Like a Bos

Jaaaa, es hat ein bisschen länger gedauert, bis ich den ersten Teil unseres Südafrika-Reiseberichts veröffentlichen konnte. Das hat viele Gründe, die euch mutmaßlich alle nicht interessieren, auch wenn sie verdammt gut sind, wenn ich das selbst sagen darf, und wer sonst sollte es sagen dürfen, und wenn ich sie nicht verrate, kann mir auch niemand widersprechen, deswegen lasst uns schnell zur Sache kommen:

Der Flug nach Südafrika

verlief angenehm und gab uns die Gelegenheit, Lachsfischen im Jemen zu sehen. Empfehlenswert.

Nach der Landung holten wir unseren Mietwagen ab und fürchteten uns schrecklich vor dem Linksverkehr. Für die, die es noch nicht ausprobiert haben: Man gewöhnt sich recht schnell dran. [Erfahrungen können von Person zu Person unterschiedlich sein, überschaubare Relevanz übernimmt keinerlei Haftung für Schäden, die aus falschem Verhalten auf Basis von uns verbreiteter Informationen resultieren, und die Äußerungen einzelner Autoren sind rein subjektiv und reflektieren auf keinen Fall die Position von überschaubare Relevanz.]

Unser wunderschöner Weg führte uns gen Gansbaai, wo man nach Auskunft unserer zuständigen Oberdiplomzertifikatsfachreiseberaterin vom wunderbaren Spezialisten Afrika und Mehr gut Wale beobachten kann. Um uns ein bisschen vom langen Flug zu erholen und aus Neugier legten wir aber vorher noch einen Zwischenstopp in Hermanus ein, parkten am Straßenrand, gingen zum Wasser und sahen gleich unseren ersten Wal.

Ihr könnt den nicht so gut erkennen, aber wir hatten ein Fernglas dabei, und damit ging es prima.

Es wurde sogar noch besser, denn ein paar Schritte weiter fand sich ein sehr schöner Beobachtungspunkt, von dem aus wir noch zwei weitere Gruppen von Walen sehen konnten. Fotomäßig kam dabei wegen der Entfernung für euch nicht viel rum, deswegen zeige ich euch stattdessen lieber diese Rock Dassies:

Ich fürchte, das wird jetzt hier ein wiederkehrendes Thema, dass wir irgendwas gesehen haben, euch aber leider nicht zeigen können, weil unser Fernglas viel besser ist als unsere Kamera. Aber ihr müsst euch keine Sorgen machen, es kommen noch bessere Bilder, wenn ich zu Gansbaai komme.

Erst einmal ging aber die Sonne unter

und wir kamen in unserer Unterkunft im Grootbos Private Nature Reserve an, und ich will nicht unnötig übertreiben, aber das war verdammt noch mal die beste Unterkunft, die wir je hatten, und das lag nicht mal vorrangig daran, dass uns die Lodge selbst gefallen hat, sondern mehr an den Menschen da.

Kennt ihr das, wenn Hotels versuchen, außerordentlich gastfreundlich zu sein? Das kommt irgendwie künstlich rüber, als würden die Mitarbeiter ihre Floskeln vom Blatt ablesen, oder im schlimmsten Fall sogar aufdringlich. In der Grootbos Lodge haben wir uns von Anfang an wie zu Hause gefühlt. Jeder einzelne (wirklich jeder einzelne) Mitarbeiter dort vom Fahrer über die Rezeptionisten und die Kellner bis zum Manager waren auf unkomplizierte, sympathische, humorvolle und völlig natürliche Art freundlich zu uns und behandelten uns wirklich wie Gäste. Es war unfassbar angenehm. So angenehm, dass wir uns überhaupt nicht daran störten, dass wir gleich von unserem zuständigen Empfangsbegrüßer auf Deutsch angequatscht wurden, und normalerweise stört uns das ganz fürchterlich. Er gab uns einen Zettel mit den möglichen Aktivitäten, und weil wir nur zwei Nächte dort bleiben würden, mussten wir eine Weile überlegen, bevor wir uns schließlich festlegen konnten, was wir wann machen. Das Shark-Cage-Diving wäre sicher toll gewesen, aber uns war sowieso schon kalt. (Das ist überhaupt so eine Sache, auf die ich noch mal zu sprechen komme: In Südafrika ist noch Winter. Zwar heißt das hier eigentlich nicht viel, aber andererseits sind die Südafrikaner so schlecht auf Temperaturen unter 25° eingestellt, dass es für Deutsche (Stichwort ‚dichte Fenster‚) nach Sonnenuntergang durchaus unangenehm werden kann. Allgemein bin ich da gar nicht besonders empfindlich, aber Keoni friert leicht, und ich werde auch grantig, wenn ich aus der Dusche in ein unbeheiztes Badezimmer von 10°C trete.) Deswegen entschieden wir uns für das Whale-Watching (Wäre ja sonst auch albern gewesen. Whale Watching ohne Whale Watching.), die Social Responsibility Tour (Das ist, wie ihr euch denken könnt, eher Keonis Thema, aber ich fands auch spannend. Insbesondere in Südafrika ist das Thema natürlich auch brandaktuell.), die Höhlen (die uns als Muss vorgestellt wurden) und einen Morning Walk durch das Lodge-Areal zum Abschied. Verzichtet haben wir damit neben dem Shark-Diving auf Ausritte (Wir mögen keine Pferde, und ich bin sogar allergisch.), den Strandspaziergang (Den können wir auch alleine machen, dachten wir. Haben wir dann aber doch nicht.) und sicherlich noch irgendwas, das mir aber gerade nicht einfällt.

Los ging es gleich am nächsten Morgen mit dem Whale-Watching. Wir erwarteten nach dem steilen Start in Hermanus viel und wurden nicht enttäuscht.

Kalt und windig war es natürlich auf der Fahrt (Es ging um kurz vor acht los.), aber dafür gab es auch viel zu sehen. Möwen zum Beispiel.

Ein paar Robben.

Und natürlich haben wir auch von unserem Walrecht Gebrauch gemacht. (Könnt ihr euch vorstellen, wie sehr ich mich auf dieses Gag gefreut habe? Versteht ihr ihn überhaupt? Walrecht? Ihr wisst schon? Wegen Wahl und Wal. Klar? Walrecht! Haha.)

Keoni und ich stehen beide total auf diesen Afrikaans-Akzent. Wir hätten dem Mann stundenlang zuhören können, und das haben wir in gewisser Weise auch, aber irgendwann war es dann leider doch vorbei, und …

Merkt ihr was?

Das waren jetzt ungefähr unsere ersten 24 Stunden in Südafrika. Wir bleiben hier insgesamt rund 3 Wochen.

Ich muss was an meinem Erzähltempo ändern. Aber immerhin ist jetzt mal was erschienen. Ist doch schon mal gut. Beim nächsten Mal erfahrt ihr mehr über unsere Zeit im großartigsten privaten Naturreservat der Welt – Ja, ich seh das so, ich steh dazu – und vielleicht auch schon was über Kapstadt. Aber macht euch da mal lieber noch keine zu großen Hoffnungen.

[wird fortgesetzt]

Advertisements

7 Responses to Like a Bos

  1. Dietmar sagt:

    Ich habe es ausprobiert, immer links zu fahren. Zwischen Hannover und Barsinghausen. Saugefährlich! Nene! Nach England fahre ich nie! Das kann gar nicht funktionieren …

  2. Christina sagt:

    Tolle Fotos, interessante Landschaft, schöner Sonnenuntergang.
    Das Witzige – Du bist in Südafrika – und ich habe vorletzten Sonntag bei uns um Gottesdienst einen Bericht von einem Südafrika-Missionar gehört. ^^ War sehr interessant. Aber in der Gegend wo der tätig ist, ist es für Touristen eher gefährlich (bittere Armut und hohe Kriminalität).

  3. Tim sagt:

    „Walrecht“, grrr. Diesen Witz will ich seit Monaten im Postillon-Newsticker plazieren. Nun hast Du alles zerstört. Aber schön, daß Ihr Euch da unten Roben anguckt.

  4. hllizid sagt:

    Da gibt es ja schließlich auch die Robbeninsel.

  5. malefue sagt:

    1. wale! robben! cool!
    2.gute entscheidung mit shark diving, ich finds immer sehr traurig die armen haie mit den hungrigen blicken zu sehen die das eingegitterte futter beäugen.
    3. viel spaß noch!

  6. rebekka sagt:

    ich ❤ deine reiseberichte. gut, dann les' ich mal wieder hier ;)…

  7. Muriel sagt:

    @rebekka: Ich freue mich, dass sie dir gefallen und ermutige dich ausdrücklich, deinen Vorsatz umzusetzen. Jeder sollte öfter hier lesen.

Gib's mir!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: