Projekt 52 (13)

Das Fellmonster hat ja bekanntlich jede Woche eine Aufgabe für uns, und diese Woche wollte es gerne dreifuffzich

Ein Buch, dessen Titel wirklich nichts, aber auch gar nichts, mit dem Inhalt (der Geschichte) zu tun hat.

Und da ist natürlich nichts leichter als das, denn davon gibt es reichlich. Nehmen wir zum Beispiel Die Dunkle Seite von Frank Schätzing (ohne Link und ohne Foto. Wenn ihr solchen Schweinkram wollt, sucht ihn euch bitte selbst, ich kann das nicht mit meinem Gewissen vereinbaren.). Ich habe das Ding zwar nicht durchgelesen (Es gibt sowas wie Menschenwürde, und Obligationen gegenüber sich selbst, und einen Überlebensinstinkt, und mit nichts davon wäre das vereinbar gewesen.), aber ich habe mich jedenfalls davon überzeugt, dass nirgends auch nur eine einzige dunkle Seite enthalten ist. Die sind zwar alle teilweise geschwärzt – leider, ich weiß auch nicht, wie so ein schönes Buch dermaßen verunreinigt werden konnte, eine Schande ist das, eine echte Schande – aber keine davon ist als solche dunkel, alle weiß, also völlig falscher Titel.

Oder nehmen wir Metaphysische Anfangsgründe der Naturwissenschaft. Na gut, der Titel ist nicht wirklich irreführend, denn jeder Idiot kann ja erkennen, dass Naturwissenschaft wunderbare ohne metaphysische Anfangsgründe auskommt, und ich weigere mich, Kant dem ollen Troll auch nur posthum den Gefallen zu tun, mich über seine Provokationen aufzuregen.

Oder Backbite.

backbite

Mein Idol Jeff Strand hatte es so enthusiastisch empfohlen, und dann am Ende kam im ganzen Buch kein einziger … Na gut, nein, wenn ich noch mal drüber nachdenke, Backbite zählt nicht. Ich hätte mir am Ende nämlich schon ganz gerne in den Hintern gebissen, weil ich meine Zeit mit diesem lauen Quatsch verschwendet hatte.

Und was ist mit Best Served Cold, hm?

Best served cold

Ich habe das Buch mit zahlreichen Freunden und Verwandten ausprobiert, und 83% von denen meinten, dass es warm viel besser …

Was? Ja. Ja, ihr habt ja recht, ich hör schon auf. Bis zum nächsten Mal.

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18 Responses to Projekt 52 (13)

  1. ChB sagt:

    „Die Maitresse des Bischofs“ von Eckhard Henscheid

  2. Das Thema war viel zu einfach für Dich. Irgendwann einmal werde ich ein wirklich richtig schwieriges Motto kredenzen…

  3. Muriel sagt:

    @ChB: Ich kenne das Buch nicht, aber es werden doch wohl eine Maitresse und ein Bischof drin vorkommen, oder etwa nicht?
    @Fellmonsterchen: Einmal musste ich ja schon kneifen. Deine Arbeit ist insoweit getan. Du kannst es uns gerne weiterhin leicht machen. Außerdem ist leicht und schwer ja eh so eine Sache. Das ist wie bei jedem Quiz. Wenn man die Antwort hat, ist es leicht, wenn nicht, ist es schwer.

  4. ChB sagt:

    @ Muriel
    Gerade nicht. Aus dem 1. Kapitel: „Einzugestehen ist hier nämlich fürs erste eine grobe, feiste Lüge, eine glänzende und gleißende Lesertäuschung. Denn keineswegs – Flucht nach vorn – von einer „Mätresse des Bischofs“ handelt mein Buch (woher denn? die sind doch sogar zu dumm, sich sowas zu halten) – sondern …“

  5. Muriel sagt:

    @ChB: Soso. Dass Bischöfe zu dumm für Mätressen wären, kann wohl als widerlegt gelten, aber ansonsten interessanter Ansatz.

  6. Triffels sagt:

    Und mein Schülerlexikon handelt weder von Schülern noch von Lexika.

  7. Dennis sagt:

    Nun ja – aber der Blogtitel stimmt mit diesem Beitrag wunderbar überein.

    Abgesehen davon verstehe ich immer noch nicht wieso Frank Schätzing aus Deiner Sicht so kacke ist – aber ich vermute ich finde Bücher die Du liest vielleicht auch kacke. Oder ich bin einfach ein Universaladapter. Anspruchslos wenn es nur anspruchsloses gibt und vice versa.

  8. Muriel sagt:

    @Dennis:

    Nun ja – aber der Blogtitel stimmt mit diesem Beitrag wunderbar überein.

    Was du nicht sagst.

    Abgesehen davon verstehe ich immer noch nicht wieso Frank Schätzing aus Deiner Sicht so kacke ist

    Weil er nicht schreiben kann. Das ist natürlich eine Geschmacksfrage, so wie ja auch manche meinen, die Black-Eyed Peas machten total tolle Musik und Frank Elstner sei ein begnadeter Moderator, aber ich muss eben bei so ziemlich jedem seiner Sätze und bei nicht nur so ziemlich sondern wirklich jeder seiner Dialoge einen Würgereiz unterdrücken, empfinde jeden einzelnen seiner Charaktere, den ich bisher das Unglück hatte, kennenzulernen, als uninteressant und lästig, und seine Plots als … ach,ich muss mir jetzt auch nicht was aus den Fingern saugen, nur um ihn zu kritisieren, die Plots sind auch doof, aber was mich vor allem stört, ist sein Missbrauch von Sprache, seine unfassbar lahmen Dialoge und seine platten Charaktere. Und darüber hinaus halt alles andere. Es gibt buchstäblich nichts, was ich an seinem Stil sympathisch, erträglich oder auch nur verzeihlich finde. Frank Schätzing ist für mich der will.i.am der Belletristik.

  9. Muriel sagt:

    Und um Missverständnissen vorzubeugen: Wenn du seinen Kram gerne liest, ist das für mich natürlich völlig in Ordnung. Oder jedenfalls fast.

  10. Dennis sagt:

    @Muriel: Hehe, ich glaube kaum, dass Du Dir und ich mir von dem jeweiligen anderen sagen lassen was der nicht lesen sollte. Vielleicht würden wir von gewissen Dingen abraten 🙂 War wirklich rein Interesse halber die Nachfrage. Ich fange jetzt auch nicht damit an zu erklären, was ich dran gut finde. Habe gerade mal zwei Seiten gelesen und versucht die Dialoge auf Qualität zu prüfen.

    Die sind leider nicht besonders toll… aber irgendwie kann ich darüber hinweg lesen. Genauso wie bei Romeo und Julia oder Goethes Werther und die Groschenromane meiner Schwiegermutter (naja FAST – die Dialoge sind echt beknackt. Musst Du mal lesen ;-))

  11. Muriel sagt:

    @Dennis: Magst du mir denn im Gegenzug sagen, was dir bei Schätzing gefällt? Und ob du vielleicht auch Herrn Fitzek gerne liest?
    Auch nur so interesssehalber?

  12. Dennis sagt:

    @Muriel: Leider kannte ich bisher nichts von Fitzek. Ich habe mir mal den Prolog von Amokspiel durchgelesen. Ziemlich spannend, ich glaube das muss ich mir kaufen.

    Der Rest dauert ein wenig, weil…ich manchmal ein Erklärbär bin. Ich lese Bücher in der Regel schnell und in einem durch, d.h. mir schenkt irgendjemand ein Buch und dann nehme ich es 1 Sekunde bis Jahre später in die Hand und fange an zu lesen, dann lege ich es zur Seite wenn ich fertig bin. Manchmal kann ich unterbrechen, aber ich schlafe erst, wenn es ausgelesen ist. Mittlerweile gibt es natürlich immer mehr Ausnahmen, aber mit der Belletristik, ich meine damit alles ausser Sachbücher und so, verfahre ich meistens so.

    Bei Schätzing begreife ich die Charaktere nicht als Charaktere und die Dialoge sind auch keine Dialoge. Es ist immer der gleiche Kopf dahinter und das merkt man auch. Niemand ist wirklich dumm, sondern alle ständig bemüht intelligen zu wirken ohne es nachweislich zu sein. Ja, die Charaktere sind geradezu Hülsen. Der Plot ist das entscheidende. Leider, wie bei Wolfgang Holbein auch (den ich als Kind noch las, mittlerweile gehts nicht mehr) kann man die Grundidee des Buches ausführlich in wenigen Sätzen beschreiben ohne relevante Details zu vernachlässigen.

    Was mich fasziniert ist das Setting. Es kommt mir nicht so sehr von den Dialogen, aber von der Interaktion der Charaktere (im Sinne von physischer Aktion) so vor als wäre es die echte Welt. Als gäbe es diese Welle, den Tsunami, der alles platt macht. Vor meinem inneren Auge erscheinen dann Bilder die den Spektakeln von Roland Emmerich ähneln. Übertrieben, aber wenn man sich vorstellt man würde das aus der Ich-Perspektive sehen, sehr beeindruckend.

    Ich muss nicht hinterfragen, ob sich Menschen so verhalten würden oder Politiker. Wenn ich mir Politiker und Menschen (gerne auch nur Menschen) anschaue, dann sind die Handlungen für mich in der Realität (und ebenso die Dialoge) irrational. Zum brechen. Und da weiß ich leider, das hier keiner versucht einen für ihn faszinierenden Plot darzulegen und wenn man ihn sich angehört hat, klappt man das Buch zu und feddisch. Nein. Ich hinterfrage auch nicht zwangsläufig die Physik.

    Zufällig hatte ich aber, nachdem ich den Schwarm gelesen hatte auf einem privaten Event zwei engagierte Geologen und immerhin konnten wir ein wenig über dieses Methanhydrat reden. Es war nicht nur Schrott was er da schrub, sondern hatte ein wenig Background. Das ist für mich ebenfalls ein plus.

    Das Kopfkino funktioniert bei mir auch recht gut bei den Actionszenen. Dann gefällt mir das er Charaktere sterben lässt. Bei anderen Büchern die ich so lese ist von vornherein klar, das sind die zwei Hauptcharaktere und die überleben. Bei Schätzing gibts immer genug Leute (naja und die Haupt-Hauptcharaktere überleben auch hier, glaube ich, ist schon wieder ein Weilchen her).

    Vielleicht nochmal in Kürze:
    1) Teilweise realistische, beeindrucken Katastrophenszenarien und Naturschauspiele
    2) Teilweise nette Actionszenen
    3) Es gibt ein wenig echtes Wissen hinter dem ganzen was man benutzen kann um in Wikipedia mit einem kleinen wenig Grundverständnis über bspw. Methanhydrat zu lesen
    4) Bei Tod und Teufel habe ich den Eindruck ein Gefühl von der damaligen Zeit zu bekommen, ebenfalls wieder plastische Kulissen und aus meiner Sicht ausreichend gut recherchiert

    Weisst Du was ich glaube? Frank Schätzing klugscheißt, er versucht damit anzugeben was er alles weiß und hat den Anspruch fast genial zu sein. Er will bewundert werden. Ich kann das ab, ich kann mich als Leser zurücknehmen und die Show genießen – und bringe das was ich lese nicht unbedingt damit in Verbindung, dass das irgendjemand ja auch schreiben musste, und dass derjenige auch einen Charakter oder eben keinen hatte oder was er denkt, fühlt und ist, wenn er nicht schreibt.

  13. Muriel sagt:

    Interessant. Danke für die ausführliche Erläuterung. Nicht, um dich zu dissen, sondern nur zum Vergleich meine Meinung, wo sie von deiner abweicht.

    Niemand ist wirklich dumm

    Da empfinde ich zum Beispiel das exakte Gegenteil.

    Es kommt mir nicht so sehr von den Dialogen, aber von der Interaktion der Charaktere (im Sinne von physischer Aktion) so vor als wäre es die echte Welt.

    Bei mir zum Beispiel gar nicht. Aber das liegt wahrscheinlich daran, dass ich beim lesen seiner Texte die ganze Zeit sowas vor mich hin murmele wie „Nee, nee, das kann nicht sein, das hat er nicht geschrieben, hat der denn keine Lektorin, guckt da beim Verlag nicht noch mal jemand drüber, um Himmels Willen, das gibts doch gar nicht“, da kommt natürlich kein Suspense of Disbelief auf.

    Vor meinem inneren Auge erscheinen dann Bilder die den Spektakeln von Roland Emmerich ähneln. Übertrieben, aber wenn man sich vorstellt man würde das aus der Ich-Perspektive sehen, sehr beeindruckend.

    Das höre ich öfter. Geht mir wie gesagt gar nicht so. Und ich hasse Emmerichs Filme.

    Es war nicht nur Schrott was er da schrub, sondern hatte ein wenig Background. Das ist für mich ebenfalls ein plus.

    Für mich gar nicht. Mir könnte sowas nicht gleichgültiger sein.

    Dann gefällt mir das er Charaktere sterben lässt.

    Vom Grundsatz her gefällt mir das auch, ist mir aber bei ihm bisher nicht aufgefallen. Aber ich bin halt auch voreingenommen gegen ihn.

    Weisst Du was ich glaube? Frank Schätzing klugscheißt

    Hier sind wir mal völlig einer Meinung, und das ist zwar bei weitem noch nicht so schlimm wie bei Clancy, geht mir aber auch auf den Zeiger.

  14. Günther sagt:

    @Dennis:

    Du liest Schätzing in einem durch, ohne zu schlafen? Nicht ernsthaft, oder? (Der Schwarm: 992 Seiten, Limit: 1312 Seiten) Mein größtes Problem mit Schätzing war immer, dass die Geschichte immer gefühlt 70 % zu viele Seiten für ihren Inhalt hatten.

  15. Dennis sagt:

    @Günther: Ja es gibt Ausnahmen – es sollte nur eines verdeutlichen, dass ich Bücher verschlinge. Happs. Weg.

    Mein Vater liest Bücher sehr langsam. Der schafft vielleicht 10 Seiten am Stück Günter Grass – Ein weites Feld, dann kann er sich fast einen ganzen Samstag morgen darüber aufregen wie beschränkt der Autor sein muss und was für ne blöde Einstellung / Wertvorstellung er da offenbart. Und dann liest er irgendwann wieder 10 Seiten.

    Ich vermute für Limit habe ich vermutlich ca. 7 Werktage gebraucht. Ich bin eine Weile zwischen Augsburg und München gependelt, da habe ich pro Strecke ca. 100 Seite geschafft und in der Zeit habe ich das Buch gekauft.

    @Muriel: Mit niemand ist wirklich dumm wollte ich versuchen zu sagen, dass er versucht Charaktere i.d.R. als intelligent darzustellen (oder stereotypisch dumm, aber dann ists sehr auffällig). Aber ich kann Dich da verstehen, ich denke Buch lesen ist wirklich Geschmackssache.

    Wie findest Du denn den Fitzek?

    Was ich übrigens wirklich klasse fand war Inspektor Rebus von Ian Rankin. Englisch wie deutsch, sehr sehr schön.

  16. Dennis sagt:

    @Muriel: Ich habe fast kein Clancy gelesen, aber es hat mich nicht beeindruckt, das Wenige.

  17. Muriel sagt:

    @Dennis: Ich finde Fitzek ähnlich unlesbar wie Schätzing, aber etwas weniger schlimm.
    Rebus fand ich okay, aber am Ende zu egal.

  18. […] dunkle Seite von Schätzing habe ich ja leider schon erwähnt, deswegen zählt das nicht mehr, und nun wird es arg schwierig, aber wenn ich lange genug […]

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