Restebloggen (91)


  1. When God is your therapist: „For instance, the Rev. Rick Warren’s “The Purpose Driven Life,” one of the best-selling books of all time, teaches you to identify your self-critical, self-demeaning thoughts, to interrupt them and recognize them as mistaken, and to replace them with different thoughts.
    Religion erfüllt im Leben vieler Menschen eine sehr nützliche und wichtige Funktion. Entgegen einem beliebten Missverständnis vieler religiöser Diskutanten hier bestreite ich das nicht. Im Gegenteil, für mich ist das einer der zentralen Kritikpunkte.
  2. SlurpyJ hat noch mehr ganz gute Translation-Videos. Wenn euch dieses gefällt, lohnt sich womöglich ein Blick auf die Seite.
  3. Für alle, die noch den Eindruck haben, bei der Zeit gäbe es sowas wie Selbstachtung oder journalistischen Ethos: Die Wochenzeitung »Die Zeit« hat sich verpflichtet, rufschädigende Formulierungen aus ihrem zweifelhaften Dossier über Filmpiraterie (Abb.) nicht mehr zu veröffentlichen. Sie behauptet allerdings das Gegenteil.
  4. Pushing Ice. War schon irgendwie gut. Alastair Reynolds schreibt einfach verdammt gelungene Science Fiction, wenn man Science Fiction mag. Also, sonst natürlich auch. Ihr wisst schon. Ich halt nicht so. Aber dafür recherchiert er sehr gründlich. Ein bisschen schade, dass die Figuren in seinen Geschichten alle gleich sind, und dass er keine so besonders tollen Dialoge schreibt, aber Pushing Ice war schon irgendwie gut. Wenn man Science Fiction mag.
  5. „Solution could not be downloaded. Possible reasons: Your computer was unable to download the solution.“ Oh Windows, you so silly.
  6. Varianten der gängigen Gottesbeweise von dazzletag:
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24 Responses to Restebloggen (91)

  1. 2. Klingt nach einer guten Beschreibung der Esoterik-Kulten der westlichen Moderne. Manche davon sind allerdings säkular-atheistisch, von daher hat es nur bedingt etwas mit Theismus zu tun.

    5. Magst du Science Fiction nicht?
    So oder so sind mir deine Kritikpunkte beim Lesen nicht aufgefallen. Muss mich bei seinem nächsten Buch mal achten.

  2. David sagt:

    4. Aktuell füllt das Dossier dieser Nobelwurstverpackung ein Interview mit Uli Hoeneß, der nicht mehr dazu gehört. Da kann man vielleicht nicht gar so viel falsch machen, wird ja auch sicherlich autorisiert.

    Einst, als ich dieses Blatt noch abonniert hatte, da konnte so ein Dossier schon mal zur Wiederaufnahme eines Strafprozesses führen. Das scheint mir heute undenkbar.

  3. David sagt:

    2. Hast Du die Kritik in genau diesem Punkt denn mal irgendwo mal näher ausgeführt? Ich habe den Artikel jetzt gelesen, und es klingt für mich nach Leuten, denen der Glaube eine brauchbare Alternative zum Verzweifeln bietet. Und das ist im Ernst Dein Hauptkritikpunkt? Nicht etwa beispielsweise, daß sie nebenher auch noch Homosexuelle und Abtreibungsärzte hassen?

  4. David sagt:

    Sorry, muß die letzte Frage relativieren, weil da steht „einer der zentralen Kritikpunkte“, nicht „der zentrale Kritikpunkt“. Im Kern bleibt die Frage aber die Gleiche.

  5. Muriel sagt:

    @ars libertatis: 2. Es läge mir auch völlig fern zu behaupten, dass nur theistische Organisationen Lebenshilfe anbieten.
    4. Ich mag gut geschriebene Geschichten mit starken Charakteren und unterhaltsamen Dialogen, und Zeug. Nach meiner Erfahrung sind Science-Fiction-Geschichten das leider nur selten, aber ich würde niemals sagen, dass ich ein bestimmtes Genre komplett ablehne, denn ich halten von den Genres nichts.
    @David: Ich weiß jetzt gerade nicht, wo ich wann mal was dazu geschrieben habe, aber ich versuchs mal so zu erklären: Religionen bieten gewisse reale Vorteile, und das ist okay. Nicht okay ist, dass sie ihren Anhängern dann einreden, diese Vorteile gäbe es nur mit Religion, und sie seien anders nicht zu haben.
    Sie brechen ihren Mitgliedern die Beine, um ihnen dann eine Gehhilfe anzubieten. Polemisch gesagt jetzt natürlich. Ein bisschen überzeichnet. Weißt schon.

  6. ChB sagt:

    Auch wenn ich mir wie ein Hündchen vorkomme: Wenn „Sie brechen ihren Mitgliedern die Beine, um ihnen dann eine Gehhilfe“ anzubieten.“ eine polemische Überzeichnung ist, verstehe ich den Kritikpunkt immer noch nicht. Meinst Du das in dem Sinne, dass Religionen Bedürfnisse befriedigen, die sie selber erzeugen?

  7. Muriel sagt:

    @ChB: Ja, ungefähr. Besonders deutlich sichtbar wird das für mich in Varianten wie Christinas Christentum. „Wir sind alle so schreckliche Sünder, wir sind sowas von unwürdig und widerlich, wir haben es nicht mal verdient, am Lebe zu sein, aber dafür gibt es zum Glück Vergebung, und alles, was wir dafür tun müsen, ist…“, aber natürlich auch in der fast jeder Religion innewohnenden Tendenz „Wäre das nicht furchtbar, wenn dieses eine Leben alles wäre, was wir hätten, wäre dann nicht alles völlig sinnlos?“
    Oder eben in dem Beispiel im Artikel, in dem die Menschen glauben, es ginge ihnen aus religiösen Gründen besser.

  8. David sagt:

    Nicht okay ist, dass sie ihren Anhängern dann einreden, diese Vorteile gäbe es nur mit Religion, und sie seien anders nicht zu haben.

    Ah, OK. So ergibt es Sinn.

    „natürlich auch in der fast jeder Religion innewohnenden Tendenz ‚Wäre das nicht furchtbar, wenn dieses eine Leben alles wäre, was wir hätten, wäre dann nicht alles völlig sinnlos?'“

    Ist das „fast jeder“ belastbar? Ernstgemeinte Frage. Ich würde nicht wenige Religionen erwarten, in denen man nur im Diesseits die Götter zu besänftigen trachtet(e), damit die Ernte nicht eingeht.

  9. ChB sagt:

    Dreh- und Angelpunkt ist in den Beispielen doch (auch bei Christina) die menschliche Sterblichkeit und Hinfälligkeit. Ich denke nicht, dass das ein „künstliches“ Problem darstellt – auch wenn Du mit deiner Sterblichkeit anscheinend gut zu Rande kommst.

  10. Muriel sagt:

    @David: Nicht sehr. Jede noch aktive Religion, die mir gerade einfällt, bis auf das Judentum, verspricht ein Leben nach dem Tod, aber ich habe keine verlässlichen Zahlen.
    @ChB: Dreh- und Angelpunkt bei Christina ist die menschliche Sündhaftigkeit bedingt durch die Erbsünde, und im anderen Fall die Sinnlosigkeit eines endlichen Lebens. Beides in meinen Augen nicht haltbar.
    Wie gut ich mit meiner Sterblichkeit zurecht komme, naja. Ich hoffe schon sehr, dass da möglichst bald jemandem was Gutes einfällt, um das möglichst lange hinauszuzögern, und ich halte sie auch für sehr bedauerlich. Natürlich docken Religionen auch an reale Probleme an. Unter anderem deswegen habe ich ja auch die überzeichnung eingeräumt.

  11. @Muriel: Gibt es das denn in anderen Genres häufiger?

  12. Muriel sagt:

    @ars libertatis: Nach meiner begrenzten Erfahrung ja.
    Ich habe den Eindruck, dass SF-Autoren die für mich wichtigen Elemente einer Geschichte gerne zugunsten von moralischen Quatschproblemen und pseudophilosophischem Bullshit vernachlässigen.
    Aber es kann natürlich sein, dass ich oft die falsche SF und die richtige Fantasy lese.
    Orson Scot Cards Kram mag ich zum Beispiel, oder Martins Tuf Voyaging, und Brian Stableford und Gene Wolfe sind natürlich auch hervorragende Autoren.

  13. @Muriel:

    Ich glaube, wir lesen ziemlich unterschiedliche Bücher. Von dem, was du gerade genannt hast, habe ich nichts gelesen.

    Ein paar SF-Autoren, die ich mag: Neal Stephenson, Stephen Baxter, Robert Heinlein, Alastair Reynolds, Iain M. Banks.

  14. Muriel sagt:

    Von dem, was du gerade genannt hast, habe ich nichts gelesen.

    Alter, laber nicht!
    Du hast noch nie was von Gene Wolfe gelesen? Dann wirds aber Zeit. Die anderen sind meinetwegen optional, aber Gene Wolfe muss man echt machen.

    Neal Stephenson

    Ja, der ist gut.

    Stephen Baxter

    Kenn ich gar nicht, und die Beschreibungen bei amazon sind zu dünn, um auch nur ein vorläufiges Urteil zu ermöglichen. Ich lade mal eine Leseprobe, auch wenn es mich skeptisch stimmt, dass er mit Pratchett kooperiert hat.

    Robert Heinlein

    Kann ich nicht ausstehen. Etwas an Heinleins Stil macht, dass meine Haut beim Lesen zu kribbeln anfängt, meine Augen weh tun und ich reflexartig das Buch gegen die Wand werfe. Ich kann oder will nicht präzisieren, was genau das ist.

    Alastair Reynolds

    Hit and Miss. Ich glaube, so bald kaufe ich nichts mehr von ihm, er ist mir zu langweilig.

    Iain M. Banks

    Probiere ich auch mal aus.

  15. FDominicus sagt:

    Also ich mag 7
    Bla, bla, bla … therefor god.

    Dazu passt der Kommentar von Dir weiter unten:
    „Moralischen Quatschproblemen und pseudophilosophischem Bullshit “

    Heinlein kenne ich „nur“ von „The moon is a harsh mistress“, ich mag das Buch.

    Keine Ahnung ob Du es kennst oder nicht, aber ich finde viele Geschichten von Terry Pratchett einfach nur gut….

  16. @Muriel:

    Die anderen sind meinetwegen optional, aber Gene Wolfe muss man echt machen.

    Kannst du ein Buch von ihm speziell empfehlen?

    Ich lade mal eine Leseprobe, auch wenn es mich skeptisch stimmt, dass er mit Pratchett kooperiert hat.

    Das Buch kann man ja ignorieren. Empfehlen würde ich von Baxter die Xeelee Sequence. Zu Timelike Infinity gibt es auch eine lange Beschreibung auf Wikipedia.

  17. Muriel sagt:

    @ars libertatis:

    Kannst du ein Buch von ihm speziell empfehlen?

    Ich kenne bisher nur sein Book of the New Sun, Book of the Long Sun, und The Knight. Sind alle empfehlenswert, letzteres ist aber wohl keine SF. (Man weiß das bei ihm nie so genau. Am deutlichsten ist der SF-Aspekt bei Long Sun.)

  18. ChB sagt:

    @ Muriel
    Kann nur erahnen, was Christinas Glauben ausmacht – aber der Tod wird biblisch als Folge der Erbsünde betrachtet. Man kann die Aussage von der Sündhaftigkeit aber auch ins Positive wenden: Du Erdenwurm bist sündhaft, aber Gott liebt dich. Das heißt: Du bist bedingungslos angenommen. Das scheint mir die eigentliche Aussage zu sein, dahinter steckt.

    Und die menschliche Sündhaftigkeit ist für mich auch eine Tatsache – was nicht heißt, dass man sich darin suhlen muss. Vielleicht ist es ja auch ein Bedürfnis von manchen Menschen, sich an der eigenen Verderbtheit zu delektieren. In säkularen Kontexten wird das ja munter fortgesetzt, auch da erscheint der Mensch ständig als unzulänglich: Man ist zu dick, frisst, säuft, raucht zuviel, produziert zu viel Müll, ist nicht positiv genug usw. usf. Und auch da werden mittels Werbung Bedürfnisse nach irgendwelchen überflüssigen Produkten geweckt, und auch dabei wird getan, als würde das beworbene Produkt die anderen meilenweit überragen: so, als könnte nur Coca Cola den Durst löschen oder so als könntest du nur mit einem Porsche von A nach B kommen. Das gehört zur sozialen Konditionierung, und Religionen als Teil der Gesellschaft mischen dabei mit. Zumal religiöse Organisationen zum Teil eben auch Wirtschaftsunternehmen sind (nicht nur im irdischen Kontext: man könnte sie auch als metaphysische Banken und Versicherungen bezeichnen).

    Ich denke, dass Religionen bzw. religiöse Organisationen ambivalent sind und – auch zeitabhängig – ganz unterschiedliche Bedürfnisse bedienen, Bedürfnisse, die ich durchaus für real halte, was nicht ausschließt, diese Bedürfnisse zu kritisieren. Beispielsweise beobachte ich, dass Religionen in modernen Gesellschaften oft wie Ideologien funktionieren, die ihren Anhängern ein Gemeinschafts- und Identitätsgefühl vermitteln und das Gefühl, moralisch auf der richtigen Seite zu stehen.

    P. S.
    Ich kenne mich in SF nicht besonders aus, mein Lieblingsautor ist da bislang Philipp K. Dick. Gene Wolf scheint interessant zu sein, wenn sein Vorbild Borges ist; habe grad nachgeguckt: Heute ist außerdem sein Geburtstag.

  19. Muriel sagt:

    @ChB:

    Das heißt: Du bist bedingungslos angenommen.

    Du magst das glaube. Sie glaubt es jedenfalls nicht, und die Bibel sagt nach meinem Verständnis auch was anderes.
    Ist ja aber auch egal.

    Und die menschliche Sündhaftigkeit ist für mich auch eine Tatsache

    Natürlich ist sie das für dich.

    In säkularen Kontexten wird das ja munter fortgesetzt,

    In der Tat, und ist da genauso falsch wie im religiösen Kontext. Ein Mensch wird ja nicht plötzlich fehlerfrei, nur weil er keiner Religion angehört.

    mein Lieblingsautor ist da bislang Philipp K. Dick.

    Mein Fall ist er nicht so, aber ich gönne jedem seinen Spaß.
    Und Gene Wolfe könnte in der Tat was für dich sein, wie ich dich nach unseren wenigen kurzen Gesprächen hier bisher einschätze.

  20. Muriel sagt:

    Nachtrag: Säkulare Organisationen sind dabei in der Regel immerhin etwas weniger dreist als religiöse.
    Immerhin sagt Coca Cola uns nicht direkt und im Ernst, dass unser Leben sinnlos ist, wenn wir ihnen ihr Getränk nicht abkaufen, und Porsche fordert nicht mit völliger Selbstverständlichkeit, an Ethikkommissionen beteiligt zu werden, und Google reklamiert kein eigenes Unterrichtsfach an öffentlichen Schulen.
    (Damit will nicht sagen, dass diese Organisationen zwangsläufig besser wären als die Kirchen. Sie wissen eben, dass sie mit sowas nicht durchkämen, wohingegen die Kirchen hierzulande noch auf ihre überkommenen Privilegien bauen dürfen.)

  21. @Muriel: Danke für die Empfehlungen, ich sehe mir das mal an.

    P.S. Dein PKD-Link funtkioniert nicht.

  22. Muriel sagt:

    @ars libertatis: Arrr, danke, hab’s repariert.

  23. ChB sagt:

    Wirtschaftsunternehmen mischen qua Lobbyarbeit aber auch in der Politik mit, und ich schätze, dass deren Einfluss größer ist als die der Kirche(n); und wenn man Berichte über den Evanglischen Kirchentag liest, bekommt man den Eindruck, dass es sich dabei um eine religiös verbrämten Parteitag der Grünen handelt. Und wenn ich an meinen Religionsunterricht zurückdenke, dann sehe ich keinen großen Unterschied zum Ethikunterricht. M. E. betrifft das aber das Verhältnis Politik – Religion, das sich stark gewandelt hat, und es ist noch nicht abzusehen, wie sich das entwickelt. Für mich sieht das so aus, dass die beiden Großkirchen immer mehr an Mitgliedern und insofern an politisch-sozialem Einfluss verlieren.

    Und das liegt auch daran, dass sich der religiöse Bereich enorm diversifiziert und individualisiert hat, jedenfalls in den westlichen Staaten – für jeden Geschmack ist was dabei -, so dass ich wieder mein altes Lied anstimmen muss, dass mir der Begriff „Religion“ viel zu diffus erscheint, um irgendetwas Allgemeingültiges darüber zu sagen, zumal im Hinblick auf die Nützlichkeit für den Einzelnen.

    „Immerhin sagt Coca Cola uns nicht direkt und im Ernst, dass unser Leben sinnlos ist, wenn wir ihnen ihr Getränk nicht abkaufen …“ Erstens will sich Coca Cola natürlich nicht lächerlich machen, zweitens sagt das auch nicht jede Religion (die fernöstlichen Religionen sind m. W. eher inklusivistisch, und der christliche Exklusivismus hat sich – außer bei bestimmten „fundamentalistischen“ Gruppen – stark verdünnt), dritten fällt mir auf, dass in Werbefilmchen nicht nur das Produkt, sondern auch bestimmte Images und Identitäten verkauft werden, quasireligiöse Illusionen.

  24. Muriel sagt:

    Ja, ich denke, das kann ich so stehen lassen.

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