Projekt 52 Bücher (4)

11. Februar 2013

Ich wurde ja schon subtil ermahnt, mich mal wieder in zivilem Ungehorsam zu üben, aber heute kann ich damit nicht dienen.

Na logo. Lebt Frank Zander eigentlich noch? Ich habe ihn ja mal persönlich kennengelernt. War profund gruselig.

Zeige uns ein schwarz-weiß-blaues Buch.

ist diesmal die Aufgabe, und na gut, dann mach ich das eben:

Howl

 

Muss ich nicht viel zu sagen, oder?

Und sonst gibts ja auch nichts Berichtenswertes. Dann mal noch einen schönen Abend.


Das Sterben der Bilder – ach, wie gern hätt ich’s gemocht

10. Februar 2013

Als ich kürzlich mehr oder weniger zufällig die Seite „Blogg dein Buch“ entdeckte, die uns auffordert, die dort angebotenen Bücher in unseren Blogs zu besprechen und uns im Gegenzug anbietet, die Rezensionsexemplare kostenlos zur Verfügung zu stellen, da fand ich die Idee spontan sehr sympathisch und beschloss sofort, das mal auszuprobieren. Das Resultat seht ihr nun hier.

Die Auswahl war nicht ganz unproblematisch, wer hier schon länger liest, der ahnt warum, und wer nicht, dem ist es mutmaßlich egal, dem sei aber trotzdem der Form halber gesagt, dass ich einen einerseits sehr spezifischen, andererseits aber sehr eklektischen Geschmack habe, was komisch klingt, aber so ist. Meine Entscheidung fiel schließlich auf

Das Sterben der Bilder von Britta Hasler,  bestellbar hier, erschienen im sicherlich wundervollen dotbooks-Verlag, den ich hier als letzte Auflage noch verlinken muss, von nun an bin ich frei in der Gestaltung dieser Rezension. (Abgesehen davon, dass sie mindestens 250 Wörter umfassen muss, was zu erwähnen aber nun wirklich völlig unnötig wäre.)

Der Verlag bietet uns folgende Inhaltszusammenfassung:

Wien, 1906. Die Stadt lebt in Angst vor einem Serienmörder, der seine Opfer scheinbar zufällig auswählt – und sie dann brutal und effektvoll tötet. Zur gleichen Zeit wird dem arbeitslosen Julius Pawalet überraschend eine Stelle im Kunsthistorischen Museum angeboten. Julius‘ Leben wendet sich weiter zum Guten, als er die junge Krankenschwester Johanna kennenlernt – doch schon bald fallen ihm Details der Morde auf, die auf seinen neuen Arbeitsplatz hinweisen, in dem nicht alles mit rechten Dingen zugeht …

Und das sprach mich durchaus an. Wien mag ich, 1906 ist doch keine schlechte Zeit für ein Buch, und Serienmörder sind ja irgendwie mein Ding. Auch sonst kann ich eigentlich nichts Nachteiliges über das Buch sagen. Britta Hasler hat hier saubere Arbeit abgeliefert. Gelegentliche Tippfehler wollen wir ihr nicht vorwerfen, und ansonsten kann ich nicht im Ernst sagen, dass sie irgendwo dramatisch daneben gegriffen hätte. Ich kann jetzt Beispiele für Formulierungen nennen, die mich ein bisschen irritiert haben, wie

Die Tatsache, dass heute sein Glückstag zu sein schien, machte ihn verlegen.

was ich unnötig umständlich und eigentlich sogar rundum unnötig fand, oder

Auf der Visitenkarte stand der geheimnisvolle Hinweis, den Eingang um die Ecke zu nehmen und die Klingel mit dem Namen Gruber zu betätigen.

woran ich beim besten Willen nichts Geheimnisvolles finde, oder

appetitlich geschnittene Käsestücke

aber da werde ich nun wirklich kleinlich, denn Käse kann ja vielleicht je nachdem, wie man ihn schneidet, wirklich mehr oder weniger appetitlich aussehen, aber …

Ihr merkt schon, dass das nicht das eigentliche Problem ist. Das liegt woanders, und ich konnte sehr lange nicht genau sagen, wo, bis es mir ungefähr zur Mitte hin klar wurde:

Der Vogel Dieses Buch hat keinen Humor. Wirklich gar nicht. Dieses Buch ist bierernst, von vorne bis hinten, von Anfang bis Ende, von der ersten bis zur letzten Seite. Ohne Ausnahmen? Natürlich nicht. Es gab eine Stelle, die mir ein Lächeln abgerungen hat, als der unsympathische Leutnant Tscherba unseren Protagonisten festnehmen will und erklärt, warum es ganz leicht fiel, ihm auf die Schliche zu kommen:

Seine Begleiter warfen ihm einen anerkennenden Blick zu, und wenn sie keine Handschuhe getragen hätten, sie hätten ihm zweifelsohne applaudiert.

Das war nett. Und hart an der Grenze zu echt gut ist auch die Szene, in der ein Zoowächter mit dem Mörder darüber plaudert, dass er besonders aufpassen muss, weil der finstere Bösewicht ja jetzt schon zweimal im Zoo war. Ich konnte an dieser Stelle eine echt gute, eine fantastische Szene regelrecht mit Händen greifen, die Ansätze waren da, und jedenfalls hätte ich auch hier beinahe schmunzeln können, aber …

Das Buch hat einfach keinen Humor. Das spricht nicht unbedingt gegen das Buch, oder seine Autorin, aber für mich ist es nun mal ein Todesurteil. Was keinen Humor hat, ist für mich unbrauchbar, und so war es leider auch das Sterben der Bilder, und daran können auch die durchaus stimmungsvollen, sicher mühevoll recherchierten Schilderungen der Stadt Wien und seiner Gesellschaft im Jahre 1906 nichts mehr ändern, und nicht einmal die wirklich sehr originelle und wenig klischeehafte, um nicht zu sagen: völlig überraschende Entwicklung der Beziehung zwischen Julius Pawalet und der Krankenschwester mit ihrem, naja, nicht fulminanten, aber doch eindrucksvollen Ende, und die sympathisch entspannte Einstellung der Erzählung zur Prostitution können da noch irgendwas reißen.

Für mich. Für euch mag das anders sein. Wenn Humor für euch nicht zu den Grundbedingungen eines angenehmen Leseerlebnisses zählt, ihr historische Kriminalromane schätzt, euch mit blutrünstigen psychopathischen Serienmördern wohl fühlt und vielleicht noch eine Vorliebe für Wien und die kuk-Monarchie in euch tragt, dann ist das Ding für euch garantiert seine 6,99 Euro wert.

Blogg dein Buch freut sich, wenn ich Sterne vergebe, was hier aus den genannten Gründen denkbar schwer fällt, aber ihr wisst ja, ich brauche Harmonie und kann niemandem einen Wunsch abschlagen, also hier:

3 von 5, mit eine klaren Tendenz zur 4 wenn ich es so objektiv bewerte, wie ich kann, und 2 von 5, wenn ich lediglich mein eigenes Lesevergnügen bewerten soll. Frau Hasler ist hier eine originelle, wohl formulierte, kein bisschen schmerzhafte Geschichte gelungen, die eigentlich nur an dem einen Defizit krankt, nicht meinem persönlichen Geschmack zu entsprechen. Schade.


Vor dem Fall. Und dahinter. Daneben auch.

9. Februar 2013

Als ich vor gut einem Monat schrieb, dass ihr auf diesen Reisebericht nicht so lange warten müsst, da dachte ich das auch wirklich, aber dann … kam es anders. Jetzt versuchen wir’s aber. Eigentlich gibt’s ja gar nicht mehr so viel zu erzählen.

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Hat man ein Dekolleté

5. Februar 2013

Ein treuer Leser, von dem ich nicht sicher bin, ob er namentlich genannt werden will, schickte mir kürzlich einen freundlichen Hinweis auf einen Artikel von Gabriele Ingenthron zum aktuellen Thema sexuelle Belästigung (die übrigens auch in meinen Augen nicht unbedingt gewichtiger ist als andere Formen von Belästigung und vielleicht zu Unrecht eine so herausragende Sonderrolle genießt, aber das ist nicht mein Steckenpferd, sondern das von arslibertatis, und wir leben ja in einer arbeitsteiligen Gesellschaft, deswegen überlasse ich diese Frage ihm), weil es urheberrechtlich bedenklich gewesen wäre, wenn er mir statt des Hinweises den ganzen Artikel als Scan zugemailt hätte, obwohl es mir den Zugang zu selbigem natürlich wesentlich erleichtet hätte, weil das Ding nicht online verfügbar ist, weshalb ich ihm hier für sein Entgegenkommen insoweit noch einmal meinen Dank ausdrücken würde er ihn so grässlich fand, dass es ihm ein Anliegen war, ihn einmal öffentlich verrissen zu sehen. Das mache ich natürlich gerne, bittesehr:

Der Artikel in der Sektion „Weltspiegel“ des Donaukuriers trägt den den schon mal nicht so vielversprechenden Titel

Was würde Knigge sagen?

aber dazu später mehr. Beginnen wir mit dem noch viel weniger vielversprechenden Bild, das auf der Seite (gemessen, nicht nur gefühlt) ziemlich genau so viel Platz einnimmt wie der eigentliche Artikel, und sogar mehr, wenn man die Info-Box „Männer als Sexismus-Opfer“ nicht mitzählt, wozu man in Anbetracht dieser wiederum … nicht so vielversprechenden Überschrift neigen könnte. Der zuständige Bildredakteur hat sich hier offenbar entschieden, gegen den Trend zu gehen. Vielleicht war ihm klar, dass es bei einem so sensiblen Thema offensichtlich nicht angemessen ist, mit einem Foto aufzumachen, das ganz offensichtlich nur dem lüsternen Blick der männlichenjenigen Leser eine Freude zu bereiten, die sexuell an Frauen interessiert sind. Er hat jedenfalls klar erkannt, dass eine Bebilderung mit Brüsten wie sonst üblich aus Gründen des Taktgefühls nicht infrage kommt, und stattdessen ein Foto eines weiblichen Unterleibs mit einer sehr kurzen abgeschnittenen Jeans gewählt. Und einem Gürtel mit Schnapsfläschchen, der in der Bildunterschrift auch noch einmal explizit erwähnt wird. Überhaupt ist diese Bildunterschrift für sich schon ein derartiges Meisterwerk völlig verfehlten Journalismus‘, dass ich sie hier beinahe vollständig zitieren will:

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Projekt 52 Bücher (3)

4. Februar 2013

Na logo. Lebt Frank Zander eigentlich noch? Ich habe ihn ja mal persönlich kennengelernt. War profund gruselig.

Na gut, ich kann mich ja auch nicht immer ganz verweigern, und das aktuelle Thema geht ja auch wirklich, da will ich also mal fair bleiben und einfach sagen, was

Das nächste MUST-HAVE-Buch

für mich wird. Ich meine, schließlich ist das für einen leidenschaftlichen Bewunderer guter Geschichten doch überhaupt kein Problem, man muss ja nur ein Buch benennen, das man noch nicht hat, das man aber um jeden Preis haben will, und …

ähm…

Ja, also …

Ich hab keine Ahnung. Schon ganz grundsätzlich neige ich nicht dazu, mich auf Bücher zu freuen, bevor ich sie aufgeklappt habe. Und nur in seltenen Ausnahmefällen erlaube ich mir immerhin schon mal ein bisschen Freude, bevor ich sie wieder zuklappe, denn ich weiß ja genau, dass man mit genug bösem Willen auch ein eigentlich echt gelungenes Werk über ein paar Seiten noch komplett in den Abgrund stürzen kann.

Das einzige Buch, das ich derzeit guten Gewissens mit überschaubarer Dehnung des Begriffs als Must-have-Buch (Die Großbuchstaben muss ich auf jeden Fall weglassen, das wäre einfach nur noch unehrlich, und die würde mir doch eh niemand abnehmen.) bezeichnen könnte, wäre so ziemlich jedes von John Ajvide Lindqvist, obwohl die Beschreibungen echt nicht gut klingen, einfach nur, weil ich Let the Right One In so toll fand, aber weil ich darüber schon in den letzten beiden Beiträgen zu diesem Projekt geschrieben habe, kommt es mir doch inakzeptabel vor, auch den dritten zu nutzen, um schon wieder von Lindqvist zu schwärmen, deshalb muss also eine Alternative her.

Hm.

Na gut.

Nehmen wir das:

Surrender

Der dritte Band aus Glen Cooks Reihe „The Instrumentalities of the Night“, nicht weil ich besonders drauf brennen würde, es zu lesen, das ist wie gesagt nicht mein Ding, sondern weil Glen Cook einfach ein ganz, ganz großer Autor ist, den trotzdem unverdienterweise kaum jemand kennt, und den ich deshalb gar nicht genug empfehlen kann. Gut, ich muss auch selbst zugeben, dass die ersten beiden Bände für mich persönlich eher in die Kategorien „beeindruckend“ und „wahnsinnig gut geschrieben“ als „unterhaltsam“ oder „kurzweilig“ passten, aber mein Geschmack muss ja nicht eurer sein, und wenn euch „wahnsinnig gut geschrieben“ noch nicht reicht, dann kann ich euch auch nicht helfen.

kthxbai.


Mehr als ein Unbehagen

2. Februar 2013

empfindet Florentine Fritzen auf faz.net angesichts der neuen Regelung zur PID, zu der ich kürzlich schon einmal sarkastisch Stellung nahm. Eigentlich ist mehr dazu auch nicht zu sagen, aber weil Frau Fritzens Unbehagen wiederum bei mir erhebliches Unwohlsein ausgelöst hat, und weil ihre Argumentation sich wegen Allgemeingebräuchlichkeit ganz gut als Aufhänger eignet, will ich die Chance nutzen, mich auch noch einmal so unsarkastisch und ernsthaft zu dem Thema zu äußern, wie ich es eben schaffe.

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Angelic Duties (3)

2. Februar 2013

Aaaaand there’s another chapter of our serialised novel „Angelic Duties“. Please stop me if I’m going too fast for you.

Oh, and in case you have never read anything I’ve written and have, strangely, decided to start with the third chapter of my latest book: Trigger warning.

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