You’re either good at running the mills, or you’re good at running to Washington

„It’s a moral imperative, universally conceded in our day and age, that every man is entitled to a job.“ His voice rose. „I’m entitled to it!“
„You are? Go on, then, and collect your claim.“
„Uh?“
„Collect your job. Pick it off the bush where you think it grows.“
„I mean-“
„You mean that it doesn’t? You mean that you need it, but can’t create it? You mean that you are entitled to a job which I must create for you?“
„Yes!“
„And if I don’t?“

Ich mag Ayn Rand ja wirklich nicht besonders, aber ein weiser Professor hat mir mal gesagt, dass jedes Buch irgendwo auch etwas Gutes und Wahres enthält, wenn man nur Willens ist, es zu finden. Und wenn jemand ein so langes, langes, langes, langes, laaaaaaaanges, laaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaanges Buch schreibt wie „Atlas Shrugged“ dann kommt sie offenbar trotz multipler Inkompetenz nicht ganz umhin, dabei auch ein paar ganz treffende Dinge einzustreuen. Und so kommt es öfter mal vor, dass mich Aspekte aktueller Politik an Atlas Shrugged erinnern. Meistens verschweige ich die Assoziation, weil mir peinlich ist, dass ich das das Buch gelesen habe, aber heute mache ich mal eine Ausnahme.

Dabei geht es vielleicht zu eurer Überraschung nicht direkt um das Recht auf Arbeit, wie es zum Beispiel in der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte steht, noch um deutsches Arbeitsrecht, über das ich möglichst wenig schreibe, weil es doch doof wäre, wenn ich in meinem zarten Alter bereits von einem Herzinfarkt dahingerafft würde, oder von explosivem Brechdurchfall, und es geht nicht mal um den Mindestlohn. Der Bezug zu unserem heutigen Thema ist wesentlich raffinierter subtiler cleverer abwegiger: Es geht um Verbraucherschutz.

Es gibt zwar sicher andere Politikbereiche, die nach objektiven Maßstäben weitaus schädlicher sind, wie etwa unsere vielen Kriege, ob gegen Terror oder Drogen, aber an schierer Würdelosigkeit kann es meiner Meinung nach kaum ein Aspekt unserer Gesetzgebung mit dem Verbraucherschutz aufnehmen.

 „Die Bundesregierung muss die Dispozinsen endlich gesetzlich deckeln“, fordert der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, Gerd Billen. 

Genau, denn wo kämen wir hin, wenn wir einfach andere Leute entscheiden ließen, was sie als Gegenleistung dafür fordern, dass wir ihr Geld ausgeben? Das Verbraucherschutzministerium sieht das verständlicherweise ähnlich, denn erstens beziehen diese Leute ja ihre ganze Daseinsberechtigung daraus, andere zu entmündigen, und zweitens tun sie den ganzen Tag nichts anders, als ohne Gegenleistung das Geld anderer Leute auszugeben.

Ein Sprecher des Bundesverbraucherschutzministeriums sagte am Dienstag in Berlin, die enormen Unterschiede zwischen den niedrigen Leitzinsen, von denen die Banken profitieren, und den vergleichsweise hohen Dispozinsen seien „ein Ärgernis“. 

Und was braucht der moderne Rechtsstaat sonst noch, um in die Freiheit seiner Untertanen einzugreifen, als ein Ärgernis? Der EU genügt es als Begründung für Zwangsmaßnahmen ja auch, wenn sie mit der Preisentwicklung nicht zufrieden ist, warum sollte die Bundesregierung da andere Maßstäbe anlegen?

Ich würde vorschlagen, dass Frau Aigner dann doch einfach selbst jedem Bedürftigen zu einem von ihr als angemessen empfundenen Zinssatz das benötigte Geld ohne Bonitätsprüfung oder sonstige Informationen zur Verfügung stellt. Sie scheint ja der Meinung zu sein, dass das ein profitables Geschäft wäre, und ich würde ihr das Zusatzeinkommen gönnen. Andererseits halte ich mich da vielleicht lieber zurück, denn ich sehe die Gefahr, dass sie es wirklich tut. Natürlich nicht mit ihrem eigenen Geld, sondern mit unserem.

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6 Responses to You’re either good at running the mills, or you’re good at running to Washington

  1. Tim sagt:

    Du sprichst mir aus dem Herzen. Daß die Politik überhaupt grundsätzlich auf die Idee kommt, Verbraucher vor ihren Entscheidungen schützen zu wollen, ist so perfide, daß ich gar nicht länger darüber nachdenken möchte.

    Andererseits ist Aigner Mitglied einer sozialistischen Partei, da sei ihr ihr Unsinn verziehen.

    Was wir brauchen ist ein Bürgerschutzministerium, das uns vor den Politiker schützt. Wie, gibt es schon? Na sowas, das war mir neu …

  2. Tim sagt:

    Sorry, hier ist der Link …

  3. Guinan sagt:

    @Tim: Wie war das noch mit dem Bock und dem Gärtner?

  4. Florian sagt:

    Ich finde es z.B. auch empörend, dass ich keine Brandschutzversicherung auf anderer Leute Häuser abschließen darf! 😉

  5. Muriel sagt:

    @Florian: Ich kann nicht sagen, dass ich es wirklich wüsste, aber ich glaube, du darfst.

  6. Ivan sagt:

    @Tim. Du findest also, dass der Verbraucher nicht vor falschen Entscheidungen geschützt werden sollte? Sollte man also nicht gewisse chemische Zusätze oder ähnliche Dinge verbieten, da der Verbraucher ja mündig ist und selbst entscheiden kann, Ob er zum Beispiel Dioxin in seinem Ei haben will, oder nicht? Es gibt so vieles, was der einzelne nicht wissen kann. Da ist es schon richtig, dass der Staat eingreift.

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