Bright Outlook (22)

Es dürfte für euch im Großen und Ganzen eine gute Nachricht sein, dass Bright Outlook doch noch nicht zu Ende ist. Es wird ein weiteres Kapitel nach diesem hier geben. Vielleicht sogar zwei. Machen wir uns nichts vor, natürlich wird es trotzdem ein offenes Ende sein, aber gar so offen, wie es jetzt gewesen wäre, wollte ich es euch dann doch nicht zumuten. Es gibt also auch diesmal wieder mächtig was abzustimmen. Viel Spaß.

Was bisher geschah
Im ersten Kapitel erwacht Claire und lernt die erste der anderen Versuchspersonen fürchten.
Im zweiten Kapitel erwachen auch alle anderen. Die Tür zum zweiten Raum öffnet sich (wieder), und Claire beginnt eine Vorstellungsrunde.
Im dritten Kapitel setzen die Versuchsteilnehmer die Vorstellungsrunde fort öffnen die Tür zum dritten Raum, und Mark wird von einer Polizistin angehalten.
Im vierten Kapitel holt Mark einen Republikaner und seinen Callboy, Branco nimmt Lora den Revolver weg, und die Versuchsteilnehmer öffnen eine weitere Tür.
Im fünften Kapitel holt Mark einen Occupy-Aktivisten, und die Versuchsteilnehmer demontieren eine der Überwachungskameras.
Im sechsten Kapitel holt Mark Regina, und die Versuchsteilnehmer tragen die Konsequenzen ihres Verstoßes gegen die Teilnahmebedingungen.
Im siebten Kapitel streiten Nick und Leanne miteinander, und Leanne unterläuft ein unangenehmes kleines Missgeschick. Jeffries öffnet die Tür zum nächsten Raum, und den Versuchsteilnehmern fällt nicht nur ein Kuchen in die Hände, sondern auch Leanne.
Im achten Kapitel bekommen Nick und Mark Besuch von einem Repräsentanten von Management, Leanne tritt Branco, und Jill wacht auf und lernt Regina kennen.
Im neunten Kapitel betreten wir mit Mark zusammen Cynthias Büro, und der Occupier wacht auf.
Im zehnten Kapitel stirbt Pascal, Hoai Nguyen erwacht und lernt die Stimme in seinem Kopf kennen, nebst den anderen Versuchsteilnehmern, und Nelson Jeffries misshandelt eine wehrlose Frau.
Im elften Kapitel lässt Mark seine Tochter bei Cynthia zurück, begegnet im Flur dem Repräsentanten und streitet mit Nick, wir beobachten drei Männer und eine Frau in einem Flugzeug, und Branco wacht wieder auf.
Im zwölften Kapitel überzeugt Miles seine Mitgefangenen, eine Vorstellungsrunde abzuhalten, Nick bittet um Entschuldigung, und Cynthia kommt ihn deshalb besuchen.
Im dreizehnten Kapitel kommt es zu einem Kampf zwischen Mark und Nick, den Cynthia unterbricht, um Nick entkommen zu lassen, und Miles sieht zu, wie Jill in den niedrigen Raum hinter der Tür kriecht.
Im vierzehnten Kapitel überredet Nick Cora, ihm eine Waffe zu geben, und Jill erlebt Unerfreuliches in dem niedrigen Raum.
Im fünfzehnten Kapitel kämpft Leanne noch einmal gegen Branco, Gouverneur Agneaux stirbt, und Senator Bell fühlt sich bedroht.
Im sechzehnten Kapitel überwältigt Nick Mark und erschießt den Repräsentanten, während Jill den Gouverneur in den niedrigen Raum lockt und knapp entkommt, während er von der Decke zerquetscht wird.
Im siebzehnten Kapitel wird Leanne bitter enttäuscht, Nick und Cora wollen sich vor William Blight verstecken, und Cynthia gestattet Mark, Regina zu befreien. Vorübergehend.
Im achtzehnten Kapitel lernen Mark und Regina einander in einer Rückblende kennen, Mark befördert Henk zum Versuchsleiter, und Senator Bell geht einem merkwürdigen Geräusch nach.
Im neunzehnten Kapitel führt Regina mit Mark ein problemorientiertes Gespräch, Hoai stößt zu der ersten Gruppe Versuchspersonen, und Claire beschließt, freiwillig in den niedrigen Raum zu kriechen und einen Ausgang zu suchen.
Im zwanzigsten Kapitel kriecht Claire in den niedrigen Raum, Henk erklärt ihr die Regeln für das nächste Spiel, Regina betäubt Nick und wird von William Blight erschossen.
Im einundzwanzigsten Kapitel öffnet Claire die nächste Tür, und wir erleben in einer Rückblende, wie Mark und Regina umeinander anhalten. Sagt man das so?

Was heute geschieht

„Sie werden leider keinen Wasserfall sehen, wenn Sie nicht einen Umweg machen möchten – was kein Problem wäre, die sind sehr schön hier –, aber wenn Sie rechts aus dem Fenster schauen, sehen Sie Sebago Lake. Es ist der tiefste und zweitgrößte See von Maine, aber nur, weil er aufgestaut wurde. An der tiefsten Stelle sind es fast 100 Meter. Da vorne taucht auf der linken Seite gleich Adams Pond auf – nein, behalten Sie ruhig Platz, er ist nicht so sehenswert, obwohl man dort sehr schön angeln kann – und von da aus ist es dann gar nicht mehr weit bis zu unserem Ziel. Möchten Sie noch ein Getränk?“

„Vielen Dank, nein.“

„Wussten Sie, dass Maine der am dichtesten bewaldete Bundesstaat überhaupt ist?“

„Nein, das war mir nicht klar.“

Cox nickte mit einem gütigen Lächeln. Die Nase des Helikopters senkte sich sanft. Er hielt auf eine große Lichtung zu und setzte zur Landung in der Nähe einer kleinen Blockhütte am Rande des Waldes an. Blight griff in eine Aktentasche, die er aus dem Flugzeug mitgebracht hatte, zog einen Briefumschlag und einen Notizzettel daraus hervor und reichte sie Cox, der den Umschlag einsteckte und den Notizzettel las, bis die Kufen des Helikopters den Boden berührt hatten.

Blight stand auf, öffnete die Tür, trat zurück, um Cox und Bell aussteigen zu lassen, und folgte ihnen auf den weichen, von Büschen und Sträuchern übersähten Rasen, der die Lichtung bedeckte.

„Keine Sorge“, sagte Cox, und berührte mit einer Hand Bells Schulter, „der Boden ist trocken. Ihre Schuhe sind nicht in Gefahr.“

Bell lächelte, versuchte nicht, auf Cox‘ nackte Füße zu starren, nickte und folgte ihm zu der Hütte.

Auf der Veranda lehnte ein Mann in Jeans und Flanellhemd an einen hölzernen Pfeiler und winkte ihnen freundlich zu.

„Guten Tag, Mr. Brody“, begrüßte Cox ihn und gab ihm die rechte Hand, während er mit der linken den Umschlag aus der Innentasche seines Jacketts zog, „und alles Gute nachträglich zu Ihrem Geburtstag. Ich bedaure, dass ich an diesem Tag nicht hier sein konnte und hoffe, dass diese kleine Aufmerksamkeit Ihnen eine Freude macht.“

„Vielen Dank, Sir!“

„Wie geht es Emma und Douglas?“

„Ausgezeichnet, Sir, vielen Dank!“

„Das freut mich. Bitte grüßen Sie sie von mir. Dies ist übrigens Senator Bell, unser Auditor in diesem Jahr.“

Bell schüttelte die Hand des Mannes. „Sehr erfreut.“

„Ganz meinerseits, Sir.“

Der Mann öffnete die Tür zur Hütte und gab den Blick auf ein wohnlich eingerichtetes kleines Zimmer frei, vielleicht etwas zu vollgestopft mit Jagdtrophäen, Brettspielen, Gemälden, kleinen Statuen, ausgestopften Vögeln und dekorativen historischen Küchenutensilien. Er führte sie über einen Pfad in all dem gemütlichen Plunder zu einer hölzernen Tür, und öffnete diese mit schwungvoller Geste.

Hinter der Tür verbarg sich ein matt glänzendes stählernes Portal, dessen zwei Hälften lautlos in die Wand glitten, als Blight mit seinem rechten Auge in einen Sensor daneben spähte.

„Einen schönen Tag noch, Mr. Brody!“ verabschiedete Cox sich.

„Ebenso, Sir!“ antwortete der Wachmann, während die Türen sich hinter ihnen schlossen.

Blight drückte den Knopf mit der Aufschrift ‚-9‘, und mit einem leisen „Ding!“ setzte der Lift sich in Bewegung.

„Denken Sie, dass Sie heute Abend noch Zeit für ein Dinner haben werden?“ fragte Cox. „Ich würde Sie gerne noch ins Brunswick’s einladen, falls es Ihnen möglich ist.“

Bell musste nicht einmal darüber nachdenken. Jede Sekunde, die er diese furchtbaren Figuren länger ertragen musste, war eine zu viel. Er war die metaphorisch seelenlosen Karrieristen Washingtons gewohnt und hatte in seiner Laufbahn genug scheußliche Menschen kennengelernt, um sich daran gewöhnt zu haben, aber er konnte sich nicht erinnern, jemals einem Menschen begegnet zu sein, der ihm so buchstäblich seelenlos vorkam wie Cox und Blight und dieses ganze scheußliche Projekt.

„Es tut mir leid“, antwortete er, „aber meine Familie erwartet mich zum Abendessen zurück, und meine Frau wird mir sehr böse sein, wenn ich nicht dabei bin.“

Cox nickte lächelnd. „Natürlich, das verstehe ich gut. Wir bringen Sie pünktlich zurück, Ehrenwort.“

Einige Sekunden herrschte noch Stille, die Bell auf sonderbare Weise zu gleichen Teilen als peinlich und erholsam empfand, bevor sich mit einem weiteren „Ding!“ die Türen öffneten, und alles geschah von da an so schnell, dass er sich im Nachhinein zusammenreimen musste, was passiert war.

Er war sich ziemlich sicher, dass zuerst Cox neben ihm zu Boden fiel, oder geworfen wurde, oder sich warf, aber jedenfalls lag der barfüßige Colonel Sanders in seinem etwas anachronistischen Südstaatenanzug auf dem Bauch neben ihm, und dann, vielleicht gleichzeitig, vielleicht unmittelbar danach, erscholl ein Knall, den Bell bis in sein Knochenmark spürte und der in seinen Ohren ein schrilles Klingeln hinterließ. Ohne dass er eine Bewegung wahrgenommen hatte, stand Blight plötzlich vor ihm im Eingang des Aufzugs und verdeckte ihm die Sicht, was vermutlich Absicht war, denn es verdeckte natürlich auch die Sicht desjenigen, auf den er geschossen hatte. Der Haltung seiner Schultern und der nach vorne gestreckten Arme nach hielt er eine Waffe, obwohl Bell diese nicht selbst sehen konnte.

Ein tierhaftes Kreischen erklang, das Bell an ein Pferd erinnerte, dessen missglückter Schlachtung er im vergangenen Jahr hatte beiwohnen müssen, und eine weit entfernte Kinderstimme rief etwas, das er nicht verstand.

„Sie stand mit dem Rücken zu dir!“ brüllte jemand. „Sie stand mit dem Rücken zu dir, du verdammtes Ungeheuer! Sie hat euch nicht mal gesehen, und sie hat mit der Waffe nicht mal auf irgendwas gezielt!“

Cox‘ seelenlos freundliche und nur ein bisschen atemlose Stimme sagte neben ihm von schräg unten: „Ach herrje… Jetzt gewinnen Sie aber einen sehr ungünstigen ersten Eindruck, das ist natürlich schade.“

„Ist… Ist schon … Was … Was ist denn … Wer …“ stammelte Bell.

„Ist die Gefahr beseitigt, Mr. Blight?“ fragte Cox. „Ich würde gerne wieder aufstehen, wissen Sie.“

Blight zögerte kurz, bevor er die linke Hand kurz von seiner Waffe löste, um eine nach oben winkende Geste in Cox‘ Richtung zu vollführen.

„Danke. Ist mit Ihnen alles in Ordnung, Senator?“

Bell blickte an sich herab und tastete über seinen Anzug, bevor ihm klar wurde, wie albern das war, und er sofort wieder damit aufhörte.

„Ja, ich … Ich glaube schon. Was ist denn passiert?“

„Das“ Cox stöhnte, während er sich wieder auf die Beine stemmte. „weiß ich auch noch nicht so genau, aber ich bin sicher, dass wir es gleich aufklären können. Ich muss um Ihr Verständnis bitten, Senator. Die Experimente der Bright Outlook Laboratorien sind ihrer Natur nach in ihrem Verlauf schwer prognostizierbar und nicht immer auf die in den technischen Spezifikationen dafür vorgesehenen Areale begrenzbar. Ich kann Ihnen versichern, dass dieses Resultat, wenn auch unvorhergesehen, sich vollständig im Rahmen unserer operativen Parameter bewegt. Mr. Blight, darf ich Sie bitten?“

Der Mann in der grauen Weste zögerte einen Herzschlag, bevor er zur Seite trat, seine Waffe immer noch beidhändig in den Flur vor ihnen gerichtet.

Bell sah vier Personen am Boden liegen.

Eine von ihnen war tot, wie er an der sich ausbreitenden dunklen Lache um ihren Kopf herum mit Gewissheit erkennen konnte. Sie trug einen viel zu großen grauen Overall.

Eine weitere war offensichtlich noch am Leben. Ein Mann in einem braunen Cordanzug, seine Hände und Füße gefesselt, der dennoch sein Bestes tat, mit hilflosen Bewegungen zu der Frauenleiche zu kriechen, die unter anderen Umständen lustig gewesen wären, jetzt jedoch hier in ihrer nackten Emotionalität, in ihrer seelenentblößenden Offenheit in Bell eine Art von Scham und … Berührtheit erzeugten, die ihn seinen Blick schnell abwenden ließ.

Er hatte für heute genug Grauen gesehen.

Der Mann murmelte Dinge vor sich hin, die er akustisch schon kaum verstehen konnte, die inhaltlich aber für ihn keinerlei Sinn ergaben.

„Sie … Sie wollte mit mir nach Las Vegas, nächsten Monat. Wir hatten schon die Tickets. Sie wollte unbedingt Penn und Teller live sehen. Sie liebte die beiden. Sie hat jede Episode von Penn Point gesehen, und sie hatte sogar alle seine komischen Bücher. Sie … Sie …“

Die Worte gingen in ein verzweifeltes Schluchzen über.

Von weiter hinten hörte Bell aus einer offenen Tür wieder die Kinderstimme, und die beruhigende Stimme einer erwachsenen Frau, aber er konnte keine Worte ausmachen.

Die dritte Person war ein Mann in einem weißen Overall und schwarzen Sicherheitsstiefeln mit verschiedenfarbigen Schnürbändern. Er lag reglos mit geschlossenen Augen da, und Bell konnte nicht einmal erkennen, ob er atmete.

Die vierte Person schließlich war eine junge Frau mit einer sonderbaren asymmetrischen Frisur. Sie war ebenso gefesselt wie der Mann und trug einen schwarzen Anzug, und weder Schuhe noch Socken, genau wie Cox. Sie lag zusammengekrümmt mit dem Rücken zu Bell. Ihre Schultern bebten, aber sie gab keinen Laut von sich.

Bell fühlte sich ein wenig schwindlig, fast wie in einem Traum als würde er seinen Körper gar nicht kontrollieren, sondern nur unbeteiligt beobachten, als er Cox aus dem Aufzug folgte. Vor der Frau in dem schwarzen Anzug legte Blight eine Hand an Cox‘ Oberarm und reichte ihm einen Umschlag.

Cox blieb stehen.

„Alles Gute nachträglich zu deinem Geburtstag, Cynthia“, sagte er. „Ich bedaure, dass ich an diesem Tag nicht hier sein konnte und hoffe, dass diese kleine Aufmerksamkeit dir eine Freude macht.“

Er hielt die Karte gut eine Sekunde lang in ihre Richtung, bevor er schließlich den Kopf kurz zur Seite neigte und sie neben ihr fallen ließ.

Das Beben ihres Körpers ließ ein wenig nach, als sie einen tiefen Atemzug nahm und unter hörbarer Anstrengung hervorpresste:

„Ich … Ich glaube, ich brauche einen Arzt. Ich bin … verletzt. Kann bitte jemand …“

„Mr. Blight, seien Sie bitte so gut, Mr. Rawes zu befreien, damit er sich um meine Tochter kümmern kann.“

Blight stand für einen Moment nur da und sah in Cox‘ Augen.

Cox lächelte und schüttelte seinen Kopf. „Machen Sie sich keine Sorgen. Mr. Rawes ist ein vernünftiger Mann. Sogar wenn seine Treue gegenüber den Bright Outlook Laboratorien durch den bedauerlichen Tod seiner Frau in diesem Moment erschüttert sein sollte, wird er erkennen, dass er durch übereiltes Handeln riskiert, seiner Tochter die letzte Person zu nehmen, die ihr etwas bedeutet, zu einer Zeit, in der sie mehr denn je auf ihn angewiesen ist. Er würde seine Verpflichtung weder uns, noch seiner Tochter gegenüber, nicht einem so kurzfristigen Motiv wie Vergeltung unterordnen, zumal er klug genug ist, um zu erkennen, dass eine Verletzung, und mag sie noch so tief und schmerzhaft sein, nicht durch weitere Verletzungen ausgeglichen werden kann.“

Schluchzend und mit tränenüberströmtem Gesicht sah der Mann in dem Cordanzug auf, seine geröteten Augen flackerten von Blight zu Cox zu Bell und wieder zu Cox.

„Sie hat … Sie hat für uns gearbeitet!“ schluchzte der Mann am Boden. „Sie hatte Nick gerade eben überwältigt! Sie war auf Ihrer Seite!“

Cox trat einen Schritt vor und tätschelte den Kopf des Mannes in dem Cordanzug.

„Es tut jetzt weh, Mr. Rawes, ich weiß. Es wird immer weh tun. Die Zeit heilt keine Wunden. Sie lässt sie bestenfalls ein bisschen verschorfen. Ich kann Ihnen keinen Trost anbieten, und nicht einmal eine Entschuldigung. Ich kann verstehen, wie Sie gegenüber Mr. Blight empfinden, aber Sie wissen, wie es ausgeht, wenn Sie sich jetzt ihren Gefühlen hingeben, so verständlich sie auch sein mögen. Mr. Blight, bitte befreien Sie ihn jetzt, und dann beeilen Sie sich, Mr. Blaire seiner Zweitverwertung zuzuführen. Was soll Senator Bell hier denn von uns denken? Tempus fugit!“

Blight zog ein Multitool aus einer Tasche hervor, durchschnitt damit Rawes‘ Fesseln, trat zu dem reglosen Mann in dem weißen Overall, hob dessen Füße an und begann, ihn davon zu ziehen.

Rawes rappelte sich auf, sein Gesicht noch immer tränenüberströmt, und noch immer entrang sich ihm gelegentlich ein Schluchzen. Seine Lippen bewegten sich, aber Bell konnte nicht verstehen, was er sagte.

Bell hörte wieder die Kinderstimme, und war sich ziemlich sicher, dass sie „Daddy!“ rief.

„Lass sie bitte nicht in den Flur, Cora!“ rief Rawes mit brüchiger Stimme. „Lass sie nicht … Ich kann gleich … Kümmer dich noch ein bisschen um sie, ja?“

„Lieben … Sie mich, Mr. Rawes?“ fragte die Frau in dem schwarzen Anzug.

„Cynthia…“ Er biss sichtbar die Zähne zusammen und gab einen gurgelnd-knurrenden Laut von sich.

„Kommen Sie, Mr. Bell“, sagte Cox mit einer einladenden Geste in Richtung einer Tür am Ende des Korridors. „Lassen Sie uns das Audit an einem weniger … beladenen Ort fortsetzen, da kann ich Ihnen dann alles hier erklären. Ich verstehe, dass Sie auf den ersten Blick Ihre Zweifel haben, aber ich versichere Ihnen, dass es Gründe für die Ereignisse hier gibt. Darf ich Ihnen vielleicht eine kleine Erfrischung anbieten?“

„Was fehlt mir, Vater?“ fragte die Frau. „Was habt ihr mit mir gemacht? Ich bin anders, oder?“

Sie sprach in einem sonderbar flachen Tonfall, der in verwirrendem Kontrast zum Inhalt ihrer Fragen stand.

Aus der offenen Tür weiter hinten erklangen immer noch die Stimmen des Mädchens und der Frau.

Cox schüttelte mit einem versonnen Lächeln den Kopf, als wäre sie eine Vierjährige, die ihn gerade gefragt hatte, wie Spongebob in den Fernseher kam.

„Ich … denke, ich sollte zu meiner meiner Tochter gehen. Jacky braucht mich, und ich würde ihr gerne erklären …“

„Ich bin verletzt, Mr. Rawes“, sagte Cox‘ Tochter. „Helfen Sie mir.“

Er stand unschlüssig da, und sein Mund öffnete und schloss sich stumm, während er sich von ihr zu der offenen Tür drehte, und wieder zurück.

„Jetzt, Mr. Rawes“, sagte die Frau.

Cox wandte sich ab und schritt auf die Tür zu. Bell folgte ihm beinahe unwillkürlich und sah noch aus den Augenwinkeln, wie Rawes neben ihr kniete und sie langsam aufhob.

„Seien Sie vorsichtig“, sagte sie. „Ich glaube, einige meiner Rippen sind gebrochen, und Sie könnten mir versehentlich weh tun.“

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„Das heißt wohl, dass sie es geschafft hat“, sagte Jill, und Nelson Jeffries nickte, ohne sich zu ihr umzudrehen.

„Super“, sagte Leanne. „Damit sind wir dann jetzt einen großen Schritt näher an … Ähm … Was ist noch mal unser Ziel?“

„Was ist los mit ihr?“ fragte Abdiel. „Finden Sie das alles hier lustig?“

Leanne sah ihn ungefähr zwei Sekunden lang nachdenklich an, bevor sie antwortete: „Ja. Ja, irgendwie schon. Irgendwie ist das lustig, dass erwachsene, geistig einigermaßen gesunde Menschen offenbar nicht anders können als wider besseres Wissen dieses dämliche Spiel mitzuspielen, egal wie oft ich euch erkläre, dass es nichts zu gewinnen gibt. Wie dämlich ist denn das? Sogar wenn ihr mich nicht hier hättet, um es euch zu sagen, wie viel Gehirn braucht man denn, um zu erkennen, dass ihr hier nicht lebend rauskommt, oder zumindest, dass der Weg verdammt noch mal nicht ist, deren Spiel mitzuspielen! Die sind der Feind! Ich weiß das! Ich bin eine von denen!“

„Seien Sie still.“ Jeffries drehte sich nun doch zu ihr um „Seien Sie bitte still. Sie haben nichts als Hass und Bitterkeit, und …“

„Was hätten Sie denn, wenn jemand Ihnen plötzlich Ihr ganzes Leben weggenommen hätte? Wenn jemand Sie einfach hier reingeworfen hätte, ohne jede Chance auf …“

Jeffries sah sie einfach nur an. Sie verzog ihr Gesicht, verdrehte die Augen und zuckte die Schultern.

„Na gut“, sagte sie, „ich schätze, genau das ist mit Ihnen passiert, aber bei mir ist das trotzdem anders, und ist doch auch egal, ich weiß jedenfalls, wie das hier ausgeht, und ich habe es Ihnen gesagt, und deshalb wissen Sie es auch, aber es scheint irgendwie allen hier egal zu sein, und ja, das finde ich schon irgendwie lustig, auf eine verdammt traurige Art.“

„Wir wissen alle von Anfang an, wie unser ganzes Leben ausgeht“, sagte der Asiate, „und trotzdem spielen wir mit, oder?“

„Pff!“

I’m a yes-man I stay in line, I do what they tell me, I am theirs but I’m still mine, I do what they tell me, I do what they say.

Wir sind sehr stolz auf dich, Jill. Du hast den Gouverneur vorbildlich in die Falle gelockt und dein Versuchsergebnis damit sehr zu deinem Vorteil beeinflusst. Wir wissen skrupel- und bedingungslosen Gehorsam zu schätzen, vor allem, wenn er wie bei dir mit Kreativität und Initiative in der Ausführung gepaart ist. Mach weiter so, und du hast gute Chancen, von uns für einen weiteren Einsatz ausgewählt zu werden. Du kannst dir schon denken, was mit denen passiert, die nicht ausgewählt werden, oder? Ich muss das nicht erklären? Mache ich nämlich nicht so gerne. Kommt mir immer so unsubtil vor, wenn ich das erkläre.

Jill schluckte.

Sie hob eine Hand vor ihren Mund und flüsterte: „Ich verstehe.“

Die Stimme in ihrem Kopf lachte. „Nicht doch, Jill, antworte mir nicht, wenn ich dich nicht ausdrücklich dazu auffordere. Du willst doch nicht, dass unser kleines Spiel im Spiel auffliegt, oder?

Sie widerstand der Versuchung, ihren Mund zu öffnen und blickte starr ins Leere. Die Stimme lachte noch einmal auf. „Gut gemacht. Du lernst schnell. Das gefällt mir. Ich hab doch gesagt, wir werden Freunde. Dafür sehen wir vielleicht sogar über dein kleines Drogenproblem hinweg. Die Bright Outlook Laboratorien haben Zugang zu hervorragenden Rehabilitationskliniken, und die Kosten für so ein Programm sind vernachlässigbar gegenüber den Vorzügen eines weiteren bedingungslos gehorsamen, sagen wir mal: abhängig Beschäftigten. Leute ohne Gewissen und Selbstachtung und jede Form von menschlichem Anstand sind unschätzbar wertvoll für uns. Leute wie du, verstehst du?

Jill biss die Zähne zusammen und blickte zu Boden. Sie hatte kein Drogenproblem. Ja, sie nahm hin und wieder mal was, aber es war nicht so, als ob sie gleich in kalten Schweiß ausbrechen würde, weil sie ihre nächste Dosis haben musste. Sie brauchte keine Reha. Aber das konnte sie auch später noch erklären. Jetzt wollte sie vor allem überleben. Jetzt wollte sie vor allem nicht auf erbärmliche Weise sterben wie die anderen.

Okay, das mit dem Nichtantworten hast du raus, das können wir wohl abhaken. Nächster Teil des Bright-Outlook-Tutorials:“

„Er spricht mit Ihnen, oder?“ fragte Leanne. „Das machen wir manchmal mit den Versuchspersonen. Sie würden staunen, wozu man Leute kriegen kann, indem man ihnen verspricht …“

Hör nicht auf Leanne“, sagte die Stimme. „Sie ist verbittert, weil sie jetzt nicht mehr zusehen darf, wie andere sterben. Weil sie jetzt eine von denen ist, denen zugesehen wird. Das passiert bei uns mit Leuten, die nicht tun, was man ihnen sagt. Du willst nicht so enden, oder Jill? Du willst gerne gehorsam und devot und unkritisch sein, und am Leben, stimmts? Du willst nicht wie Leanne sein, sondern wie ich.

„Wovon reden Sie?“ fragte Jeffries.

„Sheytan!“ rief Leanne, und kicherte. „Sie ist vom Teufel besessen. Schnell exorzieren Sie sie.“

„Verstehen Sie, was sie meint?“

Jill schüttelte hastig ihren Kopf. „Nein, keine Ahnung. Sie spinnt, das wissen Sie doch.“

„Der Teufel!“ zischte Leanne verschwörerisch zu Jeffries.

„Ich werde jetzt nach Claire sehen“, sagte er, drehte sich um und ließ sich umständlich auf alle Viere nieder, um in den niedrigen Raum zu krabbeln.

Ich würde mich an deiner Stelle beeilen. Je mehr Leute vor dir ankommen, desto größer ist die Gefahr, dass einer von ihnen dir zuvor kommt.“

Jills Hände ballten sich wie von selbst zu Fäusten, als sie sich an das letzte Mal erinnerte, dass sie in diesem Raum war. Sie wollte da nicht wieder rein. Da waren noch die Reste des Gouverneurs, für den sie bei der letzten Wahl gestimmt hatte.

Für einen Moment hätte sie sich fast zur Wand gedreht, damit niemand sehen konnte, wie sie der Stimme in ihrem Kopf sagte, dass sie bitte nicht in den niedrigen Raum wollte. Aber dann wurde ihr klar, dass sie genau wusste, was sie zur Antwort bekommen würde, und dass sie diesen Teil vielleicht besser überspringen sollte.

Seufzend kniete sie sich vor den Eingang zu dem Raum, atmete tief durch, biss die Zähne zusammen, versuchte an etwas Schönes zu denken, aber ihr fiel nichts ein, das sie von den Gedanken darüber abhalten konnte, durch was sie kroch und was die Decke in diesem Raum bei ihrer letzten Durchquerung mit ihr gemacht hatte. Und was sie mit dem Gouverneur gemacht hatte.

Vor sich sah sie Jeffries‘ Silhoutte vor dem Licht des Ausganges und sah zu, wie er aus dem niedrigen Raum herauskroch und verschwand. Sie hielt inne und wartete, ohne recht zu wissen, wie sie auf die Idee kam, dass die Decke gerade jetzt anfangen könnte, sich zu bewegen, nachdem er entkommen war. Und für einen schrecklichen Moment war sie sich völlig sicher, dass alles wieder von vorne beginnen würde, und dass die Stimme sie noch einmal zwingen würde, jemanden hinein zu locken. Doch nichts passierte.

Sie lag einige Zeit so da und versuchte, einfach nur trotz des grässlichen Gestanks und der grässlicheren Erinnerungen zu atmen und nicht in Panik zu geraten, bis sie schließlich die Kraft in sich fand, weiter zu kriechen.

Irgendwann in der Dunkelheit blieb etwas an ihrer rechten Hand hängen, und sie versuchte, es abzustreifen, aber es gelang ihr nicht, deswegen nahm sie es mit der linken – und spürte, dass es ein Zahn sein musste.

Sie warf es so hastig von sich, dass sie mit der Hand hart gegen die Decke stieß und der harte Beton ihre Knöchel aufschabte.

„Es tut mir leid“, flüsterte sie. „Es tut mir leid. Sie hatten das alles nicht verdient. Ich habe Sie bewundert. Wirklich, ich habe … ich dachte, Sie könnten wirklich etwas … Ich habe sie für … Es tut mir leid…“

Sie flüsterte weiter sinnlos ihren Gedankenstrom vor sich hin, während sie mit hektischen Bewegungen auf das Licht zu kroch.

Als sie schließlich wieder frei war, brach sie auf dem kalten Betonboden zusammen und keuchte, während sie die Kraft sammelte, aufzustehen und weiterzumachen, und Gründe suchte, warum es ihr überhaupt wichtig war, nicht hier zu sterben.

Sie hob matt ihren Blick und sah Claire nahe neben sich am Boden liegen. Jeffries kniete neben ihr und redete in beruhigendem Tonfall auf sie ein. In der Mitte des Raumes lag noch jemand in einem weißen Overall, und neben ihm …

Siehst du den Schlachtschussapparat, Jill? Siehst du ihn? Die Pistole war nicht geladen, aber der Schlachtschussapparat… Ohh, der Schlachtschussapparat ist einsatzbereit. Ihr lernt nicht, mit sowas umzugehen, oder? Mach dir nichts draus. Ein Kind könnte das Ding bedienen. Tatsächlich hatten wir hier letztens eine Elfjährige, die… aber das kann ich dir später mal erzählen, wenn du hier raus bist, und wir zusammen in irgendeiner Bar sitzen, und wir über das alles hier lachen können. Jetzt erst mal solltest du dir den Schlachtschussapparat holen. Ich weiß, du willst niemanden mehr umbringen. Musst du ja vielleicht auch gar nicht. Aber denk es dir wie bei einem Kondom. Ist viel besser, eins dabei zu haben, und es nicht zu brauchen, als … Du weißt schon, oder? Oder, nein, vergiss das mit dem Kondom lieber. Beim Kondom ist es ja auch toll, wenn du keins hast, aber der andere. Beim Schlachtschussaparat ist das anders. Hol ihn dir einfach erst mal, dann kannst du dir immer noch überlegen, ob du ihn benutzt. Und an wem. Glaub mir, ich arbeite schon eine Weile hier. Irgendjemand findet sich immer.“

Lesegruppenfragen

  1. Dass Mark nun gerade an Penn&Teller denkt… Was haltet ihr davon?
  2. In der zweiten Szene hatte Henk sehr viel Text, der natürlich streng genommen den Plot nicht maßgeblich vorangetrieben hat. Stört euch das?
  3. Ich habe darauf verzichtet, Jacky in die erste Szene einzubauen. Nicht nur, weil ich die sowieso schon wühlig genug fand, sondern auch, weil es für mich inhaltlich Sinn ergab, dass Mark nicht will, dass sie das alles sieht. Und ihr so?
  4. Hättet ihr gerne eine tiefere Reaktion von Jill auf den niedrigen Raum gehabt?

Interaktivitätsfragen

A. Aus wessen Perspektive wollt ihr die nächste Szene?

B. Noch eine Rückblende?

C. Wer soll als nächstes durch den niedrigen Raum kriechen?

D. Falls ihr bei B für ja gestimmt habt: Wen wollen wir denn zurückblenden? Falls nicht: Heute gibts nur drei Fragen. Ich finde, das kann man so kurz vor Schluss ruhig mal machen.

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10 Responses to Bright Outlook (22)

  1. Henk sagt:

    1. Ich kenne Penn & Teller nicht, wohl aber den Umstand, dass einem in den spannendsten Momenten völlig unpassender Blödsinn durch die Synapsen raschelt. Warum soll Mark in einer solchen Situation nicht etwas scheinbar Unwichtiges in den Kopf kommen, das Regina noch vorhatte? Ich finde es gut.
    2. Da ich die offensichtliche Unprofessionalität von Versuchsleitern und Co. in dieser professionellen Versuchsanordnung mag, höre ich mir solche Monologe gerne auch ein bisschen länger an.
    3. Ich auch so.
    4. Du weißt doch: Ich mag’s, wie’s kommt. Na gut, sieht krabbelt dann doch schon ziemlich schnell rein, und ihr innerer Kampf wäre vielleicht noch ein spannender Abschnitt gewesen, aber sie wurde vorher ja gut weichgekocht. Es wirkt auf mich nicht völlig unrealistisch, wenn das der Kern deiner Frage ist.

    A. Eigentlich wäre jetzt mal Jacky dran. Da du sie ja zuletzt aus nachvollziehbaren Überlegungen ziemlich knapp gehalten hast, wäre das nur fair – und sicherlich spannend.
    B. Absolut dafür!
    C. Die Person aus D.
    D. Die Person aus C.

  2. Günther sagt:

    Diesmal früher:
    1. Diesen Teil fand ich nicht hundertprozentig stimmig. Irgendwie konnte ich es nicht so richtig nachvollziehen, dass er *jetzt* so verzweifelt reagiert und über die verlorene gemeinsamen Zukunft heult. Immerhin hat er selbst sie ja schon Tage zuvor dem sicheren Tod ausgeliefert. Klar ist es was anderes, wenn sie dann direkt vor seinen Augen erschossen wird, aber zu Penn&Teller wären sie wohl ohnehin nicht mehr gegangen.
    2. In der Tat ein Bisschen. Ich habe mich dabei ertappt, den Teil schneller zu lesen, um wieder „zur Handlung“ zu kommen.
    3. Nachvollziehbar. Ich finde allerdings, dass du es fast noch zu deutlich gemacht hast, dass du sie nicht in den Flur lassen wolltest. Es hätte IMO völlig gereicht, wenn man sie aus dem Raum weinen hört. Dass Cora sie nicht raus lässt, ist dann offensichtlich. Dass Mark nochmal explizit sagt, dass sie nicht rauskommen soll, ist vielleicht etwas zu direkt und stört den Fluss der Handlung auf dem Flur.
    4. Ich fand die tief genug.

    A. Die Idee mit Jacky ist gut.
    B. Im zu erwartenden Chor von „Ja klar!“ sage ich mal: Wenn es für die Handlung der Gegenwart relevant ist.
    C. Jeffries.
    D. Je nachdem.

  3. Guinan sagt:

    1. Ich werte das als Zeichen, dass Mark einem Nervenzusammenbruch zusteuert.
    2. Hat Henk nicht den Plot vorangebracht, indem er Jill weiter unter Kontrolle gebracht hat? Ich mag die Figur, meinetwegen darf die Rolle gern noch etwas ausgebaut werden. Und den letzten Absatz finde ich besonders gelungen.
    3. Ist ok
    4. Jill ist ganz allgemein für mich ziemlich uninteressant geblieben. Wenn das egal ist, dann reicht das so. Um das zu ändern müsste schon mehr kommen. Bisher waren ihre Reaktionen einfach zu flach.
    5. Und wenn du uns jetzt schon so nachdrücklich auf das Ende vorbereitest – nicht dass du die Piloten vergisst.
    A. Gern Jacky. Sie ist bisher wirklich etwas zu kurz gekommen.
    B/D. Ja, Cynthia, und damit die Frühzeit von Bright Outlock.
    C. Jill hindert Jeffries und drängelt sich vor.

  4. Muriel sagt:

    @Henk: 1. So ungefähr auch meine Überlegung. Schön, dass ich damit nicht alleine dastehe.
    A. Teufel auch, mit der Antwort hatte ich nun gar nicht gerechnet. Aber das ist ja unter anderem der Sinn dieser Interaktivitätssache, insofern nehme ich die Idee mal mit Dank auf und schaue, was ich draus machen kann. Die Mehrheit der Stimmen scheint dir sicher.
    C&D: Ich weiß nicht, ob ich eine solche Verschränkung der Antworten akzeptieren kann. Ich eröffne damit eine Möglichkeit, die bei völliger Ausschöpfung das Auszählen der Abstimmungsergebnisse in echte Arbeit ausarten lassen könnte.

    @Günther: 1. Wie immer ist das kein Widerspruch zu deiner Antwort, denn deine Antwort gibt ja deine Wahrnehmung der Geschichte wieder, und die kann ich dir schlecht streitig machen, aber doch: Du setzt voraus, dass er ihren Tod die ganze Zeit über für sicher hielt. Dass muss er ja nicht zwangsläufig so gesehen haben.
    3. Nützlicher Hinweis. Vielen Dank!
    C. Ich fürchte, Jeffries ist schon durch. Oder meinst du, er soll wieder zurück?

    @Guinan: 1. Na, wenn sowas schon ein Zeichen für einen Nervenzusammenbruch wäre, dann müsste ja …
    Nee, das kann nicht sein. Meine Mutter hat mich untersuchen lassen.
    4. Ich glaube, es ist zu spät, um da noch was drehen zu wollen. Wird also wohl so bleiben.
    5. Die Gefahr, dass ich die Piloten vergesse, besteht nicht. Ich fürchte aber, dass du mehr fordern wolltest, als dein Wortlaut hergibt, und ich lege Wert auf die Feststellung, dass ich dieser Forderung nicht nur deshalb nicht nachkomme, weil ich sie nicht verstanden habe, oder auch nur nicht verstehen wollte, sondern dass ich mich vielmehr ganz bewusst dagegen entscheide.
    C. Ähm. Aber … Offenbar habe ich das falsch beschrieben. Jill und Jeffries haben doch beide in genau diesem Kapitel hier den niedrigen Raum bereits durchquert.
    Hm. Aber da steht doch:

    Vor sich sah sie Jeffries‘ Silhoutte vor dem Licht des Ausganges und sah zu, wie er aus dem niedrigen Raum herauskroch und verschwand.

    und

    Als sie schließlich wieder frei war, brach sie auf dem kalten Betonboden zusammen und keuchte, […]

    Sie hob matt ihren Blick und sah Claire nahe neben sich am Boden liegen. Jeffries kniete neben ihr und redete in beruhigendem Tonfall auf sie ein. In der Mitte des Raumes lag noch jemand in einem weißen Overall, und neben ihm …

    Wo haben wir uns denn verpasst?

  5. Guinan sagt:

    @Muriel: Ich glaube, ich brauche eine Zeichnung. Ich habe komplett den Überblick verloren, wer jetzt gerade wo ist. Ich weiß nicht einmal hunderprozentig sicher, wer alles noch lebt.
    5. Du meinst, ich sollte mich schon mal vorsichtig auf ein Bündel offener Enden vorbereiten?

  6. Muriel sagt:

    @Guinan: Ich kann zwar nicht so gut zeichnen, aber vielleicht hilft dir dies beim Zurückgewinnen der Übersicht.
    5. Ich meine, du hättest von Anfang an wissen müssen, dass die Geschichte offen endet und solltest deshalb keinen Vorbereitungsbedarf haben. Aber mich fragt ja keiner.

  7. Guinan sagt:

    @Muriel: Wow, danke, welch Service. Also, Hoai oder Abdiel versuchen es als Nächste. Ich möchte eigentlich beide näher kennenlernen, die hatten bisher auch noch nicht so viel Raum. Ich hatte nicht mal mehr auf dem Schirm, dass es die noch gibt. Oder lohnt sich das nicht mehr?
    5. Ich meine, du hättest von Anfang an wissen müssen, dass ich versuchen werde, die interaktiven Möglichkeiten zum Vermindern der diversen offene Enden zu nutzen.

  8. madove sagt:

    1. Das fand ich sehr plausibel; in meinen wenigen und weitaus undramatischeren Erfahrungen mit Tod oder Trennung waren es oft Gedanken an diese Art von Details, die aus dem Nichts kommen und am meisten wehtun.
    2. Die Kommunikation der Bright Outlook Laboratorien mit den Versuchsteilnehmern (oder auch hier im zweiten Teil: Cox zu Bell) bildet mindestens die Hälfte meiner Lieblingsstellen in dieser Geschichte. Je Henk desto besser.
    3.Ist okay, bzw. ein bißchen siehe Günther
    4.Nein, ich fand, das war eigentlich schon schlimm genug für sie. Und sie muß sich ja zusammenreißen.
    5. Oh, vielen Dank für das Dramatis personae. Ich hatte auch ziemlich den Überblick verloren, jetzt ist alles viel besser.

    A: Ich bin ja durch Gruppenzwang oft leicht zu beeinflussen und stimme auch für Jacky.
    B:Jaaaaaaa. D: Cynthia ist eine gute Idee!
    C:Hoai.

  9. Muriel sagt:

    @Guinan: Was sich lohnt, entscheidet ja irgendwie ihr.
    @madove: 1. Ja, ging mir auch so.
    5. Interessant. Keoni ging das auch oft so. Ich merk sowas immer nicht, weil die Geschichte aus meiner Perspektive ja immer … mehr oder weniger ganz anders aussieht.

    A: Gewagt. Aber müssen wir dann wohl machen.
    D: Darüber freue ich mich eigentlich sogar. Ich weiß schon genau, wie ich das mache. Wenn jetzt noch genug Leute für was anderes stimmen, kriegt ihr die Rückblende dann eben als Bonus Feature. Aber damit müssen wohl ohnehin nicht rechnen.

  10. Muriel sagt:

    Ich werde dann jetzt wohl mal auszählen.
    A: Einstimmig Jacky.
    B: Mehr oder weniger einstimmig ja. Ich verspreche, mein Bestes zu tun, die Rückblende für die Handlung relevant zu bauen, und ihr könnt mir dann sagen, ob es gelungen ist.
    C: 1 Hoai, 1 Hoai oder Abdiel, damit wird es dann wohl Hoai sein, wenn ich nichts übersehen habe. Henks Stimme müsste ich wohl, wenn ich sie werten würde, als „Hoai oder Cynthia“ werten, was am Ergebnis nichts ändern würde, deswegen kann das dahinstehen.
    D: 2 Cynthia, 1 schwebend ungültige Stimme für Hoai oder Cynthia, die also wieder keinen Unterschied macht, weshalb ich in der Frage der Gültigkeit verschränkte Stimmen bis auf Weiteres keine Entscheidung treffen muss. Danke dafür.

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