Welche Leistung noch mal? (3)

11. Dezember 2012

Na gut, denkt vielleicht die eine oder andere von euch, beim Thema Leistungsschutzrecht ist die deutsche Presse also ein bisschen daneben, aber das kann man ja verstehen, schließlich geht es um deren Existenz. Aber ansonsten ist die Berichterstattung doch eigentlich schon gut gemacht.

Hm. Na gut, ich weiß, das denkt bestimmt niemand von euch im Ernst, aber es schien mir gerade eben noch ein ganz brauchbarer Aufmacher zu sein.

Egal.

Heute habe ich auf faz.net diesen Bericht mit der ulkigen Überschrift „Frigide Durchgeknallts Familienwerte“ gesehen und dachte mir, dass dieser Titel sogar für die FAZ reichlich eigenartig ist. Ich machte mich deshalb daran, zu ermitteln, worum es geht, und der Untertitel offenbar wie so oft schon die ganze Misere der Autorin:

Es sind keine Sittenwächter alter Schule, die in Frankreich gegen das Adoptionsrecht für Homosexuelle protestieren. Das Bündnis von Franzosen, die allen Kindern ihre Maman und ihren Papa sichern wollen, hat Präsident Hollande auf dem falschen Fuß erwischt.

Man muss nicht wie ich bereits ein ziemlich abgeschlossenes Urteil über die FAZ gefällt haben, um da die Voreingenommenheit herauszuhören, oder? Keine Sittenwächter alter Schule, sondern einfach nur Franzosen, die allen Kindern ihre Mama und ihren Papa sichern wollen. Ach so…

Aber wer weiß? Vielleicht hat Michaela Wiegel ja im Rest des Berichts noch ein bisschen Ausgewogenheit und Sachlichkeit gefunden. Das hier ist schließlich keine Glosse oder ein reiner Meinungstext.

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Philoso1 / Let’s Read: No, you Kant!

10. Dezember 2012

Kant wolltet ihr, Kant sollt ihr kriegen. Genauer: Metaphysische Anfangsgründe der Naturwissenschaft. Ihr findet hinter dem Link die Möglichkeit, das ganze Ding kostenlos als Kindle-Version herunterzuladen. Die Kindle-Software gibt es für PC und Mac. So könnt ihr mit wenig Aufwand und für genau gar kein Geld mitlesen, was in Anbetracht von Kants Neigung zu laaaaaaaaaaaangen schwer verständlichen Sätzen durchaus ratsam sein könnte. Bestimmt kann man den Kram auch von diversen anderen Quellen gratis runterladen. Macht, wie ihr meint. Ich würde nicht mal eine Umsatzbeteiligung kriegen, wenn’s nicht gratis wäre.

Zum Hierhören: 

Zum Mitnehmen.

Nicht enttäuscht sein, es gibt heute nur eine halbe Stunde. Das liegt daran, dass ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, dass es euch was gibt, euch das anzuhören, deswegen will ich zumindest abwarten, ob Interesse an einer Fortsetzung besteht. Falls dem so ist, mache ich aber gerne weiter.


Philoso1 / Let’s Read: Nie wieder Chesterton

7. Dezember 2012

Es wird nicht besser. Aber immerhin habe ich diesmal in der Hohen Luft einen kontroversen Beitrag gefunden, sogar zu dem stets aktuellen und von uns allen geliebten Thema Urheberrecht und Informationsfreiheit. Und beim nächsten Mal gibts dann auch nur noch Texte, die irgendeinen allgemein zugänglichen Sinn transportieren. Hoffentlich.

Fun Fact: Ich hatte eigentlich für den Anfang „No Hiding Place“ in der Version aus der ähnlichnamigen Babylon-5-Episode aufgenommen, das aber erschrocken und entsetzt wieder gelöscht, nachdem ich es mir probehalber mal angehört hatte. Nee. Ich mache mich ja gerne mal öffentlich lächerlich, aber so weit mag ich dann doch wieder nicht gehen.

Hier der Download.

Meine Aufzählung zum Schluss ist natürlich nicht vollständig. Ich habe hier zum Beispiel auch noch diesen Schätzing-Roman… Ew. Dann doch lieber Chesterton.


Ebenso dreist wie durchsichtig

5. Dezember 2012

Ich bin mir jetzt sicher, dass die Debatte um das Leistungsschutzrecht unser aller Ende sein wird. Die schiere Gewalt der Verlogenheit, der Arroganz, der Selbstgerechtigkeit und der Dummheit in der Argumentation seiner Befürworter dürfte in Kürze unser Universum in Stücke reißen. Genießt die letzten Tage, und spart euch die Mühe, Weihnachtsgeschenke zu kaufen.

Die zugrunde liegende Frage ist ja einigermaßen unbedeutend, aber die Erkenntnisse, die wir aus dem Auftreten der Diskussionsteilnehmer über deren Charakter und grundlegende Einstellung zur Wahrheit, zu unserem Staat und zur Rolle seiner Bürger ziehen können, halte ich für durchaus wertvoll, wenn auch wenig überraschend. Der Präsident unseres Bundestages Norbert Lammert wird zitiert mit der Bemerkung:

Die Initiative von Google ist ebenso dreist wie durchsichtig. Sie beruht offensichtlich auf dem doppelten Missverständnis, das Netz für eine Google-Domäne zu halten und beides zusammen für den virtuellen Gesetzgeber

Den ersten Teil kann ich ja beinahe noch verstehen. „Verteidige dein Netz“ ist natürlich wirklich relativ hoch gegriffen, vor allem, wenn man den doch recht schmalen Inhalt des Gesetzentwurfs bedenkt. Warum nur „beinahe“? Naja. Ich will den mir ohnehin schon nicht sehr sympathischen Begriff der Selbstentlarvung nicht überstrapazieren, aber Herr Lammert fällt sich hier selbst in die Parade. Die Idee, dass wir ein Leistungsschutzrecht brauchen, beruht doch gerade auf der These, dass die Zugänglichkeit einer Internetseite von Suchmaschinen wie Google abhängt. Wenn es die Abhängigkeit der Inhalteerzeuger von Google nicht gäbe, wenn Suchmaschinen nicht das Netz dominieren würden, wäre das Leistungsschutzrecht in jeder Hinsicht überflüssig. Unser Bundestagspräsident leugnet hier also selbst den Sinn des Gesetzesvorhabens, das er unterstützt.

Aber ihr eigentliches Ziel findet meine Kritik im zweiten Teil der seinen: „Beides zusammen für den virtuellen Gesetzgeber“. Mit „Beides“ meint er dann wohl „das Netz“, und Google. Und die Kampagne beruht auf dem Missverständnis die seien der „virtuelle“ Gesetzgeber. Was der Blödsinn mit dem „virtuell“ soll, wollen wir uns mal nicht fragen, das hat Herr Lammert ja offenbar auch nicht getan, und bleiben bei der Sache mit dem Gesetzgeber.

Was fordert Google denn in seiner Kampagne? Dass die Adressaten sich an ihre Abgeordneten wenden und denen sagen, was sie von dem Gesetzentwurf halten. Google ruft Bürger dazu auf, mit ihren Vertretern im gesetzgebenden Organ dieser Republik zu kommunizieren. Und diese Idee, dass man unsere Volksvertreter irgendwie beeinflussen könnte, indem man ihnen seine Meinung sagt, hält Herr Lammer für ein Missverständnis, und er denkt, indem man als Nichtabgeordneter versucht, Einfluss auf die Gesetzgebung zu nehmen, unterliege man der Illusion, man sei selbst der Gesetzgeber. Eine öffentlichte Meinungsäußerung zu einem Gesetz, das den Äußernden nicht nur betrifft, sondern buchstäblich und ganz zielgerichtet gegen ihn geschaffen wurde, empfindet Herr Lammert als dreist.

Er ist also der Meinung, dass die Bürger dieses Landes sich ruhig zu verhalten haben und sich doch bitte nicht der Illusion hingeben sollten, Bundestagsabgeordnete würden sich durch diejenigen, deren Interessen sie vertreten sollen, davon abhalten lassen, ein unsinniges Gesetz zu verabschieden.

Naja. Immerhin ist er ehrlich.

 


Lass ab von Draken

5. Dezember 2012

Keoni sagte mir kürzlich völlig zurecht, dass ich zumindest hin und wieder mal darauf hinweisen könnte, dass jedes meiner Bilder einen versteckten Text mitbringt den ihr seht, wenn ihr den Mauszeiger drüber haltet. So wie die Comics bei XKCD, nur lustiger und tiefsinniger. Probiert es doch mal aus, wenn ihr das noch nicht wusstet.

Der letzte Reisebericht litt ein bisschen darunter, dass unsere Fotos nicht so besonders spektakulär nach Urlaub aussahen. Bei diesem geht es da meiner Meinung nach schon wieder bergauf, und auf jeden Fall könnt ihr euch bei dem darauf  auf wunderbar sonnig-exotische Fotos aus Botswana freuen. Gebt mich also bitte noch nicht auf. Und vielleicht könnt ihr ja zumindest mittelbar ein bisschen was von unserer Freude an den Drakensbergen mit rübernehmen. Und zum Schluss gibt es noch einen kleinen Ausflug, der so bestimmt in keinem Reiseführer empfohlen wird, was die Sache jetzt viel spannender klingen lässt, als sie eigentlich ist, was vielleicht aus Marketinggesichtspunkten gar keine schlechte Idee wäre, aber ein paar von uns haben noch Respekt vor der Wahrheit und der Intelligenz ihrer Leser und verzichten deshalb darauf, sie so direkt durchschaubar anzulügen, weshalb ich das lieber nicht mache. Also zurück zu den Drakensbergen: Den Rest des Beitrags lesen »


Dann bin ich wohl Geschichtsrelativist.

4. Dezember 2012

Spiegel Online berichtet über Tuvia Tenenbom und sein Buch „Allein unter Deutschen. Eine Entdeckungsreise.“ Da geht es um Antisemitismus in Deutschland, und ich halte das für eine gute Gelegenheit, mal wieder über dieses Thema zu sprechen, denn da fehlt mir anscheinend noch die eine oder andere Einsicht, und vielleicht könnt ihr mir dabei helfen. Fangen wir mal an.

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Bright Outlook (22)

3. Dezember 2012

Es dürfte für euch im Großen und Ganzen eine gute Nachricht sein, dass Bright Outlook doch noch nicht zu Ende ist. Es wird ein weiteres Kapitel nach diesem hier geben. Vielleicht sogar zwei. Machen wir uns nichts vor, natürlich wird es trotzdem ein offenes Ende sein, aber gar so offen, wie es jetzt gewesen wäre, wollte ich es euch dann doch nicht zumuten. Es gibt also auch diesmal wieder mächtig was abzustimmen. Viel Spaß.

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