Fang den Pudding

Es gibt so Sachen, die ich gerne kritisieren würde, weil sie irgendwie leer und doof und nicht in Ordnung sind, auf so eine vage Art, die sich an nichts Konkretem fest macht, mich aber gerade deshalb sehr verärgert, die sich aber natürlich gleichzeitig kraft eben dieser Eigenheit nur sehr schwer kritisieren lassen, weil sie kaum etwas Konkretes enthalten, das Angriffsfläche böte.

Ein Beispiel wäre Sascha Lobo, dessen Werk ich, seit ich es kenne, vage nicht okay finde, ohne dass sich jemals eine Gelegenheit ergeben hätte, das öffentlich bekannt zu machen, obwohl oder weil (Ich kanns echt nicht so richtig sagen.) er nie irgendwas geäußert hat, das ich wirklich als Beispiel dafür hernehmen könnte. Aber heute (zwei Tage zu spät) habe ich einen Artikel sonderbares Lamento von ihm auf faz.net gefunden, mit dem ich es mal versuchen will. Weniger, weil ich es für ein besonders dankbares Objekt von Kritik hielte, sondern weil ich es mal gesagt haben will, und gerne wüsste, wie es euch so dabei geht.

Thema ist natürlich die sensationell erschreckende Entdeckung, dass die Geheimdienste, deren Job darin besteht, uns heimlich zu überwachen, uns offenbar jahrelang heimlich überwacht haben, und das besonders erschütternde Detail, dass sie dabei nicht einmal vor der Nutzung des denkbar naheliegendsten Mittels überhaupt zurückgeschreckt sind, womit natürlich wirklich niemand rechnen konnte. Niemand hier im Sinne von: Jeder, außer Sascha Lobo, der gesamten Bundesregierung und dem deutschen Journalismus, die offenbar aus allen Wolken gefallen sind, als das bekannt wurde. Und weil dies offenbar eines dieser Themen ist, bei denen alle nur mit großen Scheinen zahlen wollen und niemand wechseln kann, schreibt Lobo:

Die Snowden-Enthüllungen haben die vierte Kränkung der Menschheit offenbart, die digitale Kränkung der Menschheit, der größte Irrtum des Netzzeitalters

(Wer die ersten drei Kränkungen lesen möchte, muss klicken. Mir ist es zu doof, die hier wiederzugeben. Und bevor ihr jetzt wirklich klickt: Lobo hat die Aufzählung von Freud entlehnt. Ihr könnt euch das also wirklich sparen.)

Der größte Irrtum des Netzzeitalters! Ein Superlativ! Meine Güte, das ist ja mal ein Ding. Ich bin völlig von den Socken, denn jeder weiß, wo mit Superlativen gearbeitet wird, da … Ach, ich bin schon zu gelangweilt, diese Satz zu Ende zu bringen. Mögt ihr da mal euren eigenen passenden Witz einfügen? Danke.

Mit dem Netz hatte sich der bisher vielfältigste, zugänglichste Möglichkeitsraum aufgetan, stets schwang die Utopie einer besseren Welt mit.

Aber das alles ist vergangen, denn – ihr erinnert euch: größter Irrtum des Netzzeitalters!

Nein, Kanye, nicht jetzt. Wir haben keine Zeit für den Quatsch. Der Herr mit der auffälligen Frisur hat uns etwas Wichtiges zu sagen:

Die fast vollständige Durchdringung der digitalen Sphäre durch Spähapparate aber hat den famosen Jahrtausendmarkt der Möglichkeiten in ein Spielfeld von Gnaden der NSA verwandelt. 

Ein Spielfeld von Gnaden der NSA? Der Jahrtausend(?)markt der Möglichkeiten ist durch die Durchdringung ein Spielfeld geworden, und zwar von Gnaden der NSA. Joa. Ähm. Also. Ich. Hm. Ich verstehs nicht.

Die vierte, digitale Kränkung der Menschheit: Was so viele für ein Instrument der Freiheit hielten, wird aufs Effektivste für das exakte Gegenteil benutzt.

Jawollja, die vierte digitale Kränkung (Ehrlich jetzt, ich kenne Sascha Lobo ja nicht so gut, hätte aber für sehr plausibel gehalten, dass er einer von denen ist, die verstehen, dass man nicht vor alles, was irgendwie gerade mit dem Internet in Zusammenhang steht, „digital“, „virtuell“ oder „cyber“ schreiben muss, aber vielleicht schätze ich ihn da falsch ein.) besteht also darin, dass das Internet in Wahrheit kein Instrument der Freiheit ist, wie viele dachten, sondern aufs Effektivste für das exakte Gegenteil (Ich nehme an: Für Unfreiheit.) benutzt wird.

Wie?

Im Ernst. Wie? Also, ja, (nicht nur) die US-Geheimdienste haben unsere Kommunikation überwacht. Die telefonische, die postalische, die elektronische. Ich will ja sogar noch mitgehen, dass sie damit unsere Freiheit irgendwie eingeschränkt haben, wenn schon nicht direkt, so doch irgendwie mittelbar, weil sie die erhobenen Informationen ja teilweise gegen Menschen verwendet haben, irgendwie, wohl. Aber „aufs Effektivste“? Ehrlich? Ich weiß nicht. Ist das nicht ganz schauderhafter Unfug? Kommt es euch besonders effektiv vor, was die da machen? Vielleicht ist Lobo einfach besser informiert, aber dann wäre es doch nett, wenn er seine Kenntnisse mit uns teilen würde. Macht er natürlich nicht. Er macht was anderes. Er wiederholt sich.

 Es gibt in Deutschland nur zwei Arten von Menschen, die, deren Leben das Internet verändert hat, und die, die nicht wissen, dass das Internet ihr Leben verändert hat.

Und dann erzählt er uns in tomclancyhafter Ausführlichkeit und Langeweile, wie wichtig Computer heute für alles Mögliche sind. Dass Geld ja auch nur Bits und Bytes sind. Dass unser aller Krankenakte auf Servern liegt, und unsere Jobs, und unser Kreditrating. Unser ganzes Leben halt. Als würde das für seinen Punkt irgendeine Rolle spielen. Welcher auch immer das sein mag.

Und zu guter Letzt schließt er den Kreis und erzählt, wie die Netzgemeinde (Ja, seine Formulierung.) auf Basis ihres Optimismus und ihres Rechtbehaltewunsches und so weiter den Mut gewann, die Welt verändern zu wollen, und wie das alles zusammenbrach, als die Netzgemeinde erkannte, dass es Geheimdienste gibt, und Regierungen, und Zeug.

Die bisherige Form der Netzbegeisterung hat sich aber als defekt erwiesen, weil sie von falschen Voraussetzungen ausgegangen ist. 

Und, ach, wie gesagt, es ist schwer, all das so richtig pointiert zu kritisieren, weil für pointierte Kritik sowas wie eine Aussage hilfreich wären, oder zwei, oder halt irgendwas irgendwie, Dings, weiß auch nicht, Inhaltlich relevantes, eine These oder eine Frage oder eine Aufforderung. Das alles fehlt, und was man kritisieren könnte, ist Kleinkram wie die Floskelei mit dem Internet, das unser Leben verändert, und das blödsinnige „aufs Effektivste“ oben.

Über all das könnte man hinwegsehen.

Man könnte sich jetzt noch darüber erregen, dass Lobo (wie wir alle) seit Jahren wusste, dass die CIA Menschen entführt und foltert, und dass US-Soldaten auf Befehl des Präsidenten gezielt unschuldige Menschen, darunter Kinder, töteten, regelmäßig, und sich trotzdem nicht schämt, als DIE vierte Kränkung der Menschheit zu präsentieren, dass nicht nur unsere Freunde unsere Statusmeldungen auf Facebook lesen, obwohl wir das so eingestellt haben. Aber sogar das könnte meinetwegen dahinstehen, denn es ist in diesem Kontext anscheinend guter Brauch, maßlos zu übertreiben.

Was mir diesen Text Sascha Lobos eine Kritik wert erscheinen lässt, ist nicht seine argumentative Schwäche, die nur erstaunlich ist, wenn man den Status und Ruf seines Verfassers bedenkt. Was mich an diesem Text wirklich ärgert, ist seine unfassbar nölige Larmoyanz, die diesen ganzen wirklich (also, nicht wirklich wirklich, aber schon wirklich, also, ihr wisst schon) endlos langen Entsinnungsaufsatz wie der leider ansonsten nicht erkennbare sprichwörtliche rote Faden durchzieht.

Heul doch! Ja, danke, das tue ich.

Dieser Habitus, als wäre hier wirklich etwas Wertvolles kaputtgegangen, eine Welt zusammengebrochen, und wer weiß? Ich kaufe es ihm nicht ab, aber vielleicht ist es für Lobo ja wirklich so, dass er dachte, das Internet wäre getrennt von der restlichen Welt, und deshalb gäbe es da weder Regierungen noch Konzerne, und alle würden einträchtig an seiner Utopie basteln, doch zumindest für alle anderen dürfte klar gewesen sein, dass die Welt sich nicht von selbst verändert, weil es ein neues Kommunikationsmittel gibt. Denn bei aller Begeisterung, das ist das Internet ja nun mal. Ein sehr sehr mächtiges, sehr sehr vielfältiges, schnelles, wundervolles Kommunikationsmittel, das zum Beispiel mir viel Freude, so ziemlich alle meine wenigen Freunde, viele Informationen und Einsichten und einen Großteil dessen, was mir Spaß macht, beschert.

Damit will ich es nicht abwerten, im Gegenteil. Kommunikation ist, womit wir die Welt verändern müssen, wenn wir es wollen, denn anders geht es nicht. Wissen und Ideen verbreiten, Gedanken austauschen, miteinander streiten, voneinander lernen, kommunizieren. Das ermöglicht uns in bisher ungekanntem Ausmaße das Internet, das ist das Wunder, das es uns bietet. Was wir damit machen, ist unser Ding. Wir können damit gute Meme verbreiten, und weniger gute, lustige und ernste, alberne und sehr weise.

Wenn wir das gut machen, kriegen wir vielleicht mit Hilfe des Internets (und anderer Kommunikationsmittel) irgendwann mal eine bessere Welt zu Stande. Das ist eine durchaus realistische Erwartung. Für mich zum Beispiel ist die Welt durch das Internet schon viel, viel besser geworden, in vieler Hinsicht. Eine völlig unrealistische Erwartung hingegen wäre, dass die Armleuchter, die es nicht begreifen, im Internet einfach so plötzlich aufhören, sich wie Armleuchter zu verhalten, die es nicht begreifen. Und ein eher weniger gutes Mem wäre wahrscheinlich, dass wir alle jetzt einen Heulkrampf hinlegen dürfen, weil es im Internet auch nicht so nette Leute gibt, die die Welt ein bisschen schlechter machen, ob mit guten oder nicht so guten Absichten.

Natürlich gibt es die. Genau dafür brauchen wir das Internet doch. Dafür müssen wir es benutzen, um die Welt besser zu machen. Das ist unsere Aufgabe. Die Gesellschaft zu informieren, mit ihr, von ihr zu lernen, für eine bessere zu kämpfen, und dafür ist das Internet ein eindrucksvolles Werkzeug.

Was haben wir wirklich durch Snowdens Enthüllungen … naja. Sagen wir: Bestätigungen gelernt? Ist das Internet ein anderes? Sind wir jemand anderes? Sind jetzt andere Ziele und Ideen richtig als vorher? Nicht doch. Die Gesellschaft, die wir verändern wollen, ist nun – je nach Naivitätsgrad – bestätigt genauso schlimm, wie wir dachten, oder sogar noch schlimmer. Und, ja, meinetwegen, Sascha Lobo versucht ja auch, irgendwie hoffnungsvoll aus seinem Jammertal rauszukommen:

Nach dieser Kränkung muss ein neuer Internetoptimismus entwickelt werden

schreibt er, endlich, nach rund 2000 Wörtern ohne Botschaft, ohne Inhalt, mit nichts als Gejammer, und wie gesagt, ich kenne ihn nicht, aber ich hätte den schüchternen Vorschlag, vielleicht nicht nach neuem Optimismus zu suchen, wenn der so fragil ist und so in die Irre führt, wie es offenbar beim alten Internetoptimismus der Fall war, sondern es mal mit sowas wie Internet- (und generellem) Realismus zu versuchen, oder sich sonst irgendwie mal mit der Welt und unserer Gesellschaft aufrichtig auseinanderzusetzen,

denn der dauernde Bruch sicher geglaubter Grundrechte hält an. 

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31 Responses to Fang den Pudding

  1. onkelmaike sagt:

    Hallo,
    ich sehs etwas anders. Ich glaube zwar auch, dass Sascha Lobo nicht der hellste ist, aber es irgendwie geschafft hat, sich als der deutsche Internet-Erkläronkel zu vermarkten.

    Ich finde, Du machst es mit Deinem Artikel etwas schwer, zu sagen: Ja, ich wusste das Ausmaß der Überwachung auch nicht. Und Ja, ich finde das eine neue Dimension von Repression. Weil Leute, die das denken, die scheinen ja nach Ansicht des Verfassers schon sehr dümmlich zu sein. Ich gehöre aber dazu. Zu Gruppe eins gehören meinem Vernehmen nach, auch viele Leute, die sich mit Datenverarbeitung besser auskennen als ich. In der Überwachung eine neue Qualität von Repression zu sehen, da bin ich jetzt auch nicht ganz allein. Ja, die USA waren schon immer keine Freunde des rechtstaatlichen Handelns und des Völkerrechts, wenns drauf ankam. Ich finde aber, dass die Überwachung durchaus effektiv ist. Je mehr die Leute beobachtet werden, sich beobachtet wähnen desto mehr unterwerfen sich sich den vermuteten Erwartungen der Beobachtenden. Dass die Leute auf facebook, post privacy, was noch auch immer, selber häufig persönliche/intime Informationen preisgeben ändert für mich da nichts dran. Ja, USA waren schon immer daneben, aber jetzt wird es noch etwas schwerer, sich dagegen zu wehren. Ich gehöre zu denen, die Edward Snowden für mutig halten (Held ist ein doofes Wort) und finden, dass er er Demokratie einen Dienst geleistet hat.

  2. FDominicus sagt:

    Mein Problem ist, ich habe es vermutet, nun weiß ich es. Das ist für mich ein ziemlich großer Unterschied.

    Der andere Punkt ist, wie wenig es mich doch überrascht hat. Es ist für mich genau das was ich von Staaten und deren Einrichtungen „erwarte“.

    Im Endeffekt geht es doch nur um eins: Um das herrschen und, daß sich eine kleine Gruppe von Leuten „rechtlich einwandfrei (würg)“ bei allen bedienen kann. Richtig absurd ist, daß man dann den Leuten tatsächlich einreden kann, wie „privilegiert“ man doch sei.

    Mich haben Leute ja auch dafür kritisiert, weil ich keinen Unterschied zwischen Gestapo, Staatsdienst, NSA und was weiß ich mache. Es sind Unterdrückungsapparate bei der Arbeit und rein technisch muß man der NSA „Respekt“ zollen. So umfassend wurde wahrscheinlich noch nie weltweit agiert. Ich glaube das ist schon eine „neue Klasse“….

  3. Sascha Lobo ist ein eitler Selbstvermarkter ohne wirkliche Relevanz. Würde er stattdessen in einem Outfit wie Hans-Peter Friedrich herumlaufen, würde ihm – völlig zu Recht – keiner mehr zuhören…

  4. […] 2. “Fang den Pudding”(ueberschaubarerelevanz.wordpress.com) Muriel beschäftigt sich mit dem Artikel “Die digitale Kränkung des Menschen” (faz.net, Sascha Lobo): “Ich kaufe es ihm nicht ab, aber vielleicht ist es für Lobo ja wirklich so, dass er dachte, das Internet wäre getrennt von der restlichen Welt, und deshalb gäbe es da weder Regierungen noch Konzerne, und alle würden einträchtig an seiner Utopie basteln, doch zumindest für alle anderen dürfte klar gewesen sein, dass die Welt sich nicht von selbst verändert, weil es ein neues Kommunikationsmittel gibt.” […]

  5. Wo du es so sagst: Irgendwas hat mich auch an diesem Lobo schon die ganze Zeit gestört, aber ich hätte es nicht benennen können. In dieser Hinsicht hat mir dein Artikel sehr weitergeholfen.

    Ansonsten: Klasse geschrieben, habe viel gelacht und werde dein Blog wohl von nun an öfter lesen. 🙂

  6. Ein wenig macht Sascha schon den Eindruck, er hätte zu lange in seiner Filter Bubble gelebt. Die freiheitsliebende, progressive Netzgemeinde hat es gegeben, als die Masse das Internet noch gar nicht kannte und der Rest darunter vor allem E-Mail und Usenet verstanden. Eine gute Zeit lang wurde dieses Klima auch noch im WWW weitergelebt, aber schon als AOL den Usenet-Zugang einbaute und damit die ersten „normalen“ Menschen ins Internet strömten, ging es damit abwärts (der sogenannte „endlose September“). Dafür, dass es mit der Freiheit im Internet abwärts ging, brauchte es keine NSA: Steigende Datenraten ermöglichten Zentralisation statt offener, dezentraler Austauschprotokolle wie NNTP (Usenet) und SMTP/POP (Mail) und die Bequemlichkeit und Unwissenheit der neueren Anwender machten „soziale Netzwerke“ zur beliebten zentralen Datensammelstelle, samt Alternative zur eigenen Homepage (die hierzulande auch durch die Rechtslage riskant ist). Dass solche Datensammlungen Begehrlichkeiten der Geheimdienste wecken, ist nur naheliegend.
    Das Wissen um die Überwachung zerstört sicher einen Teil der freien Kommunikation durch den Panoptikum-Effekt. Solange keine direkten Repressalien bekannt werden bzw. diese überschaubar bleiben (wie beim Guardian) gibt es aber auch noch einen durchaus nicht winzigen Teil an „Jetzt erst recht!“-Aktivisten. Noch ist das Internet nicht kaputt, es hat nur ein paar Schäden an der Hülle.

  7. Na ja sagt:

    Nach rund 2000 Wörtern ohne Botschaft — das klingt nach diesem Blogeintrag.

  8. TIjuana sagt:

    Ich glaube, das hier wollte Bildblog statt obigem Artikel eigentlich verlinken:
    http://www.internet-law.de/2014/01/ist-das-internet-wirklich-kaputt.html

  9. @ onkelmaike ..aha..sie gehören also auch zu den leuten, die meinten das internet sei vor spionage u.s.w.. sicher. und waren dann um so überraschter als herauskam wie alles abgehört und überwacht wurde und wird. wie naiv muss man sein. geheimdienste haben schon vor internetzeiten massiv den post und telefonverkehr überwacht. meinen sie das das im zeitalter von internet und co plötzlich aufhört. bei gesundem menschenverstand müsste es einem klar sein, das die geheimdienst genau diese dinge zur überwachung nutzen werden. mich hat diese überwachung definitiv nicht überrascht. sie und sascha lobo scheinen zu der sorte internetnutzer zu gehören die meinen..das internet sei etwas das von solchen dingen vollkommen frei wäre. wie naiv ist das denn ??

  10. mir hat der beitrag aus dem herzen gesprochen. denn ich fand es reichlich weinerlich wie da über die 4. die digitale kränkung lamentiert wurde. statt aufzuzeigen wie man sich dagegen wehren kann..wird voller selbstmitleid alles immer wieder und wieder neu aufgezählt. aber mich hat dieser herr schon immer ein wenig genervt. und tut es immer noch. seine beiträge haben mich nie wirklich interesiert und hatten auch keinerlei informativen nutzen für mich.

  11. Beat Gloor sagt:

    Das Beste, was passieren konnte, ist passiert: das Internet.
    Das sollten wir, finde ich, nie vergessen, Missbrauch hin oder her.

    Wichtig ist einfach, dass du keine E-Zigaretten auflädst, wenn du online bist. Sonst raucht die NSA mit.

  12. Mary sagt:

    Ich kann dein Unbehagen (oder wie man dieses Gefühl nennen soll) über diesen Sascha Lobo gut nachvollziehen. Ich versuche alles, was der Typ von sich gibt zu meiden. Und zwar aus diesem Grund, dass er bei mir auch jedesmal ein „komisches“ Gefühl hinterlässt. Davon abgesehen, dass ich ihn äußerst unsympathisch finde, halte ich ihn auch für den größten Selbstdarsteller und Worteverdreher vor dem Herrn. Ich sehe bei ihm weder Substanz noch Aussagekraft. Er hat aber ein Talent dafür mit Worten zu spielen, was er auch dafür nutzt, um sich als eine Art „höhere Instanz“ zu allen Internetthemen zu profilieren. Mag sein, dass ich jetzt zu wenig über ihn weiß und er den einen oder anderen guten Artikel verfasst hat. Seine penetrante Selbstdarstellung macht dies aber in meinen Augen eh wieder wett. Ich sehe das so: er hat für sich eine Nische gefunden, wo er seinen gequirlten Senf abgeben kann, weil er vielleicht einer der Ersten auf dem Gebiet war oder inzwischen ihn seine fragliche „Prominenz“ dafür prädestiniert. So wie ein „Society-Experte“, der auch zum jeglichen Promiskandälchen was zu sagen hat. Eine sachbezogene Aufklärung zum Thema Überwachung ist wichtig, nicht ein verschrubelter Aufsatz mit Kampfworten wie „Freiheit“ oder Kreationen wie „digitale Kränkung“.

  13. Don Krypton sagt:

    @Rolf Spiegelhalter: Ich finde die Unterstellung, dass Onkelmaike anscheinend meinte, das Internet sei „sicher“ gewesen, etwas zu heftig.

    Ich bin auch der Ansicht gewesen, dass es weltweit Sicherheitsbehörden gäbe, die das Netz nach Informationen durchforsten und gegebenenfalls Inhalte filtern würden, um diese dann einer Auswertung zuzuführen. Auch konnte ich mir gut vorstellen, dass einzelne Websites (auch in großer Anzahl) überwacht würden.

    Es ist aber ein Unterschied, diese Begehensweise anzuwenden und dann die Ergebnisse abzuspeichern oder yottabyteweise einen großen Teil des Netzes dauerhaft abzuspeichern, in großem Umfang kennwortgeschützte Privatdaten zu entschlüsseln und für nicht absehbare Zeit abzulegen.

    Mit anderen Worten: DAMIT hab‘ ich nicht gerechnet.

  14. Hesl sagt:

    Danke. Ich hege auch ein permanentes Unbehagen, wenn ich etwas von dem Irokesen-Pudding lese.

  15. Atilla sagt:

    Überrascht darüber, dass die Überwachung stattfindet war doch vermutlich niemand. Einzig die Dimensionen waren das überraschende – übertragen auf die nicht-digitale Welt wäre das, was die NSA macht nunmal ein riesiger Eingriff in die Freiheit jedes einzelnen. So groß, dass es über „einfaches“ Telefonabhören hinausginge. Was du hier machst ist ziemlich billig. Hinterher dastehen, alles kleinreden und sagen: „Mensch, seid ihr doof, damit musste man doch rechnen!“ und sich Schulterklopfer abholen. Nicht schlecht.

  16. Triffels sagt:

    […] die Geheimdienste, deren Job darin besteht, uns heimlich zu überwachen […]

    Nein, die Aufgabe der Geheimdienste ist nicht, unbescholtenene Bürger zu überwachen.

    Ich nehme an: Für Unfreiheit.

    Eines der zahlreichen Antonyme, die so ein wages Wörtchen wie ‚Freiheit‘ hat, ist doch auch: Kontrolle, Überwachung. Passt auch eindeutig besser in den Zusammenhang.

  17. vetaro sagt:

    Glückwunsch zum 6 vor 9 feature, Muriel 😀

  18. etg sagt:

    Hmm. Unabhängig von den vorhandene Schwächen des Lobo-Beitrags finde auch ich es billig, sich jetzt hinzusetezn und zu sagen: „natürlich wird alles überwacht und ich wusste das auch schon die ganze Zeit. Und jeder, der das nicht wusste ist doof.“

    Um Fefe (ohne sein Wissen) zu zitieren: „Die NSA [..] müssen immer noch dafür sorgen, dass da bösartige Hintertür-Hardware verbaut ist, aber seit wir auf dem 30c3 gehört haben, dass die die Pakete von Online-Händlern abfangen und in die Hardware auf dem Postweg Hintertüren einbauen, erscheint das nicht mehr so sehr wie eine starke Hürde als man möglicherweise vorher gedacht hat.“

    Und Fefe kann man sicher nicht blauäugig nennen.

    So ein Artikel macht es tatsächlich schwer zuzugeben, dass man mit diesem Ausmaß nicht gerechnet hat, siehe Antwort von Rolf Spiegelhalter (gut gemacht, Rolf, erst mal andere angepinkelt).

  19. Yamo sagt:

    Jeder der heute behauptet, die NSA-Enthüllungen letzten Sommer hätten ihn nicht wirklich überrascht, hat entweder ein sehr schlechtes Gedächtnis, schmückt sich mit einer fragwürdigen Besserwisser-Attitüde, hat einfach das Ausmaß der Überwachungsmethoden und deren Tragweite nicht verstanden oder lügt schlichtweg. Ich habe mich noch nicht entschieden, welche der vier Gruppen mir am meisten auf den Sack geht.

    Sascha Lobo neigt zur Theatralik. Und sicher ist sein Text kein großes Meisterwerk, sondern – wohlwollend betrachtet – in Sprache gegossene Sprachlosigkeit. Aber Deine Kritik daran kommt mir ebenso puddinghaft vor.

  20. Christina sagt:

    Das Beste, was passieren konnte, ist passiert: das Internet.

    Na ja….ich weiß nicht….es kann zum Guten und Schlechten verwendet werden….. so wie fast alles im Leben. Die Zukunft wird zeigen, was davon überwiegt….und ob es wirklich ein Segen für die Menschheit ist. (Ich habe mal irgendwo gehört, dass 80 % des Internets pornografischen Inhalt haben soll? Weiß nicht, ob’s stimmt. Ich denke grad auch an Kinderpornografie, Abzocke und Mißbrauch von Bankdaten. Betrüger haben es dadurch schon irgendwie leichter, ist mein Eindruck jedenfalls. Die sind da sehr erfinderisch. Das Internet hat natürlich auch gute Seiten….wie schon gesagt, ist wie alles andere im Leben auch)

    Jedenfalls bisher ist die Menschheit durch’s Internet noch kein bißchen besser geworden. Würde mich auch sehr wundern……

  21. […] ich hab ja diesen Post über diesen Post von Sascha Lobo geschrieben. Und gesagt, dass ich den doof […]

  22. unendlichefreiheit sagt:

    Yeah, if we could all just stop the meta-hipsterism-discussion and debate the actual topic. That’d be great. (By the way, I knew about Edward Snwoden before he was mainstream)

    Na ja….ich weiß nicht….es kann zum Guten und Schlechten verwendet werden….. so wie fast alles im Leben. Die Zukunft wird zeigen, was davon überwiegt….und ob es wirklich ein Segen für die Menschheit ist. (Ich habe mal irgendwo gehört, dass 80 % des Internets pornografischen Inhalt haben soll?

    Es wird also zumindest 80% zum Guten verwendet, wir brauchen uns also keine Sorgen zu machen.

    […] die Geheimdienste, deren Job darin besteht, uns heimlich zu überwachen […]

    Nein, die Aufgabe der Geheimdienste ist nicht, unbescholtene Bürger zu überwachen

    Die Aufgabe laut wem? Der Auftraggeber der Geheimdienste ist immer noch der Staat und so gesehen machen die Geheimdienste also nur ihren Job.

    Wenn wir das gut machen, kriegen wir vielleicht mit Hilfe des Internets (und anderer Kommunikationsmittel) irgendwann mal eine bessere Welt zu Stande.

  23. […] gar nicht wir, die das Netz bevölkern, so der Tenor einer Diskussion, die derzeit auf Twitter und zahlreichen Blogs entflammt ist. Spätestens als das Internet vom passiven Informationsmedium zum aktiven […]

  24. Don Krypton sagt:

    @unendlichefreiheit und verschiedene Andere:

    Vielleicht mal, um gerade wieder das actual topic zu debaten…weder gibt es einen „Geheimdienst“, noch gibt es einen „Staat“ als Auftraggeber.

    Wir haben einen Verfassungsschutz des Bundes und der Länder und wir haben Gesetze, die die Aufgaben des Verfassungsschutzes regeln. Deren Aufgaben sind geregelt in §§ 3 und 4 BVerfschG. Und da steht was von Informationssammlung über u.a. Personendaten über Personen, die (sinngemäß) den Bestand der freiheitlich-rechtlichen Grundordnung und die Verfassung gefährden. Das beinhaltet natürlich nicht die Komplettüberwachung.

  25. Das Marton sagt:

    „…die Geheimdienste, deren Job darin besteht, uns heimlich zu überwachen, uns offenbar jahrelang heimlich überwacht haben…“

    Da liegt der Hund begraben! Dass du das wirklich zu denken scheinst, ärgert mich maßlos. So maßlos, dass ich wirklich und wahrhaftig dies hier schreibe (und mich auch darüber wieder maßlos ärgere!).

    ES IST NICHT DER JOB EINES GEHEIMDIENSTES ALLES UND JEDEN VERDACHTSUNABHÄNGIG ZU ÜBERWACHEN!

    Wer diese diese vereinfachte und falsche Formel verwendet, der meint wohl auch, die Polizei sei nicht für Willkürverhaftungen zu kritisieren, und schon gar nicht dürfte man darüber überrascht sein, es ist ja schließlich der Job der Polizei, Leute zu verhaften.
    Oder Jäger, die alles und jeden erschießen.
    Oder Fußballer, die Leute zusammentreten.

    Alles legitim und nicht überraschend. Ist ja ihr Job.

    (Ja, ich weiß, sehr platt dargestellt, wer bessere Beispiele findet, darf sie behalten!).

  26. Muriel sagt:

    Ich hoffe auf Verständnis, dass ich nicht auf jeden einzelnen Kommentar antworte. Ich bedanke mich nur allgemein für die rege Beteiligung und stelle vielleicht noch mal klar:
    Dass der Job der Geheimdienste darin besteht, uns heimlich zu überwachen, ist nicht die Äußerung meiner Wunschvorstellung. Nicht ich entscheide, was deren Job ist, und ich halte es für extrem angemessen bis erforderlich, das zu kritisieren.
    Nur ist es eine Sache, die Polizei für willkürliche Festnahmen zu kritisieren, und eine völlig andere, öffentlich so zu tun, als hätte man nie geahnt, dass es möglich sein könnte, dass Polizisten sowas tun, und jetzt wäre plötzlich die Welt für einen zusammengebrochen.
    Ersteres ist dringend nötig, letzteres völlig lächerlich.
    Sollte jemand noch wollen, dass ich etwas anderes erläutere oder eine konkrete Frage beantworte, mache ich das natürlich gerne.

  27. Das Marton sagt:

    Ui. Tut mir leid.

    Da bin ich wohl viel zu naiv.

    Ich halte es nämlich heute für unmöglich, dass die Polizei organisiert und von unserer demokratisch gewählten Regierung gestützt massenhaft willkürlich unbescholtene Bürger verhaften.

    Auch wenn Leute verhaften doch deren Job ist.

    Da würde ich tatsächlich aus allen Wolken fallen.

    Aber dann wäre ich ja völlig lächerlich.

    Auch hat mich Art und Ausmaß der Überwachung im Internet von befreundeten Regierungen in einer Zeit, in der nicht kaltkriegerisch ein Atomkrieg auf der Matte steht und den Regierungen jedes (auch illegale) Mittel Recht ist, diesen zu verhindern, auf dem völlig falschen Fuß erwischt.

    Ich hätte nie im Leben damit gerechnet. Da ist tatsächlich für mich eine Welt zusammengebrochen.

    Aber da ist es jetzt ja auch wirklich und nicht nur hypothetisch: Damit habe ich mich ja schön lächerlich gemacht.

  28. Muriel sagt:

    @Das Marton: Womöglich habe ich da tatsächlich überzogen formuliert. Ich wollte nicht zum Ausdruck bringen, dass ich jeden, der diese Position vertritt, als Person rundum lächerlich finde.
    Die Position als solche bleibt mir aber in der Tat völlig unbegreiflich, deshalb noch mal gezielt gefragt: Sie wussten, dass zum Beispiel die USA systematisch Menschen entführen, foltern und töten, aber als Sie erfuhren, dass die außerdem noch in größerem Umfang ihren Internetverkehr überwachen, als Sie vorher annahmen, da ist für Sie eine Welt zusammengebrochen? Das hätten Sie sich nicht vorstellen können?
    Oder war das mit den Entführungen, der Folter und den Tötungen an Ihnen vorbeigegangen?
    Oder wie?
    Das kling jetzt womöglich polemisch, und ich gebe auch zu, dass es mir schwer fällt, ganz ernst zu bleiben, aber meine Absichten sind im Großen und Ganzen aufrichtig. Ich würde mich über eine Antwort wirklich freuen.

  29. […] Fang den Pudding | überschaubare Relevanz – Polemische Kritik an Sascha Lobo. Unterhaltsam. […]

  30. unendlichefreiheit sagt:

    @Don Krypton

    Wir haben einen Verfassungsschutz des Bundes und der Länder und wir haben Gesetze, die die Aufgaben des Verfassungsschutzes regeln.

    Ich meinte die amerikanischen Geheimdienste und die amerikanische Regierung als ich von Geheimdienst und Staat sprach.

    Vielleicht mal, um gerade wieder das actual topic zu debaten…weder gibt es einen “Geheimdienst”, noch gibt es einen “Staat” als Auftraggeber.

    Wie jetzt, es gibt keinen Geheimdienst? CIA, FBI und NSA etc. gibt es nicht und sind alles nur Hirngespinste? Diese staatlichen Behörden unterstehen also nicht der amerikanischen Regierung? Diese setzen also nicht den Patriot Act (und andere Gesetze zur Überwachung der Bevölkerung) um, welcher 2001 in Kraft tritt und 2006 verlängert und modifiziert wurde? Es gibt auch keine Bundesrichter welche das Vorgehen der NSA für rechtmässig erklärt?
    Juristisch gesehen ist das Vorgehen der Geheimdienste eben nicht (eindeutig) illegitim. Durch das “Versagen“ der Politik (Pleonasmus for the win, Politik versagt für mich per Definition) wurden die gesetzlichen Grundlagen für diese massive Überwachung geschaffen. Dass die Geheimdienste ihre gesetzlichen Grundlagen bis zum Äussersten (und wohl darüber hinaus) ausschöpfen, war und ist, zumindest für mich, klar.
    Hoffentlich überwinden wir bald alle unsere Sprachlosigkeit und wehren uns gegen diese Überwachung. Aber leider folgt der Sprachlosigkeit oft die Gleichgültigkeit. Man wird in den kommenden Monaten noch ein wenig darüber diskutieren, Gesetze wie der Freedom Act werden als Korrektur und Lösung verkauft, und danach läuft alles einfach weiter wie bisher.

    Ich weiss schon was du und andere mit illegitim und “nicht ihr Job“ meinen. Ich sehe das natürlich auch so. Ich habe bewusst provoziert, weil ich eine Diskussion darüber anstossen wollte, was denn eigentlich legitim ist und was nicht und wieso. Aber momentan ist es eben “ihr Job“ und das müssen wir kritisieren und ändern. Unsere staatsgläubige Gesellschaft erachtet Gesetze und das Handeln von Behörden schnell als legitim, so lange diese nur von einem Parlament abgesegnet worden sind.
    @ Das Marton

    Ich halte es nämlich heute für unmöglich, dass die Polizei organisiert und von unserer demokratisch gewählten Regierung gestützt massenhaft willkürlich unbescholtene Bürger verhaften.

    50000 no-knock Raids pro Jahr in der USA, zum grössten Teil gegen unschuldige Zivilisten, kleine Hunde und Potheads, würde ich schon als organisiert bezeichnen.

  31. Dennis sagt:

    Ich finde Lobo von sehr überschaubarer Relevanz. Daher konnte ich leider nur Deinen Artikel lesen Muriel, aber nicht noch die Kommentare.

    Das Problem mit Herrn Lobo ist, das… und für mehr fehlt einfach die Relevanz dieser Figur.

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