Philoso1 / Let’s Read: Nie wieder Chesterton

Es wird nicht besser. Aber immerhin habe ich diesmal in der Hohen Luft einen kontroversen Beitrag gefunden, sogar zu dem stets aktuellen und von uns allen geliebten Thema Urheberrecht und Informationsfreiheit. Und beim nächsten Mal gibts dann auch nur noch Texte, die irgendeinen allgemein zugänglichen Sinn transportieren. Hoffentlich.

Fun Fact: Ich hatte eigentlich für den Anfang „No Hiding Place“ in der Version aus der ähnlichnamigen Babylon-5-Episode aufgenommen, das aber erschrocken und entsetzt wieder gelöscht, nachdem ich es mir probehalber mal angehört hatte. Nee. Ich mache mich ja gerne mal öffentlich lächerlich, aber so weit mag ich dann doch wieder nicht gehen.

Hier der Download.

Meine Aufzählung zum Schluss ist natürlich nicht vollständig. Ich habe hier zum Beispiel auch noch diesen Schätzing-Roman… Ew. Dann doch lieber Chesterton.

Advertisements

20 Responses to Philoso1 / Let’s Read: Nie wieder Chesterton

  1. eumloquatur sagt:

    Melde mich wie angekündigt: Jetzt habe ich mir glaube ich genug Deiner GKCKommentare angehört, um sagen zu können, dass ich sie, bzw. deren Stil einigermaßen kenne.
    Ich meine, wenn ich bei uns beiden (nur als Beispiele) sowohl einen allgemein gesunden kritischen Geist voraussetze und einfach mal eine ungefähr gleiche IQZählung annehme, so macht mich wundern, dass unser beider Einschätzung, was GKC angeht, derart unterschiedlich ausfällt.
    Deine Einwendungen sind allesamt klar und soweit ich sie gehört habe, alle ‚richtig‘, insofern sie ja nicht falsch sind.
    Auf der anderen Seite bin ich meinerseits natürlich weiterhin so etwas wie ein glühender Fan, und das aus ganz anderen Gründen, als die, die etwa meine Anhängerschaft an den vflBochum konstruieren. Sondern eben, weil ich in Chesterton ‚immer noch‘ den genialen Geist erblicke, der – und das ist das irgendwie Paradoxe – Dir gar nicht präsent wurde. Hätte Chesterton nicht eine so intelligente und durchgängige Anhängerschaft bei Leuten, die einem mathematischen Analphabeten wie mir in vielen Segmenten über sind…Du hättest mich verunsichert. Danke für die Mühe des Aufnehmens.
    Chesterton selbst kannte das Phänomen congenialer Verschiedenheit übrigens aus seinem eigenen Leben, wie kaum ein zweiter. Ihn verband und trennte von George Bernhard Shaw ebenso alles, was sowohl trennen als verbinden kann.

  2. Muriel sagt:

    @eumloquatur:

    Ich meine, wenn ich bei uns beiden (nur als Beispiele) sowohl einen allgemein gesunden kritischen Geist voraussetze und einfach mal eine ungefähr gleiche IQZählung annehme, so macht mich wundern, dass unser beider Einschätzung, was GKC angeht, derart unterschiedlich ausfällt.

    Mich nicht.
    Das hat in meinen Augen weder mit gesundem Geist zu tun, noch mit IQ.

    Deine Einwendungen sind allesamt klar und soweit ich sie gehört habe, alle ‘richtig’, insofern sie ja nicht falsch sind.

    Ich freue mich, dass du das so siehst.

    Sondern eben, weil ich in Chesterton ‘immer noch’ den genialen Geist erblicke, der – und das ist das irgendwie Paradoxe – Dir gar nicht präsent wurde.

    Och, so würde ich das gar nicht sehen. In The Man Who Was Thursday zum Beispiel habe ich ihn ja kennengelernt. Ich ahne schon, was du da siehst.

    Hätte Chesterton nicht eine so intelligente und durchgängige Anhängerschaft bei Leuten, die einem mathematischen Analphabeten wie mir in vielen Segmenten über sind…Du hättest mich verunsichert.

    Weil du damit ja offenkundig auf das Buch anspielst, das ich dir zum Gegengeschenk gemacht habe: Ich wollte dich auf keinen Fall als mathematischen Analphabeten bezeichnen. Es ist einfach ein Buch, von dem ich denke, dass es jeder mal gelesen haben sollte.

    Danke für die Mühe des Aufnehmens.

    Nichts zu danken. Und übrigens, wie sage ich das am sinnvollsten?, mir ist natürlich klar, dass es aus geeigneter Perspektive als eine grobe Unhöflichkeit erscheinen muss, dass ich ein Buch, das du mir mit besten Absichten geschenkt hast, öffentlich verreiße. Ich hoffe, dass ich damit nicht deine Gefühle verletzt habe.
    Ich ging davon aus, dass dieses Buch nicht lediglich als ein nettes Geschenk gemeint war, sondern durchaus auch als intellektuelle Herausforderung, um es mal ein bisschen zu dramatisch zu formulieren, und dass du deshalb nicht beleidigt bist, sondern mir abnimmst, dass ich meinerseits ohne böse Absicht eine öffentliche Auseinandersetzung mit dem Material versucht habe.
    Ich hoffe, es kam bei dir nicht als die Unhöflichkeit an, als die man es mit guten Gründen verstehen könnte.

  3. eumloquatur sagt:

    Mich nicht.
    Das hat in meinen Augen weder mit gesundem Geist zu tun, noch mit IQ.

    Ja stimmt, in mir rätselt es aber doch ein wenig, was es genauer sein könnte und es ist wie das Stehen vor einem Mysterium. Einzig die Metapsychologie des heiligen Thomas lässt mich die Dinge erahnen…

    Ich wollte dich auf keinen Fall als mathematischen Analphabeten bezeichnen.

    Ne, das mache ich ja selbst, und, so weit ich in das Buch schon geschaut habe, nicht ganz ohne Gründe übrigens. Vielen Dank dafür!
    Zudem habe ich weder den Titel, noch das Werk oder ein Vorhaben als beleidigend aufgefasst. (Irgendwie musste ich ja herausfinden, ob das von Dir war *knickknack*)
    Ich hab Dir den Chesterton aber – jetzt darf es raus – eigentlich nur wegen des provokanten Untertitels zukommen lassen. Ach ja, dann, wie schon gesagt, vielleicht noch wegen des Stils, also aus Gründen der Ästhetik und um irgendwie einen Genuss zu verschenken sozusagen, und wenn man so möchte aus allgemeinsympathischer Hochschätung. Klammer auf: Wenn Wunder schon nicht bekehren können, dann schon gar nicht irgendwelche Bücher. Der Beweis ist ja geliefert. Klammer zu.

    Es ist einfach ein Buch, von dem ich denke, dass es jeder mal gelesen haben sollte.

    Deshalb liegt es gerade auf meinem Lesesofa, allerdings nicht allein. (Ich mag keine einsamen Bücher.)

    Unhöflichkeit erscheinen

    *?* Nicht nur, wer Bücher schreibt, stellt sich. Auch der, der sie verschenkt. Ne, das war schon gut so. Darüber hinaus gebe ich mir alle Mühe zu den eher seltener anzutreffenden Leuten zu zählen, die man eigentlich gar nicht beleidigen kann. Also da hättest Du nicht viel anrichten können.

  4. Muriel sagt:

    Ja stimmt, in mir rätselt es aber doch ein wenig, was es genauer sein könnte

    Wo ist denn da das Rätsel? Wenn du sagst, dass du eine Kritikpunkte verstehst, liegt der Dissens doch eigentlich offen, oder?

    Wenn Wunder schon nicht bekehren können, dann schon gar nicht irgendwelche Bücher. Der Beweis ist ja geliefert.

    Ja, denn Wunder gibt es bekanntlich immer wieder. Heute, oder morgen…

    *?* Nicht nur, wer Bücher schreibt, stellt sich. Auch der, der sie verschenkt. Ne, das war schon gut so. Darüber hinaus gebe ich mir alle Mühe zu den eher seltener anzutreffenden Leuten zu zählen, die man eigentlich gar nicht beleidigen kann. Also da hättest Du nicht viel anrichten können.

    Na, das freut mich doch. Zumindest da sind wir uns dann ja wieder einig.

  5. eumloquatur sagt:

    Wo ist denn da das Rätsel?

    Na ja, weniger in den verständlichen Kritikpunkten, eher mehr in der offenkundig gewordenen Tatsache, dass sie einem ‚als Fan‘ nie zu Stolpersteinen wurden und werden.

  6. Guinan sagt:

    @Muriel: Vielleicht käme er jetzt, nach dem Vorwort, irgendwann auf den Punkt? Ich fand’s eigentlich ganz interessant, auch wenn die Denkweise und der Stand der Wissenschaft hoffnungslos überholt sind.
    Wenn du mit Philosophischem weitermachen willst – madove erwähnte vor einiger Zeit Adorno. Möglich?

    Wegen der Aufnahmetechnik: Professioneller, mit weniger Nebengeräuschen, sind die vorherigen Versionen. Trotzdem gefällt mir diese besser, gerade wegen der Unzulänglichkeiten.

  7. madove sagt:

    Oh, Adorno wäre natürlich grandios! Dazu würde mich sowohl Deine als auch meine Meinung sehr interessieren… Aber der ist vermutlich noch nicht lange genug tot?
    (Kommentar zum Podcast gibts morgen… bis dahin muß ich mich in Vorfreude ergehen)

  8. Muriel sagt:

    Ich fürchte, Adorno ist tatsächlich noch zu frisch.
    Wenn ihr wollt, kann ich beim nächsten Mal gerne noch einen Anlauf auf Chesterton unternehmen, aber dass das noch besser wird, solltet ihr wirklich nicht erwarten.

  9. madove sagt:

    Also ich finde, so macht das mit Chesterton nicht ganz soviel Sinn, weil das ja schon nicht mehr kontrovers ist (also im Sinne von Du antwortest mit sinnvollen Argumenten auf seine eventuell etwas weniger sinnvollen Argumente), sondern das was er schreibt, wirklich SO AGBEGFAHREN ist, daß Du ja übers facepalmen fast nicht zum inhaltlichen Antworten kommst. (Und der Artikel am Anfang war ja diesmal auch nicht nützlicher. Aua.)
    Wie gesagt, ich höre Dir auch gerne beim facepalmen zu, und wenn die Alternative zu Chesterton ein längerer Hiatus mit Literatursuche ist, dann bitte gerne weiter Chesterton. Aber ich wäre prinzipiell Literatur zugeneigter, wo es zwar kontrovers zugeht, aber ein Minimum an common ground gibt, von dem aus man argumentieren kann.

    Aufnahmetechnik: Das hier klingt schärfer und auch ein bißchen intimer/näher, dafür hat man zu starke Zischlaute manchmal – ich finde beides gut, mach, was für Dich bequemer ist.

    Oh, und das „No Hiding Place“ hast Du gelöscht? Schade, ich findes immer ungemein empowering, wenn andere Leute sich freiwillig lächerlich machen 😀

  10. Muriel sagt:

    @madove: Ist dir das Amazon Grace noch nicht lächerlich genug?
    Zum Inhalt: Ich habe ja schon öfter mal über Kant nachgedacht. Trolle soll man zwar generell nicht füttern, wenn sie tot sind, haben sie davon ja eh nix mehr.

  11. madove sagt:

    Cool, ich hatte grade überlegt, ob ich Kant vorschlagen soll. Zu dem hab ich mir auch noch keine Meinung gebildet und wollte immer mal.
    Oder Marx, oder Rousseau, oder Locke oder so…
    Aber Kant ist gut, der ist so allgegenwärtig.

    [ Was Lächerlichkeit angeht, kann ich erstens, wie von allen guten Sachen, nie genug haben, und zweitens kann ich natürlich nicht ausschließen, schon ein bißchen desensibilisiert zu sein 😉 ]

  12. Guinan sagt:

    Kant finde ich auch interessant. Ich weiß quasi nur, was Joan mal zusammenfassend geschrieben hat.
    Und nein, die Lächerlichkeit war eher nicht der Rede wert.

  13. David sagt:

    Bin für Kant. Wenn Du den ernsthaft für einen Troll hältst, kann das nur saupeinlich werden, und darauf stehe ich ungemein.

  14. Muriel sagt:

    Kant sieht gut aus. Es gibt seinen Kram sehr umfassend kostenlos im Kindle-Store, und wenn die Zitate von ihm, die man so liest, auch nur halbwegs repräsentativ sind, wird es da einiges zu kritisieren und zu spotten geben.
    Er hat zwar den Ruf, ein bisschen schwergängig zu sein, aber da wir im Podcast ohnehin unter uns sind, sehe ich darin keinen Hinderungsgrund. Freut euch also auf den Kant-Podcast. In Kürze.

  15. Ich bin auch für Kant. Von Chesterton habe ich nun genug gehört. Ich fand Kant ja ziemlich langweilig, aber ich bin gespannt, was du zu ihm zu sagen hast.

  16. madove sagt:

    Wut, schon?! Cool!

  17. Muriel sagt:

    Freut euch nicht zu früh. Kant ist echt doof zum Hören. Also, wenn man was verstehen will. Ansonsten gehts wohl.

  18. […] überraschen – gar nicht so. Versuchsweise darf man gerne auch den größten Schund lesen, mache ich selbst ja auch oft genug, aber glücklicherweise ist mir trotzdem eine Antwort auch auf diese Frage eingefallen: Eines […]

Gib's mir!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: