Mumpu… Mapa… Mampulama… Mpumulu…

Am nächsten Morgen flogen wir zum Mpumalanga-Airport, um von dort aus mit einem neuen Mietwagen zum Krüger-Nationalpark zu fahren. Das Foto oben ist natürlich nicht ganz akkurat und erweckt deshalb unter Umständen einen falschen Eindruck vom südafrikanischen Binnenluftverkehr. Im Interesse der Fairness und des Kampfes gegen stupide Vorurteile: Das Flugzeug hatte vor der Landung noch eine Tür. Auf der rechten Seite. Und der Flughafen war eigentlich auch ganz nett, wenn auch nicht sehr groß.

Ihr seht schon: Während die Gegend um Kapstadt für einen Europäer noch nicht außerordentlich exotisch wirkt, wird es hier allmählich afrikanisch. Aber da müssen wir jetzt durch.

Wir waren ungefähr eineinhalb Stunden unterwegs, bis wir schließlich den Eingang des Parks erreichten und unsere Gebühr bezahlen durften. Ich hatte mir das Tierebeobachten sehr mühselig vorgestellt und wurde, ziemlich genau wie bei den Walen, sehr angenehm überrascht. Man fährt wirklich einfach durch diesen Park und sieht alle Nase lang irgendein mehr oder weniger exotisches Vieh. Am häufigsten diese Impala-Antilopen, die man deshalb auch sehr bald zu fotografieren aufhört:

und gleicht als nächstes lief uns schon dieses putzige Warzenschwein über den Weg:

Wir finden die toll. Warzenschweine habens drauf. Dann gibt es natürlich auch Zebras,

Elefanten,

Nashörner

und OH MEIN GOTT SCHNELL TÖTET ES TÖTET ES MIT FEUER!

Zum Glück stellte sich später heraus, dass es nur drei Giraffen waren. Puh. Naja, sicher ist sicher.

Kurz vor der Einfahrt zu unserem Camp sahen wir noch einen großeren Safari-Geländewagen, der mit seinem Scheinwerfer in ein Gebüsch leuchtete und dachten, da lohnt es sich vielleicht auch noch mal anzuhalten. Lohnte sich tatsächlich.

Ja, das heißt Camp, da im Park, und tatsächlich bauen da manche der Gäste ihre eigenen Zelte auf oder schlafen in Wohnmobilen, aber wir hatten weder das eine noch das andere dabei und deshalb eine Hütte gemietet. Diese Camps sind (neben verschiedenen Rastplätzen) die einzigen Orte im Park, an denen man sein Auto verlassen darf. Es gibt über 20 davon, aber wir haben nur zwei kennengelernt. Unser erstes war Lower Sabie und hatte die ganz wunderbare Besonderheit, direkt an einem Fluss (daher der Name) zu liegen.

Wir konnten also morgens direkt aus unserem Bungalow treten und… sagen wir, zum Beispiel, ein Flusspferd sehen, oder Elefanten beim Trinken, und natürlich war auch hier wieder alles voll mit Impalas, und sogar innerhalb des Camps gab es nicht nur nette Flora, sondern auch interessante Tiere. Ich weiß nicht, ob es Zufall war, aber die meisten davon waren Reptilien, wie dieser Kamerad hier:

oder dieser hier:

Außerdem gab es noch diese  Vögel:

aber weil die nichts Interessantes gemacht haben, sprechen wir lieber über die Warane, da hab ich nämlich eine Geschichte zu erzählen, die mir zumindest in ihrem Verlauf durchaus spannend vorkam. Das Camp hat auch einen Pool, und es war warm genug, dass mich irgendwann die Lust packte, dort mal reinzusteigen. Auf dem Weg sah ich einen (mutmaßlich) männlichen Waran, der eine (wie ich annahm) weibliche Waranin sehr nachdrücklich behelligte, und sie floh am Ende vor ihm in den besagten Pool.

Eine Zeitlang war das ganz lustig, weil wir auch den anderen Badegästen dabei zusehen konnten, wie sie mit sich rangen, ins Wasser zu steigen oder nicht. Insbesondere ein Vater und sein Sohn rangen (metaphorisch gesprochen) sehr innig miteinander, denn der Sohn wollte unbedingt ins Wasser zu dem lustigen Tier, der Vater hingegen trug sich mit der (durchaus vernünftigen) Sorge, dass ein Biss durch das Vieh das Ende des gemeinsamen Urlaubs markieren könnte. Mit der Zeit fing ich aber an, weniger über die Menschen nachzudenken und mir Sorgen um die Waranin zu machen. Sie war jetzt schon seit deutlich über zehn Minuten unter Wasser, und machte so eigenartige Schwimmbewegungen, die für mich als Laien den Eindruck erweckten, als versuche sie vergeblich, an die Oberfläche zu gelangen.

Die anderen Leute schienen das Problem nicht besonders ernstzunehmen, aber ich wollte die Geschichte nicht mit dem Tod des Reptils beenden müssen und versuchte reichlich unbeholfen, es mit einem langen Ast rauszufischen. Das war aussichtslos, weil die Waranin keinerlei Interesse daran zeigte, gerettet zu werden. Andererseits wurden ihre Bewegungen zunehmend selten und kraftlos, aber zum Glück fand keoni gerade noch rechtzeitig die Pool-Werkzeuge und mit denen war unsere Rettungsaktion dann gar nicht mehr so schwierig.

Die Waranin hing allerdings so schlaff im Netz, dass mich kurz die Angst beschlich, sie wäre doch noch im letzten Moment verblichen, aber dann hob sie nach einigen bangen Sekunden ihren Kopf und kroch unter allgemeinem Applaus langsam von dannen.

So.

Das war das Waran-Abenteuer. Jetzt erzähle ich zum Schluss noch von unserer Nachtsafari, und der Rest muss bis zum nächsten Reisebericht warten. Die Safari begann schon sehr vielversprechend mit einer Leopardensichtung, und zwar nicht irgendeiner, sondern im Baum mit Antilope. Ihr seht davon leider nicht viel, aber ich versichere, dass der Anblick durch das Fernglas was Besonderes war.

Darauf folgte die weniger eindrucksvolle, aber auch irgendwie sympathische Sichtung eines Nightjars, einer Eule,

und einer Hyäne (leider ohne Abbildung). Und zu guter Letzt begegnete uns sogar noch ein Löwe und nahm uns damit unglücklicherweise jede Rechtfertigung, unser Geld zurückzuverlangen.

Mit diesem enttäuschenden Ende beschlossen wir unseren Aufenthalt in Lower Sabie, und ich diesen Reisebericht.

Mehr crazy Tiere beim nächsten Mal.

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10 Responses to Mumpu… Mapa… Mampulama… Mpumulu…

  1. Wow, tolle Bilder! Und dieser Abschluss! Nach dieser Einnordung bin ich gespannt, was „crazy Tiere“ sein mögen….

  2. madove sagt:

    Das war ja jetzt ein nettes Betthupferl und ein gelungener Abschluß fürs Wochenende. (Waran waraus – AUA!!!)

  3. fichtenstein sagt:

    Mir fällt erst jetzt auf, dass es ein Kentucky Fried Chicken Flugzeug war. Gab es dazu eine Erklärung oder ist das normal?

  4. Muriel sagt:

    @fichtenstein: Der Flug war als Überraschung in unserem Twister-Menü.
    Nein, das KFC-Flugzeug ist nur eine leere Hülle, die als Werbung am Wegesrand stand. In Wahrheit flogen wir in einer kleinen Propellermaschine einer innersüdafrikanischen Gesellschaft, deren Name mir gerade nicht einfällt, die aber gefühlt eine Tochter von South African war.

  5. fichtenstein sagt:

    Ach Mensch und ich hab mir schon Actionfilme mit Sanders als schnittigen Helden in seiner heißen Maschine vorgestellt, wie er Hühnchenteile an Löwen verteilt, um junge Damen vor ihrem sicheren Tod zu retten.

  6. Muriel sagt:

    @fichtenstein: Wenn du Sanders in einem Jet mit jungen Damen sehen willst, könnte ich dir meinen außergewöhnlichen interaktiven Fortsetzungsroman Bright Outlook empfehlen. Löwen und Hühnchenteile kommen zwar bisher nicht vor, aber dafür ist das Ding ja interaktiv.

  7. Dietmar sagt:

    Ach, na gut, lass´ ich´s raus: Ich bin neidgrün.

    Nebenbei bemerkt: Meine Kindheitsprägung sorgt dafür, dass ich immer mal wieder bei dem Anblick von Löwen-Photos im inneren Ohr das Thema von „Born free“ höre. Ist glücklicherweise Musik, die ich auch heute noch gut finde.

  8. fichtenstein sagt:

    @Muriel: Ich hab mich jetzt endlich mal* ran gesetzt und morgen ist ja eh Feiertag. Mal sehen, wie weit ich komme, bis mir die Augen brennen.
    *Ich wollte ja schon länger, aber es überkommt mich immer die nackte Angst, wenn ich massenweise aufholen muss, um für etwas auf dem neusten Stand zu sein.

  9. Muriel sagt:

    @fichtenstein: Oh. Damit hatte ich jetzt nicht gerechnet.
    Ich aktualisiere mal das Inhaltsverzeichnis auf der Geschichtenseite…

  10. freiheitistunteilbar sagt:

    Hattest du Kontakte mit echten Negern? Manchen Leuten ist es schwer, den Unterschied zwischen Apartheid und Diskriminierung verständlich zu machen.

    Wenn du dich entschließt, aus Antipathie und / oder Sorge um dein Eigentum jemanden auszugrenzen, dann ist es Diskriminierung. Wenn die Politik Neger als Paria behandelt und sie rechtlich unterpriveligiert, dann ist es Apartheid.

    Man könnte statt Apartheid auch Ungleichberechtigung schreiben und es den Frauen-Frauen unter die Nase reiben, damit sie endlich den Unterschied zwischen gleichen Rechten und negativen Auswirkungen aufgrund persönlicher Entscheidungen verstehen. 😉

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