Welche Leistung noch mal? (3)

Na gut, denkt vielleicht die eine oder andere von euch, beim Thema Leistungsschutzrecht ist die deutsche Presse also ein bisschen daneben, aber das kann man ja verstehen, schließlich geht es um deren Existenz. Aber ansonsten ist die Berichterstattung doch eigentlich schon gut gemacht.

Hm. Na gut, ich weiß, das denkt bestimmt niemand von euch im Ernst, aber es schien mir gerade eben noch ein ganz brauchbarer Aufmacher zu sein.

Egal.

Heute habe ich auf faz.net diesen Bericht mit der ulkigen Überschrift „Frigide Durchgeknallts Familienwerte“ gesehen und dachte mir, dass dieser Titel sogar für die FAZ reichlich eigenartig ist. Ich machte mich deshalb daran, zu ermitteln, worum es geht, und der Untertitel offenbar wie so oft schon die ganze Misere der Autorin:

Es sind keine Sittenwächter alter Schule, die in Frankreich gegen das Adoptionsrecht für Homosexuelle protestieren. Das Bündnis von Franzosen, die allen Kindern ihre Maman und ihren Papa sichern wollen, hat Präsident Hollande auf dem falschen Fuß erwischt.

Man muss nicht wie ich bereits ein ziemlich abgeschlossenes Urteil über die FAZ gefällt haben, um da die Voreingenommenheit herauszuhören, oder? Keine Sittenwächter alter Schule, sondern einfach nur Franzosen, die allen Kindern ihre Mama und ihren Papa sichern wollen. Ach so…

Aber wer weiß? Vielleicht hat Michaela Wiegel ja im Rest des Berichts noch ein bisschen Ausgewogenheit und Sachlichkeit gefunden. Das hier ist schließlich keine Glosse oder ein reiner Meinungstext.

Was genau wollen denn die „einfach nur Franzosen“, geführt von einer Dame, die sich in Anspielung an einen alten Wortwitz über den Namen Brigitte Bardot Frigide Barjot nennt, was wiederum auf Deutsch Frigide Durchgeknallt heißt, was Michaela Wiegel offenbar bemerkenswert amüsant und originell findet, worüber wir aber für den Rest dieses Artikels den Mantel peinlich berührten Schweigens decken wollen?

„Die Gesellschaft ist in ihren Grundfesten bedroht“, sagt sie.

Heiliger Untergang des Abendlandes, auf zum … ähm…  hetero… mobil …? Nee, tut mir leid, mir fällt doch kein dummer Robin-Witz ein. Vergebt mir bitte.

Aber was bedroht denn nun unsere Gesellschaft so grundfest? Wir ahnten es bereits:

Die Linksregierung will homosexuelle Paare mit heterosexuellen Paaren gleichsetzen, die Bezeichnung Vater und Mutter soll deshalb durch Elternteil 1 und Elternteil 2 im bürgerlichen Gesetzbuch ersetzt werden.

So weit, so naheliegend. Ich persönlich hätte bei der Gelegenheit vielleicht gleich Elternteil 1 bis n geschrieben, aber zumindest die Richtung stimmt doch offensichtlich. Was gibt es also zu protestieren?

Frigide Barjot wedelt mit einem rot eingebundenen Exemplar des „Code Civil“. „Das ist Wahnsinn.

Dazu fallen mir nun wieder so viel dumme Witze ein, dass ich euch herzlich einlade, euch einfach eure eigenen auszudenken, ihr braucht mich dafür bestimmt nicht.

Ein Kind braucht einen Papa und eine Mama und nicht irgendwelche geschlechtsneutralen administrativen Begriffe

Ähm… Nun ja. Womöglich braucht ein Kind in der Tat keine geschlechtsneutralen administrativen Begriffe, zumindest nicht vor Erreichen eines gewissen Alters, ab dem es wie wir alle nicht umhin kommt, uns mit den abwegigsten administrativen Begriffen auseinanderzusetzen, geschlechtsneutral und sonstwie, aber was ist denn das für ein dummer Spruch? Die Gesetzesänderung will keinem Kind irgendwas wegnehmen, und erst recht keine Personen durch Begriffe ersetzen, und zu guter letzt ist „brauchen“ so ein Begriff, der sich dehnen lässt wie ein Donut in der Topologie. Hm… Ich liebe Donuts. Virtuell. In der harten Realität schmecken die Dinger leider … Tschuldigung, wo war ich? Ach ja, Mama und Papa, und brauchen. Unfug. Es gibt Kinder, die mit nur einem Elternteil aufwachsen. Die kommen klar. Es gibt Kinder, die mit zwei weiblichen Elternteilen aufwachsen. Die kommen auch klar. Es gibt Kinder, die von einer ganzen Gruppe von Leuten ziemlich gleichberechtigt aufgezogen werden. Auch die kommen erfahrungsgemäß irgendwie klar. Und meines Wissens belegt auch keine wissenschaftliche Erkenntnis die Idee, dass Kinder mit ganz klassischer Mutter-und-Vater-Elternstruktur irgendwie besser aufwachsen als in allen anderen Varianten.

Und über die Vorstellung, dass es für Kinder, deren Eltern(teil) in homosexueller Partnerschaft lebt, irgendwie vorteilhaft sein könnte, wenn in diesem Bereich eine gewisse Rechtssicherheit und Fairness und .. wie heißt das noch mal? Richtig: Vernunft! herrschen würde, wollen wir gar nicht erst nachdenken, gell?

Aber die streitlustige Dame hat natürlich noch weiter Einwände, und, nur falls ihr das jetzt vermutet haben solltet: Sie ist natürlich kein Rassist, aber… Äh, nee, falscher Ansatz. So ist es richtig:

Wir sind nicht gegen die Homosexualität. Wir wissen, was Schwulenhass anrichten kann. Aber die Homosexuellen werden über den Gesetzentwurf manipuliert

Oho! Und das können wir natürlich nicht zulassen. Manipulation von Homosexuellen. Wer kann das wollen? Nicht mal die Homosexuellen selbst, so viel ist sicher:

Xavier Bougibault pflichtet ihr bei. Der junge Mann steht der Homosexuellenvereinigung „Plus gay sans mariage“ (“Schwuler ohne Heirat“) vor. Er sagt, es sei ein bedauerlicher Irrtum zu glauben, dass alle Homosexuellen nach einer Gleichsetzung mit Heterosexuellen strebten

Genau. Es gibt durchaus Homosexuelle, die gegen eine Gleichstellung sind, und gerne schlechter behandelt werden. Wo kämen wir denn da hin, wenn der Gesetzgeber die einfach manipulieren dürfte, indem er sie einfach trotzdem gleich stellt? (Komme mir niemand mit dem Hinweis, er habe „Gleichsetzung“ gesagt. natürlich heißt das üblicherweise was anderes, aber der Gesetzentwurf enthält keine Gleichsetzung, nur eine Gleichstellung, und das kritisiert Bougibault offenkundig.)

Es sei gefährlich, wenn der Gesetzgeber gegen die biologische Evidenz vorgehe und so tue, als spiele der Geschlechterunterschied für die Menschheit keine Rolle.

Ich bin nicht sicher, was Herr Bougibault mit „biologische Evidenz“ meint. Evidenz dafür, dass Kinder mit heterosexuellen Elternpaaren besser aufwachsen, gibt es meines Wissens nicht, und natürlich taucht auch in diesem Artikel keine auf. Im Gegenteil sprechen bisherige Studien dafür, dass es mit homosexuellen Elternpaaren genausogut klappt. Natürlich gibt es reichlich Evidenz, dass der Geschlechterunterschied im Allgemeinen für die Menschheit sehr wohl eine Rolle spielt, eine große sogar, und ich schäme mich nicht zu sagen: auch für mich persönlich, aber da der Gesetzgeber keinerlei Anzeichen zeigt, so tun zu wollen, als wäre das anders, können wir diesen Teilsatz wohl getrost als Nebelgranate abhaken.

François Hollande hatte das Versprechen über die „Ehe für alle“ im Wahlkampf abgegeben, um sich die Stimmen der homosexuellen Wählerschaft zu sichern.

Ja, so sind sie, die Politiker. Sogar für die Umsetzung grundlegender Menschenrechte (nota bene: womit ich Gleichbehandlung meine, nicht staatlich sanktionierte Ehe) sind sie sich nicht zu schade, wenn es um Wählerstimmen geht, ihgitt. Und natürlich befürwortet auch niemand außer „der homosexuellen Wählerschaft“ die Gleichbehandlung Homosexueller.

Auch linke Vereine haben sich von der „Homo-Ehe“ distanziert, die ein Adoptionsrecht für homosexuelle Paare sowie Anspruch auf moderne Fortpflanzungsmedizin vorsieht.

Möge Gott uns allen gnädig sein! Man stelle sich vor, was aus dieser Welt würde, wenn auch Menschen Kinder adoptieren und Fortpflanzungsmedizin nutzen dürften, die auf andere Weise Geschlechtsverkehr wünschen als die meisten von uns! Sodom und Gomera.

„Ich habe für Hollande gestimmt, aber ich kann nicht widerspruchslos hinnehmen, wie die traditionelle Familie zerstört wird“

Happy Birthday! Ich glaube ja, dass ich wirklich niemals an einer solchen Debatte im wirklichen Leben teilnehmen darf, weil ich ziemlich sicher bin, dass ich die nächste Person ohrfeigen werde, die ohne jede Rechtfertigung herumfabuliert, durch die Gleichberechtigung homosexuell orientierter Menschen würden irgendwelche Familien zerstört. Und das wäre falsch.

Wie denn? Mal ganz praktisch erklärt, für engstirnige, von der Homolobby völlig manipulierte Genderdogmatiker wie mich: Wir haben da eine „traditionelle“ Familie, also Mutter und Vater mit, sagen wir, drei Kindern, und die leben zusammen und sind sehr glücklich und lieben einander, natürlich jeder den jeweils anderen nur im gesamtgesellschaftlich akzeptablen Sinne. Diese Familie wird zerstört, wenn wir homosexuelle Familien nicht länger verbieten? Wie muss ich mir das vorstellen. Wenn mir das jemand einmal ganz plastisch und anschaulich schildern könnte, würde mich das im Verständnis für diese Position einen Riesenschritt weiterbringen.

Auch in Frankreich gibt es ähnlich wie in Deutschland die eingetragene Lebenspartnerschaft, und diese ist dort steuerlich und erbrechtlich der heterosexuellen Ehe gleichgestellt, berichtet Frau Wiegel uns. Schlimm genug.

Aber einigen sehr gut vernetzten homosexuellen Lobbygruppen genügte diese finanzielle Gleichstellung nicht.

In-con-ceivable! Wie kann das sein, dass es Leute gibt, denen es nicht reicht, steuer- und erbrechtlich gleichberechtigt zu sein? Wie kann es sein, dass manche Menschen gerne Kinder adoptieren wollen, obwohl sie doch gerne Sex wollen, den Frau Wiegel nicht gutheißt? Was geht denn in den Köpfen dieser verwirrten Menschen vor?

Doch jetzt hat der Präsident nicht nur die Vertreter aller Religionen gegen sich aufgebracht, sondern ganz gewöhnliche Familien, die um ihre Grundwerte bangen.

Ihre Grundwerte… Naja, wie soll ich sagen… Wenn zu den Grundwerten dieser „gewöhnliche[n] Familien“ die Benachteiligung Homosexueller gehört, wird es in meinen Augen dringend Zeit, dass sie dieser Grundwerte verlustig werden. Echt jetzt: Was glauben die denn, was sie verlieren? Was haben sie denn dann nicht mehr, was sie jetzt noch haben? Später darf auch noch ein Lyoner Unternehmer sagen:

Wir gehen nie zu Demonstrationen. Aber wir haben uns gesagt: die Familie ist uns so wichtig, dass wir jetzt etwas tun müssen.

Kann mir das jemand erklären? Darf gerne auch jemand sein, der trotzdem im Großen und Ganzen meiner Meinung ist. Worum genau bangen diese gewöhnlichen Familien? Welche Werte sind denn bedroht? Inwiefern schützen die denn „die Familie“ mit dem, was sie tun?

Auch Franzosen muslimischer Herkunft sind irritiert.

Na, nur wirds Tag. Wenn das kein Signal ist, dann weiß ich auch nicht. Wen sogar schon die Muslime irritiert sind, wo doch jeder um deren normalerweise stoische Ruhe weiß. Verzeiht mir, aber mir fällt wirklich nichts Ernsthaftes mehr ein zu diesem tendenziösen Stuss. Und was ist eigentlich „muslimische Herkunft“? Geht es um Leute, die aus Muslim kommen? Oder was?

“Unser Kampf ist erst beendet“, sagt Frigide Barjot, „wenn die Regierung den Gesetzentwurf zurückzieht und eine Debatte zulässt.“

Zugelassen ist die Debatte auch jetzt schon. Dass trotzdem keine stattfindet, ist – und wer mich kennt, kann sich vorstellen, wie ungern ich sowas schreibe – nicht die Schuld der Regierung. Für eine Debatte braucht man nämlich Argumente. Und an denen herrscht hier bedenkliche Knappheit. Wenn es nach diesem Artikel geht, auf beiden Seiten. Denn kein einziges Argument für die Gleichbehandlung kommt hier zur Sprache. Es gibt keine Einordung, keine Richtigstellung des Unfugs, den die zitierten Protestler von sich geben, es gibt auch – was ja auch ein möglicher Ansatz gewesen wäre – keine distanzierte Belustigung ihrer abwegigen Position gegenüber. faz.net macht sich diese Position völlig zu Eigen, verschweigt Gegenargumente und tut im Großen und Ganzen gar nichts, was wir gemeinhin unter „Journalismus“ verstehen, wenn wir nicht gerade auch jede Pressemitteilung jeder beliebigen Interessengruppe als „Journalismus“ bezeichnen wollen.

Danke, vierte Gewalt.

24 Responses to Welche Leistung noch mal? (3)

  1. Kallech sagt:

    Ich kann nur eine Negativseite an Adoption etc. von Kinder durch gleichgeschlechtliche Partner sehen. Nämlich, dass es diesen Kindern in Kindergarten und Schule schwerer haben könnten, da sie von anderen Kinder gehänselt (Neudeutsch: „Mobbing in der Schule.“ Kinder sind grausam. Oder so…) werden könnten.

    Aber ist das ein Grund Homosexuellen diese Rechte vorzuenthalten? Meiner Meinung nach nicht. Und wenn so etwas passiert…könnte das vielleicht an den Eltern der anderen Kinder liegen. Uff, das wäre aber eine böswillige Unterstellung von mir.

    Ich könnte mir auch vorstellen, dass es eine Vielzahl von Gründen gibt warum diese Menschen gegen eine Gleichberechtigung von Homosexuellen bei diesem Thema sind.
    Homophobie, Angst vor Veränderung, oder einfach nur: „Warum sollten diese Menschen ein Kind haben wenn sie dazu biologisch als Paar nicht in der lage sind?“ Sprich: Man missgönnt es den Homosexuellen einfach. „Wo käme man auch hin wenn jetzt auf einmal jeder ein Kind haben kann. Dann wären wir ja nichts besonderes mehr.“
    Gibt bestimmt noch mehr wenn man länger darüber nachdenkt.
    Kann aber auch sein, dass das was ich hier verzapfe völliger Schwachsinn ist. Ich war noch nie so besonders gut darin mich in die Lage anderer Menschen hineinzuversetzen.

    In meinen Augen ist das alles – die Befürchtungen und Proteste der Demonstranten und auch der faz Artikel – gequirlte Kacke. Homosexuelle sind genauso Menschen wie alle, die Sex und Beziehungen mit dem jeweils anderen Geschlecht bevorzugen.
    Man müsste doch meinen die Menschheit ist mittlerweile so weit.

    Niemand würde doch auf die Idee kommen einem Paar das Recht auf Adoption zu verwehren, welchem es durch Impotenz biologisch unmöglich ist selbst ein Kind zu zeugen.

    Mein erster Kommentar obwohl ich diesem Blog schon etwas länger folge (ca. ein Jahr). Kompliment an dich für deine tollen Texte, die unterhalten aber auch zum Denken anregen.

  2. Kallech sagt:

    Für die grammatikalischen Fehler und Interpunktierungsfehler entschuldige ich mich hier direkt. Ich habe mir etwas zu wenig Zeit für meinen Kommentar genommen. Ich sitze noch in der Uni und Konstruiere munter vor mich hin.

  3. Muriel sagt:

    @Kallech: Dann ist es wohl zu spät, dich willkommen zu heißen, aber ich kann dir zumindest für deinen Kommentar danken, und natürlich für das freundliche Lob.
    Kommentiere ruhig öfter, auch und besonders, wenn du nicht meiner Meinung bist, aber falls du dich wohler fühlst, nur still mitzulesen, mache ich dir natürlich auch keinen Vorwurf.

    Nämlich, dass es diesen Kindern in Kindergarten und Schule schwerer haben könnten, da sie von anderen Kinder gehänselt (Neudeutsch: “Mobbing in der Schule.” Kinder sind grausam. Oder so…) werden könnten.

    Da stimme ich dir zu, das ist in der Tat ein Aspekt. Ich stimme dir natürlich auch zu, dass es kein Grund für ein Verbot ist. Kinder von schwarzen, kleinen, großen, reichen, armen, kranken, geschmacklos gekleideten und unangenehm riechenden Eltern werden auch gehänselt, trotzdem dürfen die alle welche haben.

  4. Muriel sagt:

    Mach dir wegen der Fehler keine Sorgen. Passiert den besten von uns.
    Viel Erfolg bei der Konstruktion!

  5. freiheitistunteilbar sagt:

    Homophobie, Angst vor Veränderung, oder einfach nur: “Warum sollten diese Menschen ein Kind haben wenn sie dazu biologisch als Paar nicht in der lage sind?”

    Vielleicht viel schlimmer Aragnophobie oder gar Claustrophobie. Ja diese Phobien auch immer. Ab in die Psychatrie mit den Leuten. 😀

    In meinen Augen ist das alles – die Befürchtungen und Proteste der Demonstranten und auch der faz Artikel – gequirlte Kacke. Homosexuelle sind genauso Menschen wie alle, die Sex und Beziehungen mit dem jeweils anderen Geschlecht bevorzugen.

    Abnormalitäten, und als Solche sollten sie auch betrachtet werden. Natürlich sollte Leviathan konsequente Wege beschreiten, entweder eine Hetero-Apartheid etablieren oder Homo-Partnerschaften in das gleiche vertragliche Korsett zwängen wie die klassische Ehe.

    Es sind nicht nur die Privillegien, um die es geht. Es stellt sich die Frage, ob Leviathan überhaupt irgend eine Form menschlichen Zusammenlebens subventionieren sollte.

  6. Frau.Meer sagt:

    Manchmal frage ich mich ja, ob es bei Dir einen Hang zum Masochismus gibt, dass Du Dir solche Texte zu Gemüte führst… *grins* Aber Du hattest irgendwo mal gesagt, dass Du faz.net als Hobby konsumierst und sezierst, oder? Wie auch immer… Deine Kommentare brachten mich eben zum Grinsen. Was super ist am Ende der Nachtschicht, die heute extrem lang zu sein scheint. Daher danke.

    Zu dieser Debatte der Gleichbehandlung – jedoch hier in der Deutschland bei einer unserer ach so christlichen Parteien – hatte ich neulich Hart aber Fair gesehen, mein Blutdruck steigt ja immer, wenn ich diese „Scheinargumente“ höre – ich frage mich nämlich auch, wie Familien zerstört werden können, wenn Homosexuelle gleichbehandelt werden. Es ist schon eine Krux, wenn Familien mit dem Gütestempel der christlichen Parteien (also Papa, Mama, Kind/er) anfangen sollten zu erklären, dass es auch andere Familienformen gibt. Irgendwie frage ich mich immer, wenn ich sowas höre/lese, wie ich überhaupt zu einem halbwegs brauchbaren Erwachsenen werden konnte – ich wurde von meiner Mutter großgezogen. Da fehlte mir auch das männliche Rollenmodell, auweia. Oder ist das nicht so schlimm und richtig schädlich für mich (und Familien in unserem Umfeld…) wäre der Einfluss einer zweiten Frau gewesen? Da hätte ich dann eine Oma zu bieten, bei der wir lebten. Ab meinem zweiten Lebensjahr dann leider auch ohne Opa… wieder kein Mann. Mhmmmm… Das zählt wahrscheinlich alles nicht so ganz, da die Sodomie fehlte, der Kinder bei homosexuellen Paaren ausgesetzt sind, ne? Nun ja……… lassen wir das doch einfach mal so stehen.

    Und jaaa, ich lebe noch und lese sogar noch mit 🙂 Jetzt habe ich mich sogar mal wieder gemeldet. Kannst also verzeichnen, dass Du von meiner Seite noch keinen Leserschwund zu verzeichnen hast

    In dem Sinne… nächtliche Grüße

  7. Andre sagt:

    Da sind die Franzosen ja um einiges weiter als unsere Regierung. Schließlich hat hier[tm] ja gerade erst die eine „christliche“ Partei beschlossen, sowohl Verfassung, als auch Koalitionsvertrag zu ignorieren, und Ehen zwischen gleich- und verschiedengeschlechtlichen Paaren steuerlich verschieden zu behandeln, obwohl so ziemlich Jeder erkennen darf, wie das BVerfG wohl urteilen wird, wenn die Richter sich mit dem Thema befassen. Was mir in der Debatte ja noch fehlt: In Frankreich werden die verschiedenen Partnerschaften ja steuerlich gleich behandelt. Wo ist denn da der beschworene Weltuntergang? Oder kommt der erst, wenn die Paare auch Kinder adoptieren dürften?

    Mal ganz davon abgesehen, dass Frauen unabhängig vom Geschlecht ihres Partners auch Kinder haben können (künstliche Befruchtung, gibt’s auch schon länger als ein paar Tage). Die Kinder sind dann (gasp!) sogar biologisch mit dem einen Elternteil verwandt. Ich hab nur keine Ahnung, ob es eine größere Anzahl solcher Kinder gibt, sonst könnte man ja glatt mal untersuchen, ob die so schlimme Schäden hätten, wie die Katholizisten immer glauben machen wollen.

    Aber die Furcht vor den „Bösen Homos“ sitzt echt tief: Als mir vor einigen Jahren meine Mutter ‚gestanden‘ hat, dass sie inzwischen lieber mit ner Frau zusammenleben will als nem Mann, hat sie das sichtlich Überwindung gekostet. Mit dem Haken, dass weder mein Bruder noch ich damit irgendwelche Probleme hatten, und ich mit der Stiefmutter um einiges besser verstehe als mit der Stiefmutter auf väterlicher Seite. Aber vermutlich bin ich auch für den Untergang des Abendlandes verantwortlich. Ich fühl mich schon ganz schuldig. NICHT.

  8. PlantPerson sagt:

    Schön ist der Satz: „Auch Franzosen muslimischer Herkunft sind irritiert.“ Da hat wohl jemand Minderheitenquartett gespielt. „Meine Muslime stechen Deine Homos aber um längen!“… oder so. Ist es nicht schön, wenn man einfach Minderheiten gegeneinander ausspielen kann? Dann können die sich schön gegenseitig bekämpfen und ich kann ungestört weiter so tun, als würden wir noch in den 50ern leben.

    Ich lebe zur Zeit in Frankreich und soviel ich weiß, kam es bei diesen Protesten zu gewaltsamen Übergriffen seitens erzkatholischer Demonstranten auf Femen-Aktivistinnen. Wenn das nun also „ganz einfache Franzosen“ sind, dann sollte ich aber schnell hier weg.

    Ansonsten, zum eigentlichen Topic „Welche Leistung?“ Man muß ja leider nicht nur in die FAZ schaun… Auch der von mir einst so geliebte Spiegel gibt langsam den Geist auf. Der endgültige Entschluss, das Abo zu kündigen, fiel vor einigen Wochen, als die Patraeus-Affäre auf dem Titel war! Ich mein, WTF?!?!?!

  9. Henk sagt:

    @Kallech:

    Ich war noch nie so besonders gut darin mich in die Lage anderer Menschen hineinzuversetzen.

    Ich halte mich in dieser Disziplin eigentlich für ganz passabel, aber an dieser Stelle versage ich kläglich. Mir fällt kein einziges sinnvolles Argument ein und kann deshalb auch nichts zur Diskussion beitragen, was Muriel oder ein Vorredner nicht schon geschrieben hätte. Dass ich beim Lesen aber zur Belustigung von Kollegen lauthals lachen musste, Muriel, das muss ich dir übel nehmen!

  10. Muriel sagt:

    Das ist ja nett, so viele Leute, die sonst nicht kommentieren. Vielen Dank für eure Meinung, auch wenn ich nichts zu erwidern habe.
    Ist ja eigentlich auch kein kontroverses Thema, unter denkenden Menschen.
    (Denkt euch nichts bei freiheitistunteilbar. Der ist immer so. Oder die. Weiß ich ja nicht.)

  11. eumloquatur sagt:

    Na dann traue ich mich mal, aus der Reihe zu tanzen. Ich bin eher gegen eine Erlaubnis der Adoption für gleichgeschlechtliche Paare; und dass, obwohl ich mich eigentlich als denkend bezeichne. 😉
    Mein bisheriges Schweigen dazu hat hier zwei Gründe: Zum einen fürchte ich mich ein bisschen, eine Diskussion heraufzubeschwören, die mir vielleicht zu schwer, zu mühsam oder zu heiß wird. Als Katho bin ich da ein bisschen die gebrannte Mandel, die das Feuer scheut.
    Zweitens, (eigentlich eher erstens) weil meine Argumente letztlich eher intuitiver Natur sind. Ich kann mir nicht helfen, aber für mich wird es nie ‚dasselbe‘ sein, ob ein Kind ’so oder so‘ aufwächst, um es hier mal so verkürzt zu sagen.
    Meine Freundin und ich bekommen kein Kind zur Adoption zugesprochen, aus Gründen, die man erörtern könnte, vor allem aber zum Teil ziemlich dämlich finden kann. Ich habe mich da aber immer eher schweigend gefügt und nix gesagt, weil man da meiner Ansicht nach eher eng, als weit auslegen sollte.
    Ich weiß, es gibt tausend Argumente. In dieser Sache komme ich aber einfach nicht an der Stimme meiner Intuition vorbei.

  12. Muriel sagt:

    @eumloquatur:

    Na dann traue ich mich mal, aus der Reihe zu tanzen. Ich bin eher gegen eine Erlaubnis der Adoption für gleichgeschlechtliche Paare; und dass, obwohl ich mich eigentlich als denkend bezeichne.

    Das war natürlich in der Tat eine schlampige Formulierung von mir. Man kann sehr viel denken, und sogar sehr gründlich, und trotzdem sehr falsch. Sogar wenn man es gut meint.

    Zum einen fürchte ich mich ein bisschen, eine Diskussion heraufzubeschwören, die mir vielleicht zu schwer, zu mühsam oder zu heiß wird.

    Ich kann nicht für andere sprechen, aber ich glaube, schwer und mühsam wird die nicht, und heiß mutmaßlich auch nicht, jedenfalls nicht von meiner Seite.

    Ich kann mir nicht helfen, aber für mich wird es nie ‘dasselbe’ sein, ob ein Kind ‘so oder so’ aufwächst, um es hier mal so verkürzt zu sagen.

    Und das hältst du für eine Rechtfertigung, es gesetzlich zu verbieten, dass sie anders aufwachsen, als du es gern hättest?
    Das sollte in deinen Augen der Maßstab sein, nachdem unsere Gesetzgeber entscheiden? Intuition und was ihnen ihr Durst gerade sagt? Das reicht schon?
    Dann verstehe ich, warum du keine Diskussion willst. Darüber gibt es nichts zu diskutieren.

  13. eumloquatur sagt:

    @Muriel: Nein nein, ich halte die gleichgeschlechtliche Elternschaft für strukturell defiziär, weil ich der Ansicht bin, dass man der biologisch fundierten Komplementarität in dieser Frage keine gleichwertige Alternative entgegen setzen kann. Deshalb ist die Frage für mich keine zwischen gleichwertigen Perspektiven. Genau genommen zählt das Thema der Adoption bei mir eigentlich gar nicht zu den Fragen der Gleichstellung, die ich ansonsten auf ziemlich breiter Basis unterstützen würde.

    Zur Frage der Methodik: Vor einer Abstimmung ist jeder Stimmberechtigte gehalten, sich möglichst gut eine Meinung zu bilden. Bei der Abstimmung selbst darf eigentlich keine Rolle spielen, auf welchem Wege die Meinung letztlich und genauer zustande gekommen ist. Hier eine methodische Ein- und Ausgrenzung vorzunehmen, halte ich für eher problematisch.

    Zudem habe ich ja gar nicht deutlich gemacht, wie eine meinungsbildende Intuition zustande kommt. Sie kann aus sehr prägenden, eigenen Lebenserfahrungen erwachsen, aus Erfahrungen im Job, in der eigenen Familie oder sonst aus ziemlich respektablen Gründen kommen. Man muss es den Menschen, wie gesagt, schon überlassen, wie sie zu ihren Meinungen kommen, weil es schwierig ist, hier die Dinge zu gewichten. Wissenschafltiche Expertisen können, wie wir wissen, beispielsweise auch sehr wage sein.

  14. Muriel sagt:

    @eumloquatur:

    Nein nein, ich halte die gleichgeschlechtliche Elternschaft für strukturell defiziär,

    Und wenn es irgendeinen Grund für die Annahme gäbe, wäre das sogar ein Argument.

    Zur Frage der Methodik: Vor einer Abstimmung ist jeder Stimmberechtigte gehalten, sich möglichst gut eine Meinung zu bilden. Bei der Abstimmung selbst darf eigentlich keine Rolle spielen, auf welchem Wege die Meinung letztlich und genauer zustande gekommen ist. Hier eine methodische Ein- und Ausgrenzung vorzunehmen, halte ich für eher problematisch.

    Und du denkst nicht, dass man, um anderen etwas vorzuschreiben sowas wie sachlich stichhaltige Gründe braucht? Das ist für dich einfach nur die Entscheidung der Mehrheit, und was die meinen, ist dann halt richtig?

    Zudem habe ich ja gar nicht deutlich gemacht, wie eine meinungsbildende Intuition zustande kommt.

    Stimmt. Und ich habe nicht gefragt. Ich halte es nämlich für völlkommen unerheblich.

    Man muss es den Menschen, wie gesagt, schon überlassen, wie sie zu ihren Meinungen kommen

    Muss man. Aber manche Wege sind eben Quatsch, und eine Meinung ist nicht gleichbedeutend mit dem Recht, anderen vorzuschreiben, so zu leben, wie man es für richtig hält. Und wenn jemand anderen Vorschriften machen will, dann muss man nicht ihm überlassen, warum er das will, und wie er drauf kommt, dann muss er sich lang und schmutzig rechtfertigen.

  15. eumloquatur sagt:

    Und wenn es irgendeinen Grund für die Annahme gäbe, wäre das sogar ein Argument.

    Oh, ich möchte doch meinen, die Gründe für meine Meinung sind nicht weniger gewichtiger und zahlreich, wie die Gründe für deren Gegenteil. Einfach mal genauer hinsehen und informieren, wäre da mein Vorschlag.
    Ich bin das durch mein Studium des heiligen Thomas gewohnt, der rät, man solle gerade im argumentativen Streit versuchen, seinen Gegner möglichst gut und tief zu verstehen.
    Mit der Tatsache, dass Du mir zutraust, eine völlig unbegründete Meinung zu posten, werde ich leben können.

  16. eumloquatur sagt:

    Aber wie kommst Du in diesem Zusammen hang darauf, dass jemand jemandem etwas vorschreiben will? Mir liegt das jedenfalls fern.

  17. Muriel sagt:

    @eumloquatur:

    Oh, ich möchte doch meinen, die Gründe für meine Meinung sind nicht weniger gewichtiger und zahlreich, wie die Gründe für deren Gegenteil.

    Ich möchte das auch meinen. Sobald du sie mir nennst, kann ich es vielleicht sogar.

    Einfach mal genauer hinsehen und informieren, wäre da mein Vorschlag.

    Du könntest die Gründe für deine Meinung ja auch hier nennen, oder mir zumindest einen Hinweis geben, wo ich sie finde. Mir würde das sehr weiterhelfen. Das genaue Hinsehen hat bisher leider nicht zum Erfolg geführt.

    Ich bin das durch mein Studium des heiligen Thomas gewohnt, der rät, man solle gerade im argumentativen Streit versuchen, seinen Gegner möglichst gut und tief zu verstehen.

    Das ist jetzt, glaube ich, das dritte Mal, dass du mir diesen Ratschlag von Thomas mit auf den Weg gibst. Ich beginne, das als ein bisschen unfreundlich zu empfinden, denn ich habe dir darauf bereits geantwortet, dass ich ebenfalls dieser Meinung bin. Solltest du es nur vergessen haben, nehme ich das natürlich nicht übel, sowas passiert mir auch. In jedem Fall wäre ich dankbar, wenn du aufhören könntest, mir zu unterstellen, ich wollte dich einfach nicht verstehen, und mir stattdessen zu erklären, wo ich dich missverstehe, und wie es richtig wäre.

    Mit der Tatsache, dass Du mir zutraust, eine völlig unbegründete Meinung zu posten, werde ich leben können.

    Damit müssen alle Menschen leben, das traue ich nämlich jedem zu.

    Aber wie kommst Du in diesem Zusammen hang darauf, dass jemand jemandem etwas vorschreiben will? Mir liegt das jedenfalls fern.

    Ich komme darauf, weil du geschrieben hast:

    Ich bin eher gegen eine Erlaubnis der Adoption für gleichgeschlechtliche Paare;

    Ich habe daraus den Schluss gezogen, dass du das Verbot der Adoption befürwortest. An welcher Stelle habe ich dich da denn missverstanden?

  18. Zum Thema passend: „Wie ist es, mit zwei lesbischen Müttern ­aufzuwachsen? Ganz normal, sagt einer, der es erlebt hat. Der 31-jährige Pan Gander erzählt aus seiner Kindheit.“ – http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Ich-wuenschte-mir-nie-einen-Papi/story/13655359

  19. eumloquatur sagt:

    @Muriel: Tut mir leid, wenn ich oberlehrerhaft aufgetreten bin. Das war daneben. Sorry dafür.
    Ansonsten habe ich das mit dem Vorschriften machen nicht nicht ganz auf der Reihe. Ich habe, wie gesagt, eine Absage bekommen und darf kein Kind adoptieren. Das hat mich aber nie auf die Idee kommen lassen, das Jugendamt würde mir ein kinderloses Leben vorschreiben.

  20. eumloquatur sagt:

    @ars liebertatis: Ich kenne solcher Art Artikel und ebenso solche, die das Gegenteil dokumentieren. In Christenkreisen wird ja auch gesammelt und Studien werden jede Menge herumgereicht. Ich möchte allerdings keine Materialschlacht anzetteln und Zeugnis gegen Zeugnis anführen. Ich bitte mir schlicht zu glauben, dass ich mich in sofern um Redlichkeit bemühe, als dass ich um solche weiß.

  21. @eumloquatur: Mein Link war auch nicht im Sinne einer Materialschlacht gemeint und nicht einmal an eine bestimmte Person gerichtet. Ich dachte bloss, dass hier manche den Artikel interessant finden würden.

    Was die Vorschriften anbelangt: Ich verstehe nicht, was du damit meinst. Es ist doch ziemlich klar, dass das Gesetz vorschreibt, dass homosexuelle Paare eben keine Kinder adoptieren dürfen.

  22. Muriel sagt:

    @eumloquatur: Ich bewundere deine Bereitschaft, Fehler einzugestehen. Zwar hätte ich dir oberlehrerhaftes Verhalten gar nicht vorgeworfen und auch keine Entschuldigung erwartet, aber es ehrt dich natürlich in jedem Fall.
    Umso mehr bedaure ich, noch mal Kritik zu deinen Beiträgen hier äußern zu müssen.
    Was versprichst du dir von solchen Kommentaren?
    Du sagst, dass du eine andere Meinung vertrittst als wir. Das ist okay. Das ist wünschenswert. Ich freue mich, wenn jemand hier was Kontroverses sagt.
    Aber dann verweigerst du jede Begründung und behauptest, du würdest Belege kennen, die du aber nicht nennen willst, weil du keine „Materialschlacht“ willst. Was ist eine Diskussion für dich? Für mich ist sie der Austausch von Argumenten. Wenn das für dich schon eine „Materialschlacht“ ist, willst du vielleicht nicht diskutieren. Das wäre auch okay, und du hast sogar eingangs gesagt, dass du keine Lust auf eine ausführliche Diskussion hast.
    Aber ein bisschen sonderbar finde ich es doch, immer wieder zu versichern, du hättest gute Gründe, und Belege, und alles, aber du wolltest sie nicht nennen.

    Und bei diesem hier frage ich mich auch, ob du das wirklich zu Ende gedacht hast. Ich finde dieses Zitat von dir völlig unverständlich:

    Ansonsten habe ich das mit dem Vorschriften machen nicht nicht ganz auf der Reihe. Ich habe, wie gesagt, eine Absage bekommen und darf kein Kind adoptieren. Das hat mich aber nie auf die Idee kommen lassen, das Jugendamt würde mir ein kinderloses Leben vorschreiben.

    Stimmt. Du kannst ja auch auf andere Arten Kinder in dein Leben bringtn. Aber wenn es ein Gesetz gibt, dass besagt, dass eine Bevölkerungsgruppe keine Kinder adoptieren dar, willst du im Ernst bestreiten, dass dieses Gesetz dieser Gruppe vorschreibt, dass sie keine Kinder adoptieren dürfen?
    Ich meine, wo ist denn da jetzt die Kommunikation zum Erliegen gekommen?
    Ich bin aufrichtig ratlos.

  23. Henk sagt:

    So wie ich eumloquatur zwischen den Zeilen und mit etwas Phantasie verstehe, betrachtet er eine Adoption als ganz besonderen, ausgesprochen freundlichen Service des Staates, den dieser manchen gewährt, ohne dass daraus ein prinzipielles Anrecht abzuleiten wäre. In diesem Fall wäre das Verweigern der Adoption auch keine Vorschrift des Staates gegenüber dem Adoptionswilligen, sondern lediglich die Verweigerung einer nicht einforderbaren Leistung. Natürlich kann ich mich mit dieser Interpretation auch kolossal irren, und ich möchte niemandem Worte oder Gedanken in den Mund oder sonstwohin legen, die dieser gar nicht so gemeint hat. Schon gar nicht, wenn ich diese Gedanken nicht teile.

  24. ERGO sagt:

    So kurz vor Weihnachtenmöchte ich mich hier doch auch nochmal ‚verewigen‘. Zuallererst: Selbstverständlich sind schule Menschen in der Lage, gute Eltern zu sein. BASTA!
    Nicht zuletzt sind bisher einige Elternteile aus ihrer ’normalen‘ Familie ausgebrochen und haben sich geoutet. Solchen Leuten die Elternschaft hinterher ab zu erkennen, wäre genauso dämlich, wie Frage über dieses Thema generell.
    Sicher ist aber auch, dass ein vermeintliches Hänseln in der Schule nicht darüber entscheiden darf, ob Kinder quasi eine Clique um sich brauchen, welche sie zu zufriedenen Menschen werden lässt.
    Die ‚Clique‘ als Wortersatz für Familie sei mir hier entschuldigt.
    Familie aber wird offensichtlich in diesem Land nicht mehr gelebt, denn wir sterben doch wohl aus, wir Deutschen, oder?
    Und eben wegen möglicherweise dieses Umstandes reagieren Leute mit einer gewissen Abneigung gegen eine Diskussion, die sich ausschliesslich darum dreht, dass ausgerechnet Schwule Leute Kinder ‚kriegen‘ sollen.
    Mein Vorschlag zur Güte, im Konsens des religiösen Beschneidens junger Männer wäre, dass Kinder sich ab einem noch näher zu definierendem Alter selber entscheiden dürften, von wem sie adoptiert werden wollen. Bis dahin sollte eine grosszügige und sozial verträgliche Regelung geschaffen werden, welche es den zukünftigen Eltern dazu verhilft, ein familienwürdiges Zusammensein zu ermöglichen.
    ‚Meinetwegen‘ inkl. Ehegattensplitting 🙂
    Das Wort ‚meinetwegen‘ ist hier übrigens nur benutzt, da es offensichtlich weiteren Bedarf gibt, sich mit diesem Thema auseinander zu setzen.
    Aber da ist angesichts der kommenden Tage der heilige Geist (auch der der Heuchler…) davor, weswegen ich mich nun zufrieden zurück lehne und mich als Mann ein wenig schwul finden darf, denn wie könnte ich mir sonst jeden Morgen im Spiegel begegnen und mich toll finden? Denn ich bin doch ein Mann. IGITT?!?

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