Projekt 52 (14)

Na logo. Lebt Frank Zander eigentlich noch? Ich habe ihn ja mal persönlich kennengelernt. War profund gruselig.

Welches/r Buch/Roman in Deinem Regal hat die meisten Seiten {ungefähr 1400 – 12bändiger Brockhaus ausgenommen}

Äh, was? Was ist denn bei der Aufgabenformulierung schiefgegangen? Hatten deine Eltern auch lebenden Nachwuchs? Tschuldigung, vielleicht sind da jetzt insbesondere mit der dritten Frage, bzw. der zweiten, denn die erste zählt nicht so richtig, die ist ja eigentlich gar keine Frage, sondern mehr ein Ausruf der Verwirrung, eine Elipse, sozusagen, ungeachtet des Fragezeichens, das übrigens der Aufgabenfrage fehlt, aber wenn das das wichtigste oder auch nur in der Gesamtschau noch erwähnenswertes Problem damit wäre, könnte ich mich glücklich schätzen, schon ein bisschen die Pferde mit mir durchgegangen, aber mal ehrlich: Was ist denn da passiert? „Buch/Roman“? Wieso Schrägstrich? Das sind keine verschiedenen Dinge, das zweite ist eine Untergruppe des ersten, was ist also gemeint? Alle Bücher, oder nur Romane? Egal welches ist ist, die Erwähnung des jeweils anderen ist damit nicht nur nicht mehr nötig, sondern schädlich, weil es der intendierten Aufgabenstellung widerspricht. Und was soll der Zusatz in der geschweiften (! Gehts noch? Geschweifte Klammer? Hallo?) Klammer? Ungefähr 1400? Was soll das heißen? Soll ich jetzt das Buch (oder den Roman?) mit den meisten Seiten in meinem Regal nennen, oder eines mit ungefähr 1400 Seiten? Falls letzteres welches, und warum steht dann vorher noch was anderes, und falls ersteres, was soll dann der Hinweis mit den 1400 Seiten? Und „12bändiger Brockhaus ausgenommen“, ja, na sowas, weil eine 12bändige Samlung ja auch ohne diesen Hinweis ein Buch wäre (oder ein Roman, na gut, es gibt ein paar Romane, die in mehreren Bänden erschienen sind, aber der Brockhaus ist kein Roman, womit ich wohl eigentlich annehmen könnte, dass die Frage von vorhin beantwortet ist, ob nur Romane gemeint sind, denn wenn dem so wäre, müsste man den Brockhaus nicht mehr explizit ausnehmen, der wäre dann ohnehin schon draußen, er ist nämlich kein Roman, aber dieser Schluss würde natürlich als eine Prämisse voraussetzen, dass die Aufgabe widerspruchsfrei und mit sowas wie einem Konzept formuliert wurde, ist also offensichtlich nicht gerechtfertigt), und kann ich jetzt im Umkehrschluss annehmen, dass ein 25bändiges Meyers Konversationslexikon zählen würde? Kann ich sicherlich nicht. (Eigentlich würde ich, wie vorhin angedeutet, auch hier klar sehen können, denn natürlich ist auch Meyers Konversationslexikon in 25 Bänden nicht ein Buch, aber damit würde ich wiederum unterstellen, dass der Verstand des Fragestellers auf mehr oder weniger konventionelle Weise innerhalb der uns bekannten Gesetzmäßigkeiten funktioniert was evident ein Fehler wäre, ich weiß, ich wiederhole mich, aber VERDAMMT NOCH MAL!) Muss ich erwähnen, dass die Brockhaus Enzyklopädie meines Wissens nie 12bändig erschienen ist? (Ja, die 16. hatte nominell 12 Bände, aber dazu kamen 2 Ergänzungsbände und ein Atlas, was zusammen 15 macht, und wenn man nur zwölf hat, hat man nicht die ganze Enzyklopädie, womit es dann eh nicht der Brockhaus wäre, sondern nur ein Teil davon.)

So. Jungejunge. Ihr könnt erkennen wie wichtig es ist, Normen klar zu formulieren, wenn man will, dass ihre Adressaten in der Lage sind, sie einigermaßen sinnig auszulegen, und wie der Teufel das so will, handelt es sich bei diesem Hinweis um eine traumhafte Überleitung zu meinem Versuch einer Beantwortung der widernatürlichen Abscheulichkeit, die in dieser Woche so tut, als wäre sie die Aufgabe des Fellmonsters für unser Buchprojekt. Ich darf gar nicht mehr drüber nachdenken und gehe deshalb nun schnell und ohne weitere Ausfälle dazu über, euch zu sagen, welches Buch in meinem Regal die meisten Seiten hat:

Es ist natürlich „Palandt – Bürgerliches Gesetzbuch„, der eine wahre BGB-Kurzkommentar mit 3.131 Seiten, auf den kein Jurist verzichten kann, und falls ihr ihn noch nicht gelesen haben solltet, tut mir mir leid, denn dadurch entgehen euch Perlen der Prosa wie diese:

Dch die Aufnahme der Ehedauer als selbständ BilligkKriterium wird nicht etwa die RLage geändert, sond ledigl eine Entwicklg gesetzl nachvollzogen, die der BGH in seiner neueren Rspr (vgl FamRZ 10, 1971) bereits mit dem Hinw eingeleitet hat, dass eine Befristg/Begrenzg eines nachehel Unterh unzuläss sein kann, wenn zwar keine ehebedingten Nachteile vorliegen, eine Beschränkg aber mit Blick auf die insbes bei Ehen von langer Dauer gebotene nachehel Solidarität unbill erscheint. Der Gesetzgeber will mit der Änderg vor allem der Kritik Rechng tragen, bedürftige Eheg aus sog Altehen würden dch die iR der UnterhRReform 2008 neu eröffneten Möglichk, nachehel UnterhAnspr stärker zu beschränken, besond hart getroffen, zumal sie kaum eine Chance hatten, sich auf die neue RLage einzustellen (BT-Drs 17/11885 v 12.12.12 S 5). Dch die eigenständ Nenng des Tatbestandsmerkmals der Ehedauer als weiterem BilligkMaßst für die Herabsetzg von UnterhAnspr in § 1578b soll daher nur „klargestellt“ werden, dass das Fehlen
ehebedingter Nachteile nicht „automatisch“ eine Beschränkg nachehel Unterh nach sich zieht. Das soll nach der Gesetzesbegründg (aaO S 6) auch für den Fall gelten, in dem etwa eine Erwerbstätigk allein an der bestehden ArbMarktlage scheitert u daher nicht auf einen ehebedingten Nachteil zurückzuführen ist.

Hach… der Palandt. Lehrreich, poetisch, seelisch erhebend und einfach rundum einzigartig. Wenn jemand nur ein Buch im Leben liest, dann hoffentlich dieses.

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10 Responses to Projekt 52 (14)

  1. Bisschen geraged? 😀

  2. UnendlicheFreiheit sagt:

    Ach, Gesetzesartikel, was würden wir nur ohne sie machen? Wahrscheinlich als kulturlose Barbaren dahinwegitieren, Schwuchteln heiraten lassen während man unter Drogeneinfluss nachts nackt eingekauft hat.

  3. Muriel sagt:

    Wir wären auch alle sturzbetrunken, weil Bier an der Bar billiger wäre als Wasser, und könnten uns nicht mal erleichtern, weil die Pissoirs alle auf 3,50m Höhe hängen würden.

  4. Aaaah, Tiefenentspannung pur, so muss das. 😉

  5. UnendlicheFreiheit sagt:

    Du sagst es. Ohne Regulierung und Kontrolle können öffentliche, gesellschaftlich relevante Konstruktionen wie Pissoirs kaum funktionieren. *lach* Man stelle sich das mal vor, wenn jeder einfach für sich Pissoirs bauen würde, so wie es ihm passt. Nicht zu vergessen, dass ohne Regulierung Pinkel-Monopole entstehen würden und sich nur noch die Superreichen Pissoirs leisten könnten. Wollen wir wirklich in einer solchen Gesellschaft leben?

  6. Muriel sagt:

    Die gute Nachricht wäre, dass diese Probleme in Wahrheit nicht auftreten könnten, denn niemand würde sein Haus verlassen.
    Es gäbe ja keine Straßen.

  7. UnendlicheFreiheit sagt:

    Strassen? Es stellt sich berechtigterweise die Fage, ob es überhaupt Menschen gäbe? Wer bringt Kinder zur Welt und füttert sie? Wer gibt ihnen ein Heim, Bildung, Ordnung und Liebe? Das wäre das Ende der Gesellschaft, wenn nicht des ganzen Universums! Kann Existenz ohne demokratische Legitimation überhaupt existieren? Im Protokoll der ersten Parteisitzung steht wie wir alle wissen:
    Am Anfang war das Gesetz, und das Gesetz war beim Staat, und das Gesetz war der Staat.

    Amen.

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