Bright Outlook (20)

Ja, so langsam geht das Experiment Bright Outlook dem Ende zu, und obwohl selbiges noch ein bis zwei Kapitel entfernt sein dürfte, ist mir sonderbarer Weise danach, schon einmal zu sagen, dass ich dieses Experiment als einen großen Erfolg werte, und diesen nicht zuletzt auch der erfreulichen Beteiligung meiner Leser und natürlich eurer vielen guten Ideen zurechne, die die Geschichte manchmal in Richtungen getrieben haben, mit denen ich nicht gerechnet hätte. Und weil ich nie ein Problem mit Eigenlob hatte, sage ich jetzt einfach schon mal, dass ich sehr glücklich bin mit dem, was uns da gemeinsam gelungen ist, und dass ich hoffe, dass …

Ja, gut, jetzt wird es wirklich albern. Ist ja noch gar nicht zu Ende. Was schreibe ich denn nun zum richtigen Finale?

Mir fällt schon was ein. Viel Spaß mit dem neuen Kapitel!

Was bisher geschah
Im ersten Kapitel erwacht Claire und lernt die erste der anderen Versuchspersonen fürchten.
Im zweiten Kapitel erwachen auch alle anderen. Die Tür zum zweiten Raum öffnet sich (wieder), und Claire beginnt eine Vorstellungsrunde.
Im dritten Kapitel setzen die Versuchsteilnehmer die Vorstellungsrunde fort öffnen die Tür zum dritten Raum, und Mark wird von einer Polizistin angehalten.
Im vierten Kapitel holt Mark einen Republikaner und seinen Callboy, Branco nimmt Lora den Revolver weg, und die Versuchsteilnehmer öffnen eine weitere Tür.
Im fünften Kapitel holt Mark einen Occupy-Aktivisten, und die Versuchsteilnehmer demontieren eine der Überwachungskameras.
Im sechsten Kapitel holt Mark Regina, und die Versuchsteilnehmer tragen die Konsequenzen ihres Verstoßes gegen die Teilnahmebedingungen.
Im siebten Kapitel streiten Nick und Leanne miteinander, und Leanne unterläuft ein unangenehmes kleines Missgeschick. Jeffries öffnet die Tür zum nächsten Raum, und den Versuchsteilnehmern fällt nicht nur ein Kuchen in die Hände, sondern auch Leanne.
Im achten Kapitel bekommen Nick und Mark Besuch von einem Repräsentanten von Management, Leanne tritt Branco, und Jill wacht auf und lernt Regina kennen.
Im neunten Kapitel betreten wir mit Mark zusammen Cynthias Büro, und der Occupier wacht auf.
Im zehnten Kapitel stirbt Pascal, Hoai Nguyen erwacht und lernt die Stimme in seinem Kopf kennen, nebst den anderen Versuchsteilnehmern, und Nelson Jeffries misshandelt eine wehrlose Frau.
Im elften Kapitel lässt Mark seine Tochter bei Cynthia zurück, begegnet im Flur dem Repräsentanten und streitet mit Nick, wir beobachten drei Männer und eine Frau in einem Flugzeug, und Branco wacht wieder auf.
Im zwölften Kapitel überzeugt Miles seine Mitgefangenen, eine Vorstellungsrunde abzuhalten, Nick bittet um Entschuldigung, und Cynthia kommt ihn deshalb besuchen.
Im dreizehnten Kapitel kommt es zu einem Kampf zwischen Mark und Nick, den Cynthia unterbricht, um Nick entkommen zu lassen, und Miles sieht zu, wie Jill in den niedrigen Raum hinter der Tür kriecht.
Im vierzehnten Kapitel überredet Nick Cora, ihm eine Waffe zu geben, und Jill erlebt Unerfreuliches in dem niedrigen Raum.
Im fünfzehnten Kapitel kämpft Leanne noch einmal gegen Branco, Gouverneur Agneaux stirbt, und Senator Bell fühlt sich bedroht.
Im sechzehnten Kapitel überwältigt Nick Mark und erschießt den Repräsentanten, während Jill den Gouverneur in den niedrigen Raum lockt und knapp entkommt, während er von der Decke zerquetscht wird.
Im siebzehnten Kapitel wird Leanne bitter enttäuscht, Nick und Cora wollen sich vor William Blight verstecken, und Cynthia gestattet Mark, Regina zu befreien. Vorübergehend.
Im achtzehnten Kapitel lernen Mark und Regina einander in einer Rückblende kennen, Mark befördert Henk zum Versuchsleiter, und Senator Bell geht einem merkwürdigen Geräusch nach.
Im neunzehnten Kapitel führt Regina mit Mark ein problemorientiertes Gespräch, Hoai stößt zu der ersten Gruppe Versuchspersonen, und Claire beschließt, freiwillig in den niedrigen Raum zu kriechen und einen Ausgang zu suchen.

Was heute geschieht

Paul und Laura, dachte Claire. Ich tue das für Paul und Laura. Weil Paul und Laura so viel davon haben, wenn ich zerquetscht unter einer tonnenschweren Beton… Nein, falscher Ansatz. Weil ich hier wieder rauskommen will, und weil das der einzige Weg ist. Aber ist es der einzige Weg?

Haben wir sonst schon alles versucht?

Was ist mit der Decke hier? Nick ist durch die Decke gekommen. Einige der Platten lassen sich bewegen. Wahrscheinlich in jedem Raum, weil sie ja in jedem Raum eine Möglichkeit brauchen, uns zu … exekutieren.

Claire schauderte und schob das Bild des Bolzenschussgerätes schnell von sich.

Sie glaubte nicht, dass die Platten in der Decke ein Ausweg waren. Vielleicht würde es ihnen gelingen, mit einer Räuberleiter dran zu kommen, aber sogar wenn sie die richtige Platte fanden, bevor jemand im Kontrollraum mitbekam, was sie da versuchten, konnte sie sich nicht vorstellen, dass sie sich einfach so anheben ließ.

Bestimmt war die Platte irgendwie verriegelt.

Aber wohin führte diese Überlegung?

Claire konnte sich genauso wenig vorstellen, dass die Serie von Türen irgendwann auf einer sonnenüberfluteten grünen Wiese voller Gänseblümchen und Löwenzahn enden würde, und dass ihnen die Stimme aus dem Lautsprecher, welche auch immer, dann nur noch Dank für die Versuchsteilnahme und Wünsche für einen schönen Tag aussprechen würde.

Sie traute Leanne nicht, aber was sie dazu gesagt hatte, klang nach Wahrheit. Wie viele Tierversuchslabore sind so konstruiert, dass die Ratten am Ende einen Weg in die Freiheit finden?

Aber es musste einen Weg geben. So war es im Fernsehen doch auch immer. Das Böse musste erst übermächtig aussehen, damit es spannend blieb, aber am Ende fanden die Helden einen Weg. Irgendwo musste es einen Ausgang geben, oder? Es musste einfach eine Chance geben.

„W-wer sind Sie?“

Die schwarzen Haare des Mannes mit den vage arabischen Gesichtszügen und der kantigen zu großen Brille waren verschmiert mit etwas, das Claire sich nicht genauer ansehen wollte.

Er keuchte, und der Blick seiner verheulten weit aufgerissenen Augen irrlichterte durch den Raum voller unbekannter Menschen, von denen er jeden für eine Bedrohung halten musste. Er lag noch immer auf dem Bauch vor zum Zugang zu dem niedrigen Raum, hielt die rechte Hand in seiner linken und strich über das Gelenk.

„Geht das schon wieder los“, stöhnte Leanne. „Ich hab Vorstellungsrunden schon immer gehasst.“

„Ich eigentlich auch“, seufzte Claire. „Ich bin Claire“, sagte sie, „und ich krieche jetzt da rein, bevor mich der Mut verlässt.“

„Wollen Sie das wirklich tun?“ fragte Nelson Jeffries.

Sie schloss die Augen, atmete tief durch, und sagte: „Was haben wir zu verlieren, hm?“

„Sie, zum Beispiel“, sagte er.

„Lassen Sie sie ruhig gehen“, sagte die verzerrte Stimme aus dem Lautsprecher. „Claire schafft das schon. Es sterben nur sehr selten zwei Versuchspersonen nacheinander in der Hydraulikkammer.“

Nelson schluckte. „Sind Sie sicher?“ fragte er Claire noch mal.

„Ja, bin ich. Und ich will jetzt gehen, solange das noch so ist.“

„Ich werde für Sie beten“, sagte er, und fügte mit einem Blick in die Runde hinzu: „Ich denke, wir sollten alle für Claire beten, während sie da drin für uns nach einem Ausweg sucht.“

„Fuck yeah!“ lachte Leanne. „Das würde passen. Das ist wie die magische Achterkugel zu befragen, ob das Horoskop stimmt, um ganz sicher zu gehen. Vielleicht sollten wir noch ein Hufeisen aufhängen und ein bisschen Salz über die Schulter werfen, hm?“

Nelson warf ihr einen traurigen Blick zu, schüttelte seinen Kopf und wandte sich Jill zu.

„Was ist mit Ihnen? fragte er.

Sie zögerte kurz und blinzelte verunsichert. „Ich … hab’s lange nicht mehr versucht, aber ich schätze, kann nicht schaden.“

„Und Sie?“ fragte Jeffries den Asiaten.

Er nickte.

Jeffries‘ Blick wandte sich dem verschmierten Neuankömmling zu, der den Kopf schüttelte.

„Ich bin Atheist“, sagte er, und fügte nach einer Pause an Claire gewandt hinzu: „Aber ich wünsch Ihnen das Beste. Kommen Sie sofort raus, wenn’s gefährlich wird, ja?“

Leanne lachte wieder. „Nothing fails like prayer. Wollen wir doch mal sehen. Ich wette, Claires Versuch kann das toppen.“

„Was ist mit Ihnen los?“ fragte der Neuankömmling sie. „Wollen Sie nicht hier raus?“

„Sie arbeitet hier“, sagte Jill trocken.

Was?“

Leanne verdrehte genervt die Augen und nickte. „Ja, ich bin eine von denen, Sie können nicht begreifen, warum ich sowas tun würde und was ich für ein Mensch bin, Sie sind entsetzt und enttäuscht von mir. Können wir das einfach überspringen und zu dem Teil übergehen, wo alle die Klappe halten und zuhören, wie Claire zerquetscht wird?“

Er zog angewidert seine Oberlippe nach oben und wandte sich von ihr ab.

„Ich glaube, ich bete doch mit Ihnen“, sagte er zu Jeffries, „Wenn es Ihnen nichts ausmacht, dass ich … in einer anderen Sprache bete.“

„Wir sind alle Kinder desselben Vaters“, sagte Jeffries.

„Den hab ich auch noch nie gehört“, murmelte Leanne.

Claire atmete tief durch und blickte noch einmal in die Runde ihrer … Gefährten. Sie entschied sich dagegen, noch etwas zu sagen, legte sich auf den Bauch und schob sich in den Raum mit der niedrigen Decke. Und schrie entsetzt auf, als sie über sich ein Zischen und Knirschen vernahm und die Decke sich in Bewegung setzte. Aber die Decke senkte sich nicht auf sie herab. Sie hob sich um bestimmt 20 Zentimeter, bevor sie wieder zur Ruhe kam. Der Raum war jetzt hoch genug, dass sie auf allen Vieren kriechen konnte.

„Was… Was war das?“ murmelte sie, und blickte skeptisch nach oben.

Sie sah den Umriss der gegenüberliegenden Tür. Offensichtlich war sie nicht ganz geschlossen, aber angelehnt. Kurz dachte Claire darüber nach, einen Blick zu riskieren, aber sie entschied sich dagegen. Wenn da drüben schon alles vorbei war, gab es nichts zu sehen, und wenn da noch Leute von Bright Outlook waren, wollte sie wahrscheinlich nicht diejenige sein, die sie störte. Sie erinnerte sich daran, mit welch geisterhafter Gewandtheit Nick sich bewegt hatte, und wie hilflos sie und Lora vor ihm gewesen waren.

Während sie ihr Bestes tat, nicht darüber nachzudenken, was diese Entscheidung über ihre Chancen aussagte, versuchte sie, rechts und links von sich Einzelheiten des Raumes zu erspähen.

Es gab nicht viel zu sehen. Nicht nur, weil der Raum genauso kahl und schmucklos zu sein schien wie alle anderen hier, sondern auch, weil er unbeleucht war und das durch die Türen hereinfallende Licht nicht weit reichte. Es genügte allerdings, damit Claires Magen sich umdrehte bei dem Gedanken, sich hier mithilfe ihres Tastsinnes zurecht finden zu müssen.

Vielleicht war es gar nicht so schlimm. Bestimmt wurde das schmierige klumpige Zeug an den äußeren Ränden weniger, schließlich war der Kerl ja eher hier in der Mitte…

Sie versuchte, nicht mehr daran zu denken.

Claire war eigentlich ganz gut darin, unangenehme Wahrheiten zu verdrängen, aber in letzter Zeit wurde es sogar ihr ein bisschen zu viel.

Von den anderen hörte sie leises Gemurmel, vermutlich das versprochene Gebet, und immerhin nichts von Leanne.

Kurz entschlossen wandte sie sich nach links und kroch durch den entsetzlichen Glibber – war das ein Knochensplitter? Nein, bestimmt nicht. Konnte genausogut ein Betonkrümel sein, oder ein totes Insekt – voran. Es wurde tatsächlich weniger. Oder sie merkte es nicht mehr so. Aber als sie schließlich eine Wand vor sich fühlte, schien nur noch das schmierige Zeug übrig zu sein, das eben an ihr hängen geblieben war.

„Herzlichen Glückwunsch, Claire Prescott“, sagte die verzerrte Stimme. Sie war diesmal leiser und noch blecherner, als käme sie aus einem sehr kleinen, leicht übersteuerten Lautsprecher ein paar Meter rechts von ihr. „Sie haben zwar eigentlich noch nichts erreicht, aber hier steht, dass ich das jetzt sagen muss, um Ihnen für den Entschluss zu gratulieren, überhaupt nach der nächsten Tür zu suchen. Ich könnte daraus jetzt den Schluss ziehen, dass Sie sehr langsam lernen, aber ich hoffe nachdrücklich für Sie, dass das ein falscher Schluss wäre, denn Sie haben ungefähr eine Minute, um den Code für die nächste Tür zu finden. Ungefähr, weil es ein bisschen auf ihren… Körperumfang ankommt, wenn Sie verstehen. Hasa diga eebowai.“

Ein Licht wurde sichtbar, wo sie den Lautsprecher vermutete, und Claire erkannte ein beleuchtetes Tastenfeld wie neben den anderen Türen, nur natürlich viel niedriger.

„Ihr erster Instinkt wird nun sein, so schnell wie möglich zu den anderen zurück zu kriechen. Widerstehen Sie dem. Sobald Sie sich von der Tür zu entfernen beginnen, wird die Decke sich so schnell senken, wie es technisch möglich ist, und auch wenn ich gerade nicht genau weiß, wie schnell das ist, hoffe ich, dass Sie mir glauben, wenn ich sage, dass Sie es nicht mehr bis zum Ausgang schaffen würden. Bitte begeben Sie sich nun zu der Tastatur. Wir fangen erst an, wenn Sie die Aufgabe lesen können. Soll ja alles fair und sauber sein hier, TQM und so weiter, ich lese das jetzt nicht alles vor, in Ordnung? Dead hearts are everywhere.“

Claire hatte angefangen, vor Angst zu zittern, und ihr Atem stockte immer wieder unwillkürlich.

„Was – was, wenn ich … einfach genau hier bleibe?“ fragte sie mit bebender weinerlicher Stimme.

„Ich schätze, solange sie sich nicht bewegen, passiert von meiner Seite auch nichts weiter.“ Sie hörte Papier rascheln. „Wenn ich mir Ihre bisherigen Resultat so ansehe, möchte ich beinahe vermuten, dass Sie damit Ihre Restlebenszeit maximieren könnten, so statistisch gesehen, aber wollen Sie wirklich einfach da liegen bleiben, bis sie verdursten? Ich meine, es geht ja nicht nur um die Sekunden im Leben, sondern vor allem um das Leben in den Sekunden … oder?“

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„Und? Was ist jetzt dein Plan, Nick?“

Nick stöhnte, und wandte sich ab von seinen vergeblichen Versuchen, die Tür mit Cynthias schwarzem Konferenzstuhl zu verbarrikadieren. Die Rückenlehne des Stuhls war knapp zu niedrig dafür, und Cora hielt es durchaus für plausibel, dass das kein Zufall war.

Jacky sah ihm stumm und mit unglücklich vorgeschobener Unterlippe zu.

„Ich weiß auch nicht. Ich … Ich schätze, ich habe keinen.“

„Wie hast du dir das alles vorgestellt? Glaubst du, du kannst irgendwas gewinnen, indem du dich hier mit mir verschanzt?“

Er zögerte nur eine knappe Sekunde, bevor er antwortete: „Nein. Ich habe nie geglaubt, dass ich irgendwas gewinnen kann. Am Ende dieses Spiels liege ich tot irgendwo in den Korridoren des Labors, oder gleich hier. Spätestens wenn Cox mit Blight eintrifft, ist es vorbei. Aber sogar wenn man verliert, kann man noch gewinnen, denn auch im Verlieren, auch im sinnlosen Sterben kann ich ihnen noch zeigen, dass ich ihre Ziele verneine. Dass ich mich ihrem Willen verweigere. Dass ich Widerstand leiste. Und es wird Zeit, dass ihnen das jemand zeigt.“

Cora sah ihn an, und staunte, und bedauerte in diesem Moment, dass sie zuvor nicht den Mut gehabt hatte, ihn kennen zu lernen.

Jetzt war es zu spät. Und so edel sein Vorsatz auch war, sah sie doch ein kleines Problem mit seiner Idee.

„Was glaubst du, was mein sinnloser Tod zeigt? Und Jackys?“

Nick schüttelte den Kopf.

„Sie werden Jacky nicht töten. Ich weiß nicht, was sie mit dir machen, aber Cynthia will Jacky lebend, und solange sie es nicht befiehlt, wird Mark ihr auch nichts tun.“ Er lachte leise. „Ist es nicht schrecklich, so etwas über einen Vater zu sagen, und zu wissen, dass es stimmt?“

Cora wusste darauf nichts zu erwidern.

„Wer ist dieser Blight?“ fragte sie.

„Cox‘ Sicherheitsberater.“

„Weißt du, das klingt wirklich nicht, als müsste man solche Angst vor ihm haben …“

Nick sah direkt in Coras Augen und beugte sich über sie, seine Hände auf die Armlehnen ihres Rollstuhls gestützt. Sie hasste es, wenn Leute das machten.

„Wie lange arbeitest du schon bei Bright Outlook?“ fragte er.

Cora biss sich auf die Unterlippe und schlug ihre Augen nieder.

„Verstehe.“

„Was ist passiert?“ fragte Jacky. „Wo ist Daddy? Ich will nach Hause.“

Nick seufzte. „Wir arbeiten dran, Süße.“

„Und wo ist die kalte Frau? Das ist ihr Zimmer, oder?“

Cora lachte.

„Oh ja“, sagte sie. „Das ist das Zimmer der kalten Frau.“

„Habt ihr meine Mami gesehen?“

Cora blickte wieder auf, in Nicks erschrocken geweitete Augen, und die beiden sahen einander für lange Zeit an.

„Komm mal her, Jacky“, sagte Cora schließlich.

Jacky zog ihre Augenbrauen zusammen, und ihre Lippen begannen zu zittern.

„Nein“, sagte sie.

„Du willst es ihr jetzt nicht wirklich sagen, oder?“ flüsterte Nick.

„Wir können doch nicht einfach so tun, als ob alles in Ordnung wäre!“ zischte Cora zurück.

Jacky beobachtete sie, ihre Augen zum Überlaufen gefüllt mit Tränen.

„Wir sollten ihr aber vielleicht auch nicht unbedingt sagen, dass ihre Mutter gerade jetzt von ihrem Vater zu Tode gefoltert wird.“

Cora biss sich wieder auf die Unterlippe und blickte zu Boden.

„Mir fällt schon irgendein brauchbarer Kompromiss ein.“

„Kann das nicht warten?“ fragte er.

„Es bricht mir einfach das Herz, das sie immer noch glaubt, Regina könnte jeden Moment an der Tür klopfen und sie wieder mit nach Hause nehmen. Jemand muss ihr doch sagen, dass …“

Es klopfte an der Tür.

Nick stand plötzlich mit dem Rücken zu Cora und hatte seine Pistole in der Hand. Wie hatte er das angestellt?

„Nimm Jacky und geh in … Naja, stellt euch in eine Ecke, oder so.“

Es klopfte wieder.

„Nick? Nick, bist du da drin?“

„Mami!“

Cora blinzelte und schüttelte den Kopf. War das ein Traum? Sie flüsterte ja nicht einmal. Sie hatte einfach Nicks Namen gerufen, als hätte sie nichts und niemanden zu fürchten.

„Regina?“ fragte Nick.

Er ging zu der Tür lehnte sich daneben an die Wand.

„Ja. Hast du meine Tochter, Nick? Geht es ihr gut?“

„Mami!“

Jacky rannte zur Tür und klopfte von innen dagegen.

„Jacky! Nick, bitte mach die Tür auf!“

„Was ist los, Regina? Wie bist du da raus gekommen?“ Nick gestikulierte in Coras Richtung und zeigte erst auf Jacky, dann auf die gegenüberliegende Wand.

„Muss ich dir das wirklich durch die Tür erklären? Mach auf, Nick, wir haben nicht viel Zeit, bevor Blight ankommt. Von mir aus könntest du gerne einfach auf ihn warten, wenn du willst, aber du hast meine Tochter da drin.“

Mami!

„Woher weiß ich, dass das kein Trick ist?“

„Weil ich selbst jetzt eine Versuchsperson bin. Weil du nicht wirklich glaubst, dass ich Jacky in Gefahr bringen würde. Und weil ich Mark und Cynthia hier draußen habe. Das Labor gehört uns, aber nicht mehr lange.“

„Woher weiß ich, dass das wahr ist?“

Cora rollte zur Tür, legte eine Hand auf Jackys Schulter und sagte leise zu ihr:

„Komm mit, Jacky, komm mit mir. Du siehst deine Mami gleich, aber erst musst du mit mir mitkommen. Es ist jetzt gefährlich hier.“

„Komm und sieh selbst nach“, antwortete Regina. „Welche Alternativen hast du?“

„Ich will zu meiner Mami!“ rief Jacky.

„Ich bin gleich bei dir, mein Schatz. Aber bitte geh jetzt von der Tür weg, ja?“

Jacky ließ sich widerstrebend von Cora zurück ziehen.

Nick sah zu ihr hinüber, und Cora zuckte nur die Schultern. Er schluckte und schaute nachdenklich auf das Schloss.

„Pass auf“, sagte er. „Ich werde jetzt diese Tür aufschließen, und dann werde ich davon zurücktreten, und dann öffnest du sie, so weit wie sie eben aufgeht, und dann kommst du rein. Wenn davor irgendwas passiert, was mir auch nur ein kleines bisschen verdächtig vorkommt, erschieße ich Jacky.“ Cora starrte ihn mit weit aufgerissenen Augen an, sagte aber nichts. „Wenn danach irgendwas passiert, was mir auch nur ein kleines bisschen verdächtig vorkommt, erschieße ich erst dich, und dann Jacky. Klar?“

„Du würdest sie nicht erschießen“, sagte Regina.

„Sie wäre nicht das erste Kind, das ich auf dem Gewissen habe. Oder du. Willst du’s ausprobieren?“

„Nein, will ich nicht, Nick. Ich will einfach nur mit meiner Tochter hier raus, bevor es zu spät ist, und du kannst gerne mitkommen, oder hier bleiben, was auch immer du dir davon versprichst.“

„Du hast mich gehört.“

„Ich hab dich gehört. Ich werde nichts Verdächtiges tun. Bitte tu ihr nichts, Nick. Sie hat nichts mit dieser Sache zu tun. Sie ist die einzige hier, die es nicht verdient hat.“

Er beugte sich vor, um die Tür zu Entriegeln, zog sich eilig entlang der Wand zurück, legte beide Hände an seine Pistole und zielte auf die Tür.

Die Klinke senkte sich, und die Tür schwang langsam auf. Regina betrat den Raum, gekleidet in den zu großen Overall, den alle Versuchspersonen trugen, beide Hände erhoben, mit den Handflächen nach vorne.

„Mami!“

Cora hielt Jacky fest.

„Bleib noch ein bisschen bei mir, okay? Gleich kannst du zu ihr.“

Regina drehte sich zu Nick und streckte ihm ihre leeren Hände entgegen.

„Siehst du?“

„Wie bist du rausgekommen? Wo ist Mark?“

„Sie wollten, dass ich ihnen helfe, dich zu kriegen, und ich hab so getan, als würde ich mitspielen. Mark liegt gefesselt im Gang, neben Cynthia.“

„Er lebt noch?“

Sie zuckte die Schultern. „Nenn mich sentimental. Außerdem wissen wir nicht, ob wir die beiden noch für irgendwas gebrauchen können.“

„Komm her!“

Er nahm eine Hand von seiner Waffe und winkte sie heran.

„Jetzt dreh dich um.“

Sie wandte ihm den Rücken zu, er trat an sie heran, drückte die Mündung seiner Pistole gegen ihre Schläfe und legte den linken Arm um ihren Hals.

„Wir gehen jetzt gemeinsam da raus. Du weißt, dass ich im entscheidenden Moment nicht zögern werde, oder?“

Regina nickte vorsichtig.

„Natürlich weiß ich das. Bitte mach schnell, ich weiß nicht, wie viel Zeit wie noch haben.“

Nick drehte sich kurz zu Cora um und nickte ihr zu. Sie erwiderte die Geste, ohne genau zu wissen, was sie ihm damit sagte, und sah zu, wie er Regina aus dem Raum führte.

„Siehst du?“ fragte Regina wieder.

„Was, wenn ich ihn jetzt erschieße?“

„Wie ich dich kenne, ist er dann tot.“

Eine Zeitlang herrschte Schweigen.

„Ich will zu Mami“, sagte Jacky.

„Gleich“, raunte Cora ihr zu. „Nicht mehr lange. Gleich können wir gehen.“

„Ich kann nicht glauben, dass sie dich wirklich fesseln musste, um deine Tochter zu retten. Was ist los mit dir?“ fragte Nick. „Was bist du für ein Vater?“

Er bekam keine Antwort von Mark.

„Kannst du ihn dann jetzt bitte erschießen, oder nicht, damit wir hier wegkommen? Aber bitte lass Cynthia leben. Kann sein, dass wir eine Geisel brauchen, und ich glaube, ich bin zurzeit keine besonders gute.“

Und ich auch nicht, dachte Cora. Sie musste es nicht einmal sagen. Sie kannte Blight nicht, und Cox auch nur dem Namen nach, aber sie arbeitete lange genug hier, um zu wissen, dass Management ihretwegen nicht das Projekt riskieren würde.

Für viele Sekunden herrschte draußen Stille, bis Nick schließlich sagte: „Ich will dir glauben. Aber es ist zu einfach.“

„Es war auch einfach! Was glaubst du denn, was mir noch im Weg stand, nachdem ich Mark einmal hatte? Und was glaubst du, was mich dazu bringen sollte, jetzt noch für die zu arbeiten? Ich weiß, dass ich tot bin, als Versuchsperson. Ich weiß, dass mein geliebter Ehemann nicht nur mich, sondern auch meine Tochter an diese Ungeheuer ausgeliefert hat. Ich weiß, das du der einzige bist, der wenigstens versucht hat, ihr zu helfen. Und du glaubst, ich würde gegen dich arbeiten? Warum?“

Er seufzte.

„Okay. Ich traue dir. Lass uns Mark töten, und Cynthia nehmen wir als Geisel mit, falls uns oben noch jemand begegnet.“

Regina sprach leiser, aber Cora konnte sie trotzdem gut durch die offene Tür hören. „Können wir … ich meine … Jacky läuft hier gleich vorbei. Kannst du ihn nicht vielleicht einfach liegen lassen? Er braucht Stunden, bis er sich befreit hat, darauf hab ich geachtet.“

Nick seufzte noch einmal.

„Gut. Für Jacky.“ Lauter: „Jacky, Cora, kommt ihr?“

„Sind unterwegs!“ antwortete Cora, aber sie blieb wo sie war, und hielt Jacky fest, und flüsterte in ihr Ohr: „Nur noch ganz kurz, ja? Gleich gehen wir.“

„Ich will zu …“

„Pschh…“

Denn Nick hatte etwas vergessen, und Cora fand auch, dass alles zu einfach war. Sie wollte nicht bei den anderen im Flur sein, wenn es losging.

Sie hörte ein unterdrücktes Ächzen von Nick.

„Mach ihre Fußfesseln ein bisschen weiter, ja?“ sagte er. „So, dass sie ein bisschen vor mir her trippeln kann.“

Sie hörte das Rascheln des Overalls.

Und sie hörte, wie Nick überrascht Luft einsog.

„Was war das denn? Was … was … Regia hassu ewa … a-um?”

Ein dumpfer Schlag, als er umfiel.

Cora ließ Luft aus ihrer Lunge entweichen, von der ihr nicht bewusst gewesen war, dass sie sie angehalten hatte.

Nick hatte vergessen, dass die zweite Gruppe die Implantate erhalten hatte.

„Okay“, sagte Regina aus dem Flur. „Das hätten wir. Und jetzt?“

„Was machst du da?“ fragte Mark. „Leg sofort die Waffe-“

„Gleich.“

Cora hörte ungläubig zu. Regina wusste doch genau, dass sie dieses Ding in ihrem Kopf hatte! Was hatte sie denn vor?

Sie hörte noch einmal einen dumpfen Aufprall, und einen lang gezogenen kläglichen Schmerzensschrei.

„Regina!“ rief Mark.

Noch einmal erklang ein gedämpfter Schlag, und ein jämmerliches Stöhnen.

„Keine Sorge“, sagte Regina, ein bisschen außer Atem. „Sie wird es deshalb nicht kurzschließen, solange ich nicht die Flucht versuche.“

„Was soll das, Regina?“

„Was das soll? Du willst im Ernst wissen, was das soll? Mark, ich weiß jetzt, dass du keinen Charakter hast, aber dass du dämlich bist, hätte ich nicht gedacht.“

Noch ein Aufschlag, noch ein „A-ha-haaaa…“ von Cynthia.

Cora konnte der Versuchung nicht länger widerstehen, ein bisschen vor zu rollen, um sehen zu können, was geschah.

Im Flur stand Regina neben Nicks reglosem Körper. Vor ihr lag zusammengekrümmt Cynthia in ihrem schwarzen Anzug, ohne Schuhe, ihre Hände auf den Rücken gebunden. Cora konnte ihr Gesicht nicht erkennen, aber diese unmögliche Frisur mit den zur Hälfte kurz geschorenen platinblonden Haaren konnte nur zu einer Person gehören.

Regina hielt die Pistole in der Hand und hatte sie vage auf Cynthia gerichtet, aber ihr Blick schien auf Mark gerichtet. Cora konnte ihn nicht sehen, aber soweit sie verstanden hatte, war sonst niemand mehr im Flur.

„Was versprichst du dir davon, sie zu treten, Regina?“

„Es macht einfach Spaß.“

Sie tat es noch mal, und Cynthia jammerte.

„Sollten wir nicht-“ begann Mark, und unterbrach sich. „Regina, lass die Waffe fallen!“

„Sie sollten tun, was er sagt“, stieß Cynthia hervor. Sie sprach ausnahmsweise nicht in diesem sonderbar neutralen Tonfall, der ihr sonst zu eigen war.

„Was glaubst du eigentlich, du verdammtes Miststück?“ kreischte Regina, und trat sie noch einmal kräftig in den Bauch. Und wieder. „Du weißt gar nicht, was du mir angetan hast, oder?“ Noch ein Tritt. „Du weißt gar nicht, was du mir genommen hast, weil du selbst gar nichts hast!“

Mark redete die ganze Zeit auf sie ein, immer lauter und dringlicher, aber Regina hörte ihn nicht. Sie schien gar nichts wahrzunehmen außer der vor ihr liegenden Cynthia, die sich in Schmerzen wand und krümmte und vergeblich versuchte, davon zu kriechen.

„Warum hast du es getan?“ schrie Regina, und versetzte ihr noch einen Tritt. „Warum hast du“

Ein dezentes „Ding“ erklang aus dem Flur, aber Regina sprach einfach weiter. Vielleicht war sie zu aufgebracht, um es wahrzunehmen, oder es gingen zu viele Gedanken in ihrem Kopf durcheinander, dass ihr die Bedeutung rechtzeitig klar wurde, oder sie konzentrierte sich zu sehr darauf, Mark zu ignorieren, der gleichzeitig immer noch eindringlich auf sie einredete. „ihm befoh-“

Ein dröhnender Knall unterbrach sie, eine dunkle Flüssigkeit spritzte an die Wand, und ihr Körper stürzte der Länge nach nach vorne um, als hätte ihr jemand einen heftigen Stoß versetzt.

Ein gellender Schrei erklang, und Cora hätte niemals für möglich gehalten, dass Marks Stimme so einen Laut hervorbrachte.

„Daddy? Was ist passiert?“

Cora blickte auf das Mädchen hinunter das verständnislos zu ihr aufblickte, und brach selbst in Tränen aus, während sie draußen Mark brüllen hörte:

„Sie stand mit dem Rücken zu dir! Sie stand mit dem Rücken zu dir, du verdammtes Ungeheuer! Sie hat euch nicht mal gesehen, und sie hat mit der Waffe nicht mal auf irgendwas gezielt!“

Die freundliche Stimme eines alten Mannes sagte: „Ach herrje… Jetzt gewinnen Sie aber einen sehr ungünstigen ersten Eindruck, das ist natürlich schade.“

 

Lesegruppenfragen:

  1. Ich habs schon wieder getan. Die letzte Szene hab ich schon wieder aus der Perspektive einer Person geschrieben, die gar nicht richtig mitbekommt, was los ist. Wie fandet ihr das?
  2. Ich verrate wohl kein Geheimnis, wenn ich sage, dass Jacky in dieser Szene eher ein Problem war. Fandet ihr das einigermaßen sinnig gelöst, also weder unnötig nervig noch so, dass man das Gefühl hat, sie sähe völlig teilnahmslos zu, während ihre Eltern um ihr Leben kämpfen?
  3. Hättet ihr in der ersten Szene gerne eine anschaulichere Schilderung der sterblichen Überreste des Gouverneurs gehabt?
  4. Ich habe in der ersten Szene mal ein gemeinsames Gebet mit deutlich positiven Konnotationen versehen. Wie kam das bei euch an?

Interaktivitätsfragen

A. Wie soll Bell auf diesen ungünstigen ersten Eindruck reagieren, den er hier gewonnen hat?

B. Soll Claire die Lösung des Rätsels finden?

C. Ich würde im nächsten Kapitel gerne noch ein Rückblende schreiben. Dafür oder dagegen?

D. Vielleicht nicht ganz unabhängig von eurer Antwort auf A, aber auch keinesfalls ganz davon determiniert: Wird Senator Bell die Bright Outlook Laboratorien lebend verlassen?

15 Responses to Bright Outlook (20)

  1. Guinan sagt:

    Uff, das ist gut, sehr spannend diesmal. Cliffhanger kannst du.
    Die richtige Antwort kommt später, darüber muss ich erst noch etwas nachdenken.

  2. Joan sagt:

    1. Ein bisschen verwirrrend – ich dachte erst, Regina schlägt ihren eigenen Kopf gegen die Wand, wegen der Andeutungen bezüglich des Implantats.
    2. Sie war ziemlich… fügsam. Ich hätte gedacht, sie tritt mindestens auf Cora ein. Aber insgesamt okay.
    3. Ich stehe zu meinen schwachen Nerven – nein.
    4. Überraschend, aber angenehm überraschend.

    A. Sein Nervenkostum macht das alles nicht mehr lange mit – mit allermühsamster Beherrschung.
    B. Ja.
    C. Dafür.
    D. Eher nein.

  3. Guinan sagt:

    1. Ich mag das, es gibt mir das Gefühl, dabei zu sein. Als wäre ich mit in dem Raum, mehr als bei der Sicht durch die direkt beteiligten Personen.
    2. Bei dem Elternhaus ist sie wahrscheinlich schon etwas abgehärtet und mit ungewöhnlichem Verhalten ihrer Eltern vertraut. War also ok und auch nicht nervig. Nur das Klopfen an die Tür fand ich etwas schwach.
    3. Du kennst mich, bei sowas bin ich etepetete. Ich bevorzuge saubere Todesarten. Und rohes Fleisch sollte ordentlich zerlegt sein, nicht Matsche.
    4. Gut. Stimmt mit meinen Vorurteilen über die Lebenswirklichkeit in den USA überein. Wenn die Handlung hier bei uns angesiedelt wäre, dann fände ich’s unpassend.
    5. In der Szene mit Claire wird irgendwie zu viel erklärt. Dieser Satz z.B.:
    „Claire war eigentlich ganz gut darin, unangenehme Wahrheiten zu verdrängen, aber in letzter Zeit wurde es sogar ihr ein bisschen zu viel.“
    Wie es dann kurz darauf weitergeht „Kurz entschlossen…“, die Art gefällt mir besser.
    6. Leannes Reaktion auf die Vorstellung ist super.
    7. Implantate sind eine gute Idee für die geheimnisvolle Stimmübertragung von Henk. Und seine Figur ist eine Bereicherung.
    8. Meine Lieblingsstelle diesmal: „Was versprichst du dir davon, sie zu treten, Regina?“ „Es macht einfach Spaß.“
    9. Ich spiele immer noch jedes Lied an, das du hier erwähnst.
    Eigentlich sollte ich es allmählich besser wisser. *örks*

    A. Leichter Anflug von Panik, gefolgt von dem Versuch, seiner Aufgage irgendwie gerecht zu werden. Betonung auf Versuch.
    B. Ja.
    C. Dafür. Je mehr Hintergrundinfos, desto besser.
    (Außerdem zögert das vielleicht das Ende noch etwas hinaus.)
    D. Nein. Bestand darüber noch Zweifel? Ich dachte, er sei für die Aufgabe sozusagen weggelobt worden.

  4. Muriel sagt:

    @Joan: Willkommen zurück. Schön, dass du wieder da bist. Ist deine Prüfung eigentlich gut gelaufen?
    Oder willst du lieber nicht drüber reden?
    Egal.

    1. Interessante Interpretation.
    2. Ist halt ein liebes Mädchen. Treten ist für Jungs.

    @Guinan: Zuerst danke ich dir für das Cliffhanger-Lob, und die anderen, aber über das Musik-Ding kann ich wirklich nur staunen. Stars? Wie kann man denn die Stars nicht…? Und Book of Mormon? Was für Musik magst du denn, um Himmels Willen?
    4. Ja, hier macht sowas kein Mensch. Aber da rufen ja sogar Gouverneure zum Beten um bessere Wirtschaftsdaten und schöneres Wetter auf.
    7. Ich bin auch ganz froh über ihn.
    8. Freut mich, auch wenn ich andere besser fand. Ist aber auf jeden Fall schön zu wissen.
    D: Ihr müsst nur fest an ihn glauben, dann kann er auch was erreichen.

  5. Guinan sagt:

    @Muriel: Eigentlich, also eigentlich mag ich ganz viel und auch ganz verschiedenes. Aber die Sachen, die du gelegentlich erwähnst, von denen hab ich in der Regel noch nie was gehört.

  6. Muriel sagt:

    @Guinan: Das kann ich dir ja auch nachsehen, und ich verstehe ja sogar noch, wie man zu Book of Mormon musikalisch geteilter Meinung sein kann, oder meinetwegen auch zu Passenger, aber Stars mit *örks* zu kommentieren, das ist schon ein mittelschwerer Charakterfehler.

  7. madove sagt:

    [ich habs jetzt nicht mehr geschafft vor einem verlängerten Wochenenende in internetfreier Zone :-/ Ich hoffe auf Sonntag abend.]

  8. Muriel sagt:

    @madove: Keine Punik. Vor Mitte nächster Woche schließen die Wahllokale hier nicht.

  9. Joan sagt:

    @Muriel: Einigen wir uns auf „egal“.
    Und ich dachte, Jacky sei mit nichtklassischen Rollenbildern aufgewachsen (Regina hat das mit dem Treten ja ganz gut raus), aber das führt jetzt vielleicht zu weit.

  10. Muriel sagt:

    @Joan: Einerseits ja, aber andererseits hat Regina sie im Gegensatz zu Mark nicht mit zur Arbeit genommen, weshalb sie dann wahrscheinlich doch wieder nur ihren Vater…
    Naja, das ist natürlich Quatsch.

  11. Günther sagt:

    1. Ganz ok. Die Dinge, die ich nicht direkt verstanden hab (Implantat? Wessen Fußfesseln sollten gelockert werden?) hatten weniger mit der Perspektive zu tun. Aber etwas einfacher ist es vielleicht schon in direkter Perspektive.
    1a: A propos Implantat. Was soll das Teil jetzt machen? Ermöglicht es wie Guinan schreibt Telepathie? Wenn ja, wie hilft es Regina dann, Nick zu überwältigen?
    2. Ja, das war schon stimmig. Für mich sollte es aber nicht mehr werden, um nicht ins Nervige abzurutschen.
    3. War auch so schon recht anschaulich.
    4. Ich nehme es als einen Hinweis deines Unterbewusstseins: Wenn es um Leben und Tod geht, wenden sich die Ungläubigen dann plötzlich doch wieder Gott zu. (Im Ernst hat Guinan die Frage sehr schön beantwortet.)

    A. Entweder er ist sich seiner prekären Lage bewusst und versucht, irgendwie heile aus der Angelegenheit raus zu kommen. Oder er macht seinen Job. Oder eine Mischung. Ja, mir ist klar, dass das keine Antwort ist.
    B. Ja.
    C. Meinen Segen hast du 😉
    D. Ich sag mal ja, um etwas gegen den Strom zu schwimmen. Wenn du ihn sterben lässt, dann muss er aber noch irgendwas bedeutendes tun, um nicht komplett überflüssig zu werden. Bislang ist er für mich überwiegend ein Feigling, der seiner Aufgabe nicht ansatzweise gewachsen ist. Falls er als solcher dann einfach stirbt, hätte man gleich ganz auf ihn verzichten können.

  12. Muriel sagt:

    @Günther: 1a: Ich würde mir die ausführliche Antwort gerne noch aufheben. Eventuell kommt dazu noch mal was in der Geschichte vor. Nach Schluss kann ich gerne ausführlicher erläutern, wie ich mir das vorgestellt habe. Was die Telepathie angeht: Die Teilnehmer hören ja direkt eine Stimme.
    2. Ich glaube, die Gefahr besteht nicht mehr.
    4. Keine Atheisten in Schützengräben, weiß doch jeder.

  13. Muriel sagt:

    Na gut, dann wollen wir mal auszählen. Die Wahlbeteiligung ist bisher zwar arg niedrig, aber irgendwann muss ich ja auch mal mit dem neuen Kapitel anfangen, gell? Das vorläufige Ergebnis lautet:
    A: Ich fasse die Abstimmung mal mit „mühsam beherrscht, aber nervlich belastet“ zusammen. Oder so.
    B: Einstimmig ja.
    C: Einstimmig dafür.
    D: Zweimal nein, einmal ja.

  14. madove sagt:

    Sorrysorrysorry, im Moment hab ich gerade eh schon wenig Zeit und setze meine Prioritäten auf extrem fragwürdige Weise. Darf ich noch mitspielen? grade noch?

    1) Ich hatte nicht das Gefühl, daß mir dadurch das Folgen der Handlung zu schwer gemacht wird. Und ich mag es als Perspektive eigentlich ganz gerne.

    2) Ich frag mich ja immer, wieso man sich das als Autor antut, Kinder in so einer Geschichte zu haben, aber Du hast sie ganz brauchbar in Schach gehalten, ich hatte die ganze Zeit Angst, sie dreht hohl und Du mußt sie umbringen.

    3) NEIN. Urghs. Ich konnte mir das so schon alles eher genauer vorstellen, als mir lieb war.

    4) Ich hab mich gewundert und mich dann erinnert, daß es ja in den Staaten spielt, oder? Außerdem, in dieser Situtation meinetwegen, wenn sie beten, schlagen sie sich solange nicht die Rübe ein.

    A) Ich schließe mich dem Abstimmungsergebnis an, zunehmend angegriffen.

    B) Ja. Und Blümchen. Und Schokolade.

    C) Ja, ja, ja – je hintergrundwissen desto besser

    D) Lebend rauskommen kann er nur, wenn er nicht zuuuviel erfährt und sich nicht zuuu konfliktträchitg verhält, also nehme ich an: Nein bringt mir die interessantere Handlung. NEIN.

  15. Muriel sagt:

    @madove: Das ist überhaupt kein Problem, allein schon weil du dir die Mühe gemacht hast, trotz anderweitiger Belastung noch mit abzustimmen.
    2) Ich mag Kinder eigentlich aus verschiedenen Gründen als Figuren ganz gerne, auch wenn sie natürlich anstrengend sind.
    Die aktualisierten Abstimmungsergebnisse sind dann beinahe genau die gleichen wie die zuvor:
    A: Mühsam beherrscht, aber zunehmend belastet.
    B: Einstimmig ja.
    C: Einstimmig dafür.
    D: Dreimal nein, einmal ja.

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