen breiten Hintern und zu lang für viel zu kurze Beine.

Sie hat eine sehr tiefe Hasenscharte, und ihre viel zu großen oberen Schneidezähne stehen weit vor. Ihre Nase ist katzenhaft flach und zu breit. Große schwarze Augen schielen ausdruckslos zur Decke.

Erst das Aufheulen von Polizeisirenen in der Ferne reißen die junge Frau und Daniel aus ihrer Trance. Er springt auf und sieht sich um, als hoffte er, jemanden zu finden, der ihm sagt, was er zu tun hat. Oder zumindest das verdammte Schutzzeichen. Aber er ist sich nicht sicher, ob er es überhaupt noch braucht.

„Kowadoko?“ murmelt die junge Frau. „Sorhandeska?“

Sie spricht in einem monotonen, schwerzüngigen Tonfall, den Daniel sofort mit einer geistigen Behinderung assoziiert. Sie richtet sich in eine sitzende Position auf und sieht den Zauberer mit dem abgeschnittenen Kopf. Erschrocken springt sie auf und stößt in der Bewegung heftig mit ihrer breiten Hüfte gegen eine Tischkante. Ihr Schrei vereint Schmerz und Angst und Wut.

„Dedemo Chi!“ ruft sie. Ihre Stimme ist undeutlich. „Nanigaokottaka?“

Die Sirenen kommen näher, und Daniel blickt ratlos von der Küchentür zu dem verwirrten entstellten Mädchen, das ihn mit seinen großen, viel zu eng stehenden Augen anstarrt und langsam rückwärts taumelt, bis es mit dem Kopf gegen die Wand stößt und wieder empört und verängstigt aufschreit.

„Atchi ike!“ ruft sie.

Daniel weiß nicht genau, was passiert ist, aber er hat eine Ahnung. Ein Teil von ihm will sie einfach hier zurücklassen. Ein Teil von ihm will sie vorher noch ohrfeigen und treten. Der Daniel, der vor Monaten einen Ring im Meer fand, hätte das vielleicht getan. Aber ein anderer Teil von ihm ist seitdem gewachsen, oder zumindest möchte er das gerne glauben, denn dann hätte dieses ganze Desaster wenigstens etwas Gutes gehabt.

Dieser Teil geht langsam mit beruhigend erhobenen Armen und ihr zugewandten offenen Handflächen auf sie zu.

„Alles ist gut“, sagt Daniel. „Ganz ruhig, niemand tut dir etwas.“

Er streckt eine Hand nach ihr aus.

„Komm mit“, sagt er. „Komm mit, solange wir noch eine Chance haben. Wir müssen hier weg.“

Sie schüttelt ihren Kopf und presst ihren Rücken gegen die Wand.

„Atchi ike! Watshi wanata, arimasen!”

Sie wäre selbst Schuld, sagt der Teil von ihm, der sich noch zu gut an ihr wahres Gesicht erinnert. An das, was sie mit ihm gemacht hat, und das, was sie noch vorhatte. Sie hat es nicht besser verdient. Und was will er überhaupt mit so jemandem? Soll er jetzt ihr Pfleger sein, und sie füttern und zu Bett bringen?

Aber der andere Teil von ihm erinnert sich auch noch zu gut an das, was er mit ihr gemacht hat, und dieser Teil nimmt ihre Hand, ob sie will oder nicht, und zieht sie mit sich. Dieser Teil sieht einen anderen Menschen, der seine Hilfe braucht, und will sie ihm nicht verwehren.

Sie lässt es sich gefallen. Sie will nicht mit ihm gehen, aber sie ist es gewohnt, dass andere besser wissen, was gut für sie ist. Außerdem hat sie schlechte Erfahrungen damit gemacht, sich Männern widersetzen zu wollen.

Haru lässt sich von dem fremden jungen Mann, der ihr doch auf sonderbare Weise vertraut vorkommt, durch die Tür nach draußen ziehen, durch eine Straße, voller fremder Menschen, fremder Geräusche und Gerüche, und unfassbarer Anblicke. Sie fürchtet sich, und sie versteht nicht, was mit ihr geschieht, aber sie hat nicht die Kraft und nicht den Willen, sich zu widersetzen. Sie ist es gewohnt, nicht zu verstehen. Sie trägt verschwommene Erinnerungen an Dinge, die jemand getan hat – sie selbst? -, aber sie weiß nicht, was sie bedeuten.

Keiner von ihnen beiden versteht wirklich, was geschieht, und keiner von ihnen sieht in diesem Moment weiter als bis zum nächsten Schritt, während sie durch die Gassen Kairos vor der Polizei fliehen.

An diesem Tag erwartet die beiden noch viel mehr Verwirrung, mehr Schmerz, und mehr Furcht. Aber für uns soll diese Geschichte nun zu Ende sein. Wir haben genug gesehen und genug mit ihnen gelitten. Langsam erheben wir unseren körperlosen Ausblick über die beiden fliehenden Menschen, über die Straßen und Gebäude der Stadt, über die von den grünen Nilrandgebieten durchbrochene Einöde Ägyptens, über die Länder und Ozeane und Kontinente, bis aus der Ferne dieses Kleinod von einem Planeten vor dem sternenübersäten schwarzen Hintergrund des Kosmos so majestätisch und vollkommen erscheint, als hätte nie ein Lebewesen aus Dummheit oder Schwäche einem anderen Leid zugefügt.

Von hier aus sind diese Welt und dieses Leben ein wunderschöner Traum.

Die Vorzüge auktorialer Allmacht.

Lesegruppenzeugs:

  1. Und was meint ihr? Letzte Folge, oder nicht letzte Folge?
  2. Keoni fand den Übergang zu plötzlich. Sie war irritiert, weil Sheila jetzt plötzlich so anders ist und wir nicht mitbekommen, was zwischen der ersten und zweiten Szene mit Daniel passiert. Andererseits ist sie gerade gesundheitlich ein bisschen angeschlagen und ist sich nicht sicher, ob sie das auch stören würde, wenn sie nicht sowieso schon verstimmt wäre. Ich find’s eigentlich richtig so. Was meint ihr?
  3. Hat jemand versucht, die japanischen Teile zurückzuübersetzen? Falls es euch interessiert: Da war ich gewohnt faul. Ich habe Google dolmetschen lassen und das Ergebnis dann willkürlich ein bisschen verändert, weil sie ja uraltes Japanisch spricht, und nicht mal das richtig. Sicherlich ist dabei völliger Kokolores herausgekommen, aber ich vertraute darauf, dass eh niemand von euch die Sprache beherrscht. Zu Recht?
  4. Ich weiß, mit der Anti-Running-Gag-Fraktion habe ich es mir durch diesen Schluss natürlich ziemlich endgradig verdorben. Die Entwicklung der Kommentare wird zeigen, ob euer Vertrauen und damit meine Wirkungsmöglichkeiten nachhaltig beeinträchtigt sind. Ich habe in meinem Blog stets rechtlich korrekt mich verhalten. Ich habe Fehler gemacht, aber ich war immer aufrichtig.
    Ich danke meiner Familie, vor allem danke ich meiner Freundin, die ich als eine überzeugende Repräsentantin eines menschlichen und eines modernen Deutschland wahrgenommen habe. Sie hat mir immer – gerade auch in den vergangenen Monaten – und auch unseren Hunden starken Rückhalt gegeben.
    Ich wünsche unserem Blog von ganzem Herzen eine Kultur, in der die Menschen den bis zum Erbrechen wiederholten Running Gag als unendlich wertvoll erkennen und sich vor allem – das ist mir das Wichtigste – gerne für den Running Gag engagiert einsetzen. Und ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, denen ich mich vor allem verantwortlich fühle, eine gute Zukunft und schließe Sie alle dabei ausdrücklich mit ein.
    Vielen Dank.
  5. Vermisst eigentlich jemand das PDF? Ich hab’s beim letzten Mal vergessen, und niemand hat sich beschwert. Mir ist auch so, als hätte lange niemand mehr eins heruntergeladen. Die machen nicht viel Arbeit, aber wenn sie wirklich keiner will …
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13 Responses to Yours to keep (8)

  1. Joan sagt:

    Wow, ging das schnell. Ich bin beeindruckt.

    1. Klingt nach letzter Folge. Aber wenn du schon so fragst…
    2. Ich war auch ziemlich irritiert, und gedanklich eher beim Topf, weil ich mich gewundert habe, warum es nicht anbrennen darf. Andererseits klärte sich das dann schnell auf .Wobei mich Daniels Schicksal ein bisschen an Theon/Reek erinnerte, ich kämpfe gerade mit dem 5. Band von A Song of Ice and Fire. Vielleicht war es deswegen für mich dann doch gut zu kombinieren. Und sehr effektvoll. Der Aufbau gefiel mir insgesamt.
    3. Nein. Ich hab es gleich für Kauderwelsch gehalten, Asche auf mein Haupt…
    4. Ihr habt Hunde?
    5. Ich jedenfalls nicht. Bei längeren Sachen fand ich den Service aber sinnvoll, Nimmermehr zum Beispiel.

  2. Muriel sagt:

    @Joan: Es wäre noch schneller gegangen, wenn nicht… Naja, mir wird gerade klar, dass das nur ein völlig sinnloser Satz werden kann.
    2. Du kämpfst? Heißt das, es gefällt dir auch nicht so besonders?
    3. Ich wünschte, ich könnte so überzeugend real existierende Fremdsprachen improvisiert imitieren. Also, zumindest für mich überzeugend. Nach außen scheint sich das ja nicht so zu übertragen.
    4. Nicht so ganz. Ich wollte diesen Teil der Erklärung nicht ersatzlos streichen, weil er so schön dumm ist, aber auch keine Kinder erfinden. Meine Mutter hat 3 Hunde, für die sie sich aber noch weniger verantwortlich fühlt als wir, womit es also immerhin nicht ganz falsch ist, aber weil sie ziemlich weit weg leben, kann man wohl eigentlich nicht sagen, dass wir welche hätten. Aber es sind unsere. Das schon.

  3. Muriel sagt:

    Oooh… Und gerade bemerke ich noch einen schweren Kontinuitätsfehler. Aber diesmal habe ich keine Lust auf Transparenz. Er ist rückwirkend behoben, und niemand wird je herausfinden, wo er sich verbarg.

  4. Guinan sagt:

    Sehr löblich. Und viel, viel besser als irgendwelcher präsidialer Kram.
    1. Nicht letzte Folge. Da geht noch was.
    2. Ist gut so und entspricht dem bisherigen Stil. Der plötzliche Übergang fällt zwischen den ganzen anderen, noch viel größeren Lücken nicht ins Gewicht.
    3. Ja, durch einen Japanisch-Deutsch-Übersetzer geschickt. Das meiste ergibt keinen Sinn, nur einmal kommt „Was ist passiert“
    dabei raus.
    4. Boah, ich kann’s nicht mehr hören. Und damit meine ich jetzt nicht die auktoriale Allmacht.
    5. Kein Bedarf. Kann ich mir auch selber machen, wenn ich’s auf den Reader haben möchte. Aber dafür bastel ich mir eh ein epub, das liest sich komfortabler.

    Also, falls dir für die nächste Folge noch nichts eingefallen ist: Mich interessiert, wie Sheila an den Ring gebunden wurde, und auch, wer diese „sie“ ist, die „das Muster aufgenommen“ hat.
    Nicht, dass du jetzt wohlmöglich doch noch auf die Idee kommst, dich mit was auch immer für Kapriolen zu verzetteln.

  5. Günther sagt:

    4. Ohne mich jetzt übermäßig einschleimen zu wollen: Ich muss sagen, dass ich die Allmacht als Abschluss besonders gelungen fand. Und ich hatte schon ein Grinsen im Gesicht, als ich bei „Langsam erheben wir uns“ geahnt hab, was die letzten Worte sein werden 😉

    3. Nein, aber ich fand deine Erklärung schön.

    2. Ich hatte erst noch die schwache Hoffnung, dass Sheila doch ein Herz hat. Wie sie Daniel rauslockt und ihn sich gefügig macht wäre daher einerseits interessant gewesen, es passt aber andererseits auch ganz gut zur Geschichte, dass nicht jeder einzelne Schritt erzählt wird.

    2b. Was ich dagegen ziemlich abrupt fand, war das Ende. Der jahrtausende alte Magier lässt sich von einem einfachen Glas ablenken und von einem schnöden Messer erstechen? Der Killer muss nur den Ring anfassen, und schon ist alles vorbei? Warum? (Der Magier war doch vorher auch im Besitz von Schutzzeichen und Ring?) Und warum ist Chiyo überhaupt so blöd, ihre Achillesferse so offen in ihrem Ausschnitt spazieren zu tragen? Dann ein Blitz und das wars. (Nicht dass das jetzt zu negativ klingt, ich hab auch diesen Teil wieder gerne gelesen.) Das Ende, wo sich Daniel des Mädchens annimmt und mit ihr abhaut, hat mir wieder gut gefallen.

    1. Von der Chronologie der Geschichte her denke ich schon. Möglicherweise bietet einer der Zeitsprünge aber noch Potenzial, eine Lücke zu schließen und mehr Hintergrundinformationen zu liefern.

  6. Muriel sagt:

    @Guinan 3. Vor oder nach der Lesegruppenfrage?
    @Günther: 4. Schön!
    2b. Ja, das war ziemlich abrupt. Ich will nicht ausschließen, dass diese Aspekte in einem mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwartenden Sequel noch weiter ausgeführt werden und möchte mich deshalb hier trotzdem nicht näher dazu äußern.

  7. Guinan sagt:

    @Muriel. Vor der Frage. Sowas mache ich immer gleich nebenbei.

  8. Muriel sagt:

    @Guinan: Ich bin beeindruckt. Und ein bisschen besorgt.

  9. Guinan sagt:

    Wahrscheinlich mit Recht. Ist irgendwie krank, nicht?

  10. Joan sagt:

    @Muriel:
    2.Ich kämpfe vor allem mit mir, ob ich es bei einem höflichen „nicht so besonders“ belasse oder Redewendungen wie „völlig gegen die Wand gefahren“ ins Spiel bringe. Ab dem dritten Band ging´s bergab, fand ich. Und der fünfte ist besonders…zäh. Aber ich bin erst in der Mitte, vielleicht kommen ja noch ein paar Kapitel, in denen dann was passiert.
    4. Danke für die Erklärung. Es passt auf jeden Fall. Überhaupt möchte ich den bis zum Erbrechen wiederholten Running Gag gern als Präsidenten. Die Vorzüge präsidialer Allmacht, oder so.

  11. Muriel sagt:

    @Joan: 2. So hart hätte ich es nun auch wieder nicht formuliert, und mir ist bis zu diesem letzten Band auch nichts Unangenehmes aufgefallen. Aber ich kann nicht ausschließen, dass das nur gewissen systematischen Wahrnehmungsfehlern anzulasten ist, zu denen man als Mensch eben neigt.
    4. Den werde ich mir merken.

  12. madove sagt:

    Oh, huch, das hatte ich ja total übersehen… Was ein Service, alle paar Tage eine neue Geschichte!

    1) Ich find schon, es klingt SEHR nach letzte Folge. Ich wehre mich nie gegen mehr von irgendwas Schönem, aber es ist ein sehr gelungener Schluss so.
    2) Mir kam das so eigentlich alles sinnvoll vor. (btw gute Besserung an Keoni!)
    3) Ich hatte die ersten zwei ganz normal gegoogelt und dann beschlossen, es tut nur so.
    4) Aus Gründen, die ich nicht wirklich verstehe, fand ichs jetzt hier wieder gut. Entweder hat es einfach letztes Mal so ein bißchen unpassend da rumgehangen, oder es gibt einen Punkt, wo ein Gag von „Oft-Wiederholt“ zu „Running“ wird, und zwar HIER. Jedenfalls fand ich den Schluß so sehr gelungen.
    5) Nein ich nutze sie nicht, aber ich würd sie trotzdem erstellen.
    Als ich hier neu war, hat ihre Existenz auf mich ziemlich Eindruck gemacht – das hat so einen touch von „echte Literatur in professionellem Format“ und nicht nur „Blog-Geschichtchen“.

  13. Muriel sagt:

    @madove:

    Ich find schon, es klingt SEHR nach letzte Folge. Ich wehre mich nie gegen mehr von irgendwas Schönem, aber es ist ein sehr gelungener Schluss so.

    Ich fürchte, es kommt trotzdem noch was.
    Que sera, sera.
    2. Danke, es geht ihr schon wieder gut.
    5. Guter Hinweis. Ich glaube, ich mach das dann demnächst mal wieder. Ist ja auch echt nicht viel Arbeit.

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