Geschmack im Frack

Am nächsten Tag wollten wir auf den Tafelberg. Aber natürlich reichte uns das nicht. Wir wollten auch das Kap der Guten Hoffnung sehen, denn Hoffnung fehlt keoni und mir als Atheisten natürlich völlig, und weil wir insgeheim verzweifelt danach dürsten… Also, wir wollten gerne das Kap der Guten Hoffnung sehen. Und der Weg dahin führt nicht nur vorbei an bezaubernden Stränden

und niedlichen kleinen kolonialen Städten

vorbei, sondern auch an eine Pinguinbeobachtungsstation. Es hat sich also richtig gelohnt!

Uaaaah… Vergesst das schnell wieder und folgt mir zu den echten Pinguinen. Das mit den Albträumen tut mir leid.

Man läuft dort über einen leicht erhöhten Holzsteg, von dem aus man wunderbar die zahllosen Pinguine beobachten kann, mit denen dieses Areal vollgestopft ist. Von dem lustigen grünen Gebüsch, in dem sie völlig deplatziert wirken, bis hin zum Strand,

wo sie schon etwas normaler aussehen, und natürlich auch in ihrem bevorzugten Jagdgebiet

alles voll mit Pinguinen. Wir fanden das gut, aber irgendwann hat man dann eben doch alle Pinguine gesehen, und dann fährt man weiter in Richtung Kap. Nachdem man den Eintritt für den Kap-Park bezahlt hat, fährt man noch eine Weile durch die inzwischen vertraute Buschlandschaft,

bis man schließlich das Kap erreicht. Und Donnerlittchen, ich muss schon sagen, das Kap sieht echt eindrucksvoll aus. Das ist schon eine Reise wert. Wir waren völlig von den Socken.

Was? Wie bitte? Oh. Ich erfahre gerade, dass das gar nicht das Kap ist. Das ist Cape Point. Das eigentlich Kap der Guten Hoffnung ist ein bisschen weiter rechts und viel weniger eindrucksvoll.

Das da im Vordergrund war mal ein geheimer Beobachtungsposten im Krieg. Viel weniger geheim ist der Beobachtungsposten oben über Cape Point. Es war sogar ziemlich voll, weil gerade ein paar Busladungen Asiaten angekommen waren,

aber uns gelangen trotzdem ein paar Blicke über das Meer und die Felsen.

Trotz der attraktiven Aussicht mussten wir weiter, denn wir wollten ja auf jeden Fall noch auf den Tafelberg, da wollten wir kein Risiko eingehen und auf jeden Fall rechtzeitig ankommen. Eilig brachen wir also wieder auf, rasten in halsbrecherischer Geschwindigkeit durch den Park, überfuhren mehrere Paviane auf dem Weg und… standen dann fast zwei Stunden im Stau, weil die Hauptroute nach Kapstadt gesperrt wer und der gesamte Verkehr auf einen obskuren Umweg umgeleitet werden musste.

So konnten wir zwar noch sehnsüchtig zuschauen, wie die Gondeln rauf- und runterfuhren,

aber Mitfahren war nicht mehr, und uns blieb nur noch, ein paar Abschiedsfotos vom Berg zu machen

und zum Trost in dem überraschend fantastischen griechischen (Ja, trotzdem!) Restaurant Mezepoli in Camps Bay essen zu gehen. Wie der Name schon sagt, liegt der Schwerpunkt da nicht auf fettigem Lammbraten in fettiger Soße mit fettigem Gemüse in fettigem Fett, sondern eher auf so putzigen kleinen Meze, und außerdem war die Bedienung hier dermaßen humorvoll und freundlich, dass uns gewiss sogar der Fettbraten geschmeckt hätte. Na gut, der eine Typ, der irgendwie das Sagen zu haben schien, hätte vielleicht zwei- oder dreimal weniger oft vorbei kommen können, um besorgt zu fragen, ob es uns auch wirklich schmeckt, ohne dass es unangenehm aufgefallen wäre, aber gestört hat er uns auch nicht, denn er war ja eben ein echt netter Kerl. Alle waren da nett. Sagte ich das schon? Egal. So nett, dass wir es zum Schluss gar nicht mehr schlimm fanden, den Tafelberg nicht mehr geschafft zu haben. Ehrlich. Kein Problem. Macht uns gar nix aus. Wir wollten ja eigentlich eh nicht unbedingt rauf. Was kann da schon sein? Berg halt. Kennt man doch. Pah. Berge. Wer will die schon sehen? Tse. Interessiert doch keinen. Hallo? Noch jemand da?

Na gut. Dann geh ich jetzt auch.

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4 Responses to Geschmack im Frack

  1. whynotveroni sagt:

    Klasse Fotos, danke. 🙂

  2. whynotveroni sagt:

    Ach und ich vergass hinzuzufuegen: Pinguine sind wirklich total klasse!

  3. Wieder kein Foodporn. Ich bin enttäuscht und prangere das an.

  4. Muriel sagt:

    @whynotveroni: Danke!
    @ars libertatis: Ich weiß auch nicht. Ich hätte schwören können, dass ich im Mezepoli fotografiert habe, aber anscheinend hab ichs doch vergessen.

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