Lass ab von Draken

Keoni sagte mir kürzlich völlig zurecht, dass ich zumindest hin und wieder mal darauf hinweisen könnte, dass jedes meiner Bilder einen versteckten Text mitbringt den ihr seht, wenn ihr den Mauszeiger drüber haltet. So wie die Comics bei XKCD, nur lustiger und tiefsinniger. Probiert es doch mal aus, wenn ihr das noch nicht wusstet.

Der letzte Reisebericht litt ein bisschen darunter, dass unsere Fotos nicht so besonders spektakulär nach Urlaub aussahen. Bei diesem geht es da meiner Meinung nach schon wieder bergauf, und auf jeden Fall könnt ihr euch bei dem darauf  auf wunderbar sonnig-exotische Fotos aus Botswana freuen. Gebt mich also bitte noch nicht auf. Und vielleicht könnt ihr ja zumindest mittelbar ein bisschen was von unserer Freude an den Drakensbergen mit rübernehmen. Und zum Schluss gibt es noch einen kleinen Ausflug, der so bestimmt in keinem Reiseführer empfohlen wird, was die Sache jetzt viel spannender klingen lässt, als sie eigentlich ist, was vielleicht aus Marketinggesichtspunkten gar keine schlechte Idee wäre, aber ein paar von uns haben noch Respekt vor der Wahrheit und der Intelligenz ihrer Leser und verzichten deshalb darauf, sie so direkt durchschaubar anzulügen, weshalb ich das lieber nicht mache. Also zurück zu den Drakensbergen:

Dort fährt man weniger wegen der Tiere hin als wegen der Landschaft. An Fauna gibt es da nicht besonders viel, dafür aber von dem anderen:

Und an der ist zum Beispiel interessant, dass sie regelmäßig abbrennt, und dass man beim Wandern sehr schön beobachten kann, wie aus der Asche neues Leben entspringt:

Ebenfalls interessant zu sehen ist, wie scharf abgegrenzt die verbrannten Gebiete sind, wie mit dem Lineal:

Im Hintergrund hat man halt immer diese schroffen Berge, es ist schön ruhig und einsam, die Luft ist frisch und nicht zu heiß, keine doofen Elefanten stehen im Weg rum, nirgends schmaddert ein Leopard alles mit seiner Mahlzeit voll, kein einziges Nashorn belästigt einen mit seiner Kurzsichtigkeit, und weit und breit ist nirgends auch nur die Spur eines audringlichen Pavians zu sehen. Ihr könnt euch vorstellen, das wir begeistert waren.

Unsere Wanderungen führten uns am Montusi River entlang

wo wir ausnahmsweise sogar doch Fauna zu sehen bekamen, wenn auch nur von Weitem.

Wir haben später im Hotel erfahren, dass die Drakensberger mordsstolz darauf sind, dass die Kudus und andere wilde Tiere langsam wieder zurückkehren, aber bis auf diese eine Herde haben wir eigentlich nur Vögel gesehen, von denen einige zwar auch ganz hübsch waren, aber … Naja, so viel ist rückkehrmäßig anscheinend noch nicht los.

Aber wie ich schon sagte, die Landschaft gibt ja auch eine Menge her. Dieses Flussbett zum Beispiel:

Und Nachmittags machten wir uns endlich auf den Weg zu Montusi Mountain.

Dabei ging es uns weniger um den Gipfel als um die Höhle mit Malereien, die uns dort in Aussicht gestellt worden war.

Ich muss allerdings sagen, dass es mit der Höhle nicht so weit her war,

und Malereien waren auch nur noch von anderen Touristen zu sehen, da waren wir also auf die Fotos in der Rezeption angewiesen. Immerhin gab es auf dem Rückweg aber noch mal ganz nett das grüne Zeug auf dem schwarzen zu sehen,

und so eine Art Sonnenuntergang hinter den Bergen,

und so eine Pflanze hier, die man wohl Pincushion nennt.

Am nächsten Tag wollten wir eigentlich die wunderbare Tugela-Schlucht bewandern, aber das Wetter ließ es nicht zu. Zum Glück hatte die Dame an der Rezeption eine hervorragende Ersatzidee:

Just an diesem Tag hatte nämlich der wunderbare Drakensberg Boys‘ Choir einen Auftritt geplant. Der erfreut sich offenbar auch international großer Beliebtheit und war auch schon ein paar Mal im Fernsehen. Nicht, dass das für uns entscheidungserheblich wäre, aber vielleicht spielt es ja für euch eine Rolle.

Sowas ist natürlich Geschmackssache, aber für uns klang es gut. Wir haben natürlich kein eigenes Video, weil das verboten ist, aber wenn ich stattdessen Videos verlinke, die jemand anders gemacht hat, ist es doch okay, oder? Auch moralisch, mein ich jetzt? Klaaaar.

So. Das waren die Drakensberge. Zum versprochenen Bonus-Content:

Keoni und ich konnten uns nämlich nicht mit dem Gedanken anfreunden, von Durban nach Johannesburg zu fliegen, ohne Durban zumindest mal kurz gesehen zu haben. Also fuhren wir vor unserem Flug trotz klar gegenteiliger Empfehlung unseres Reiseführers in die Innenstadt von Durban. Und wenn ihr mich fragt, hat sich das schon auch irgendwie gelohnt. Wir sahen nicht nur die womöglich einzigen Südafrikaner der Welt mit Friesennerzen,

sondern auch ein sehr nettes Rathaus,

und einen Engel.

Natürlich sahen wir auch eine ganze Menge hässlichen Kram, aber warum sollten wir euch den zeigen? Wie doof wäre das denn? Schaut euch stattdessen diesen niedlichen kleinen Pavillon an, ist der nicht … irgendwie … niedlich?

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Und nach einem so köstlichen wie nahrhaften Mittagssnack schlenderten wir noch durch den Regen – hatte ich erwähnt, dass es die ganze Zeit Hunde und Katzen regnete? – zum Hafen, wo laut Reiseführer eine Art Kunstmuseum oder sowas wartete.

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Davon haben wir zwar nichts gesehen, aber da war die Galerie eines nicht nur talentierten, sondern auch immens sympathischen Künstlers, der uns verschiedene Werke zeigte und erklärte. Wir sind bei sowas immer sehr zurückhaltend, weil wir einfach keine Lust haben, fragile Kunstgegenstände in unsere Koffer zu stecken und zu Hause enttäuscht festzustellen, dass sie unterwegs völlig zerbröselt sind, aber sein letztes Bild hätten wir ihm vielleicht trotzdem abgekauft, wenn es schon fertig gewesen wäre. Das war nämlich ein total tolles Gemälde in Rot und Gelb und sehr kräftigen lebendigen Farben von einem Mann und einem Stier, und die sahen beide buchstäblich so aus, als würden sie atmen und schwitzen und gleich aus dem Bild springen. Leider kann ich es euch nicht zeigen, weil wir es grob unhöflich fanden, da reinzugehen, nichts zu kaufen, aber alle seine Bilder abzufotografieren. Keoni hat aber seine Mail-Adresse mitgenommen, und mit ein bisschen Glück kriegen wir doch noch mal was von ihm. Sollte das passieren zeigen wir es euch ganz bestimmt.

Den Abschluss dieses Tages bildete ein fantastisches indisches Restaurant, in dem auch wieder sehr spannende Gemälde hingen, aber wieder hielt unser tief verwurzelter Respekt vor dem Urheberrecht und unser Bewusstsein, dass es Qualität nicht gratis gibt, uns davon ab, die für euch zu fotografieren, deswegen müsst ihr sie euch genauso wie das Essen vorstellen.

Aber das ist ja auch in eurem Interesse, denn nur Konsumieren ist bekanntlich eh nicht gesund, man muss als Leser auch die eigene Fantasie benutzen. Wozu habt ihr Kopf und Hände, denkt euch selber mal was aus!

Und jetzt, nicht vergessen: Abschalten. Ne?

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One Response to Lass ab von Draken

  1. Guinan sagt:

    … und die vielen Drachen überall

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