Projekt 52 Bücher (12)

Vampir

ist diese Woche das Thema, und zuerst war ich so: Klar, dann nehm ich natürlich Fevre Dream

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Das ist ein Vampirroman, und es ist sogar irgendwie clever, denn heute kennt jeder George R.R. Martin, aber niemand weiß, dass er auch mal sowas geschrieben hat, und Schaufelraddampfer sind sowieso unfassbar cool.

Aber dann war ich mehr so: Na gut, aber wer braucht eigentlich noch ein Buch, in dem Vampire als schwermütige und romantische Gestalten im 19. Jahrhundert dargestellt werden, auch wenn es echt gut geschrieben ist?

Deshalb war ich schließlich dann mehr so: Hey, nehmen wir doch mal was ganz anderes und was furchtbar Progressives, das trotzdem echt gut ist, und außerdem auch von Vampiren handelt?

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“In the deepest places, where physical norms collapse under the crushing water, bodies still fall softly through the dark, days after their vessels have capsized. They decay on their long journey down. Nothing will hit the black sand at the bottom of the world but algae-covered bones.”

Ja, Kraken war nicht gut, und was er davor gemacht hat, ging mir mit seiner manchmal arg aufdringlichen Gesellschaftskritik und schon sehr ostentativen Kommunismussympathie hart auf den Geist, am schlimmsten zum Beispiel Iron Council (madove, merkst du was? Empfehlung.), aber das ändert nichts dran, dass seine ersten paar Bücher einfach wahnsinnig gut waren. Perdido Street Station zum Beispiel. Oder eben The Scar.

In The Scar versuchen die Liebenden, die Herrscher über Armada, eine treibende Stadt aus ein paar hundert Schiffen, den Avanc zu wecken und in ein Geschirr zu spannen, damit er ihre Stadt ziehen kann, wohin immer sie wollen. Armada ist unterteilt in verschiedene Distrikte, und einer davon wird vom Brucolac regiert, einem sehr alten Vampir, der seinen Bürgern die größte Freiheit und Sicherheit bietet und im Gegenzug nicht mehr verlangt als ein paar Deziliter von ihrem Blut. Klar, dass das für einen wie mich nach der idealen Gesellschaftsordnung klingt, oder?

Es gelingt Mieville hier geradezu vorbildlich, eine vielfältige, riesige Welt zu zeichnen, die lebt und atmet, und die der Leser auch lange nach dem Zuklappen nicht vergessen wird. Mit dem Ende bin ich nicht so ganz glücklich, aber wann ist man das schon? Unbedingte Empfehlung.

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4 Responses to Projekt 52 Bücher (12)

  1. Guinan sagt:

    Fiebertraum war nicht übel. Hatte ich ganz vergessen, dass das auch von Martin ist.

  2. Muriel sagt:

    Hast du auch Tuff Voyaging gelesen? Das fand ich göttlich.

  3. Guinan sagt:

    Noch nicht. Hattest du neulich schon mal empfohlen, schlummert inzwischen auf der Festplatte.

  4. Muriel sagt:

    Gut, weiter so.

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