Ich war dann aber doch der einzige, der eins anhatte.

Ja, jetzt ist es endlich so weit, der Moment, auf den ihr alle gewartet habt, die Stadt, an die ihr alle dachtet, als ihr zum ersten Mal gehört habt, dass ich nach Südafrika reise, die Stadt unter dem Tafelberg, die Stadt am Ende der Welt, die Stadt der guten Hoffnung: Cape Town!

Also, fast. Erstmal noch erzähle ich euch von unserem Morning Walk durch den Fynbos (Ihr habt das System hoffentlich verstanden: Ich werde hier jetzt noch den Rest des Monats über regelmäßig Reiseberichte veröffentlichen, in denen ich erst Kapstadt verspreche und dann doch wieder von unserer Grootbos Lodge erzähle.) mit unserem wahnsinnig sympathischen Führer Clayton, der uns nicht nur die verschiedenen Bäume und Büsche des Gebietes erklärte, sondern auch die ubiquitären Nierenschnecken, deren Häuser dort tatsächlich einen erheblichen Teil des Bodenbelags ausmachen, und uns außerdem von einem Besuch in Berlin im letzten Jahr erzählte, und von einem Konzert eines bekannten deutschen Musikers, zu dem seine deutschen Bekannten ihn geschleppt hatten. Er sagte, er fand es nicht schlecht, aber ich glaube, das tat er nur, weil er Angst hatte, uns mit der Wahrheit zu beleidigen. Immerhin konnte ich dann, als er etwas später darauf hinwies, dass er Geld dafür bekommt, im Fynbos zu arbeiten, während wir dafür bezahlen mussten, triumphierend erwidern, dass er für Grönemeyer bezahlt hatte, und dass damit für mich klar sei, wer hier besser dran ist.

Nach der Führung machten wir uns auf den Weg gen Kapstadt, mit gelegentlichen Stops für das malerische Küstenstädtchen Kleinmond

und die dramatische Landschaft entlang der Strecke.

Unsere Unterkunft in Kapstadt war die Villa Lutzi. Und, hm, ja, was soll ich sagen? War okay.

Ich tue mich ein bisschen schwer mit meiner Kritik, weil die Villa Lutzi in gewisser Weise trotz des Namens toll war. Eine sehr schöne alte Villa mit edel eingerichteten Räumen, traumhafter Aussicht und freundlichen rücksichtsvollen Inhabern, die selbst das Frühstück servieren und jederzeit hilfsbereit für Fragen und Bitten zur Verfügung stehen. Aber irgendwie fanden wir’s trotzdem nicht schön. Vielleicht hat es damit zu tun, dass es in unserem ersten Zimmer recht intensiv nach Katze roch (Ich bin allergisch und keoni sehr reinlich.) und wir das zwar doof fanden, aber nicht wichtig genug, um uns umgehend darüber zu beschweren. Am nächsten Tag bekamen wir dann gleich ein anderes Zimmer, das uns auch viel besser gefiel, aber trotzdem… Vielleicht hatte es auch damit zu tun, dass wir beide uns irgendwie eine fiese Erkältung eingefangen hatten, die hier begann und uns durch den gesamten Rest des Urlaubs begleitete. Natürlich kann die Villa dafür überhaupt nichts. Oder vielleicht lag es daran, dass wir zuvor in der überwältigend wundervollen Grootbos Lodge gewohnt hatten, die in der Welt der Unterkünfte weltweit konkurrenzlos ist. Nach der natürlichen Freundlichkeit der Mitarbeiter dort wirkte die plichtbewusste Höflichkeit der Villaner irgendwie nicht so … freundlich.

Aber wie komme ich eigentlich auf die Idee, dass euch das interessiert?

Weil wir nur zwei Tage hatten vor unserem Flug in den Krüger-Park, mussten wir uns gut überlegen, wie wir unsere Zeit in Kapstadt verbringen. Den ersten Tag widmeten wir einer Hop-on-hop-off-bus-sightseeing-tour, und das war schon mal eine ziemlich gute Entscheidung.

Kapstadt ist im Großen und Ganzen nicht überwältigend schön, aber ein paar Sehenswürdigkeiten gibt es schon, und wir bilden uns ein, dass wir sie alle mitgenommen haben. Ja, alle. Am interessantesten fanden wir die V&A Waterfront.

Nicht nur wegen der Seelöwen,

sondern auch wegen der interessanten kolonialen Architektur.

Kurz davor sieht man auf der Busrundfahrt noch ein sehr gelungenes Krankenhaus,

und kurz dahinter das lange Zeit zweithöchste Gebäude ganz Afrikas (nach der Cheops-Pyramide):

Unser Reiseführer empfahl uns noch das Bo-Kaap-Viertel und versprach uns auch wieder schicke Architektur und ganz besonderen Flair, aber irgendwie kam das bei uns nicht so recht an.

Wir verließen das Viertel also schnell wieder und kamen auf dem Rückweg immerhin nicht nur an der (leider schon geschlossenen) Burg vorbei, die nach Aussage unseres Busses eigentlich nur eine Festung ist,

und sahen dann sogar noch zu, wie ein Werbespot für Cadbury-Schokolade gedreht wurde.

Und vom Tafelberg konnten wir auch noch mal auf die Stadt runterschauen. Naja. Eigentlich nicht. Nur von der Seilbahnstation unterhalb des Tafelbergs. Ist aber auch eine ganz gute Aussicht:

Wirklich auf den Tafelberg rauf wollten wir erst am nächsten Tag. Und davon erzähle ich euch beim nächsten Mal. Oder eigentlich nur von unserem Versuch, auf den Tafelberg zu fahren. Aber ein paar Dinge sind uns auch gelungen. Ihr werdet sehen.

(wird fortgesetzt)

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5 Responses to Ich war dann aber doch der einzige, der eins anhatte.

  1. madove sagt:

    Also ich kann mich dem besonderen Flair der schicken Architektur nicht völlig entziehen (sprich: oooh, guck! Bunt!), und das Auto macht doch einen tollen Kontrast dazu…oder so. Dings.

  2. Muriel sagt:

    Ich finde ja das Graffito traumhaft. Hätte ich gekauft,wenn ich gewusst hätte, wie ichs in den Koffer kriege.

  3. madove sagt:

    Absolut. Ich hab sofort das Bild gespeichert, das kommt dem Koffer am nächsten…

  4. madove sagt:

    Du hattest eins an? Und sonst niemand?

  5. Muriel sagt:

    Um ganz ehrlich zu sein: Nee, ich hatte auch keins. Aber ich hätte, wenn ich eins gefunden hätte.

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