Restebloggen (89)

  1. „Hey, wäre es nicht cool, wenn unsere Kunden direkt aus Word heraus ein Dokument mailen könnten?“ „Ja, das klingt gut, aber achte bitte drauf, dass sie dann keinerlei Zugriff mehr auf Outlook oder Word haben, bis die Mail verschickt ist, okay?“ „Ähm … Was soll ich machen?“ „Aufpassen, dass Outlook und Word nicht nutzbar sind, solange das Fenster mit der Mail noch offen ist. Sprech ich Kroatisch?“ „Nee, schon klar, hab ich verstanden, aber warum denn?“ „Sorry, muss weg, dringendes Meeting!“ So oder ähnlich muss das Gespräch gelaufen sein.
  2. Ann Druyan spricht über den Tod ihres Ehemannes Carl Sagan. „Carl faced his death with unflagging courage & never sought refuge in illusions.“ Lie down. Try not to cry. Cry a lot.
  3. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich finde zurzeit Thea Gilmore total toll. Und die Idee, ein Neil-Gaiman-Album zu machen, ist natürlich auch grundsätzlich toll, ganz unabhängig davon, dass sie mit drauf ist.
  4. Ich verstehe diese Leute nicht, die mir auf gezielte Nachfrage sagen, alles sei in Ordnung und sie hätten auch keine Verbesserungsvorschläge, um dann zwei Tage später einen Personalcoach zu bitten, mich zu bitten, mit ihnen und ihrem Vorgesetzten mal ein Gespräch zu führen, weil sie dies, das und jenes nicht in Ordnung finden und diesen, jenen und den Verbesserungsvorschlag haben. Ich meine, wenn jemand sich gar nicht traut, sowas zu sagen, das ist schade, aber verständlich. Aber es vorzuziehen, die betroffenen Personen offen anzulügen und ihnen dann über Dritte doch mitzuteilen, was einen stört, mit dem Ziel, dann doch mit ihnen drüber zu sprechen, nur halt über den Umweg, vorher mal ein eventuell bestehendes Vertrauen zu beschädigen und sie ordentlich vor den Kopf zu stoßen, das ist in meinen Augen eine ganz merkwürdige Strategie. (Und ich rede hier nicht über einen cholerischen Vorgesetzen von den Dimensionen eines James Clark Duncan. Der Mann ähnelt in Auftreten und Optik einem archetypischen Kindergärtner. Heißen die so? Egal.)
  5. Wolf von Game One ist nicht mehr bei Game One, sondern hat – wie ist er bloß auf diese crazy Idee gekommen? – jetzt einen YouTube-Kanal mit dem etwas sonderbaren Namen Sexy Cripples, auf dem er mit seiner Frau zusammen (was wirklich eine gute Idee ist, ganz im Ernst, die ist nämlich toll) über Filme, Videospiele und sonstiges Gelöt redet. Ich mag ihn immer noch, aber die unfassbar schlechte Kommunikation mit den Fans macht mich staunen. Also, ja, ich würde an deren Stelle auch nicht mit meinen Fans reden wollen, denn die Game-One-Fans sind leider unfassbare Dooftrottel, man bekommt Kopfkrebs, wenn man da die Koommentare liest, aber trotzdem, die leben doch nun mal von diesem Abschaum, da kann man doch mal kurz einen Post schreiben, in dem sinngemäß steht: „Wolf ist nicht mehr bei uns, wir können leider nicht weiter ins Detail gehen, ihr findet ihn jetzt hier, wenn ihr mögt, wir wünschen ihm alles Gute mit seinem, naja, neuen, ähm… Projekt, oder so, und seinen Job macht jetzt in Zukunft einer dieser kleinen Spielzeugvögel, die automatisch aus einem Wasserglas trinken.“ bzw. „Hey, Leute, ich bin jetzt nicht mehr bei Game One, sondern hier, zu den Hintergründen kann ich leider nichts Genaues sagen, aber schaut mal, ich hab ein ganz tolles neues Projekt, mit dem ich … will, und von dem ihr … erwarten könnt, und außerdem gibt es … also kommt mit rüber und habt Spaß mit mir!“ Oder so. Tut doch nicht weh, und vielleicht ist dann auch nicht die Kommentarspalte hinter jedem Post voll mit „Wo ist Wolf?“ „Wie, ist der nicht mehr bei Game One?“ „Nee, der ist jetzt weg.“ „Was, Wolf ist weg, warum das denn?“ „Wo ist Wolf?“ „Ist der echt weg, stimmt das?“ „Wir wollen Wolf wieder haben!“
  6. Und weil das heute offenbar das Rant-Restebloggen ist: Ich bin es ja schon ziemlich leid, dass Leute, statt einfach meine Fragen zu beantworten, anfangen, dem zu widersprechen, wovon sie aus von außen schwer ersichtlichen Gründen glauben, dass ich es mit meinen Fragen aussagen will. Hoffentlich ist das kein Trend. Dass man sich nicht immer einigen kann, ist eine Sache, aber wenn man nicht mal drüber reden kann, wo und wie man eigentlich differiert, wird es albern.
  7. Gerade habe ich mit meinem neuen Lieblings-Cover-Designer darüber gesprochen, dass auch eine YouTube-Präsenz für einen aufstrebenden Schriftsteller nicht schlecht wäre, und wie man das machen sollte, da sehe ich diesen Buchtrailer für Das Sterben der Bilder
    Was haltet ihr von sowas?
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34 Responses to Restebloggen (89)

  1. fichtenstein sagt:

    Argh, Nummer 4 ist anscheinend sogar eine sehr gängige Strategie in großen Firmen. Da wird nur hierarchisch nach oben beschwert und nach unten, bzw. auf der gleichen Ebene wird nur mit dem Kopf genickt und in sich hineingedacht. Kostet viel Zeit, Nerven, Vertrauen und sorgt allenfalls dafür, dass alles ins Stocken gerät und falsch kommuniziert wird, ist aber wohl eine dieser merkwürdigen bürokratischen Traditionen, die nur zu oft stur eingehalten werden.

  2. Muriel sagt:

    @fichtenstein: 4. Ganz so war es hier ja nicht, und auch in den anderen Beispielen, an die ich dachte. Die Leute kommunizieren weder mit ihren direkten Vorgesetzten, noch mit mir, dafür dann aber mit irgendwem (In diesem Fall einer externen Coachin, sonst auch gerne mal sonstwem, der nun wirklich gar nichts mit der Sache zu tun hat.).
    Insofern sehe ich da nicht mal einen so unsinnigen Sinn drin wie die von dir vorgeschlagenen Traditionen.

  3. Guinan sagt:

    1. Ein Ärgernis ohne Gleichen. Auch ganz besonders schön, wenn man für einen Workflow zwingend ein PDF-Formular nutzen muss, das automatisch eine Mail öffnet – und an die man dann noch andere Dateien hängen muss. Und ein ganz besonderes Highlight sind dann Kolleginnen, die sich den einzig möglichen Arbeitsablauf nicht merken können.
    2. Ich freu mich immer ganz ungemein. Danke.
    3. Hat was.
    7. Davon halte ich eine Menge. Die Reichweite auf YT ist doch beträchtlich größer, zumindest wenn das Video zum Teilen einlädt. Und dieser Trailer ist wirklich gut gemacht, wäre für mich ein Kaufanreiz.

  4. madove sagt:

    1. Ich nutze eigentlich nur Excel und bin irgendwie bei Office 2003 steckengeblieben. Der Unterhaltungswert scheint unverändert geblieben zu sein.
    2. Ja, das war auch so etwa meine Reaktion…..
    3. Oh, danke, daß du mich an dieses Album erinnert hast…! ich hatte mir das damals gejagt, aber irgendwie vergessen. Ich muß es mal suchen gehen.
    7. Wow. ‚Buchtrailer‘ kannte ich als Genre auch noch nicht. Gelungen.

  5. Muriel sagt:

    @Guinan: 3. Ich bin verblüfft. Und ein bisschen besorgt.
    7. Ich überlege auch schon. Ist halt nach wie vor die alte Frage, wie viel ich wohl in ein Projekt zu investieren bereit bin, dass mir am Ende wahrscheinlich irgendwas um 3,50 € einbringt. Aber verlockend ist es natürlich schon, meinen eigenen Buchtrailer zu haben.
    @madove: 1. Es wird immer sogar immer besser.
    2. Findest du es denn tröstlich wie Guinan, oder eher nicht, wie ich? (Du kannst auch einfach direkt beantworten, wen von uns du lieber hast. Wir alle wissen, dass die eigentliche Frage keine Rolle spielt.)
    3. Die CD scheint aber irgendwie fundamental kaputt zu sein. Ich habe zuerst eine bekommen, auf der die letzten drei Tracks nicht hörbar sind, dann habe ich die umgetauscht, gegen eine mit dem gleichen Problem. Dann hat Amazon das Geld erstattet. Gelegentlich versuch ichs noch mal, aber noch bin ich nicht dazu gekommen.

  6. madove sagt:

    2. Ich hab Euch doch beide so lieb! Aber jetzt im Ernst: Beides. Ich bin am Ende von dem Text todtraurig im wahrsten Sinne des Wortes, habe aber trotzdem so ein Gefühl von „Es ist okay.“
    Als Atheistin finde ich Tod ehrlich gesagt schon eine schwer erträgliche Riesensauerei. Aber wenn ich den Eindruck habe, jemand hat echt was aus seinem Leben gemacht (und dazu kann das Bewußtsein der Endlichkeit schon nützlich sein), ja, dann isses wohl okay. Mehr gibts halt nich.
    Hm.
    Mäßig tröstlich.

    3. Ich hatte mir damals die Musik irgendwie besorgt *hüstel*. Ich such auch grade verzweifelt, das war noch in einer Zeit, in der ich Sachen mangels Festplattenplatz auf schlecht katalogisierte Daten-DVDs gebrannt hab…

  7. Muriel sagt:

    @madove: 2. Na gut, damit kann ich leben. (Aber sag ruhig ehrlich, in Wahrheit bist du schon auf meiner Seite, oder? Du wolltest Guinan jetzt nur nicht verletzen und hast dich deshalb nicht entscheiden wollen, oder? Ich meine, das ist ja nett von dir, aber jetzt mal ganz unter uns …)
    3. Ahja. Jetzt weiß ich auch, wer Schuld ist, dass ich immer noch kein Geld verdiene mit meiner Schriftstellerei. Ich hab mich schon gewundert.

  8. Guinan sagt:

    @Muriel: 2. Madove muss sich überhaupt nicht zwischen uns entscheiden, ich liebe euch doch beide, das ist schon ok.
    7. Wenn du die Sache professionell aufziehen willst, mach alles, das du dir irgendwie leisten kannst. Ein Verlag würde auch eine Menge Geld in einen potentiellen Bestseller stecken.

  9. Muriel sagt:

    @Guinan: 2. Ja sag mal, ist das hier ein Wettbewerb oder nicht? Pfff. Weiber.
    7. Ja, ähm … Eben daher rühren ja meine Zweifel.

  10. Guinan sagt:

    @Muriel: 2. Ganz falsche Antwort. Das musst du aber noch üben.
    7. Du hättest vielleicht Hilfe von Freunden? Die das Video einigermaßen vernünftig hinkriegen? Mir würde ja schon reichen, wenn du einfach das Buch vorliest, reichweitenmäßig würde sowas aber wohl nichts bringen.

  11. Muriel sagt:

    @Guinan: 7. Ich glaube, du hast mich missverstanden. Es geht um das Stichwort „potentieller Bestseller“.

  12. Guinan sagt:

    Zweifelst du an dir? Bestseller werden gemacht, nicht geschrieben.

  13. Muriel sagt:

    @Guinan: Ich zweifle an allem, Das solltest du doch nun wirklich schon irgendwo mal mitbekommen haben.

  14. Guinan sagt:

    Zweifel ist aber manchmal nicht zweckdienlich.

  15. Muriel sagt:

    @Guinan: Zweifel ist immer gut, und wenn du das noch einmal anzweifelst, dann sperr ich dich!

  16. Guinan sagt:

    Oh, jetzt komme ich aber doch so langsam ins Zweifeln…

  17. Triffels sagt:

    Was sagt das über mich aus, das ich bei 2. nicht die geringste Emotion empfunden habe? Oder bin ich die Normale und ihr seid komisch?

  18. Muriel sagt:

    Ihr seid alle komisch. Bis auf keoni. Und sogar bei der bin ich mir manchmal nicht so sicher.

  19. madove sagt:

    @Muriel
    2. Tjaa, in Bezug auf den Tröstlichkeitsgrad des Textes wäre ich vielleicht eher bei Dir gewesen, aber das hast Du dann mit dem Wettbewerb&Weiberkommentar wieder verspielt. *hüpft mit Guinan händchenhaltend in den Sonnenuntergang*

  20. Triffels sagt:

    @madove: Jetzt, wo ich das so lese, finde ich 3. plötzlich auch ungemein tröstend. Weiber, tztz. Sieht schlecht aus für Muriel

  21. Triffels sagt:

    Ich meinte natürlich 2.

  22. Muriel sagt:

    Sieht den beiden eine ganze Weile mit bebenden Lippen hinterher, blinzelt dabei sehr häufig.
    Als sie schließlich hinter dem Horizont verschwinden, brüllt er noch mit sich überschlagender Stimme hinter ihnen her:
    „DANN GEHT DOCH! ICH BRAUCH EUCH NICH! ICH BRAUCHE ÜBERHAUPT NIEMANDEN!“
    Wendet sich ab und wischt sich so heftig über die Augen, dass die Haut sich sichtbar rötet. Kniet neben einer besonders hohen Distel nieder und betrachtet sie mürrisch.
    „Stimmt doch, oder? Wir brauchen die nicht, stimmts? Hab ich nicht recht? Du liebst mich, wie ich bin, nicht wahr? Nicht wahr? NICHT WAHR? ANTWORTE! ANTWORTE! LIEB MICH! LASS MICH NICHT ALLEINE!“
    Springt auf, stürzt sich auf die Distel, würgt sie, tritt sie, beißt sie, schlägt sie, bis sie in schleimigen Fetzen im aufgewühlten Mutterboden vor ihm liegt. Betrachtet die Verwüstung vor sich einige Sekunden lang mit weit aufgerissenen Augen, schlägt dann beide Hände vor den Mund, fällt auf die Knie und schreit gen Himmel:
    „WAS HABE ICH GETAAAAAN?“

  23. Triffels sagt:

    Kommt erschüttert zurückgeeilt. „MURIEL! TU ES NICHT! Ich weiß doch, dass Du das nicht so gemeint hast! ich hab Dich immer noch lieb! Ich verzeihe Dir!“. Nimmt Muriel in den Arm und weint ein bisschen.

  24. madove sagt:

    @Muriel
    WIR sind alle komisch. Ja. Okay. Schonklar.

    (JFC, wie streitet man sich denn erfolgreich mit einem Schriftsteller?! Ich bin schon wieder fast zu Tränen gerührt und bereit, Dich doch mitzunehmen, und sei’s nur, um die lokale Flora zu retten?!)

    ((Oh, apropos Schriftsteller, ich geh dann mal das neue Angelic Duties lesen…))

  25. Muriel sagt:

    @Triffels: Ich würde das nie zugeben, aber hinter meiner gefühlskalten hyperrationalen Fassade verbirgt sich ein zitternder, zusammengekauerter kleiner Junge, dem diese Umarmung gerade Leben und Verstand gerettet hat.
    @madove: Ich würde dich ja auffordern, von Triffels zu lernen, wie mans macht, aber der letzte Klammerzusatz hat alles rausgerissen.

  26. Guinan sagt:

    Ne, so leicht bin ich nicht rumzukriegen. Ich geh jetzt erstmal fremd, dat haste nu davon.

  27. Triffels sagt:

    @muriel: Jetzt, wo Du dich wieder beruhigt hast: MACH SOWAS NIE WIEDER! MEIN ARMES HERZ!

  28. Muriel sagt:

    @Guinan: Darf ich wenigstens zusehen?
    @Triffels: Dein armes Herz, aber 2. lässt sich unberührt?
    Du bist wirklich komisch.

  29. Guinan sagt:

    @Muriel: Wenn du ganz brav bist, lassen wir dich vielleicht sogar mitspielen.

  30. Triffels sagt:

    Du bist wirklich komisch.

    Tatsache! Gewöhnt euch dran. Ich hab‘ ja vor, hier noch öfter rumzuhängen. Gute Nacht.

  31. Muriel sagt:

    @Guinan: Schluck. „Ich – ihr – mir -“ quiekt und rennt weg.

  32. fichtenstein sagt:

    @Muriel: Das Schlimme an der Kommunikation ist, dass sie oftmals Schuld hat. Leider geht es nicht ohne, daher wird es immer wieder und wieder Momente geben, in denen man wirklich nicht versteht, warum immer alles so viel komplizierter ablaufen muss. Aber ja, wenn noch nicht mal der Vorgesetzte, sondern Außenstehende einbezogen werden, dann fehlt sogar der Ansatz eines guten Willens und ich fühle mit dir. (sorry dafür, dass meine Reaktionen oftmals prekär zu spät kommen…)

  33. Muriel sagt:

    @fichtenstein: Wahre Worte. Und mach dir wegen der Verzögerung keine Sorgen. Ich habe nach einer langen, schmerzhaften Periode der Ratlosigkeit und Enttäuschung irgendwann eingesehen, dass es Leute gibt, deren Leben nicht nur aus meinem Blog besteht.

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