Bright Outlook (18)

Das heutige Kapitel unseres exzellenten interaktiven Fortsetzungsromans ist etwas Besonderes. Nicht nur, weil jedes neue Kapitel unseres exzellenten interaktiven Fortsetzungsromans etwas Besonderes ist, sondern weil zum allerersten Mal in der Geschichte von überschaubare Relevanz ein Leser eine Gastrolle übernimmt. Also, mehr oder weniger. Henk hat mir gestattet, seine Figur zu gestalten, wie immer es mir passt, und so dürften sich die Ähnlichkeiten auf den Namen und das auf seiner Homepage sichtbare Outfit beschränken, und vielleicht habe ich nicht mal das richtig hinbekommen, weil das Foto ziemlich klein ist und ich Farben nicht gut sehen kann.

Ich wünsche euch trotzdem viel Spaß.

Was bisher geschah
Im ersten Kapitel erwacht Claire und lernt die erste der anderen Versuchspersonen fürchten.
Im zweiten Kapitel erwachen auch alle anderen. Die Tür zum zweiten Raum öffnet sich (wieder), und Claire beginnt eine Vorstellungsrunde.
Im dritten Kapitel setzen die Versuchsteilnehmer die Vorstellungsrunde fort öffnen die Tür zum dritten Raum, und Mark wird von einer Polizistin angehalten.
Im vierten Kapitel holt Mark einen Republikaner und seinen Callboy, Branco nimmt Lora den Revolver weg, und die Versuchsteilnehmer öffnen eine weitere Tür.
Im fünften Kapitel holt Mark einen Occupy-Aktivisten, und die Versuchsteilnehmer demontieren eine der Überwachungskameras.
Im sechsten Kapitel holt Mark Regina, und die Versuchsteilnehmer tragen die Konsequenzen ihres Verstoßes gegen die Teilnahmebedingungen.
Im siebten Kapitel streiten Nick und Leanne miteinander, und Leanne unterläuft ein unangenehmes kleines Missgeschick. Jeffries öffnet die Tür zum nächsten Raum, und den Versuchsteilnehmern fällt nicht nur ein Kuchen in die Hände, sondern auch Leanne.
Im achten Kapitel bekommen Nick und Mark Besuch von einem Repräsentanten von Management, Leanne tritt Branco, und Jill wacht auf und lernt Regina kennen.
Im neunten Kapitel betreten wir mit Mark zusammen Cynthias Büro, und der Occupier wacht auf.
Im zehnten Kapitel stirbt Pascal, Hoai Nguyen erwacht und lernt die Stimme in seinem Kopf kennen, nebst den anderen Versuchsteilnehmern, und Nelson Jeffries misshandelt eine wehrlose Frau.
Im elften Kapitel lässt Mark seine Tochter bei Cynthia zurück, begegnet im Flur dem Repräsentanten und streitet mit Nick, wir beobachten drei Männer und eine Frau in einem Flugzeug, und Branco wacht wieder auf.
Im zwölften Kapitel überzeugt Miles seine Mitgefangenen, eine Vorstellungsrunde abzuhalten, Nick bittet um Entschuldigung, und Cynthia kommt ihn deshalb besuchen.
Im dreizehnten Kapitel kommt es zu einem Kampf zwischen Mark und Nick, den Cynthia unterbricht, um Nick entkommen zu lassen, und Miles sieht zu, wie Jill in den niedrigen Raum hinter der Tür kriecht.
Im vierzehnten Kapitel überredet Nick Cora, ihm eine Waffe zu geben, und Jill erlebt Unerfreuliches in dem niedrigen Raum.
Im fünfzehnten Kapitel kämpft Leanne noch einmal gegen Branco, Gouverneur Agneaux stirbt, und Senator Bell fühlt sich bedroht.
Im sechzehnten Kapitel überwältigt Nick Mark und erschießt den Repräsentanten, während Jill den Gouverneur in den niedrigen Raum lockt und knapp entkommt, während er von der Decke zerquetscht wird.
Im siebzehnten Kapitel wird Leanne bitter enttäuscht, Nick und Cora wollen sich vor William Blight verstecken, und Cynthia gestattet Mark, Regina zu befreien. Vorübergehend.

Was heute geschieht

11. Mai 2003

„Rhonda Shermer“, sagte der Mann mit der Sonnenbrille, „die Bright Outlook Laboratorien freuen sich auf ein karriereorientiertes Zukunftsgespräch mit Ihnen. Bitte erheben Sie sich und folgen Sie mir. Die Bright Outlook Laboratorien legen Wert auf den Hinweis, dass dies Ihre letzte Chance ist, von Ihrer Bewerbung Abstand zu nehmen. Sobald Sie hinter diese Tür getreten sind, werden Ihnen Informationen bekannt, zu deren Besitz nur Mitarbeiter der Laboratorien befugt sind.“

Die Frau in dem schwarzen Hosenanzug stand auf und folgte ihm ohne ein weiteres Wort.

Mark sah zu, wie die Tür hinter ihr ins Schloss fiel. Das Geräusch klang sehr satt und wuchtig. Eine Schallschutztür.

Er scheiterte bei dem Versuch, sich wieder in sein Buch zu vertiefen, ohne vorher noch einen Seitenblick auf die schwarzhaarige Frau zu werfen.

Mark hatte zu dieser Zeit eigentlich ganz andere Sorgen. Ihm stand ein Bewerbungsgespräch bevor, das sein Leben bestimmen würde. Dies war seine große Chance, das Desaster in Pakistan hinter sich zu lassen und aus dieser verdammten Zelle rauszukommen. Er war einer von acht Bewerbern, die sie zum Gespräch eingeladen hatten. Einer von acht von geschätzt Hunderten. Er wusste natürlich nicht genau, wie viele andere das Angebot erhalten hatten.

Einerseits wurden Jobs wie dieser nicht in der New York Times ausgeschrieben, andererseits konnten sie nicht zu wählerisch gewesen sein, wenn auch er davon erfahren hatte.

Wahrscheinlich half es, dass sie ihn nur deshalb als Bauernopfer öffentlichkeitswirksam hatten festnehmen müssen, weil jemand anders versagt hatte und die Sache an die Öffentlichkeit gelangt war, aber er konnte sich trotzdem nicht vorstellen, dass er besonders weit oben auf der Liste vertrauenswürdiger hoffnungsvoller junger Berufseinsteiger stand. Er konnte sich nicht einmal richtig vorstellen, wie sie es gegenüber der Presse rechtfertigen würden, wenn er plötzlich verschwand und der Prozess gegen ihn abgesagt werden musste. Andererseits hatte ihnen vielleicht imponiert, dass er seine Pflicht getan und verschwiegen hatte, dass das Massaker nicht ein spontaner Einfall zu seinem eigenen Freizeitvergnügen gewesen war.

Wie auch immer es dazu gekommen, war, er war jedenfalls einer von acht, er wollte wirklich sehr gerne nicht mehr eingesperrt sein, und es war in diesem Moment wirklich nicht besonders klug, sich von seinen Hormonen ablenken zu lassen, aber andererseits: Wann war das schon jemals besonders klug?

Sie gefiel ihm. Sie hatte wunderbar schimmernde schwarze Haare und trug sie in einem Pixiecut, der zwar verspielt genug war, um eindeutig als bewusste Provokation durchzugehen, aber andererseits noch nicht so albern, dass er sie verdächtigen musste, zu dumm zu sein, um sich für diesen Anlass angemessen herzurichten. Ihre blauen Augen blitzten sehr schön lebendig, und um ihre Mundwinkel spielte ständig ein kleines Lächeln, das zu einem breiten Grinsen angewachsen war, also vorhin der Green Beret in seiner völlig lächerlichen Felduniform den Raum betreten hatte, sogar mit Pistole am Koppel.

Mark war sicher, dass er sich hervorragend mit ihr verstehen würde, aber wie so oft in solchen Situationen fand er einfach keine sozialadäquate Methode, es zu versuchen, oder auch nur zu signalisieren, dass er Interesse hatte.

Er fühlte sich von den anderen Leuten im Raum gehemmt. Jetzt war zwar nur noch der Green Beret hier, aber der schaute so ostentativ grimmig und überheblich drein, dass er alleine schon reichte, um Mark davon abzuhalten, ein Risiko einzugehen.

Die Atmosphäre lud außerdem auch unabhängig von den übrigen Wartenden nicht dazu ein, eine freundliche Plauderei zu beginnen.

Die Bewerber saßen in einem kühlen Raum mit nackten Betonwänden, dekoriert mit nichts als einem einzigen Poster, auf dem ein unscharf abgebildeter Mann mit unechtem Lächeln und Sonnenbrille in einem schwarzen Anzug hinter dem Slogen „Ein Freund in der Not“ stand. Vielleicht war es der Typ, der sie zum Gespräch hinein holte. Die einzigen Möbel waren ein Satz völlig verschiedener Stühle, die nur gemeinsam hatten, dass sie alt und billig und abgenutzt waren und ein bedenkliches Knarren von sich gaben, wenn man sich auf ihnen bewegte, und zwei große kantige Kameras an gegenüberliegenden Wänden des Raumes beobachteten die Bewerber mit ihren langsam blinkenden bedrohlich roten Augen.

Mark warf noch einen Blick zu ihr.

Er machte das ein bisschen zu oft, aber sie sah ihn nie an, was einerseits ein schlechtes Zeichen war, aber andererseits hieß, dass sie seine Aufmerksamkeit wahrscheinlich nicht bemerkte.

Er war sich selbst nicht ganz sicher, warum er das für eine gute Sache hielt.

Wie albern, dachte er, dass er sich einredete, diese Frau völlig umwerfend zu finden, nur weil ihre Mimik, Ihre Gesichtszüge und ihr Körper ihm gefielen. Als hätte das wirklich irgendwas zu sagen. Aber was nützte es ihm, es besser zu wissen?

Die Tür öffnete sich mit einem leisen Klick.

„Bernard Weston“, sagte der Mann mit der Sonnenbrille, „die Bright Outlook Laboratorien freuen sich auf ein karriereorientiertes Zukunftsgespräch mit Ihnen. Bitte erheben Sie sich und folgen Sie mir. Die Bright Outlook Laboratorien legen Wert auf den Hinweis, dass dies Ihre letzte Chance ist, von Ihrer Bewerbung Abstand zu nehmen. Sobald Sie hinter diese Tür getreten sind, werden Ihnen Informationen bekannt, zu deren Besitz nur Mitarbeiter der Laboratorien befugt sind.“

Der Green Beret sprang auf, salutierte – Mark musste sich zusammenreißen, um nicht laut zu lachen – und folgte dem sonderbar monotonen Mann mit der Sonnenbrille. Die Tür fiel hinter ihnen mit dem gewohnten schweren, endgültigen Geräusch ins Schloss.

Als Mark, noch immer breit grinsend, wieder einen Blick zu der schwarzhaarigen Frau warf, wäre er vor Schrecken beinahe zusammengezuckt, denn sein Blick traf ihren, und auch sie lächelte.

„Was glauben Sie, wie viele Stellen die frei haben?“ fragte sie.

Er mochte ihre Stimme. Natürlich. Er war acht Jahre alt und zum ersten Mal verliebt.

Er zögerte kurz. Mark hatte keine Ahnung, worauf sie damit hinauswollte, aber wenn er sie direkt fragte, fürchtete er, zu schroff zu klingen.

„Genau vier“, sagte er deshalb stattdessen, mit gespielter Ernsthaftigkeit.

„Und die anderen vier?“

„Wie? Die kriegen keine – oh.“

Jetzt wurde es ihm klar.

„Es ist noch keiner zurückgekommen, oder?“

„Aber…“ Er schüttelte den Kopf. „Nein, das kann nicht sein. Es gibt noch einen anderen Ausgang.“

„Haben Sie gehört, was er gesagt hat? Letzte Chance? ‚Sobald Sie hinter diese Tür treten, werden Ihnen Informationen bekannt, zu deren Kenntnis nur Mitarbeiter der Laboratorien befugt sind‘?“

„Das glauben Sie doch nicht im Ernst, oder?“

Normalerweise stellte er diese Frage nur, wenn er eine Idee völlig lächerlich fand. Aber diese Idee kam ihm in diesem Moment sonderbarer Weise kein bisschen lächerlich vor.

Sie zuckte die Schultern.

„Wo kommen Sie her?“ fragte sie. „Special Forces?“

„Secret Service“, log er. „Und Sie?“

„CIA“, sagte sie. „Ihr Jungs kriegt nichts von dem wahren Wahnsinn mit. Deswegen können Sie es sich nicht vorstellen.“

Er unterdrückte ein Lächeln. Niedlich, dass die CIA immer noch glaubte, sie wäre ein Geheimdienst.

„Sie meinen tatsächlich, dass die jeden, den sie nicht annehmen…?“

Sie nickte und raunte: „Nicht nur das. Ich glaube auch, dass die nicht nur doppelt so viele Leute einbestellt haben, wie sie brauchen. Ich bin ziemlich sicher, dass die nur eine Stelle haben, oder vielleicht zwei.“

Er schwieg noch einmal für ein paar Sekunden, bevor er fragte: „Sie veralbern mich, oder?“

Sie grinste und nickte. „Klar.“

„Oder veralbern Sie mich jetzt?“

Sie lachte. „Sie werden’s bald rausfinden, oder? Ich bin Regina.“

Er stand auf, ging mit ausgestreckter Hand einen Schritt auf sie zu und blieb dann stehen, als ihm klar wurde, wie albern formell das wirkte, und wie unpassend.

„Mark“, sagte er leise.

Sie lachte noch einmal, stand auch auf, kam ihm ein Stück entgegen und ergriff seine Hand.

„Ich hoffe, wir sind dann bald Kollegen“, sagte sie, und fügte mit einem Zwinkern hinzu: „Täte mir sonst leid für Sie.“

Mark lachte, und sie mit ihm, und für einen Moment fühlte er sich sehr, sehr gut, aber ihrer beider Lächeln gefror, als sie durch die Tür einen, zwei, drei, und dann nach einer Pause noch einen vierten und fünften stark gedämpften Laut hörten, der trotzdem eindeutig als Schuss identifizierbar war.

Mark und Regina sahen einander an, sahen zu der Tür, durch die sie gekommen waren, und zu der Tür, durch die anderen gegangen waren.

„Das kann doch nicht…“ murmelte Mark.

„Vielleicht… ist er einfach durchgedreht“, sagte Regina. „Ich meine… Wer geht mit einer Pistole zu einem Bewerbungsgespräch?“

Beide blickte im genau gleichen Moment wieder zu der Tür, durch die sie den Warteraum verlassen konnten, und dann noch einmal zu der Tür, durch die möglicherweise jeden Moment ein wahnsinniger bewaffneter Green Beret springen konnte.

Ein stark gedämpfter, sich überschlagender Schrei erklang.

„Ich glaube… Ich glaube, ich gehe“, sagte Regina. Mark stand nur reglos da, und sie fügte hinzu: „Kommen Sie mit?“

„Ich…“ sagte er, „ich kann nicht. Das hier ist meine einzige-“

Ein Lautsprecher über ihnen knackte leise.

„Die Bright Outlook Laboratorien möchten Sie darauf hinweisen, dass kein Anlass zur Unruhe besteht“, sagte eine helle Frauenstimme, die der des Mannes mit der Sonnenbrille in Kälte und Tonlosigkeit in nichts nachstand. „Die Situation befindet sich unter Kontrolle, und wir freuen uns auf ein karriereorientiertes Zukunftsgespräch mit Ihnen. Sollten Sie in diesem Moment erwägen, aus dem Warteraum zu fliehen, bitten wir Sie zu beachten, dass die Laboratorien auch im Interesse Ihrer eigenen Sicherheit verriegelt wurden und es deshalb für Sie nicht mehr möglich ist, sich in Sicherheit zu bringen. Bitte beachten Sie jedoch auch, dass Ihre Chancen auf ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch sich aufgrund einer verminderten Anzahl an Mitbewerbern und einer gestiegenen Anzahl freier Stellen drastisch verbessert haben.“

Regina seufzte, rüttelte kurz und vergeblich an der Ausgangstür, zuckte die Schultern und setzte sich zurück auf ihren Stuhl.

„Ich schätze, ich bleibe dann wohl auch“, sagte sie.

 

Gegenwart

„Was war das für ein Geräusch?“ rief Stanley Bell über den Lärm der Hubschrauberrotoren.

„Was für ein Geräusch?“ rief Cox zurück.

Blight sahn ihn stumm abwartend an.

„Aus dem Cockpit!“

„Ich habe nichts gehört! Lassen Sie uns zum Helikopter gehen.“

„Ich habe jemanden im Cockpit gehört, und es klang, als bräuchte sie Hilfe!“

Blights tiefblaue Augen waren immer noch ungerührt auf Bell gerichtet, und der Senator konnte nicht anders, als seinen Blick auf den dichten weichen Teppich zu senken, der den Boden des Jets bedeckte.

Hatte dem Kerl nie jemand beigebracht, dass es unhöflich war, andere Menschen so penetrant anzustarren?

„Im Cockpit sind zwei Piloten und die Flugbegleiterin!“ antwortete Cox. „Wenn da drinnen jemand Hilfe bräuchte, hätten sie es uns gesagt. Kommen Sie, lassen Sie uns gehen. Haben Sie eine Ahnung, was so eine Maschine pro Minute kostet?“

Bell zögerte. Er fühlte sich schon wieder so furchtbar albern, als würde er einfach nur aus kindischer Starrhalsigkeit alles aufhalten und verkomplizieren. Aber er hatte dieses Wimmern gehört, und verdammt noch mal, wenn er nicht alle Autorität in seiner Rolle als Auditor aufgeben wollte, dann konnte er nicht jedes Mal einknicken, sobald er das Gefühl hatte, Cox auf die Nerven zu gehen.

„Mr. Cox, wenn wirklich alles in Ordnung ist, muss ich nur kurz diese Tür öffnen und ins Cockpit schauen. Dauert drei oder vier Sekunden. Ich bin sicher, dass das Budget der Vereinigten Staaten das verkraften kann.“

Cox lächelte und geduldig gestikulierte in Richtung der Tür.

„Fühlen Sie sich wie zu Hause.“

Bell war beinahe enttäuscht. Wenn es im Cockpit etwas zu sehen gäbe, hätte Cox sich nicht so leicht geschlagen gegeben, oder? Er atmete tief durch, stellte sich darauf ein, als paranoider Dummkopf da zu stehen, und öffnete die Tür.

Im vorderen Teil des Cockpits saßen zwei Personen nebeneinander in den Pilotensitzen, und hinter ihnen auf einem ausgeklappten Notsitz die Stewardess. Sie saß zusammengekrümmt mit bebenden Schultern da, die Ellenbogen auf die Knie gestützt, ihr Gesicht in den Händen vergraben. Er hörte nun deutlich, dass das Wimmern von ihr kam.

Sie alle wandten ihm den Rücken zu, und niemand drehte sich zu ihm um. Vielleicht hatten sie die Tür gar nicht gehört, wegen des Helikopters.

Bell räusperte sich, und niemand reagierte. Er trat einen Schritt vor, etwas vorgebeugt, weil das Cockpit niedriger war als der Gang, und legte vorsichtig eine Hand auf ihre Schulter.

Sie zuckte zusammen, und er spürte, wie sie zitterte, aber sie wandte sich nicht um.

„Verzeihen Sie, Miss, ist alles in Ordnung?“

Sie nickte wortlos und gestikulierte wild mit einer Hand in Richtung Tür. Ihr Wimmern wurde lauter und ging in ein Schluchzen über.

Die beiden Personen in den Pilotensitzen saßen völlig regungslos da. Zumindest weinten sich anscheinend nicht.

Bell wollte der Geste der Stewardess folgen und das Cockpit verlassen. Himmel, hätte er die Wahl gehabt, wäre er am liebsten umgehend nach Washington zurückgeflogen, mit einer kommerziellen Airline, zusammen mit anderen Menschen; mit richtigen Menschen.

Aber er war nun einmal hier.

„Miss, geht es Ihnen gut? Brauchen Sie Hilfe?“

Sie schüttelte den Kopf und winkte wieder in Richtung der Tür. Die Personen in den Pilotensitzen rührten sich nicht.

„Fehlt Ihnen etwas?“

Sie schüttelte wieder den Kopf, viel enthusiastischer.

„Nein“, stieß sie hervor, und etwas, das so ähnlich klang wie: „Bitte gehen Sie!“

Sie klang ängstlich.

Aber was sollte er tun?

„Senator Bell?“ hörte der Cox hinter sich sagen.

Die Stimme des alten Mannes klang sanft und freundlich, aber trotzdem lag darunter etwas unüberhörbar … anderes. Himmel, er wollte zurück nach Washington.

„Bitte!“ rief die Stewardess, „Gehen Sie!“

Noch immer keine Reaktion von den Piloten. Waren die eingeschlafen? Aber sie saßen nicht da wie Schlafende, soweit er das von hier aus erkennen konnte. Sie saßen aufrecht, und ihre Köpfe lehnten nicht an den Kopfstützen.

Eigentlich wollte er gar nicht, dass sie sich zu ihm umdrehten. Ein nicht besonders erwachsener Teil seines Verstandes hatte Angst vor dem, was er dann vielleicht sehen würde.

Bell atmete tief durch, öffnete seinen Mund – und schloss ihn wieder.

Er schüttelte seinen Kopf, wandte sich ab und schloss die Tür des Cockpits hinter sich.

Blights Augen waren sofort wieder auf ihn gerichtet, das Gesicht des Mannes entspannt und unlesbar, seine Augenwinkel noch leicht gerötet von den Tränen.

Bell wich seinem Blick aus und schaute stattdessen Cox an.

„Was ist mit der Frau passiert?“ fragte er.

„Ich weiß es nicht. Können wir jetzt wieder an die Arbeit gehen?“

Bell blickte auf die verschlossene Tür, zu dem Hubschrauber draußen auf dem Flugplatz, zu Cox, und schließlich in Blights ausdrucksloses Gesicht und hielt dem harten Blick seiner Augen nur wenige Sekunden stand, bevor er seinen Kopf senkte.

Im letzten Moment beschloss er noch, dass es nur ein Nicken war.

„Lassen Sie uns gehen“, sagte der Senator.

 **********************************************

„And she moves among the flowers”, sang Henk, als Mark sein Büro betrat, “and she floats upon the smoke. She moves among the shadows, and she moves me with just one little look.”

Er saß in seinem ergonomischen schwarzen Sessel, weit zurückgelehnt, die Hände hinter dem Kopf verschränkt, die Füße mit den weißen Lederschuhen und Gamaschen – er trug wirklich Gamaschen – auf dem ansonsten völlig leeren Schreibtisch. Unter seiner bescheuerten roten Wollfilzkappe ragte wie immer das schlanke kleine Headset hervor, mit einem fragilen weißen Arm über seine blasse Wange bis zu seinem Mundwinkel. Das Ding war nicht weniger Teil seines Gesichts als seine Nase oder seine spitz zulaufenden Koteletten. Wie immer trug er ein rotes Hemd mit einer schwarzen Krawatte. Er mochte es offenbar rot, vielleicht, weil das die extreme Blässe seines Gesichts betonte.

Henk fragte: “Und, wie fühlt es sich an, darauf zu warten, der Frau deines Lebens die Hand reichen zu dürfen, um sie aus dem Fleischwolf zu befreien, in den du sie gerade eben noch kaltblütig und gegen ihre vehemente Gegenwehr geworfen hast?“

Mark presste die Lippen zusammen, biss die Zähne aufeinander, ballte die Hände zu Fäusten, schloss seine Augen und atmete einmal sehr bewusst ein und aus, bevor er antwortete.

„Wir brauchen deine Hilfe, Henk.“

„So? Ich helfe euch doch schon.“

„Du musst die Versuchsleitung übernehmen, während ich Regina extrahiere und mit ihr die Situation in den Griff bekomme.“

„Muss ich das? Ich dachte, ich wäre… Moment.“ Er hob eine Handfläche in Marks Richtung und drückte einen Taster an seinem Headset.

„Sind Sie sicher, dass Sie sich das gefallen lassen sollten?“ fragte er. „Denken Sie mal an den Gouverneur, und jetzt sehen Sie sich diese erbärmliche kleine Schlampe noch mal an, die sich gerade über Ihr Gewicht lustig gemacht hat. Na kommen Sie, Sie wissen, was Sie zu tun haben.“ Er drückte wieder den Taster, senkte seine Hand und fuhr fort: „Ich dachte, ich wäre nur als Souffleur hier, und aufgrund verschiedener charakterlicher Defizite als Versuchsleiter nicht geeignet. Mir war so, als hätte mir das kürzlich noch jemand gesagt. Wer war denn das? Ungefähr so groß, glaube ich.“ Henk zeigte mit einer Hand Marks Größte. „Hellbraune Haare, ein bisschen alberne Frisur, nicht ganz perfekt sitzender Cord-Anzug… Ganz anders natürlich als Leanne, die ja charakterlich sowas von über jeden Zweifel erhaben ist, dass sie gleich als Versuchsleiterin anfangen darf. Kann es sein, dass mein charakterliches Defizit einfach darin besteht, dass ich einen habe?“

Mark seufzte.

„Du weißt, dass das nicht meine Entscheidung ist.“

Henk ließ ein Grinsen über sein Gesicht huschen, so schnell, dass Mark sich fragte, ob er es sich nur eingebildet hatte. Henk machte das gern.

„Ich weiß. Du machst hier nur deinen Job. Du arbeitest nur hier. Tust, was man dir sagt. Du triffst nicht die Entscheidungen. Du kannst nichts dafür. Bis auf die Sache mit Leanne, das hast du entschieden. Fand ich übrigens gut. Du solltest öfter Entscheidungen treffen. Vor allem in Bezug auf Leanne.“

„Henk, wir haben jetzt keine Zeit für diesen Unfug. Komm mit und lass mich dir zeigen, welche Knöpfe du auf keinen Fall…“

Henk hob wieder eine Hand und berührte das Headset.

„Gut gemacht. Siehst du, gar nicht so schlimm, oder? Na gut, du hast da ein bisschen Gouverneur an deinem Bein. Und da an deinem Arm. Und in deinen Haaren. Na gut, du hast ihn eigentlich überall. Aber davon abgesehen war es doch gar nicht so schlimm, stimmt‘s?“ Er drückte den Taster. „Es ist Nick, oder?“

„Ja.“

„Fffffuuu! Das ist echt großer Mist, oder? Nick ist gut. Warum wartet ihr nicht einfach, bis Blight kommt? Das Audit ist doch heute?“

Mark presste seine Lippen zusammen und kratzte sich am Hinterkopf.

„Wir wollen es gerne vorher erledigt haben“, erwiderte er.

Henks Kopf pendelte nachdenklich von links nach rechts. „Hast du es ihr eingeredet, damit du Regina wiederbekommst, oder will sie nicht, dass Daddy ihr kleines Missgeschickt sieht? Nein, verrat‘s mir nicht, ich weiß es schon. Du würdest sowas niemals versuchen, oder? Deine Liebe zur Mutter deiner Tochter ist nicht stark genug, dass du versuchen würdest, deinen Boss zu manipulieren, um ihr Leben zu retten. Es war Cynthias Idee. Stimmt’s?“

Mark nahm einen tiefen Atemzug, richtete sich auf und zwang sich, Henks Blick so ruhig zu erwidern, wie er konnte.

„Die Bright Outlook Laboratorien sind für ihre Arbeit darauf angewiesen, dass alle Mitarbeiter Datenschutz und Vertraulichkeit zu jeder Zeit leben, wahren und ernst nehmen. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir zwar auf Transparenzrichtlinie Wert darauf legen, allen Mitarbeitern möglichst vollständige Informationen über die Bedingungen und Hintergründe ihrer Aufgaben zur Verfügung zu stellen, dies aber andererseits aus Gründen der nationalen Sicherheit nicht immer möglich ist.“

„I hope we still have a heartbeat, I hope we don’t turn to stone. At night when you turn the lights off I hope you don’t cry alone. Fühlt es sich gut an, das TQM-Handbuch zu zitieren? Ist das angenehmer, wenn du nicht du selbst sein musst, während du tust, was sie von dir verlangen?“

„Man könnte meinen, dass du was völlig anderes machen würdest als ich“, presste Mark hervor.

„Tu ich nicht. Aber ich komm gut damit klar. Wie ist es bei dir?“

„Tu, was ich gesagt habe, Henk.“

Henk legte seinen Kopf schief und betrachtete Mark für einige Sekunden.

„Ist gut“, sagte er.
Lesegruppenfragen

  1. Die erste Szene ist mir nicht so besonders geglückt. Dafür bitte ich um Entschuldigung.
  2. Könnt ihr in der zweiten mit Bell mitfühlen, oder versteht ihr nicht, was er hat?
  3. Henk hat ja bei seinem ersten Auftritt schon Reime zitiert, deswegen dachte ich, ich setze das hier mal fort. Nervt euch sowas, oder findet ihr, dass das passt? (Ihr dürft natürlich auch gerne was völlig anderes antworten. Ich stelle zwanghaft Alternativfragen und habe noch keine passende Selbsthilfegruppe gefunden.)
  4. Noch mal was ganz anderes zur ersten Szene: Findet ihr die so ganz grundsätzlich als Rückblende sinnvoll?

Interaktivitätsfragen

A. Nach den guten Erfahrungen mit offenen Interaktivitätsfragen und im Sinne meines Kampfes gegen den Alternativfragenzwang: Wie soll Henk seinen neuen Job machen?

B. In der nächsten Folge wird es natürlich eine Szene mit Mark und Regina geben. Wen wollt ihr außerdem sehen?

C. Sollen Mark und Regina noch ein bisschen Zeit haben, um das mit Nick zu klären, oder soll das Audit-Team ankommen, bevor sie fertig sind?

D. Soll Leanne in Zukunft ein bisschen konstruktiver mitarbeiten oder so bockig bleiben wie bisher?

Advertisements

23 Responses to Bright Outlook (18)

  1. Aleks sagt:

    Oh cool, tatsächlich erster …
    Grundsätzlich denke ich bezüglich deiner Leserfragen seit ich angefangen habe zu lesen: Hab ein bisschen mehr Selbstvertrauen 😀
    Sei nicht imemr so hinterher, irgendwer könnte irgendweas irgendwie anders oder falsch verstanden haben oder irgendwas könnte ich nicht so großartig ankommen.
    1. Ich fand die Szene zum Beispiel sehr gelungen. Sehr creepy, das ist ja irgendwie alles an dieser Organisation. Und es macht Regine und Mark auch noch ein bisschen schräger, wie cool sie in dieser Situation bleiben. Außerdem bin ich jetzt gespannt, ob noch was zu Marks Vergangenheit kommt. Wenn sein gesicht mal in der Zeitung war, könnte ihn der Herr Aktivist ja zum Beispiel erkennen, wenn der nicht aus dem Raum geht … siehts du? Die Passage funktioniert und regt die Fantasie an.
    2. Ich versteh das sehr gut. Das ist alles ist eben schon sehr gruselig. Zumal er ja auch eine dunkle Vorstellung hat, was mit den leuten in den Laboratorien passiert und das er zudem auch noch denkt, der Präsident würde da direkte Anordnungen erteilen die das Verschwinden eines Gouverneurs bedeuten können …
    3. Fands nicht unpassend. Ich mag Henks zynisch-sarkastische Art.
    4. Ja. War klasse, unerwartet und spannend.

    A: Ich hab einen noch zu ungenauen Eindruck von Henk und seiner Einstellung zu dem Gnazen, dabei vor allem mit dem Widerspruch zwischen der Aussage „IUch habe Charaklter“ und … das er da arbeitet^^. Ich denke, Henk wird, weil er da arbeitet, seinen Job letztlich machen und das grausame Spiel fortführen. Ich kann mir allerdings bei ihm sehr gut vorstellen, dass er seine Durchsagen nicht nur als bloße Handbuchvorlesungen aqmcht und man vielleicht n persönliches Statement hört, sowas wie „Sorry, Leute, aber ich habe keine Wahl. Shit happens“ hört. Zumal ich mir vorstellen könnte, dass die Aufsicht gerade vielleicht nicht ganz so gut funktioniert wie bei Nick noch.

    B: Bitte wieder mehr von den anderen Versuchsteilnehmern. Ich vermisste zunächst ein wenig die klaustrophobische Atmosphäre von „die im Labor – die an den Hebeln“.

    C: Ich würde annehmen, Mark hat echt keinen Bock Regina wieder ins Labor zu stecken und hab allgemein das Gefühl, das er und Nick gar nicht so weit auseinander sind. Außerdem hatte ich von Anfang an so das Gefühl, Nick ist so eine Art Mark-light und wenn jemand wirklich was ausriuchten kann gegen die Blight, Cox und Co, was auch immer die sind, wird Mark das sein. Also wäre es nur logisch, wenn er Nick erledigt, so etwa zeitgleich mit dem Eintreffen der Delegation.

    D: Bockig bleiben bitte. Und bald sterben XD.

  2. Muriel sagt:

    @Aleks:

    Oh cool, tatsächlich erster …

    Sag ich doch. Danke fürs Mitlesen und willkommen bei Bright Outlook.

    Hab ein bisschen mehr Selbstvertrauen

    Danke für den freundlichen Rat, aber die Lesegruppenfragen haben auch einen Sinn. Ich veröffentliche meine Geschichten hier ja nicht nur deshalb, weil ich es nicht ertrage, sie für mich zu behalten. Es geht auch darum, herauszufinden, wie meine Texte bei anderen ankommen, was bestimmte Szenen auslösen und wie ihr bestimmte Formulierungen versteht. Die Fragen sind also bitte nicht als Fishing for Compliments zu verstehen, sondern wirklich als Bitte um Information.
    1. Und in diesem Fall sogar als Informationsangebot. Mir gefällt diese erste Szene wirklich nicht. Sie ist zu unübersichtlich, stellenweise zu gewollt, und wenn ich sie lese, kommt nicht das rüber, was ich eigentlich reinstecken wollte. Wenn sie dir trotzdem gefällt, ist das natürlich schön, und gut zu wissen.
    C: Da bin ich jetzt nicht sicher, ob ich das verstehe. Du meinst, Mark könnte sich gegen die Laboratorien wenden, soll aber trotzdem vorher Nick töten? Oder wie stellst du dir das vor?
    D: Och… Ich mag sie ja irgendwie.

  3. Aleks sagt:

    C: Jap, so ungefähr. Nick auszuschalten könnte ihm unvermeidlich erscheinen, auch weil er vielleicht ein letztes Mal Pluspunkte sammeln will. Wenn auch das nichts bringt … könnte ich mir gut vorstellen, dass er selber mal versucht den Aufstand proben. Allerdings dann nicht so planlos und verzweifelt wie Nick.

    D: Ich auch, irgendwie, allein weil jede Geschichte ihre Arschlöcher braucht. Aber sie ist halt so die Antifigur, die sich wunderbar dafür eignet, das jemand aus der Gruppe eine Grenze überschreitet und sie umbringt. Ich hoffe immer noch, dass der Herr Professor ihr in den Kopf schießt, wenn sich Munition findet^^.

    Und ne, als fishing for compliments hab ich das auch nicht verstanden, wollts nur mal sagen.

    Aber ganz nunabhängig fällt mir gerade ein, einen Kritikpunkt hab ich doch: Was ist eigentlich mit Claires Kindern? Die hat ganz am Anfang und als Pascal wusste, dass er besser mal ruhig war, an die beiden (?) gedacht – und dann nie mehr. Wenn sie von Pascal an ihre Söhne erinnert wird, nehme ich an, dass die ungefähr im gleichen Alter wie der Ärmste sein könnten. Aber sie macht sich nirgendwo Sorgen um die. Für den Rest der Welt ist Claire ja vermutlich einfach verschwunden und nicht aufzutreiben, aber kein Gedanke darum, wer sich gerade um die Kinder kümmert, wo sie gerade sind, vielleicht ob sie von der Schule abgeholt werden müssen oder sonstwas, nada.

  4. Muriel sagt:

    @Aleks: Ja, gute Anregung. Du hast Recht, die könnte ich mal wieder erwähnen.

  5. fichtenstein sagt:

    1. So völlig subjektiv würde ich ja sagen, dass die Szene an sich gut gelungen ist, aber ein anfängliches Orientieren, etwa mit einer (kurzen) Beschreibung des Raumes und aller Personen darin, wäre vielleicht gut gewesen. Ich les auch sehr chaotisch, aber ich bin teilweise durcheinander geraten, wer jetzt nun im Raum ist, wer Personal ist usw.
    2. Ich kann mit ihm fühlen, aber frage mich, warum so jemand von höherer Stelle zu den Bright Outlook Laboren geschickt wird, wenn nicht, um Hops zu gehen, da er doch sehr weichlich erscheint und man sich doch wirklich etwas mehr Professionalität von ihm wünschen würde (da hab ich vielleicht auch zu viele Gangsterfilme gesehen, aber er braucht schon sehr lange, den Braten zu riechen, dass die Klappe halten vielleicht die beste Option für sein weiteres Überleben wäre).
    3. Ich find’s an und für sich nicht schlimm, aber es sollte nicht überhand nehmen, sonst liest sich das noch wie Alice im Wunderland.
    4. Die Rückblende fand ich super und ich würde sehr gerne mehr zu den anderen Charakteren erfahren, auch zum Einstellungsgespräch, bzw. den Kriterien, vorerst würde ich das auch fast interessanter finden als noch den Schritt weiter zurück zu gehen und Marks Vergangenheit zu erläutern, da ich den Fokus gerne auf den Laboren behalten würde
    A.) Ich glaube, Henk macht seinen Job gut, ich muss auch Aleks widersprechen, gehen wir davon aus, dass er immerhin die geheime Stimme war, die wir bis dato gehört haben und auch von den Sachen, die er in diesem Kapitel so an die Teilnehmer von sich gegeben hat, dann scheint er eher fast ein wenig Freude an seinem Job zu haben, eine Entschuldigung wäre da uncharakteristisch (bin mal gespannt, was Henk eigentlich dazu zu sagen hat). Mir kommt er ja eher wie der interessierte Beobachter vor, der seinen Zug abwartet aber ganz sicher nicht so emotional/fahrlässig reagiert, wie andere.
    B.) Hier stimme ich Aleks zu: zurück zu den Teilnehmern!
    C.) Das Audit Team hat ja nun schon das Flugzeug verlassen, ich würde bei so einer groß angelegten Organisation davon ausgehen, dass sie einen privaten Flugplatz haben, also dürften sie relativ fix da sein. Außerdem ist es viel spannender zu sehen, was Mr. Blight so drauf hat.
    D.) Leanne wird sicher erstmal mucken und mithelfen, aber auch nur, wenn sie gedrängelt wird. Ich denke, sie ist erstmal am Boden zerstört und wird daher auch weiterhin nicht sehr produktiv für die Gruppe sein.

  6. Muriel sagt:

    @fichtenstein:

    aber frage mich, warum so jemand von höherer Stelle zu den Bright Outlook Laboren geschickt wird, wenn nicht, um Hops zu gehen, da er doch sehr weichlich erscheint

    Ohne damit andere Alternativen im weiteren Verlauf der Geschichte zu präkludieren, möchte ich allgemein sagen, dass mir da verschiedene Antworten einfielen, nicht zuletzt „eben deshalb“ oder „weil die höhere Stelle keine wirksame Kontrolle wünscht“.
    D: Wir stimmen zwar nicht drüber ab, aber es interessiert mich: Wünschst du denn auch ihr baldiges Ableben?

  7. fichtenstein sagt:

    Am Anfang ja, mittlerweile denke ich aber, dass es die Gruppendynamik interessant hält, wenn sie weiterhin rumnervt. Sowas treibt dann ja auch oftmals äußerst ruhige Charaktere in den Wahnsinn. Ich sage also: Nein.

  8. Günther sagt:

    1. und 4.: In wiefern meinst du denn, dass dir die Szene nicht so geglückt ist? Mir hat sie auch ziemlich gut gefallen, und auch die Idee der Rückblende an sich finde ich gut. Was nicht ganz hundertprozentig passt (und vielleicht wie du sagst etwas gewollt wirkt) ist für mich, dass mit der plötzlichen Schießerei, und dass nur noch die beiden übrig bleiben. Außderdem hätte sich von den ganzen Genies ruhig auch vorher mal einer die Frage stellen dürfen, was denn (nach dieser Ansage von BO) mit denjenigen passiert, die den Job nicht bekommen.

    2. Hm, jein. Ein kleines Problem, was ich mit der Szene habe, ist wie offensichtlich es für den Leser ist (bzw. zu sein scheint), dass die Piloten tot sind. Bell hingegen hat nur ein diffuses ungutes Gefühl, ohne aber diese Offensichtlichkeit wahrzunehmen. Vielleicht wäre es eine Möglichkeit gewesen, dass er sich hier bewusst dafür entschieden hätte, Naivität vorzuspielen?

    3. Ich denke mir dann: Ok, müsste ich das Lied jetzt kennen? Hat der Text etwas mit der Handlung der Geschichte zu tun? Es ist nicht so, dass es mich stören würde, aber ein „Er saß in seinem ergonomischen Stuhl und sang laut vor sich hin.“ hätte es für mich auch getan.

    A. Mit einem Hang zum Größenwahn. Seine Stunde ist gekommen, und jetzt wird er allen zeigen, dass er der beste Versuchsleiter ist, den BO je hatte! (Ich frage mich, wie froh Henk darüber ist, die Gastrolle bekommen zu haben… 😉 )

    B. Die Gruppe mit Claire.

    C. Die platzen mitten in die Situation rein.

    D. Vielleicht mal kurz konstruktiv werden. Aber im Großen und Ganzen bleibt sie bockig.

  9. Muriel sagt:

    @Günther: Danke für den ausführlichen Kommentar!

    1. Ich finde sie insgesamt nicht besonders stimmig. Einerseits scheint sie mir nicht ausführlich genug, andererseits scheinen mir manche Informaionen überflüssig und Marks Interesse an Regna zu auf-die-Nase. Zum beispiel.
    2. Wenn sie aufrecht sitzen, mit nicht angelehnten Köpfen, findest du es offensichtlich, dass sie tot sind? Stellst du dir vor, dass sie an Drähten hängen?
    3. Also, wenn du mich fragst, solltest du die beiden Lieder unbedingt kennen, ja. (Nature Boy von Nick Cave und Hope von Emeli Sandé) Und ja, Henk zitiert sie, um Mark etwas zu sagen. Aber gut zu wissen, dass das offenbar nicht so deutlich erkennbar ist.
    A. Ich hoffe auch, dass er dazu noch was sagen wird.

  10. Günther sagt:

    1. Marks Interesse an ihr kam mir persönlich gar nicht überzogen vor.
    2. Ich stelle fest, dass ich da bis jetzt gerade ein entscheidendes „nicht“ überlesen habe (ich dachte, die Köpfe lehnten an den Kopfstützen). Macht die Situation bizarrer und Bells Reaktion verständlicher.
    3. Lass dir bitte nicht von meiner Begriffsstuzigkeit die Anspielungen austreiben…

  11. Muriel sagt:

    @Günther: 1. Gut zu wissen.
    2. Kommt vor.
    3. Keine Sorge. Ich kann nicht anders.

  12. Guinan sagt:

    1+4: Ich mag Szenen mit Hintergrundinfos, gerne mehr davon.
    2. Ich kann mit Bell mitfühlen, mehr als mir lieb ist. Bei solchen Andeutungen wirkt sich meine Fantasie sehr intensiv aus.
    3. In homöopathischen Dosen ist das ok. Irgendwelche verständlichen Anspielungen habe den Songs aber nicht entnehmen können, und ohne Hilfe hätte ich die auch nicht erkannt.
    A Henk scheint mit Begeisterung dabei zu sein, ich würde ihm eine gewisse sadistische Neigung zutrauen. Er lässt sich Sachen einfallen, die für die betroffenen Versuchspersonen besonders schlimm sind.
    B Abdiel könnte mal etwas mehr Raum bekommen.
    C Zwar noch etwas mehr Zeit für Mark, aber er muss nicht unbedingt ganz fertig werden. Die Situation darf sich noch etwas hinziehen, ehe die Delegation ankommt.
    D Leanne soll versuchen, mitzuarbeiten. Der Schock gerade war heilsam. Aber ob die anderen ihre Mitarbeit annehmen? Ich glaube, das Misstrauen ist zu groß.

  13. Muriel sagt:

    @Guinan: Ich dachte schon, ich muss die Abstimmung ohne dich schließen. Jetzt fehlt nur noch madove, von den Stammlesern.
    3. „In homöopathischen Dosen“ heißt ja eigentlich „gar nicht“, aber ich werde das mal zu „nicht zu viel“ umdeuten.
    Übrigens verstecken sich da wirklich keine besonders raffinierten Anspielungen. Die Songs sagen zu Mark ziemlich genau das, was sie halt sagen.

  14. Guinan sagt:

    Jetzt, wo mein Urlaub vorbei ist, habe ich wieder Zeit zum Lesen. Ich arbeite mich dann mal allmählich durch.

  15. Henk sagt:

    Um Günthers Frage zu beantworten, wie glücklich ich mit der Gastrolle bin: Ich habe mich per vorlauter und unnötig ernster Rätsellösung aufgedrängt und bin damit absolut einverstanden. Muriel hat mir alle Möglichkeiten gegeben, die Figur zu beeinflussen. Nach meiner Einschätzung wäre ein solcher Einfluss meinerseits aber nur sinnvoll gewesen, wenn ich vorher bereits Bright-Outlook-Leser gewesen wäre und etwas Konstruktives hätte beitragen können.

    @ Muriel: Gibt es eigentlich auch ein zusammenfassendes PDF mit allen bisherigen Kapiteln für Neueinsteiger? Deine Internetseite läuft bei mir immer unerklärlich langsam, so dass es etwas mühsam ist, alles zusammenzusammeln. Du hättest natürlich jedes Recht, mit einem lapidaren „keine Arme – keine Kekse!“ zu antworten oder in deiner typisch religiösen Art „Vor das Vergnügen hat der liebe Gott den Schweiß gesetzt!“ zu donnern. Wenn ich mich aber als Hemmschwellenschleifer betätigen darf, dann kann ich eine solche Quick’n’Dirty-Druckversion nur empfehlen. 😉

  16. Muriel sagt:

    @Henk: Weil es bisher bannig selten vorkam, dass mittendrin neue einsteigen, (und weil ich einen Anreiz setzen will, die Lesegruppenfragen zu beantworten) erstelle ich bisher nicht zu jedem Kapitel ein Gesamt-PDF.
    Aber für die Gewinner unseres großen Preisausschreibens gehen wir gerne auch mal ein paar Extraschritte.
    Wenn du dich beeilst, kannst du sogar noch fürs nächste Kapitel mit abstimmen.
    Du weißt, dass du es willst.

  17. madove sagt:

    Ja… *hüstel*
    madove ist ein bissel verpeilt und dachte, sie hätte schon – aber das hab ich wohl geträumt; mein browser erinnert sich jedenfalls auch nicht. Dafür kann ich mich jetzt allem möglichen anschließen,

    1) zB der Mehrheit. Ich fand die Szene auch gut. Hintergrund, Vertiefungen, Rückblicke sind immer willkommen, und bei Mark und Regina fragt man sich ja schon, was das für Leute sind, da ist jede Zusatzinfo willkommen.

    2) Definitiv. Ich wäre ähnlich beunruhigt, und in der Zwickmühle. Und das mit den Piloten ist ja schon creepy….!!

    3) Ich mag jede Art von Zitaten und Anspielungen halt vor allem dann, wenn ich sie erkenne, weil ich dann ein Gefühl von Zugehörigkeit habe. In dem gleichen Maß (oder eher mehr) fühle ich mich aber ausgeschlossen und von der Geschichte distanziert, wenn ich sie nicht erkenne. Weil ich einen relativ kleinen und eher seltsamen Ausschnitt an Popkulturzeugs kenne, ist aus meiner persönlichen Sicht der Erwartungswert eher negativ. Aber macht auch nix.

    4) Ja, sehr, s.o.

    5) Ich mag die Henk-Beschreibung.

    Für die Interaktivität bin ich gerade wieder zu unkreativ. Sorry. Ich nehme, was kommt 🙂

  18. Henk sagt:

    Eine verständliche Argumentation, Muriel. Eine um so tiefere dankbare Verbeugung für das Braten und mundgerechte Zuschneiden der frech angefragten Extrawurst! Abstimmen werde ich aber erst, wenn ich halbwegs weiß, worüber ich rede.

  19. Henk sagt:

    Ich habe gerade reingeschaut: Frechdachs! 😉

  20. Henk sagt:

    Auf die Gefahr hin, hier zum Kommentar-Stalker zu werden: ich hab’s mir jetzt tutti kompletti ausgedruckt und werde es mir in den nächsten Tagen zu Gemüte führen. Und dann gibt’s eine geharnischte, ach was, eine gepfefferte Kritik. Jawoll! (Aber das Bisschen, was ich quer gelesen habe, hat mir schon mal gut gefallen und mich neugierig gemacht.)

  21. Muriel sagt:

    @madove: Danke auch dir. Ich hatte mir schon Sorgen gemacht.
    3) Sagte ich schon, dass es hier eigentlich gar nichts zu verstehen oder zu erkennen gibt?
    Ich habe das Gefühl, dass ihr meine Raffinesse hier dramatisch überschätzt.
    @Henk: Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen und wage die Behauptung, dass der Tonfall der Geschichte ziemlich einheitlich bleibt und dir der Rest auch gefallen dürfte, wenn der Anfang für dich okay war.
    Aber natürlich interessiert mich auch sehr, falls es anders sein sollte. Es soll ja angeblich auch Leute geben, die meiner Prosa skeptisch gegenüberstehen.

  22. Muriel sagt:

    Na gut, dann wollmermal:
    A. 1 mit einer Entschuldigung, 1 gut und professionell, 1 sadistisch und mit Freude, 1 mit Hang zum Größenwahn.
    B. einstimmig die Versuchsteilnehmer.
    C. 3 sind dafür, dass sie ankommen, bevor Mark und Regina die Situation aufgeräumt haben, 1 dafür, dass sie genau in dem Moment ankommen, in dem es zu Ende geht.
    D. 2 bockig, 1 am Boden zerstört und deshalb nutzlos, 1 kooperativ.
    Da mir die Stimmen diesmal besonders weitläufig formuliert scheinen, möchte ich besonders deutlcih sagen, dass ich diese Ergebnisse hier veröffentliche, um euch die Möglichkeit zu geben, mir zu widersprechen, falls ihr eure (oder jemand anderes) Stimme für unzutreffend gewertet haltet. Das funktioniert natürlich besonders gut, wenn ihr es schnell macht, denn irgendwann ist die nächste Szene eben fertig.
    Dank an alle und besonders an die neuen Teilnehmer.

Gib's mir!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: