Bright Outlook (Finis)

Ja, das war’s. Unser exzellenter interaktiver Fortsetzungsroman endet heute, und weil ich schon alles gesagt habe, was ich eigentlich zu diesem Kapitel sagen sollte, habe ich nichts mehr zu sagen, bis auf: Viel Vergnügen!

Was bisher geschah
Im ersten Kapitel erwacht Claire und lernt die erste der anderen Versuchspersonen fürchten.
Im zweiten Kapitel erwachen auch alle anderen. Die Tür zum zweiten Raum öffnet sich (wieder), und Claire beginnt eine Vorstellungsrunde.
Im dritten Kapitel setzen die Versuchsteilnehmer die Vorstellungsrunde fort öffnen die Tür zum dritten Raum, und Mark wird von einer Polizistin angehalten.
Im vierten Kapitel holt Mark einen Republikaner und seinen Callboy, Branco nimmt Lora den Revolver weg, und die Versuchsteilnehmer öffnen eine weitere Tür.
Im fünften Kapitel holt Mark einen Occupy-Aktivisten, und die Versuchsteilnehmer demontieren eine der Überwachungskameras.
Im sechsten Kapitel holt Mark Regina, und die Versuchsteilnehmer tragen die Konsequenzen ihres Verstoßes gegen die Teilnahmebedingungen.
Im siebten Kapitel streiten Nick und Leanne miteinander, und Leanne unterläuft ein unangenehmes kleines Missgeschick. Jeffries öffnet die Tür zum nächsten Raum, und den Versuchsteilnehmern fällt nicht nur ein Kuchen in die Hände, sondern auch Leanne.
Im achten Kapitel bekommen Nick und Mark Besuch von einem Repräsentanten von Management, Leanne tritt Branco, und Jill wacht auf und lernt Regina kennen.
Im neunten Kapitel betreten wir mit Mark zusammen Cynthias Büro, und der Occupier wacht auf.
Im zehnten Kapitel stirbt Pascal, Hoai Nguyen erwacht und lernt die Stimme in seinem Kopf kennen, nebst den anderen Versuchsteilnehmern, und Nelson Jeffries misshandelt eine wehrlose Frau.
Im elften Kapitel lässt Mark seine Tochter bei Cynthia zurück, begegnet im Flur dem Repräsentanten und streitet mit Nick, wir beobachten drei Männer und eine Frau in einem Flugzeug, und Branco wacht wieder auf.
Im zwölften Kapitel überzeugt Miles seine Mitgefangenen, eine Vorstellungsrunde abzuhalten, Nick bittet um Entschuldigung, und Cynthia kommt ihn deshalb besuchen.
Im dreizehnten Kapitel kommt es zu einem Kampf zwischen Mark und Nick, den Cynthia unterbricht, um Nick entkommen zu lassen, und Miles sieht zu, wie Jill in den niedrigen Raum hinter der Tür kriecht.
Im vierzehnten Kapitel überredet Nick Cora, ihm eine Waffe zu geben, und Jill erlebt Unerfreuliches in dem niedrigen Raum.
Im fünfzehnten Kapitel kämpft Leanne noch einmal gegen Branco, Gouverneur Agneaux stirbt, und Senator Bell fühlt sich bedroht.
Im sechzehnten Kapitel überwältigt Nick Mark und erschießt den Repräsentanten, während Jill den Gouverneur in den niedrigen Raum lockt und knapp entkommt, während er von der Decke zerquetscht wird.
Im siebzehnten Kapitel wird Leanne bitter enttäuscht, Nick und Cora wollen sich vor William Blight verstecken, und Cynthia gestattet Mark, Regina zu befreien. Vorübergehend.
Im achtzehnten Kapitel lernen Mark und Regina einander in einer Rückblende kennen, Mark befördert Henk zum Versuchsleiter, und Senator Bell geht einem merkwürdigen Geräusch nach.
Im neunzehnten Kapitel führt Regina mit Mark ein problemorientiertes Gespräch, Hoai stößt zu der ersten Gruppe Versuchspersonen, und Claire beschließt, freiwillig in den niedrigen Raum zu kriechen und einen Ausgang zu suchen.
Im zwanzigsten Kapitel kriecht Claire in den niedrigen Raum, Henk erklärt ihr die Regeln für das nächste Spiel, Regina betäubt Nick und wird von William Blight erschossen.
Im einundzwanzigsten Kapitel öffnet Claire die nächste Tür, und wir erleben in einer Rückblende, wie Mark und Regina umeinander anhalten. Sagt man das so?
Im zweiundzwanzigsten Kapitel erreicht das Audit-Team die Versuchseinrichtung, und Henk bringt Jill dazu, noch einmal durch den niedrigen Raum zu kriechen, und zeigt ihr den Schlachtschussapparat.
Im dreiundzwanzigsten Kapitel tadelt Cox Jacky für ihre nachlässige Überwachung der Anlage, wir blicken in Cynthias Vergangenheit, und Henk tut sein Bestes, um Hoai und Abdiel zu motivieren.

Was heute geschieht

“Ich verstehe Sie, Mr. Rawes“, sagte Cynthia.

„Was?“ fragte Mark, während er etwas umständlich sein Bestes tat, die Ruftaste des Lifts zu drücken, obwohl er sie auf den Armen vor sich trug.

„Ich verstehe Sie. Das ist sehr wichtig in einer Beziehung. Lieben Sie mich, Mr. Rawes?“

„Cynthia … Nein. Ganz bestimmt nicht.“

„Ich verstehe das.“

Du verstehst mich nicht!

Die Türen des Aufzugs glitten auseinander, und er trat zusammen mit ihr ein.

„Sie sind wütend und verzweifelt, weil Sie Mrs. Rawes verloren haben. Sie sind jetzt nicht bereit. Aber ich sehe darin eine Chance für mich. Sie haben jetzt niemanden mehr außer mir.“

Mark atmete tief durch und verlagerte ihr Gewicht ein wenig, um sie besser halten zu können. „Cynthia, willst du heute noch sterben? Bestehst du darauf?“

„Ich … war nicht immer so, Mr. Rawes. Ich weiß nicht, was sie mit mir gemacht haben, aber ich war nicht immer so. Ich will nicht so bleiben. Mr. Rawes, und ich brauche jemanden, der mir hilft, meinen Weg zurück zu finden.“

Mark drückte die Taste -11 auf dem Bedienfeld des Lifts, und die Türen schlossen sich hinter ihm.

„Ich weiß, wie wichtig es in einer Situation wie Ihrer ist, jemanden zu haben, der Sie versteht, und mit dem Sie reden können. Ich verstehe Sie, Mr. Rawes. Sie können mit mir reden. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn William Blight einem etwas nimmt, das einem viel bedeutet.“

Du hast mir alles genommen, was mir etwas bedeutet hat, Cynthia.“

„Noch nicht alles. Ihre Tochter habe ich Ihnen noch nicht genommen, Mr. Rawes. Noch nicht ganz. Denken Sie darüber nach.“

Langsam, beinahe unmerklich, setzte der Lift sich in Bewegung, und es ging abwärts.

**********************************

Jill baute sich hinter Hoai auf, den Schlachtschussapparat lose in der Hand. Sie hatte ihn aufgehoben, wie die Stimme gesagt hatte. Allein schon, damit niemand anders ihn in die Finger bekam. Aber sie würde ihn nicht benutzen. Sie wollte jedenfalls nicht. Sie war sicher, dass es nicht so weit kommen würde.

Aber sie würde ganz bestimmt nicht zulassen, dass dieser miese kleine Stricher ihr die Chance wegnahm, lebend hier rauszukommen.

„Treten Sie von dem Tastenfeld zurück! Ich will Ihnen nicht weh tun, aber ich werde, wenn ich muss.“

„Sind Sie verrückt?“ fragte der Araber hinter ihr, der vorhin schon so unverschämt gewesen war. Abdiel. „Legen Sie das Ding weg!“

Sie lachte auf und drehte sich kurz zu ihm um, bevor sie sich wieder dem Asiaten zuwandte, der unschlüssig vor dem Tastenfeld stand.

„Oder was?“ fragte sie.

Er schüttelte den Kopf, und antwortete nach einer kurzen Pause:

„Oder Sie tun genau das, was die von uns wollen. Oder Sie bedrohen nicht nur das Leben eines wehrlosen Menschen, sondern das Leben eines Menschen, mit dem Sie in einem Boot sitzen, der genauso wie Sie, genauso wie wir alle hier gegen diejenigen kämpft, die uns hier eingesperrt haben.“

„Wenn wir alle gemeinsam auf derselben Seite stehen“, antwortete Jill, „dann kann er mich doch genauso  gut den Code eingeben lassen. Treten Sie von dem verdammten Tastenfeld zurück, jetzt!“

„Er hat Recht, Jill“, sagte Claire. „Was ist mit Ihnen los? Warum ist Ihnen das plötzlich so wichtig?“

„Sie hören auch die Stimme, oder?“ fragte Abdiel.

„Was …“ begann Jill.“ Ich habe keine Ahnung, wovon Sie …“ Sie biss sich auf die Zunge. Wie dämlich konnte man sich anstellen? „Welche Stimme?“

„Die Stimme, die Ihnen sagt, dass Sie die einzige sind, die hier lebend rauskommt, und dass Sie dafür aber selbst den Code eingeben müssen?

Die Stimme, die Ihnen sagt, dass Sie der wichtigste und beste und schönste Versuchsteilnehmer von allen sind?

Die Stimme, die uns gegeneinander aufhetzt, weil das auch irgendwie zu diesem ganzen beschissenen, kranken Experiment gehört?“

„Ich … Was …“

Für einen Moment ließ sie den Schlachtschussapparat sinken und drehte sich wieder halb zu Abdiel um, aber im letzten Moment sah sie noch aus dem Augenwinkel, wie sich die Hand des Asiaten bewegte, und sie sprang auf ihn zu und riss ihn zurück. Er wehrte sich, und beide zusammen fielen zu Boden. Sie drehte seinen Arm auf seinen Rücken und kniete sich darauf, als Abdiel von hinten die Hand packte, in der sie den Schlachtschussapparat hielt.

Da!“ rief die Stimme in ihrem Kopf. „Pass bloß auf! Er will nicht hier sterben, deswegen versucht er, dir den Apparat wegzunehmen. All sein Gerede verdeckt nur, dass er in Wahrheit das gleiche Ziel hat wie du.“

Abdiel zerrte an dem stählernen Gerät und versuchte, es aus ihrer Hand zu drehen, und Hoai nutzte die Gelegenheit, sich aus ihrem Griff zu befreien und trat nach ihr.

„Wie ist es mit dir? Willst du hier drin sterben? Bist du bereit, um dein Leben zu kämpfen, oder soll das dein Ende sein, Jill? Soll das alles gewesen sein?“

„Nein!“ schrie Jill.

Sie wollte nicht hier sterben. Sie wollte auch nicht, dass die anderen hier starben, aber wenn sie sich entscheiden musste, dann würde sie sich eben entscheiden.

**********************************

Sehr langsam und völlig lautlos zog Cox die Tür hinter Coras Rollstuhl zu, nachdem sie mit Jacky hinausgerollt war.

Bell holte tief Luft.

„Das alles hier ist ungeheuerlich! Dieses Experiment ist beendet, jetzt sofort! Sie werden nie wieder einen Auftrag der Regierung erhalten, dafür sorge ich! Ich kann überhaupt nicht fassen, dass Sie … Ich werde in meinem Bericht-“

„Senator Bell, wissen Sie, was mit Leuten passiert, die mit Kannibalen speisen?“

Cox ging langsam auf Bell zu, und kam ihm schließlich so nahe, dass der Senator unwillkürlich vor ihm zurück wich.

„Was …?“

Von draußen erklang gedämpft der verzweifelte Schrei eines kleinen Mädchens, leiser und dunkler untermalt vom beruhigenden Gemurmel einer erwachsenen Frau. Bell blickte unsicher zu Tür, aber Cox ließ sich nicht beirren.

„Na kommen Sie“, sagte er. „Sie kennen doch bestimmt den Spruch. Sagen Sie ihn mit mir. Wer mit Kannibalen speist, wird früher oder später …?“

„Drohen Sie mir etwa? Mr. Cox, Sie … Sie glauben doch nicht im Ernst …“

Cox ging langsam immer weiter, und Bell wich immer weiter vor ihm zurück.

„Aber Leute wie Sie verstehen das nicht. Sie glauben, Sie stünden über der Realität. Sie sind es nicht gewohnt, dass Ihre Handlungen Konsequenzen haben, nicht nur für andere, sondern auch für Sie selbst. Weil es in Ihrem Beruf so etwas wie Konsequenzen und Realität nicht gibt.

Sie treffen Ihre Entscheidungen, und dann zwingen Ihre Lakaien andere, die Konsequenzen zu tragen, und Leute wie ich müssen dann dafür sorgen, dass in diesem Land voller Schmarotzern und Banditen überhaupt noch etwas funktioniert, und müssen Leute wie Sie noch für das Vergnügen bezahlen, und vor Ihnen katzbuckeln, als würden Sie eine besondere Leistung erbringen, als hätten Sie so etwas wie Respekt verdient für das, was Sie uns antun.

Wahrscheinlich können Sie sich wirklich nicht vorstellen, sind Sie wirklich überhaupt nicht in der Lage, zu begreifen, in welcher Situation Sie sich gerade befinden.“

„Ich verlange … eine … Erklärung, Mr. Cox! Mein Auditbericht …“

Noch ein beinahe tierhafter Schrei erklang von draußen, gefolgt von einem schrillen Stakkato, das vielleicht so etwas wie Wörter enthielt, vielleicht auch nicht.

„Senator Bell, wissen Sie, was eine Ratte tut, wenn man sie in die Enge treibt? Wissen Sie, was eine Maus tut? Ein Spatz?“

„Ich … Ich verlange eine … Erklärung …“

Bell konnte nicht weiter zurückweichen, er stand nun direkt vor dem merkwürdigen Poster mit der Aufschrift „Ein Freund in der Not“, und Cox kam näher, bis ihre Gesichter einander beinahe berührten.

„Sie beißen, Senator. Sie kratzen. Sie kämpfen. Sie tun alles, was sie können, um ihr erbärmliches kleines Leben zu retten, wenn sie mit dem Rücken zur Wand stehen. Sogar eine Ratte hat so viel Charakter, nicht einfach aufzugeben und sich stammelnd zu einem Ball zusammenzurollen. Sogar ein Spatz versucht noch, in die Hand zu picken, die ihn zerdrückt.“

„Mr. Cox, was hat das alles zu bedeuten?“

„Wie viel Charakter haben Sie, Senator?“ Cox spie das letzte Wort aus wie ein faules Stück Obst.

Bell sah ihn verständnislos an, sein Mund öffnete und schloss sich wie der eines wiederkäuenden Rindes.

„Dachte ich mir“, murmelte Cox mit einem versonnen Lächeln.

Seine Hand glitt unter sein Jackett.

**********************************

Der gedämpfte Knall, mit dem sich das Bolzenschussgerät entlud, kam Claire auf ebenso schreckliche, albtraumhafte Weise bekannt vor wie die Puppenhaftigkeit, mit der Abdiels Körper plötzlich zusammenbrach, und ihr wurde schlecht von dem Anblick.

Ihre Lippen formten das Wort „Nein“, aber sie hatte nicht die Kraft, wirklich zu sprechen. Sie schlang die Arme um ihren Oberkörper, um nicht zu sehr zu zittern, um sich zu wärmen, und wegen der Übelkeit, die sie zu übermannen drohte.

„Was haben Sie getan?“ fragte Jeffries neben ihr mit tonloser Stimme. „Was haben Sie getan?“

Hoai starrte Jill an und rutschte mit hilf- und ziellosen Bewegungen langsam von ihr zurück, seine Augen weiter aufgerissen, als Claire für physisch möglich gehalten hätte.

Jill selbst blickte mit halb offenem Mund auf den stählernen Zylinder in ihrer Hand und ließ ihn zu Boden fallen.

„Ich …“ stammelte sie, „Es war … das … Ich wollte das doch gar nicht, er … Er hat … Er hätte doch …“

Unsicher irrlichterte ihr Blick von der Leich zu ihren Füßen zu dem Tastenfeld neben der Tür.

„Ich …“ murmelte sie, „Er … Ich kann jetzt nicht … Aber …“

Sie machte ein paar zögerliche Schritte zu der Tür und blickte auf das Tastenfeld.

„Tun Sie’s“, murmelte Hoai. „Gehen Sie. Sie habben es sich reichlich verdient.“

Sie drehte sich noch einmal um und blickte in Claires Augen, dann in Jeffries‘, und wieder zu Claire. Tränen schwammen in ihren eigenen.

„Es tut mir Leid“, flüsterte sie. „Ich … Ich wollte das nicht. Es tut mir Leid. ich würde Ihnen gerne helfen, aber … Aber …“

Sie wandte sich ab und drückte vier Tasten.

Nichts geschah.

„Was ist das?“ fragte sie. „Aber ich habe doch –“

Sie wurde durch ein Knacken des Lautsprechers unterbrochen.

„Liebe Versuchsteilnehmer“, sagte die verzerrte Stimme, „Die Bright Outlook Laboratorien bedanken sich bei Ihnen für Ihre engagierte und freundliche Teilnahme an diesem Experiment. Wir versichern Ihnen, dass Sie durch Ihr Opfer einen erheblichen Beitrag dazu geleistet haben, dass diese große Nation …“

Der Lautsprecher knackte kurz, als er abgeschaltet wurde, und einige Sekunden herrsche Stille.

„Was … Was ist jetzt los?“ fragte Jill, noch immer mit derselben tonlosen, verwirrten Stimme.

„Vielleicht“, begann Jeffries, aber er wurde durch ein weiteres Knacken unterbrochen.

„Entschuldigung“ sagte die Stimme ein wenig atemlos, „Aber ich konnte bei diesem Bullshit einfach nicht mehr ernst bleiben. Hatte einen Lachflash. Ich kann nicht mehr, bitte sehen Sie’s mir nach. I guess it’s funny back from where I’m standing, but from over there, you missed the joke. Also Kurzfassung: Glückwunsch, vielen Dank, und machen Sie’s gut. Der Versuch ist zu Ende, und Sie können alle nach Hause gehen. This is the last time that you’ll ever see us. Bitte freuen Sie sich jetzt.“

Es klickte, und die letzte Tür begann, aufzuschwingen. Jill sprang auf, doch noch bevor sie ganz auf ihre Füße gekommen war, noch bevor Claire einen Blick auf das hatte erhaschen können, was sich hinter der Tür befand, erklang ein tiefes Klacken, wie von einem sehr großen Schalter, und das Licht erlosch.

„Das war natürlich wieder nur ein Witz“, sagte die Stimme, jetzt nicht mehr verzerrt, „Sie haben in Wahrheit überhaupt keinen Grund, sich zu freuen. Aber wenn Sie das noch überrascht, dann haben Sie’s auch echt nicht besser verdient.“

Claire hörte einen dumpfen Schlag aus der Richtung der offenen Tür, ein schmerzerfülltes Stöhnen von Jill, und ein leises Lachen aus dem Lautsprecher.

„Himmel, ich werde Sie vermissen“, sagte die Stimme, und der Lautsprecher knackte zum letzten Mal, als auch er abgeschaltet wurde.

**********************************

„Ja“, sagte Cox in sein Telefon, „es ist nicht ganz so gelaufen, wie wir geplant hatten, aber im Großen und Ganzen halte ich das Experiment für einen Erfolg.“

„…?“

„Ich musste ihn liquidieren.“

„…!“

„Ich weiß, aber machen Sie sich keine Gedanken. Ich werde mich um die Sache kümmern.“

„…“

„Sie wissen, dass Sie sich auf uns verlassen können. Die Bright Outlook Laboratorien verstehen, dass ihre Tätigkeit ein besonderes Vertrauensverhältnis gegenüber der Administration voraussetzt, und dass dieses Vertrauensverhältnis nur durch bedingungslose Diskretion gewährleistet werden kann.“

„…?“

„Wir haben zwei sehr vielversprechende Versuchspersonen, die ich gerne auf die nächste Stufe eskalieren würde.“

„…?“

„Er ist unglücklicherweise aus dem Versuch ausgeschieden. Aber soweit ich mir bereits einen Überblick über die Ergebnisse verschaffen konnte, haben wir in Mr. Rawes und Mr. Reisen zwei Versuchspersonen, die alle unsere Anforderungen mit hoher Wahrscheinlichkeit erfüllen.“

„…“

„Genau. Mit Ihrem Einverständnis würde ich diese Versuchsreihe deshalb vorläufig abschließen.“

„…?“

„Ja, aber Sie dürfen nicht vergessen, dass wir gleichzeitig unsere Chancen verschlechtern, wenn wir unsere leider erheblich reduzierten Ressourcen nicht auf die nächste Eskalationsstufe konzentrieren.“

„…?“

„Nur der Doktor, aber das bedeutet, dass ich die weiteren Versuche persönlich überwachen muss, und wir müssen bedenken, dass ohne seine Aufsicht auch die Einsatzfähigkeit meiner Tochter kompromittiert ist.“

„…?“

„Vorläufig ja, aber die Einstellung ihrer Medikation ist nicht unkompliziert, wenn ich das richtig verstanden habe.“ Cox lachte leise. „Sie wissen ja, dass ich mit Einzelheiten immer so meine Schwierigkeiten habe. Aber das ist alles dokumentiert, wir kommen schon irgendwie dahinter.“

„…“

„Ich würde die Versuchsmaterialien entsorgen. Für die nächste Stufe benötigen wir einen völlig anderen Aufbau.“

„…?“

„Ja, so hatte ich es auch vor.“

„…“

„Vielen Dank, Ihnen auch.“

**********************************

Henk stand aus seinem Sessel auf und drehte den nächsten Schalter auf seinem Kontrollpult.

“This is the last song that was ever written. After this, nothing will rhyme”, sang er vor sich hin.

Aus seinem Kopfhörer kam immer noch die Eingabe aus dem Mikrofon in Kammer G. Regulär hätte er sie schon alle abschalten müssen, aber wozu war man Versuchsleiter, wenn man sich nicht hin und wieder mal eine kleine Regelwidrigkeit gönnte?

„Henk, bitte. Henk. Kannst du mich hören? Bitte hör mir zu, Henk. Du kennst mich doch. Ich bin’s, Leanne!“

„This is the last time that you’ll ever see us. After this, you’re gonna go blind.”

Er zog seine Umhängetasche unter dem Pult hervor und schnappte die Verschlüsse zu.

„Wir haben uns heute Morgen noch im Aufzug getroffen, und du bist mir aus Versehen auf den Fuß getreten. Wir sind doch Freunde … irgendwie. Henk, du kannst mich doch nicht einfach hier unten verrecken lassen. Kannst du nicht wenigstens mal mit Mark sprechen?“

„This is the last time that there’ll be a last time. You’ll wake up to a day without end.”

Er drehte noch ein paar weitere Schalter um.

“Kannst du ihm sagen, dass ich meine Lektion gelernt habe? Bitte, Henk, kannst dus nicht wenigstens versuchen? Kannst du ihn vielleicht in den Kontrollraum holen, und … Vielleicht, wenn ich selbst mal mit ihm rede, vielleicht kann ich ihm erklären … Es tut mir wirklich leid, Henk, aber es war doch nur ein einziger verdammter dummer Fehler, und ich mach es ganz bestimmt nicht wieder, das kann es doch jetzt nicht gewesen sein. Er muss mir doch noch eine Chance geben! Er meint das doch nicht ernst, oder?“

„This is the last time that you’ll ever lose someone. After this, it’s you and your friend. You and your friend…”

Als Henk den letzten Schalter auf 0 drehte, verstummte schließlich auch Leannes Stimme.

**********************************

William Blight beugte sich ein Stück weit vor und spähte mit dem linken Auge in den Sensor. Ein grelles Licht tastete seine Retina ab, und das verriegelte Schubfach fuhr ihm entgegen. Darauf lag ein matt gebürsteter metallener Haliburton-Koffer.

Blight zog einen kleinen Schlüssel aus der Innentasche seiner Weste, schob ihn in das rechte der beiden Schnappschlösser, öffnete es und wiederholte den Vorgang mit dem linken.

Er steckte den Schlüssel in einer langsamen, sehr bewussten Bewegung zurück, bevor er den Deckel des Koffers aufklappte. Im Inneren des Haliburton lagen in geformtem Schaumstoff verschiedene Elemente eines Bausatzes, dessen Ziel ein Laie nur hätte erahnen können, den ein Kenner aber sofort als eine Heckler & Koch MP7A1 erkannt hätte.

Blight schniefte kurz, bevor er einzelne Elemente heraus nahm und sie gründlich betrachtete, sie in den Händen drehte, sie gegen das Licht der Leuchtstoffröhren hielt. Er legte die Kolbenführung vor sich ab, zog ein Stofftaschentuch aus seiner Hosentasche, putzte sich die Nase und fettete das Bauteil etwas nach, bevor er es in den Lauf einführte.

Er wischte mit einer beiläufigen Bewegung eine Träne aus seinem rechten Augenwinkel, bevor er vorsichtig das Distanzstück einschob. Er steckte das Endstück auf, schob die Bolzen ein und schraubte sie fest.

Eine Tür öffnete sich, Blight hob langsam seinen Blick und betrachtete Henk, der mit seiner Umhängetasche in der Tür stand.

Für einige Sekunden sahen die beiden Männer einander stumm an, bevor Henk schließlich sagte:

„Hallo. Sie müssen … William Blight sein.“

Blight reagierte nicht und fixierte Henk weiter mit seinen tiefblauen, leicht geröteten Augen.

„Sie können jederzeit anfangen“, sagte Henk. „Ich habe den Versuch abgeschlossen, und es ist alles … bereit für Sie.“

Er lächelte Blight an.

Blight betrachtete ihn weiter, ohne ein Wort zu sagen. Eine Träne löste sich aus seinem rechten Augenwinkel und rann seine Wange hinab.

„Na gut“, sagte Henk. „Ich … mach mich dann jetzt auf den Weg. Viel Spaß, bei … Ihrem Ding. Boah, wissen Sie was, ich höre jetzt auf, so tun zu wollen, als könnte man normal mit Ihnen reden. Sie sind der gruseligste und beklemmendste Mensch auf der Welt, und auf Ihre Art der schlimmste von uns allen hier, wissen Sie das?“ Henk trat ein paar Schritte näher an Blight heran und zeigte mit dem Zeigefinger auf ihn. „Sie verletzen andere Menschen, und Sie spüren den Schmerz. Sie fühlen mit ihnen, Blight, Sie leiden mit ihnen, und trotzdem tun Sie es wieder, immer wieder.

Ich werde jetzt einfach diesen Raum verlassen, so schnell ich kann, ohne irgendeinen weiteren Kontakt zu Ihnen herzustellen, weil Sie ein Ungeheuer sind und weil Sie mir Schüttelfrost machen.“

Henk eilte an Blight vorbei durch den Raum, und warf die Tür hinter sich mit einem lauten Knall zu.

Blight starrte noch einige Zeit auf die verschlossene Tür. Er beugte sich ein wenig vor und stützte seine Fäuste auf die Platte vor ihm, während ein Schluchzen seinen Körper durchlief. Er ließ kurz sein Kinn auf seine Brust sinken, richtete sich jedoch sofort danach wieder auf, legte den Kopf in den Nacken und atmete tief durch.

Er zog wieder das Taschentuch hervor und putzte sich die Nase, bevor er sich wieder seiner Aufgabe zuwandte und Stück für Stück, Handgriff für Handgriff, Führungsdorn für Rückholfeder, Hammerhebel für Klinkenradbolzen, die MP7A1 zusammenbaute, die Schulterstützte mit drei Versuchen anpasste, ein Magazin in die Führung einsetzte, ein zweites in seine Westentasche steckte, den Schalldämpfer aufschraubte, den Gurt der Waffe über seinen Kopf zog und die erste Lage Schaumstoff aus dem Haliburton nahm.

Er hob die darunter in ein zweites Schaumstoffpolster eingesetzte Nachtsichtbrille aus dem Koffer, setzte sie auf seinen Kopf und passte mit langsamen, sorgfältigen Bewegungen seiner großen schwieligen Hände die Halterung und die Objektive an seinen Kopf und seine Augen an, bis alles perfekt saß.

Er betrachtete die Waffe in seiner Hand und lud sie durch.

William Blight schloss den Koffer und versenkte ihn wieder in seiner Wandhalterung. Er drehte sich um und wandte sich der Tür zu, durch die Henk soeben hereingekommen war. Ein letztes Mal zog er das Stofftuch aus seiner Tasche und tupfte damit seine Augenwinkel.

Er lud die MP7A1 durch, nahm einen nur noch leicht stockenden Atemzug, und nickte.

**********************************

9. September 2013

Vizepräsident Lauder stieg aus dem Helikopter auf das Dach des Turmes.

„Ja. Ja, natürlich wird ihm das nicht gefallen. Aber damit muss er dann wohl leben. Was soll er denn machen, mich jetzt so kurz vor dem Wahlkampf noch feuern? Ja, ob Sie es glauben oder nicht, ich habe auch noch ein eigenes Leben, und ich glaube nicht, dass ich darin noch eine zweite Chance auf dieses Amt habe. Sie geben das jetzt so raus, und wenn es sein muss, übernehme ich eben die Verantwortung und verspreche, den Verantwortlichen in meinem Stab ausfindig zu machen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass er ein großes Ding draus macht. Das kann er sich jetzt nicht leisten. Ja? Schön, dann können wir dieses unsinnige Gespräch jetzt endlich beenden, damit ich mich der unglaublich wichtigen Aufgabe zuwenden kann, für die er mich hier in die Mitte von … Was ist das hier eigentlich? Maine? Okay, danke. Also, buchstäblich an den Arsch der Welt geschickt hat. Die Eröffnungsfeier von irgendsoeinem Labor. Nein, genau das hab ich auch gesagt. Ich habe auch keine Ahnung, wozu er da den Vizepräsidenten hinschickt. Aber noch hat er halt das Zepter, und wir müssen das irgendwie aushalten. Noch.“

Er beendete den Anruf und steckte das Telefon ein.

Die vier Männer und zwei Frauen seiner Secret-Service-Eskorte folgten ihm, während er auf die Eingangstür zu dem Gebäude zuschritt, vor dem bereits drei sonderbare Figuren auf ihn warteten, die offenbar sein Empfangskomitee darstellen sollten: Eine junge Frau in einem schwarzen Anzug, mit einem sonderbaren Haarschnitt, für den er seine eigene Tochter mit Hausarrest nicht unter vier Monaten bestraft hätte, ein Mann in einem braunen Cord-Anzug, dessen tiefe Sorgenfalten ihn erheblich älter aussehen ließen, als er tatsächlich war, und ein Mädchen von vielleicht sieben Jahren, das die junge Frau an der Hand hielt. Oder war es umgekehrt?

Nun, da er genauer hinsah, schien es ihm, als würde die Frau die Hand des Mädchens festhalten, und für einen Moment hatte er sogar den Eindruck, als würde das Mädchen versuchen, seine Hand zurück zu ziehen.

Der Mann mit dem Cord-Anzug blickte auf sie herab, und es schien Lauder, als läge so etwas wie Sehnsucht in seinem Blick.

Die Frau sprach: „Die Bright Outlook Laboratorien heißen Sie herzlich willkommen auf dem Dach unserer neuen, modernsten Versuchsanlage. Wir versichern Ihnen, dass wir uns der außerordentlichen Ehrung bewusst sind, die Ihre Anwesenheit für unser Unternehmen bedeutet, und werden unser Bestes tun, Ihren Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten.“

Lauder stutzte und zögerte für einen kurzen Moment, als sein Blick auf die nackten Füße der drei fiel, aber er wäre nicht in die Position gelangt, in der er sich befand, wenn solche Kleinigkeiten ihn dauerhaft hätten erschüttern können.

„Miss Cox, nehme ich an?“ sagte er, und streckte ihr seine Hand entgegen.

„Mr. Vice President.“

Er wartete einige Sekunden, um ihr die Gelegenheit zu geben, die beiden anderen vorzustellen, aber sie tat es nicht. Stattdessen musterte sie mit ihren sonderbar leblosen violetten Augen die Secret-Service-Agenten.

Es war schwer, aus ihrem ausdruckslosen Gesicht so etwas wie eine Emotion zu lesen, aber Lauder konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sie die sechs Personen, die ihn beschützen sollten, als eine Belastung empfand.

Aber das war nicht weiter ungewöhnlich. Es kam oft vor, dass seine Gastgeber nicht bedachten, dass der Vizepräsident nicht eine Person war, sondern sieben, oder acht, oder manchmal auch zwölf, und deshalb ihre Pläne noch in der letzten Minute umwerfen mussten, um Platz für seine Entourage zu finden, die auch nicht verhandlungsbereit war, wenn es darum ging, in einem anderen Raum auf ihn zu warten.

Deswegen dachte er sich nicht viel dabei. Er war sicher, dass sie einen Weg finden würden, mit dieser unerwarteten Komplikation zurecht zu kommen. Das war wohl das Mindeste, was er erwarten konnte.

Finis.

Lesegruppenfragen

  1. Das waren jetzt ziemlich viele kurze Szenen. Wie fandet ihr das? Zu verwirrend? Oder gings? Keoni fand es ziemlich verwirrend, aber sie hat auch eine ältere Fassung gelesen.
  2. Denkt ihr, ich sollte die letzte Szene drin lassen?
  3. Fandet ihr Cox‘ Verhalten in dem Telefonat und Henks Verhalten Blight gegenüber noch rollengerecht, oder kam euch das unpassend vor?
  4. Und so insgesamt? Wie fandet ihr die Geschichte?

Interaktivitätsfragen

gibts natürlich nicht mehr, und ihr dürft dieses Mal nicht einmal abstimmen, was als nächstes hier fortsetzungsromant wird. Wie ich schon mal vage angesprochen hatte, absolviere ich nämlich gerade einen Schreibkurs an der London School of Journalism und muss dort regelmäßig ein neues Kapitel von „Angelic Duties“ abgeben. Da ich mich wirklich sehr darauf gefreut habe, von jetzt an nur noch eine Geschichte zurzeit schreiben zu müssen, bin ich da nicht verhandlungsbereit. Interaktiv wird es diesmal auch nicht, oder zumindest nur in dem Sinne, dass ihr wie immer aufgerufen seid, mir zu sagen, was ihr denkt, und ich das dann berücksichtige, oder eben nicht.

Freut euch also auf das erste Kapitel von Angelic Duties, schon sehr bald, und mit ein bisschen Glück dann in etwas kürzerer Abfolge als Bright Outlook. Das mag in gewisser Weise ein Rückschritt sein, und insbesondere nach dem großen Erfolg unserer Kollaboration bei Bright Outlook auch durchaus bedauerlich, aber andererseits macht Angelic Duties mir so viel Spaß, dass ich hoffe, dass wir das schon nach wenigen Kapiteln vergessen haben.

Kommt gut ins neue Jahr, falls wir vorher nichts mehr voneinander hören. Und noch einmal vielen Dank. Es war eine Freude, mit euch zu schreiben.

Advertisements

7 Responses to Bright Outlook (Finis)

  1. madove sagt:

    Hallo! Guten Morgen! Und gutes Jahr! Und so.

    1. Das hat mich nicht gestört. Aber das liegt auch daran, daß ich das letzte Kapitel gerade erst gelesen habe (*hüstel*) und deshalb noch einigermaßen alle Stränge im Kopf hatte und dankbar war über jeden, der nochmal mit einem Absatz bedacht wurde.

    2. Definitiv.

    3. Cox muß ja auch irgendwo Vorgesetzte haben; das fand ich okay.
    Über Henk habe ich wirklich wirklich lange nachgedacht, aber nicht mit dem Gefühl, daß es nicht rollengerecht (=“falsch“) ist, sondern ich hab es natürlich so hingenommen (wenn Du ihn so schreibst, dann ist er so) und hab heute nacht lange darüber nachgedacht, was er für ein Mensch ist und wie das so ist mit Empathie und ohne und wer und wie und warum. Ich fand das alles extrem interessant und schwierig. Aber ich hatte auch ziemlich viel Sekt vorher.

    4. Ich hab sie wirklich gerne gelesen und ich finde, das Setting hat extrem Potential und die Charaktere auch. Für mich bleiben immer noch schrecklich viele Fragen offen, und ich kann nicht so richtig einschätzen, wieviel davon daher kommt, daß ich es eben stückchenweise gelesen und deshalb viel Plot nicht so richtig klargekriegt habe, oder die erwünschte und vorgesehene Zerknirschung bei dieser Art von Ende ist (Was ist die zweite Stufe? OMG! was passiert mit den anderen Überlebenden? Ja, schon klar…… Aber! Und jetzt?)
    Gefühlt hätte ich es gerne bei gleicher Handlung doppelt so lang gehabt, mit mehr Hintergrund zu allen Personen, die es bis weiter als in die Mitte schaffen, einschließlich der Bright Outlook Laboratorien selber. Aber das mag eine persönliche Präferenz sein. Und Unersättlichkeit.
    Highlight, wie schon mehrfach erwähnt, sind für mich alle Redebeiträge von Cox, Henk und Kommunikation der Bright Outlook Laboratorien mit wem auch immer.

    5. Ich fand diese Art ein Telefonat zu beschreiben, sehr gelungen.

    6. Ich freu mich auf Angelic Duties!!

  2. Muriel sagt:

    @madove: Danke, dir auch.
    3.

    Cox muß ja auch irgendwo Vorgesetzte haben

    Ich bin mir gar nicht sicher, ob er mit einem Vorgesetzten im engeren Sinne telefoniert. Aber das ist auf jeden Fall eine valide Interpretation.

    wenn Du ihn so schreibst, dann ist er so

    Ja, na gut, und wenn ich schreibe, dass er plötzlich selbst unter Schuldgefühlen in Tränen ausbricht und die Versuchsteilnehmer unter Aufopferung seines Lebens befreit, dann ist er auch so, aber der eine oder andere Leser könnte das in Anbetracht seines vorherigen Verhaltens befremdlich finden und durch sowas aus der Geschichte gerissen werden. Kann ja passieren.

    und hab heute nacht lange darüber nachgedacht, was er für ein Mensch ist und wie das so ist mit Empathie und ohne und wer und wie und warum. Ich fand das alles extrem interessant und schwierig.

    Schön, dass jemand die tiefe Symbolik hinter dieser scheinbar leicht-humorigen Groteske erkennt, und sich um die Fragen Gedanken macht, die ich aufwerfen wollte. Die Bright Outlook Laboratorien sind ja nicht so sehr ein Ort, sondern sie stehen ein sowohl für einen bestimmten Bewusstseinszutand, als auch für eine Gesellschaftsordnung, oder vielleicht eher eine Perzeption dieser Ordnung und stellen diese einerseits infrage, sind aber andererseits auch…

    Aber ich hatte auch ziemlich viel Sekt vorher.

    Oh. Ach so.

    und ich kann nicht so richtig einschätzen, wieviel davon daher kommt, daß ich es eben stückchenweise gelesen und deshalb viel Plot nicht so richtig klargekriegt habe, oder die erwünschte und vorgesehene Zerknirschung bei dieser Art von Ende ist

    Ich denke, zum weitaus größten Teil Letzteres. Ich mag einfach offene Fragen, auch auch wenn ich befürchte, dass ich irgendwann mal anfangen sollte, massentaugliche Enden zu schreiben, wenn aus mir mal was werden soll, will ich zumindest jetzt noch die Zeit genießen, in der ich von meiner Schreiberei nicht leben und mich deshalb nicht den Bedürfnissen der Leser unterordnen muss. Oder so.
    Und wenn es soweit ist, habe ich ja noch Günther als Ko-Autor.

    Gefühlt hätte ich es gerne bei gleicher Handlung doppelt so lang gehabt, mit mehr Hintergrund zu allen Personen, die es bis weiter als in die Mitte schaffen, einschließlich der Bright Outlook Laboratorien selber. Aber das mag eine persönliche Präferenz sein. Und Unersättlichkeit.

    Ja… Ich hätte vielleicht auch gerne mehr geschrieben, aber mir jedem Detail, das hinzukommt, geht im Gegenzug immer auch etwas verloren, und ich wüsste zurzeit ganz aufrichtig (Zumindest rede ich mir ein, dass mir da nicht nur die Faulheit die Feder führt.) nicht, was ich noch hinzufügen könnte, ohne dass das Ganze darunter litte.

    5. Danke!
    Keoni und ich haben eine Weile überlegt, ob das so geht.

    6. Ich überlege schon, was das erste Kapitel erscheint. Ich habe ja jetzt einen gewissen Vorrat und müsste deshalb erst einmal nicht sparsam sein, und der 1.1. wäre vielleicht ein guter Tag für einen neuen Fortsetzungsroman.
    Andererseits lehne ich so billige Symbolik eher ab, und ich glaube, eine etwas ländere Pause wäre angemessen.
    Vielleicht Wochenende.

  3. Guinan sagt:

    Der Meister der offenen Enden hat wieder zugeschlagen.
    1. Absolut ok.
    2. Ja, unbedingt.
    3. Cox‘ Verhalten fand ich rollengerecht, und sein Geprächspartner war für mich der Präsident. Henks emotionaler Ausbruch war jetzt doch etwas überraschend – und Blights plötzliche Heulerei noch mehr. Falls es irgendwann vorher einen Hinweis darauf gab, ist mir der entgangen.
    4. Hervorragend, ich habe mich auf jedes neue Kapitel gefreut. Die Szenen, in denen Leute von Bright Outlook beteiligt waren, haben mir am besten gefallen. Die Versuchsteilnehmer sind teilweise etwas blass geblieben, bei einigen war mir ziemlich egal, ob sie es bis zum Ende schaffen.
    5. Dto.
    6. Ich freu‘ mich auch drauf.
    7. Diese Abstimmungssache war ganz mein Ding, ich hatte extrem viel Spaß daran.

  4. Muriel sagt:

    Übrigens, falls es jemanden freut: Angelic Duties wird auch nicht mit Freudentränen und „God bless us, everyone“ enden, aber es wird voraussichtlich viel weniger offen.
    @Guinan:
    3. Boah. Also, das ist ja wohl- Also, jetzt wird doch- Also, das kann doch wohl nicht-
    Soll ich dir mal was sagen?
    Soll ich dir mal was sagen?
    Soll ich?
    Ich hab die Szene erst ohne die Tränen geschrieben, ganz anders, und war damit auch gar nicht unzufrieden, aber dann fiel mir ein: Hey, das kannst du nicht bringen. Da hast du extra aufgebaut, dass Blight weint, jetzt muss da auch noch was kommen.
    Weil ich mir gedacht hab, das kannst du so mit deinen Lesern nicht machen.
    Und dann habe ich die Szene umgestellt, um zusätzliche Kontinuität zu schaffen. Für euch.
    Und dann sowas.
    Pah.
    4. Vielen Dank, das freut mich sehr. Also, das letzte natürlich nicht so. Aber daran kann ich ja noch arbeiten. Bevor ich das kommerziell anbieten kann, muss ich eh noch vieles ändern.
    7. Wie ich schon schrieb, bin ich auch bei Angelic Duties für jeden Hinweis dankbar, auch wenn ich da formal etwas weniger Demokratie wage.

  5. Guinan sagt:

    @Muriel: Das war im September. Letzten Jahres. Du glaubst ersthaft, dass ich mir sowas bis jetzt merken kann?

  6. Muriel sagt:

    @Guinan: Ich ging davon aus, dass dein Gedächtnis noch funktioniert, weil du doch keine Facebook-Nutzerin bist.

  7. Guinan sagt:

    @Muriel: Leider bin ich aber süchtig nach diesem Internetz, und das ist ja noch viel schlimmer.

Gib's mir!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: