Bright Outlook (17)

Ich bedanke mich bei euch allen für euer Verständnis und eure Geduld und hoffe, dass ich euch nicht so bald wieder so lange warten lassen muss. Aber heute ist uns das alles egal, denn heute jedenfalls gibt es ein neues und sogar ganz leicht überdurchschnittlich langes Kapitel unseres interaktiven Fortsetzungsromans Bright Outlook.

Yay!

Was bisher geschah
Im ersten Kapitel erwacht Claire und lernt die erste der anderen Versuchspersonen fürchten.
Im zweiten Kapitel erwachen auch alle anderen. Die Tür zum zweiten Raum öffnet sich (wieder), und Claire beginnt eine Vorstellungsrunde.
Im dritten Kapitel setzen die Versuchsteilnehmer die Vorstellungsrunde fort öffnen die Tür zum dritten Raum, und Mark wird von einer Polizistin angehalten.
Im vierten Kapitel holt Mark einen Republikaner und seinen Callboy, Branco nimmt Lora den Revolver weg, und die Versuchsteilnehmer öffnen eine weitere Tür.
Im fünften Kapitel holt Mark einen Occupy-Aktivisten, und die Versuchsteilnehmer demontieren eine der Überwachungskameras.
Im sechsten Kapitel holt Mark Regina, und die Versuchsteilnehmer tragen die Konsequenzen ihres Verstoßes gegen die Teilnahmebedingungen.
Im siebten Kapitel streiten Nick und Leanne miteinander, und Leanne unterläuft ein unangenehmes kleines Missgeschick. Jeffries öffnet die Tür zum nächsten Raum, und den Versuchsteilnehmern fällt nicht nur ein Kuchen in die Hände, sondern auch Leanne.
Im achten Kapitel bekommen Nick und Mark Besuch von einem Repräsentanten von Management, Leanne tritt Branco, und Jill wacht auf und lernt Regina kennen.
Im neunten Kapitel betreten wir mit Mark zusammen Cynthias Büro, und der Occupier wacht auf.
Im zehnten Kapitel stirbt Pascal, Hoai Nguyen erwacht und lernt die Stimme in seinem Kopf kennen, nebst den anderen Versuchsteilnehmern, und Nelson Jeffries misshandelt eine wehrlose Frau.
Im elften Kapitel lässt Mark seine Tochter bei Cynthia zurück, begegnet im Flur dem Repräsentanten und streitet mit Nick, wir beobachten drei Männer und eine Frau in einem Flugzeug, und Branco wacht wieder auf.
Im zwölften Kapitel überzeugt Miles seine Mitgefangenen, eine Vorstellungsrunde abzuhalten, Nick bittet um Entschuldigung, und Cynthia kommt ihn deshalb besuchen.
Im dreizehnten Kapitel kommt es zu einem Kampf zwischen Mark und Nick, den Cynthia unterbricht, um Nick entkommen zu lassen, und Miles sieht zu, wie Jill in den niedrigen Raum hinter der Tür kriecht.
Im vierzehnten Kapitel überredet Nick Cora, ihm eine Waffe zu geben, und Jill erlebt Unerfreuliches in dem niedrigen Raum.
Im fünfzehnten Kapitel kämpft Leanne noch einmal gegen Branco, Gouverneur Agneaux stirbt, und Senator Bell fühlt sich bedroht.
Im sechzehnten Kapitel überwältigt Nick Mark und erschießt den Repräsentanten, während Jill den Gouverneur in den niedrigen Raum lockt und knapp entkommt, während er von der Decke zerquetscht wird.

Was heute geschieht

Claire kniete auf dem kalten harten Betonboden des kalt und hart beleuchteten Raumes und kämpfte mit aller Kraft gegen das Gefühl völliger Dissoziation, das der Blick auf die Szene vor ihr zu erwecken versuchte.

Sie war sich in diesem Moment völlig sicher, dass das alles nur der furchtbarste, realste, widerlichste Albtraum sein konnte, den sie je geträumt hatte, aber sie tat ihr Bestes, sich einzureden, dass sie sich dieser beschwichtigenden Vorstellung nicht hingeben durfte, wenn sie am Leben bleiben wollte, denn dies war nicht nur ein Traum, und wenn sie hier starb, dann würde sie nicht einfach in ihrem Bett aufwachen.

Wenn sie hier starb. Wie die anderen. Wie Pascal, der kleine Junge, den sie mit einem Stück Kuchen vergiftet hatten, wie Lora – oder Gabrielle –, die sie mit einem Bolzenschussgerät getötet hatten, wie Branco, der hier direkt vor ihr lag, den Leanne totgeschlagen und –getreten hatte, und wie der Mann in diesem schrecklichen niedrigen Raum, den die große blonde Frau dort hineingelockt hatte, damit sie ihn darin zerquetschen konnten.

Und jetzt kniete die große blonde Frau die Claire gerade noch in den Armen gehalten hatte, über der hysterisch lachenden oder kreischenden oder heulenden Leanne, und hielt immer noch den kleinen schwarzen Revolver gegen ihre Stirn, als hätte Jeffries nicht gerade gesagt, dass das Ding nutzlos war. Und tatsächlich fühlte Claire sich vom ungeladenen Zustand der Waffe kein bisschen beruhigt.

Sie hatte die Regeln dieses kranken Spiels gut genug verstanden, um zu wissen, dass bald wieder jemand sterben würde, ganz gleich, ob geladener oder ungeladener Revolver, aber sie hatte sich noch nicht genug an sie gewöhnt, um das ruhig hinzunehmen.

„Lassen Sie sich doch in Ruhe“, sagte sie. „Lassen Sie sie doch in Ruhe.“

Alle Blicke ruckten zu ihr, mit Ausnahme der noch immer zur Decke starrenden Augen von Leanne, deren Geschrei langsam in atemloses Keuchen und Stöhnen überging.

„Warum?“ fragte die große blonde Frau. „Warum? Sie ist eine von denen! Sie ist für all das hier verantwortlich! Wenn einer von uns da rein muss, wer soll das denn sonst sein? Sie ist die einzige hier, die es verdient hat!“

„Steht uns das zu?“ fragte Jeffries. „Zu entscheiden, wer es verdient hat?“

„Verdammt noch mal, ja!“ Sie sprang auf und stellte sich bedrohlich nahe vor ihn. Er blieb stehen, wo er war. „Wem denn sonst? Warum sollen nur die entscheiden dürfen, wer es verdient hat, von einer Betonplatte zerquetscht zu werden?“

Er wischte über sein Gesicht. Claire konnte nicht erkennen, ob sie ihn tatsächlich angespuckt hatte, aber zumindest bewirkte es, dass sie einen Schritt zurück trat und ihren Blick senkte.

„Wem denn sonst?“ fragte sie noch einmal viel leiser. „Es gibt hier doch nun mal nur uns und die.“

„Und wo verläuft die Grenze?“ fragte Jeffries.

Claire nickte. Sie versuchte, nicht an das Gesicht des toten Pascal zu denken, an sein breites Grinsen, als er sagte, wie wunderbar der Kuchen schmeckte. „Leanne ist jetzt genauso eine Laborratte wie wir. Sie ist jetzt in genau der gleichen Lage wie wir. Glauben Sie nicht, dass unsere Position schon hoffnungslos genug ist, ohne dass wir uns gegenseitig zerfleischen?“

Beinahe hätte sie darauf hingewiesen, dass es nicht die Mitarbeiter der Laboratorien alleine gewesen waren, die den Mann in dem niedrigen Raum getötet hatten, aber kurz davor entschied sie, dass sie damit mehr Schaden anrichten würde, als Verständnis für Leanne zu wecken.

Sie stand auf und strich mit einer völlig sinnlosen Bewegung über ihren viel zu großen Overall.

„Ich bin Claire, und das ist Nelson Jeffries, und das Mädchen, auf dem Sie sitzen, ist Leanne. Und Sie?“

Die Frau zögerte kurz, bevor sie schließlich die Schultern zuckte und sagte: „Jill.“

Claire nickte. „Wir sind alle zusammen hier in dieser Folterkammer eingesperrt, und ich finde, wir sollten alle zusammen versuchen, hier rauszukommen. Wenn wir uns gegeneinander wenden, dann machen wir es denen nur leichter. Das ist genau das, was die erreichen wollen.“

Leanne gab ein müdes Lachen von sich.

„Sie glauben wirklich, dass irgendjemand hier rauskommt, oder?“ fragte sie, und ihr Lachen ging in ein Husten über. „Das glauben fast alle“, sagte Leanne, als sie wieder sprechen konnte. „Früher fand ich das irgendwie lustig.“ Sie pausierte kurz, und schrie dann plötzlich: „Mark! Maaark! Komm schon! Du weißt doch genau, dass du überreagiert hast. Du weißt doch, dass Management das nicht mitmacht. Komm schon, Mark, lass mich raus! Bitte! Was hab ich denn gemacht?“ Ihre Stimme klang zunehmend schriller und jämmerlicher, und jetzt unterbrach ein Schluchzen ihren Redefluss. „Was hab ich denn so Schlimmes gemacht, Mark? Nur weil ich diesen einen Scheißknopf vergessen habe? Diesen blöden mickrigen Knopf? Im Ernst, Mark? Komm schon!“ Ein unartikulierter, verzweifelter Schrei entrang sich ihre Kehle. „Komm schon, verdammt noch mal, Mark! Lass mich raus! Was hab ich denn gemacht?“

„Eine von uns, hm?“ murmelte Jill.

Claire und Nelson Jeffries öffneten gleichzeitig ihren Mund, um zu antworten, aber das Knacken des Lautsprechers kam ihnen zuvor.

„Liebe Versuchsteilnehmerinnen und Versuchsteilnehmer“, sagte eine Männerstimme.

Claire brauchte einen Moment, bevor ihr einfiel, woher sie die Stimme kannte: Aus dem Gespräch, das vorhin versehentlich übertragen worden war. Es war Marks Stimme. Sie hatte sie auch deshalb nicht gleich erkannt, weil sie anders klang als zuletzt. Etwas belegt.

Leanne richtete sich ruckartig auf, soweit Jill es zuließ. Ihre Augen waren weit aufgerissen, ihr Mund halb offen und und ihre Lippen zu einem fassungslosen Lächeln verzogen

„Was? Wirklich?“ fragte sie.

„Die Bright Outlook Laboratorien bitten Sie um Entschuldigung dafür, dass Ihr Versuchserlebnis durch verschiedene technische Schwierigkeiten beeinträchtig wurde. Wir erkennen unsere Verantwortung für das reibungslose Funktionieren unserer Laboreinrichtung vorbehaltlos an und versichern Ihnen, dass unser TQM die uns unterlaufenen Fehler dokumentiert hat und sie analysieren wird, um zu gewährleisten, dass die daraus gewonnenen Erkenntnisse zur kontinuierlichen Verbesserung unserer Strukturen beitragen und ähnliche Vorfälle in Zukunft vermieden werden können.“

Leannes Lächeln begann zu bröckeln, während sie Marks Durchsage weiter zuhörte wie einer göttlichen Offenbarung, blühte jedoch wieder auf, als er fortfuhr:

„Wir bedauern, Ihnen jedoch zunächst mitteilen zu müssen, dass uns noch ein weitere Fehler unterlaufen ist. Durch ein organisatorisches Versagen unsererseits befindet sich in der Versuchsanordnung eine Person, die für dieses Experiment nicht vorgesehen war.

„Ja! JA!“ schrie Leanne. „JAAA!“

„Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir diese Person nun aus der Versuchsanordnung entfernen müssen, bevor wir fortfahren können.“

„JAA! Danke, Mark! DANKE! Ich wusste, dass du okay bist. Ich liebe dich, Mark. Danke! Ohhhh…“ Claire hatte noch nie so viel Erleichterung in der Stimme eines Menschen gehört, und sie ertappte sich dabei, ein kleines Lächeln der Freude für Leanne unterdrücken zu müssen. Ein Blick auf Brancos blutigen Körper half ihr dabei, und natürlich die Erinnerung an Pascal.

„Hoai Nguyen und Abdiel Lewis, bitte begeben Sie sich umgehend in den nächsten Raum. Die Bright Outlook Laboratorien versichern Ihnen, dass bis auf Weiteres keine Gefahr von der Versuchseinrichtung ausgeht.“

Leannes freudiges Strahlen erstarb wie eine eine ausgeschaltete Lampe, und ihr Blick huschte verwirrt durch den Raum.

„Wer?“ fragte sie.“Hoai? Aber hier ist doch… Sagten Sie nicht…?“

„Regina Rawes, bitte machen Sie sich bereit für Ihre Extraktion.“

Einer der Gründe, die Claire gelegentlich an ihrem Medizinstudium zweifeln ließen, war die Befürchtung, dass sie als Ärztin eines Tages Menschen Nachrichten würde überbringen müssen, die bei ihnen einen Gesichtsausdruck wie den auslösen würden, den Leanne in diesem Moment zeigte.

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„Nick“, sagte Cora leise, „bist du sicher, dass du das tun musst? Ich meine, ich verstehe deinen Entschluss, das Mädchen zu retten, und finde das sehr ehrenwert, und alles, aber willst du ihn jetzt wirklich erschießen?“

„Habe ich denn eine Wahl, wenn ich sie retten will?“

„Kannst du ihn nicht irgendwie anders ausschalten? Ihn bewusstlos schlagen, oder so?“

„Ich glaube, du unterschätzt ihn. Das hier ist unsere Chance, und ich muss das jetzt tun, bevor er die Chance hat, irgendwelche Tricks zu versuchen.“

„Mr. Blair“, sagte der Repräsentant in derselben tonlosen Stimme, mit der er immer sprach, als ginge es gerade nicht um sein Leben, als wäre nicht gerade eine geladene Waffe auf ihn gerichtet, in der Hand eines hauptberuflichen Mörders, „die Bright Outlook Laboratorien-“

Nick schoss.

Ein erstaunlich unauffälliger dunkler Fleck erschien genau in der Mitte der Stirn des Repräsentanten, direkt über der Brücke zwischen den beiden Gläsern seiner Sonnenbrille.

Nick schoss noch einmal, und noch einmal, und bei jedem Schuss trat der Repräsentant einen Schritt zurück. Jeder der beiden Schritte schien wie eine sehr bedachte, absichtsvolle Bewegung, und für einen kurzen, gleichzeitig grauenvollen und nicht besonders überraschenden Moment dachte Cora, dass er einfach weiter machen würde, als wäre nichts geschehen. Sie hatte im Grunde immer gewusst, dass der Repräsentant kein Mensch war, dass kein Blut in seinen Adern floss und dass weder sein Herz noch sein Gehirn etwas damit zu tun hatten, dass er ging und sprach und sich bewegte.

Aber dann knickte sein rechtes Knie ein, und er fiel seitlich gegen die Wand, und der Moment war vorbei. Der Repräsentant sackte zu Boden und blieb in einer sehr unbequemen Haltung liegen, sein Hals schien fast 90° abgewinkelt.

„Du hast ihn getötet“, hauchte Cora.

Die Idee, dass man einen von ihnen töten konnte, schien ihr viel erstaunlicher als zuvor der Gedanke, dass der Repräsentant einfach weitermachen würde, mit einer Kugel im Kopf und zweien in der Brust.

„Es musste sein“, sagte Nick.

Cora war sich immer noch nicht sicher, aber sogar wenn sie in der Stimmung gewesen wäre, zu widersprechen, hätte sie es für keine gute Idee gehalten.

„Dann müssen wir ja jetzt nur noch-“

„Genau“, unterbrach er sie, eilte zu der Tür und klopfte.

„Jacky!“ rief er, „Jacky, ich bin’s, Nick, machst du bitte die Tür auf?“

Keine Antwort.

„Jacky? Alles in Ordnung?“

Cora hörte einen unartikulierten Schrei, der möglicherweise Worte enthielt, möglicherweise aber auch nicht, jedenfalls aber deutlich nach „Lasst mich in Ruhe!“ klang.

„Jacky? Hör mir gut zu, ich weiß, dass das alles hier sehr anstrengend für dich ist, aber es ist wichtig, dass…“

Während Nick mit dem Mädchen redete, sah Cora sich halb unwillkürlich immer wieder in dem Gang um. Intuitiv erwartete sie irgendeine Reaktion darauf, dass Nick gerade einen anderen Menschen erschossen hatte. Sie wusste natürlich, dass niemand hier die Polizei verständigen würde, und dass wahrscheinlich auch innerhalb des Labors kaum jemand die Schüsse auch nur gehört hatte. Zuverlässige Schallisolierung war für die Arbeit der Bright Outlook Laboratorien sehr wichtig.

Aber es fühlte sich trotzdem so an, als müsste irgendetwas passieren.

Und tatsächlich, beim vierzehnten Blick über ihre Schulter sah sie etwas: Die Anzeige neben der Tür des Aufzugs veränderte sich. Cora drehte ihren Rollstuhl herum, um sie besser sehen zu können. Der Aufzug fuhr nach unten. Jemand war oben eingestiegen und fuhr nun zu ihnen hinab.

Jemand.

„Nick…“ sagte sie.

Er schein sie nicht zu hören. Sie hörte ihn immer noch so ruhig er konnte und so eindringlich wie nötig auf Jacky einreden.

„Nick!“ wiederholte sie, etwas lauter. „Der Aufzug!“

Er verstummte, und sie hörte seine Schritte hinter sich schnell näher kommen. Er blieb stehen. Eine Pause.

„Cox“, sagte er. „Und Blight. Wir müssen hier verschwinden.“

„Wie? Der Aufzug ist der einzige Ausweg.“

„Wir können jedenfalls nicht wie die Zielscheiben hier im Flur stehen, wenn Blight auftaucht.“

„Aber… Wäre das nicht vielleicht die beste Taktik? Er wird nicht mit einem Angriff rechnen, und wenn die Tür sich öffnet, kannst du ihn direkt-“

„Hätte Cox einfach nur ein paar Leibwächter dabei, keine Frage. Aber mit Blight versuche ich sowas nicht. Wir brauchen Vorbereitungszeit. Komm.“

Er packte ihren Rollstuhl und zog sie mit sich. Coras ganzer Körper verspannte sich und sie biss ihre Zähne zusammen. Sie hasste es, wenn Menschen das taten, ohne sie vorher zu fragen.

„Jacky!“ rief er, „Bitte mach jetzt die Tür auf, schnell! Es ist sehr wichtig.“

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Mark sah auf seinem Überwachungsbildschirm zufrieden zu, wie sich die Tür zu Cynthias Büro hinter Nick schloss.

Er gab die Steuerung des Aufzugs wieder für die Automatik frei, loggte sich aus dem Steuerpult aus und ging in den Fundus, um nachzusehen, ob er noch eine Waffe für sich selbst finden würde.

Die Ergebnisse waren unbefriedigend: Eine Machete, ein Fuchsschwanz, eine Nagelpistole, ein Bowie-Messer, eine Bärenfalle, ein Hammer, ein Plasmaschweißgerät, eine Wasserpistole neben einem Kanister mit Schwefelsäure und eine Schrotflinte, die explodierte, wenn sie abgefeuert wurde.

Er ließ alles liegen. Es wäre schön gewesen, wenn er gleich hier etwas Nützliches entdeckt hätte, aber er hatte noch andere Quellen.

Als er auf den Flur hinaus trat, sah er Cynthia den Körper des Repräsentanten an den Knöcheln in Richtung des anderen Endes des Flurs ziehen.

„Cynthia?“ sagte er, „Was machen Sie da?“

Sie blickte zu ihm auf und ließ die Füße des toten Repräsentanten langsam aus ihren Fingern gleiten, bis die Hacken seiner schwarzen Lederschuhe mit zwei deutlichen „Klack“-Lauten auf den Betonboden des Flurs schlugen.

Lange Zeit schwieg sie und sah erst in Marks Augen, dan auf die Leiche zu ihren Füßen hinab, dann wieder in Marks Augen.

Es war merkwürdig, Cynthia anzusehen. Nicht wie bei einem Menschen, dessen Blick man treffen und erwidern konnte. Eher wie bei einer Schaufensterpuppe. Als wären ihre kalten violetten Augen nur aufgemalt.

„Er hat sich in meinem Büro eingeschlossen und verbarrikadiert sich nun darin. Er hat offenbar eine Schusswaffe.“

Mark nickte. „Aus Coras Fundus. Er hat sie als Geisel genommen, oder sie kooperiert mit ihm. Ich weiß es nicht genau.“

„Können Sie das Problem beseitigen, Mr. Rawes?“

Mark dachte nach.

„Zu riskant“, sagte er schließlich. „Er kann sich darin vorbereiten, und er weiß genau, woher ich komme. Wir sollten warten, bis Blight da ist.“

Cynthia blickte mehrere Sekunden zu Boden.

„Ich möchte die Situation vorher geklärt haben. Bevor … das Audit begonnen hat.“

„Wenn ich es alleine versuche, besteht die Gefahr, dass Nick mich auch erschießt, und dann haben Sie hier niemanden mehr, der ihn aufhalten könnte. Was denken Sie, wie das für Ihren Vater aussieht?“

Wieder schwieg Cynthia für eine lange Zeit.

„Könnten Sie es gemeinsam mit Mrs. Rawes schaffen?“

Regina. Marks Kinn fiel herab, und sein Herzschlag beschleunigte sich.

„Ist das Ihr Ernst?“ fragte er.

„Wann haben Sie mich das letzte Mal scherzen gehört?“

„Sie würden Regina frei lassen?“

„Bis die Situation hier bereinigt ist, ja.“

Die Enttäuschung traf Mark wie ein Eimer mit Eiswasser.

„Nein“, sagte er.

„Was?“ fragte Cynthia. Ihre Stimme klang tonlos wie immer, als hätte sie ihn einfach nicht verstanden und würde sich auch nicht besonders dafür interessieren, was er gesagt hat.

„Bitte tun Sie mir das nicht an“, sagte Mark. „Ich habe sie einmal gefangen und an die Laboratorien ausgeliefert. Ich möchte es nicht noch einmal tun.“

„Die Bright Outlook Laboratorien“, sagte Cynthia, „legen großen Wert auf eine inspirierende Arbeitsatmosphäre und haben sich dazu verpflichtet, jedem Mitarbeiter möglichst solche Aufgaben zuzuweisen, die seinen Stärken, Interessen und Vorlieben entsprechen. Wir bedauern, dass wir dennoch nicht immer die Möglichkeiten haben, jeden Wunsch unserer Mitarbeiter zu erfüllen, und dass wir in Einzelfällen darauf bestehen müssen, dass auch Anweisungen ausgeführt werden, die dem Willen des betroffenen Mitarbeiters zuwiderlaufen.“

Mark betrachtete Cynthias blasses ausdrucksloses Gesicht mit halb offenem Mund und dachte nach, was er antworten wollte.

„Ich …“ begann er, und stockte, und begann neu: „Können Sie ihr nicht vielleicht ihr Leben lassen? Können Sie sie nicht frei lassen?“

„Doch“, sagte Cynthia. „Kann ich. Warum fragen Sie, Mr. Rawes?“

Mark seufzte. „Cynthia, was muss ich tun? Wirklich. Bitte. Geben Sie sich einen Ruck. Sehen Sie sich um. Das hier ist ein Desaster. Der Repräsentant ist tot. Nick hat sich mit einer Schusswaffe in Ihrem Büro verschanzt. Er hat meine Tochter da drin. Wenn Sie irgendwo so etwas wie ein Herz haben, oder eine Seele, dann bitte, gestatten Sie mir diese eine Ausnahme und geben Sie mir wenigstens meine Frau zurück dafür, dass ich dieses Problem für Sie löse. Bitte, Cynthia.“

„Mr. Rawes“, sagte sie, „dafür, dass Sie meine Probleme lösen, erhalten Sie Ihren Lohn. Bitte begeben Sie sich nun in den Kontrollraum und befreien Sie schnellstmöglich Mrs. Rawes, um Mr. Blair zu liquidieren.“

„Aber-“

„Ich empfehle Ihnen, sie darüber zu täuschen, dass sie nach Abschluss dieses Auftrags wieder in die Versuchsanordnung zurückkehren muss, aber selbstverständlich überlasse ich die Entscheidung Ihnen. Die Bright Outlook Laboratorien sind davon überzeugt, dass die freie Gestaltung der eigenen Arbeitsprozesse zur Motivation und damit zum allgemeinen Wohlbefinden der Mitarbeiter beiträgt. Bitte beeilen Sie sich.“

Mark sank in sich zusammen und hob eine Hand, um mit Daumen und Zeigefinger seine Schläfen zu massieren.

„Selbstverständlich“, sagte er.

Cynthia ging in die Knie, griff wieder die Knöchel des Repräsentanten und fuhr fort damit, ihn durch den Flur zu ziehen.

„Kann ich… Ihnen helfen?“ fragte Mark.

„Sie haben Eiligeres zu tun“, antwortete sie, ohn ihn anzusehen.

Mark machte sich auf den Weg zurück in den Kontrollraum.

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„Die Bright Outlook Laboratorien glauben, dass alle Menschen ein Recht auf Liebe haben, und dass niemandem eine schlechtere Behandlung widerfahren darf, weil seine Neigungen nicht den Vorstellungen der demokratischen Mehrheit entsprechen. Die Bright Outlook Laboratorien sind gleichzeitig davon überzeugt, dass unternehmerische Freiheit für den Erfolg dieser großen Nation konstitutiv ist und dass ihre Einschränkung durch gesetzliche Vorgaben oder überzogene Besteuerung eine große Gefahr für den Wohlstand der Vereinigten Staaten darstellt.

Aus diesem Grund haben die Bright Outlook Laboratorien sich verpflichtet, sowohl die Demokratische, als auch die Republikanische Partei durch regelmäßige Spenden in möglichst präzise gleichem Umfang zu unterstützen. Da die Bright Outlook Laboratorien erkennen, dass eine Unterstützung in nominal gleicher Höhe sehr unterschiedliche Effekte zeitigen kann, wenden wir zur Aufteilung einen sehr komplexen Schlüssel an, der die Gesamthöhe der Kampagnenbudgets der Spitzenkandidaten, ihr voraussichtlichen Erfolgschancen und die Ergebnisse der vorangegangenen Wahlen ebenso einbezieht wie die programmatischen Inhalte der jeweiligen Wahlkampfplattformen und einen meinem Ermessen unterworfene Zusatzfaktor, der die Ethik der Kampagnen bewertet.

Die Bright Outlook Laboratorien sind sich darüber im Klaren, dass es nicht einer gewissen Bizarrerie entbehrt, diese Spenden aus den Einnahmen aus Aufträgen zu bestreiten, die wir von den Personen zugewiesen bekommen, die von diesen Spenden profitieren. Solange die besagten Aufträge aber aus Budgets finanziert werden, die von den Budgets, in die die besagten Spenden fließen, vollständig getrennt sind, und die besagten Aufträge vom Profitieren der besagten Personen von besagten Spenden abhängen, sehen die Bright Outlook Laboratorien keinen Ausweg aus der Notwendigkeit, besagte Bizarrerie zu ertragen.“

„Oh“, sagte Senator Bell, und weil ihm das dann doch unzureichend erschien, fügte er noch hinzu: „Aha.“

Cox öffnete seinen Anschnallgurt, nickte Bell zu und stand auf. Bell tat es ihm gleich und folgte ihm zu der Kabinentür. Auf einem herabgeklappten Flugbegleitersitz saß William Blight, der vor der Landung die Kabine verlassen hatte und nicht zurückgekehrt war.

Er zog gerade ein weißes Seidentuch aus der Innentasche seines Jacketts, tupfte damit über die Ränder seiner Augen und schneuzte sich, bevor er es wieder einsteckte, seinen Gurt löste und aufstand, um sich an den Hebeln der Tür zu schaffen zu machen.

Cox lächelte Bell halb entschuldigend und halb belustigt zu.

„Denken Sie sich nichts dabei“, raunte er ihm zu. „Mr. Blight war schon immer … etwas näher am Wasser gebaut. Wir können uns darauf verlassen, dass seine emotionale Sensibilität ihn niemals davon abhalten wird, seine Pflichten mit unbedingter Zuverlässigkeit zu erfüllen.“

Bell tat sein Bestes, um das Lächeln so zu erwidern, dass es aussah, als verstünde er, worum es ging, und nickte

Für einen Moment kam es ihm so vor, als hörte er ein leises Wimmern hinter der Tür zum Cockpit, aber als sich die Tür nach draußen öffnete, ging das Geräusch im Lärm der Rotoren des Helikopters unter, der dort bereits auf sie wartete.

Lesegruppenfragen

  1. „Die Idee, dass man einen von ihnen töten konnte, schien ihr viel erstaunlicher als zuvor der Gedanke, dass der Repräsentant einfach weitermachen würde, mit einer Kugel im Kopf und zweien in der Brust.“ Ich habe eine Weile überlegt, ob ich den Satz so schreibe, weil ich befürchtete, dass er für euch vielleicht nicht sofort einleuchtend ist und euch irritiert. War er? Hat er?
  2. Wie wirkt es auf euch, dass Cynthia den toten Repräsentanten wegzuziehen versucht?
  3. Leanne empfand ihre Situation am Anfang ja gar nicht so bedrohlich, und hier hat sie nun so langsam eingesehen, was passiert ist. Kauft ihr mir das ab, oder kommt euch die Veränderung zu plötzlich?
  4. Die verschiedenen Szenen sind hier wieder nicht in der ganz optimal passenden chronologischen Reihenfolge, weil ich es so interessanter fand. Was haltet ihr davon?

Interaktivitätsfragen

A: Wie soll Regina reagieren, nachdem Mark sie befreit hat?

B: Soll Bell dem Wimmern aus dem Cockpit noch nachgehen, oder es ignorieren?

C: Soll Jill sich von Claire überzeugen lassen, oder weiter bei ihrer Position bleiben?

D: Sollen Hoai und Abdiel freiwillig gehorchen?

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21 Responses to Bright Outlook (17)

  1. madove sagt:

    Huch, was ist denn hier los? Wieso bin ich denn die Erste, nachdem ich jetzt drei Abende lang nicht zum Lesen gekommen bin? Allora:

    1. Im Gegenteil. Den Satz hatte ich für Punkt 5 „Grandiose Stellen“ vorgesehen. Er ist… genau richtig. So stelle ich mir das vor, ehrlich gesagt.

    2. Und diese Szene auch. Da passieren Bilder in meinem Kopf, die mich durch ihre kranke Absurdität erheblich erfreuen, oder so.

    3. Da müßte ich nochmal von weiter hinten lesen. Prinzipiell kam mir ihr Entsetzen sehr angemessen vor, aber mein Zeitgefühl ist durch die Abstände zwichen den Kapiteln etwas gestört.

    4. Ja, fand ich gut.

    5. ich mochte das ganze Kapitel wirklich. Vor allem den zweiten Teil. Und den ersten. Und den dritten. *strahl*

    A: Eigentlich finde ich, sie müßte stinksauer und unkooperativ sein. Ich wäre dazu nicht tough genug, aber sie vielleicht schon?

    B. Ja, jetzt wo ich neugierig bin, unbedingt.

    C: *rumkram* Dazu finde ich keine Meinung in mir. *such*

    D: Ich denk eher schon. Abdiel würde wahrscheinlich ein bißchen rumnölen, so wie er gebaut ist.

  2. Günther sagt:

    1. Den Gedanken hinter dem Satz finde ich auf jeden Fall gut und nachvollziehbar. Den Satz selbst finde ich schon etwas umständlich und kompliziert.
    2. Das passt gut, finde ich. Sie versucht „aufzuräumen“, um irgendwie wieder etwas Ordnung herzustellen und die Situation unter Kontrolle zu bekommen.
    3. Jein. Einerseits denke ich, dass sie die Kompromisslosigkeit ihres Arbeitgebers ja eigentlich kennen sollte. Andererseits will sie das am Anfang wohl einfach nicht wahrhaben. Zu plötzlich eigentlich nicht.
    4. In dem Fall gut.

    A. Sie traut ihm keine zwei Meter über den Weg und ist nur darauf bedacht, die nächstmögliche Gelegenheit zur Flucht zu nutzen.
    B. Eher ja. Wenn er es nicht täte, würde er schon jetzt kapitulieren.
    C. Höchstens zeitweise. Ganz lässt sie sich jedenfalls nicht überzeugen.
    D. Auf gar keinen Fall. Mindestens einer von den beiden muss sich querstellen. Ich meine ehrlich… BO bringt sie einen nach dem anderen um, aber sie tun dann sofort, worum man sie bittet? Ist es nicht ein ganz natürlicher Impuls, dass man alles macht, um den Ablauf zu verzögern/sabotieren?

  3. Guinan sagt:

    Ich bin auch noch da, aber hier herrscht gerade das Leben.
    Hat aber auch Vorteile, wenn man sich so spät meldet: Ich schließe mich vollumfänglich Günther an.

  4. Muriel sagt:

    @madove: Meine Leser sind eben nicht diese Art asozialer internetsüchtiger Loser, der den ganzen Tag vor seinem Computer rumhängt und nur darauf wartet, dass irgendwo ein neuer Post aufpoppt. Überschaubare-Relevanz-Leser sind schwer beschäftigte, gut verdienende Professionals mit Familie und extrem hohem dispositivem Einkommen. Dadurch kann es schon mal eine Weile dauern, bis unter einem Beitrag ein Kommentar erscheint. Das lässt aber keine Rückschlüsse über die Leserzahlen oder die Nachfrage nach überschaubare-Relevanz-Artikeln zu.
    Und nun zu etwas völlig anderem: Potentielle Anzeigenkunden können mich übrigens jederzeit unter murielsilberstreif@yahoo.co.uk erreichen. Ich biete sehr vernünftige Konditionen und vielfältige Kooperationsmöglichkeiten.
    Ach so, und danke für deinen äußerst erfreulichen Kommentar!
    2. Ich drängle ja nicht gerne, aber nun würde mich doch interessieren, ob diese kranken absurden Bilder in eine ähnliche RIchtung gehen wie Günthers Vorstellung dass sie nur aufräumen will. Eigentlich eine blöde Frage, denn am Aufräumen ist offensichtlich nichts Krankes oder Absurdes. Aber ich wüsste halt trotzdem gerne, ob du in eine völlig andere Richtung denkst als er. Man weiß ja nie.
    5. Noch mal danke. Lese ich natürlich immer gern.

    @Günther: Auch dir natürlich vielen Dank!
    A. Insbesondere weil du ja zwei Stimmen und damit die qualifizierte Mehrheit repräsentierst: Du meinst sicher die nächstmögliche Gelegenheit zur Fluch, nachdem sie ihre Tochter gerettet hat. Oder wirklich die nächstmögliche?
    D. Ich will dir im Ergebnis gar nicht unbedingt widersprechen, aber ich könnte auch jemanden verstehen, der eher keinen Widerstand leistet, wenn jemand, der demonstriert hat, dass kein Skrupel ihn davon abhalten, Menschen zu töten, ihn um etwas bittet, und diese Person möglichst wenig zu verärgern versucht.

  5. madove sagt:

    Äh, ja. Genau. Das war natürlich auch der Grund, warum ich erst so spät kommentiert hatte; ich mußte meine Aufmerksamkeit wichtigen professionellen Dings, ja, und die Familie, und das ganze Einkommen will ja auch verwaltet und äh, disponiert werden. Genau so war es.
    2. Also: Es kommt Cynthia drin vor, das macht sie schon alleine eher krank, und sie zerrt an einer Leiche rum, dadurch wird es nicht weniger creepy. Aber vor allem wirkte es so ein bißchen hilflos, wie diese kleine, unwichtige Handlungen, die man macht, um die Sicherheit zu behalten, wenn grade langsam aber sicher die Welt untergeht. Ich glaube das kam daher, daß das Wegzerren als so ein langwieriger Prozeß rüberkommt (vermutlich realistisch), deshalb wirkt es auf mich eher verzweifelt als pragmatisch. Und dadurch skurril.

  6. Günther sagt:

    @Muriel:
    2. Nur fürs Protokoll, ich meine auch nicht unbedingt „nur“ aufräumen. Es ist schon ein aufräumen, das relativ absurd ist und in der Gesamtsituation eher „verzweifelt als pragmatisch“ wirkt, wie madove so schön schreibt.
    A. Hm, das heißt wenn ich die qualifizierte Mehrheit repräsentiere, kann ich mir dann jetzt auch was ganz Wildes ausdenken? Und hoffen, dass Guinan mir ihre Stimme nicht wieder entzieht…
    Aber natürlich möchte Regina erst ihre Tochter retten, ja.

  7. Muriel sagt:

    @Günther: Im Prinzip könntest du das.
    Ich würde allerdings eine Grenze dafür setzen, was ich noch als von meiner Frage umfasst akzeptiere. Wenn du schreiben würdest „Sie entkommt, dringt in die nächstgelegene SAC-Basis ein, zündet eine thermonukleare Bombe und zerstört damit nicht nur die Laboratorien und den Bundesstaat, in dem sie sich befinden, sondern löst außerdem einen Erstschlag der USA gegen Russland aus, auf den Russland und China mit der Zündung ihres gesamten Arsenals antworten, was die Welt in einen nuklearen Winter stürzt, in dem die gesamte Bevölkerung mit Ausnahme von Sigmar Gabriel und dem Papst ums Leben kommen“, dann würde ich mir vielleicht überlegen, ob das eine Prämisse für eine interessante andere Geschichte abgibt, aber es würde ganz bestimmt nicht im nächsten Kapitel so passieren.

  8. Günther sagt:

    Nein, das wäre natürlich etwas zu viel.
    Ich dachte mehr daran, dass sich Regina nach ihrer Befreiung eine Dose Spinat „Bright Outlook Hausmarke“ besorgt, diesen isst und davon enorm kräftige Waden bekommt. Daraufhin erledigt sie mit einer Reihe von Roundhouse-Kicks alle bösen Bright Outlook-Mitarbeiter. Die guten BOler und die Versuchskaninchen vergeben sich tränenreich und tanzen einen lustigen Ringelreihen. Zum Abschluss singen alle feierlich die amerikanische Nationalhymne. Mit einer Träne im Auge flüstert Regina: „God bless us, everyone!“. Vorhang.

    Um die Grundlage der Frage nicht zu verlassen, musst du den ein oder anderen Satz in Gedanken evtl. mit „Regina veranlasst, dass…“ ergänzen. Und jetzt schließ schnell die Abstimmung, bevor Guinan sich das noch anders überlegt!

  9. Muriel sagt:

    @Günther: Ich bin so begeistert, dass ich eigentlich gar nicht mehr weiß, was ich noch schreiben soll.
    Am besten nehme ich einfach deinen Kommentar und kopiere ihn unter die nächste Überschrift.
    Besonders den Schluss fand ich toll. Ich schäme mich nicht, einzugestehen, dass ich auch ein bisschen geweint habe.

  10. Guinan sagt:

    Ich komme gerade sehr ins Grübeln. Habe ich etwa sehr übereilt gehandelt? So Wahlverfahren sind riskante Angelegenheiten. Da gibt man jemandem vertrauensvoll eine Stimme, und dann stellt der damit Bullshit an.

  11. Muriel sagt:

    @Guinan: Ach komm. Günthers Idee ist perfekt! Genau das Ende, nachdem ich gesucht habe.

  12. Guinan sagt:

    Ende? Jetzt schon? Nu komm mir aber nicht wieder mit so vorzeitigem Dings.

  13. Muriel sagt:

    *leise „Nur die Wurst hat zwei“ summend ab*

  14. fichtenstein sagt:

    So, ich hab aufgeholt.
    2. Eigentlich finde ich sogar ansatzweise professionell, dass sie das macht. Zwar hätte man eigentlich erwarten müssen, dass die oberste Priorität ist, sich um Nick zu kümmern, aber da Cynthia sowieso nicht so denkt, wie andere, geht es meiner Meinung nach auch darum, für den Besuch keine unordentlichen Leichen herum liegen zu lassen, weshalb ich es auch nur ein wenig als Übersprungshandlung gelesen hätte. Und da Bright Outlook anscheinend sehr auf Ordnung bedacht ist, passt das auch wieder.
    3. Kauf ich ab
    a.) Ich würde definitiv denken, dass sie Mark gehorcht, noch geht sie ja davon aus, dass Mark ihre Tochter schützen würde, weshalb es vielleicht sogar gefährlich für Jackie sein könnte, wenn Regina aufmüpfig wird. Allerdings kann es schon sein, dass sie sich gegen Mark wendet, sobald sie mitbekommt, dass gerade alles drunter und drüber geht.
    b.) Nein, halte ich für sehr unrealistisch, dass er das machen würde. Abgesehen davon, dass er sehr eingeschüchtert ist, ist die feine englische Art (aka alles zu verschweigen/ignorieren, was einen erfolgreichen Geschäftsablauf verhindern könnte) sicher für einen Mann seiner Position normal.
    c.) Höchstens der Ruhe halber, also wird sie sich nicht wirklich überzeugen lassen, sondern vielmehr mitspielen, bis die Umstände sich ändern
    d.) Solange Hoais geheime Stimme nichts anderes sagt, wird er sicher gehorchen und auch Abdiel wird sich beugen, immerhin ist er ein Hobbydemonstrant, der sich im Ernstfall lieber selbst schützt als den trotzigen Helden zu spielen.

  15. Muriel sagt:

    @fichtenstein: Wow. Ich weiß deinen Eifer zu schätzen und versichere dir gerne, dass jeder Schaden, den dein Bild in meinen Augen durch gewisse musikalische Meinungsverschiedenheiten genommen haben könnte, aufgewogen ist und du durch diesen Kommentar zu einer meiner Lieblingskundinnen aufsteigst.
    2. Ist ja auch irgendwie sympathisch von ihr, dass sie sich als Führungskraft sogar für so schlichte Reinigungsaufgaben nicht zu schade ist.
    A. Klingt plausibel. Ist das jetzt eine Stimme mit madove, oder hat Günther noch die Mehrheit? Ich bin mir nicht sicher, wie ich das deuten darf.

    Ich freue mich auf jeden Fall über deinen Einstieg, nicht nur, weil ich mich über jeden Leser freue, sondern hier ganz besonders, weil du eine neue Perspektive in die Abstimmungen bringst.
    Weiter so.

  16. Günther sagt:

    @Muriel: Ja, ich kann das einfach. Diese klassisch-schlichte Eleganz, die auch das Gefühl nicht zu kurz kommen lässt, ohne dabei ins Pathos abzurutschen. Ich hab das Gefühl, das eben war der Anfang einer großen Karriere.

    @Guinan: Deinen Widerspruch interpretiere ich als Neid.

    Gut, dass ich durch fichtenstein gerade meine Mehrheit verloren habe. Das fing an, mir zu Kopf zu steigen.

  17. Muriel sagt:

    @Günther: Wir sollten Bright Outlook als Gemeinschaftswerk schnell an Random House schicken, bevor es jemand anderes tut.
    Natürlich steht dein Name vorne.

  18. Guinan sagt:

    @Günther: Oh. Du hast mich durchschaut.

  19. fichtenstein sagt:

    Ich glaube, meine Antwort zu a.) geht weder mit Günthers noch mit Madoves Antworten einher, daher dürfte Günther immer noch die Mehrheit und damit weiterhin Anrecht auf Starallüren haben.

  20. Muriel sagt:

    @fichtenstein: Na gut, ja, du hast Recht.

  21. Muriel sagt:

    So, dann wollmerdochmasehn:
    A. 1 unkooperativ und stinksauer, 1 gehorsam, 2 misstrauisch und auf der Suche nach Fluchtgelegenheiten (nachdem sie ihre Tochter befreit hat)
    B. 3 ja, 1 nein
    C. ich sag mal, einstimmig zeitweise mit einer Enthaltung
    D. 2 ja, 2 nein

    Einwände gegen das vorläufige amtliche Endergebnis bitte möglichst bald. Ihr wisst ja, die neuen Kapitel schießen hier wie Pilze aus dem Boden.

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