Angelic Duties (13)

11. Juli 2013

I know, this story is not going as regularly as I hoped. I found some plot issues I had to work out, and also some very consequential decisions had to be made. I won’t promise to work quicker from this chapter on, because I fear there might be more challenges ahead. But we are the kind of people who thrive on challenges and live for overcoming obstacles, right? Right?

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Facepalmin

10. Juli 2013

Auf Bemühungen um gerechte Sprache herumzuhacken, ist nicht besonders schwer, sollte man meinen. Schließlich ist sie nach den Schilderungen derer, die sie kritisieren, ja allgegenwärtig und in einem solchen Maße lächerlich, dabei aber trotzdem mordsgefährlich, dass es an unfassbar grässlichen Beispielen nicht hapern sollte. Dennoch hat die sicherlich arg investigative Journalistin Claudia Wirz für die NZZ kein eindrucksvolleres Exemplar gefunden als eine Mitteilung der Patientenstelle Aargau-Solothurn:

«Grundsätzlich untersteht jeder Arzt / jede Ärztin der Schweigepflicht. Es gibt jedoch Ausnahmen. Wenn der Patient / die Patientin die Ärztin / den Arzt von der Schweigepflicht entbindet, darf diese/r Auskunft erteilen. (. . .) Der/die behandelnde Arzt/Ärztin ist verpflichtet, den Kantonsarzt / die Kantonsärztin über Infektionskrankheiten wie zum Beispiel Aids zu informieren.»

Liest sich das ein bisschen holprig? Ja. Hätte man das gefälliger machen können? Klar. Hat dieser Text damit diese poetische Schönheit und die beeindruckende Prägnanz verloren, die vor den Zeiten gerechter Sprache für behördliche Anweisungen typisch war? Ich fürchte schon.

Aber rechtfertigt das einen unheilsschwangeren Pauschalvorwurf wie:

 Nur einer tut dieses Neusprech Unrecht: der Sprache selber.

? Nö. Es ist ja zu unterscheiden zwischen dem Bemühen um eine reflektierte, rücksichtsvolle Wortwahl und deren konkreter Umsetzung. Weil letztere hin und wieder missglückt, ist erstere nicht unbedingt ein Fehler. Grundsatzkritik, wie Frau Wirz sie plant, müsste woanders ansetzen, und das erkennt der Autor (see what I did there?) offenbar auch selbst:

Sie basiert auch auf einem linguistischen Grundirrtum, weil es das biologische Geschlecht mit dem grammatischen Genus gleichsetzt.

Ähm, ja. Linguistischer Grundirrtum. Weil natürlich niemand jemals mental eine Beziehung zwischen dem grammatischen Genus und dem biologischen Geschlecht ziehen würde. Weil natürlich niemand bei „Der Arzt“ vorrangig an einen Mann, oder bei „die Patientin“ an eine Frau denken würde. Lachhaft, wo uns doch allen klar ist, dass die Gleichsetzung des grammatischen Genus mit dem biologischen Geschlecht nicht nur ein Linguistischer Irrtum ist, sondern sogar ein Grundirrtum. Also, uns allen, bis auf die der Leipziger Juristenfakultät natürlich, dem nicht.

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Islamkritikquotenbeitrag

9. Juli 2013

Christen werfen uns militanten Skeptikern ja gerne mal vor, wir würden uns nur an ihnen abarbeiten, weil wir Angst haben, dass es von islamischer Seite was aufs Maul gibt, wenn wir Muslime kritisieren. Weil ich aber weiß, dass Muslime genauso wie Christen im Großen und Ganzen total nette und vernünftige Leute sind und weil ich ja unter Pseudonym schreibe schreckt mich das nicht, und weil ich heute Morgen zufällig im Radio einen Beitrag zum Thema Ramadan gehört habe, habe ich auch gleich ein Thema, also frisch ans Werk.

Für alle, die es nicht wissen: Ramadan ist der islamische Fastenmonat, in dem es Muslimen von Sonnenauf- bis -untergang nicht gestattet ist, zu essen oder zu trinken, zu rauchen, Geschlechtsverkehr zu haben und wohl auch noch ein paar andere Sachen, obwohl ich sicher bin, dass es reichlich Muslime gibt, die das nicht, anders, oder nur ein bisschen so machen. Nach Sonnenuntergang darf und soll also wieder gegessen werden, und soweit ich das überblicke sogar nicht zu knapp. Ich habe selbst mal diese angeblich typische Ramadansuppe nachgekocht und fand die zwar köstlich, aber auch unheimlich schwer und kalorienreich. Der Ramadan beginnt in diesem Jahr am 9. Juli, also heute, und endet am 9. August. Ich habe mich spaßeshalber entschieden, das auch mal einen Tag zu versuchen, und damit komme ich auch schon zu meiner Bewertung, denn mir ist klar, dass es insbesondere die muslimischen Leser von überschaubare Relevanz brennend interessieren wird, was dieser Typ mit dem albernen Pseudonym von den Regeln hält, die der allmächtige Schöpfer des Universums ihnen auferlegt hat.

Grundsätzlich bin ich sehr dafür, so ziemlich jeden Quatsch mal auszuprobieren, auch wenn er noch so abwegig ist, und sogar besonders dann. Von unseren Gewohnheiten abzuweichen, ist eine Chance, neue Erfahrungen zu machen und etwas über uns selbst und womöglich auch die Welt um uns herum zu lernen. Speziell bei der Ernährung kann das doppelt sinnvoll sein, denn ich glaube, ich spreche für uns alle, wenn ich sage, dass wir damit vernünftiger umgehen könnten und dass es wohl eher nicht schaden kann, weniger zu essen. Andererseits macht man das im Ramadan gerade nicht, denn was man den Tag über nicht gegessen hat, stopft man dafür ja nachts wiederum in sich rein (Nee, ich weiß, muss man nicht, und wenn Leute das anders handhaben, prima.), was die Sache irgendwie witzlos macht, und richtig besorgniserregend finde ich das Trinkverbot. Da geht es keineswegs nur um Alkohol, sondern um alle Getränke. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Keinen Schluck Wasser, keinen Tee, nicht mal ein freundliches Glas Apfelsaft. Das finde ich schon reichlich bedenklich, und ich vermute, dass es mir extrem schwer fallen wird, wenn ich das Experiment nicht sogar vorzeitig abbreche. Ich trinke nämlich unter gewöhnlichen Umständen sehr viel und fühle mich schon unangenehm ausgetrocknet, wenn ich mal zwei Stunden ohne Flüssigkeit auskommen muss. Mit meiner begrenzten medizinischen Einsicht würde ich auch wetten, dass das unweigerlich die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen muss, insbesondere, wenn man es nicht nur spaßeshalber mal einen Tag lang macht, sondern wirklich einen Monat stur durchzieht.

Na gut, egal, bizarres religiöses Ritual ist bizarr, wer hätte das gedacht? Wo ist denn jetzt die angekündigte furchtlose Islamkritik, du militanter Atheist, du? denkt ihr jetzt, und ihr könnt unbesorgt sein, die kommt jetzt weeeeiiil:

Wenn jemand halt gerne Unfug mit seinem eigenen Körper anstellen will, dann darf er das machen, obwohl es schade ist, aber Muslime haben ja auch Kinder. Und die lernen das auch so. Der Ramadan gilt zwar immerhin nur für Menschen nach der Pubertät und auch nicht für Schwangere und Kranke, aber die Pubertät setzt ja bei Mädchen schon ab zehn Jahren ein, und bei Jungen ab 12, da würde ich schon immer noch von Kindern reden. Darüber hinaus habe ich via Google diesen Hinweis gefunden:

Kinder, die die Pubertät nicht erreicht haben, werden ermutigt so viele Tage zu fasten wie sie können.

Muslimkundige Leser sind aufgerufen, mich zu belehren, aber das klingt für mich erst mal plausibel, und wir haben ja auf jeden Fall unstreitig die Kinder nach der Pubertät, die von ihren Eltern vorgegeben bekommen, dass sie einen Monat im Jahr tagsüber weder essen noch trinken dürfen. Das war übrigens auch der Anlass für diesen Beitrag, denn der Typ im Radio erzählte entrüstet davon, dass er mitbekommen habe, dass muslimische Kinder manchmal von ihren Lehrern gesagt bekommen, dass sie doch ruhig was trinken sollen, wenn sie sich dehydriert fühlen und es ihnen nicht gut geht, und das gehe ja nun mal nicht.

Ich weiß nicht, wie viele Muslime das wirklich so machen. Ich vermute, dass es wie beim Christentum auch in vielen Fällen nicht sehr ernst genommen wird und insofern praktisch meistens viel weniger bedenklich ist, als es hier klingt. Aber so ganz grundsätzlich kann ich hier beim besten Willen nicht erkennen, wie das keine Kindesmisshandlung sein soll.

Und ihr so?


wie wir sie kennen, Zug 3 (1)

8. Juli 2013

Ich rechne zwar damit, dass die Züge demnächst etwas zugiger werden. Derzeit sind sie noch identisch mit den Tagen, weshalb die Bezeichnung eigentlich keinen … Naja, ist ja auch egal. Weil sich Zug 3 noch ein bisschen hinziehen wird, veröffentliche ich schon mal den ersten Teil. Wir begrüßen mit Cléo eine neue Mitspielerin und stauen über die dramatische Wendung, die Ninas Teil der Geschichte nimmt. Seht selbst:

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Hardcore Tristesse fragt, überschaubare Relevanz antwortet

7. Juli 2013

Das im weiteren Sinne befreundete Blog Hardcore Tristesse hat etwas an Liberalen auszusetzen, und obwohl ich diesen Begriff für mich aktuell kaum noch benutze, weil Liberale mir nicht liberal genug sind, kommentiere ich das mal. Vielleicht kann ich ja weiterhelfen. Dafür spricht, dass ich wohl tatsächlich das meiste von dem verkörpere, was die Kritiker des Liberalismus (Ich benutze den Begriff jetzt einfach mal so vage und kläre auf, wenn jemand konkreter werden will.) nicht leiden können, und dass es mutmaßlich schwer wird, jemand Liberaleres als mich zu finden, der noch ganze Sätze äußert. Dagegen spricht, dass ich keiner irgendwie gearteten politischen Organisation angehöre und deshalb für niemanden sprechen kann außer mir selbst.

Schaumermal.

mich erstaunt doch in manchen Bereichen, wie man die liberale Idee so undifferenziert und grenzenlos durchsetzen wollen kann, am deutlichsten beim Thema Verbraucherschutz.

Ich brauchte drei Anläufe, um den Artikel zu lesen, weil Verbraucherschutz ein solches Reizthema für mich ist, dass mein Sputum schon zu schäumen anfängt, wenn ich das Wort bloß höre, aber andererseits hab ich lange nichts mehr geschrieben, und Bettler können nicht wählerisch sein, gell?

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