Zehn Tage Zeit

27. Februar 2013

Berlin. In der Unionsfraktion ist es am Dienstagnachmittag zu einer ungewöhnlich heftigen Auseinandersetzung über den Umgang mit negroiden Lebenspartnerschaften gekommen. Die Abgeordneten stritten zwei Stunden lang über die Frage, ob die Neger-Ehe der normalen Ehe gleichgestellt werden soll.

Der Fraktionschef Kauder und sein parlamentarischer Geschäftsführer Grosse-Brömer wollen vermeiden, dass die Politik wieder nur als Getriebene dasteht, falls das Bundesverfassungsgericht noch in diesem Jahr die völlige Gleichstellung schwarzer Menschen mit weißen fordern wird. Angesichts „der klaren Tendenzen der Rechtsprechung des Verfassungsgerichts sollten wir jetzt möglichst rasch handeln und die erforderliche verfassungsrechtliche Gleichstellung auch durchführen“, sagte Grosse-Brömer. „Natürlich fordern auch wir dies nicht aus eigener Überzeugung, denn auch uns schaudert es ein bisschen bei der Vorstellung, Negern die gleichen Rechte zuzugestehen wie uns Weißen, aber wenn das Bundesverfassungsgericht uns sowieso bald dazu zwingt, dann sollten wir dem vielleicht zuvorkommen, damit es nicht aussieht, als wären wir Rassisten, oder sowas.“

Bereits zuvor hatte die Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Katherina Reiche (CDU), der Bild-Zeitung, gesagt, sie würde sich freuen, „wenn mit der gleichen Leidenschaft, die eine kleine Gruppe dunkel gefärbter Aktivisten an den Tag legt, in der Union dafür gestritten würde, wie weiße Familien ihren alltäglichen Drahtseilakt besser bewältigen können“. 

Christean Wagner, CDU-Fraktionschef in Hessen und Mitglied im Berliner Kreis, betonte die Bereitschaft seiner Partei, Neger-Partnerschaften zu tolerieren. Einen „radikalen Schwenk“ werde er aber nicht mittragen. Die weiße Ehe und Familie stünden unter besonderem Schutz des Grundgesetzes. Deshalb sei eine freiwillige Umsetzung elementarer Menschenrechte ohne Zwang seitens des Bundesverfassungsgerichts „nicht der Politikstil der Union“. Wagner weiter: „Ich meine, was kommt denn als Nächstes? Sollen die dann auch noch die selben Schulen besuchen wie unsere Kinder? Ich glaub, es hackt!“ 

Generalsekretär Dobrindt sagte der Bild am Sonntag: „Für uns gilt der Grundsatz, dass Ehen und Familien auch zukünftig besonders privilegiert, gefördert und geschützt sind. Also, richtige Ehen und Familien jetzt. Also, weiße.“

Bundeskanzlerin Merkel sagte, ihr persönlich falle eine Gleichstellung von Negern im Adoptions- und Steuerrecht schwer. Sie sei wie viele Abgeordnete mit der traditionellen Rollenverteilung von Weiß und Schwarz aufgewachsen. Da sie aber davon überzeugt sei, dass das Bundesverfassungsgericht in seiner nächsten Entscheidung die bisherige Doktrin „seperate and unequal“ für verfassungswidrig erklären werde, halte sie es aus PR-Gründen für geschickter, der Öffentlichkeit gegenüber den Eindruck zu erwecken, man hätte eine Gleichstellung auch freiwillig befürwortet.

Zunächst bat die Bundeskanzlerin um zehn Tage Zeit für ausgiebige Gespräche, um zu erkunden, mit welchen diskriminierenden Maßnahmen der Geseztgeber möglicherweise noch durchkommen könnte, weil die Adoptionsentscheidung so vollständig überraschend gefallen sei, und weil für niemanden in der Unionsfraktion bis zu diesem Urteil erkennbar gewesen sei, dass die willkürliche Benachteiligung bestimmter Gruppen verfassungsrechtlich problematisch sein könnte.

Der Kläger, der vor dem Bundesverfassungsricht Recht bekommen hatte, äußerte sich irritiert über den Widerstand unter konservativen Politikern. „Ich bin entsetzt über die Bigotterie unserer Abgeordneten. Für mich ist die Gleichbehandlung Schwarzer mit Weißen eine völlige Selbstverständlichkeit, und mir ist schleierhaft, wie man sich dagegen mit so fadenscheinigen Argumenten sperren kann. Ich meine, es ist ja nicht so, als ob man demnächst auch Schwule nicht mehr ohne Grund benachteiligen dürfte. Hoho, das wäre was, oder? Aber nicht mit mir. Irgendwann ist schließlich auch mal gut.“


von eigenen Denkrichtungen geprägt

25. Februar 2013

Sag noch mal einer, das Internet befasse sich nur mit sich selbst:

Homöopathie durch Ärzte und die Einhaltung des medizinischen Standards

heißt der Artikel von Sebastian Müller und Andreas Raschke in der Neuen Juristischen Wochenschrift (NJW) 7/2013 (S. 428-432), also auf Papier und deshalb ohne Link, und das Thema hat mich natürlich brennend interessiert, da denke ich nämlich auch oft drüber nach.

Es überrascht euch wahrscheinlich nicht, dass ich dabei zu etwas anderen Ergebnissen komme als die beiden.

In der Einleitung stellen die Autoren zunächst fest, dass Homöopathie in „weiten Kreisen der Gesellschaft“ ein hohes Maß an Akzeptanz zu genießen „scheint“, dass es aber eine Kontroverse um die Wirksamkeit gebe (ach was!) und sich deshalb die Frage stelle, wie eine homöopathische Behandlung durch einen „Schulmediziner“ (falls bis hierhin noch Zweifel an der Geisteshaltung der Verfasser bestanden) arzthaftungsrechtlich zu bewerten ist.

Zu diesem Zweck ordnen sie die Homöopathie erst einmal in die „medizinrechtliche Terminologie unterschiedlicher Behandlungsmethoden“ ein, und gleich hier wird es auch schon spannend, denn sie zitieren völlig richtig aus dem Deutschen Ärzteblatt, dass ein Patient nach „dem Stand der naturwissenschaftlichen Erkenntnis und der ärztlichen Erfahrung […]“ zu behandeln ist, und dass ein Behandlungsfehler vorliegt, wenn dieser Standard unterschritten wird. Womit eigentlich schon überraschend klar wäre, wie Homöopathie einzuordnen ist.

Wir sind also gespannt, wie sie da wieder rauskommen. Aber wenn wir ein bisschen Erfahrung mit den Apologeten der Unmedizin haben, dann wissen wir eh schon, was kommt, und wir werden nicht enttäuscht:

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Projekt 52 Bücher (6)

24. Februar 2013

Na logo. Lebt Frank Zander eigentlich noch? Ich habe ihn ja mal persönlich kennengelernt. War profund gruselig.

Unser heutiges Thema lautet

Zitronen können nicht nur sauer sein…

Und es scheint die Meinung vorzuherrschen, das sei eine schwierige Augabe.

Kann ich gar nicht verstehen.

Und das geht so:

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Von Göttern, Brüsten und Epistemologie

24. Februar 2013

Da andere Themen für mich gerade nicht viel hergeben, wende ich mich mal einer Frage zu, die Theisten einem als Atheist öfter stellen, die konkret aber schwer zu beantworten ist, was, wie ich hoffentlich gleich erklären werde, aber nicht an uns liegt. Schaumermal.

Die Frage lautet natürlich:

Was wäre nötig, um dich zu bekehren?

[sinngemäß zum Beispiel hier]

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The short story formerly known as Yours to keep (9)

24. Februar 2013

Ja, zu einem neuen Namen gehört natürlich auch eine neue Episode unserer losen Kurzgeschichtenserie Yours to keep Gebunden, und auf die habt ihr ja ohnehin schon viel zu lange gewartet, deswegen ist sie hier nun ohne weitere Umschweife:

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Alle waren Sieger, auch wenn einer nur gewinnen kann

21. Februar 2013

Nominiert für den ersten Preis unseres Yourstokeepalternativtitelwettbewerbs sind in der Reihenfolge ihres Eingangs bei mir – kein Trommelwirbel, für sowas Klischeehaftes sind wir hier viel zu avantgardistisch:

  • „Gebunden“ (Guinan)
  • „Traumhunger“ (iolanthe)
  • „weil ich hungrig bin“ (iolanthe)
  • „was auch immer du wünschst“ (Guinan)
  • „Ein verhängnisvoller Fund“ (Günther)
  • „Ich bin leider total unkreativ aber ich hätte so gerne das Ebook“ (Günther)
  • „Lauf nur, dann macht es mehr Spaß“ (Catio)
  • Projekt Masse statt Klasse: „verflucht“, „der Fluch“, „Sheilas Fluch“, „Sheila“, „Haru“, „Harus Verwandlung“, „Harus Ring“, „Harus Dämon“ und „Daniels Dämon“ (Günther)
  • „Jurstukiep – ein Schundroman mit Folgen“ (Ein Email-Einsender, von dem ich nicht weiß, ob er seinen Namen hier erwähnt sehen möchte, der sich in den Kommentaren aber gerne melden kann, falls er genannt werden will. Oder sie. Ähem.)
  • „Raubtiere sind keine Haustiere“ (ein anderer Email-Einsender, der (oder die) womöglich anonym bleiben wollte, was ja eine nicht unplausible Erklärung für die Einreichung per Mail wäre)

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Darum lass uns drüber reden, Diskussionen sind okay

18. Februar 2013

In der letzten Woche blieb, wie gesagt, nicht viel Zeit zum Schreiben, aber das macht nichts, denn ich habe hier noch eine laaaaaange Diskussion über atheistischen Lebenssinn und Ethik, die ich vorletzte Woch mit ChB drüben bei eumloquatur geführt habe. Auch wenn dabei natürlich keine grundlegend neuen Erkenntnisse rausgekommen sind, bin ich mit einigen meiner eigenen Erläuterungen und mit dem insgesamt konstruktiven Verlauf der Verständigung, soweit eine solche über dieses Thema eben möglich ist zwischen Atheisten und Christen, zufrieden genug, um das Ding noch mal im eigenen Blog dokumentieren zu wollen. Ich denke nämlich, dass dieses Gespräch für Atheisten sehr schön illustriert, wie abwegig und abenteuerlich die Weltsicht von (manchen) Christen aussieht, und für Christen umgekehrt bilde ich mir ein, dass ich einigermaßen verständlich erklärt habe, wie abwegig und abenteuerlich unsere Weltsicht ist. Und soweit ich mich erinnere, kommt kein einziger Hitler-Vergleich vor, was alleine schon Grund genug wäre, die Beweise gründlich zu sichern, das glaubt einem ja in zwei Jahren sonst kein Mensch mehr.

Ob ihr euch das antun wollt, müsst ihr natürlich selbst wissen. Aber vielleicht habt ihr ja eh noch nichts vor heute.

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Projekt 52 Bücher (5)

17. Februar 2013

Na logo. Lebt Frank Zander eigentlich noch? Ich habe ihn ja mal persönlich kennengelernt. War profund gruselig.

Jeder von uns, ist klar. Nein, ich habe keine Wunschliste, und ich habe eigentlich überhaupt keine Listen, auf denen Bücher stehen, weshalb die aktuelle Aufgabe

Das Buch, das ganz oben auf einer deiner Listen steht.

für mich schwierig sein könnte, wäre ich nicht bereit, unmittelbar für diesen Zweck eine Liste aufzumachen. Nun muss ich also nur noch entscheiden, was für eine. Ich glaube, ich nenne sie aus aktuellem Anlass „Die meist überschätzten Bücher der Welt, die in Wahrheit nicht etwa nur viel weniger gut sind, als alle glauben, sondern sogar überhaupt nicht„, und – das mag jetzt einige von euch überraschen – während der Herr der Ringe sich zwar selbstverständlich auf dieser Liste befindet, ist er nicht ganz oben, denn sogar ich muss zugeben, dass der Herr der Ringe handwerklich ganz okay geschrieben ist, und dass man daran wahrscheinlich Freude haben kann, wenn einem Plot, Charaktere, Dialoge, intellektuelle sowie ethische Integrität und natürlich die eigene Lebenszeit hinreichend egal sind, aber wir wollen das nicht vertiefen, denn hier geht es nicht um ein Buch, das irgendwo auf einer meiner Listen steht, sondern um das, das ganz oben steht, und das ist in diesem Fall:

Jedes einzelne ver#*!!$§?* Buch von Isaac Asimov! (Ich würde noch mehr Ausrufezeichen setzen, mindestens sieben, aber ich habe meine Prinzipien, und Selbstbeherrschung bei der Interpunktion ist eines der wichtigsten, deshalb geht das nicht.)

Tolkien konnte wenigstens schreiben. Nicht gut. Keine Plots. Keine Dialoge. Er konnte keine Charaktere zum Leben erwecken. Aber er konnte grundsätzlich schreiben. Asimov hingegen … Nein. Was Asimov schreibt, ist keine Belletristik. Was Asimov schreibt, sind keine Geschichten. Während es bei Tolkien schlechte Charaktere gibt, und mittelmäßige Dialoge, und so, gibt es bei Asimov gar keine Charaktere, und Plot und Dialoge sind nichts weiter als extrem fadenscheinige Vorwände, um philosophische und ethische Fragen zu bearbeiten, die ihm wohl interessant und tiefsinnig und schwierig vorkamen.

Ich bin für gewöhnlich geneigt, jedem Menschen seinen Geschmack zuzugestehen, und bin mir sogar darüber im Klaren, dass meiner ein bisschen eigenartig ist, und sogar wenn das nicht so wäre, wäre er für niemanden maßgeblich außer mir selbst (und vielleicht Leute, die mir aus irgendwelchen Gründen gefallen wollen, aber ich schweife ab, wollte diese nicht ganz richtige These nur nicht ganz unkommentiert stehen lassen, bevor ich sie veröffentliche), aber bevor ich glaube, dass jemand Asimovs Alibigeschichten wirklich als Geschichten mag, ist wesentlich mehr Überzeugungsarbeit erforderlich, als irgendein vernünftiger Mensch aufzubringen bereit sein dürfte, weshalb ich wohl verdammt bin, für den Rest der mir gegebenen Zeit durch mein Leben zu gehen in dem Glauben, dass es nur einen einzigen Grund geben kann, aus dem irgendjemand Asimovs Machwerke gerne lesen könnte: Die schon erwähnten interessanten philosophischen und ethischen Fragen. Da ich aber an solche ganz allgemein nicht glaube, und insbesondere in seinem Werk auch keine finden konnte, gibt es für mich gar nichts an seinem Kram zu lesen, und bevor jemand fragt: Ich habe trotzdem seinen gesamten Foundation-Zyklus gelesen, alles von Anfang bis Ende, weil ich damals 12 war und mich aus Gründen, an die ich mich im Detail nicht erinnern kann, dazu verpflichtet fühlte. Ich glaube, es war so, dass mir die Box gefiel, ich sie kaufte, und dann den Gedanken nicht ertragen konnte, ungelesene Bücher in meinem Regal stehen zu haben. Oder so.

Es war schlimm. Ich habe gelitten. Ich habe geflucht. Ich habe gehasst. Und ich hasse auch heute noch. Es gibt nicht sehr viele Menschen, die ich hasse. Aber Isaac Asimov ist einer von ihnen. Und wenn er mir begegnen würde, würde ich ihm vielleicht nicht wirklich einen Kinnhaken versetzen – er ist ja auch schon lange genug tot, um das als offensichtlich völlig idiotische Idee dastehen zu lassen, aber auch unabhängig davon würde ich schon einsehen, dass es keine gute Idee wäre, und dass es so nicht geht, alleine schon, weil ich ja auch nicht will, dass jeder, der meine Geschichten hasst, mich aus den Schuhen haut, wenn er mir begegnet. Oder sie.

Aber verdient hätte er’s.


Angelic Duties (4)

16. Februar 2013

So, this is one of those weeks when I just don’t have time for blogging, but for now, I still have my trusty serialised novel, which is not without its problems, because resorting to this means living off existing substance, but I’m sure that a time will come when I will again be able to produce  new content before I run out of story, which, by the way, is now, so fat chance.

Enjoy.

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Just sayin‘

14. Februar 2013

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Könnte ja sein, dass die eine oder andere von euch gerne einen Kindle Paperwhite gewinnen wollte, oder irgendwas anderes, und deshalb – oder aus völlig anderen Gründen – eigentlich Lust gehabt hätte, an meinem sympathischen kleinen Gewinnspiel teilzunehmen, aber vergessen hat, dass morgen, am 15. Februar, die letzte Chance ist, noch einen Vorschlag einzureichen.

Sollte dem so sein, betrachtet euch bitte als erinnert. Ich wäre zwar an und für sich nicht grundsätzlich abgeneigt, das mit der Frist nicht so eng zu sehen, aber andererseits wäre es unfair denen gegenüber, die sich an die Regeln gehalten haben, wenn ich da zu großzügig wäre, deswegen fände ich es schon ganz schön, wenn bis morgen um Mitternacht alle Vorschläge da wären. Also los los, letzte Chance!