meine Nichtwahlempfehlung #BTW2013

27. August 2013

Es dürfte aufgefallen sein, dass ich Anatol Stefanowitsch sehr schätze.  Deshalb, und weil das Thema der Nichtbeteiligung an Bundestags- und ähnlichen Wahlen hier schon mal eine Rolle gespielt hat , freue ich mich umso mehr, ihm auch einmal widersprechen zu dürfen. Es geht um die bevorstehende Bundestagswahl, und um einen Dissens zu finden, muss ich nicht mal so weit gehen, dass für ihn anscheinend die Gründe, eine Partei zu unterstützen, ungefähr die gleichen sind, die mich zu dem Wunsch führen, jemand möge in deren Zentrale einen Sprengsatz deponieren ihnen stringent ihren Irrtum aufzeigen und sie zu sozialverträglichem Verhalten zurückführen. Das soll hier keine Rolle spielen, weil ich nicht nur grundsätzlich, sondern insbesondere jetzt gerade ausgesprochen faul bin und deshalb ein einfacheres Thema wählen möchte:

Ich habe nichts gegen Nichtwähler, einige meiner besten Freund/innen sind Nichtwähler, aber ich verstehe sie nicht und habe sie in den 25 Jahren, die ich jetzt an Wahlen teilnehmen darf, nie verstanden. 

Dem Manne kann geholfen werden. Es ist – wer mit einem Hammer umgehen kann und so, ihr wisst schon – auch hier wieder ein bisschen wie bei der Diskussion über Atheismus. Ich muss mit der Bemerkung einsteigen, dass der Versuch, Nichtwähler zu verstehen, ein bisschen dem Versuch gleicht, Nichtnazis oder (um einen etwas weniger verfänglichen Vergleich zu wählen) Nichtlakritzesser zu verstehen. Wir bilden keine irgendwie zusammenhängende Gruppe mit einer gemeinsamen Ideologie. Unsere Gemeinsamkeit beschränkt sich darauf, dass wir nicht wählen.

Die drei Standardargumente — „Ich lehne das Parteiensystem ab“, „Das bringt doch eh nichts“ und „Ich weiß nicht, wen ich wählen soll, die sind doch alle gleich“ — haben für mich nie einen Sinn ergeben. 

Nun ja. Ich gebe – wie beim Atheismus – gerne zu, dass man auch aus schlechten Gründen Nichtwähler sein kann. Diese drei finde ich jetzt an und für sich aber gar nicht so übel, wenn man sie nicht gerade so deutet, wie Anatol Stefanowitsch es tut. Oder vielleicht doch. Ist ein bisschen schwierig zu sagen. Schaumermal, und beginnen wir beim ersten.

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1 thing militant agnostics need to stop saying

21. August 2013

Many thanks to the Facebook-Page „Pissing Off The Religious Right“. As far as I understand, this is their image.

There’s another article I had already decided not to discuss here, but then I found the above picture and no other pretext for using it realized that I haven’t contributed to religious debate for quite some time, and that this might even be a good opportunity to defend some religious positions, which is rare and noble indeed, and since I like being both those things, here we are, so let’s dig into

4 Things Both Atheists and Believers Need to Stop Saying!

Gladstone (which is, apparently, the author’s pen name at cracked.com) starts off with a textbook example of militant agnostic argument:

For a moment, take a step back and forget all the ideas that come to mind when you hear the word „God.“ Forget about organized religion and everything that flows from it. […] Just a force in the universe, not only more powerful than humanity, but greater than anything we have known. Something beyond mere biology with the ability to create worlds and predetermine tomorrow’s history. By definition, it’s almost too much to comprehend

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Nolo acerbam sumere

19. August 2013

Eigentlich hatte ich mich schon dagegen entschieden, Stefan Schulz‘ Artikel

Die Odyssee der Online-Onkels

aus der Samstags-FAZ zu kommentieren. Das lag daran, dass er kein Material für eine ernsthafte Auseinandersetzung bietet, und für eine humoristische eigentlich auch nicht genug hergibt, denn im Grund wiederholt er nur immer wieder denselben Fehler und sagt ansonsten nichts aus. Dann fand ich ihn aber im heutigen Altpapier wieder und fragte mich, wo eigentlich geschrieben steht, dass meine spöttischen FAZ-Kritiken immer lang sein müssen, und dachte mir zweitens, dass ich den fehlenden Inhalt ja problemlos mit einer unnötig langen Vorrede auffüllen könnte.

(Übrigens: Tut mir leid, Katja. Wir wussten beide, dass ich es nicht durchhalte, oder? Aber ich warte auf Gelegenheit. Wirklich. Ich bin eigentlich ganz anders, ich komm nur so selten dazu.)

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Ihr seid der schlechteste Pirat, von dem ich je gehört habe

18. August 2013

Bei unserer ersten Diskussion hier habe ich das mit dem bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) ja noch nicht so richtig verstanden. Das ist nicht überraschend, denn es war niemand dabei, der sich so richtig auskannte. Heute war aber nun die angekündigte Podiumsdiskussion, in der ich gemeinsam mit einem Vertreter der EKD (And isn’t it ironic?) vier professionellen Befürwortern des BGE gegenüber stand. Erwartungsgemäß wurden dabei alle Unklarheiten beseitigt, und ich habe nun umfassend begriffen, wie das läuft:

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Problem gelöst

16. August 2013

Moskau. Wie soeben bekannt wurde, ist die Strategie des IOC und des deutschen Außenministers Guido Westerwelle in Bezug auf das russische Gesetz gegen „Propaganda von nicht traditionellen sexuellen Beziehungen gegenüber Minderjährigen“ perfekt aufgegangen. Die Duma kündigte an, das Gesetz mit sofortiger Wirkung zurückzunehmen. Homosexualität soll in Zukunft durch den russischen Staat nicht länger schlechter gestellt sein als alle andere sexuellen Ausrichtungen.

Der Sprecher des russischen Parlament Sergey Naryschkin sagte dazu:

Schon die Erwartung des deutschen Außenministers, dass wir Minderheiten schützen, hat uns schwer zu denken gegeben. Als er dann auch noch öffentlich ankündigte, die Entwicklung sehr genau beobachten zu wollen, war eigentlich schon klar, dass wir handeln müssen. Der letzte Anstoß war für uns aber die klare Absage an eine Diskussion über Boykotte der Olympischen Spiele. Bis dahin hatten wir noch gehofft, dass die westlichen Staaten uns durch eine öffentliche Debatte das Feld überlassen, aber durch ihre konsequente Tatenlosigkeit und die rückhaltlose Beobachtung bleibt uns keine Wahl, als das Gesetz sofort wieder aufzuheben. Uns war klar, dass durch die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi der Fokus und das Interesse der Weltöffentlichkeit auch auf kritische Punkte im in unserem Land gelenkt wird und dass tiefgreifende Reformen und ein klarer Einsatz für Menschenrechte und Freiheit die einzige Möglichkeit für uns ist. Diese Lektion haben wir aus den anderen sportlichen Großereignissen der letzten Jahre gelernt, bei denen es ja bekanntlich genau so gelaufen ist.

Abschließend reckte und schüttelte Naryschkin noch einmal wütend und frustriert seine Faust in Richtung Berlin, bevor er Vladimir Putin die Bühne überließ, der aufgrund des übermächtigen Drucks der internationalen Gemeinschaft seinen sofortigen Rücktritt von allen Ämtern ankündigte.


wie wir sie kennen, Zug 3 (2)

9. August 2013

Auch der beeindruckende dritte Zug unseres beeindruckenden Mail-Rollenspiels musste früher oder später zu beeindruckendem Ende gehen. Das und noch mehr könnt ihr heute hier miterleben. Und morgen natürlich auch noch.

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Teaser: Fernbeziehung

6. August 2013

Nein, hier geht es nicht um Keoni und mich. Wenn ihr darüber mehr wissen wollt, müsst ihr schon fragen. Hier geht es um meine Teilnahme an einer Blogparade – aus mir nicht ganz einsichtigen Gründen kann ich dieses Wort sehr intensiv nicht ausstehen, igitt – von „Blogg dein Buch“ – die eine oder andere von euch wird sich daran erinnern. Die Parade trägt den Titel

BLOGGER SCHREIBEN GESCHICHTE

und basiert auf der crazy Idee, dass man als rezensierender Blogger auch mal die andere Seite kennenlernen und selbst eine Geschichte schreiben soll, namentlich eine Kurzgeschichte von maximal 15.000 Zeichen zum Thema

ungewöhnliche Freundschaft

Leider darf man die dann nicht gleich mit allen seinen Lesern teilen, sondern darf zunächst mal nur einen winzig kleinen Teaser von maximal 600 Zeichen veröffentlichen und die ganze Geschichte bei den Veranstaltern einreichen. Wenn die sie für gut befinden, kommt sie in eine Anthologie, die ihr kaufen könnt. Für mich selbst ist sie dann weg, denn ich gebe sämtliche Rechte an dem Ding ab, um die fantastischen Gewinnchancen nutzen zu können. Wenn nicht, dann werdet ihr sie natürlich hier nachgeliefert bekommen. Hier ist der Teaser meines Beitrags mit dem Titel – womöglich ahnt ihr’s schon – „Fernbeziehung“

Überhaupt hatte Ben in letzter Zeit beängstigend viel Glück gehabt.

Sein Boss hatte sich doch noch jemand anderen gesucht, der nach Moskau reisen musste, der Renault-Vertretung war bei der Berechnung seiner Leasinggebühren ein für ihn sehr vorteilhafter Fehler unterlaufen, und womöglich hatte er die Frau seines Lebens kennengelernt.

Es war geradezu unheimlich.

Einsendeschluss ist der 15. August. Wenn ihr also selbst noch eine Idee zum Thema ungewöhnliche Freundschaft habt, ist es nicht zu spät.

Ach so, die Erlöse aus der Aktion sollen übrigens an die Hasenschule gehen. Ich kenne die nicht, deswegen kann ich mich nicht dazu äußern, ob das gut, schlecht, oder egal ist, aber ich bin sicher, es ist gut gemeint. Und ihr wisst ja, dass das für mich das einzige ist, was zählt.

Nachtrag, 19. August: Wer mag, kann hier die Teilnehmerliste einsehen, und wer sich hinzugesellen will kann das noch eine ganze Weile, denn der Einsendeschluss wurde auf den 9. September verschoben, auch wenn davon auf der Homepage nirgends was steht.